Nr. 178 Dritter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Freitag, I. August (930
Turnen, Sport und Spiel.
24. Rhöniurnfest.
— Da« Rhönturnfest, neben dem Feld- bergfeft eines der beliebtesten Bergfeste der D. L, ft-nbet am 1 7. A u g u st auf dem Gipfel der 950 Meter hohen Wasserkuppe statt. Das Rhönturnen. das D. T. offen ist. wird gern auch aus dem Gebiet des Gaues Hessen von Wetturnern besucht. Ss finden die folgenden Wettkämpfe statt:
Bierkampf-Oberstufe: 100 Meter,
Weitsprung. Kugelstoßen. Hochsprung.
Dreikampf-Jugend (1912 13): 100 Met er, Weitsprung, Äugelftofocn.
Dreikampf-Jugend (1914/15): 75 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen.
Dreikampf derAelteren(in2Klassen): 75 Meter, Wettsprung, Kugelstoßen.
Außerdem kommen Sonderkämpfe tn Stabhoch und Weitsvrung, mehrere Stösseln und Hanl^- und Faustbollwetttpiele -um Austrag.
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
6. Seit dem Weggang EldracherS entfenbet die Spielvereinigung 1900 in diesem Jahre erstmalig wieder einen Vertreter zu den deutschen Leichtathletikmeisterschaften. Diese kommen am nächsten Sonntag in Berlin zum Austrag. Don den 1900ern ist es Paul Gerhardt, der sich um den Meistertitel bewirbt, and zwar bestreitet er den Marathonlauf. Gerhardt, der sich erst in dieser Saison den 1900cm angeschlossen hat, ist In dieser größten aller leichtathletischen Dauerprüfungen kein Anfänger mehr, war er doch für diese Disziplin mit der Dertretung der deutschen Farben bei den letzten Olympischen Spielen in Amsterdam betraut. Wie er am kommenden Sonntag mit den 42,2 Kilometer fertig wird, hängt von der Disposition ab. Lind so ist ei' wohl auch mit den übrigen Gemeldeten, 44 an der Zahl. Sine Voraussage ist daher ganz und gar unmöglich.
Um übrigen ruht der Wettkampfbetrieb, eS sei denn, daß PeterS I. und Schwab noch zu den Wettkämpfen des Sportclubs Köln- Marienburg entsandt werden. Peters bestreitet dann die 1500 Meter, während sich Schwab über 100 Meter Kl. II und III versuchen wird.
B. f. 33. Leichtathletik.
Siner Einladung des Sport-Clubs 190 4 Reuwie d folgend, entsendet der D. s. B. zu den III.R hein-Wied - Kampfspielen (Rheinland-Befreiungswettkämpfe) in Reuwied leinen bekannten Werfer Moyl. Mohl, der im Kugelstoßen, Diskuswerfen, Dreikampf und Fünfkampf gemeldet ist, stößt auf starke Konkurrenz auS allen Teilen des .Reiches. Er muß in guter Form sein, um siegen zu können.
Handball im Männerturnverein (D.T).
Am vorigen Sonntag kam auf dem Mtv.-Plah ein FreundschastS-Rückspiel zwischen der I. Schülermannschaft des Tv. Grohen-Duseck und der gleichen Mannschaft des Gießener Männertum- vereinS zum Austrag. Die Mtver konnten die in dem Vorspiel erlittene Riederlage wieder aut- machen und die Dusecker mit einer 15:3-Rieder- lage heimschicken.
Handball im Turnverein 1860 Lich.
Rach langer Pause tritt die 1. Mannschaft des Tv. 1860 Lich wieder in Tätigkeit. Sie hat die 1. Mannschaft vom Tv. Großen-Linden zu Gast. Dem Vorspiel nach werden die Licher nicht um eine Riederlage herumkommen, besonders da sie mit Ersah antreten müssen.
Vorher spielen die ersten Jugendmannschaften derselben Vereine. Hier wird ein knappes Resultat zustande kommen.
Südwestdeutscher Turn-Verband.
