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bündele Rußlands, fand erst sehr viel später sein Interesse an einem selbständigen Polen, nachdem es noch im August 1917 in den Verhandlungen über einen Sonderfrieden mit Oesterreich diesem das polnische Gebiet in den Grenzen nach der ersten polnischen Teilung von 1772 zugesprochen hatte. Erst in Versailles, als es der französischen Politik darauf ankam, Deutschland dauernd nieder­zuhalten, wurde Polen das verhätschelte Schoßkind der Pariser, dem man aber mit dem Weichsel­korridor und der Zerreißung des oberschlesischen Wirtschaftsgebiets ein wahres Danaergeschenk machte.

Den Franzosen kam es einzig und allein darau an, durch die Versailler Fehlkonstruktion zwischen Deutschland und Polen einen Zankapfel zu legen, der einen Ausgleich der durch Jahrhunderte aussüllende Wanderungen und Kolonisationen gitterartig inein- ander verwobenen und teilweise sogar rassemäßig vermischten beiden Völker für alle Ewigkeiten ver­hindern sollte. Das junge polnische Staatswesen sollte nach dem Willen der VersaillerFriedens­macher" in der ständigen Furcht vor einer deut­sches. Revanche ein stets gefügiges Werkzeug in der Hand der französischen Politiker bleiben. Und die von der französischen Rüstungsindustrie ausgehal­tene Pariser Boulevardpresse sorgte schon im Inter­esse ihrer Auftraggeber dafür, daß die Wunde offen blieb und erst, als yüben und drüben der bluten­den Grenze Männer der Frontgeneration an die Staatsleitung berufen wurden, konnte der Boden für eine direkte Aussprache zwischen Deutschland und Polen bereitet werden. Daß es bis zu einer Bereinigung des deutsch-polnischen Verhältnisses, das in Versailles mit so überaus schwierigen Pro­blemen wie dem Weichselkorridor, Danzig, der Min­derheitenfrage in Pommerellen und Öberschlesien belastet wurde, noch ein langer und steiniger Weg ist, ist den beteiligten Staatsmännern ebenso klar, wie die Notwendigkeit, die zwischen den beiden Regierungen geschaffene Atmosphäre des Vertrauens auch auf die Völker gu übertragen und dies garte Pflänzlein vor Frühungsfrösten zu hüten, auf die man in Frankreich seine letzte Hoffnung setzt.

Man wird mit einiger Gewißheit annehmen kön­nen, daß es Barthou in Warschau nicht gelungen sein wird, Polen wieder vorbehaltlos vor den fran­zösischen Wagen zu spannen. Umso berechtigter dürfte der Jubel der Pariser Presse indessen über Barthous Empfang in Prag sein. Hier ist mit Eduard B e n e s cy noch immer einer der alten Garde am Ruder, einer der Getreuen, die mit der französischen Politik durch dick und dünn gehen, solange es sich um die Erhaltung und Siche­rung der Versailler Kriegsgewinne und infolge­dessen auch um die unveränderte Aufrechterhaltung des in Versailles geschaffenen Staatensystems dreht. Benesch ist Referent des Hauptausschusses der Gen­fer Abrüstungskonferenz. Barthous Prager Be­sprechungen werden sich also schnell von platonischen Freundschaftsbeteuerungen realeren Dingen zuge­wandt haben. Die französische Politik in der- stungssrage steuert nach dem letzten fruchtlosen Notenwechsel mit England wieder mit aller Energie nach Genf zurück. In den direkten diplomatischen Verhandlungen zwischen den vier europäischen Großmächten fühlt Frankreich sich isoliert. Es braucht, die Atmosphäre von Genf, in der es hof­fen kann, immerhin einige seiner alten Freunde unter den kleineren Mächten um sich zu scharen und mit ihrer Hilfe ein tatsächliches Abrüstungsabkom­men, von dem man in England immer noch träumt, zu hintertreiben. Der Plan Mussolinis, der von vornherein den Gedanken einer Abrüstung als zumindest im Augenblick undurchführbar fallen läßt und statt dessen ein Abkommen über eine Begren­zung der Rüstungen der hochgerüsteten Staaten auf dem gegenwärtigen Stand gleichzeitig mit einer gewissen und kontrollierten Rüstungsangleichung Deutschlands ins Auge faßt, dieser Vorschlag würde den Franzosen besser behagen, wenn er nicht den Rüstungsausgleich für Deutschland enthielte.

