278 Erster Vlatt
184. Jahrgang
Mittwoch, 28.Rovember 1934
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Frontsoldaten al» Mittler der Völker.
tahlhelm" weist einleitend darauf hin, daß die
im
kürs ch geschürte Ang st Psychose in Frank-
«spräche mit französischen Frontkämpfern.
Des Ableugnen maßgebender französischer Kreise, M das Frontsoldatenum eine Bedeutung ober üiietdupt eine eigene Haltung habe, veranlaßte die SlhiTtleitung der Zeitung „Der S t a h l h e l m", ih.ell lVlcl.-Mitarbeiter über seine in diesen Tagen stittc fundenen Besprechungen mit den Führern französischer Frontkämpfe r- o ; r ä n b e berichten zu lassen. Man wird nach btoier nicht mehr verkennen können, daß die fran- zöpfäm Frontkämpfer ihre Mission erken- n i n and mit Ernst durchsechten wollen. Der Artikel
reiic in erster Linie der französischen P§: e s e zuzuschreiben ist.
,1t er" — so heißt es dann weiter — „das immer mnibr An-die-Wand-Malen der „deutschen Gefahr"
beiijiiwt doch an Wirkung zu verlieren, und man kaust, n Paris oft die Feststellung machen, daß der Fettlose über solche Berichte der Presse lächelt und w«W?rfend hinzufügt, daß er sich auch ganz gerne ctiiml von der Wasfenindustrie ein paar tausend F^msen in die Hand drücken lassen würde. Der sraitzfische Mensch beginnt allmählich das Gerede vanj «r „Sicherheit" und von dem „Erzfeind" an deu Skandalen und Bestechungsaffären der Kreise zutz rossen, die am meisten davon reden. Er begiesst, daß eigentlich diese Kreise ein über« □ ioi 5ß r o 6 e 5 Interesse an den Behauptungen hcHe daß Deutschland der Friedensstörer von Europa ei, denn sie verdienen sehr gut da- b ci.Sr merkt, daß er geschickten Geschäftemachern in ii Li Hände gefallen ist, die in Ausnutzung eines naotiiiichen Gefühls der Angst vor dem Krieg irn- mur aeue Sicherheitsmaßnahmen anpreisen. Diese Siihecheitsmaßnahmen fressen immer mehr und mcchr nn dem Volksoermögen, fordern Einschränkun- ge« cmf Einschränkungen, von denen allmählich der Frftn^se einzusehen beginnt, daß sie nicht not-
m ö iin i g sind.
|'J ijefe sich anbahnende Erkenntnis der Franzosen Hali zoei Wurzeln, einmal die Ueberspitzung der bo- csen Gefahr und zum andern das gute Bei- fpyle;, welches Deutschland in seiner IMi nPolitik gibt. Ich. habe Franzosen ge- fprtod) n, die bei mancherlei Bedenken anerkennen, ro is'n Deutschland an sozialen Maßnah - m |ln erreicht worden ist. Sie besticht die brutale Beckör pfung jedes kleinsten Versuches, sich irgend- wi:r üti der Volksgemeinschaft zu bereichern. Wenn m.iir nuch heute noch nicht von einem nennens- wcine Umschwung in der öffentlichen Meinung der Fransen reden kann, so ist das damit zu erklären, dach ’lt Franzose eingefleischt konserva - t i :o ;itt. Im Grunde seiner Seele ist der Franzose
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schuKc sind, schrieb er mir nachfolgende Zeilen:
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Ädlchend, er will seine Ruhe, seine Arbeit und idj mach ein klein wenig für das Gemüt. Die ^<|c Jahre der Prüfung, die wir Deutsche durch-
Mffchii.n, kennt der Franzose nicht. Die Kriegsjahre, dittl ih< wohl hart angepackt haben, sind längst ver- gelier Auch die Frontsoldaten denken meist nllf noch in Erinnerungen daran.
