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Dienstag, 30. Oktober 1934

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Ur. 254 Drittes Blatt

Während ein großer Teil der Kinder im Zuge

die

An alle Volksgenossen des Kreises Gießen!

Nachdruck verboten!

Fortsetzung

land abberufen. Der Konzern, der seinen Stammsitz in Amerika hatte, pflegte von Zeit zu Zeit seine leitenden Beamten auszutauschen. Die Direktoren sollten das Geschäft in allen Teilen der Welt kennen­lernen. Direktor Kutschner, der schon ein paar Jahre

sich die

Und dafür bin ich Ihnen von Herzen dankbar, Herr Direktor!" fiel Edelgard warm ein. Und wieder traf ihn ein vertrauensvoller Blick, der ihm das Herz warm machte. Edelgard war hier eine so ganz andere als im Büro sicher, heiter und gewandt. Wollte das Gespräch stocken, weil die Mutter aus einer Erinnerung heraus in ihre melancholische Trauer zurückfiel, dann war es das junge Mädchen, das geschickt über diese Klippe hinweghalf.

j Kutschner spürte nicht, wie die Zeit verflog. Er hätte immer hier sitzen mögen, dem Geplauder der warmen, dunklen Altstimme lauschen, die zärtliche Besorgnis sehen, mit der Edelgard die Mutter um­gab, und die vertrauensvolle Art, mit der sie zu ihm selbst sprach. Als eine Uhr in einem der Zimmer nebenan schlua. erschrak er. Eine Stunde lang hatte sich dieser Besuch ausgedehnt, dreimal so lange, als

die englische Filiale des Weltkonzerns in London geleitet hatte, sollte in die Zentral^ nach Neuyork

Lächeln und Spott. Die ernsteren unter ihnen mein« ten, daß die Privatangelegenheiten des Chefs sie ganz und gar nichts angingen. Die jungen Mädchen in dem Betrieb aber, alle die, mit denen Edelgard so harmonisch zusammengearbeitet hatte, waren ehr-

Ein Maler der Senne

und des lrppeschen Waldlandes.

Dom Verkehrsverein in Bad Lippspringe wird uns geschrieben:

Die Stadt Bad Lippspringe hat in bewußter Förderung des Heimatgedanke ns durch die oeben veranstalteteRudolf - Bünnings ° Gedächtnis-Aus st ellung" allen Freunden des Heidegebietes der Senne und des l i p p e - chen Waldlandes eine ernste Dankespflicht abgenommen.

Dr. Rudolf Bünnings (der am 1. September d. I. nach langjähriger Tätigkeit als Direktor der Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen hier ver­starb. D. Red.) war als Hauptmann der Reserve im Kriege nach Bad Lippspringe verschlagen worden, um dort Genesung nach einer schweren Verwundung zu finden. Die aus seinem bürgerlichen Berufe als Kunst- und Gewerbeschulleiter mitgebrachten Fähig­keiten setzten Bünnings in den Stand, in dem da­mals sehr stark belegten Bade Lippspringe ein Umschulungslager einzurichten, das jahrelang eine außerordentlich segensreiche Tätigkeit entfalten konnte. Der große Zug seiner Künstlerliebe aber ging mit Rudolf Bünnings in die nahe Senne oder in die lippeschen Bergwälder. Dort pflegte er Zwie­sprache mit der Natur, die ihn in jeder Erscheinung überwältigte, weil er die unbegreiflichsten Wunder von Form und Farbe in ihr fand. Die ganz intuitive Kunst von Rudolf Bünnigs begriff aber nicht allem das Sichtbare in der Natur. Was aus allen feinen Werken dem Beschauer entgegenleuchtet, ist vielmehr noch das den Sinnen Unerkennbare und das nur mit tiefster Seele zu Erfassende, wasin den Wäl- dern raunt" undin den Lüften webt". Bünnings verzichtet bei seiner Malerei auch auf jede Staffage durch menschliche oder tierische Lebewesen. Vor seinem Auge breitet sich nur der riesige Aufriß der stummen Schöpfung. DasIch und die Welt" so manches eitlen und richtungpredigenden Künstlers ist ihm gänzlich fremd. Er ist nur der fromme Pilger in Gottes Wundergarten und der heiße Künder aller Pracht, die ihn hier umgibt. Wir Bewohner des Randgebietes der Senne und des Lipperlandes haben allen Grund, uns mit dem Lebenswerke von Rudolf Bünnings vertraut zu machen, denn es steht außer jedem Zweifel, daß wir in dem leider so früh Verstorbenen einen unserer größten Heimatkünstler verehren können. Der

