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ttr.75 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesien)

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Donnerstag, 29.Mrz (934

fahrung der letzten 15 Jahre mit unübertreffbarer

lUDiuna utr icHitn jlu x.)iujie nui unuucmc uuui ; ~ a y ,, r . ,

Eindringlichkeit lehrt, die Werieerzeugung minder-, m Span,en f ° - einen ausg°,pr°chen n -

und dadurch sowohl das Kapital wie die Arbeit

Es kommt keineswegs darauf an, das Kapital mit Damenhüte, die breitrandigen Cortobeser Hüte der der Peitsche der Hoffnung auf Spekulationsgewinne r Männer entsteigen den Truhen und die Cpsradias

von dem Aktien- auf den Rentenmarkt zu treiben.

des Reichsheei Helms. (Befan

r

Zeitschrift für

bei, den Rest für die Armenkasse des Gerichts von

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten? Madrid, den 24. März 1934.

der- festverzinslichen Werte sollen keineswegs künst­lich in die Höhe getrieben werden, um eine schein­bare und vorzeitige Konversionsreife zu erreichen.

v i'll awo Prunk und Glanz, vermischt mit demütiger Kindlichkeit und eingehüllt in eine eigen­artige Mystik, den Ausländer immer wieder be­rauschten und zutiefst beeindruckten. Mit dem Sturz der Monarchie wurde das typische, echte Spanien aber verdrängt, und modernseinwollende Ignoranz und Unduldsamkeit setzten ihren besonderen Stolz darein, alte Bräuche zu verbieten. Dor allem' kam es den neuen Machthabern daraus an, d ie Ver ­bindung zwischen Volk und Kirche, die

n a l e n Charakter hatte, zu zerreißen und inhalts­leere neue Götzen an der letzteren Stelle zu setzen.

Drei Jahre hat dieser Zustand gedauert, und erst vor wenigen Monaten wurde der Anfang zur Wie­derherstellung des Friedens zwischen .Staat und Kirche gemacht. Die jetzige Regierung legt denn auch großen Wert daraus, diese Wandlung nach uußen- hin dadurch-zu unterstreichen, daß^sie die Ab­haltung jener öffentlichen religiösen Feiern fördert. Sevilla wird also wieder seine Semana Santa" im alten Stil begehen können. Mit der andalusischen Hauptstadt rüstet man auch in Cartagena und Malaga auf das Fest. Der haftende graue Alltag wird für wenige Tage dem mystischen Spanien Platz machen. Schwarz- seidene Mantillen treten an die Stelle der Pariser

Dichtung, Kunst und deutsches LebenDas In­nere Reich" (Verlag Albert Langen/Georg Mül­ler, München, Herausgeber Paul A l v e r d e s und K. B. v. Mechow, enthält u. a. das erste Kapitel von Emjl Straußens neuem RomanDas Riesen-

Daten für Donnerstag, 29. März.

1735: der Märchendichter Johann Karl August Musäus in Jena geboren (gestorben 1787); 1840: der Afrikareisende Emin Pascha (Eduard Schnitzer) in Oppeln geboren (1892 in Afrika ermordet); 1863: der Schriftsteller Georg Freiherr von Omp- teda in Hannover geboren (gestorben 1931); 1881: der Nordpolfahrer Karl Weyprecht in Michel­stadt gestorben (geboren 1838).

zugrunde richtet.

Die Mahnung vor vorzeitiger Ausschüttung erhöh­ter Dividenden braucht also die soliden Aktienbesitzer nicht zu schrecken. Ihre Zeit wird kommen, wenn es dem Nationalsozialismus gelungen sein wird, die erstrebte Ertragssteigerung unserer Wirtschaft zu erreichen. Sie brauchen daher nichts zu fürchten, wenn eine auf unberechtigte Erwartungen und vorzeitige Realisierung der Konjunktur begründete Spekulation wieder in ihre Schlupflöcher zurück­gescheucht wird. Das gilt für den Rentenmarkt ebenso wie für die Aktienmärkte. Auch die Kurse

(religiöse Laienorden) mit ihren bunten, mittelalter­lichen Feme trachten bereiten sich auf die feierlichen

Prozessionen vor.

