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Oelkampf und Geerüstungen

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London, 29. Okt. (DNB. Funkspruch). _ Marine - MitarbeiterMorning Post" schreibt, er höre von gut unterrichteter Seite, daß die Vereinig­ten Staaten und Japan bei den Flottenbesprechun­gen die Möglichkeit eines Kompro­misses in Erwägung ziehen. Es sei denkbar, daß die Japaner auf ihre Forderung nach völliger F l o t t e n g l e i ch h e i t verzichten und sich mit einer geringeren Erhöhung ihrer Gesamttonnage begnügen würden. Andererseits würden die Vereinigten Staa­ten sich vielleicht mit einer Verringerung der Tonnage und des Kalibers ihrer Großkampfschiffe abfinden. Die allgemeine Stim-

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mung sei gegenwärtig versöhnlicher als bei Beginn der Besprechungen am Dienstag voriger Woche.

Oie Aufrüstung in Zahlen der Miiitärhaushalte.

Washington, 29. Okt. (DNB. Funkspruch.) Zwei Mitglieder der Vereinigung für Außenpolitik haben einen Vergleich zwischen den Militär-, Marine und L u f t f a h r t h a u s h a l t e n mehrerer Staaten und den entsprechenden Zahlen aus dem Jahre 1913 aufgestellt. Hieraus ergibt sich eine allgemeine Zunahme der militärischen Aus­gaben. Japan steht mit einer Erhöhung der Aus­gaben um 338 v. H. a n der Spitze, dann fol­gen die Vereinigten Staaten mit 190,9, Großbritannien mit 48,8, Italien mit 26,3 und Frankreich mit 25,8 v. H.

Zapans Antwort in dem Oelkonflikt.

Tokio, 28. Okt. (DNB.) Das japanische Außen­ministerium veröffentlicht eine Erklärung, auf die von England und den Vereinigten Staaten einge­legten Proteste gegen die Einführung des Erdölmonopols in der Mandschu­rei. Es wird nicht bestritten, daß die südmandschu­rische Eisenbahn Gelder in der mandschurischen Erd­ölgesellschaft investiert habe und daß diese Gesell­schaft in der Provinz Kwantung eine Erdöl­raffinerie errichtet habe. Japan sei nicht in der Lage, japanische Kapitalisten von der Anlegung ihrer Gelder in der mandschurischen Erdölgesell­schaft abzuhalten. Auch sei Japan nicht in der Lage, die Mandschurei an der Einführung irgendwelcher Maßnahmen zur Erdölkontrolle zu hindern. Für die interessierten Kreise in England und Amerika wäre es ratsam, in unmittelbare Verhandlungen mit der mandschurischen Regierung einzutreten. Das Erd­ölgesetz sei nicht eine Verletzung des Grundsatzes der offenen Tür, da es keine Bevorzugung der Ja­paner gegenüber anderen Ausländern darstelle.

Der Flottentag in den Vereinigten Staaten. Amerika braucht eine starke Flotte."

Washington, 27. Okt. (DNB.) Das Londoner Ringen zwischen Amerika und Japan um die Frage der Rüstungsgleichheit wird in der amerikanischen Presse mit dem Plan der japanischen Regierung in Verbindung gebracht, die Oel Vorräte in ÄLan- dschukuo und in Japan, die für Kriegsschiffe und Hilfskreuzer im Kriegsfälle verwendet werden müß­ten, zu monopolisieren und notfalls bei den fremden Oelfirmen zu beschlagnahmen. Man befürchtet, daß sich Japan tatsächlich auf einen künftigen Seekrieg im Stillen Ozean vorbereite. Unter diesen Umständen gewann derFlotten- tag", den die amerikanische Kriegsflotte und die Nation alljährlich feierlich begehen, besondere Be­deutung.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes, Konteradmiral T a u s s i g, betonte in einer Rund­funkrede, daß die Kriegsflotte nicht nur zur Ver­teidigung der Heimatgrenzen und des Panarna-

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Oie Radikalsozialisten bleiben Ooumergue treu.