er geplant und als es schicklich war.

Aber Frau von Dönitz und Edelgard schienen es

Mädels! , .

Wo Stellung und Geld zu finden waren, schwiegen

Aus Anlaß der Verordnung des Führers und Reichskanzlers vom 24.10.34, wonach die Deutsche Arbeitsfront eine Gliederung der ASDAP. im Sinne des Gesetzes über Sicherung der Einheit von Partei und Staat ist, werden aus Befehl der Reichsleitung am Dienstag, 30. Oktober 1934, im ganzen Reiche Großkundgebungen der Deutschen Arbeitsfront durchgesührt.

In Gießen findet die Veranstaltung am Dienstag, 30. Oktober, ab 20 llhr in der Volkshalle statt. Es spricht Bezirkswalter der DAF. und Landesobmann der NSBO.

pg. Willi Becker, Frankfurt a. M.

Alle schassenden Volksgenossen, Wirtschastsführer und Gefolgschaften, Ar­beiter der Stirn und der Faust, werden aufgerusen, durch vollzähliges Erscheinen ein lebendiges Bekenntnis zu der in der Deutschen Arbeitsfront verkörperten Volks- und Leistungsgemeinschafi abzulegen.

Die Betriebe marschieren geschlossen mit Fahnen. Sämtliche Betriebsfahnen sind um 19,45 Uhr vor dem rechten Portal der Volkshalle angetreten. Musik wird ausgesührt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116. Ende gegen 22 Uhr.

lich empört.

Sie sind ein ganz gemeiner Kerl, Herr Franke!" erklärte die kleine schwarze Aenne Lehmann aus dem photographischen Laboratorium empört.Wer weiß, was Sie gesehen haben. Wenn das nur nicht eine Phantasiegeburt von Ihnen ist. Man weiß ja, wie Fräulein von Dönitz Sie abgefertigt hat. Da wollen Sie ihr gewiß nur etwas Schlechtes nachreden. Die und der Alte zusammen? Ehe ich's nicht mit meinen eigenen Augen gesehen habe, glaube ich es nicht. Und keine von uns glaubts nicht wahr?"

(Fortsetzung folgt!)

1. November Dorlesungsbeginn an der llniversi ät.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Der Beginn der Vorlesungen an den deutschen wissenschaftlichen Hochschulen wurde von dem Herrn Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung für das Wintersemester 1934/35 auf den 1. November 1934 festlesetzt. Die Vorlesungen enden am 28. Februar 1935.

Der Vorlesungsbetrieb ist hiernach am 1. No­vember 1934 aufzunehmen.

$erienfinöer von der Saar.

Der Bahnhof war gestern um die Mittagsstunde wie schon oft in der letzten Zeit erfüllt von dem Treiben vieler Kinder, die zum Ferienaufent­halt nach Oberhessen gekommen waren und hier einige Wochen deutsche Heimat kennenlernen sollen. Es handelte sich diesmal um 320 Saarkinder, die in Gießen den Zug verließen, der sie zusammen mit vielen anderen Kindern von Frankfurt brachte.

Reise bis nach Marburg fortsetzte, verteilten die Saarkinder, die in Gießen ausstiegen auf

Heil Hitler!

