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Aus -er Provinzialhauptstadt.

Karfreitag.

Die KarfreUagsfeier hat ein doppeltes Gesicht. 2)er Todestag Jesu wird von den Christen zunächst als ein Tag der Trauer gefeiert. Das WortKar" ist von dem gotischen WorteKara^ abgeleitet, es bedeutet Klage, Wehegeschrei. Unter dem Kartag versteht man den Klagetag für einen Verstorbenen. In alter Zeit warfen sich die Priester, wenn der Karfreitag gekommen war, bei gelöschten Lichtern in Bußgewändern an den Stufen des Altars nie­der und verharrten lange Zeit im Gebete. Im Be­reiche der katholischen Kirche läuten heute noch Nllyt am Sterbetage Jesu die Glocken, in süddeut­schen Landesteilen gehen Knaben durch die Dörfer und laden mit hölzernen Klappern zum Gottes-« dienste. Lieder, die in der evangelischen Kirche ge­sungen werden, sind gleichfalls auf den Ton der Klage gestimmt. Der Dichter Johann Rist, der uns gewaltige Lieder gegeben hat, beginnt ein Karfrei- taaslied mit den Worten:0 Traurigkeit, o Herze­leid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters eigner Sohn wird ins Grab getragen." Aber wie bet; Sonnenglanz ein Schneefeld, das vom Rebel bedeckt, soeben noch öde und unwirtlich aussah, mit einem Male mit goldenem Lichte überflutet, so ist der Karfreitag für die Christen auch'wieder ein Tag der Herrlichkeit. Er ist ein Wendepunkt der Welt­geschichte, an diesem Tage hat Jesus das größte vollbracht, durch seinen Opfertod der Welt das Heil erworben.

In seinem Leiden und Sterben hat er, der in ruhigen Tagen in längeren Ausführungen vom Reiche Gottes und feiner Gerechtigkeit geredet hat, sehr wenig gesprochen, was er aber gesprochen hat, sind Worte des Friedens:Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Ich bin ein König, ich bin dazu ge­boren und in die Welt gekommen, daß ich für die Wahrheit zeugen soll. Weib, siehe, das ist dein Sohn! Siehe, oas ist deine Mutter! Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Vater ich befehle meinen Geist in deine Hände." Jesus stirbt in vollem Frieden mit seinem Gott, der ihm so Schweres auferlegt hat.

Von feiner Person, seinen Reden, besonders von seinem Leiden und Sterben, ist Friede hinaus in die Welt gegangen. Seitdem er gestorben ist, sind über die Welt die größten Veränderungen einher- hergegangen, unverändert ist aber seine Einwir­kung auf die Menschen geblieben. Man kann das nicht darlegen, wie man einen physikalischen Vor­gang barlegt, nicht beweisen, wie man einen Lehr­satz ber Mathematik beweist. Religion ist im letzten Grunbe irrational, mit ber Vernunft, mit bem Ver­stände nicht zu erfassen.

Paulus spricht von dem Geheimnis der Erlösung ber Menschheit durch Jesus. Aber die Tatsache be­steht in aller Welt und zu aller Zeit, daß Meyschen, die durch ihre Schuld, durch Fügungen des Schick­sals, durch den Gedanken an ihr rasch dem Ende entgegeneilendes Leben angefochten und niederge­beugt waren, durch den Glauben an Jesus und seinen Opfertod gefestigt wurden und Frieden fan­den. Drei Zeugnisse seien hierfür angeführt. Voran soll Paulus stehen, der in der Urzeit der christ­lichen Kirche Griechen und Römern den Gekreuzig­ten verkündigt hat. Den Kolossern hat er geschrie­ben: ,Es ist das Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen sollte und alles durch ihn ver­söhnt würde zu ihm selbst, es sei auf Erden ober im Himmel, bamit, daß er Frieben machte burch bas Blut an seinem Kreuz, burch sich selbst." Ihm soll folgen ein Mann aus dem Reformationszeitalter, ber frühere Mönch und spätere evangelische Prediger Nikolaus von Hof, der in einem Liede sagt:All' Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen, gib deinen Frieden, o Jesu!" In würdiger Weise schließt diese Reihe der katholische, deutschgesinnte, westfälische, vielen durch sein EposDreizehn- linden" bekannte Arzt Friedrich Wilhelm Weber mit dem Verse:

Und schlaf ich längst schon unter Friödhosslinden, das sollst du stets bewahren im Gedächtnis als meiner Liebe teuerstes Vermächtnis:

Es ist kein Heil als nur im Kreuz zu finden." H. B.

Neuer Provinzialrat der Provinz Oberheffen.

Der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen ernannte in feiner gestrigen Sitzung den lang­jährigen Ortsgruppenleiter der NSDAP, und Direk­tor der Bezirkssparkasse in Alsfeld, Rechtsanwalt Vogt- Alsfeld, zum Provinzialrat der Provinz Oberhessen. Provinzialrat Vogt hat das Amt des Prvvinzialrats nach der Beur­laubung seines Vorgängers bereits seit Ende No­vember v. I. kommissarisch verwaltet.

Uebernahme von lieichsbürgschasten für den Meinwohnungsban.

Der Hessische Staatsminister gibt bekannt: Auf Grund des Abschnittes IV 1 und 3 der Bestimmun­gen des Reichsarbeitsministers für die Uebernahme von Reichsbürgschaften für den Kleinwvhnungsbau vom 28. Februar 1934 wird angeordnet:

1. Oberste Landesbehörde im Sinne der Ziffer 1 und 3 des Abschnitts 4 ist das Hessische Staats­ministerium, Ministerialabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft).

2. Die Anträge auf Uebernahme einer Reichs- bürgschaft für den Bereich des Volksstaates Hessen sind bei der genannten Stelle einzureichen.

Oer Oienstbeirieb bei den Keichs- behörden am Ostersamstag.

Am Ostersamstag wird, entsprechend einem Be­schluß der Reichsregierung, der Dienst bei den Reichsbehörden als Sonntagsdienst gehandhabt Die Behörden der preußischen Staatsverwaltung, der Gemeinden und Gemeindeverbände werden entspre­chend diesem Beschluß der Reichsregierung eben­falls am Ostersamstag den Dienstbetrieb nach den Vorschriften über den Sonntagsdienst regeln. Be­sondere Mitteilung an die Behördenleiter ergeht nicht mehr.

Oer Oberbann Oberheffen der HZ. kommt nach Bad Nauheim.

Der Oberbann Oberhessen der HI., der bisher seine Geschäftsräume in Friedberg hatte, wird in nächster Zeit nach Bad-Nauheim übersiedeln Dem Oberbann wird dort das frühere HotelReichshof" zur Verfügung stehen.

GtammeSappell

des StammesWelfen", Gießen.

Am vergangenen Dienstag fand auf dem Trieb der erste große Appell des StammesWelfen" statt. Danach begann die großeHeerschau".

Gaarkundgebung in Gießen.

An den Osierfeierlagen haben wir etwa dreißig Volksgenossen aus dem Saargebiet zu Gast in unserer Stadt. Zum Zeichen der Verbundenheit mit ihnen in ihrem Kampfe um ihre deutsche Heimat grüßen von allen deutschen Hau­sern die Fahnen des Dritten Reiches. Die Fahnen werden gehißt am ersten Osterfeiertag, um 16 Uhr. Keine deutsche Familie wird eine Aus­nahme machen.

Am er st en Osterfeiertag um 18 Uhr am Bahnhof feierliche Begrüßung der Saardeut­schen durch die Stadt. Ls spricht der Beigeordnete der Stadl Gießen, pg. Bartholomäus. Ls wirkt mit der Spielmannszug des Gießener Jung­volkes. Anschließend bringen wir die Gäste an ihr Onckrtier. Es ist eine selbstverständliche Pflicht, daß jeder erscheint, der erscheinen kann, vor allen Dingen die deutsche Jugend.