Um diese deutscheAufrüstung" wenigstens so stark wie möglich zu begrenzen und zu verschleppen, verschanzt sich die französische Politik nach bewähr­ten Mustern hinter einem Wall juristischer Spitz­findigkeiten. Man spricht in Paris von einerLe­galisierung der deutschen Rüstungen", die angeblich im Widerspruch zum Versailler Vertrag erfolgt seien und über die deshalb die Abrüstungskonferenz, ja der Völkerbund selber gehört werden müsse. Diese ebenso durchsichtige wie brüchige Beweisführung soll natürlich einmal zur Verschleppung des Rü­stungsabkommens in Genf dienen, das in direkten Verhandlungen zwischen den Großmächten vielleicht zu erreichen gewesen wäre, zum andern aber auch den kleinen Mächten schmeicheln, deren Mitent­scheidung in Genf Frankeich die Frage des deutschen Rüstungsausgleichs unterbreiten will. Frankreich greift zu diesem Zweck auf den Artikel 164 des Ver­sailler Vertrages zurück, der es dem Völkerbund vorbehält, Deutschlands Bewaffnung anderweit zu regeln. Mit diesem Dreh soll die ganze Frage der Rüstungen weder auf das Genfer Gleis verschoben werden. Der mit allen Wassern politischer Kulissen­arbeit gewaschene Benesch spinnt zusammen mit Barthou den Faden für die Genfer Marionetten. Immerhin scheint es nach allem, was man über den Besuch des Italieners Suvich in Londonund Brüssel hört, nicht so, als ob die Herren Barthou und Benesch bei ihrem für Genf arrangierten Spiel sehr viel Mitwirkende haben werden. Italien und England sind jedenfalls entschlossen, eine Politik nicht mitzumachen, die durch irgendwelche Völker­bundsbeschlüsse über eineLegalisierung" angeb­licher deutscher Rüstungen einer Brüskierung Deutschlands gleichkäme. Don Belgien und Polen gilt offenbar das gleiche. Bleibt also aus der Front von Versailles die Kleine Entente. Für den Schach­zug, noch schnell Rußland als Ersatzmann in den ramponierten Völkerbund zu lotsen, hat man in Warschau wenig Begeisterung gezeigt. Polen wünscht dort nicht den einen großen Nachbarn ohne den andern zu sehen, nicht Rußland ohne Deutschland. So sind die Aussichten für die neueste französische Intrigue nicht sehr groß, immerhin werden die ge­meinsamen Anstrengungen Frankreichs und der sich einschaltenden Kleinen Entente vielleicht diesmal noch ausreichen, um die Bestrebungen der Friedens­freunde zu hintertreiben, die durch ein Abkommen zur Begrenzung und Angleichung der Rüstungen die drohenden Wolken eines hemmungslosen Wett­rüstens von den sich nach friedlicher Aufbauarbeit sehnenden europäischen Nalionen zu bannen suchen.

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Oie Frankfurter Nachrichten stellen ihr Erscheinen ein.

LPD. Frankfurt a. M., 27. April. Die im Jahre 1722 gegründetenFrankfurter Nachrichten" stellen am 30. April ihr Erscheinen ein. Die Drucke­rei des Verlages I. G. Holtzwarts Nachf. G. m. b. H. arbeitet in beschränktem Umfange weiter.

Das amtliche Programm der Veranstaltungen am 1. fflai.

