Montag, 31. Dezember 1954
Ki 504 Drittes Blatt
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scheinend auf die Geleitworte zur Jahreswende 1934/35 der beiden Reichsminister an.) Dies sei eine vernünftige Erklärung, deren Sinn auch die Grundlage der Politik der britischen Regierung bilde. Es bestehe jetzt größere Aussicht darauf, daß die Nationen den Gedanken aufgeben würden, daß Vaterlandsliebe in der Kunst bestehe, einen anderen zu Übervorteilen, und daß sie diesen Gedanken durch den besseren Gedanken ersetzen würden, daß Vaterlandsliebe im gemeinsamen Dien st an Frieden, Gerechtigkeit u p b Zivilisation bestehe.
Im „Daily Telegraph" heißt es, im Jahre 1934 habe es Ereignisse gegeben, die mehr als einmal die Stabilität fremder Nationen zu erschüttern und die Zukunft gefahrvoll zu machen drohten. Eine Uebersicht über die Angelegenheiten der Welt, vor einem Monat geschrieben, hätte dunkel sein müssen. Sie würde notwendigerweise mit einem Ausdruck ängstlicher Zweifel geendet haben. Aber in den letzten Wochen des Jahres hätten Herrscher und Staatsmänner ihre Kaltblütigkeit bewahrt und stetig für den Frieden gearbeitet.
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London, 31. Dez. (DNV. Funkspruch.) In einem Leitaufsatz der „Time s" heißt es, daß alte Jahr habe mit einem Donnerschlag geendet. Das Ereignis sei nicht weniger ernst, weil es erwartet wurde. Die japanische Diplomatie könne nicht leugnen, daß ein edles Werk internationaler Vereinbarung, das vor 13 Jahren geschaffen wurde, zerstört worden sei. Glücklicherweise kläre sich der Himmel über Europa. In den Beziehungen zwischen Frankreich und Italien, die solange der Herzlichkeit entbehrten, sei eine weitere Entspannung eingetreten. „Times" fährt fort: Von allen europäischen Ländern sei Deutschland das einzige Land, das sich selbst vorsätzlich von seinen Gefährten entfernt habe (?!) Jede Bewegung in Richtung auf Wiederaufnahme normaler Beziehungen werde warm begrüßt werden. Es habe bereits günstige Zeichen gegeben. Am Samstag hätten der Reichsaußenminister und der Reichspropagandaminister Deutschlands Friedenswunsch von neuem versichert, und Dr. Goebbels habe hinzugefügt, daß die Kraft Deutschland dem Werk des Wiederaufbaus gewidmet werden solle. („Times" spielt an-
und übler Nachrede erfolgen müsse.
Der moralisch Perurteilte bleibt der Nebenkläger Eisenbahnpräsident N i ck l a u s, wenn auch die sogenannten Angeklagten formaljuristisch verurteilt wurden. Interessant ist, daß die Anklage auf Verleumdung fallen gelas- s e n wurde. Hierdurch ist erwiesen, daß der Wahrheitsbeweis für die Behauptungen Dr. Savelkouls
zumindest in einigen Punkten erbracht wurde. Bemerkenswert ist ferner die Feststellung, daß Nick- laus zu den politischen Gegnern des Angeklagten Dr. Savelkouls zählt. Hierdurch hat also der Oberste Abstimmungsgerichtshof selbst festgestellt, daß Nick- laus unter d i e Separatisten zu zählen ist. Den Anhängern des Status quo wurde nicht der Gefallen getan, sie von dem ehrenrührigen Vorwurf des Separatismus freizusprechen.
Rebellion bei den Status-quolern
Marxistischer Revolverheld
in einer Separatistenversammlung.
Der sogenannte Volksbund für Christlich-Soziale Gemeinschaft hatte nach Blieskastel eine Versammlung einberufen, um für den Status quo zu werben. Der frühere Gewerkschaftssekretär Heinrich I m - dusch versuchte den Enthüllungen über die direkten Verbindungen zwischen dem separatistischen Volksbund und französischen Geldgebern entgegenzutreten. Aus der Versammlung wurden laute Protestrufe gemacht. Der Redner konnte nicht weitersprechen. Dem separatistischen Ordnungsdienst wurde Befehl gegeben, die Zwischenrufer aus dem
Willen GescW verwandten uni ein glückliches« Emil Schäfer i Metzgerei,?
