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Oie Schulen im Memelland litauisiert.

Klare Durchkreuzung des Autonomiestatuts.

eine kleinere Landwirtschaft von etwa 6V2 Hektar Gröhe. Das Erbhofgericht hat die Veräußerung der l'/r Hektar genehmigt, jedoch mit der Bedingung, dahderEhemannderTochteralsEigen. tümer eingetragen wird. Maßgebend für die Entscheidung ist einmal der Gesichtspunkt ge­wesen, daß der Hof des B auch nach der Veräuße­rung der IV2 Hektar leistungsfähig bleibt, weil er recht gutes Land habe und zum andern die Tat­sache, daß der Hof des Schwiegersohnes durch Hin­zunahme der IV2 Hektar z u einem Erbhof wird. Die Schaffung neuer Erbhöfe liegt im In­teresse der Gesamtheit. Das Erbhofgericht hat daher mit Recht die Genehmigung erteilt.

Oie Partei befiehlt den Staat!"

Die Reichsleiter der NSDAP. tagen in München.

München, 28. Sept (DRB.-Funkspruch.) Die tHSft. meldet: Am Donnerstag fand in München imBraunen haus" im Arbeitszimmer des Führers eine Tagung der Reichsleiter der RSDAP. statt, an die sich eine Besprechung mit den Amtsleitern der Reichsleitung im Plenarsaal des Münchener Rathauses anschloß.

Es fand eine umfassende Aussprache über eine Reihe von Fragen statt, die zur Zeit im Vorder­grund der Parteiarbeit stehen, u. a. wurde das Verhältnis von Partei und Staat auf der Tagung eingehend behandelt, sowie insbesondere die Auswirkungen und Folgerungen besprochen, die sich aus der allgemeinen RichtlinieDie Partei befiehlt Öen Staat für die Arbeit der Par­tei ergeben.

Auf der Tagung der Amtsleiter erstatteten die Beauftragten der Parteileitung aus ihren Inspek­tionsbezirken Bericht über ihre Tätigkeit und ihre Eindrücke. Aus den das ganze Reichsgebiet um­fassenden Berichten geht hervor, daß die Arbeit der Partei im Lande bedeutsame Fortschritte aufzuweisen habe und in der Bevölkerung wachsende Anerkennung findet. Vor allem drang überall, insbesondere in den handarbeitenden Schichten, die Ueberzeugung durch, daß die Partei die Instanz sei, die sich der Sorge des Volkes im einzelnen praktisch annehme und sie in gerechter Meise vertrete.

Interessant war dabei die Feststellung, daß über 95 v. h. aller Beschwerden, die Partei­instanzen betreffen, sich bei sachlicher Prüfung als Kleinkram und persönlicher Klatsch Herausstellen. Uebereinstimmend wurde auch berich- tet, daß die Wirkung des Rei chspartei- t a g e s für die Parteiorganisation ebenso wie im ganzen Volke eine außerordentlich tiefgehende war.

Tllsit, 27. Sept. (DRV.) Das großlitauische Direktorium R e i s g y s hat einen Erlaß veröffent­licht, durch den nun auch das Schulwesen des Memelgebietes entgegen den klaren Bestimmungen des Memelstatuts l i t a u i s i e r t und die deut­sche Unterrichtssprache weitgehend aus- geschaltet werden soll. Auf Grund dieses Er­lasses soll ab 1. Oktober die Unterrichtssprache in den memelländischen Schulen nach folgenden Ge­sichtspunkten festgesetzt werden:Wenn Die Schüler litauischer Abstammung zusammen mit den zu Hause litauisch sprechenden Schülern in einer Schule die Mehrheit bilden, so wird in dieser Schule in der litauischen Sprache unterrichtet. Wird die Mehrheit durch Kinder deutscher Abstammung gebildet, so ist die Unter­richtssprache Deutsch, lieber die Abstammung der deutschen Kinder müssen bis zum 1. November von den Schulleitern entsprechende L i st e n aufge­stellt werden. Nach einer Prüfung dieser Listen durch die Schulräte und Bestätigung durch das Direktorium wird die Unterrichtssprache in den ein­zelnen Schalen festgesetzt.

