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einen groben Fehler zu erkennen. Es ist bestimmt auch Frankri nichts damit, durch die Aufrüstung auf dem anderen von flüchtige Ufer das deutsche Volk in Unruhe und Verwirrung haben vorschi

Vor 50 Zähren: Togo wird deutsch!

Gebt deutschen Kindern Landerholung

,1. Wir, die Unterzeichneten, Koni,

finge von Little

2.

3.

und die Annexion Wir erflehen Hilfe

4.

5.

Nachdruck verboten!

18 Fortsetzung.

er ein.

der

Blind vor

halb bewußtlos, das Schriftstück, das Liewen

er:

Zeilen las:

Hahn kräht nach dir ich habe dich völlig in Hand. Also nimm Vernunft an!"

Nun sehen die Engländer ihre Zeit gekommen und drohen den Eingeborenen mit der Wegnahme ihres Landes, falls sie die deutschen Kaufleute nicht innerhalb von vier Wochen aus dem Lande jagten!

tragen, wenn Ihr die Plakette mit der Inschrift Kinder aufs Land" erwerbt.

Müttern und Kindern die Freude euch die Ehre.

schon:

Sie wissen nun, Edele, was gespielt wird! Ich habe Sie ganz in

und die Annexion zu verhindern.

von Eurer Majestät, da wir

UNS ganz und gar unter Ihren Schutz gestellt

aal findet. , ,

missar, schon jetzt todkrank, zu einer gütlichen Eini-

Was mein einst war...

Vornan von Klothilde von Gtegmann.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.)

Umsonst. Die Häuptlinge stellen sich jetzt auch offen den Briten gegenüber, völlig unter den Schutz der deutschen Regierung. Am 2. Juli 1884 erscheint auf der Reede das KanonenbootM ö w e" mit dem katferlichen Kommissar Dr. Nachtigal an Bord, der von Bismarck zu diesem Posten be­stellt worden ist. Nachtigal kennt Afrika wie kaum ein anderer Mensch. Jahre hindurch streifte er auf feinen Expeditionen durch den ganzen Sudan, kennt Tunis ebensogut wie die Eingeborenen, spricht mehr als ein Dutzend Araber- und Negerdialekte und er­kennt, völlig objektiv, nach einem kurzen Palaver am 3. Juli, daß das Recht in allen diesen wider­wärtigen Streitfragen um Titel und Zollabgaben auf deutscher Seite ftebt. Lawson, der inzwischen längst freigegeben worden ist, verweigert aber seine Zustimmung zu den Ergebnissen, die Nach- ttgal findet. Vergebens fucht der deutsche Korn-

Meine liebe Tochter! Hierdurch bekenne ich vor Dir, daß ich Herrn von Liewen eine Summe von fünfhunderttausend Kronen schulde, die ich beim Falschspiel an ihn verloren habe. Ich bin nicht imstande, diese Summe zu zahlen, und Herr von Liewen ist berechtigt, mich ins Gefängnis zu bringen und von Schloß Swanebloe zu ver­treiben. Du, mein geliebtes Kind, wärest damit gleich mir dem bittersten Elend ausgesetzt. Liewen hat sich bereit erklärt, zu schweigen sowie auf die Einlösung dieser Schuld zu verzichten, wenn ich ihm Deine Hand verspreche, sowie Du Dein siebzehntes Lebensjahr erreicht hast. Sofern ich Dann nicht mehr lebe, bitte ich Dich, meine Tochter, mein Versprechen an Herrn von Liewen einzulösen, damit nicht Schande über unseren alten Namen kommt. In Liebe Dein Vater." Mit leidverzerrtem Gesicht hatte Edele dieses Schreiben gelesen. Kein Zweifel war an seiner Echtheit; sie hatte die Handschrift des Baters noch gut im Gedächtnis. Nun war alles aus. Ihr Vater war ein Falschspieler sie las es ja mit ihren eigenen Augen, dies Geständnis seiner Schande. Liewen hatte es bisher bewahrt. Aber wenn ic sich seinem Willen widersetzte, dann würde viel­eicht alle Welt erfahren, daß Baron von Glyn, der Nachkomme des alten adligen Geschlechts, das eit Jahrhunderten zu den ersten in Norwegen gehörte, ein Betrüger und Falschspieler gewesen war.