Am zweiten Osterfeiertag um 15 Uhr aus dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 auf dem Trieb große Saarkundgebung unter Mtwirkung der SAR.-Kapelle, der SA., der $)3n des Jungvolks.

Für sämtliche Gießener vereine ist es Pflicht, an dieser Kundgebung teilzunehmen. Jeder Vereins­führer ist persönlich dafür verantwortlich, daß sein Verein geschlossen teilnimmt Geschlossen leil- nehmende Vereine und Formationen erhalten Karten zum verbilligten Preise (30 Pf.). Die Vorverkaufsstelle für sämtliche Vereine ist bei Pg. Karl Keiner, Bahnhofstraße 8 (Laden), da die Kreisleitung vor den Feiertagen geschlossen ist. Anzugeben ist der Karne des Vereins, des Vereins­führers und die Anzahl der Teilnehmer. Unifor­mierte haben auch verbilligten Eintritt.

An der Kundgebung nimmt die S A. - R e f e r v e teil. Abmarsch um 14 Uhr vom Lokal des Pg. S o l- dan mit der Kapelle nach dem Sportplatz.

Im Anschluß an die Kundgebung findet ein Fuß­ballspiel gegen den Saarverein 07 Saarbrücken statt.

heil hitlert

Oie Kreisleitung Gießen.

gez.: Schmelz, Kreispropagandaleiter.

t b o l o m a u s ausfallen. Nächste Sprechstunde am Mittwoch, 4. April, von 11 bis 13 Uhr.

* * Das Finanzamt am Samstag ge­schlossen. Wie uns von zuständiger Stelle mit- geteilt wird, sind die Kassen und die Diensträume des Finanzamtes am Samstag geschlossen.

* * Omnibusverkehr zum Schiffen­berg. Vom Karfreitag ab verkehrt der Omnibus nach dem Schiffenberg wieder täglich. (Siehe heutige Anzeige!)

* * D l e Gießener Wochenmärkte be­ginnen vom nächsten Dienstag ab um 7 Uhr und enden um 13 Uhr.

* * Die neuen Dienststunden der All- gemeinen Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen betrifft eine Bekanntmachung im heu­tigen Anzeigentell. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen.

** Personalien im Feldbereini. aungsbienft. Versetzt wurden auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums vom 7. April 1933: der Oberver­messungssekretär Peter Kopf beim Vermessungs­amt in Oppenheim in die Stelle eines Oberoermes­sungssekretärs beim Feldbereinigungsamt Ober­hessen, Dienststelle Lauterbach; der Obervermes­sungssekretär Georg S ch l ö r b beim Vermessungs- amt in Büdingen in die Stelle eines Obervermes- sungssekretärs beim Feldbereinigungsamt Ober- Hessen, Dienststelle Lauterbach; beide mit Wirkung vom 1. April 1934.

Der neueingesetzte Stammführer Ernst Hasen- z a h 1 richtete zunächst einige Worte an die Jungen.

Die einzelnen Fähnlein zogen sich auseinander, um das zu zeigen, was in der Winterarbeit er­arbeitet wurde. Ueberall wurde gesungen, und zu­weilen hörte man dazwischen das dumpfe Dröhnen der Landsknechtstrommeln und die Hellen Klänge der Fanfaren. Voll Staunen konnte man bemerken, daß die Jungen auch Feldtelephon legten. An der Sammelstelle der drei Leitungen herrschte reger Be­trieb. Meldungen wurden durchgegeben und ausge­nommen Ständig rasselte das Telephon. Dort drü­ben baute das Normannenfähnlein ein großes Sech- zehner-Zelt, in- dem weit über vierzig Mann Platz hatten. Andere wieder morsten eifrigst.