zwischen Frankreich und Deutschland gebe es keine Grenzfragen. Man sollte ein ■ für allemal die Tatsache zur Kenntnis nehmen, daß eines der brennendsten Kapitel des alten französisch-deutschen Streites endgültig geschlossen sei. Zwar habe Hitler sich vor bald 10 Jahren in seinem Buche „Mein Kamps" nicht in diesem Sinne geäußert, aber Hitler gehöre nicht zu den Leuten, die nichts gelernt und nichts vergessen hätten. Hitler habe den Krieg mitgemacht. Er sei ein Frontsoldat. Er lege Wert auf diese Bezeichnung. Deutschland habe keine Zukunft im Westen, habe ein Vertrauter des Führers gesagt, und schon deshalb sei selbst der Gedanke an einen französisch-deutschen Krieg unzeitgemäß. Hüben und drüben sollte man aufhö - ren , s i ch als „ehemalige Feinde" zu betrachten. Das sei der erste erforderliche Schritt. Seit dem Jahre 1925 hätten französische und deutsche Frontkämpfer in diesem Sinne ge- handelt. Heute ständen die gleichen Franzosen, die an ihrem Friedenswillen festhielten, anderen Deutschen gegenüber, die sich als Vertreter fast der Ge- samtheit der Nation erklären und den Gedanken und Befehlen Adolf Hitlers treu ergeben sind. Lo- gischerweise heiße das für die einen und für die anderen, die den Krieg mitgemacht hätten, daß der Krieg zu Ende fei, und das könne als Mahnung gelten.
Noch feine Einigung zwischen Paris und Nom.
Die Garantie für Oesterreich.
Paris, 31. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Nachdem auch der Sonntag trotz reger diplomatischer Tätig- feit noch keine Aussichten für eine Einigung zwischen Frankreich und Italien gebracht hat, die der Reise Lavals nach Rom ihre Bedeutung geben sollte, scheint man in französischen Kreisen das Losungswort „Zurückhaltung" ausgegeben zu haben. Man meint, daß ss nicht weiter schlimm sei, wenn die Sache noch nicht genügend reif sei. Dann könne noch gewartet werden, und Lavals erste Auslandsreise würde eben am 11. Januar erst einmal nach Genf führen. „Echo de Paris" macht nähere Angaben über das stark verästelte Garantiegesetz für Oe st erreich. Außer den geographischen Nachbarn wie Deutschland, Italien' die Tschechoslowakei, Südslawien und Ungarn sollten Frankreich, England und Rumänien als Schutzmächte herangezogen werden und wegen der Bindungen, die Südslawien mit der Türkei hat, auch die Türkei und sogar Griechenland. Das „Journal" macht darauf aufmerksam, daß man in Rom von einem so weit verzweigten Netz nichts wissen wolle. Denn durch den Anschluß Rumäniens an das Syndikat das ja auch Sie bestehenden Grenzen b »• [tätigen soll, sei Ungarn von der Kleinen Entente völlig eingeschlossen und jeder Revisionsmöglichkeit beraubt. Der römische Bericht» erftatter des „Matin" teilt mit, die Haltung Mussolinis werde am 3. Januar vor dem Vorstand der Faschistischen Partei in Turin bekanntgegeben wer-
Französische Erwartungen.
Ein Ausblick des Ministerpräsidenten Flandin auf das Jahr 4935.
Saarbrücken, 29. Dez. (DNB.) In Prozeß um den Separatismus des Eisenbahnpräsidenten N i ck l a u s wurde Dr. Savelkouls wegen Beleidigung und übler Nachrede in feinem Artikel z u 4 0 0 0 Franken Geldstrafe verurteilt, der Redakteur Weber zu 2000 Franken Geldstrafe, der Redakteur Spindler zu 1000 Franken Geldstrafe. Die Anklage wegen Verleumdung war fallen gelassen worden. Die Urteilsbegründung gesteht Savelkouls das Recht der sachlichen Kritik an seinem politischen Gegner und über dessen „gefährliches und unpassendes Verhalten" zu, macht jedoch geltend, daß die gebotenen Grenzen über s ch r i t - t e n seien, und daher Bestrafung wegen Beleidigung
Der Himmel Über Europa klärt sich aus
Englische Stimmen zum Jahreswechsel.
den Abstimmungsberechtigten, Ansprachen, Musik und Gesangsdarbietungen und dergleichen nicht erlaubt. Bei dieser Gelegenheit weist die Regie- rungskommission nochmals auf das im Saargeoiet bestehende Verbot des Tragens von Uniformen und Abzeichen hin.