Berlin. 27. April. (DNB.) Das Reichsminisle- rium für Volksaufklärung und Propaganda ver­öffentlicht soeben das folgende amtliche Programm der Veranstaltungen am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes.

1. Waihöhenfeier auf dem Brocken; Beginn 30. April, 23.45 Uhr: Wai - Singen der Hitler-Jugend. Rede des Reichsjugendführers Bal­dur von Schirach.

2. 9 Uhr: Jugendkundgebung im Cuff- garten; Chor aus den INeistersingernWach auf!"; Leitung Prof. Dr. Fritz Stein, Rede des Reichsministers Dr. Goebbels, horst - Wessel - Lied, Ansprache des Führers, Deutschland- Lied, Vorbeiziehen des F e st z u g e s, der Dar­stellungen aus dem alten Brauchtum und dem ge­werblichen und handwerklichen Leben versinnbild­lichen wird.

3.12 Uhr: Empfang der Arbeiter- Abordnungen aus dem Reich in der Reichskanzlei. Reichsminister Dr. Goebbels und der Führer der Deutschen Arbeitsfront Stableiter der PO., Dr. Robert Ley, stellen sich bis 11.30 Uhr auf dem Pariser Platz auf und fahren ge­schlossen zur Reichskanzlei.

4. 14 Uhr: Festsihung der Reichskul­

turkammer in der Staatsoper Unter den Lin- den. Festliches Präludium von Strauß. Rede des Präsidenten der ReichskulturLammer Dr. Goeb­bels und Verkündung des Film- und Buchpreifes 1933. Festmusik aus Lohengrin von Wagner. Es spielt die Staatskapelle Berlin unter Leitung von Professor Heger.

5. 16 Uhr: Staatsakt auf dem Tem­pelhofer Feld. Ankunft des Führers. Chor Wo gen Himmel Lichen ragen". Eröffnung: Reichsminister Dr. Goebbels; Rede des Führers, Horst-Wesfel-Lied, Großer Zapfen- streich, Deutschland-Lied. Schlußwort: Stabsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Walter Schuhmann. Es spielen fünf Wusikkorps der Reichswehr unter Leitung des heeresmusikinspizien- ten Professor Schmidt. Ls singen 2000 Sänger des Berliner Sängerbundes unter Leitung des Bundeschormeisters Studienrat Wiesner.

6.19.15 Uhr: Schlußkundgebung im Lustgarten. Rede des preußischen Winisterprä- sidenten General Hermann Göring. Ls spielen fünf vereinigte Wusikkorps der Reichswehr unter Leitung des heeresmusikinspizienten Professor Schmidt.

Englische Besorgnisse über den Zinsendienst der deutschen Anleihen.

London, 27. April. (DNB.) Die englische Presse meldet, daß die englische Regierung durch ihren Botschafter in Berlin ihre Besorgnisse über eine mögliche Anwendung eines Transferaufschubs f Ü r die Dawes- und Pounganleihe ausgedrückt habe. Der Schritt der englischen Regierung, so schreibtEve- ning Standard", sei durch die Gerüchte veranlaßt worden, nach denen die deutsche Regierung be­absichtige, die Zahlungen für die Dawes- und Young anleihe einzu stellen. Die englischen Besitzer dieser Anleihen hätten bisher eine Entwertung von über 6 Millionen Pfund in dem Markwert ihrer Bonds durch deren Preisfall erlitten. Die Zeitungen fügen hinzu, daß die eng­lischen Investoren zu einem Ausmaß von rund 24 Millionen Pfund an der Dawes- und Young- anleihe interessiert seien.

Die deutschen Anleihen, die am Freitag­morgen an der Londoner Börse schwach notiert waren, zogen auf die Nachricht von dem englischen Schritt in Berlin beträchtlich an. So wurde z. B. die 7 v. H. Dawesanleihe nach einer anfäng­lichen Aufzeichnung von 71 später mit 73,75 Punk­ten notiert. Auch die Youngcmleihe zog um einen Punkt auf 46,75 an.

