Ur. 150 Zweiter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Merheffen)Zamrtag.ZO.Zuni MH
Iriedensrüstung und Kriegsrüstung.
Was an internationaler Brunnenvergif- t u n g zur Zeit von der französischen Presse geleistetwird, findet in der Geschichte der jüngsten Vergangenheit nicht seinesgleichen. Dabei wird die französische Presse von gewissen Zeitungen des kleinen Verbandes unterstützt, wobei nicht nur die finanziellen 'Zusammenhänge deutlich erkennbar sind. Diese Brunnenvergiftung richtet sich gegen das neue Deutschland, dem „Gewaltpläne" unterschoben werden, die aber nur in den fieberkranken Hirnen der französischen Zeitungsschreiber bestehen. Nun ist es sicher kein Zufall, sondern das zwangsläufige Ergebnis, daß die B a l k a n r e i s e Varthous wie ein Signal zur allgemeinen Aufrüstung gewirkt hat. England will mehr als eine Milliarde Mark für zusätzliche Rüstungen ausgeben, Frankreich will dahinter nicht Zurückbleiben, denn es will ebenso wie England seine Kriegsflotte ausbauen, wozu als Ergänzung noch der Ausbau der Luftwaffe kommt. Frankreich hat es offenbar eilig, denn es sind französische Blätter, die zu melden wissen, daß am 15. Juli deutsche Flugzeuggeschwader Paris angreifen wollen!!! Wie muß die französische Angriffstechnik in der Luft entwickelt worden sein, wenn es Franzosen gibt, die es für möglich halten, aus dem Nichts heraus große Bombengeschwader auszurüsten und loszulassen. Ist das aber nicht der Fall, dann begeht die französische Regierung eine schwere Unterlassung, wenn sie diese abscheulichen Greuelmärchen ruhig zuläßt, zumal sie wissen muß, daß diese Greuelmärchen ihren Weg um den ganzen Erdball finden. Soll das etwa dazu beitragen, das gegenseitige Vertrauen der Völker zu befestigen, zumal dieses Vertrauen mehr als notwendig ist, um das deutsche Transfer- Problem zu lösen. Gleichzeitig wird aber auch bekannt, daß Frankreich der Regierung in Bukarest einen Rüstungskredit bewilligen will, damit Rumänien zu Lande und in der Luft weiter aufrüsten
kann. Das alles geschieht im Zeichen der Versailler Politik, das alles ist aber auch eine Bestätigung dafür, daß die Versailler Politik Europa nicht befriedigen kann und wird.
Wie die „Gewaltpläne des neuen Deutschland" beschaffen sind, das ist freilich nicht aus den Greuel- Märchen der fieberkranken französischen Presse zu ersehen, sondern aus griffesten Tatsachen. Wenn in Danzig durch die Verständigung mit Polen eine der gefährlichsten Reibungsflächen der Versailler Politik abgebaut, wird, so paßt das gewiß nicht in das französische Gewaltsystem, aber es ist ein Beweis dafür, daß das neue Deutschland mit allen Völkern in Frieden leben will. Ohne die nationale Erhebung in Deutschland hätte es keine Verständigung zwischen Danzig und Polen gegeben, denn die Männer, die Danzig heute regieren, sind geistes- und blutsverwandt mit den Führern des neuen Deutschland. Die Verständigung zwischen Danzig und Polen hat der Befriedung Europas hundertmal mehr aegeben, als die Taktik Frankreichs in Sachen der Abrüstung. Es ist ein Ausfluß des bösen Gewissens, wenn die öffentliche Meinung in Frankreich den Abbau der Reibungsflächen zwischen Deutschland und Polen zu verdächtigen sucht, denn Europa soll nicht wissen und erleben, daß außerhalb der Versailler Politik eine Befriedung Europas möglich ist. Der Führer hat mehr als einmal offen erklärt, daß nach Bereinigung der Saarfrage einer Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich nichts im Wege stünde, was noch ergänzt wurde durch das Angebot, bis zum letzen Mann und bis zum letzten Maschinengewehr abzurüsten. Frankreich ist diesem Angebot ausgewichen, indem es mit der Miene des Biedermannes versicherte, es wolle keine unmittelbaren Verhandlungen mit Deutschland, weil das ein Treubruch gegen die Verbündeten und Vasallen sei. Aber dies Frankreich, das so auf Treue pochte, bereitete zu gleicher Zeit das B ü nd n i s s y st e m vor, das nur Länder einbezog, die aus irgendwelchen Gründen bereit sind, die Versailler Politik Frankreichs zu unterstützen. Frankreich hat bei der Einleitung und Durchführung dieses Bündnissystems weder
Die Hamburger Alte Garde in Berlin.