Herriots Erfolg auf dem Parteikongreh.

Paris, 28. Okt. (DNB.) Der radikalsozialistische Parteitag von Nantes ist mit der e i n st i m m i - gen Annahme der P a r t e i e r k l ä r u n g am Sonntagmittag beendet worden. Der Partei­vorsitzende H e r r i o t erklärte anschließend, daß die Entschließung ihrem Geiste gemäß von den radikalsozialistischen Ministern zur Durchfüh­rung gebracht werden wurde. Die Partei­erklärung hebt hervor, daß der Radikalsozialismus trott gehässiger Angriffe seineStellung sieg­reich zu behaupten wisse. Die Erklärung nimmt die wesentlichen Punkte der Entschließung des Ausschusses, besonders in der Frage der Staats­reform, auf. Gegen jede Währungsentwertung wird eindeutig Stellung genommen. Zur Bekämpfung der Wirtschaftsnot fei ein großzügiges Programm öffentlicher Arbeiten aufzustellen, wobei aber die Provinz nicht zugunsten von Paris ver­nachlässigt werden dürfe. Die Partei bekennt sich zur Landesverteidigung und will nament­lich das französische Kolonialreich zur Er­füllung der Sicherheitsaufgaben Frankreichs her­angezogen wissen. Eine Verlängerung der Heeresdienstzeit müsse dagegen verhin­dert werden. Die europäische Lage sei angesichts der imperialistischen Anwandlungen zahlreicher Völ­ker düster. Der Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund wird als ein Ergebnis der Politik Herriots besonders gebilligt. An der Verwirklichung einer fortschreitenden R ü st u n g s - Verminderung müsse weiterhin gearbeitet werden.

Der Parteitag verlangt, daß in erster Linie eine Gesundung der Wirtschaft angestrebt werde durch Kürzung der Preisspanne zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch, durch Schutz der französischen Arbeitskraft gegen das Eindringen ausländischer Arbeitnehmer, durch Verringe­rung der Zinsen und der auf den Grund und Boden, der Industrie und dem Handel drückenden L a st e n. Die Partei ist entschlossen, weiterhin die republikanischen Einrichtungen und das parlamen­tarische Regime zu verteidigen und bleibt ihren Ueberlieferungen, die die Staatsautorität in sich schließen, treu. Die Partei erklärt sich bereit zur Mitarbeit an jeder Derfassungsreform, die die Festigkeit der Regierung und ein besseres Ar­beiten des Staates gewährleistet, will aber keine Maßnahmen dulden, die persönliche Macht- bestrebungen zum Schaden der republikani­schen Freiheiten fördern sollten. Die Entschließung enthält eine Vertrauenskundgebung der Partei für ihren Vorsitzenden und für die Abgeordneten, die beauftragt werden, für das Proaramm, für die Entwaffnung der Kampfbünde und für die wach­same Verteidigung der bürgerlichen Freiheiten und des Friedens einzutreten.

die Derufsausübung der Architekten erlassen wor­den, die das Staatsgrundgesetz für die deutsche Ar­chitekten bildet. Es wird nicht geduldet werden, daß einige wenige Architekten die Fülle der großen und größten Aufträge übernehmen, wenn sie nicht gleich­zeitig ihre minderbeschäftigten und minderbemittel­ten Kollegen an der Arbeit beteiligen. Im übrigen ergeht an die deutschen Architekten erneut der Ruf, ihr ganzes Können in Len Dienst unseres wunder­vollen Volkes zu stellen. Zum Schluß wurde eine Kundgebung angenommen. in der die deutschen Architekten dem Präsidenten der Reichskulturkam- mer Reichsminister Dr. Goebbels, und dem Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste, Prof Ho enig, für den ihnen durch Erlaß und Genehmigung der Berufsabordnung für Architekten gegebenen Grundlage kulturellen Schaffens im Sinne einer neuen deutschen Baukultur danken und versichern, daß sie sich den gestellten Aufgaben im vollsten Pflichtbewußtsein widmen werden.