Deutsche Arbeitsfront

Kreiswaltung Gießen

1731: Vertreibung der evangelischen Salzburger: 1855: der norwegische Polarforscher Otto Soerdrup auf Haarstad geboren (gestorben 1930).

Um 20 Uhr Kundgebungsbeginn in derDolkshalle.

Die Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeits­front teilt uns mit, daß die heutige Kundgebung in der Volkshalle mit Pg. Willi Becker (Frankfurt am Main) als Redner nicht erst um 20.30 Uhr, son­dern bereits um 20 Uhr (8 Uhr abends) beginnt. Die Betriebsfahnen müssen um 19.45 Uhr vor der Dolkshalle angetreten sein.

AusparteiamtlichenBelanntmachungen

Im NSLB., Kreis Gießen, ist die Ar­beitsgemeinschaftKörperliche Erziehung" in die Bezirke Gießen, Lich und Londorf eingeteilt wor­den. Jeder Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft soll selbst mitturnen. Für den Bezirk Gießen finden die Zusammenkünfte an jedem 2. und 4. Mittwoch im Monat, erstmalig am 14. November von 16.30 bis 18 Uhr, in der Turnhalle der Schillerschule in Gießen statt. Für die Bezirke Lich und Londorf

Ul utc "... av|_______ v , Aber dieses Versprechen, das Robert Kutschner

Ms Frau von Dönitz dann erschien, war er er- nur zu gern erfüllt hätte, wurde durch die Ereignisse

* ------ ik"- narno-- unmöglich gemacht. Er wurde plötzlich aus Deutsch-

WM, IW MM

Roman von Klochilde v. Stegmann.

gestellt haben, in den Frauen eben die Berufs-, drüben zu Besuch kamen, hatte er neiderfüllt ihren folleginnen zu sehen. Immerhin gebe ich zu, es gibt Schilderungen des Neuyorker Wirtschaftslebens ge- aud) Ausnahmen und manche Betriebe, in denen lauscht, das er von früher her kannte. Nun sollte man einer jungen Dame nicht mit der gebührenden er selbst die Neue Welt jenseits des Weltmeeres Achtung entgegenkommt. Aber was unseren Konzern wiedersehen. Und nun dieser Traum Wsthrhett wer- anlangt, glaube ich, daß derartige Dinge ausge- den sollte, nun blutete ihm das Herz. Es war nicht schlossen sind. Ueberbies ist ja das gnädige Fräulein der Abschied von Europa es war der Abschied durch die Privatsekretärinnenstellung bei mir ziemlich von Edelgard von Dönitz.

von allem anderen Personal abgetrennt." I Jetzt erst erkannte er in voller Klarheit, was sie

ihm bedeutete. Der Gedanke, sie nicht mehr zu sehen, war fast unerträglich. Und doch, er mußte sich an ihn gewöhnen. Es blieb nichts anderes übrig. Mit­nehmen konnte er sie nicht. Abgesehen davon, daß Edelgard vermutlich ihre Mutter nicht allein lassen würde: die Herren in der Neuyorker Zentrale wür­den schone Augen machen, wollte er um die Erlaub­nis bitten, seine Sekretärin mitzubringen.

jMTgehen! * ...

liefe Milliardensummen, die wohl in erster ßmie ürfcie Zukunft gedacht sind, üben aber auch m der $e:2nroart ihre große volkswirtschaftliche Bedeutung iu- da durch die großen Geldfammeldecken der ? Elt rliche Kreislauf des Geldes gewährleistet wird.