Der Einmarsch der alten Parteikämpser der Hamburger SA., tue am 18. Ium m Starke von 190 Mann ihren Marsch nach der Reichshauptstadt angetreten haben, durch das Brandenburger Tor in Berlin.
-
W
■
Der Führer in Essen.
W
L4 -
MF j
M -' % /
-__
Oben: Adolf Hitler bei der Trauung des Gauleiters Staatsrates Terboven in der Münfterkirche zu Essen. — Unten: Der Führer in Begleitung von Herrn Krupp von Bohlen undHalbach (rechts) und des Professors G o e r e n z (links), des Mitgliedes des Direktoriums der Friedrich Krupp AG., beim Rundgang durch die Krupp-Werke.
England noch Italien befragt oder unterrichtet, sondern vollendete Tatsachen geschaffen, um beide Länder zu überrumpeln. Das ist auch scheinbar gelungen, denn England rüstet auf, weil es nicht weiß, wohin die Reise geht, zumal das unterirdische Grollen im nahen und fernen Osten immer stärker und heftiger wird. Aber wenn England aufrüstet, wenn die gelbe englische Presse die französischen Greuelmärchen aufgreift, so ist die Rückwirkung gerade das, was Frankreich braucht. Frankreich spielt nicht nur mit dem Feuer, es bemüht sich sogar, die Reibungsflächen in Brand zu setzen, die die Versailler Politik überall in Europa aufgerichtet hat.
Wer ist heute der Friedens st örer in Europa? Ist es das neue Deutschland, das alle Kraft des Hirns und des Herzens dafür eingesetzt hat, die Krisenopfer wieder in Arbeit und Brot zu bringen? Für diese Leistung, die an sich schon geeignet war und ist, die internationale Wirtschaftskrise überwinden zu helfen, ist das neue Deutschland getadelt worden, weil gewisse ausländische Gläubiger fürchten, dadurch vorübergehend ohne Zinsen au bleiben. Die Summen, die dabei in Frage kommen, sind verschwindend gering im Verhältnis zu den Summen, die für die Aufrüstung eingesetzt werden, ganz abgesehen davon, daß durch die völlige Erschütterung des gegenseitigen Ver
trauens die internationale Wirtschaft vor die Hunde gehen muß. Als die deutsche Regierung im März den Haushaltsvoranschlag für 1934/35 veröffentlichte, in dem auch die ganz geringe Erhöhung des Wehrhaushaltes enthalten war, gab es in einem Teil der ausländischen Presse einen ungeheuren Lärm. Es wurde in der Wilhelmstraße angefragt, wieso und weshalb, obschon zu dieser Anfrage durch den Versailler Unfriedensvertrag kein Recht gegeben worden war. Die deutsche Regierung könnte mit ebenso gutem Recht in London und Paris anfragen, warum und weshalb für die Aufrüstung zu Lande und in der Luft einige Milliarden Mark ausgegeben werden sollen. Das neue Deutschland hat Beweise seines Friedenswillens mehr als einmal gegeben, nicht nur durch Worte, sondern durch Taten. Wenn der Austritt aus dem Völkerbund sowie das Verlassen der Abrüstungstagung als Beweis gegen die Friedensliebe des neuen Deutschland gelten soll, so wird das widerlegt dadurch, daß der englische Außenminister Sir John Simon alles das als Fehler anerkannt hat, was am 14. Oktober 1933 unmittelbar zum Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund führte. Die öffentliche Meinung in England, die die Aufrüstung heute unterstützt, wird sehr bald in die Lage kommen, auch diesen Rückfall in die Versailler Politik als
„So nimm denn meine Hande.."