Sie warf einen scheuen Blick auf das Gesicht Liewens; er war nicht der Mann, jemanden zu schonen, der ihm entgegen war. Wie um ihre ge­heimen Gedanken zu bestätigen, sprach auch Liewen

Tränen und Angst unterschrieb sie, )9, das Schriftstück, das Liewen ihr

Dieser Gedanke gab ihm etwas Ruhe. Er ging durch den Saal zurück und warf einen Blick auf den Platz, auf dem Edele vorhin gesessen hatte. Er war leer. Nun, anderntags würde er sie

lichen Regierung gestellt worden ist, von Erfolg begleitet. Bismarck gibt seine ablehnende Hal­tung der Kolonialfrage gegenüber auf. Weite (Ge­biete in Südwestafrika und Oftafrika werden durch Verträge mit den (Eingeborenen erworben. Damit ist Deutschland als gleichberechtigter Partner an die Seite Englands und Frankreichs getreten, ist voll­gültige Weltmacht geworden!

In harter Arbeit gingen Deutsche In den folgen­den Jahren daran, den Wert der Kolonien zu steigern, ohne die Erträgnisse der Eingeborenen da- bei zu schmälern. In England und Frankreich fan­den sich berufene Stimmen, die ihre Regierungen aufforderten, nach dem Muster der Deutschen zu fofonrfieren. _ v

Da kam der Weltkrieg und fein schmähliches Ende. Die Alliierten trafen sich in Paris, umRecht zu sprechen. Sie wären verpflichtet gewesen, sich an die Wilsonschen Punkte zu halten, darunter auch an jenen Punkt 5, in dem es heißt:

feine freie, weitherzige und unbedingt unpartei­liche Schlichtung aller kolonialen Ansprüche, die auf einer genauen Beachtung des Grundsatzes fußt, daß bei der Entscheidung aller derartigen Souverä- nitätsfragen die Interessen der betroffenen Bevölke­rung ein ebensolches Gewicht haben müssen, wie die berechtigten Forderungen der Regierung, deren Rechtsanspruch bestimmt werden soll..."

Wir kennen das Ende: denFriedensvertrag . Was wird die Zukunft bringen?

haben.

Wir bitten demütig um schnelle Maßnahmen. Gez.: König Aiaufchi Aghanor von Little Popo und Grigi, Gaboceer Quadjovi, Pedro Quadso ufw."

Das deutsche HilfswerkMutter und Kind" wird am 30. Juni und am 1. Juli mit einer großen Sammelaktion an die Öf­fentlichkeit treten. Es gilt, möglichst vielen deutschen Kindern Ferienaufenthalt zu verschaffen. Früher machte man es sich leichter, ein Hilfswerk durchzu­führen. Die Regierung hätte einen neuen Steuer- satz verordnet, das Allemötigfte wäre den deutschen Kindern zugute gekommen, der größte Teil des eingenommenen Geldes aber wäre in andere Ta chen geflossen. Wir kennen diese vergangenen Zustande sehr genau. Dieses Mittel, Geld für un ere bedürftigen Mütter und Kinder aufzutreiben, gibt es heute nicht mehr!

Jeder deutsche Volksgenosse ist sich heute be- wuht geworden, daß es nichts höheres und Besseres geben kann, als unseren Müttern und

Kindern zu helfen

Deutsche Mütter, deren ganzes Handeln, Denken und Fühlen ihren Kindern gilt, durften früher nur mit größter Besorgnis an ihre Zukunft und an die ihrer Kinder denken. Oft war es so, daß die Mutter früh zur Arbeit ging, die eigentlich dem Familien­vater zustand, spät abends totmüde nach Hause kam, während der arbeitslose Vater alle nötigen Hausarbeiten zu verrichten hatte.