5c find bisher z. B. allein von der deutschen I5clj*nsDerfid)erung über 4 Milliarden RM. der

Mschaft und dem Grundbesitz unter Aufsicht des totmtes zur Verfügung gestellt. Die deutsche Lebens- »ler.cherung ist damit ebenso wie vor dem Kriege M der größten und wichtigsten Geldgeber auf dem Relfrebitmarfte. Durch die großen Geldmengen, lieabei der Lebensversicherung und den Sparkassen iiu-sammelt werden, haben diese einen nicht un- ttd utenden Anteil am großen Wiederaufbau- und , Bi(*lungsprogramm der Regierung. Hieran haben

Illi auch wir alle, jeder der spart oder sich ver- iihrrt, Anteil, denn durch die Fülle der kleinen toanlagen können solche großen Projekte uber- büiot erst durchgeführt werden

Swir darf mit dem Sparen oder Versichern nicht ift angefangen werden, wenn es schon bald z u pi t ist. Der Nationale Spartag richtet daher >ir»n Appell an alle, mit d e m Sparen noch ent e anzufangen!

Daten für Mittwoch, den 31. Oktober.

I|id17: Luther schlägt seine 95 Thesen gegen den vbnßhandel an die Tür der Schloßkirche zu Witten- | fei» an; 1632: der holländische Maler Jan Meer

di Delft in Delft geboren (gestorben 1675);

werden die Zeiten noch bekanntgegeben. Ferner ist beabsichtigt, zur Erlangung des SA.-Sportab- zeichens einen Kursus für Mitglieder des NS.- Lehrerbundes einzurichten. .Anfragen an W. Mohr, Gießen, Wilfonstraße 8, bis spätestens 12. Novem­ber. Die Orchesterprobe der Arbeitsgemeinschaft Musik" findet am Mittwoch, 31. Oktober, 14.30 Uhr, im Singsaal des Lyzeums statt.

In der Ortsgruppe Gießen-Süd findet am morgigen Mittwoch, 20.30 Uhr, Zellenversamm­lung für die Zelle 1 (Liebigstraße) statt. Propa­gandaleiter Pg. Ewald spricht überBrennende deutsche Wirtschaftsfragen". Alle Volksgenossen aus der Liebigstraße sind eingeladen

- ---

der provinzialhaupistadi.

Oer Nationale Spartag.

jerNationale Spartag" wurde im E3a"ge- Jahre ins Leben gerufen, um alle Deutschen Jjl den Wert und die Bedeutung des Sparens und Morgens für den E°inz-ln-n und für d>- feil aufmerksam zu machen. Der 3 0. 0t o D e r ift M der Regierung als N a t ton a I e r 6 p art a jcnoljlt worden, da er in eine Zeit fallt mo Die KÄrfü? sind a®'n6Snb"lb

fcgÄ W unb des Gedankens, ba6 ! 'ie3a®SebeT Zonale "Spartag erreichen? Er JmenTg cns einmal im Jahre alle Deutschen auf ?. TOiditiqfeit des Sparens aufrnerk- m machen und vor allem auch die für einen ,e-tmeten Sparfinn erziehen die bisher immer " ' abseits stehen. Denn es gibt immer noch Leute, trotz Sparkassen, Banken und Lebensversiche- r11I3 auf eine Art sparen, die man nur als falsch primitiv ansehen kann, nämlich zu Hause in Zp rstrumpf und Kasten oder gar in Verstecken ult Defen und alten Bettgestellen.

ff-.enn wir uns einmal die gesparten Summen inliben, die das deutsche Volk in der verhältnis- nÖüg kurzen Zeit von zehn Jahren nach der Jn- faton gespart oder versichert hat, dann bekommt na- erst einen Begriff von dem ungeheuren 5 sor willen des deutschen V o l k e s. In *nop zehn Jahren sind bei den Sparkassen über 12 Milliarden gespart und bei deutschen Lebens- üencherungsinstitttten Versicherungen über rund 18 ph iarben RM. abgeschlossen worden. Mehr als ßc-te zeigen diese Milliarden-Summen, wir stark ler Spargedanke in unserem Volke verwurzelt ist. Es ift eine der erfreulichsten Feststellungen, die wir jetc machen können, daß das deutsche Volk schon in e den Weg erkannt hat, der zum Wohlstand des itTolnen und damit auch zur wirtschaftlichen SßiDergefunbung unseres Volkes führt. Mit dem 5p ren oder Versichern hat wohl jeder irgendeinen ßtifd) verbunden, fei es, um fein Alter forgenfrei iu erleben, ober um seine Familie und seine Kinder liutf) eine Lebensversicherung sicherzustellen. Ein das so spart und vorausdenkt, kann nicht