Da vielfach im Memelgebiet, besonders auf dem Lande, wohl litauisch gesprochen wird, was aber nicht gleichbedeutend mit einer großlitauischen E i n st e l l u n a die­ser Memelländer ist, und entsprechend dem Wort­laut der Verordnung auch die Bestimmung der deutschen Abstammung anscheinend von der Entscheidung der litauischen Schul­räte abhängig gemacht werden soll, hoffen

Paris, 27. Sept. (DNB.) Im Schnellzug ParisVentimiglia hat sich in der vergangenen Nacht ein blutiges Drama abgespielt. Der Schaffner entdeckte in einem Schlafwagenabteil erster Klasse die Leichen zweier Fahrgäste. Er benachrichtigte den Zugführer, der auf der nächsten Station Halt machte und die Polizei alarmierte. Das Drama hat dann bald zu einer sensationellen Entdeckung geführt. Bei dem einen der beiden Toten, dessen Papiere auf den Namen Alibert lau­teten, und in dem man den Mörder des anderen vermutete, handelt es sich um einen aus Polen ge­bürtigen Josef Ziffer, der vor Jahresfrist die Kriminalpolizei aller Länder beschäftigt hat.

Im Juli 1923 wurde am Strande bei Dieppe die LeicheeinerFraumit vier Schußwunden gesunden Alle Nachforschungen der Polizei, den Namen der Unbekannten festzustellen, blieben er­folglos. Fast 10 Jahre später erhielt die Polizei

die Litauer offenbar, in den meisten memelländi- schen Schulen das Litauische als Unterrichts­sprache einführen $u können. Der Wille der Eltern soll dabei anscheinend vollkommen u n - berücksichtigt bleiben.

In den Schulen mit litauischer Unterrichts­sprache sollen ferner die deutschen Schüler vom ersten Schultag an mündlich in Litauisch un­terrichtet werden, damit sie, wie es in Dem Er­laß heißt, mit Beginn des fünften Schuljahres dem allgemeinen Unterricht folgen können. Auch in den Schulen mit deutscher Unterrichtssprache erhal­ten die deutschen Schüler vom ersten Schuljahr an zusammen mit den Schülern der litauischen Minder­heit litauischen Sprachunterricht. Erst mit Beginn des fünften Schuljahres wird dann in diesen Schulen in einer Sprache unterrichtet, und zwar je nach der Mehrheit der Schüler entweder Deutsch oder Litauisch. Der litauischen Sprache wird also trotz der Bestimmung des Memelstatuts, daß Deutsch und Litauisch Gleichberechtigung genießen, ganz offensichtlich der Vorrang eingeräumt trotz der Tatsache, daß bisher entsprechend dem Willen der Eltern in über 8 0 v. H. dermemel- ländischen Schulen die Unterrichts- spräche Deutsch war. Hinzu kommt, daß auch im memeländischen Lehrerseminar der litau­ischen Sprache ein erhebliches Uebergewicht einge­räumt worden ist, und daß Schülern und Lehrern aufgegeben worden ist, in SchulangeleHenheiten und auch in Privataesprächen sich nur der litauischen Sprache zu beoienen.

einen anonymen Brief, der die Identifizierung des Opfers und die Feststellung des Mörders erlaubte. Es handelt sich bei der Toten um eine 24jährige polnische Sängerin Helene Z a w u s k a , die mit einem Bruder Ziffers verheiratet war. Die Unglück­liche war von ihrem Schwager ermordet wor­den, um ihrem Mann die Möglichkeit zu geben, eine reiche Heirat abzuschließen. Die polnische Polizei verhaftete den Ehemann und dessen Schwe­ster, die beide zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt wurden. Erst vor kurzem war es der Pariser Kriminalpolizei gelungen, festzustellen, daß Alibert und Ziffer ein und dieselbe Person waren; seine Verhaftung stand unmittelbar bevor. Man vermutet, daß die Bluttat im Schnellzug in Zusammenhang mit der Mordangelegenheit steht, und daß Ziffer seinen Reisegenossen ermordete, um einen unbequemen Zeugen zu beseitigen, sich bann aber selbst das Leben nahm.

Blutiges Drama im Schnellzug ParisVentimiglia.

Das Ende eines seit Jahren gesuchten Verbrechers.

