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m. 253 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheilen)Montag, 29. Oktober 1934

Saardeutsche Volksgenossen in Gießen willkommen!

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Des Saarlands Sache fei unser aller Sache.

Sie könnten wahrnehmen, was in unserem deutschen Vaterlande für eine Wandlung vor sich gegangen sei. Er (Redner) habe im ehemaligen besetzten Ge­biet die Leiden mit am eigenen Leibe verspüren, die feindliche Macht fühlen müssen, die dem Saaroolk täglich nahe seien. Er wisse, mit wem das Saar­volk zu kämpfen habe und bewundere immer wie­der die Kaltblütigkeit und die Ruhe, mit der das Saarvolk allen Gefahren in die Äugen sehe. Er habe das gleiche Leid erleben müssen im besetzten Gebiet, ein Leid, das noch vertieft gewesen sei durch eine Regierung in Deutschland, die dem Feinde in die Hände arbeitete und den Bedrückten keine Stütze bedeutete. Heute sei das anders!

hinter den Saardeutschen stehe der einheitliche Wille des ganzen deutschen Volkes, stehe ein geschlossenes Volk, das mit Wut und Kraft fein Geschick und auch das Geschick des Saarge­bietes in die Hand nehme.

Dieses deutsche Volk lasse sich keine Vorschriften mehr machen. Es fei geeint. Die Zerrissenheit sei überwunden. Es gebe nur noch eine Partei, die nichts anderes zu tun habe als bem Volke z u dienen. Mit der einheitlichen Führung unseres Volkes werde auch der letzte Schatten beseitigt, der unser Volk bedrücken könne. Dem Saarland werde das bereitet werden, was wir heute selbst erlebten; die Liebe, die uns geworden sei, solle auch den Saardeutschen werden. Mit aller Kraft unseres

Herzens wollen wir Deutschland lieben, im fana­tischen Glauben an die Kraft seines Volkes, im gleichen Geiste werde auch die Jugend erzogen.

Wir alle hoffen, daß sich unsere Kameraden an der Saar in einem halben Jahre wieder im deutschen Vaterlande wohlfühlen werden.

Die Daterlandsverräter aber, die sich in Scharen in das Saargebiet gedrängt haben, die das Saar» volk verraten wollen, würden bald aus dem Lande gejagt fein. Mit einheitlichem Willen werden wir alle, die wir deutschen Blutes sind, in eine bessere Zukunft schreiten.

Mit dreifachemSieg-Heil" auf die deutsche Saar, auf den Führer und das deutsche Vaterland beschloß Oberbürgermeister Ritter seine begeisternde An­sprache.

Mit dem gemeinsam gesungenen Saarlied und mit dem Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel- Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß. Die deutschen Volksgenossen von der Saar wurden dann von den Amtsleitern der PO. in Obhut ge­nommen und in ihre Quartiere gebracht.

Bei den Gästen, die sich in unserer Stadt ein- gefunden haben, handelt es sich durchweg um er­wachsene Volksgenossen. In der Hauptsache sind es Männer in allen Altersklassen. Auch einige Frauen sind dabei, ja, selbst ein altes Mütterlein hatte es sich nicht nehmen lassen, die Reise in das deutsche Vaterland zu unternehmen.

Der Tag des Handwerks in Gießen.

Die Volksgenossen von der Saar beim Verlassen des Gießener Bahnhofsgebäudes. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

die

Hof, ein und nahmen auf dem Vorplatz Aufstellung. Die Einwohnerschaft nahm ebenfalls an dem Emp-

Wochen. Er schloß mit einem Bekenntnis zu Füh­rer und Vaterland.

Verwattungsinspektor Henschel

als Vertreter des hiesigen Saarvereins hielt eben­

falls eine kurze Ansprache und wies darauf hin, daß uns nun nur noch 11 Wochen, genau 78 Tage,

fang regen Anteil. Auf großen Leinwandflächen leuchteten in klarer Schrift die Worte:D 1 '

Abschluß.

Der Einmarsch in die Stadt.

Unter Vorantritt des Musikzuges der Standarte 116, dem unmittelbar die 80 Saardeutschen und dann die Formationen der Partei folgten, bewegte sich ein stattlicher Zug durch die Bahnhofstraße, Lie- bigstraße, den Seltersweg, über den Kreuzplatz, durch die Sonnen- und Schulstraße, den Kirchen­platz durch die Walltorstraße und die Braugasse zum Landgraf-Philipp-Platz. Aus vielen Fenstern grüßten die Volksgenossen unserer Stadt, eine statt­liche Menschenmenge begleitete die Gäste.