gehört. Aber gar zu nahe hinter ihnen herzuschleichen, bas wagte er doch nicht. Wenn die beiden sich, um» drehten und er gesehen würde, das wäre für beide Teile gleich unangenehm gewesen.

So ging er denn vorsichtig auf der anderen Seite, geschützt durch das dichte Dunkel der tiefen Laub­bäume. An dem Bahnhof von Wannsee verabschiedete sich Direktor Kutschner mit einem Handkuß von Edelgard von Dönitz. Hier in dem Menschenstrom, der an diesem schönen Sommerabend von allen Seiten her dem Vahnhosseingang zuströmte, konnte Willy Franke es wagen, sich zu nähern. Dicht hinter einem großen breischultrigen Manne stehend, hörte er, wie Direktor Kutschner sagte:

Ich komme bald wieder. Wir sehen uns bald."

Willy Franke lächelte höhnisch. Wie weich und innig die Stimme desAlten" dabei klang! Ganz anders, wie wenn er im Büro mit irgendeinem der

, Angestellten sprach.

I Gut verstellen konnten sich alle beide, das hoch­

mütige Fräulein Edelgard und der unnahbare, strenge

Ches. Keiner hätte im Büro etwas gemerkt davon, daß die beiden etwas miteinander hatten. Und wäre er nicht durch Zufall dahintergekommen selbst seine scharfen Augen hätten es nicht bemerken können.

Aerger und verletzte Eitelkeit waren in ihm. Er war an leichte Siege bei vielen Mädchen gewöhnt. Um so mehr hatte es ihn gewurmt, daß Edelgard von Dönitz ihn so schroff in feine Schranken zurück- gewiesen hatte. Aber er wollte es ihr heimzahlen.

Oefsentlich konnte man ja nichts tun. Denn Kutsch­ner war nun einmal der Chef. Aber so im geheimen, im Gespräch mit Kollegen und Kolleginnen ein paar Worte einfließen lassen, die vieles ahnen ließen und nichts deutlich aussprachen, das war immerhin möglich.

Und daran ließ es Willy Franke nicht fehlen. Bald raunte man in den Büros von der Liebschaft Edel-

rüiuuc vui -ueui|ujuineruaner ireien, ver im xiuycu- -- - j, cnv.

blick den Posten in einer anderen Hauptstadt inne- Dömtz neben dem Direktor Kutschner vor sich her hQtte. gehen. Er traute erst seinen Augen nicht. Die spröde,

Als sein Unterdirektor käme ein Herr aus War- hochmütige Edelgard hier im Stelldichein mit dem schau. Der amerikanische Direktor wäre noch auf Chef? -rv. kah«,

einer Inspektionsreise durch die amerikanischen Nie- Das war ja eine herrliche Entdeckung. 2>a hatte berlaffungen unb würbe erst nach ber Abreise Kustch- st- es l-icht, anberen Leu en ^-g-nub^r um ners eintreffen können 1 nahbar zu erscheinen. Natürlich, ein LUrerlor 5tur|0)-