DieTimes" schreibt in einem Leitartikel: Die Rundfunkrede Dr. Schachts habe klar genug ge­zeigt, daß eine Einstellung des deutschen Bar­transfers erwogen werde. Man wisse aber noch nicht, daß diese, auch die Dawes- und Younganleihe umfassen werde. Die deut- che Regierung könne die wirkliche Bedeutung der

der deutschen Währung zu gefährden, weil d i e Einschränkungsmaßnahmen der an» deren Staaten Deutschland nicht mehr die Erzielung eines Ausfuhrüberschusses ermöglichen. Man könne allerdings bereitwillig zugeben, daß die internationale Handelslage sich während der letzten vier Jahre derart verschlechtert habe, daß es Deutschland unmöglich ge­worden sei, seinen Schuldendienst im vollen Umfange zu erfüllen. Trotzoem bleibe die Tatsache bestehen, daß die deutsche Handelsbilanz in Wirk­lichkeit weitgehend durch die Politik der Reichs­bank und der Regierung beeinflußt sei. Es bestehe alle Veranlassung zu der Hoffnung, daß Dr. Schacht noch nicht sein letztes Wort gesagt habe. Es müsse ihm sicherlich klar sein, daß eine glatte Derweige- rung einer angemessenen Regelung unvermeidlicher­weise die Gläubiger zwingen würde, zu Gegen­maßnahmen zu greifen.

Auch französische Darstellungen?

Paris, 28. April. (DNB.-Funkspruch.) Ein großer Teil der französischen Presse weist auf die Bedeutung der englischen Vorstellungen hin, denen sich angeblich auch die französische Re­gierung angeschlossen hat, und spricht von einerWarnung", die Deutschland erteilt worden sei. Der Berliner Berichterstatter der Havasagentur schreibt: Man weiß noch nicht, in welchem Maße Dr. Schacht seine Haltung wird beibehalten können. Die Gläubiger Deutschlands seien angesichts einer Erklärung, daß Deutschland den Transfer seiner Schulden einstellen wolle, entschlossen, sehr ernste Einwände geltend zu machen. Das WirtschaftsblattJournee industrielle" erklärt, die neue Transferkonferenz bedürfe keineswegs langer Kommentare. Sie werde mehr oder weniger e i n vollständiges Moratorium gutheißen.

korrekten, aber unzweideutigen Fassung der eng­lischen Vorstellungen nicht mißverstehen. Das von den . deutschen Finanzbehörden geplante Vorgehen tütze sich auf die Auffassung, daß der Transfer von Zinszahlungen ünmöglich sei, ohne die Stabilität

Das Gesetz zur Llebersiihrung der Landeskirche Aassau-Hessen in die Deutsche Evangelische Kirche Einstimmige Annahme in der Darmstädter Landessynode.

LPD. Darmstadt, 27. April. Als bedeutsam-

,Der Führer will die kirch- i Interesse

Die Evangelische Landeskirche Nassau-Hessen ist unter Wahrung des vorhandenen Bekennt­nisstandes willens, das Werk der Einigung des deutschen Protestantismus unter der Führung des vom Vertrauen des Volkskanzlers getra­genen Reichsbischofs im Dritten Reich mit zu vollenden. Sie erklärt ihre Bereitschaft, ihre Kirchenhoheit einer geeinten deut­schen evangelischen Kirche zu über­tragen. Zur Vorbereitung dieses Werkes haben der Landesbischof und der Landeskirchen­rat unter Zustimmung der Landessynode fol­gendes Kirchengeseh einstimmig beschlossen: Die Befugnisse des Landeskirchen­rates und der Landessynode der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen wer- den der Deutschen Evangelischen Kirche mit der Ermächtigung übertragen, auch versafsungsändernde Kirche n- gesehe zu erlassen. Der Landesbischof wird dem Reichsblschof unterstellt. Zur Begründung des vorgelegten Entwurfes

der Reichsbischof:

Was hier geschehen ist, ist für unsere Freunde, für unsere Brüder und Schwestern draußen im Lande eigentlich eine Selbstverständlichkeit. In dieser Zeit

damit auch als Präsident der Landessynode nie» b e r g e l e a t habe. Es erfolgt die W a h l d e s Vorstandes der Synode. Präsident Kipper erklärte darauf u. a.:2;;* d' "' '

teüt ben Antrag, ben Lanbesbifchof zum l i ch e Einheit. Sie liegt nicht nur im Vorsttzenben zu wählen. Der Antrag wirb ange-1 bes ganzen deutschen Volkes, sie ist auch für die nommen. Der Landesbischof. ernennt zu feinen Kirche selbst eine Notwendigkeit. Der Ausbau einer Stellvertretern die Oberlandeskirchenräte t tk- - r ~ - - -

Walther und O l f. Es erfolgt darauf die' Be­ratung des Kirchengesetzes. In dem oorgelegten Entwurf heißt es:

Wten, äußeren Ordnung, die rechtliche Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche, soll vollendet wer­den unter Berücksichtigung d e s Be­kenntnis st andes und des geschichtlich gewordenen Eigenlebens. Rechtlich ist zu dem Gesetz zu sagen: Mit ihm wird die Landeskirche Nassau-Hessen als Rechtssubjekt nicht ausgelöscht, sie bleibt Landeskirche. Es ist schon daraus ersichtlich, daß der Landesbischof als Organ bestehen bleibt Er wird aber dem Reichsbischof unterstellt. Im übrigen werden die Organe der Landeskirche er­setzt durch die Organe der Reichskirche Es wird eine neue Landessynode gebildet die voraussichtlich aus einer Verkleinerung der jetzigen bestehen wird. Es ist selbstverständlich, daß der Bekenntnis st and der Gemein­den gewahrt bleibt. Schon nach der Reichskir- chenverfassung ist es ausgeschlossen, daß die Bestim­mungen über Bekenntnis und Kultus durch Versa - sungsänderungen abgeändert werden. Nach dieser Seite hin brauchen keinerlei Sorgnisse zu bestehen

Der Landesbischof stellt nach Befragung der Synode fest, daß diese ihrerseits dem Gesetz z u st i m m t. Darauf erklärt

führte der Landesbischof u. n folgendes aus: Das große Ziel der Bewegung, das jetzt durch die evangelische Kirche geht, ist, daß wir auch auf kirchlichem Gebiet dasselbe erreichen, was wir auf staatlichem Gebiet erreicht haben, einen straffen engen Zusammenschluß. Die Zersplitterung in Landeskirchen tft noch nicht be­hoben. Adolf Hitler wartet darauf, daß die Eini­gung in Erscheinung tritt. Die altpreusische Union nat ihre Kirche bereits in die Reichskirche über­führt. Ihre Organe sind der Reichskirche unterstellt. Es ist a n uns, de n n ä ch st e n Schritt zu tun.

ter Teil der gestern in Wiesbaden erfolgten Amts­einführung des Landesbischofs der Landeskirche Nassau-Hessen Dr. Dietrich durch den Reichs­bischof Ludwig Müller folgte heute in Darmstadt d i e Annahme des entscheidenden Kir- chenaesetzes über dieUeberfragung der Be- ugnisse des Landeskirchenrats und' der Landes- ynode der Evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen auf die Deutsche Evangelische Kirche". Der ersten Tagung der Landesfynode wohnten Reichs­bischof Müller, der Rechtswalter der Deutschen . Mw M c w 14 lulu

Evangelischen Kirche Ministerialdirektor Dr. Jäger!Das ist selbstverständlich zunächst ein Opfer, und Oberschulrat Großmann als Vertreter der > das wir bringen. Wir bringen es aus nationalsozia- hessischen Staatsregierung bei. ! listischer Disziplin. Wenn Adolf Hitler es wünscht,