Die Folge war dauernder Unjrieben in der Fami- lie, jeder haderte mit dem Schicksal, das so böses Spiel mit der Veranlagung und Bestimmung der Geschlechter trieb. Die Kinder fühlten sich verlassen, und wie dringend hätten sie doch die Mutterliebe gebraucht. Das sonnige Kinderlachen verschwand allmählich ganz und gar aus ihrem Gesichtchen. Wie ernst und verhärmt prägten sich die kleinen Gesichtszuge. Und niemand konnte sich um sie küm- mern. Der Vater war voller Sorgen, seine Ge­danken galten nur seiner Arbeit, die er hoffte, bald wieder zu erhalten. Die Mutter, die von früh bis abends arbeiten mußte, war zu müde, um sich mit der nötigen Sorgfalt ihren Kindern widmen zu können. So beherrschte die ganze Familie eine hoffnungsarme freudlose Stimmung.

Wohl sind die Folgen dieser Zeiten auch größten­teils verschwunden, aber ihre Spuren sind zurück­geblieben, diese heißt es jetzt völlig auszulöschen. Ihr, deutsche Volksgenossen, könnt alle dazu bel-

bas Ihr Vater mir einst gegeben hat. Sie sind zwar noch nicht siebzehn Jahre, aber als Ihr Vormund werde ich den Dispens zu unserer baldigen Heirat unschwer bekommen, um so mehr, als ich nachweisen kann"hier lächelte er höhnisch,wie gut ich meine Pflichten als Vormund für Sie erfüllt habe. Sie werden mir also jetzt schriftlich Ihr Einver­ständnis Heben, daß Sie in eine baldige Heirat mit mir elntöiUlgen verstanden?"

Er ging ins Nebenzimmer und schob Edele einen Bogen und Feder hin.

Nein, nein! flüsterte sie schaudernd.Ich kann nicht, ich liebe Sie ja nicht/

Lieben Sie vielleicht diesen jungen Lassen, Ihren Jugendfreund?" fragte er drohend.

Ich weih es nicht!" flüsterte sie.Ich weiß das doch alles nicht, ich bin doch noch so jung, ich möchte nur frei sein und einmal glücklich.^

Sie sagte es mit einem so rührenden Ausdruck, die schönen Augen wie ein flehendes Kind zu Liewen erhebend, daß der tn seinem vereisten

gung zu gelangen. Lawson weigert sich standhaft. Da faßt er endlich den Entschluß, den die Neger bereits seit langem forderten: am nächsten Tag dampft dieMöwe" die Küste entlang, erreicht am 5. Juli Bageida, wo unter Salutschießen und Trommelwirbeln die deutschen Farben ft ei­gen ! Am 6. Juli erfolgt die Flaggenhifsung auch in Lorn e. DieMöwe" kehrt zurück nach Klein- Popo Lawson ist sehr kleinlaut geworden und verspricht, den ansässigen deutschen Kaufleuten plötz- lich allen nur denkbaren Schutz angedeihen zu taf­fen. Nachtigal ist befriedigt, muß aber sofort wieder an Bord, um nach Kamerun zu eilen, wo, zuver­lässigen Nachrichten zufolge, die Engländer den Union-Jack zu hissen beabsichtigen. Eine tolle Wett­fahrt zwischen derMöwe" und dem Kanonenboot Towaro des englischen Konsuls Hewett beginnt. Eine Wettfahrt um Grund und Boden von Karne- run. DieMöwe" ist schneller d i e deutsche Flagge ist die erste auf den Kamerun- bergen nur Dr. Nachtigal hat nichts mehr von feinem Siege. Sterbend betritt er die Planken derMöwe", um bald darauf einem schweren Nie- ren- und Herzleiden zu erliegen. Deutschland verliert in diesem Menschen nicht nur einen Beamten von seltener Pflichterfüllung, sondern vor allem einen Afrikaforscher von Weltrang ...