Aus aller Welt.

Enthüllung eines Ehrenmals für den KreuzerEmden".

Zwanzig Jahre nach den ruhmvollen Kämpfen und dem Untergang des KreuzersEmden" wurde in der Patenstadt Emden ein Ehrenmal für den Kreuzer enthüllt. Die Feierlichkeiten began­nen mit dem Einlaufen des vom Chef der Marine­leitung zur Teilnahme entsandten neuen Kreuzers Emden" Am Hafen waren zum Empfang des Kreuzers Abordnungen sämtlicher Organisationen angetreten. Oberbürgermeister Pg. Maas begab sich mit Vertretern der SA., SS.,' und der Kreislei- tung an Bord, wo er einen von der Bevölkerung gestifteten Schellenbaum für das Musikkorps des Kreuzers übergab. Der Kommandant des Kreu­zers, Fregattenkapitän D ö n i tz, sprach der Stadt seinen Dank aus. Zur feierlichen Enthüllung der Gedenktafel für den berühmten Kreuzer der deut­schen Marine erschien nach einer kurzen Begrüßung im alten Rathaus der Stadt, von dessen Balkon eine Heckflagge des Kreuzers wehte, auf dem Fest­platz, geführt vom Chef der Marinestation der Nordsee Vizeadmiral Schulze und dem Oberbür­germeister der Stadt Emden,, die Witwe des Kom­mandanten der erstenEmden", Frau von Mül» l e r. Inmitten einer Ehrenkompagnie des Kreu­zersEmden" waren hundert Kämpfer der ersten Emden" angetreten, die der Einladung der Stadt zur Enthüllungsfeier gefolgt waren. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Feldgottesdienst. Di­plomingenieur Bergried enthüllte dann, wäh- renb das Musikkorps des Kreuzers das Lied vom guten Kameraden spielte, die Ehrentafel. Die Broncetafel, die an einem historischen Gebäude der Stadt angebracht ist, das seit vielen Jahren Garni­son-, Bürger- und Polizeiwache aufnimmt, zeigt ein Relief der ruhmvoll untergegangenenEmden". Darunter künden schlichte Worte von dem Helden­kampf des Kreuzers in der Mahnung:Ruhmvolles Schiff, nimmer vergeß' Dein die Stadt, deren Na­men Du trugst um den Erdball". Im Namen der Besatzung der alten Emden legte einer der Mitkämp- fer Oberleutnant zur See a. D. Prinz Franz Josef von Hohenzollern ein^n Kranz für den verstorbenen Kommandanten nieder. Der Kreu­zerEmden" verläßt am Montag die Stadt und nimmt die alten Kämpfer derEmden" bis nach Wilhelmshaven mit.

Hindenburg-Gedachlnis-Aussiellung

Die Reichsleituntz der NS.-Kulturgemeinde, Ab­teilung Jugendgruppe, veranstaltet in Verbindung mit der Reichsjugendbücherei vom 28. Oktober bis 11. November im Preußenhaus in. Berlin eine Hindenburg-Gedächtnis-Aus st ellung, die von der Deutschen Bücherei in Leipzig zusam- mengefteüt worden ist. Die Ausstellung umfaßt in mehr als 3000 Titeln das gesamte deutschsprachige Schrifttum über das schicksalsvolle Leben des ver­storbenen Reichspräsidenten und Generalfeldmar­schalls. Die umfangreiche Ausstellung enthält u. a. das Original der Selbstbiographie Hin­denburgs mit ausführlichen handschriftlichen Randbemerkungen sowie zahlreiche Original- triefe und handschriftliche Notizzettel Hinden­burgs. Bei der Eröffnungsfeier gedachte der Reichs­amtsleiter der NS.-Kulturgemeinde Dr. Walter Stang in einer kurzen Ansprache des echten deut­schen Lebens und Waltens des großen Toten.