Nach Schnftlesuny und Gebet eröffnete Landes- j wissen wir, daß es notwendig ist für das Volks- b'fchof Dr. Dietrich die Synode und teilte mit,! ganze. Wir tun den Schritt, weil wir den Wil- daß der bisherige Präsident der Synode Pfarrer jlen zum Ganzen haben. Der Landeskirchenrat D. Berck (Roßdorf) fein Amt als Synodale und i hat dieses Gesetz einstimmig beschlossen.

damit au» als DEd-nt der Landes,anade nie. Ministerialdirektor Jäger

ber Frelzüglgkett, wo die Deutschön vurch alle Sand- schäften hindurchgewürfelt werden, lebt ein aus- gesprochener Wunsch, zu einer Einheit zu kommen. Gerade die junge Generation ist nicht zufrieden damit, wenn man über die Dinge des seelischen nur redet. Sie will sie persönlich erleben. Sie sucht nach Innerlichem, und dies steht hinter dem Aeußeren, was jetzt geschieht, daß wir diese deutsche evangelische Kirche ihnen gu einer inne« ren Heimat machen, daß sie in ihr Heimat haben überall in deutschen Landen, wo sie auch sind, daß sie mithelfen und aufbauen, werden sie uns danken. Der Reichsbifchof schloß mit dem Wunsch, das, was heute in der evangelischen Kirche nach Er- füllung und Vollendung rufe, möge zum besten der Kirche' reifen, daß das Evangelium wieder le. b-endige Kraft tm deutschen Lande und die Ar­beit des Alltags ein Lobpreis des ewigen Gottes werde. Das fei fein Segenswunsch für die Landes­kirche und für die Kirche, die wir in Deutschland bauen.

Der Landesbischof dankte dem Reichsbischof für feine Segenswünsche und gelobte ihm Treue. Die Tagung schloß mit einem Gebet des Prop­stes K n o d t, einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler und dem Horst-Weffel-Lied.

Banse hatte niemals einen wehr- wiffenschastlichen Lehrauftrag.

Berlin, 27. April. (DNB.) Amtlich wird mit» geteilt: Die Diskussion über den ehemaligen Pro­fessor Ewald Banse und seine in Deutschland verbotenen Bücher ist in einem Teil der auslän­dischen Presse noch nicht verstummt. Die Tatsache, daß es sich bei den von Banse vertretenen Auffas­sungen lediglich um private Meinungs­äußerungen handelt, ist zwar im Auslande zur Kenntnis genommen worden. Jedoch wird immer wieder versucht, durch die Aufstellung der fälschlichen Behauptung, daß Banse unverändert weiter wehr­wissenschaftliche Lehrtätigkeit ausübe, diesen als offizielle Persönlichkeit des neuen Deutsch­land, noch dazu mit pädagogischem Einfluß, hinzu» stellen. Hierdurch soll in der Öffentlichkeit der Ein­druck erweckt werden, daß entgegen den bereits frü­her erfolgten amtlichen deutschen Mitteilungen doch ein Zusammenhang zwischen den unverant­wortlichen Ansichten des Herrn Banse und den Auffassungen der deutschen Reichsregierung bestünde. Demgegenüber wird abschließend festgestellt, daß Herr Banse niemals einen wehrwissen - schaftlichen Lehrauftrag gehabt hat. Er hatte lediglich an der Technischen Hochschule Braun­schweig einen Lehrstuhl für Erdkunde (Ge­staltende Geographie) inne. Dieser ist ihm ent­zogen worden. Desgleichen ist ihm der Titel Professor" abgesprochen worden. Herr Banse lebt jetzt als Privatman in Braun­schweig.

Der Führer de« Reichsverbandes deutscher Offiziere beim Kanzler.