Klima des Landes und Charakter des Volkes haben hier eine andere Auffassung des Osterfestes bedingt, als im verinnerlichten Deutschland. Wo bei uns alles Laute verstummt, schwarze Tücher das Bunte in den Kirchen verhängen und die Stimmung gedrückt wird, da setzt sich hier trotz allem die Lebensfreude durch. Man respektiert zwar die Leidenswoche des Erlösers, aber man erlebt sie nicht, und je weiter es nach dem Süden geht, desto mehr fühlt man, daß die Karwoche für den Durch­schnittsspanier nur ein Unterdrücken der schon vor- gesühlten Aulerstehungsfeier ist, die ihren äukerßn lärmenden, farbenfreudigen Höhepunkt zweifellos eben in Sevilla findet. Ein großer Fremdenzustrom läßt das Bild der Stadt verändert erscheinen. Hotels

finden wird, wie ihn die gestrige aufzuweifen hatte.

nalfozialismus vertritt den Standpunkt, daß es auf die Verteilung der von Arbeit und Kapital ge­meinsam geschaffenen Werte überhaupt nicht so sehr ankommt wie darauf, daß m ö g l i ch st viel Werte geschaffen werden. Wenn das näm­lich erreicht wird, so wird es sowohl der Ar­beit wie dem Kapital gut gehen, während der innere Kampf zwischen beiden, wie die Er-

Vertrauensstärkung ist, geht am besten daraus her- vdr, daß man sich vom Ausland her immer wieder bemüht, das Vertrauen durch Verbreitung unbegründeter Gerüchte zu erschüttern. Die Maß­nahmen, zu denen sich die Reichsregierung gezwun­gen sah, um die Rohstoffversorgung der deutschen Industrie sicherzustellen, geben den offenen und geheimen Feinden des neuen Deutschlands einen Vorwand, um die Dertrauensbasis, auf der Deutschlands wirtschaftlicher Wiederaufstieg ruht, anzuzweifeln. Der Reichskanzler hat gegenüber die­sen unterirdischen Wühlereien erneut die bündige Erklärung abgegeben, daß die Regierung in erster Linie den Schutz der Sparer zu ihrer Auf­gabe mache und deshalb jedes Währungs­experiment aufs entschiedenste ab­lehne. Sie verhehlt andererseits gar nicht, daß die Erfordernisse des Schuldendienstes an das Ausland einerseits und übermäßig hohe Rohstoffeindeckungen der Industrie andererseits die deutschen Devisen­reserven geschwächt haben und, wie der letzte Reichsbankausweis zeigt, noch immer weiter schwä­chen. Die beschlossenen Maßnahmen zur Ueber- wachung der Einfuhr bedeuten nur eine vorläufige Abwehr gegen die aus dieser Quelle fließenden Beunruhigungen. Auf die Dauer

DieSemana Santa", d. h. die heilige Woche, die Osterwoche also, hat in Spanien viele

Zeitschriften.

Das erste Heft einer neuen

spielzeug" und den ersten Teil eines großen Dra­masGregor und Heinrich" von E. G. Kolben- heyer. Wir erwähnen ferner die zielweisende Rede Hans Fr. Bluncks über deutsche Kulturpolitik. Eine Fülle formschöner und gedankentiefer Gedichts von Britting, Zerzer, Paul Appel, Leifhelm; Prosabeiträge von Binding, M. Mell, O. v. Taube runden das Heft ab, das sich mit voller Berechti­gung das Goethesche Wort zum Motto wählen durfte:Wir müssen alle schlechte Arbeit hassen lernen wie die Sünde". Die neue Zeitschrift, geräu­mig und gut gedruckt, auch äußerlich einen erfreu­lichen Anblick bietend, hat sich, ehrgeizig genug, die

Stoßtrupp 1947/'

Festvorstellung im Lichtspielhaus.

und Pensionen find überfüllt, und in den Privat­quartieren werden märchenhafte Preise für das bescheidenste Bett gefordert. Man wird zunächst den etwas peinlichen Eindruck, es werde hierin Frem­denindustrie gemacht", nicht los.

Erst in der Nacht, wenn die mit Perlen und Edelsteinen besetzten Heiligenbilder im strahlenden Lichterglcknz von den Brüderschaften in feierlichem Zug durch die engen Straßen der Stadt getragen werden und die spontanenSaetas" eigenartige, zumeist selbst gedichtete Huldigungskieder aus der Menge zum sternenbesäten Himmel hinaufklingen, wird einem bewußt, daß es sich trotz all der un­ser Empfinden störenden Erscheinungen hierbei um die Offenbarung des nationalen, religiösen Füh­lens des Volkes handelt.