। ferj neuerdings merkt auch der Franzose, daß fei!iT 1'’14 in der Welt etwas vorgegangen istMtz nicht die „deutsche Gefahr" das liebel der Ze« iÜ, sondern daß das Hebel der Zeit andere WlJrfl e l n hat. Jetzt, wo er einsieht, daß die eigstit Wirtschaft in die Enge kommt, daß der PaNrürper von schweren inneren Erschütterungen
frainj wach-
fr ai la
du flqprüttelt wird, wo er einsehen lernt, daß auch ein: Heg und, wenn er selbst ein tausendfältiger <5i:j| ein würde, die innere Haltung und das Ver- halM der Nationen untereinander nicht befriedigen!, vndern höchstens noch verschlechtern müttie beginnt eine Frage in dem Franzosen auf» zukwoimen, ob er wohl zu den Fragen der Zeit, zu jeinti eigenen Landsleuten und den Menschen jendet der Grenze d i e richtige.Stellung hakve 3n der französischen Presse ist davon noch nkM ^u merken. Es bleibt aber die Frage, ob sie nochlsn Einfluß hat, den sie einmal gehabt hat. Es: rillt noch eine Generation, die all das, was um sie iMDeht, mit anderen Augen anzusehen beginnt, es t it die Generation d e r Front. Heute noch (»spalten in viele sich bekämpfende Organisa- tioiiüh, aber doch im Aufbruch. Noch ist keine em» dsvrtift Front vorhanden, aber die Fronten zeichnen ich schon ab. Bei der letzten Regierungskrise schiSel.' sich deutlich die Geister. Unterhaltungen mist le führenden Männern dieser Bewegungen sind i®!*Srtinl ein Ringen um das Wort der Umkehr uni1.') e n Suchen nach einer neuen innere n ^orm des Volkes. Diese Männer, die die :■ Verantwortung ihrer Aufgabe spüren, sind ii Politiker mehr im gewohnten Sinne des Mschen Politikers. Wenn einer dieser Männer Md einer Unterhaltung von innerster Er- rec-Lit gepackt mir die Worte in das Gesicht schildert, daß die ganze Verantwortung fürr ki kommenden Dinge auf den Schultern de Frontsoldaten ruhe und er vor der Gesche e einmal Rechenschaft ablegen müsse, inwie- " ei dieser Verantwortung gerecht geworden fei, ! Lies bezeichnend. Denn das ist keine Pose mechi. !Als ich diesen Mann, den Führer eines KrlSi- rilnehmerverbandes — A. N. — bat, mir fdrijniine Kameraden in der Heimat einen Ge- bar.itn mit äuf den Weg zu geben, an dem zu er- kenm.i sei, ob die Frontsoldaten des französischen Vol ki> wüßten, was sie ihren toten Kameraden
Die ehemaligen Frontkämpfer, die wohl zu- ij wissen, was Krieg heißt, da sie alle jene Mituel über sich ergehen lassen. haben, haben hüte die Pflicht und das Recht, alle ihre
Churchill fordert verstärkte Lustrüstung Englands.
Berlin wird mttenWel.
Berlin, 27. Rov. (DRV.) Der englische Botschafter Sir Eric Phipps sprach im Auswärtigen Amt vor und unterrichtete die Reichsregierung in freundschaftlicher Form über d i e Erklärungen, die die britische Regierung morgen im Unterhaus abzugeben gedenkt. Gleichzeitig hatte in London Sir John S i - mon mit dem deutschen Botschafter von hoesch eine Unterredung.
Vor der Unlerhausaussprache.
London, 28. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse widmet der heutigen Unterhausaus- sprache über die Rüstungen viel Raum. Churchills Abänderungsantrag zur Antwortadresse auf die Thronrede, in dem eine Vermehrung der britischen Rüstungen, besonders in der Luft, gefordert wird, und der gestrige Besuch des britischen Botschafters in Berlin beim Reichsaußenminister, sowie die Zusammenkunft zwischen dem Staatssekretär oes Aeußern, Simon, und Botschafter von Hoesch lenken die allgemeine Aufmerksamkeit auf die deutsche W e h r l a g e. „Daily Herald" beschuldigt die britische Regierung, sie wolle diese Frage zum Vorwand für eine Verstärkung der britischen Rüstungen benutzen. Die Politik der Regierung widerspreche durchaus der Stimmung der britischen Oeffentlichkeit.
Um das Flottenabkommen von Washington.
Japan schlägt Frankreich und Italien gemeinsame Kündigung vor.
, Tokio, 27. Nov. (DNB.) Außenminister Hirota empfing den französischen Geschäftsträger und den italienischen Botschafter, um ihnen den Vorschlag zu machen, sich der Kündigung des Washingtoner F l o 11 e n a b k o m m e n s durch Japan anzuschließen. Die beiden Diplomaten haben dem Außenminister' mitgeteilt, daß sie dieses Ersuchen sofort nach Rom bzw Paris weiterleiten werden.