Der Erfinder Hermann Ganswindt gestorben.

Der Erfinder Hermann Ganswindt ist im Alter von 78 Jahren in Berlin-Schöneberg g e - ft o r b e n. Ganswindt, der bereits im Jahre 1883 ein Patent für ein lenkbares Luftschiff erhielt, mit dem er nach dem Mars zu fliegen beabsichtigte, hat um die Jahrhundertwende als Erfinder viel von sich reden gemacht. Neben feinen Luftschiffplänen beschäftigte er sich vor allem mit der Konstruktion eines Tretmotorrades und einer Tretmotordroschke, mit der er sogar einmal quer durch Berlin fuhr. Die Entwicklung der Technik ging dann über Gans­windt hinweg, so daß der Erfinder, der übrigens 21 Kinder hatte, immer mehr in Not geriet und bis zu feinem Tode mit finanziellen Schwierig­keiten zu kämpfen hatte.

Personenzug fährt in eine Schafherde.

In der Nähe von Ballstädt an der Strecke Gotha Langensalza (Thür.) ist ein Personenzug in eine Schafherde, die aus ihrer Hürde ausgebrochen war, hineingefahren. Etwa 60 Schafe wurden getötet. Der Zugverkehr wurde weiter nicht gestört.

Nicole zur Ordnung gerufen.

Der Schweizer Bundesrat tadelt eine Unter­stützung des Saarseparatisten Matz Braun.

Genf, 27. Okt. (DNB.) Die Presse veröffentlicht einen Brief des Präsidenten der schweizerischen Eid­genossenschaft Pilet-Goloz an den Präsidenten Les Genfer Staatsrates Nicole, der sich auf die Teilnahme des Marxisten Nicole an einem Propagandavortrag von Matz Braun über bie Saarfrage in Genf be­zieht. Der Brief, den Pilet-Goloz im Namen des schweizerischen Bundesrates an Nicole gerichtet hat, lautet:

DerTravail" vom 13. Oktober (derTravail" ist bas Organ Nicoles) veröffentlicht unter dem TitelMatz Braun und L6on Nicole sprechen über die Saar und den Frieden" einen Artikel, der uns in ßrftaunen gesetzt hat. Wenn die darin enthaltene Mitteilung richtig ist, hätten Sie für Herrn Matz Braun die Rolle des Uedersetzers gespielt. Sie hätten einewirkungsvolle Zusammen­fassung" der Worte des Hauptredners gemacht und hätten dabei Anlaß genommen, von der Er­mordung des Königs von Südflawien und des Herrn Barthou in Ausdrücken zu sprechen, die b e i weitem bie Grenzen überschreiten, die einer Person mit R e g i e r u n g s v e r a n t - wortung erlaubt sind, was auch im übrigen Ihre politischen Ansichten sein mögen. (Nicole hatte sich bahin geäußert, baß Barthou die Kühnheit, sich neben einen Tyrannen zu setzen, mit seinem Leben hätte bezahlen müssen.) Sie hätten sich weiter in Ihrem persönlichen Namen über das Ergeb - n i s der Saarabftimmung in einer Weise geäußert, die sich schlecht mit der Zurück­haltung vereinbaren lasse, die j e de s Mit­glied einer schweizerischen Regierung beobachten muß.

Wir halten es für notwendig, Ihre Aufmerksam­keit auf den bedauerlichen Eindruck zu lenken, die diese Unvorsichtigkeiten in weiten Kreisen sowohl in der Schweiz wie im Ausland Hervor­rufen, und auf die Schwierigkeiten inter­nationaler Art, bie daraus für unser Land entstehen können. Sie würben ohne Zweifel wie wir der Ansicht fein, daß es nicht anginge, wenn eil fremder Staatsmann sich das Recht heraus- nehmen würde, sich in unsere inneren Angelegen­heiten einzumischen. Daher werden Sie auch zu­geben, daß es, um sich gegebenenfalls gegen solche Einmischungen wenden zu können, wichtig ist, der Bedachtsamkeit treu zu bleiben, die schweizerische Regierungsvertreter sich immer zur Pflicht gemacht haben. Wir bedauern, in diesem Sinne demPrä­sidenten einer Kantons - Regierung schreiben zu müssen, und wir werden diesen Schritt mit der wünschenswerten Diskretion um­geben. Wir hoffen aber, daß Sie diesem Schritt in «rnftefter Weise Rechnung tragen wollen.