Lahn-Dünsberg-Gau.
Sein 4. Gauwettschwlmmen bringt am kommenden Sonntag der Lahn-Dünsberg-Gau in Launs- bach zum Austrag. Die Veranstaltung, die eine große Anzahl Turner an den Start bringt, wird in drei Klassen ausgetragen Männer: 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust; Jugend: 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust: Aeltere 50 Meter Freistil; ferner kommt in der Männerund Jugendklasse eine 4X50-Meter-Freistil-Staffel zum Austrag. Auf einen Sieger in den einzelnen Klassen im voraus zu tippen, wäre verfehlt, da bei solchen Veranstaltungen stets Lleber- raschungen eintreten.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Zu einem weiteren rückständigen Serienspiel wird Großen-Linden am kommenden Sonntag Gast der ersten Mannschaft Raunheims in Raunheim sein. Wenn die Gäste zu diesem Spiel den Geist vom Dorsonntag mitbringen, darf man auf den Ausgang des Spieles gespannt sein. Anderseits wird Raunheim alles hergeben, um die Spitzenführung der Gruppe Ost zu behalten.
Lollar hat am kommenden Sonntag die erste Mannschaft W i e s e ck s in einem Freundschaftsspiel zum Gegner. Wenn die Gäste keinen starken Siegeswillen mitbringen, wird wohl Lollar auf eigenem Platze sich den Sieg nicht nehmen lassen.
Die lb-Mannschaft Wiesecks erledigt in Saubringen ein fälliges Rückspiel. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier ihre Kräfte messen, von denen der Glücklichere Sieger bleiben wird.
W i e s e ck s erste Jugend hat die Jugend Gießens zu Gast. Beide Mannschaften haben sich schon immer spannende Spiele geliefert. Vorher wird die dritte Jugend Wiesecks die erste Mannschaft von Odenhausen zum Gegner haben und ihrem guten Abschneiden im Vorspiel einen abermaligen Sieg anfügen.
Treis Ju gend hat die zweite Jugend W i e s e ck s in einem Freundschaftsspiel zum Gegner.
Die Schiedsrichter des Bezirkes treffen sich am Sonntagvormittag zu einem Lehr- kursus unter Leitung des Kreisschiedsrichter- Obmannes in Gießen.
Kinderturnen in Fronhaufen.
Am kommenden Sonntag findet in Fronhaufen das diesjährige Dezirkskinderturnen des 3. Bezirkes statt. Lieber 400 Kinder werden am Vormittag in je zwei Klassen, für Schüler
und Schülerinnen, ihre Kräfte tn einem Drei« und Siebenkampf messen. Rachmittags wird ein Llmzug der Kinder durch den Ort die Oesfentlich- keit auf die Veranstaltung Hinweisen. Rach Eintreffen auf dem Sportplätze werden die Freiübungen, Volkstänze, Reck- und Singspiele den Rachmittag aussüllen, dem am Schluß die Siegerverkündigung folgt.
Oer Europa-Hundflug.
Rur ein Europaflieger traf am Donnerstag auf dem Flughafen Tempelhof ein, und zwar der auS Königsberg gestartete Junkers-Pilot
G o t h e. Damit hat sich die Zahl der glücklich in Berlin Gelandeten auf 34 erhöht. Sieben Maschinen befinden sich noch auf der Strecke und im Wettbewerb, können aber nicht mehr alle rechtzeitig biS zu dem verlängerten Kontrvll- schluß am Ziel eintreffen.
Für die in Lyon abgestürzten deutschen Flieger Erich O f f c r m a n n und seinen Begleiter Jerze m b s k i fand am Mittwoch in Lyon vor Lleberführung der Leichen in die Heimat eine würdige Trauerfeier statt, an der der deutsche Konsul und die deutsche Kolonie, sowie die Vertreter der französischen Behörden teilnahmen.
Nie Weltmeisterschaften der Studenten.
Das Darmstädter Stadion, in dem vom 1. bis 10. August unter starker Beteiligung die 4. Internationalen Hochschulmeisterschaften ausgetragen werden.