Unmittelbar an die Semana Santa anschließend kommt die F e r i a Jahrmarktstreiben, Wagen­korsos, Stierkämpfe, lauteste Lebensbejahung und kindlichste Dafeinsfreube, mit einem Wort: Anda­lusien. Aberglaube und Glaube, vornehme' Zu­rückhaltung und tollste Ausgelassenheit, Kontraste auf Schritt und Tritt, die sich scheinbar schlagen und doch gegenseitig bedingt sind, . das ist Süd­spanien.

Noch eine andere traditionelle, spanische Festlich­keit ist zu erwähnen, wenn das vorösterliche Bild vollständig sein soll. Am 19. März, dem Josephs- t a gSan Jose" sind die Madrider mit Extrazügen nach Valencia gefahren, um neuer­dings wieder dieFallas" zu feiern. Falla be­deutet im ValencianischenBrandstätte, Scheiter­haufen". Eine mittelalterliche Sitte, die sich dort bis auf den heutigen Tag bewahrt hat. Früher, zur Zeit der Zünfte, wurden am Josephstag die Restbeftände aus der Wintersaison auf dem Marktplatz öffentlich verbrannt. Aus dieser sonderbaren kaufmännischen Gepflogenheit entwickelte sich bald ein Volks- und Freudenfest, das allmählich satirischen und karne­valistischen Charakter annahm. Heute sind an diesem Tag über die ganze Stadt Denkmäler aus Pappe und Leinwand, zum Teil von erster Künstlerhand geschaffen, verteilt, die aktuelle Er­eignisse ober politische Begebenheiten karikieren unb um bie herum bas Volk sich im Tanz zusammen- finbet, bis um Mitternacht bie Feuer an bie Monumente gelegt werben unb hohe Flammensäu­len bas Ende bes Festes verkünben. Es ist ein ftehenber Karnevalszug, ber alljährlich viele Tau- jenbe von Spaniern aus allen Provinzen nach Va­lencia lockt; es ist ber Heilige Joseph, ber ben Va- lencianern einige harmlos glückliche Stunben ver­schafft.

kann bie deutsche Devisenlage aber nicht durch Ein­fuhrbeschränkungen, sondern nur durch eine syste- matische Förderung der Ausfuhr ge­bessert werden. Großzügige Maßnahmen zur Aus Weitung des deutschen Exports sind bereits im Gange. Die nationalsozialistische Reichsregierung hat aber bisher stets bewiesen, daß sie ihr Ziel zu erreichen weiß, wenn sie eine Aufgabe mit kluger Voraussicht und dem Einsatz ihrer gewaltigen Wil­lensenergien zu lösen übernommen hat.

Aus dieser Grundlage ruht das Vertrauen des deutschen Volkes zu seiner Führung. Es kann we­der vom Auslande her noch von ängstlichen Ge­mütern im Inlands erschüttert werden. Es bildet die unverückbare Grundlage des wirtschaftlichen Aufschwungs, in dem wir uns befinden. Auch die Transferfrage, die schwierige Verhandlungen mit dem Ausland erfordert, wird geregelt werden. Ist bas aber erst geschehen, so wird bie Reichsregierung auch für eine aktive Kapitalmarktpolitik freie Hanb haben. Bis dahin heißt es für bie deutsche Wirt­schaft Geduld üben und durchhalten. Weder vor­zeitige Konjunkturgewinne, noch unfruchtbarer Pessi­mismus können uns hochbringen, sondern nur un­erschütterliches Vertrauen zu einer bewährten Füh­rung.

in Ehrfurcht und Dankbarkeit derer zu gedenken, die damals im Kampfe für Deutschland gefallen sind. Es darf erwartet werden, daß der Film in den nächsten Tagen den gleichen starken Besuch Festvorstellung

Die beiden Märkte stehen in viel zu enger innerer Verbindung miteinander, als daß eine solche wech­selnde Einsetzung des Svekulationskapitals zu einem nad)baltiaen Erfolge führen könnte. Die national­sozialistische Regierung hat aber niemals auf vor­übergehende Scheinkoniunkturen, sondern immer nur auf eine organische Behebung der vorae- funbenen Wirtschaftsmängel unb Wirtschaftsschwäch"n Wert gelegt. Man kann bie Wirtschaft nicht bun^ spekulative Manipulationen, sonbern allein b u r bie Hebung bes Vertrauens zur G t r r - ;

[ i t ä t ber Lage stärken. Diese nationalsozial" he Grunberkenntnis gibt selbstverstänblich auch b- Be­mühungen ber Reichsregierung nm eine G^ >ung bes R"ntenmarks unb eine Senkung b-' Zins­fuss R'ch^mg unb Ankri-b.