bestehende Universität in Helsingfors eine Schop, f u n g nordischen, namentlich schwedi­schen G e i ft e s sei und deshalb in den Kreis der abendländischen Kultur hineingehöre. Durch Ab­schaffung der schwedischen Sprache würde nur das Finnische, ein europafremdes Idiom, übrigbleiben und die Universität würde der europäischen Geistes­verwandtschaft entrissen werden.

Zu dieser Eingabe schreibt die finnische Zeitung Helsingin Sanomat", der Schritt der Hochschul­lehrer stelle eine unerhörte Einmischung in innere Fragen Finnlands dar, die nur zu einem noch engeren Zusammenschluß der Finnen führen werde. Die übrige finnische Presse übergeht vorläufig die verschiedenen Massenadressen mit Stillschweigen. Die ZeitungUusi Suomi" teilt mit, daß eine große finnische Gegenadresse in Vorbereitung sei.

Belgiens Landesverteidigung.

König Leopold mahnt zur Einigkeit.

Brüssel, 29. Okt. (DNB.) Zur Erinnerung an den 20. Jahrestag der Schlacht an der Pser fand vor dem Schloß in Anwesenheit des Königs und der Königin eine Gedenkfeier statt, die mit einem Aufmarsch der Kriegsteilnehmer-Verbünde verbun­den war. Der Feier wohnten fast sämtliche Mini­ster, die Generalität, zahlreiche- Würdenträger sowie die Militärattaches Frankreichs, Englands und Italiens bei.

König Leopold hielt eine Ansprache an die Front­kämpfer, in der er zu dem in der öffentlichen Meinung Belgiens heftig erörterten Frage Stellung nahm, ob die Landesverteidigung an den Grenzen oder im Innern des Landes zu organi­sieren sei. Der König betonte, daß das Militärpro­gramm, das in Angriff genommen worden ist, unverändert und g a n3 durchgeführt werde. In dem Augenblick, oa die Reihen der Frontkämpfer sich zusammenschließen, sind Pole­miken über geheime Fragen der Lan­desverteidigung entfesselt worden, deren Fortsetzung vor dem In- und vor dem Ausland nicht ungefährlich ist. In dieser gefährlichen Ver­wirrung, die die Einheit des Vaterlandes erschüt­tern konnte, wendet sich der S t a a t s ch e f an die ganze Nation. Für einen Staat wie Belgien, dessen Gebiet die Reichweite der Kriegsmaschinen nicht überschreitet, bilden die Grenzbezrrke mit dem ganzen Lande eine Einheit. Um ihren Schutz zu verwirklichen, gibt es nur ein einziges einfaches und radikales Mittel: die Ver­meidung des Krieges. Zu diesem Zweck muß man, fuhr der König fort, einen soliden mili­tärischen Apparat unterhalten, der von großen natürlichen Hindernissen kräftig gestützt wird und dessen Widerstandsfähigkeit Respekt einflößt. Die Rede wurde von den Kriegsteilnehmern und der Menge durch stürmische Beifallskundgebungen unter­brochen. Am Schluß brach die Menge in begeisterte Hochrufe auf den König und die Königin aus.

Oer Gchul- und Kirchenkampf in Mexiko.