Aus kleinen Anfängen, die nicht einmal weit Aurü«fliegen, hat sich die körperliche Betätigung der deutschen Studenten dergestalt entwickelt, daß der Weltverband der Studenten (Con- f Iteration Internationale des Etudiants) dem Tum- und Sportamt der deutschen Studenten die Durchführung der 4. Studenten-Welt- meisterschaften übertragen konnte. Damit hat Deutschland das bedeutendste sportliche Ereignis des Jahres 1930 zugeteilt erhalten, denn diese Weltmeisterschaften der Studenten dürfen getrost als Olympische Spiele der Studenten bezeichnet werden. Rehmen doch nicht weniger als 33 Rationen aus allen Erdteilen mit weit über 1000 Athleten teil, werden die Meisterschaften doch in fast allen bekannten Sportarten: Fußball, Rugby, Handball, Leichtathletik, Rüdem. , Tennis, Schwimmen und Fechten ausgetragen, sind doch die zehn Tage vom 1. vis 10. August mit den Wettbewerben vollauf ausgefüllt, derart, daß die prachtvolle Sportanlage der Technischen Hochschule Darmstadt nicht einmal ausreicht, um alle Disziplinen unterzubringen. In der Vergebung der Weltmeisterschaften an Deutschland liegt eine so schmeichelhafte Anerkennung des deutschen Hochschulsports, daß davon allein ein weiterer Auftrieb erwartet werden darf. Besonderen Dank schuldet der-deutsche Hochschulsport hierfür der Technischen Hochschule Darmstadt, die ihren Sportbetrieb geradezu mustergültig aufgezogen hat und die auch die Vorarbeiten zu den Weltmeisterschaften in einer Art erledigte, die man nur mit größter Anerkennung erwähnen darf. Den Darmstädter Studenten ist es nicht zuletzt zu verdanken, wenn sich 33 Rationen an den Weltmeisterschaften beteiligen und wenn diese Beteiligung zahlenmäßig so stark ausgefallen ist, daß man von einem akademischen Olympia sprechen darf.
Daß die hessische Hauptstadt der Schauplatz der Weltmeisterschaften wurde, ist der selbstverständliche Dank für das, was Darmstadt auf dem Gebiete des akademischen Sports in so vorbildlicher Weise geleistet hat. Sind von 2700 eingeschriebenen Studenten doch nicht weniger als 2000 in irgendeiner Form sportlich aktiv, hat sich die Technische Hochschule Darmstadt doch ein eigenes Sportgelände von rund 80 ODO Quadratmeter geschaffen, dessen Hauptkampfbahn 10 000 Zuschauer aufzunehmen vermag, dessen Schwimmbahn mit 7-Meter-Turm ebenfalls 1600 Zuschauer fast. Drei Llebungsfel- der, sechs Tennisplätze, Llmkleideräume, die alles Rotwendige enthalten, Wohnräume, Verwaltungsgebäude, eine große, ganz modern eingerichtete Gymnastikhalle, eine eigene Skihütte im Allgäu und die im Bau begriffene Bootshaus- anlage am Rhein bezeugen den guten Geist der Darmstädter Hochschüler. Täglich 600 Liebende unter Leitung des bekannten Diplom-Tum- und Sportlehrers S ö l l i n g e r , dem zwei Hilfslehrer, ein Fechtmeister und ein Reitlehrer assistieren, ein Schwimm-Trainer und selbstverständlich eine ärztliche Beratungsstelle runden das Bild ab, rücken die Technische Hochschule Darmstadt in eine Linie mit den großen amerikanischen Hochschulen, nur mit dem Llnterschiede. daß diesen ungeheure Mittel zur Verfügung stehen, während die Darmstädter Studenten fast alles aus Eigenem schaffen muhten. Dabei beträgt der Beitrag für die körperliche Ausbildung pro Semester nur 6 Mark, von denen 2 Mark für Dautilgung und 1,50 Mark für Sportreisen verwandt werden. Daß eine so musterhaft geleitete Hochschule große Erfolge haben mußte, ist eigentlich naturnolwen- dig, und Darmstadt stellt in der Tat alljährlich eine ganze Reihe von Hochschulmeistem, ist Titel- infcaber der verschiedensten Mannschafts-Meisterschaften. Wenn also Darmstadt zum Schauplatz der Weltmeisterschaften wurde, dann ist das wohlbegründet.