Als Kutschner biesen Brief aus Neuyork erhielt, § ner mit seinem großenGehalt war etwas anberes würbe ihm wehmütig zu Ginne. Daß buch bie meisten als em kleiner K°rr-fpondent Das feine Fraul.m Ding- im Leben, auch bie, bie man einmal ersehnt von Donch war also auch nicht anbers als anbere hatte, zur unrechten Zeit kommen! Wie hatte er sich noch vor ein paar Monaten gewünscht, einmal wie-, Wc'Stellung uno weic.gu aut

der hinüber in die Neue Welt zu kommen mit ihren alle Bedenken. ^u$ b 6 offenbar diese

gigantischen Ausmaßen in allen Dingen, in ^en zwanzig Jahre alter se ch , f j

Bauten wie im Verkehr, in ben Entfernungen w,e ^einhellige ,unge DaE mcht^ zu gern >1 t e irn Eeschästsleben. Immer, wenn bie Direktoren von * 1 * * * * * * * Willy Franke die Unterhaltung b-r beiden mit

shisckt über bie Veränderung, die mit ihr vorge- jnogen. Aus der schönen, lebensprühenden Welt- iime war eine alte, müde Frau geworden, Deren Helfe zerfurchte Züge von seelischen und körperlichen Selben sprachen.

Iber Kutschner ließ sich seine Erschütterung nicht fcnmerten. Er verstand es, die trübe Stimmung zu ^scheuchen und so angeregt und lebendig zu plau- v 7 ,

|:n, daß Frau von Dönitz aus ihrer trüben Stirn- - kommen. An seine Sfelle, so schrieb die Firma, ring herausgeriss'n wurde. würde ein^Deutschamerikaner treten, der im Augen-

I (:s beruhige sie doch sehr, so sagte sie, den Chef ..... ~

fct r Edelgard in Herrn Kutschner wiederzufinden.

i habe solche Sorge gehabt, wohin das Kind hätte

Wir haben tüchtige Kräfte genug!" würde man ihm vermutlich kühl antworten und sein Verlangen als das deuten, was es in Wirklichkeit auch war: Der Wunsch, sich nicht von Edelgard van Dönitz trennen zu müssen.

Stundenlang saß Kutschner in dumpfem Brüten vor dem Brief aus Neuyork.. Verzweifelt wälzte er Plan auf Plan in seinem Kopse, aber wie er sich auch mühte, es gab keinen Ausweg: Die Trennung von Edelgard stand wie ein schwarzer Schatten vor ihm. Wie sollte er es ihr sagen, ohne daß sie seine tiefe Bewegung bürte?

Er war ihr bei ein paar Besuchen in der Villa Dönitz viel näher gekommen. Aber nichts in ihrem Wesen zeigte ihm,' daß sie in ihm mehr als nur einen Freund des Hauses sah.

Im Büro vollends vermied sie beinah angstvoll jedes private Gespräch und war nichts anderes als die aufmerksame und ergebene Sekretärin. Kein noch so neugieriges Auge in dem Betrieb hätte vermuten können, daß Direktor Kutschner im Hause ihrer

W ~ außer dem Korrespon- mit Kutschner. Je nachdem man zu Edelgard

beTO-nn^rnnmnr PinP5 ^Ibeubs von einem Boots- staub, nahm man biefc Nachricht mit Spott, Sd)a=

W-lly war emes Abends, von einem £oots oder Unglauben auf. Die leichtsinnigen

ausflug öemikeh , ch halben Dunkel jungen Männer genossen die kleine Sensation mit

Dororts gegangen. Da sah er in Dem OalOenjJunEel » ernfteren unter ihnen mein»

des weichen Sommerabends plötzlich Edelgard von,

I fbelgarb streckte Direktor Kutschner bie Hanb ent- Occn.Wie üebensroürbig von Ihnen, Herr Direk- °i Bitte, nehmen Sie Platz, Mutti wirb gleich jr men. Sie freut sich herzlich, Sie begrüßen zu imen unb mit Ihnen ein wenig von früheren r-en plaubern zu können. Sie hat so selten Ge­ig nheit bazu", schloß sie leise.Wir leben sehr nxim."