In Togo aber werden die kaufmännischen Unternehmungen der deutschen Ansiedler nun, da das Land eindeutig unter den Schutz der kaiser-

Gebiet ausgerufen worden ist und die Streitigkeiten wegen der Zollabgaben ihren Höhepunkt erreicht haben. Die deutschen Kaufleute klagen dem Kom­mandanten des Schiffes, Stubenrauch, ihr Leid. Der Kapitän lädt die schwarzen Häuptlinge zu einem großenPalaver" an Bord seines Schiffes und stellt fest, daß die vor einigen Jahren mit den Negern geschlossenen Verträge zu Recht bestehen und eine Abgabenpflicht Lawson gegenüber nicht besteht. Kaum aber hat das Schiff die Reede ver­lassen, brechen die Zwistigkeiten, von der Lawson- Partei genährt, erneut aus. Der Kommandant, durch einen reitenden Boten benachrichtigt, wendet sein Schiff und nimmt die Rädelsführer, darunter auch die beiden Lawson, als Geiseln an Bord und dampft nach Deutschland ab. Die Geiseln haben es sehr gut, werden in Wilhelmshaven neu eingekleidet, Dann nach Berlin gebracht und spazieren geführt, um nach etwa zehn Tagen Aufenthalt wieder ein- geschifft und auf dem Kriegsschiff S. M. S. M ö o e" ihrer Heimat entgegengebracht zu werden.

Das rasche Handeln der deutschen Marine hatte großen Eindruck auf die Negerhäuptlinge gemacht, die sich in der Zwischenzeit an einen Deutschen wandten, um ihr Gesuch an den deutschen Kaiser übersetzen au lassen. Es lohnt lich, diese Eingabe wörtlich wiederzugeben:

habe bis heute geschwiegen und Ruhe gelassen. Nun aber scheint es mir Zeit zu sein, die Einlösung des Versprechens zu fordern,

hin.

Herrisch besohl eCefon Sie!" tzd.'le riß sich gewaltsam zusammen, ihre Augen weiteten sich in furchtbarem Schrecken, als sie die

hingelegt hatte.

So i' sagte er, indem er es sorgfältig in feiner Brieftasche barg, in gänzlich verändertem Ton. Und nun ist es Zeit, daß du zur Ruhe kommst. Habe keine Sorge, nichts geschieht dir. Ich reise heute Nacht noch ab und komme zurück, wenn alle Formalitäten für unsere Heirat getroffen find. Du kannst dich hier unter der Obhut von Mademoiselle Celia erholen. Die Gegend ist schön, und du kannst sie von eurer Loggia aus genießen. Aus dem Hause kann ich dich leider nicht lassen. Ehe du meine Frau bist, möchte ich solche Begegnungen wie mit diesem jungen Dummkopf vermieden wissen. Sowie mir geheiratet haben, steht dir an meiner Seite die Welt offen." Er wollte sich Ihr nähern, aber sie wich schaudernd zurück. Da lächelte er höhnisch. Nun aus Beweise meiner Neigung scheinst du keinen Wert zu legen, mir um so lieber, so brauchen wir keine Komödie zu spielen/

Er nickte ihr zu und ging aus dem Zimmer. In heißen Tränen blieb (Joele zurück. Leise öffnete sich wieder die Tür. Edele schrak auf kam Dieser furchtbare Mensch, dem sie ausgeliefert war, noch einmal zurück?

Es war aber nur Mademoiselle Celia, die mit einem bleichen und verweinten Gesicht hereintrat.

Liebe kleine Edele", flüsterte sie und sah sich scheu um,Ich habe eben mit Monsieur eine furcht-

ihr zu lassen.

Wir bitten Eure Majestät, uns zu schützen,

Wiedersehen. Mit diesen Gedanken schlief

Was sich inzwischen ereignete, wußte er nicht. Er ahnte nicht, daß Liewen die vollkommen willen­lose Edele und die vor Schreck halb bewußtlose Mademoiselle Celia hinaufgeführt hatte in ihre Zimmer, Daß ein hastiges Packen begann und schon bei Morgengrauen der Tourenwagen Liewens mit den vollgepackten, eingebauten Koffern davonfuhr über Die Grenze, hinein in die weite Welt.

bare Szene Ihretwegen gehabt, weil ich nicht besser aufgepaht habe und Sie mit diesem jungen Menschen zusammenkommen ließ!"