Der Appell fand feinen Abschluß mit einem zackigen" Marsch durch die Stadt.' Er zeigte, daß das Deutsche Jungvolk zur Fahrt und zum Lager­leben gewappnet ist. Hoffentlich sind auch die El­tern unserer Jungen in ihrer Unterstützung und in ihrem Verständnis so bereit, wie es unsere Jungen für die kommende Arbeit im Sommer sind.

Ibn. 1/116.

Gottesdienstliche feiern am ersten Schultage derSchulanfänger

EPH. Der Landesbischof der evangelischen Landes­kirche Nassau-Hessen hat folgendes verfügt:

Erfreulicherweise ist in den letzten Jahren in ver­schiedenen Landeskirchen die alte Sitte wieder auf­gelebt, den ersten Schultag der Schulanfänger durch eine gottesdienstliche Feier zu begehen. Es ist zu wünschen, daß dieser Brauch in der ganzen deutschen evangelischen Kirche ausgenommen wird, und es erscheint der Beginn des Schuljahres 1934 für Wiederaufnahme oder Neubeginn dieser Sitte ganz besonders geeignet. Zu Beginn dieses Schuljahres tritt erstmalig ein Jahrgang Kinder in das Schul­leben ein, welches neu gestaltet wird durch das Dritte Reich, in dem Staat und Kirche gemeinsam an der Erziehung der deutschen Jugend arbeiten.

Ich ersuche daher die Herren Geistlichen, die Veranstaltung von Schulanfängerandachten nach Möglichkeit durchzuführen, zu denen vornehmlich die Schulneulinge, deren Eltern, Paten und Lehrer, sowie die .Mitglieder der kirchengemeindlichen Körperschaften einzuladen sind. Die Einrichtung der Feiern soll im Einvernehmen mit der Schule ge­schehen.

Fristgemäße Fertigstellung von Instandsetzungsarbeiten.

Von der Bürgermeisterei Gießen wird uns mitgeteilt:

In den letzten Tagen mehren sich die Anträge auf Verlängerung der Fertigstellungstermine für die mit Reichszuschuß durchgeführten Jnstandsetzungs- arbeiten. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß die in den Vorbescheiden auf Grund der Anträge eingesetzten Termine für den Beginn und die Fer­tigstellung der Arbeiten unter allen Umständen ein­zuhalten sind. Es geht nicht, daß die Arbeiten erst Wochen nach der Zustellung des Vorbescheides be­gonnen werden, und es entspricht nicht den Anord­nungen der Relchsregierung, die ein großes Inter­esse daran hat, daß die vorgesehenen Arbeiten auch baldigst durchgeführt werden.

In den nächsten Tagen werden in dieser Richtung bei sämtlichen Antragstellern Revisionen vorgenom­men und überall ba, wo die Arbeiten nicht recht­zeitig begonnen und fertigestellt wurden, die Reichs­zuschüsse zurückgezogen. Eme Verlängerung der Fertigstellungstermine kommt nur da in Frage, wo wegen klimatischer Verhältnisse eine Fertigstellung nicht möglich war; dies dürften also in der Haupt­sache nur die Außenarbeiten fein. In diesem Sinne ist auch die Aeußerung der Reichsregierung, die vor einigen Tagen durch die Presse ging, aufzufassen.

Osterausstellung

ber Hausfrauenberatung

Die Osterausstellung der Hausfrauen-Beratung hatte den Zweck, den Hausfrauen Anregung zu geben, das Heim und den Tisch auch mit geringen Mitteln österlich zu gestalten. Mit Farbe, Pinsel und wenig Papier waren aus Eiern die drolligsten Ge­sichter, wie Clown, Chinese und andere entstanden. Besonderen Gefallen erregten die Frösche, Fische und Hasen, die den Kindertisch schmückten, dessen Aussehen noch eine kleine Torte mit winzigen Häs­chen und ein schwebender Kranz, an dem Eier an bunten Bändern herunterhingen, verschönte. Sehr niedlich waren sechs Häschen aus Wolle gefertigt, die als Eierwärmer bestimmt waren. An Back­waren wurde gezeigt, wie auch der einfachste Kuchen zum Festkuchen werden kann. <