Der Schriftleiter
der „Reuen Saarpost" sagt sich von den Separatisten los.
Bei der Landesleitung der Deutschen Front ist ein Schreiben des verantwortlichen Redakteurs der „Neuen Saarpost" Hugo Hagen eingetroffen, in dem er sich mit folgenden Worten von seinem bisherigen Blatt lossagt:
Nach allem, was ich in den letzten Tagen über
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un'er?rfoertenK_ tyreunben
Lää lum naift'/ Leverns mattier, und \
Dieses, Kich
l.i5s steht nach Mitteilungen des früheren San» in ts'ders der NSDAP. Saargebiet, Spaniol, fest, bufrier Gewährsmann Fischer des Herrn Braun ' bi e-siGreuelmärchen von A bis Z erfunden | hiift iid daß Fischer wegen'Unterschlagun- g »-.inus der Deutschen Front entfernt u i b^gen ihn Strafanzeige erstattet worden ist.
2 Die Rückgliederung des Saargebietes und die Verführung des Garantieabkommens ist eine An- giLe nheit, für die ich dem Führer allein v k i ntwortlich bin.
3:)ch werde dem Willen des Führers entsprech r m und in Vollzug des eigenen G a - \ r i i ieabkommens dafür Sorge tragen, daß I er euiett vorhandenen terroristischen Ele - meten auch wenn sie nur durch prahlerische ( A r irrungen ihr mangelndes politisches Verständ- ni 5 i den Tag legen, gründlich das Hand- ro c gelegt wird. Der Friede in Europa, bzw. di t iefriebung der beiden Länder Frankreiech und D k rchland ift uns mehr wert als alle Separa- tijir zusammen, deren letzte Restbestände nur noch zrscmengehalten werden können mit solchen Gl ulmärchen, wie es Herr Braun im vorliegenden F i l tut.
Ljjch versichere feierlich der ganzen S irc evölkerung, daß ich der Auffassung bin, daß ei l > olk, das wie die Saarländer 15 Jahre des D tnus hinter sich hat, wahrhaftig keine Kon- z i i-irr ativnslager mehr benötigt. Jene Li in die mit schwarzen Listen drohen oder das B arindensein solcher Listen vorspiegeln, verdienten, daH s angesichts dieser gerissenen und schändlichen A n paratistischer Propaganda vor dem Abstim- miuingericht zur Verantwortung gezo- g i Mürben. Nach der Rückgliederung werden g e - r<ub diese Elemente unsere beson- d<!k! Beachtung finden.
Reue Enthüllungen.
S.arb rüden, 30. Dez. (DNB.) Die Saar- br ül Zeitung veröffentlicht einen Brief des frühere n Organisators der katholischen Gruppenbildung, de «h. Deutschen Dolksdundes, Fritz K r i e s b a ch, eil n-ijaarländischen Geistlichen. Diese sensationellen (ft i .Hungen des soeben ausgeschiedenen Mitarbei- teir; -t „Neuen Saarpost" bringen neue Aufschlüsse üb «r! die Hintergründe und Machenschaften des
Lcpost"°Kreises um Herrn Hoffmann. Als ka m zu übertreffende Ironie muß aus diesem Sl Hr Den zunächst die Tatsache hervorgehoben werde n, :>aß d e r Redaktionsstab der „Neuen (5( u: oft" und das Verlagspersonal sich bis auf do ti der vier Bürvmädchen, den Sohn Jmbuschs uni einen österreichischen Wirtschaftsredakteurs a i esrch lietzlich aus Marxisten zusammen- setz t.lls Organisator der neuen katholischen Partei fa- n :äriesbad) schon vor der Gründung sehr viel imi yiargebiet herum und ist dabei auch in vielen Pfs<Ääusern gewesen. In den dabei geführten Ge- fpmirn wurde ihm stets zunächst die