Wie richtig unb wohlüberlegt bisse Politik ber

Spanische Ostern

Von unserem v. Gss.-Äerichierstalter.

löcher. Angriff unb Gegenstoß, unverhoffte Ab­lösung unb kurze Ruhe hinter ber Front, flüchtenbe Zivilbevölkerung auf elenben Straßen, roieber Vor­marsch mit neuen Kräften, in die Wüste der Flandernschlacht, Erkundungsvorstöße, Gefangen­nahme, Verwundung und Tod, und wieder das eintönige Rollen des schweren Feuers Tag und Nacht. Zuletzt find wir mit dem Stoßtrupp bei Cambrai, Ende November 1917, und wir erleben hier den verzweifelten Kampf des zum Aeußersten entschlossenen Frontsoldaten in der Materialschlacht gegen die furchtbaren Kriegsmaschinen der alles überrennenden und niederstampfenden Tanks, welche die Engländer in Massen gegen bie geschwächte, zertrommelte, von Menschen entblößte beutsche Front loslassen.

So werben bie Bilber bes Films, von benen bieser Bericht freilich nur anbeutenbe Vorstellungen vermitteln kann, zu einem höchst einbrucksvollen Dokument ber heroischen Haltung, ber stummen Pflichterfüllung unb ber unerschütterlichen Kamerab- schaft bes beutschen Solbaten an ber Front bes großen Krieges. Die letzten Worte mahnen bie Ueberlebenben unb vor allem bie junge Generation,

Nie Vertrauensgrundlage.

Die Rebe, bie ber Führer am 21. März gehalten hat, ist von manchen Leuten mißverstanben worben. Sie glaubten in ben Worten bes Kanzlers eine Warnung vor ber Ausschüttung höherer Aktien- bioibenben erblicken zu sollen. Die Folge bavon war, baß manche Aktionäre meinten, sich ihres Aktienbesitzes entlebigen zu müssen, um bafür fest­verzinsliche Papiere zu kaufen. So war es natür­lich nicht gemeint, wenn ber Reichskanzler bar- auf hinwies, Lohn unb Dioibenbe müßten zurück­treten gegenüber ber Erkenntnis, baß wir erst bie W'e r t c schaffen müssen, bie mir bann zu verzehren gebenfen. Schon bie Gleichstellung von Lohn unb Rente hätte bie Pessimisten, bie nur daraus warten, irgendwo eine Bestätigung für ihre Schwarzmalerei und ihren Kleinmut zu finden, darüber belehren müssen, wie die Rede des Führers in Wirklichkeit gemeint ist. Es soll verhindert wer­den, daß durch vorzeitige Steigerung der Löhne und der Dividenden die Mengenkonjunktur abge­bremst wird. Denn es ist notwendig, daß zunächst einmal die Erzeugung und der Absatz von Waren aller Art nach Möglichkeit gesteigert werden, damit mehr Arbeitskräfte in den Produk­tionsprozeß wieder eingereiht werden können. Geschieht das, so werden die natürlichen Wirtschaftsgesetze von f e l b ft zu einer Steigerung ber Löhne unb ber Divibenben führen. Es ist ganz gewiß kein Pessimismus, ber in biefen Worten zum Äusbruck kommt, unb ebensowenig eine Divibenben-

Kunst und Wissenschaft.

Der neue Bad-Nauheimer Gc leralmusikbireklor.

Da ber bisherige erste Kapellmeister bes Bad» Nauheimer Kurvrchesters, Heinz B o n g a r tz, jetzt in Kassel wirkt, ist für die kommende Kurzeit Gene- ralmufifbirettor Stöver- Bremen zum ei|t n Di­rigenten berufen worden. Stöver, der im 40. Lebensjahr steht wirkte bisher in Leipzig, Hamburg und Hagen (Westfalen). Eine Reihe von Jahren war er Dirigent in Bad Pyrmont, wo eine An­zahl großer Musikfeste unter seiner Leitung statt- fanden. Als Kurorchester für Bad-Nauheim wurde wieder das Mainzer Städtische Orchester ver­pflichtet.