3m Zeichen der Studentenolympiade.
WSR. Darmstadt, 31. Juli. Darmstadts Straßen tragen bereits heute reiche» .Flaggen
schmuck zu Ehren der morgen beginnenden 4. Weltmeisterschaften der Studenten. Die meisten Teilnehmer der 3 3 Rationen, die ihre besten Athleten entsenden, sind bereits eingetroffen und haben in Darmstadt oder an der Bergstraße Quartier genommen. Die italienische Abordnung traf bereits am Montag und Dienstag ein, die französische, die ebenfalls über 100 Teilnehmer umfaßt, erschien am Dienstag. Auf den verschiedenen Trainingsplätzen und den Schwimmanlagen herrscht lebhafter Betrieb der Wettkämpfer, um sich mit den Bahnen verttaut zu machen. Der Kartenverkauf, insbesondere zu dem Fußballspiel Deutschland gegen Italien, daS am Sonntag zum Austrag kommt, ist durchaus befriedigend verlaufen.
Eröffnung am Samstagnachmittag.
Obwohl die eigentlichen Wettkämpfe bereits am Freitagvormittag mit den Tennisspie- l e n auf den Plätzen des Tennis- und Eisklubs Darmstadt beginnen, findet die feierliche Eröffnung erst am Samstagnachmittag statt. Freilich sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Rationen mit sämtlichen Teilnehmern zur Stelle, da sich die Wettkämpse in den einzelnen Konkurrenzen und Disziplinen auf verschiedene Tage verteilen, doch am Einmarsch der Rationen nehmen immerhin die meisten von den nunmehr insgesamt 33 Rationen teil. Die Aufstellung der wohl über 1000 Wettkämpfer erfolgt auf dem Stadion des Sportvereins 98 Darmstadt. Linier Vorantritt der Fahnenträger marschiert dann diese stattliche Schar durch das große Einzugstor des Hochschulstadions vom Süden ein mit anschließender Gruppierung auf dem Hauptkampfseld des Hoch- schulstadions. Danach werden die 4. Internationalen Meisterschaften der Studenten' 1930 in Darmstadt mit der Rede des Vertreters des Reiches und einem Böllerschuß eröffnet und gleichzeitig starten über 2600 Brieftauben mit der Rachricht in aller Herren Länder, daß die Weltmeisterschaften in Darmstadt eröffnet sind.
Deutsche Hochschulregatta.
Die deutsche Hochschul-Regatta in Frankfurt a. M. am Mittwoch wurde durch Organisationsmangel unb ungünstige Witterungsund Wasserverhältnisse zu einer ziemlich verpfuschten Angelegenheit. Starke Gegenwinde, Regen und hoher Wellengang zwangen 'mehrere aussichtsreiche Mannschaften infolge vollgeschlagener Boote zur Ausgabe, dazu machte sich noch die Flußschifsahrt störend bemerkbar. In den schwach besetzten Ausscheidungsrennen für die Wettspiele in Darmstadt siegten im Vierer o. St. Llniversität Frankfurt in 8: 25 vor der TH. Dresden (8: 41), im Vierer ging der Akad. RC Berlin in 9: 19 vor der Llniversität Frankfurt (10: 30,2) siegreich hervor, den Einer entschied der Düsseldorfer RV. 80 (Weimar) in 9. 48,4 vor dem Heidelberger RC. (Frisch) in 10:30,2 zu seinen ©unften, und im Achter blieb der Akad. RC Rhenus Bonn in 7:24 vor dem Akad. RC. Berlin (7:28,8), Llniversität Breslau (7:34,2) und der Llniversität Frankfurt (7:48,4) erfolgreich.