Amtlich wird in Tokio erklärt, daß die Kündigung des Washingtoner Flottenabkommens durch Japan eine politische Notwendigkeit fei, auf die es nicht verzichten könne. Da auch die Großmächte Frankreich und Italien den Vereinigten Staaten und Großbritannien hinsichtlich der Flottenstärke nicht gleichgestellt seien, halte die japanische Regierung eine g e - m e i n f a m e Aktion mit Frankreich und Italien zur Erlangung der Gleichberechtigung in der Flottenfrage für zweckmäßig.
Frankreichs Lustriistlmg.
Die besten schweren Wasserflugzeuge will die französische Marine haben.
Paris, 27. Nov. (DNB.) Die französische Kammer verabschiedete den Haushalt der Kriegsmarine und des Luftfahrtministeriums. Kriegsmarineminister P i e t r i erklärte, große Anstrengungen müßten auf dem Gebiet der Marineluftfahrt gemacht werden. In der Oeffentlichkeit sei man der Auffassung, daß sich die Länder, die „mit der Aufrechterhaltung des Friedens betraut seien", die Arbeit teilen könnten und daß beispielsweise Frankreich nicht dazu berufen sei, eine starke Kriegsmarine zu unterhalten. Diese Auffassung sei jedoch irrig; denn weitentfernt von jeder kriegerischen Neigung brauche ein Land wie Frankreich eine starke Kriegsmarine.
Die französische Kriegsmarine werde bald über d i e besten schweren Wasserflugzeuge v e r f ü g e ns Der Flugzeugträger „Bearn" werde mit Apparaten ausgerüstet werden, die weit mehr als 300 Stundenkilometer entwickeln könnten.
Lustfahrtminister General Denain führte u. a. aus, daß die „I n f l a t i o n" der französischen Flugzeugindustrie durch einen immer stärkeren Zusammenschluß behoben würde; etwa neun Zehntel der Industrie seien bereits zusammen- geschlossen worden. Wenn sie in ihrer jetzigen Form nichts leiste, so werde man sie zur Ordnung
rufen und andere Firmen unterstützen. Die In- dustriemobilmachung habe eine Aenbe- rung erfahren. Bisher habe man große Lager fertigen Materials unterhalten, um die Umstellung der Industrie im Kriegsfälle abwarten zu können. Daher komme es, daß Frankreich über ein außerordentlich umfangreiches Material verfüge, das aber zum größten Teil veral* t e t sei. Nach dem Dreijahresplan werde jetzt e i n Drittel des Materials erneuert, die beiden anderen Drittel sollen später durch noch modernere Modelle ersetzt werden.
Frankreichs Fühler im Güdosten.
Oie pariser Besprechungen TituleScuS und Tewfik Rüschty Beys.
Paris, 28. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die diplomatischen Besprechungen zwischen T i t u I e s c u und Tewfik Rüschty Bey werden mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Bon unterrichteter Seite wird betont, daß der O st p a k t p l a n in Verbindung mit der französisch-russischen Annäherung im Mittelpunkt der Besprechungen stehe. Nach dem gemeinsamen Essen am Quai d'Orsay hatte Titu- lescu eine Unterredung mit dem sowjetrussischen Geschäftsträger Rosenberg, der auch mit Außenminister Laval verhandelte. Ferner hatten Ministerpräsident F l a n d i n und T i t u l e s c u eine einstündige Besprechung. Tewfik Rüschty Bey wird den Meinungsaustausch mit den französischen Ministern fortsetzen. Die engen zwischen der Türkei und Sowjetrußland bestehenden Beziehungen und das Interesse, das der türkische Außenminister am Eintritt Sowjetruhlands in den Völkerbund äußerte, zeigen klar, in welcher Richtung sich der Meinungsaustausch bewege. Der „Temps" warnt vor den Gerüchten, wonach die Anwesenheit des türkischen Außen- ministers in Paris dem Abschluß eines französisch-türkischen Paktes diene. Die Pari
ser Besprechungen hätten eine sehr viel breitere Grundlage und gelten einmal dem südslawischen Schritt beim Völkerbund, dann aber auch den Ostpaktfragen. Der südslawische Schritt sei leider durch die Haltung Italiens, das Ungarn den Rücken stärke, sehr verwickelt worden. Frankreich könne aber unmöglich ab« seits stehen, denn abgesehen von den Beziehungen zu Belgrad sei der südslawische König auf französischem Boden ermordet worden. Es fei zu befürchten, daß die Genfer Aussprache einen ziemlich gefährlichen politischen Charakter annehmen werde. Der italienische Schritt müsse sich in Budapest im Sinne einer B e - r u I) i g u n g geltend machen. Frankreich, Rumänien und die Tschechoslowakei seien unentwegt bemüht, ihren beruhigenden Einfluß in Belgrad geltend zu machen. — Die „Information" dementiert ebenfalls die Gerüchte von dem Abschluß eines französisch- türkischen Paktes. Der Besuch des türkischen Außenministers gelte der Vorbereitung eines Mittelmeerpaktes, an dem zwar Frankreich und die Türkei beteiligt sein sollen, dem aber außerdem Südslawien und Italien beitreten sollten.