Oer Empfang durch die Stadtverwaltung.

b e r, für

Auf dem Landgraf-Philipp-Platz hatten sich eben­falls viele Volksgenossen eingefunden, um an der Kundgebung teilzunehmen. Als Vertreter der Stadt Gießen und des Kreisleiters war Oberbürgermei­ster Ritter, für den Kreis und die Provinz war Oberregierungsrat Dr. Schön hals, für die SA. Standartenführer Lutt.er und Standartenadjutant M ü n k e r, für die SS. Standartenführer I a k o - Polizei Polizeidirektor Heine

erschienen.

Nachdem die Saarländer angekommen waren, PO., SA., SS., HI., JV., IM. und BDM. Auf­stellung genommen und die Bevölkerung den Kreis dicht geschlossen hatte, hielt

Oberbürgermeister Ritter

die Saar immerdar" undW i l l k o m m e n in euerem Mutterland".

Mit einiger Verspätung traf der Zug von Frank­furt her im Bahnhof ein. Die Wagen trugen breite Schriftbänder, auf denen das Bekenntnis der Saar- deutschen zu ihrem Mutterlands ausgesprochen war. Der Zug war stark besetzt. Er brachte neben den 80 Männern und Frauen, die in Gießen bleiben, auch Saardeutsche, die die Reise nach Wetzlar (etwa 60 Mann) und nach Alsfeld (etwa 30 Per­sonen) fortsetzten. Ein großer Teil derer, die im Sonderzug die Reise, in das deutsche Vaterland unternommen hatten, war bereits in Frankfurt aus­gestiegen.

Als die Brüder und Schwestern sich vom Bahn­steig zum Bahnhofvorplatz begaben, wurde ihnen sogleich ein herzlicher Empfang zuteil. Der Musik­zug der Standarte 116 spielte einen schneidigen Marsch und Mitglieder Gießener Gesangvereine erfreuten unter der Leitung von Musiklehrer Blaß mit dem Chor:Nun schweige mir jeder von seinem Leid".

Der Kreieamtsleiter

der NS -Voltswohlfahrt, pg. Klöh hieß die Gäste von der Saar herzlich willkommen. Er sprach von dem neuen Deutschland, das sie nun kennenlernen sollten, um sich davon überzeugen zu können, daß alles, was die Emigrantenpresse über unser Vaterland verbreitet habe, schamlose Lüge fei. Er sprach weiter von der neuen Ordnung in unserem Vaterland, von dem neuen Geiste, der unter den Volksgenossen herrsche und schloß seine

Am Samstagmittag stand unsere Stadt im Zei­chen eines denkwürdigen Ereignisses. In der Bahn­hofstraße, in der Liebigstraße und in der Frank­furter Straße waren zum Empfang von 80 Volksgenossen von der Saar Fahnen­masten ausgestellt, in vielen Straßen waren die Häuser beflaggt, und die Bürgerschaft tat dadurch . ... . .. -

kund, daß sie sich den Gästen eng verbunden fühlt, von der Abstimmung trennen. Es fei ferne Frage, Amtswalter der PO. marschierten, voran einige 4 hip ^nnrhpntfrhpn emtin imh aOetn ihrem .fier-

Ortsgruppen-Fahnen, zum Bahnhof. Ein Sturm der SA., der Musikzug der Standarte 116, eine Abteilung SS., Hitler-Jugend, Jungvolk, Jung­mädel und BDM. fanden sich ebenfalls am Bahn-

daß die Saardeutschen einzig und allein ihrem Her­zen und ihrem Blute folgten, wenn sie an jenem bedeutungsvollen Tage der Abstimmung zur Wahl­urne schritten. An sich sei es eine Schmach und eine Beleidigung, daß das Saarland zur Abstim­mung gezwungen werde. Er sprach zum Schlüsse Dank aus für die freundliche Äufnahme der Saar- ..... deutschen und brachte dann ein dreifachesSieg-

Deutsch Heil!" auf Führer und Vaterland aus. Mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Deutschland­liedes fand die kürze Begrüßung am Bahnhof ihren

kurze Ansprache mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Mann, den Führer Adolf Hitler, dem wir das alles verdanken. Im Anschluß daran wurde der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes ge­sungen. Die Saarländer sangen begeistert mit.