Von Ilse Schmidt Wissendorff.
In den Berichten über die Beisetzungsfeierlichkeit Karin Görings in deutscher Erde heißt es: „... zum Schluß erklang der bekannte Choral: So nimm denn meine Hände ..." Ich sprach im Geiste die mir so vertrauten Worte nach, und die Erinnerungen flogen zurück in eine ferne .Vergangenheit. Es gibt wohl kaum einen Menschen in Deutschland, der diesen Choral nicht kennt; wer aber von den vielen weiß, wie er entstand und wo er entstand? Ich glaube nicht, daß in ganz Deutschland sich viele finden werden, die darüber erzählen können, und die etwas von Julie von Hausmann, der Dich' terin der schlichten frommen Worte wissen, denn sie wurden nicht in Deutschland geschrieben. Ich habe die Geschichte oft von meinem Vater gehört, und so hat sie mein Gedächtnis aufbewahrt: Es mar in St Petersburg, der Hauptstadt des alten zaristischen Rußlands. In der Furschtadtskaja einer der Straßen des Diplomatenviertels, steht die deutsch-evangelische St Annenkirche, umgeben von den zahlreichen schönen Gebäuden einer der fünf großen deutschen Kirchenschulen, der St. Annenschule.. Gerade letztere genießt einen besonderen Ruf als vorbildliche Studien- und Erziehungsanstalt, und in ihren verschiedenen Abteilungen werden ungefähr 3000 Schuler unb Schülerinnen unterrichtet. Das Madchengymnasium unterstand damals, es war in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, der Leitung des von den Schülerinnen besonders herzlich verehrten Fräuleins Karoline v o n H a u s m a n n. Der Geburtstag der Vorsteherin stand wieder vor der Tür, und aue alljährlich sollte ein doppelt besetztes Quartett am Morgen vor Schulbeginn den Tag durch einen Gesangs- vortraq festlich einleiten. Die kleine Schar hatte wochenlang eifrig beratschlagt war aber zul keinem Resultat gekommen, dabei ruckte der Tag bedrohlich heran Die Verlegenheit war groß. Da konnte nur "ÄS her Vorsteher
und leitete das kleine, der Schule angegliederte Internat für auswärtige Schülerinnen, war Helferin und Vertraute, der rettende Engel, der für jetie Jugendnot einen Ausweg wußte ... In der große Frühstückspause wurde sie stürmisch umringt: "Fraulein Julie, Sie müssen uns ein wunderschönes Gedicht zum Geburtstag Ihrer Schwester machen, das wir dann nach einer bekannten Melodie singen ko - nen. Wir finden keins, das schön genug wäre uno das nicht schon so sehr oft gesungen worden ift, mie »Das ist der Tag des Herrn* oder »Lobe den Herrn, meine Seele*,"
Julie von H a u s m a n n s gutes Gesicht lächelte unter dem schwarzen Spitzenhäubchen, das sie stets zu tragen pflegte.
„Kinder, Ihr kommt ein wenig spät, und ob mir nun noch etwas einfällt, weiß ich nicht. Aber Euch zu Liebe will ich heute länger aufbleiben und will es versuchen. Morgen wollen mir dann sehen, ob es geraten ist und Ihr was damit anfangen könnt. Denn eine richtige Dichterin bin ich doch gar nicht."
Am nächsten Morgen standen acht Mädels schon eine Viertelstunde vor Schulbeginn an der kleinen Tür, die vom langen Korridor aus direkt in Fräulein Julies Zimmer führte, und klopften erwartungsvoll. Ein stündliches „Herein!" antwortete. Schon beim Aufgehen der Tür sahen die neugierigen Augen auf dem Schreibtisch ein weißes, mit Fräulein Julies zierlicher Handschrift bedecktes Blatt. Wortlos reichte sie es der Aeltesten der kleinen Gruppe, und die las: „So nimm denn meine Hände und führe mich, bis an mein selig Ende und ewiglich."