Flandins wirtschaftliche Reformpläne.
Gesundung des Binnenmarkts. — Wiederbelebung des Außenhandels. — Förderung der Privatinitiative. — Gegen das Kriegsgerede.
Paris, 27. Nov. (DNB.) Ministerpräsident F l a n b i n sprach vor der französischen Wirtschafts- und Industrievereinigung über die allgemeine Wirtschaftskrise und die Mittel zu ihrer Behebung. Er glaube, daß für Frankreich d i e Erzeugung dem Verbrauch angepaßt werden müsse. Diese Anpassung hätte sich automatisch vollzogen, wenn das Räderwerk der Wirtschaftsgesetze nicht eingerostet wäre. Deshalb wünsche er auch die Rückkehr zum freien Handel. Die Lähmung des Außenhandels durch unnormale Zölle usw. laufe den Interessen aller Erzeuger zuwider. Denn das Leben zahlreicher Verbraucher in Frankreich hänge von den Löhnen und Gewinnen ab, die auf ausländischen Märkten erzielt würden. Denn es handle sich darum, Käufer zu finden, das sei nicht leicht. Immerhin müsse eine solche Wiederbelebung erstrebt werden. Er sehe sehr wohl, was die k a p i- talistischen Spekulanten von der Frankenentwertung und die a n t i k a p i t a l i st i s ch e n Revolutionäre von der Deflation erhofften, und er bekämpfe d i e einen wie die anderen. Er halte es für sehr wohl möglich, zunächst d e n i n n e r en Markt ins Gleichgewicht zu bringen und dann die Wiederbelebung des
Außenhandels durchzuführen. Eine strenge Regelung des Getreide - und Weinbaues müsse Frankreich in Zukunft von schlechtem Getreide und schlechtem Wein befreien. Zur Gesundung der Industrie werde eine Krisengesetzgebung, 11 eherein f ü n ft e zwischen den Erzeugern zwecks Regelung der Produktion zur Pflicht machen. Das Vorrecht des Handarbeiters werde weiter ausgebaut. Er hoffe, daß aus der Reichskonferenz ein großer Kolo- nialplan hervorgehe. Zum Schutze des Sparers werde man den Skandalen der Liquidierungen und Bankrotte ein Ende machen. Alle diese Pläne könnten aber nur verwirklicht werden, wenn man a u f t) ö r e, durch dauernde Beunruhigung die Privatinitiative zu lähmen. Don 80 Milliarden Franken Notenumlauf würden augenblicklich 40 Milliarden zurückgehalten. Der äußere Friede werde nicht gefährdet sein, solange man sich im Innern nicht zersplittere. Die Regierung sei glücklicherweise stark genug, um den inneren Frieden zu wahren. Sie habe nichts von den Staatsreformplänen aufgegeben, aber es handele sich zunächst einmal um wichtigere Aufgaben.
Kräfte dem Aufbau des Friedens zu widmen. Aller Haß, der durch einen zweiundfünfzigmonatigen beispiellosen Krieg aufgehäuft ist, muß verschwinden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den französischen und deutschen Frontsoldaten und noch mehr eine Verständigung Zwischen den beiden Ländern würde dem Frieden dienen, dessen Hüter wir sein wollen. Eine solche Arbeit würde uns sicher vor einer neuen Not bewahren."