Studentinnen-Meisterschasten.
An den Studentinnenmeifterschaf- ten der deutschen Hochschulen in Dresden am 26. und 27. Juli, die im Rahmen der Internationalen Hygiene-Ausstellung ftattfanben, beteiligte sich die Llniversität Gießen mit einer 4x50-Meter-Druststafsel. Den Gießener Studentinnen, Fräulein cand. med. Drill, Fräulein cand- phil. Leonhard, Fräulein stud. med. Heid, Fräulein stud. med. P l o ch, gelang es im schärfsten Kampf, hinter der Llniversität Hamburg, vor Berlin und Dresden den 2. Platz zu erringen in der Zeit von 3:21,4 Minuten.
Schießsport der Studenten.
Mit der Sniführung der Kleinkaliber-Büchs« hat der Schießsport in Deutschland, genau wie in England, Amerika, Schweiz. Dänemark usw., einen ungeahnten Aufschwung genommen. So ist e» kein Wunder, daß auch unsere Gießener akademische Jugend sich diesem Sport widmet, bat doch auch das Institut für Leibesübungen ibt einen Stand direkt auf dem Sportplatz der Llniversität erbaut. Richt verschwiegen soll aber werden, daß eS leider der Zahl nach noch viel zu wenig Studenten sind, die sich in dem wichtigen Sport vervollkommnen, oder ihn überhaupt erlernen wollen.
Auch daS jetzt zu Ende gehende Sommersemester hat wieder gezeigt, daß die Freude am Schießsport z. T. noch wach ist. Wenn auch zah- lenmäßig in diesem Sommer durch Ausfall sonst stets schießender Verbindungen ein kleiner Rückgang zu verzeichnen ist, so wurde aber in diesem Semester In der Durchbildung deS einzelnen eine Höhe erreicht, wie nie zuvor^
Richt nur im Schießen der vom ReichSverband Deutscher Klein-Kaliber-Schützenverbände gestellten Bedingungen wurden Fortschritte erzielt, die Gießener Studenten haben auch keine Gelegenheit verpaßt, sich mit anderen Llniversitäten zu messen. Erwähnt seien hier nur das Schießen in Heidelberg und in Frankfurt, bei welch letzterem die Gießener Germanen im MannschaftSschießen sich den ersten Preis deutscher Burschenschaften holten. Weiter beteiligten sich Gießener Schützen an einem von der Llniversität Rostock ausgeschriebenen Postwettkampf. Die Bedingung war hier 10 Schuß lgd. srh." hintereinander ohne anzeigen. Die Ergebnisse waren: Kuba (Germania) 110 Rg., Iancke (Silvania) 110 Rge., Pier (Germania) 103 Rge., Koch (Freist.) und K l e i b ö m c r (Silvania) 101 Rge. Der Rest lag zwischen 80 und 90 Ringen.
Auch innerhalb der Llniversität selbst wurde jede Gelegenheit wahrgenommen, sich mit anderen Schützen zu messen. So fand zum ersten Male gelegentlich des Llniversitäts-Stiftungs-' festes ein PreiSschießen statt. Bedingung: 9 Schuh (je 3 lgd. knd. steh, frh.) hintereinander ohne anzeigen. Die Ergebnisse des Mannschaf tSkampses waren (4 Sch.): Akad. Schützengruppe I 290 Rge., Akad. Schützengruppe II 287 Rge., Korps Hafsia 269 Rge., Bursch. Germania 247 Rge., KorpS Silvania 242 Rge. Im Einzelkampf, in dem ja auch die Mitglieder der Mannschaften immer stehen, siegte überlegen Wolf, Korps Hafsia, mit 96 R., ihm folgte Kuba, Bursch. Germania mit 88 Rg. und H e n - deS und Sch wieder (Korps Hassia) mit 79 Rg.