Die Mädchen lauschten den fünf Versen. „Das ist schön", sagten sie mit tiefem Aufatmen, „wunderschön, aber dazu müßten wir auch eine neue Melodie haben ... Wie kommen wir zu der?"
Fräulein Julie dachte einen Augenblick nach ... Habe mir nicht heute Mufikinspektion? Musikdirektor W i s s e n d o r f f ;ft doch ein alter Freund von uns, vielleicht komponiert er das Gedicht für meine Schwester."
Und schon am nächsten Morgen war die erste Probe. Mein Vater hatte in wenigen Stunden eine wundervolle, kantatenartige Komposition geschrie- den ... eine Solostimme führte, ein kleiner Chor verzweigte sich fugenartig zu der Begleitung von Cello, Geige und Harmonium ... Zweimal am Tage wurde unermüdlich geprobt, und zehn Tage später, am 14. Oktober, als Fräulein von Hausmann die große Aula der Mädchenschule betrat, klangen ihr zum ersten Male vom lorbeergeschmückten Podium jene Worte entgegen, die heute in allen deutschen evangelischen Kirchen Heimatrecht gefunden haben.....So nimm denn meine Hände und führe
mich ..."
Im Sommer 1902 während eines Ferienaufenthaltes in dem kleinen estnischen Seebad Wösso, unweit der alten deutschen Hansestadt Reval, verstarb Julie von Hausmann. Im Jahre 1912 habe ich an ihrem schlichten einsamen Grabe gestanden. Sechs Werst von Wösso entfernt, an einer stillen Meerbucht, mitten im Rauschen herrlicher Walder liegen eine Kirche und ein Friedhof. Esko heißt der Kirchenplatz. Die weißgetünchte, aus Feldsteinen erbaute Kirche diente in alten stürmischen Zelten wohl auch der Verteidigung, denn ihr Turm werft
Schießscharten und kleine Befestigungen auf. Viele der Gräber sind eingesunken und wild überwachsen, die Kreuze zerfallen ... dort namenlose Gräber am gespülter Seemannsleichen ... fremdsprachige, estnische Aufschriften . . ich suche weiter. Dort, wo der Friedhof in tiefem Winkel in den Wald hinein- schneidet ... zärtlich in leisem Winde spielende Birkenzweige hängen über die Mauer ... da leuchtet ein weißes Marmorkreuz ... Julie von Hausmann ... und darunter die Worte „So nimm denn meine Hände".
Keines Menschen Hand hatte den Hügel gepflegt, welkes Laub, alte Tannenkränze bedeckten ihn mit trauriger Decke. Wer wußte denn um dieses Grad und um den schlichten gütigen Menschen, der unter seinem Kreuze ruhte? Ich säuberte den Hügel, pflanzte linea borealis, die ich aus dem Walde holte, darauf und legte den mitgebrachten Jrnrnor- tellenkranz bewegten Herzens um das leuchtende weiße Kreuz.
Und habe den weltverlorenen stillen Platz nie wiedergesehen.