Backhaus spielt Beethoven in Wien. Stürmischer Erfolg am 50. Geburtstag des berühmten Pianisten.

Wilhelm Backhaus gab im großen Konzert- hausfaal in Wien ein Beethoven-Konzert, das den Höhepunkt der Solisten-Konzerte der Sai» son bedeutete. Da das Konzert mit dem 50.Ge- b u r t s t a g e des weltberühmten Pianisten zufam- menfiel, war schon die Begrüßung von einer selten erlebten Herzlichkeit. Der Jubel steigerte sich zu einem kaum erlebten Ausmaß an dem Höhepunkt des Abends, der Wiedergabe derPathetique", deren klassische Interpretation tiefste Wirkung aus­übte. Die Kritik war begeistert und schreibt il a. von demWunder dieser Beethoven-Jnterpretatwn". Die absolute Vollkommenheit erscheine als die na­türlichste Sache der Welt; die Wirkung, die von diesem Musizieren ausgehe, finde ihre stärkste Be­glaubigung in der Treue, mit der das Publikum dem Pianisten Wilhelm Backhaus am liebsten folge, wenn er Beethoven spiele.

Im ausverkauften Hause sah man auch den deut­schen Gesandten Ri'eth und namhafte Person- lichkeiten der deutschen Kolonie.

Wichtige neue Aktenfunde zu Senefetders Erfindung der Lithographie.

Das Senefelber Gedächtnisjahr hat drei bisher vergeblich gesuchte, für die Geschichte ber großen beutschen Ersinbung des Stein­drucks bedeutsame Aktenstücke ans Licht gebracht, die in dem riesigen, seit 1774 ununterbrochen ange­wachsenen Archiv des schon zu Goeches Jugendzeit berühmten Musikalienverlags van Iah. Andre in Offenbach a. M. seit 135 Jahren unentdeckt ruhten und als verloren galten. Es handelt sich zunächst um bas Original bes für bie rasche Ausbreitung ber Erfindung entscheidenden Vertrages von 1799 zwischen Alois Senefelder und Anton Andre, in dem der Erfinder sich verpflichtet, dasGeheimnis, Noten und Bilder auf Stein zu drucken, ohne die geringste Rückhaltung" miauteilen und nach Offen­bach' überzusiedeln, wofür er von Andre 2000 Gul­den erhält. Senefelder übernimmt auch die Aufgabe, eine aeeignete Steinart in ber Umgegend Offen­bachs aufzusuchen, was ihm allerbings nicht gelingen konnte es blieb bei bem allein geeigneten Soln­hofener Schiefer. Bei feiner eigenhändigen Unter­schrift gebt Senefelder seinen Beruf noch mitGra­veur" an. Ein zweites Aktenstück, während Sene- felöers Aufenthalt in London abgefaßt, bestätigt nach einmal den Verkauf der Erfindung, und ein drittes aus dem Jahre 1801 beurkundet bie Abtre- tung bes in Englanb burchgesetzten Patents an ben : Offenbacher Musikalienverlag, der in ßonbon eine Filiale besaß. Die außerorbentlich sehenswerte : Senefelbe r-Au s ft e 11 u n g ber Kunstgewerbe- i schule Offenbach a. M., ber anläßlich bes Senefelber- 1 Jubiläums eine Fachklafse für Lithographie unb ver- manbte Drucktechniken angegliedert wurde, zeigt die : neuen Funde zum erstenmal der Öffentlichkeit

ma.'ige. Frontsoldaten.

Die hiesige Erstaufführung dieses ersten natio­nalsozialistischen Kriegsfilms brachte das Licht- p i e l h a u s gestern abend in einer Festvorstellung bei starkem Besuch und in Anwesenheit zahlreicher geladenen Gäste heraus. Bühne unb Zuschauer- raum waren mit ben Farben bes Dritten Reiches geschmückt. SS.-Männer im Stahlhelm flankierten Eingang und Bühne des Theaters

Nach bem Beiprogramm brachte bie Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Dbermufib meister Krauße, bie sich bankenswer er Weife für bie Festvorstellung zur Verfügung gestellt hatte, zwei Musikstücke zum Vortrag unb erntete mit ihrer vortreffliche^ Leistung wohlverbienten Bei all. Dar­auf betrat ber Gauobmann ber Nationalsozialisti­schen Kriegsopfer - Versorgung, Pg. Wag n e r (Frankfurt a. M.), das Pobium zu einer kurzen An­sprache, in ber er etwa Folgendes ausfuhrte:

Wehe bem Volke, bas bie Verteib ger ferner Hei­mat vergißt. Wir haben in ben letzten vierzehn Jahren zahlreiche Kriegsfilme gesehen; mancher von ihnen hat den Krieg so geschirrt, wie Heimat ihn sich gedacht hat. Heute sehen mir den ersten nationalsozialistischen Kriegsfilm im neuen Deutsch­land. Er wird zeigen, was die von den Frontsol­daten erlebte Wirklichkeit gewesen ist, den Krieg in seiner wahren Gestalt. Jeder Deusiche hat die Pflicht, sich diesen Film anzusehen Denn einmal ist die Front des Weltkrieges, wie sie hier geschil­dert wird, bie Geburtsstätte bes neuen Reiches ge­wesen. Zum anbern soll man sehen, wie es denen an der Front damals ergangen ist, wahrend andere in der Heimat Geschäfte gemacht haben Der Ju­gend vor allem soll das bewahrt und erhalten bleiben, was damals war. Ueberall hat der Film

gerade bei der Jugend den größten Beifall gefun­den. In feinem Geiste wollen wir die heutige Ju­gend erziehen. Niemand, der es selber erlebt hat, wird das Geschehene zurücksehnen. Und wie es wäh­rend des Kampfes Menschlichkeit und Kameradschaft gegeben hat, so sind auch mir Nationglsozialisten bereit, den Völker die Hand zum Frieden zu bie­ten. Die Ansprache klang aus in ernste Worte des Gedenkens an unsere Gefallenen. Die Kapelle spielte bie Weise vom guten Kameraben, inbessen die Versammlung sich zum deutschen Gruß erhob.

Der Film schilbert ben Krieg an ber Westfront an brei entscheibenben Brennpunkten bes Kampfes im Jahre 1917, inbem er, unter Zugrunbelegung des Buches von Zöberlein, jemeils einen Ausschnitt aus der Schlacht an ber Aisne, aus ber Flanbern­schlacht unb aus ber Tankschlacht bei Cambrai fest­hält. Die Ereignisse sinb fast ausschließlich von ber beutschen Seite aus gesehen; mir erleben bie Kampf- hanblungen von ber Stellung eines bayerischen Stoßtrupps aus, besten Regiment zu einer ber nach- einanber in ben brei Abschnitten eingesetzten Kampf­bivision gehört. Der Beschauer mirb (in technisch vorzüglich gelungenen Aufnahmen) unmittelbar an bie Ereignisse herangeführt. Er folgt ber Kompanie aus ber Ruhestellung nach vorne, in ben Graben, in ben Unterftanb, ins Trichterfelb; er macht eine geroaltfame Erkunbung mit, bie ben wahrhaft bramatischen Auftakt ber Hanblung bilbet. Der Stoßtrupp bringt in bie französische Stellung ein, holt einen (Befangenen unb verschafft ber Truppe burch besten Aussagen bie Gewißheit, baß ein großer Angriff mit bebeutenbem Einsatz von Men­schen unb Material auf breiter Front unmittelbar bevorsteht. Dann bricht bie Feuerwalze ber franzö­sischen Artillerievorbereitung über bie beutsche Stel­lung herein; unb ber Zuschauer unb Zuhörer, ber zwei Stunben lang atemlos unb mit angespannten Nerven bie Bilber bes Films an sich vorüberziehen sieht, mag ermessen, wie bas in Wirklichkeit Tage unb Nächte lang! gewesen ist, wenn sie stumm in ben schütternben Unterftänben hockten, zur Un­tätigkeit verurteilt, roartenb auf bie ausbleibenbe Verpflegung, hungrig, burftig, schmutzig, zermürbt unb tobmübe. Unb wenn bas wahnsinnige Feuer nachläßt, bann bricht enblich ber fast schon ersehnte Angriff los. Die grauenhafte Monotonie des Trommelfeuers ist ber gleichbleibenbe akustische Einbruck, ber alle brei Kampfschauplatze in der filmischen Gestaltung ebenso miteinander verbindet wie der Anblick der trostlosen Leere des Gesechts- feldes, der riesigen, meist wastergefullten Granat­trichter und der verrotteten Gräben und Schutzen-