,ßlber Ihr großer Bekanntenkreis, mein gnamges r ulein? Ich erinnere mich noch sehr genau und m Vergnügen der interessanten Menschen, die man !i Ihnen traf."

fbelgarb sah Direktor Kustchner an, es war ein ei er Ausbruck in ben schimmernben grauen Augen-

verschiebenen Bahnsteige, um mit ben Nebenbahnen in bas oberhessische Land weiter zu fahren. Es war ein tolles Leben und Treiben, das sich da entwickelte, und es war gleichzeitig auch ein schweres Stück Ar­beit für die Zugbegleiter und die Helfer der NSV. der Ortsgruppen Gießen, bis das kleine Volk mit Sack und Pack im richtigen Zuge faß. Aber die Arbeit wurde geschafft, und während jene die Reise fortsetzten, gingen etwa vierzig Kinder in die Bahn­hofsvorhalle, um dort von ihren Pflegeeltern in Empfang genommen zu werden. Es war schön, zu sehen, wie die Pflegeeltern sich sofort mit oller Herz-

iimen. _ .

Unsere vielen Bekannten, Herr Direktor, finden Weg hierher selten. Sie behaupten, es wäre so :el und umständlich, aber in Wahrheit ... feie brach ab unb sah an Kutschner vorbei. Es itite weh um ihren Munb. Er fühlte, was sie cm wollte unb bock in einer tiefen Scham ver-1 - v v -

önoiea Das reitic heitere Haus bes Freiherrn von ernstlich zu bebauern, baß er schon gehen wollte Litt9'hatte eine' starke Anziehungskraft besessen. Unb er schieb mit bem festen Versprechen, sich halb li( vereinsamte verarmte Frau hatte man , wohl einmal wieber in ber Villa Dönitz sehen zu lassen, »liessen. Er bereute nun hoppelt, nicht längst ben Bq in bie Villa am See gefunben zu haben, e r _____ _____ m-irliion tnnr pr er-

i ir men können.

,Mutti glaubt immer noch, ba braufeen in ber jfim Welt finb alle Menschen wie Wölfe, bie bas Tie Rotkäppchen fressen wollen!" scherzte Ebel- ifo.

1 ber in ihr war Angst. Würbe Direktor Kutschner ie's roeltfrembe Angst ber Mutter nicht als eine V Mißtrauen empfinben?

5och Kutschner sagte berufrigenb:

,Ganz so schlimm, gnäbige Frau, wie Sie glauben, fit:: es nun boch nicht im Beruf zu. Es stehen jetzt viele junge Damen unb junge Frauen im Er- -elbsleben, baß sich bie Männer schon darauf ein«

lichkeit der Kinder annahmen. Die Kinder, bie nach den unmittelbar in der Nähe unserer Stadt liegen­den Orten tarnen, wurden in den Omnibus gebracht und gelangten fojefer schnell an das Ziel ihrer Reise. Wenn die vier Wochen des Ferienaufenthaltes um ind, wenn sie wieder zu Hause ankommen, bann wirb es viel zu erzählen geben von all ber Liebe unb Güte, bie ben Kinbern in unserm Oberhessen begegnete.

Tagung des Landesbauernrats in Geilshausen.

Am nächsten Sonntag wirb der Landes» bauernrat der Rhein - Mainischen Landesbauernschaft in Geilshausen (Kreis Gießen) eine Tagung abhalten. Es ist das erste Mal nach der Schaffung des Bauernstandes durch den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler und zum ersten Male in Deutschland überhaupt, daß ein Landesbauernrat für feine Beratungen ein Dorf aufsucht. Durch diese Wahl des Tagungsortes soll der Verbundenheit der Bauernführung mit dem Lande, mit der dörflichen Gemeinschaft Ausdruck gegeben werden. An diesem Tage findet auch eine Bauernkundgebung in Geilshausen statt, bei der der Leiter der Landesbauernschaft, Dr. Wagner, sprechen wird. Gleichzeitig findet am Sonntag die Einweihung der Genossenschaftsmolkerei Geilshausen statt.