Frage ge- fte ’Ö öb an den Gerüchten, die „Neue Saarpvst sei m ii ranzösischen Geldern gegründet, ob ik famit finanziert, etwas Wahres fei. Nach ben ihr n on Hoffmann gegebenen Versicherungen hat er ! si-ich diese Verdächtigungen stets als eine Lüge be^cmet. Nach kurzer Zeit hat sich jedoch Kries- 5a ui uoon überzeugen müssen, daß ihn Hofsmann b ctoen hat. Kriesbach kam in den letzten Mono, most mit ben Propaganbastellen ber franzo- sifc hc! Bergwerksbirektion zusammen, um mit ihnen ütbni b ie Finanzierung ber beabslch- ki n katholischen Partei zu verhandln, ©rifciingenieur Baucher erwies sich als be= forh*:; gefällig. Kriesbach kann sodann ferner an- qeiiEni bafe bie „Neue Saarpost" monatlich einen Zrchtz von 120 000 Franken erhielt. Als Kampf- forrkijür ben Volksbunb hätte bie französische Pro- pn nmastelle 200 000 Franken je Monat festgesetzt. SHb.ind) stellt fest, es sei nicht wahr, baß zwischen bei ir! euen Saarpost" bzw. bem später gegründeten Dc iri.en Volksbunb unb ben französischen Gruben- beikeßn keine Beziehungen bestäuben. Hoffmann ha lb :icht nur französische Gelder a n g e - n (»n n e n, sondern diese nicht einmal für bie ge- ba iche Zwecke verwendet. Er habe die F r a n ■ 3ü»i> । unb bie Mitglieber des Volks- b ■ ii i-! es betrogen. Den Subfibien ber Fran- zo:oon monatlich 50 000 bis 60 000 Franken für be ,r' oltsbunb stäuben monatlich Ausgaben von hööttns 10 000 bis 15 000 Frauken gegenüber. D k: kämen bann noch die Einnahmen aus Mit- gli Itieibeiträgen unb Speuben. Weiterhin bürfe mit Si ü: Heit angenommen werben, baß bie Reife HcjlMrmns unb bes Pfarrers Weber nach Eug- l ail-iki gauz einträglich gewesen sei. Eine englische Iod-nrllistin, bie von ber Englanbfahrt wußte, ko imt-' mitteilen, baß ber Ausschuß, der die Herren zu , ?! weiten Reise aufgefordert hatte, diese nicht ob h ninen anständigen Scheck entließ.
Empfangsfeierlichkeiten fiiit ütbstimmungSberechtiqte verboten.
<el'1 r b r ü rf e n , 29. Dez. (DNB.) Die Reglern m-iwrnrnission hat im Einvernehmen mit der Ab/i-mnungskommissivn angeorbnet, daß bei ber 21 IrDm f t von Extrazügen mit Abstim- m : -;s b e r e cf) t i g t e n keine Empfangs- Ie t ilichkeiten stattfinden dürfen. Jnsbesvn- er»if:id geschlossene Umzüge oder Aufmärsche mit
p o ft" erfahren ftabe, halte ich es für meine selbstverständliche Pflicht, für die Pflicht eines anständigen Deutschen, Ihnen mitzuteilen, daß ich in der Redaktion einer von französischen Geldern finanzierten Zeitung nicht weiterarbeite. Ich habe gesehen, daß man mit meinem Namen im Impressum der „Neuen Saarpost" Schindluder getrieben hat. Ich glaubte, für eine große Idee zu kämpfen, aber ich wollte nie französische Interessen unterstützen. Ich habe nicht die Absicht, zu Ihnen überzulaufen, aber ich halte es für meine Pflicht, ben Mitgliedern ber Deutschen Front burch mich mitteilen zu lassen, wie es in Wirklichkeit um bie „Neue Saarpost" unb ben Deutschen Volksbunb bestellt ist. Welchen Weg Sie bazu wählen, ist mir gleichgültig; ich wollte Ihnen nur bie Wahrheit sagen.
Heil Deutschlanb!
Gez. Hugo Hagen, ehemaliger verantwortlicher Rebakteur der „Neuen Saarpost".