Ein Sprecher der Saarländer

hielt sodann eine kurze Ansprache, in der er im Namen aller Volksgenossen von der Saar für die herzliche Aufnahme dankte. Er betonte u. a., daß sie alle, die hierhergekommen feien, um einen Teil des Mutterlandes kennenzulernen, auch zu Fuß ge­kommen wären, wenn ihnen die Regierungskom­mission die Eisenbahnfahrt verboten hätte. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie gestärkt zurück- kehren möchten für den Kampf in den nächsten

in Vertretung des dienstlich am Erscheinen ver­hinderten Kreisleiters Pg. ÄIo ft ermann eine Ansprache an die Brüder und Schwestern von der Saar.

Die Stadt Gießen, so führte er u. a. aus, be­grüße die Saarländer mit einem kräftigenSieg- Heil" und heiße die Gäste auf das herzlichste will­kommen. Gleichzeitig übermittle er die Grüße des durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme am Erscheinen verhinderten Kreisleiters. Er freue sich, daß die Volksgenossen von der Saar die Gelegen­heit wahrnahmen, ihr deutsches Vaterland kennen­zulernen. Sie, die Gäste, würden alle fühlen und empfinden, daß das Herz des ganzen deutschen Volkes mit ihnen schlage. Die Augen Deutschlands seien nach der Saar gerichtet.

Der feierliche Empfang durch Oberbürgermeister Ritter auf dem Landgraf-Philipp-Platz; am Rednerpult Oberbürgermeister Ritter bei seiner Ansprache an die vor dem Rednerpult versammelten Brüder und Schwestern von der Saar. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

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Im Rahmen des Tags des deutschen Handwerks, der gestern überall im deutschen Vaterlande feier­lich begangen wurde, fanden auch in Gießen zwei Veranstaltungen statt, die einen eindrucksvollen Ver­laus nahmen. Vormittags vereinigte die Handwer­ker-Pflichtversammlung des Kreises Gießen viele Meister, Gesellen und Lehrlinge im Saale derLie- bigshöhe", nachmittags fand dort die feierliche , Ueberreichung der Gesellen- und Meisterbriefe an bie Prüflinge aus ber Provinz Oberhesfen statt. Bei i beiben Feiern war ber große Saal berLiebigs- höhe" bis zum letzten Platze besetzt, vormittags mußten sogar viele Volksgenossen mieber umkehren, weil im Saale beim besten Willen kein Platz mehr zu bekommen war.

Anschließenb verlas Kreishanbwerksmeister S t ü h l e r ben zum gestrigen Tage ergangenen Aufruf bes Reichshanbwerksmeisters Schmidt.

Hierauf hörte bie Versammlung bie Übertragung ber einbrucksoollen Handwerksfeier von Braun­schweig, an deren Schluß die Versammelten mit Be­geisterung in die Huldigung für den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler einstimmten.

Kreishandwerksmeister S t ü h l e r schloß die Kundgebung mit einer kurzen Ansprache, in der er ermahnte, die Gedanken und den Geist der soeben gehörten Feier in Braunschweig willig in sich auf­zunehmen und stets wachzuhalten. Jeder Handwer­ker müsse anerkennen, daß die Führung des Rei­ches und der Reichsstand des deutschen Handwerk-

Bet der Verteilung der Meister- und Gesellenbriefe; von rechts nach links: rechts (sitzend) der Syndikus der Handwerkskammer Darmstadt Dr. R e i f, nach links stehend Kreishanbwerks­meister S t ü h l e r , Kreisamtsleiter ber NS.-Hago Schimmel, im Vorbergrunb links der Vorsitzenbe ber Meisterprüfungskommission für Oberhesfen Steinhäuser, bei ber Ausgabe ber Meisterbriefe. (Ausnahme: Photo-Pfaff.)

Die Hanbwer k e r - P f l i ch t v e r fammlung am Vormittag würbe von

Kreishandwertsmeister Stühler

mit einer Ansprache eröffnet, in ber er zunächst bie Vertreter ber Partei unb ihrer Glieberungen, fer­ner bie Vertreter ber Behörben unb ben Vertreter ber Hanbwerkskarnmer Darmstabt, Synbikus Dr. Reif, sowie bie überaus große Versammlung will­kommen hieß. Er gab seiner besonberen Genugtu­ung barüber Ausbruck, baß bie Partei, bie Behör­den unb bie Hanbwerkskarnmer auch bei biefer Ge­legenheit mieber ihre enge Verbunbenheit mit bem Hanbwerk befunbeten. Weiter betonte er, baß man sich in biefer festlichen Stunbe ber Tatsache erinnern müsse, baß man biefe Möglichkeit zur Feier bes Hanbwerks nur einem Manne zu banken habe, unserem Führer unb Dolkskanzler Abolf Hitler, ber bem Hanbwerk mieber Ziel unb Richtung ge­geben habe unb ben Befehl erteilte, bas Hanbmerk in seinen Berufsorganisationen neu zu organisieren unb zu gliebern. Allen Gegnern biefer Berufsorga­nisation in ben eigenen Reihen unb auch außerhalb ber Organisation müsse mit Nachbruck gesagt werben:

Unsere Organisation steht und wird stehen bleiben!"