Mexiko-Stadt, 29. Okt. (DNB.) Vom Mittel­balkon des Nationalpalastes nahm der Präsident Rodriguez im Beisein der Mitglieder des Ka­binetts den Vorbeimarsch von über 100 000 Arbei­tern, Beamten, Lehrern und Lehrerinnen sowie zahlreicher Parlamentarier ab. Die Züge führten Transparente mit, auf denen nicht nur für die Ein­führung der Sozialistischen Schule Propa­ganda gemacht, sondern auch die Einführung des Sozialismus im allgemeinen ver­langt wurde. Zahlreiche Plakate verlangten Pro­teste gegen die Haltung der katholischen Geistlich­keit und gegen die Reaktion. Auf einzelnen Trans­parenten wurde auch die Einführung des Kommunismus verlangt.

Erzbischof D i a z leitete der Presse eine Erklärung zu. Er habe stets den Frieden des Vaterlandes ge­sucht und bemühe sich, jede Störung der Ordnung zu verhindern. Dafür sei er zu jedem Opfer bereit. In In Mazatlan sind alle Kirchen ge­schlossen worden. Die Geistlichen wurden in Flugzeugen abtransportiert. In der Nähe der Hauptstadt fand eine Wallfahrt zur Guadalupe- Kirche statt, die von der Behörde genehmigt worden war. Die Gläubigen durften jedoch nur in 15er- Gruppen zur Kirche ziehen. Die Wallfahrt verlief ungestört.

Lloyd George kündigt neue Ent­hüllungen über die britische Heer­führung im Weltkrieg an.

DNB. London, 28.Okt. Lloyd Georg-, der durch feine Enthüllungen im vierten Band feiner Kriegserinnerungen über die nutzlose Opfe­rung von 400 000 britischen Soldaten, für die er den damaligen britischen Oberbefehlshaber, Lord H a i g, verantwortlich macht, Aufsehen und zum Teil Entrüstung, besonders in militärischen Kreisen, hervorgerufen hat, läßt jetzt im Sunday Chronicle erklären, daß das, was er über Haig gesagt hat, nichts fei tm Vergleich zu dem, was er

Fanals sowie zur Sicherung des amerika­nischen Außenhandels benötigt werde, son­dern auch Amerikas außenpolitische Inter­essen unterstützen müsse, die ohne die starke Flotte als Hintergrund nie richtig Lurchgeführt werden konnten. Auch gegen Luftangriffe sei eine starke Flotte die beste Verteidigung, denn feindliche Bombenflugzeuge konnten ohne Zwischenstationen oder Mutterschiffe den weiten Weg mit ihrer schwe­ren Bombenlast nicht zurücklegen. Die Flotte sei allein imstande, Liese Stationen oder Schiffe zu zerstören, hierzu brauche die amerikanische Flotte Linienschiffe und Flugzeugmutterschiffe.

Wird London

ein Kompromiß bringen?

Wettervoraussage.

Das nördliche Tief rückt über Skandinavien ab, doch fließt an seiner Rückseite kühle ozeanische Lust südwärts. Diese wird weiterhin Bewölkung und ver­einzelt auch leichte Schauer verursachen, doch tritt zwischendurch Aufklaren ein. Jrn allgemeinen bleibt es ziemlich kühl.

Aussichten für Dienstag: Wechselhaftes, teils bewölktes, teils aufklarendes Wetter, kühl, einzelne Schauer.

Aussichten für Mittwoch: Ruhigeres, aber noch kein beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 28. Oktober: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 10,3 Grad; am 29. Oktober: morgens 8 Grad. Maximum 14,5 Grad, Minimum 7,4 Grad Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. Oktober: abends 10,3 Grad; am 29. Oktober: morgens 9,3 Grad Celsius. Niederschläge 1,2 mm. Sonnenscheindauer 0,7 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

in weiteren Bänden feiner Kriegserinne­rungen über andere britische Generäle sagen werde. Lloyd George erklärte, Haig und Robertson hätten das britische Kabinett über die gesamte Aktion von Paeschendale getäuscht. Wenn die britische Führung bei Paeschendale schlecht gewesen sei, so sei sie während des darauf­folgenden Frühjahres zur Zeit des großen deutschen Angriffes noch schlimmer gewesen. Der nächste Band werde die gesamte Geschichte des furchtbaren Rückzuges der Engländer schildern.