Am Dienstag nachmittag fand eine Kochvorfüh­rung über die Verwendung von Matte im Haus­halt statt. Matte, im Norddeutschen auchQuark" oderStippkäse" genannt, ist bekanntlich ein eiweiß­haltiges Produkt aus Magermilch, billig, nahrhaft und wohlschmeckend, wenn es richtig zubereitet roirb In einem Vortrag gab Frau Kalbfleisch zlnregung zu gesteigertem Milchverbrauch Die Viel- seitigkeit der Verwendung gestatte, so führte die Vortragende u. a aus, den Verbrauch von 1 Pfund S!aüe und Woche. Man könne Klöße aus l Auflauf und Torte, auch schmack­

hafte Plätzchen und Brötchen bereiten Kalte Matte- speisen und Brotaufstrich seien ebenfalls herzustellen. 'Zum Schluß konnten sich die Anwesenden durch zur

Verteilung gelangende Kostproben, von der Güte der Gerichte überzeugen.

Gletzener TSochenrnarktpreise

* G i e ß e n, 29. März. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 9, Wir­sing, bas Pfund (gelb) 18 bis 20, Weißkraut 15, Rotkraut 15 bis 18, Gelbe Rüben 12, Rote Rüben 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosen­kohl 35^ Pf., Feldsalat 1, Mark, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 35 bis 40, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3, Mark, Aepfel, das Pfund 15 bis 25 Pf., Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 20 bis 25, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 15 bis 20 Pf.

Bornottzen.

Tageskalender für Donnerstag. Kreisbetriebszellenabteilung Gießen: 18 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Besprechung sämtlicher Betriebszellenobmänner des Kreises Gießen. Ortsgruppe Gießen-Nord: 20.30 Uhr, Kaufmänni­sches Vereinshaus, Sitzung der Politischen Leiter. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Stoßtrupp 1917". Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung.

Tages kalender für Karfreitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Stoßtrupp 1917".

Heiterer Bunter Abend in der V o 1 k s h a 11 e. Am Samstag, 14. April, findet in der Volkshalle ein heiterer Bunter Abend statt. Der schwäbische Humorist Willy Reichert gibt mit seinem Ensemble ein Gastspiel. (Siehe heutige Anzeige.)

* * Das Gießener Stadttheater mor­gen geschlossen. Die Leitung des Stadttheaters gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß am morgigen Karfreitag das Stadttheater geschlossen ist.

* * D i e Büros der städtischen Dienst­stellen undBetriebesind am Karsams­tag geschlossen! Auf Anordnung des Hess. Staatsministeriums sind die Büros der städtischen Dienststellen und Betriebe am Karsamstag geschlos­sen. Aus dem gleichen Grunde muß auch die Sprechstunde des Beigeordneten Bar-

** Weidmannsheil! Die Schnepfen sind d a! Man berichtet uns: Das Mitglied des Hessischen Jagdklubs Dentist Fritz Friedrich er­legte äm 15. März die erste und am 28. März die zweite Waldschnepfe auf dem diesjährigen Zuge im Gießener Stadtwald. Der Strich war vom 12. bis 17. März gut, so daß man an jedem Abend zwei oder drei Schnepfen streichen sehen konnte. Dom 18. bis 27. März setzte der Strich vollkommen aus, so daß anzunehmen ist, daß die Langschnäbel durch den eingetretenen Schneefall in den Hochgebirgen und in Südfrankreich den Zug nach Norden, in ihre Brutheimat, unterbrochen haben. Im ersten Tell des Striches kamen fast alle Schnepfen stumm, außer einigen Ausnahmen. Der jetzige Strich ist laut, die Pärchen kommen, auch Männchen, puitzend und quorrend gestrichen. Es ist nun an der Zeit, daß der Weidmann mit seinem treuen Begleiter, dem Hund, abends zum Strich in sein oder ins Revier befreundeter Jäger wandert. Der Hvnd ist unbe­dingt nötig und soll unangeleint neben dem Jäger sitzen, ,da es im Bestände schon sehr dunkelt ynb geflügelte Schnepfen sofort apportieren Fann, da durch hohes Gras, Dorn und dürres Laub die Sicht für den Jäger in den meisten Fällen behindert ist und so angeschossene Schnepfen verloren gehen.