(Ebeles Tränen waren versiegt, grenzenlos müde war sie nur. Und müde sagte sie:

Aber Sie können doch nicht das geringste dafür, Mademoiselle! Sie konnten doch nicht wissen, daß Malte mein Jugendfreund ist. Wie kann Herr von Liewen Sie dafür verantwortlich machen, das ist doch ungerecht."

Celia lachte bitter auf, verstummte aber sofort und sah sich wieder ängstlich um:

Ungerecht!" flüsterte sie.Was geht es denn um Recht oder Unrecht?! Er will feinen Willen durchfetzen; er fetzt ihn durch immer, immer. Glauben Sie mir, Kindchen, es hat keinen Zweck, etwas dagegen zu versuchen. Dieser Mann ift au allem entschlossen, wenn man sich nicht unterwirft. Seien Sie klug und reizen Sie ihn nicht! Wir sind in seiner Hand. Und seien Sie mir nicht böse, wenn ich Sie streng überwache; er bringt mich um, wenn wieder etwas vorkommt."

Ihre Augen hatten einen vor Angst fast irren Ausdruck und diese Angst verstärkte Edeles Ent­setzen.

Woher kennen Sie ihn Denn überhaupt, Made­moiselle?" fragte sie ebenso leise.Und was hat er Ihnen getan, daß Sie so sprechen?"

Celia sah Edele mit einem Blick tiefen Grams an:

Was er mir getan hat, Sie törichtes Kind dasselbe, was er Ihnen tun wird, wenn Sie sich nicht fügen! Mein Leben hat er mir Aerftört

Aber als hätte sie schon zu viel gesagt, ergriff sie stumm Edele und führte sie hinein in das nebenan gelegene Schlafzimmer.

Fünfzehntes Kapitel.

Der Polizeikommiffar in Baden Baden machte ein ungläubiges Gesicht, als Malte frühmorgens hereingestürzt kam und ihm seinen Verdacht gegen Liewen in aufgeregten Worten schilderte.

Einen Augenblick, bitte!" beruhigte er den jun­gen Menschen und ließ sich mit verschiedenen Tele­phonnummern verbinden, mit Denen er längere Gespräche führte.

Ja also, Herr Blomberg, das sieht nicht sehr günstig aus. lieber diesen Herrn von Liewen ist hier nichts Ungünstiges bekannt. Er hat einen ordnungsmäßigen Paß. Diese junge Dame, die sein Mündel sein soll, und die französische Begleiterin desgleichen. Wenn er eine Verbindung zwischen Ihnen und dieser jungen norwegischen Dame nicht wünscht nun, so können Sie nichts machen, so­lange er Vormund ist. Jedenfalls ift für uns keine Möglichkeit zum Einschreiten gegeben."

Aber er hat irgend etwas Furchtbares mit Edele vor!" Malte kannte seine eigene Stimme nicht mehr, sie klang laut und heiser.Begreifen Sie nicht, Herr Kommissars" (Serif. folgte

Herzen zum ersten Male wieder seit vielen, vielen Jahren etwas wie eine weiche Regung verspürte. Aber er schüttelte diese Regung sogleich wieder ab zum Teufel würde er sich dadurch aus dem Konzept bringen lassen? Für ihn gab es nur eins: Geld zusammenraffen, immer mehr Geld. Wenn er selbst einmal für sich genug gehabt hätte: die Leute, die noch an anderen Orten für ihn arbeiteten, sie wurden auch täglich gieriger und liehen ihn nicht mehr aus den Fingern.