Ein anderer Führer — I. G. — sagte mir, wenn es noch eine Möglichkeit gebe, daß unsere beiden Völker, die durch Presse und Politik auseinandergetrieben seien, wieder zusammenkommen, dann könne es nur auf d e r Ebene des Frontfolda- tentums geschehen, des Frontsoldatentums, in dem die ganze Liebe für das angestammte Vaterland lebt, in dem der ganze Stolz feiner Nation lebendig ist. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, daß er gegen die international und pazifistisch eingestellten Verbände ist. Aber gerade, weil sein Leben von dieser Liebe bestimmt wird, kann er nur b e n wirklichen Frieden wollen und auch garantieren. Er, als Franzose, müsse um dieses Zieles willen es ablehnen, mit einem Verbände zu verhandeln, der nicht auf diesem Boden stehe. In dem deutschen Frontsoldaten-Bund sehe er diese Liebe, und so hoffe er auch, daß bald eine Möglichkeit geschaffen werde, wo beide sich Auge in Auge sehen, um sich das sagen zu können, was unbedingt gesagt werden müsse. Es müsse über die trennende Mauer zwischen uns hinweg offen, ja „brutal" gesprochen werden? Wenn so die Probleme angepackt würden, so könne man zu einer Klärung der strittigen Fragen kommen.
Zusammenfassend kann mit aller nötigen Reserve gesagt werden: In Frankreich beginnt die Stimme der Einsicht Boden zu gewinnen. Entscheiden werden sich die Dinge zwischen uns und den Franzosen in der Haltung zueinander. Je mehr wir als Nation und Volk zusammenwachsen, je mehr wir uns in der eigenen Achtung innerer und äußerer Ehre durchringen, desto eher wird auch das Wort des Verstehens gefunden werden. Die Richtung dieses Kampfes hat der Führer angegeben, Rudolf Heß in feiner Rede in Königsberg formuliert und Franz Seihte am Tage der Erinnerung des Kriegsbeginns für uns als Marschbefehl ausgegeben."
„Warum wir nach Deutschland gingen".
Die Deutschlandreise der Frontkämpfer.
Paris, 28. Nov. (DNB. Funksppuch.) Die Abgeordneten G o y und Stadtrat M o n n i e r werden am Freitag über das Thema sprechen: „W a r u m mir nach Deutschland gegangen sind. Unsere Unterredung mit Hitler." Als gegnerische Reoner sind die Abgeordneten Franklin Bouil- l o n und Caftagne geladen worden. Anschließend findet eine Aussprache zwischen dem Aog. Sca- p i n i, Oberst Picot, dem Vorsitzenden der Vereinigung gesichtsverletzter Frontkämpfer, General Puderoux und anderen über die Fragen statt: „Hatten Goy und Monnier recht ober unrecht, mit Hitler zu sprechen? WillDeutschlanbKrieg ober Frieden? Können die französischen und die deutschen Frontkämpfer den Frieden erzwingen?"
Für eine Aussprache mit Hitler.
Nach dem13.Januar istderrechteAugenblick
Genf, 27. Rov. (DRB.) Die „Tribüne de Geneve" veröffentlicht eine Unterredung mit dem französischen Senator de I o u v enel. der für den Versuch einer ehrlichen Verständigung mit Hitler eintritt. Auch in der Saarfrage sei er Anhänger einer direkten deutsch - französischen Aussprache. Frankreich habe nur ein Interesse: Die Sicherung der Abstimmungssrei- heit. Im übrigen sei es an der Saarfrage nicht interessiert, Er betrachte die Saarfrage vom rein wirtschaftlichen Standpunkt aus. Er sei der Ansicht, daß man Hitlers Friedenserklärungen glauben könne, da der Frieden auch in Deutschlands Interesse liege. Hitler kenne die Psychologie seines Volkes. Denn er also so oft das Dort Frieden gebrauche, so gewöhne er sein Volk an diese Politik. Was Hitler sage und tue, verpflichte sein Volk. Es komme darauf an» die Verhandlungsmethode zu finden. Im übrigen wünsche niemand einen Krieg, davon sei er überzeugt. Außp" Minister Laval sei sehr vernünftig und habe früher mit Brüning verhandelt, yilllllMi er seine Verhandlungen nicht m i t sehen? Da Hitler erklärt habe, gebnis der Saarabstimmung achten rJH man schon sehr bald ein Urteil übe;^ . tigkeit gewinnen können. Rach ber 'O/M müsse man den psychologisch ’