Verfaffungskonstikt in Giam.

Der König droht mit seiner Abdankung.

Bangkok, 28. Okt. Der Sekretär des Königs erklärte, der König habe der Regierung mitgeteilt, daß er den Wunsch habe, abzudanken. Sonntag wurde mitgeteilt, daß die Abdankung noch nicht endgültig ist. Wenn die siamesische Regierung und die Nationalversammlung bereit sind, die Vorrechte des Königs in der Frage des Todesurteils anzuerkennen, so ist der König willens, weiterhin auf dem Thron zu ver­bleiben. Das siamesische Strafgesetzbuch enthält die Bestimmung, daß, wenn ein Gefangener zum Tode oder lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt wird, die Zustimmung des Königs eingeholt werden muß, bevor das Urteil vollstreckt werden kann. Die siamesische Regierung unter der Mini­sterpräsidentschaft Phya Dahols hat vor kurzem der Nationalversammlung ein Gesetz unterbreitet, das die obige Bestimmung des Strafgesetzbuches a b - ändert. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde von der Nationalversammlung angenommen. Der König hat es jedoch abgelehnt, diese Ab­änderung zu bewilligen, da er der An­sicht ist, daß in einer solchen wichtigen Frage, die eine Aenderung eines Landesbrauches bedeutet, der seit Urzeiten bestanden hat, das Volk seine An­sicht durch eine Volksbefragung oder Neuwahlen ausdrücken muß. Da die Forderung des Königs abgelehnt worden ist, ist er der Ansicht, daß er nicht länger fähig ist, als Verteidiger der Rechte und Freiheiten feines Volkes zu handeln und hält es daher für zwecklos, unter diesen Umständen auf dem Thron zu verbleiben.

Kunst und Wissenschaft.

Feierliche Eröffnung desTheaters des Volkes" in München.

Das Prinzregenttheater in München, das vor einiger Zeit von der NS.-GemeinfchaftKraft durch Freude" erworben worden war und jetzt unter dem NamenTheater des Volkes" weitergeführt wird, wurde mit einer Feftvorftellung des klastischen SchauspielesPrinz von Homburg' von Heinrich von St l e i ft feierlich feiner Bestimmung übergeben. Zu dem Festakt hatte sich u. a. mit Ver­tretern der Staatsregierung der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, eingefunden. Dr. Ley hielt vor der Aufführung eine Ansprache, die sich zu einem be­geisterten Bekenntnis zu den ungeheueren Kultur­schätzen unseres Volkes und zu den schöpferischen Kräften, die wir aus ihnen für unseren täglichen Kamps gewinnen müssen, gestaltete. Reichsdrama­turg Dr. S ch l o e s s e r brachte in eindrucksvollen Worten die großen Ziele und Leistungen des Drit­ten Reiches in der volkstümlichen Belebung des Theaters zum Ausdruck.

Jahreslagung

des Bundes deutscher Architekten in München.

Den Mittelpunkt der ersten Jahrestagung des Bundes deutscher Architekten in München bildete die Festoersammlung in der Tech­nischen Hochschule, zu der sich Tausende von Berufs­angehörigen eingefunden hatten. Der Vorsitzende des Bundes, Prof. L o e r ch e r, teilte in seiner Be­grüßungsansprache mit, daß an den Reichskanzler sowie an Reichspropagandaminister Dr. Goebbels Dank- und Ergebenheitstelegramme abgesandt wor­den sind. Ministerialrat v. Keudell überbrachte die Grüße der Reichsregierung und des Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminifters Dr. Goeb­bels In enger Zusammenarbeit mit der Reichs­kammer der bildenden Künste und ihrem Präsiden­ten Ho enig ist, wie der Redner ausführte, die Anordnung über den Schutz des Berufes und

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