Den Abschluß jedes Schießjahres bildet stets das LandeSschiehen. Dieses teilt sich in den Kamps um die Llniwersitätsmeister- schäft und in den Schluhkampf um die Akademische DerbandS-Mei st erschaff, Während ersterer in Gießen ausgetragen wird, wird letzterer gegen Marburg ausgefochten und dementsprechend abwechselnd in Marburg und tn Gießen. Lim die Llniversitäts-Meister- schast können sich alle Schützen bewerben, die sich dem Schießleiter regelmäßig zur Verfügung gestellt und eine bestimmte Anzahl der vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt haben. Am Schießen um die Akad. Verbandsmeister- schaft dagegen dürfen sich nur von jeder Llniversität die drei besten Mannschaften und die sechs besten Einzelschützen beteiligen. Die Preise für den ersten Kampf stellt hier Seine Magnifizenz der Rektor für die beste Mannschaft, wä Irrend der Preis für den besten Cinzelschühen von einer Anzahl Atter Herren verschiedener Verbindungen gestiftet wurde. Beide Preise sind Wanderpreise und gehen erst nach zweimaligem Erschießen in den Besitz über.
Das Llniversitäts-Meisterschafts-Schießen (Bedingung,: 9 Schuh, je 3 lgd. knd. steh. frh. hintereinander ohne anzeigen) hatte folgende Ergebnisse: Mannschaftsschiehen: Bursch. Germania 296 Rge., Akad. Schützengruppe l 272 Rge., Korps Silvania 235 Rge. Einzel - schießen: Böhm (Huberiia) 82 Rge., Pier (Germania) 77 Rge., Petri (Germania) 76Rge., Kuba (Germania) 74 Rge., Janke (Silvania) 74 Rge., B e ck e r (Freistd.) 70 Rge. Das waren die Schützen, welche gegen Marburg um die Akademische Derbandsmeisterschaft zu kämpten hatten. Ihnen standen auf feiten Marburgs folgende Mannschaften gegenüber: Akad. Schützengruppe 276 Rge., 21. T. D. Marburg 267 Rge., Freischütz 248 Rge. Der beste Marburger Einzelschütze war Frhr. v. Breidenbach mit 93 Rgn. Die Bedingung war: 15 Schuß, je 5 lgd. knd. sich, frh. hintereinander ohne anzeigen.
So ging man dieser Tage nach Marburg auf den unbekannten und wegen der Lichtverhätt- nisse nicht sehr geschätzten Stand. Die Ergebnisse waren:
Mannschaftsschießen: Korps Silvania 485 Rge., Burschenschaft Germania 485 Rge., Akad. Schützengruppe 483 Rge. Die beste Marburger Mannschaft, Akad. Schützengruppe, schoß 474 Rge., während Freischütz 435 und A. T. V. Marburg 423 Rge. errangen.
Einzelkampf: Kuba (Germania, Gießen) 151 Rge., Paffrath (Akad. Schützengruppe Marburg) 138 Rge., Janke (Silvania Gießen) 132 Rge. W. Lindenau.
Sportfest des A. T. V. Hheinfranken.
Das Sportfest der Akad. Turnverbindung Rheinfranken gelegentlich ihres 27. Stiftungsfestes fand am vorigen Samstag auf dem Llniversitätssportplatz statt. Der Erfolg entsprach durchaus den ®rtoartungen, die man auf Grund des guten Meldeergebnisses hegte. Hauptsächlich die Staffeln und Läufe wurden von den zahlreichen Zuschauern mit großem Interesse verfolgt, boten sie doch zum Seil äußerst spannend« Endkämpfe. Aber auch in den Ein-elkämpfen waren sehr schöne Leistungen zu sehen. Hervor- zuheben ist wohl besonders der Schleuderballwurf von 56,40 Meter und das Kugelstoßen mit einet Leistung von 12,51 Meter, beides von Mohl, D. f. D. Gießen. In der 4xl00-Meter-Staffel gewann Mw. Gießen in der beachtlichen Zeit von 46,8 Minuten. Als Abschluß fand noch ein Faustballspiel der Akad. Turnverbindung Rheinfrankeu