Berlin, 27. April (DNB.) Der Reichskanzler emp- fing im Beisein des Staatssekretärs Dr. L a m m e r s den Führer des Reichsverbandes deutscher Offiziere, Generalmajor a. D. Graf von der Goltz mit den Herren seines Stabes, General der Infanterie a. D. von T f ch i f ch w i tz (1. Stellvertreter), Oberst a. D. Reinhardt (2. Stellvertreter), Major a. D. von Wiese und Kaisers (Chef des Führer­stabes) und Major a. D. Schliensmann (Ad­jutant). Generalmajor a. D. Graf von der Goltz mel­dete dem Führer, daß der Reichsoerband deutscher Offiziere hinter ihm stehe und trug den Zweck und die Ziele des RDO. vor.

SroßerWahlsieg der Deutschen Gewerk- schafissront auf zwei Gaargruben.

S a a r b r ü cf e n, 27. April. (DNB.) Am 26. April fanden die Wahlen der Arbeiterausfchüffe für die Gruben St. Ingbert und Bexbach statt. Drei Rich­tungen kämpften erbittert um die Mandate. Es standen sich gegenüber: Der Gewerkverein Christlicher Bergarbeiter Saar (Deutsche Gewerkschaftsfront), der Verband der Bergbauindustriearbeiter (Freiheitsfront) und die Kommunisten.

Es erhielten Stimmen auf Grube St. Ing­bert: Gewerkverein 3127 Stimmen, vier Sitze, Verband der Bergbauindustriearbeiter 1810 Stim­men, zwei Sitze, Kommunisten 97 Stimmen, 0 Sitze. Grude Bexbach: Gewerkverein 497, drei Sitze, Verband der Bergbauindustriearbeiter 39 Stimmen, 0 Sitze. Kommunisten waren nicht aufgestellt.

Das Wahlergebnis stellt somit einen überwältigen­den Sieg des Gewerkoereins Christlicher Bergarbei­ter Saar (Deutsche Gewerkschaftsfront) dar.

Fraser, Vorsitzender der Transfer­konferenz.

Berlin, 27. April (DNB.) Die Konferenz zwischen den Vertretern der Gläubiger der lang- und mittelfristigen deutschen Auslandsschulden und den Vertretern der R e i ch s b a n k ift am Freitag zusammengetreten, ßeon Fraser, der Präsident der Bank für inter­nationalen Zahlungsausgleich in Basel, wurde ein­stimmig zum Vorsitzenden gewählt. Zum Sekretär wurde Direktor B l e s s i n g von der Reichsbank ernannt. Es fand ein vorläufiger Ge­dankenaustausch über das Transfer-Problem statt, der zur Bildung von zwei Untertommitees mit technischem Charakter führte, die ihre Arbeiten sofort aufnehmen.

Oer amerikanische Gonder- gesandie Child in Berlin.

Berlin, 27. April. (DNB.) Die amerikanische Botschaft veranstaltete anläßlich des Eintreffens des vom Staatssekretär der Vereinigten Staaten in be­sonderer Million auf eine europäische Rundreise entsandten Sondergesandten Richard Mashburn Child einen Empfang. Der Sondergesandte hat dem Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, einen Besuch abgestattet. Er und Freiherr von Neurath haben zu gleicher Zeit in Rom als Botschafter gewirkt und sind seit dieser Zeit persönlich befreundet. Child hat außerdem Noch Besprechungen mit Vertretern der Dank- und Jn- buftrieroelt gehabt und dem Reichswirtschaftsmini­ster einen Besuch abgestattet. Child beabsichtigt, auch mit weiteren Vertretern des staatlichen und wirt­schaftlichen Lebens Deutschlands in Fühlung zu tre­ten und einigen Mittelpunkten der deutschen In­dustrie einen Besuch abzustatten. Child erklärte, die Welt müsse begreifen, daß nur eine plan- mafjige Weltwirtschaft mit einiger Wahr- scheinlichkeit uns von der rückläufigen Bewegung befreien könne, die dahin gehe, daß immer kleinere Wirtschaftseinheiten auf der Basis der Autarkie zu leben versuchten. Nach seiner persönlichen Meinung