Verlängerung von Vorschriften des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

Berlin, 27. Sept. (MB.) 3m Reichsgefehbllltt wird ein Gesetz veröffentlicht, nach dem die Gel­tungsdauer der § § 5 und 6 des G e- fetzes zur Wiederher st ellung des V e - rufsbeamtentums bis zum Inkrafttreten des neuen deutschen Veamtengesehes verlängert wird. Vis dahin können also Beamte, wenn es das dienstliche Bedürfnis erfordert, noch in e i n A m t von geringerem Range verseht oder zur Vereinfachung der Verwaltung oder im Interesse des Dienstes in den Ruhe st and verseht werden. Die Ausarbeitung des neuen Beamten- gesehes ist bereits in Angriff genommen.

Im Interesse der Beamtenschaft liegt die weitere Bestimmung des Gesetzes, daß Verfügungen nach§2bis4des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentumes zugunsten der davon Be­troffenen auch nach dem 3 0. September 1 93 4 zurückgenommen oder geändert werden können, sofern die Prüfung spätestens am 30. September 1934 bei der obersten Reichs- oder Landesbehörde anhängig geworden ist.

Die übrigen Fr? st en des Gesetzes zur Wie­derherstellung des Berufsbeamtentums find nicht verlängert worden.

Gleichstellung

Der alten ASBO.-Kämpfer mit den Parteigenossen.

Berlin, 28. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der stellvertretende Neichsobmann der NSBO. und Or- aanisationsleiter der PO., Claus Selzner, er­laßt eine Mitteilung, in der es u. a. heißt:

Gemäß Anordnung des Stabsleiters der PO. sollen nur Parteigenossen Mitglieder der NSBO. sein. Es sind noch Vorarbeiten im- gange, welche den Einbau der verdienten NSBO.-Kämpfer in die Partei nach­träglich ermöglichen sollen. Als durchaus notwendig erweist es sich jedoch, den Mitgliedern der NSBO, die sich oft jahrelang vor der Machtübernahme als Vorkämpfer für den Nationalsozialismus in den Be­trieben bewährten, die gleiche Anerkennung zuteil werden zu lassen, wie den Mitgliedern der NSDAP. Daher ist es untragbar, wenn diese alten NSBO.-Mitglieder jetzt aus ihren Dienststellen a b - gebaut dzw. ihnen oft zugunsten jüngster Partei­mitglieder Arbeiten und Stellen innerhalb der Deutschen Arbeitsfront (bzw.Kraft durch Freude") vorenthalten werden. Der NSBO.-Kämpser aus der Zeit vor der Machtübernahme ist ideell dem Parteigenossen gleichzustellen.

Die Gewährung von Unterstützung der OA§.

DNB. Berlin, 27. Sept. Der Führer der DAF., Dr. Ley, ordnet an: Die Richtlinien über die Mitgliedschaft der Deutschen Arbeitsfront sehen vor, Idaß einzelne Unterstützungen nur gezahlt werden, «wenn das Gesamteinkommen des Mitgliedes nicht imehr als 10 0 Mark monatlich beträgt. !Diese Bestimmung bezieht sich nicht auf alt- lerroorbene Rechte und Anwartschaften. ''.Die Deutsche Arbeitsfront hält ihr Wort, daß die alten Rechte unter allen Umständen gewahrt werden.1

Erfolgreiche Generalprobe für das Mndmühlen-

flugzeug.

Oie Erfindung des Spaniers de la Eierva bewährt sich.

Bei dem kürzlich im Londoner Hydepark erfolgten Aufmarsch der Mosley-Faschisten hatte die Polizei­leitung zu Beobachtungszwecken ein Windmüh­lenflugzeug eingesetzt. Wenn es dennoch zu blutigen Zusammenstößen zwischen den Schwarzhemden und ihren Gegnern kam, so trägt daran jedenfalls dieses mit einem Kurzwellensender ausgestattete Flugzeug keine Schuld. Es hat sich vielmehr herausgestellt, daß der neuartige Versuch, den Aufmarsch aus der Luft zu leiten und zu beaufsichtigen, durchaus als geglückt bezeich­net werden kann. Nur gelang es den von dort oben funkentelegraphisch dirigierten Polizeikräften auf dem Erdboden nicht, sich entsprechend den Anwei­sungen zu postieren, weil die Zufahrtswege bald verstopft waren.