** Zwischenprüfung der Frifeurlehr- linge. Am Montag fand, veranlaßt von der Fri- seur-Zwangs-Jnnung Gießen wie man uns be­richtet im Katholischen Vereinshaus die Zwi­schenprüfung der Lehrlinge im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr statt. 30 Lehrlinge und 7 Lehr­mädchen unterzogen sich der Prüfung. Die Lehr- linge hatten ihr Können im Messerabziehen, Rasie­ren, im Haarschneiden und in Haararbeiten zu zeigen. Die Lehrmädchen wurden im Legen" von Wasserwellen, im Ondulieren, in der Handpflege und ebenfalls in Haararbeiten geprüft. Alle Teil­nehmer der Prüfung wetteiferten miteinander um die besten Leistungen, so daß es der Prüfungskom­mission schwer fiel, die von der Innung ausgesetz­ten Preise gerecht zu verteilen. Nach Abschluß ber Prüfung hielt Jnnungsmeister Jakob Schäfer eine kurze Ansprache, in der er die Prüflinge ermunterte, weiterzustreben, damit jeder zu seinem Teil Ehre und Achtung für seinen Berus in Anspruch nehmen könne. Jnnungsführer Schäfer dankte den er­schienenen Meistern, Gehilfen und Eltern der Lehr­linge für das bewiesene Interesse, und der Prü­fungskommission für ihre Mühewaltung.

MgermeisterversallMllW des Kreises Gießen.

Unter starker Beteiligung der Bürgermeister des Kreises Gießen fand gestern nachmittag im Saale des Hauses der Deutschen Arbeitsfront in Gießen eine Versammlung der Kreisabteilung Gie­ßen des Hessischen Gemeindetages statt. Bürgermeister Euler (Wieseck) eröffnete die Ver­sammlung und begrüßte besonders den neuen Kreis­direktor Pg. Klo st ermann, außerdem Ober- regierungsrat Pg. Dr. Schönhals.

Kreisdirektor Pg. Klostermann

umriß dann in einer Ansprache u. a. die Stellung der Bürgermeister innerhalb ihrer Gemeinden. Das Führerprinzip sei, so führte er aus, die Grundlage allen Handelns. Nicht jeder, der heute als Führer gelte, sei Führer; wer heute Bürgermeister sei, werde es vielleicht nicht immer bleiben. Die Ent­wicklung sei nicht abgeschlossen, der Aufbau bei wei­tem noch nicht vollendet. .

Die Verantwortung für die Gesamtheit unseres Volkes trage der Führer. Die große Linie der Poli­tik werde von ihm bestimmt. In den Gauen be­stimme der Gauleiter, in den Orten und Gemeinden der Ortsgruppenleiter.

Das primäre fei immer die Partei.

Die verwaltungstechnische Arbeit innerhalb einer Gemeinde werde vom Bürgermeister verantwortlich geleistet bzw. geleitet. Hier habe ihm niemand drein­zureden Die politische Linie aber bestimme der Orts­gruppenleiter. Wünschenswert sei es, wenn der Orts­gruppenleiter gleichzeitig Bürgermeister sei.