Diese kleine Edele muhte ein Lockvogel werden wie kaum eine Frau vorher. Mit einem bannenden Blick sah er jetzt in Edeles angstvoll abirrende Augen:

Sieh mich an!" sagte er.Wenn du vernünftig bist, wirst du das alles haben, was du Freiheit und Glück nennst. Du wirst die ganze Welt sehen, schöne Kleider haben, Schmuck, Luxus, was sich so ein kleines Mädchen wünschen kann. Wenn du gehorsam und klug bist, wird dein Leben schöner werden. Also nun unterschreibe!"

Sie sah ihn an, aus ihren Augen stürzten Die Tränen, sie schüttelte stumm Den Kopf.

Da rlh er ihre HanD heran, bog sie auf, Dah sie auffdjrie, unb zwang ihr Die FeDer in Die HanD.

Genug Der Narrenpossen nimm Dich in acht! Du kennst mich noch nicht. Wenn Du Dich gegen meinen Willen auflehnft, verschwinDest Du; fein

In Diesen Tagen, Da Die Erinnerung an Das schmachvolle Versailler FrleDensDlktat mieber (ebenDlg wurDe, gewinnen auch Die kolonialen Fragen für Die Deutsche Öffent­lichkeit erhöhte Bebeutuna. Vor 50 Jahren wurDe in fremben Ländern die beutfthe Flagge gehißt. Deutscher Fleiß unb beutsche Tüchtigkeit schenkten ber Welt unermeßliche Kulturwerte. Ein sinnloserFrlebensoertrag" hat uns bie Kolonien geraubt. Es wirb unsere Leser interessieren, aus Anlaß bleses bebeutsamen Jubiläums in bie spannenben unb aufregenden Vorgänge, bie sich vor 50 Jahren in Afrika abfpielten, Einblick zu nehmen. D- $^b.

Ein nlebriger, mit Palmen unb unbunhbrlng- lichem Gestrüpp bewachsener Landstreifen. Das ist die Flachküste, S k l a v e n k ü st e genannt. Don ihr bildet Togo einen Teil. Dor rund einem halben Jahrtausend, 1471 bereits, erreichten die Portu­giesen Oberguinea, bauten in zehn Jahren ein Fort, Eimlna, unb begannen Dann im Jahre 1517 mit regelmäßiger Sklaoenaussuhr, um 1624 von Den Hollönbern vertrieben zu werben. EnglänDer unD Dänen gesellten sich Dazu unD auch BranDen- bürg war interessiert. Alle Diese NieDerlassungen lagen westlich Der Togoküste. Immer war ber ..Hauptausfuhrartikel" Der schwarze Mann, Der Ne- ger, Den man in ganzen Schiffslabungen verfrach­tete unb vor allem in Amerika einem grauenvollen Leben entgegenführte. Zu Beginn bes 19. Jahrhunberts erst würbe ber Sklavenhanbel von Englönbern unb Dänen verboten gleich barauf war Der Wert Dieser Kolonien Derart gesunken, Daß Die HollänDer unD Dänen ihre Besitzungen an Eng- lanD verkauften. In Oberguinea, Kotonu unD Porto Novo hatten sich inzwischen Franzosen festgesetzt. Togo war herrenlos geblieben ...

Man schrieb Das Jahr 1880, als Deutsche Kauf­leute, um die hohen Einfuhrzölle Durch EnglanD an Der GolDküfte zu oermelben, Die ersten Fakto­reien an Der Togoküste grünDeten. Gegen ein Jahresgehalt In Waren gestattete Ihnen Der Häupt­ling KwaDjowl HanDelssrelheit. Diese Neuregelung mußte Den britischen ZollbehörDen, Denen DaDurch wichtige Einnahmen verloren gingen, ein Dorn im Auge sein. Die unabhängigen Häuptlinge, Die alle ihren Anteil vomJahresgehalt" erhielten, hatten fein Interesse an Den englischen BehörDen, Die schließlich versuchten, Durch Zwietracht, Die sie zwi­schen Der eingeborenen Bevölkerung unb ben nicht- englischen Kaufleuten säten, bie Hanbelsnleber- Innungen ber Deutschen zum Bankrott zu bringen. Intrigen aller Art entftanben, bis bie beutschen Kaufleute schließlich gezwungen waren, sich hilfe­suchend an bas Deutsche Reich zu roenben, bas sich halb barauf auch mit blcfen Verhältnissen an Afrl- kas Westküste beschäftigte.