Hat sich also hier das Windmühlenflugzeug in­folge feiner besonderen Eigenschaften, auf Die wir noch zu sprechen kommen werDen, Durchaus bewährt, so ist auch ein anDerer, ebenfalls in London Durch­geführter Versuch sehr gut geglückt: Um Die Mög­lichkeit einer beschleunigten Zustellung Durch lieber® feeDampfer in Den Häfen ankommenDer Poststucke zu ertunDen, hatte man von BorD eines Ozeanriesen ein Windmühlenflugzeug starten lassen. Der Apparat nahm direkten Kurs auf die englische Hauptstadt und hätte mühelos auf Dem im Herzen LonDons gelegenen Hauptpostamt landen können, wenn das riesige Gebäude statt feines Giebeldaches ein Flachdach gehabt hätte. Ohne diesen verhältnismäßig leicht wiegenden Mangel wäre die Postsendung unter Vermeidung zeit­raubender Verladungs- und weniger schneller Be­förderungsmaßnahmen direkt in Die Postzentrale unD von Dort sofort an Den Empfänger gelangt. Die im Versuchsfalle gewonnene Ersparnis an Zeit könnte noch wesentlich vergrößert werDen, sofern man Das WinDmühlenpostflugzeug noch wah- renD Des Verweilens Des Dampfers auf hoher See abließe.

Das Autogiro ober Winbmühlenflugzeug ist eine ErfinDung Des Spaniers De la Eierva. Da wir es währenD seiner zahlreichen Besuche in Deutsch- lanD sicher alle entroeDer schon selbst ober boch wenigstens Silber von ihm gesehen haben, braucht eigentlich kaum noch barauf hingewiesen zu werben, baß Das WinDmühlenflugzeug nur ganz winzige Flügel besitzt unb daß bie Funktionen her bei Den sonst gebräuchlichen Flugzeugen ^"treffenDen Tragflächen hier von einer wagerecht ftebenoen Luftschraube wahrgenommen werben. Sonst ist Das Autogiro im großen unb ganzen genau so ausge­rüstet wie alle anberen Flugzeuge auch. Um eine häufig angutreffehbe irrige Meinung richtigzustel- len: auch bas WinDmühlenflugzeug wirb burch einen gewöhnlichen Propeller vorwärts bewegt; die Trag- schraube hat mit der Ftuggeschwindlgt-^t nur in- direkt etwas zu tun. Während das Drachen-Motor. Flugzeug eine bestimmte Eigengeschwmdigkeits. grenze nicht unter,-breiten darf, damit es nicht ,,durch,ack kann das Windmuhlenstugzeug, da eine Flug ähigkeit von der Eigengeschwindigkeit fast ganz abhängig ist.schon be, germgew.Gegen- roinb zu völligem 6 11 U ft an b kommen. Diese g nentoaft gestattet Start und Landung schon aus aän, kleinen Flachen. Der Tragschrauber kann be, Windstille schon bei einem Anlaus von 11 Meter

(bei Gegenwind 7 Meter auffteigen unb auf einer Fläche von nur 6 Quabratmeter lan - b e n. Seine Steiggeschwinbigkeit beträgt 275 Me­ter in Der Minute (Die Luftschraube roirD Durch Den vom Propeller verursachten Luftstrom angeblasen) unD Die Höchstgeschwindigkeit in Normalhöhe 193 Std./Kilometer. Da Das WinDmühlenflugzeug bei völliger WinDstille ohne Höhenverlust eine Min- Destgeschwinbigkeit von 16 Kilometer in ber Stunbe entwickeln kann, so ergibt sich zwischen Maximal- unb Minimalgefchwinbigkeit eine Difte- reng von 177 Std./Kilometer. Diese besonderen Eigenschaften befähigen bas Winbmühlenflugzeug, wie bie Lonboner Versuche ja auch bewiesen haben, zu Leistungen, bie kein anberes Luftfahrzeug er­füllen kann. Da beim Autogiro Das Verhält- nis von Eigengewicht zu Nutzlast noch ungünstig ist, Dürfte sein Einsatz als Derkehrs- oDer Bombenflugzeug einstweilen noch nicht möglich sein. Aber als Postflugzeug ober als Beobach­tungsflugzeug wirb es (auch im Kriegsfälle) boch treffliche Dienste leisten können. Schließlich will ja auch bebacht fein, baß bas Winbmühlenflugzeug erst zwölf Jahre alt ist und bis zur Errei­chung bes jetzigen Alters bes Drachenmotorflugzeu­ges von 31 Jahren noch manche Mängel ausgleichen kann. A. Schm.