Gleichzeitig hat Hagen ein längeres Schreiben an ben Chefrebakteur ber „Neuen Saarpost" Johannes Hoffmann gerichtet, in bem er erklärt, er habe bisher geglaubt, baß es Hoffmann um ben deutschen Katholi z i smus ginge und um die Kirche. Heute glaube er das nicht mehr. Hoffmann habe ihm vorgetäuscht, daß die Gelder von saarländischen Katholiken kämen und daß hinter der „Neuen Saarpost" finanziell die Pastoren stünden. „Jetzt aber mußte ich mir in einem Gespräch mit bem französischen Gru- bendioisionär Baucher bestätigen lassen", so heißt es in dem Schreiben weiter, „daß alles dies kein Idealismus von Ihnen war, daß Sie uns, Ihre Mitarbeiter, betrogen haben und Sie denen da draußen, den Bergleuten auf den Dörfern, etwas vorgemacht haben, was man nur mit Schwindel bezeichnen kann. Schwindel deshalb, weil es Ihnen nicht um bim Katholizismus ging, unb weil es Ihnen auch nicht um Deutschlanb ging. Schwinbel beshalb, weil Sie bie Gelber, die notmenbig waren zur Erhaltung ber „Neuen Saarpost", s i ch von ber französischen Grubendirektion geben ließen. Mag sein, was will, ich meine Deutschland und ich meine das Christentum. I ch meinte nicht d i e französische Verg w e rksdire k t ion und nicht die französische Propaganda. Der Ingenieur-Divisionär der französischen Bergwerksdirektion Baucher sagte mir, daß für ben Deutschen Volksbunb j eben Monat französisches Gelb gegeben wirb."
Feuerüberfall aus ein Lokal der Deutschen Front.
Saarbrücken, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) In ben Nachtstunden ereignete sich in Saarbrücken ein Zwischenfall, ber alles bisher bagewefene in ben Schatten stellt. Nach Schluß der Polizeistunde versuchten einige Leute in das kleine Lokal Paul in dem Saarbrücker Stadtteil Malstatt einzudringen, das Sonntagabend von Mitgliedern der Deutschen Front besucht worden war. Als sie das Lokal verschlossen fanden, feuerten s i e blindlings etwa dreißig bis vierzig scharfe Schüsse durch Tür und Fenster. Wie durch ein Wunder wurde nur der Kellner d u^r ch einen Knieschuß verletzt. Sämtliche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Es kann mit Sicherheit angenommen werden, daß die Täter u n - ter dem landfremden Gesindel der Emigranten zu suchen sind. Durck) diesen Vorfall wird noch einmal bewiesen, zu welck)er Gefahr die Emigrantenpresse im Saargebiet für die öffentliche Ruhe und Sicherhet wirb- Es muß erwartet werben, baß bie verantwortlichen Stellen unverzüglich bie notwendigen Schritte tun, um ben Tätern auf bie Spur zu kommen.
Der Separatismus moralisch verurteilt.
Das Urteil im Prozetz Saveltonls.
Saal zu entfernen. Dem Einschreiten bes Orbnungs- bienftes — es waren offensichtlich Mitglieder des marxistischen Massenselbstschutzes — setzten sich die christlichen Mitglieder des Volksbundes zur Wehr. Es entstand ein Handgemenge, bei dem es zu Tätlichkeiten kam. In diesem Augenblick sprang der marxistische Chauffeur Hartmann des Chefredakteurs Hoffmann von der Neuen Saarpost auf bie Bühne, zog feinen Revolver unb feuerte mehrere Schüsse in bie Menge, durch bie glücklicherweise niemanb verletzt würbe. Die Lanb- jäger verhafteten Hartmann, als biefer noch den Revolver im ausgestreckten Arme hielt. Die Versammlung war damit aufgeflogen.
Der ö.Zanuar ein Saarsonntag.
Hetz und Bürckel sprechen im Sportpalast.
Dr.Goebbels eröffnet Saarausftellung im Reichstag.
Berlin, 30. Dez. (DNB.) Am Sonntag, den 6. Januar, eine Woche vor bem Tage der Abstimmung im Saargebiet, findet im Sportpalast eine Saarkundgebung statt, auf der der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und Gauleiter Bürckel sprechen. An der Kundgebung nehmen die in Berlin weilenden abstimmungsberechtigten Saarländer teil. In der Wandelhalle des Reichstages wird am 6. Januar eine vom Museum für Länderkunde in Leipzig ausgehende Saarausftellung eröffnet werden. Die Eröffnungsfeier findet in Anwesenheit von Mitgliedern der Reichsregierung in der Krolloper statt. Reichsminister Dr. Goebbels wird die Eröffnungsrede halten.
SamilitLjj
Ger finanziert die Propaganda der Gaarseparaiisten?
Gelder der französischen Grnbenverwattnng für die „Rene Saarpost" und den christlich-sozialen Volksbund.