Enbe Januar 1884 erscheint auf ber Reebe von Klein-Popo (ein aus dem Portugiesischen übernommener Name) ein beutsches Kriegs­schiff, S. M. S.Sophie" unb überbringt Den Entschluß Der kaiserlichen Regierung, eine Dau­ernde kommissarische Vertretung ber beutschen Interessen an ber westafrikanischen Küste einzurich- ten unb ebenso bauernb Kriegsschiffe zu statio­nieren. Der Demnächst einzusetzenDe Kommissar soll vor allem Verträge mit Den Negerhäuptlingen ab­schließen. Das Deutsche Schiss ruft eine ungeheure Erregung hervor, weil inzwischen ein (EnglänDer, G A. Lawson, von feinem Verwanbten William Lawson unterstützt, zumKönig" geraDe in Diesem

|u setzen. Denn Das Deutsche Volk rolrD geraDe angesichts Dieser Gefahr so einig unD g e schlossen bleiben wie niemals zuvor. Das wir

(EDclc saß stumm unD halb ohnmächtig in Der Ecke Des großen Wagens, Der mit Der Geschwlnbig- feit eines v-Zuges Dahinbrauste. Ihr Kopf war schwer von allem, was aus sie eingestürmt war: von Dem mangelnden Schlaf unb ber Angst vor bem, was kommen würbe, ber Trennung von Malte. Liewen saß stumm in feiner Ecke, unb Mabemolselle Celia war enbllch eingeschlummert.

Der Morgen lag grau unb mit einem bünnen, zähen Regen über bem Lanbe ba, als ber Wagen Die letzten Kurven zu einer kleinen Bergstabt bin* aufklomm. Ebelq erkannte in bem Dämmer keine Namensschilder sie sah nur tief unten einen kleinen See liegen, von Bergen eingeschlossen. Es war kalt, sie mußten sehr hoch sein.

Als sie ausstiegen, sah sie, baß sie in einem kleinen Tiroler Orte waren unb alsbalb vor einem kleinen Hanse hielten. Liewen schien hier bekannt zu sein. Ein Diener von fremblänblschen Aussehen eilte unter tiefen Verbeugungen herbei. Liewen sprach ein paar Worte in einer fremben Sprache, Dann hob er EDele aus Dem Wagen unD weckte Celia.

(Er hielt (EDele fest wie eine Gefangene unD führte sie Die Treppen hinauf über einen schmalen Gan; in ein kleines, behaglich eingerichtetes Zimmer ml bunten Bauernmöbeln.

Setzen Sie sich", sagte er schroff,unb nehmen Sie Ihre Gebanken zusammen ich habe mit Ihnen $u reben! Vorher aber möchte Ich Ihnen biss

§r schob (Ebele einen Stuhl hin, holte aus feiner Brieftasche ein Schriftstück unb legte es vor Ebele

_ -- - ^ten, König unb Häupt­

linge von Little Popo unb Grigi, bringen (Eurer Maiestät unseren besten Dank für ben zur Aufrechterhaltung bes Friebens in unserem Lanbe geleisteten Belstanb.

fes würbe hier keinerlei Gefahr ober Beun- ruhlguna entstehen, wenn bie englische Regie­rung sich ber Einmischung enthalten unb sich nicht um unsere Angelegenheiten bekümmern wollte, indem sie Verlangen nach unserem Lanbe trägt, welches wir (ein Verlangen haben,

auch Frankreich erfahren, dessen Staatsmänner sich ..... ,en Landesverrätern gegen Barzahlung ....._,_)roinbeln lassen, bas beutsche Volk könne burch solche abscheulichen Manöver roleber einmal ge- gespalten unb zerrissen werben. Die Zelten wirb finb für immer vorbei.

Spendet für das Pilfswerk

Mutter und Lind

Es geht um die Zutunfi unseres Volkes