Noch gebe es in den einzelnen Orten viele Ar­beitslose. Das erschwere die Arbeit der Bürgermei­ster gegenwärtig sehr. Noch seien die Gemeinden durch die Arbeitslosigkeit stark belastet. Diesem Um­stand werde erst allmählich abzuhelfen sein. Der Führer habe sich vier Jahre ausbedungen Hier dürfe nichts übereilt werden. Was geschehe müsse zuverlässig geschehen. In Zukunft werde alle ver­waltungsmäßige Arbeit in straffster Weise geleistet werden.

Gewollt fei die Totalität der Bewegung.

An ihrer Spitze stehe wie gesagt der Füh­rer, in den Gauen sei der Gauleiter verant­wortlich und in den Ortsgruppen der Orts­gruppe n l e i t e r. Dem Bürgermeister stehe ein Gemeinderat zur Seite.' Die alleinige Verantwor­tung für sein Handeln trage aber immer der Bür­germeister selbst

In seinen weiteren Ausführungen beschäftiate sich der Redner mit dem Aufbau der Partei­organisation und mit der Organisation des Volkes, die sich in der Form einer Pyra­mide vollziehe und vollziehen müsse. Um in die neue Form ganz hineinwachsen zu können, müs e man den Nationalsozialismus erlebt haben. Alle

Arbeit könne und^se auf große Sicht geleistet werden. Der Bestand des jetzigen Staates sei die Sicherheit dafür, daß diese Arbeit zielbewutzt geleistet werden könne. Der Führer werde immer bleiben. Er könne nicht abgesetzt werden. Und wenn er eines Tages nicht mehr sei, dann werde der von ihm bestellte Führer bleiben. Diese Ordnung sei die Sicherheit und die Grundlage für die Aufbauarbeit. Was ge­baut und geschaffen werde, sei für unsere Nach­kommen.

Der Blick müsse immer auf unser Volk und Vaterland gerichtet bleiben. Unsere ganze Ar­beit müsse darauf hlnzielen, daß das ganze Volk arbeite und konfumiere.

Dann werde Deutschland bald allen Völkern um 10 Jahre voraus sein, weil alle Kraft zusammen­gehalten und nicht verschwendet werde. Der Kräftige werde Bundesgenossen finden, weil man seine orga­nisierte Kraft brauchen könne. Aus der Kraft, die ein gesundes, charaktervolles, rassisch hochgehaltenes Volk aus sich selbst heraus gewinnen könne, werde es sich seinen Bestand über Jahrtausende sichern.

Mit der Aufforderung an die Bürgermeister, ihre Pflicht zu tun und dem Kreisamt zu vertrauen, wie das Kreisamt den Bürgermeistern vertraue, schloß Kreisdirektor Klo st ermann seine mit leb» Haftern Beifall aufgenommenen Ausführungen.

Oie geschäftlichen Arbeiten.

Sodann trat die Versammlung in den geschäft­lichen Teil der Tagung ein, in deren Mittelpunkt ein Vortrag über die Dienstführung der Ortsgerichtsvorsteher stand. Justizinspek­tor A l l e n b ö r f e r = Gießen gab an Hand des Wortlautes der gesetzlichen Bestimmungen mit vie­len praktischen (Erläuterungen einen Ueberblick über die Zuständigkeiten, Pflichten, Aufgaben und Be­rechtigungen des Ortsgerichtvorftehers und umriß die von ihm zu leistende Arbeit in allen Einzelheiten. Der Vortrag, der viel Wissenswertes vermittelte, wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt

Bürgermeister Euler verlas dann eine Anzahl Rundschreiben des Hessischen Gemeindetages, die ebenfalls wertvolle Anregungen für die Arbeit der Bürgermeister in ihren Gemeinden gaben.

Oberregierungsrat Pg. Dr. Schönhals gab an­schließend einige geschäftliche Mitteilungen über den Verkehr der Bürgermeister mit dem Kreisamt be­kannt und wies auf verschiedene Verpflichtungen der Bürgermeister hin, die zur Aufrechterhaltung eines geregelten Geschäftsbetriebes notwendig sind

Bürgermeister Euler- Wieseck schloß sodann mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler die Kreisversammlung.