Dieser Film wurde geschaffen unter der Schirm­herrschaft der Nationalsozialistischen Kriegsopfer- Versorgung nach Abschnitten aus dem preisgekrön­ten KriegsbuchDer Glaube an Deutschland" von Hans Zober lein und unter der Mitwirkung shceres, der SA., ber SS. unb bes Stahl- .......lefamtleitung: Hans Roberte in, ber zusammen mit Franz A b a.m und Marian Kolb auch Manuskript und Drehbuch schrieb. Regie führ­ten Hans Z ö b e r l e i n sind Ludwig Schmid- W i l d y. Die Musik stammt von Franz A d a m , dem Leiter des auch in Gießen bekannten NS.- Reichssymphonie-Orchesters. Als Darsteller wirkten mit eine Gruppe Münchener Schauspieler und ehe-

Aufgabe gestellt, aller wesenhaft deutschen Kunst i Shoreham zu verwenden, eine Wirkungsstätte zu geben. I

Der Bottstreckungsbefehl Seiner Majestät des Königs von England ....

Ein kleiner Rechtsfall aus dem Jahre 1916 hat jetzt in England seine humorvolle Fortsetzung unb zugleich sein Ende gefunden. Hauptmann H. H. Balfour, der Held dieser Geschichte, beschreibt in seinem vor kurzem erschienenen BuchEin Flieger marschiert" einen Vorfall, der sich während feiner Ausbildungszeit zum Flugdienst im Kriegs­jahr 1916 in Shoreham zugetragen hat. Er war viermal wegen Verstoßes gegen die Verkehrssicher­heit gelegentlich feiner Flüge mit einemsehr alten Apparat von 40 Pferdekräften" zur Anzeige ge­bracht worden. Das Strafverfahren wurde in feiner Abwesenheit durchgeführt, und man teilte ihm mit, daß er zur Höhlung eines bestimmten Betrages verurteilt worden sei. In feinem Buch schreibt er darüber:Für mich stand fest, daß ich diese Strafe nicht zahlen würde, die mir von einer Versamm­lung von alten wackeligen Beamten auferlegt wurde." Er brach damals jedenfalls, ohne sich weiter um die Angelegenheit zu kümmern, zum französischen Kriegsschauplatz auf. Die großen Er­eignisse des Weltkrieges schienen über diesen ge­ringfügigen Vorfall endgültiges Vergessen gebreitet zu haben. Achtzehn Jahre verstrichen, während der seine Akten friedlich im Archiv des Gerichts von Shoreham ruhten. Dann wurde eines Tages in Shoreham auch fein Buch gelesen. Der Erfolg war, daß Hauptmann Balfour vor einigen Tagen von dem Schreiber des Gerichts in Shoreham einen in sehr freundlichen Worten gehaltenen Brief empfing, in dem u. a. zu lesen stand:Die Richter Seiner Majestät des Königs von England kommen unb gehen, wie das der Natur der Sache entspricht; aber Sie werden sich davon überzeugen können, daß die Dollstreckungsurteile Seiner Majestät für die Einziehung von Strafgeldern ewige Gültigkeit besitzen." Dann folgte eine höfliche Aufforderung, den Betrag von 3/? Pfund als Buße für die Misse­taten des Jahres 1916 an die Gerichtskasse ein­zusenden. Hauptman Balfour nahm diese uner­wartete Wiederausgrabung des längst als erledigt betrachteten Falles von der humorvollen Seite, dankte dem pflichttreuen Beamten für die liebens­würdige Art, in der er ihn an feine vor achtzehn Jahren entstandene Schuld erinnert habe und fügte einen Scheck in Höhe von 5 Pfund mit der Bitte

feindlichkeit, wie sie die Reden und Handlungen früherer marxistisch durchsetzter Regierungen häufig kennzeichneten. Im Gegenteil, die Darlegungen des Führers stehen in denkbar schärfstem Gegensatz zu der marxistischen Klassenkampftheorie, die bas gan^e > y v uc ... y**?"

wirtschaftliche Leben zu einem Ringen um die | Jahrhunderte hindurch den Höhepunkt aller kirch- Verteilung der Produktionserträge zwischen den \ kchen Feste gebilöet. insbesondere war es to e - Arbeitern und den Kapitalisten zuspitzte. Der Ratio-