Seltsame Brautwerbungen
So sehr sich auch die Liebe bei den Menschen aller Völker gleichen mag, so sind doch die Formen, in denen sie bezeigt wird, und vor allem die Art der Liebeswerbung sehr verschieden. Da sie zumeist eng mit Gebräuchen verbunden sind, deren Ursprung heute vielfach vergessen ist, muten uns manche der überlieferten Gewohnheiten und Sitten seltsam an. Bei den ungarischen Zigeunern ist folgendes Zeremoniell vorgeschrieben, das von den Werbern streng eingehalten werden muß: man bedient sich nicht schriftlicher Liebesbezeugungen, sondern Kuchen werden als „Liebesbriefe" gebraucht, und zwar wird eine Münze in den Kuchen eingebacken, der bei der ersten Gelegenheit der Begün- ftigten zugeschleudert wird. Das Behalten der Münze wird als „Annahme" angesehen, die ungestüme Zurückweisung als Fingerzeig, daß die „Aufmerksamkeiten" unerwünscht sind. Die ganze Liebeswerbung erfordert also, mindestens was diese Gebräuche angeht, keinerlei Beredsamkeit von feiten des Liebhabers. In den verschiedensten Ländern und Zonen der Erde genügt sogar nur der Beweis der Körperkraft durch den Werbenden. So ist der Brautraub die Urform der Heirat, und heute noch muß bei vielen Negerstämmen der Bräutigam die Braut stehlen. Dieser Brauch wird trotz seines nur noch symbolischen Gepräges mit großem Ernst durchgeführt; die auf so handfeste Weise Umworbene leistet häufig, wenn sie innerlich auch einverstanden ist, den heftigsten Widerstand. Bei den Ara
berstämmen der arabischen Wüste um den Sinai versucht der Liebhaber die Auserwählte zu überfallen, während sie ihres Vaters Herden weidet. Sie bewirft ihn mit Steinen und Stöcken, und wenn es ihr gelingt, ihn zu verwunden, erlangt sie hohes Ansehen unter ihren Stammesgenossen. Wird sie jedoch in ihres Vaters Zelt getrieben, so hat der Liebende gesiegt und das Verlöbnis wird verkündet. Der Eskimo ging ohne viel Federlesens zu der Behausung seiner Geliebten, ergriff sie an ihrem langen starken Haar und an ihren Pelzkleidern und zog sie in sein Zelt. Mehr Poesie liegt zweifellos in der Werbung der Pa Nftdos, eines der vielen birmanisch-tartarischen Völker, die ganz ohne Worte, nur mit den Tönen der Musik um ihre Frauen werben. Am ersten Wintertage findet ein großes Fest statt, zu dem alle heiratsfähigen Mädchen zusammenkommen und die Musik anhören, die von den unter dem „Wunschbaum" sitzenden Junggesellen gemacht wird, wobei jeder auf seinem Lieblingsinstrument spielt. Wenn das geliebte Mädchen vorbeigeht, spielt der Jüngling lauter und gefühlvoller. Hört das Mädchen ihn nicht an und geht weiter, so weiß er, daß sie ihy nicht haben will; tritt sie aber zu ihm und legt ihm eine Blum« auf das Instrument, so springt er auf, faßt sie an der Hand, wobei er sich in acht nimmt, die Blume nicht fallen zu lassen, und sie wandern in die vom Mond erleuchteten Wälder. Ein merkwürdige? Brauch findet sich bei den Dayaks von Borneo Wenn hier ein junger Mann um das Mädchen seines Herzens freien möchte, hilft er ihr ritterlich bet dem schwersten Teil ihrer täglichen Arbeit. Lächelt sie ihn an, so merkt er sich das wohl, aber antwortet nicht sofort, sondern erwartet die nächste dunkle Nacht. Dann stiehlt er sich zu ihrem Hause und weckt sie, wenn sie schlafend neben ihren Eltern liegt. Geben die Eltern ihre Zustimmung, so bezeugen sie dies dadurch, daß sie sich nicht rühren und weiterschlafen oder doch so tun, als ob sie den Eindringling nicht merkten. Nimmt das Mädchen an. so steht es auf und nimmt den von dem Manne gebrachten Betel und die Süßigkeiten. Das besiegelt ihr Verlöbnis, und der Bräutigam verläßt sie, leise wie er kam, ohne zu sprechen oder angesprochen zu werden. Wenn der Japaner seine Liebe bekennen will, so wirft er noch heute in manchen Gegenden des Landes einen Strauß blaßer Pflaumenblütenknospen in die Sänfte der Angebeteten, wenn sie diese besteigt, um zur Hochzeit einer Freundin getragen zu werden. Wirft sie die Blumen mit leid)ter Gebärde wieder hinaus, so ist aud) der Bewerber verworfen, steckt sie aber feine Blumen in ihren Gürtel, nimmt sie die Bewerbung des Freiers an.