Der Führer habe durch feine Unterschrift unter bas Gesetz anerkannt, daß es notwendig sei, dem Handwerk eine einheitliche Führung und einheit­liche Richtung zu geben

Weiter bat der Redner die Behörden, dem Hand­werk allezeit Verständnis für feine Nöte und Wün­sche entgegenzubringen unb ihm stets bie gebüh- renbe Anerkennung zuteil werben zu lassen. Sobann gab ber Rebner bem Stolze bes Hanbwerks auf feine in ben Zünften begrünbete Trabition Aus­bruck, ebenso wies er mit Genugtuung barauf hin, baß aus bem Hanbwerk zahlreiche große Männer unseres Volkes hervorgegangen feien. Wie es ba- mals zur Zeit ber ehrwürbigen Zünfte war, so müsse es mit bem Hanbwerk auch in Zukunft wie- ber fein.

Das Handwerk müsse aus sich selbst heraus gesunden.

Es dürfe nicht etwa auf ein Wunder, oder auf bie Hilfe von oben warten. Mit stolzer Zuversicht könne es jetzt wieder in die Zukunft blicken und mit Hilfe und unter der Führung bes Führers unb Dolkskanzlers Abolf Hitler mieber aufbauen.

nur bas Beste für bas Hanbwerk erstreben, auch wenn ihr Wollen unb ihr Ziel heute manchmal noch nicht von allen Volksgenossen erfaßt würben.

Die Ueberreichung der Merster- und Gesellenbriefe

am Nachmittag würbe von Kreishanbwerksmeister S t ü h l e r mit Grußworten an bie Vertreter ber Partei unb ihrer Glieberungen, ber Behörben, ber Hanbwerkskarnmer, ber Jnbustrie- unb Hanbwerks- fammer Gießen, sowie an bie Meister unb an bie große Versammlung eröffnet. Hierauf hielt ber

Kre Samtsleiter

der NS.-Hago Schimmel

eine Ansprache, in ber er einleitenb an ben starken Einbruck ber am Vormittag gehörten Uebertragung von Braunschweig erinnerte, sobann auf bie Be- beutung bes Tages hinwies unb an bie anberen großen Feiertage im neuen Deutschlanb erinnerte, ben Tag bes beutfchen Bauern unb ben 1. Mai als Tag ber Arbeit. Er lenkte hierauf bie Gebauten feiner Zuhörer zurück auf die Verhältnisse in Deutschland vor zwei Jahren und auf die damaligen Zustände der Zerrissenheit unseres Volkes, ber Zer­splitterung in vielerlei Parteien unb Gruppen, ber volksfeinblichen Herrschaft bes Marxismus unb bes Liberalismus, burch bie ein Stanb gegen ben anberen gehetzt worben fei. An biefe Zeit vor zwei Jahren unb an bie Frage, was geworben wäre aus Deutschlanb, wenn Abolf Hitler nicht ge­kommen wäre, müsse immer mieber erinnert wer­ben. Durch bas gewaltige Werk biefes einen Mannes, ber ben Glauben an sein beutsches Volk nie verloren habe, sei unser Volk mieber geeint unb in sich geschlossen roorben.

heute stehe das deutsche Volk dank der gewalti­gen Leistung Adolf Hitlers in einer geschlosse­

nen Front da.

Es habe sich freigemacht von bem Einfluß fremb- rassiger Menschen, bie aus ber Zerrissenheit Deutsch- lanbs nur für sich Vorteile zogen. Abolf Hitler habe uns gezeigt, was für bie beutsche Zukunft notroenbig fei. Die Herrschaft jener fremben Rasse müsse rücksichtslos ausgeschaltet bleiben, rnenn mir in unserem eigenen Lanbe mieber erstarken unb gefunben rnollten. (Starker Beifall.) Der Rebner mies roeiter auf bie Beseitigung bes Klassenkampfes unb bes Stanbesbünkels unb auf ben bafür in Deutschlanb herrschenben Geist der Volks gs-