DNB. Paris, 30. Dez. Ministerpräsident Flandin bezeichnete in einer Unterredung mit dem „Petit Parisien" bas Jahr 1935 als in vieler Hinsicht entscheidens vor allem für die Aufrechterhaltung bes Erlebens. Mussolini habe schon vor langer Zeit bas Jahr 1935 als schicksalsschwer (crucial) bezeichnet. Er, Flanbin, habe die bestimmte Hoffnung, daß man dieses Kap werde umschiffen können nicht nur unter Vermeidung des Krieges, der ein Verbrechen gegen die Menschheit wäre, sondern sogar durch die Festigung des Friedens. „Die S a a r - ab Stimmung stellt dank den unter der Kontrolle des Völkerbundes getroffenen Maßnahmen nicht mehr die Gefahr bar, bie fie noch vor wenigen Monaten für bie franzöfisch-beutschen Beziehungen zu sein schien. Wenn, wie wir alle hoffen, bie Aufrichtigkeit ber Abstimmung, bie Achtung ihrer Ergebnisse und die genaue Einhaltung ber übernommenen Verpflichtungen von beiben Seiten verwirklicht werben können, so wirb ein großer Schritt zur Wieberherstellung bes Vertrauens Jn den Beziehungen getan fein, die zwei große'benachbarte Völker in Erwartung einer wirklichen Zusammenarbeit zwischen ihnen zum großen Nutzen des europäischen Friedens immer herzlicher zu gestalten sich bemühen müssen."
Die baldige Reise Lavals nach Rom stelle die italienisch - französischen Beziehungen in einen neuen Rahmen, oder richtiger, in einen Rahmen, ben sie nie hätten verlassen sollen, wenn man sich auf beiben Seiten ber Alpen baran erinnert hätte, baß beibe großen lateinischen Völker g e - meinfame Interessen zur Aufrechterhaltung bes Friebens unb zur Achtung ber Verträge hätten. Die Einladung nach L o n d o n , die die britische Regierung kürzlich an Frankreich gerichtet habe, um zu Beginn des neuen Jahres über alle politischen und wirtschaftlichen Fragen zu sprechen, die die beiden Völker angingen, beweise ben Willen zu gemeinsamer Anstrengung, bie, so könne man mit Recht sagen, ben Weltfrieden bestätige und sichere.
Das internationale Blickfeld fei also seit einigen Wochen erheblich von den Wolken befreit worden, die es verdunkelten. „Ich habe keinen Grund, an dem Willen aller verantwortlichen Staatsmänner zur Fortsetzung der Einigung und Zusammenarbeit zu zweifeln. Wenn die Kriegsgefahr schwinde, steige die Aussicht auf eine Blütezeit. Die Tatsache allein, daß die Regierungen und die Völker davon überzeugt seien, vermehre die menschliche Sicherheit im Jahre 1935 um ein Beträchtliches.
Der Wunsch des Frontsoldaten.
Paris, 30. Dez. (DNB.) Der Vorsitzende der französischen Frontkämpfervereinigung Union F6- dörale, Henry P i ch o t, veröffentlicht im „Oeuvre" eine Betrachtung über bie deutsch-französischen Beziehungen. Pichvt sagt u. a., wenn man wisse, baß eine ber ersten außenpolitischen Maßnahmen Hitlers bet Abschluß eines Abkommens mit Polen war, bas 10 Jahre laufe, so müsse man zugeben, baß er noch viel leichter erklären könne,
2* t riztern ber Auslanbspresse erklärt, baß er im Uniertr t Zji si einer eidesstattlichen Erklärung sich befinde, ' ! n iitnvelcher sein Gewährsmann bereits mit ber
ereitunq zur Errichtung eines 'KOzentrationslagers beauftragt worden | je l iu^erbem bestünden bereits Listen mit ben derjenigen, bie in biefes Konzentrationslager ü j^Uhrt werden sollten. Die Angaben des Ge- wH ncut?]V- tr «hmannes des Herrn Braun mit Namen F i - »sip beziehen sich angeblich auf die Zeit, da
Mrer Freunden W ‘ twN*1* jjiini nf®"'1’ j5ermanS Drot-u. Fein^
Separatistische Barchen.
Cit Erklärung des Saarbevollmächtigten.
9i?u ft a M eie d. H., 29. Dez. (DNB.) Der Saar- b lijjmädjtigte des Führers und Reichskanzlers Cbi’iter Bürckel gibt folgendes bekannt:
T Separatistenführer Matz Braun hat vor
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