Kunst und Wissenschaft.

Zahrtausendfeier fürdenpersischenNationaldichterFirdusi

Der Wissenschaftliche Ausschuß Des Deutschen Orientvereins veranstaltete in Berlin eine Jahr- taufe nD feier für Den persischen Na­tionaldichter Firdusi. Staatsrat Dr. W i e - g a n D wies darauf hin, daß FirDusis Gesänge eine überraschenDe Uebereinftimmung zeigen mit Deut­schen HelDensagen. Ministerialrat Dr. Dahlen übermittelte Die Grüße Der Reichsreaierung, Die hohen Wert auf freunDschaftliche Beziehungen zum Kaiserreich Persien lege. Der persische National­ter Firbusi, Der vor 1000 Jahren geboren rourhe, merbe auch vom beutschen Volk zu ben größten Dich­tern biefer Erde gezählt. Firbusi sei ein lebenbiger Zeuge für Die StammesverwanDtschaft unserer Ahnen, Der alten Germanen mit ben alten Persern. Ministerialrat Dr. V a h l e n schloß mit einem Hoch auf SM. Reza Schah Pahlani. Nach ber persi- scheu Nationalhymne zeichnete Professor Dr. Hans S ch a e D e r ein Bilb Des großen Dichters, Der mit feinemSchahname" die persische Dichtkunst in die Weltliteratur eingeführt hat. Der persische Gesandte Abolghassen Khan Nadjm wies darauf hin, daß diese Feier Deutsche unb Perser durch gemeinsame geistige Beziehungen verbinde. Die persische Nation sei dankbar für bas freund­schaftliche Verständnis, das man in Deutschland dem persischen Geist und der persischen Kultur entgegen­bringe. Der Gesandte schloß mit dem Ruf: Es lebe ber Führer unb Reichskanzler bes deutschen Volkes. Die Goethemedaille für den Waler Arthur Kampf zum 70. Geburtstag.

Der Führer und Reichskanzler hat Dem Maler .Professor Arthur Kampf, der am 27. September |feinen 7 0. Geburtstag beging, in Anerkennung

feiner künstlerischen Leistungen und Verdienste bte Goethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst verliehen.

Aus aller Wett.

Hauptmann wirdLindbergh gegenüber- gestellt.

Der Anwalt des im Zusammenhang mit der Ent­führung Des Linhbergh- KinDes verhafteten Hauptmann erklärte, sein Klient sei unschuldig, unD er ersuchte Das Gericht, ben Verhafteten gegen eine Bürgschaft von 5000 Dollar aus der Haft zu entlassen, ba Hauptmann eine größere Summe nicht aufbringen könne. Der Richter setzte jeboch Die Haftentlassungsbürgschaft auf 100 000 Dollar fest.

Staatsanwalt Foley gab bekannt, Daß Haupt­mann etwa zehn Minuten Dem Obersten Lind- bergt) gegenübergestllt worden sei. Die Gegenüberstellung erfolgte, nachdem Lindbergh den Wunsch geäußert hatte, Hauptmann zu sehen. Lind­bergh, der von 20 Detektiven begleitet war, trug zur Unkenntlichmachung eine Brille und eine Mütze. Staatsanwalt Foley versicherte, daß Hauptmann nicht gewußt habe, daß der Mann, dem er gegenübergestellt wurde, Lindbergh war.

Die Nachprüfung der Konten Hauptmanns ist be­endet worden. Man hat drei Aktienkonten festge- stellt. Nach der Zahlung des Lösegeldes an Haupt­mann seien 2500 Dollars auf einmal deponiert worden. Staatsanwalt Foley erklärte, er glaube nicht, daß Hauptmann allein bie Entführung be­werkstelligt habe. Es bestehe jeboch die Möglichkeit, baß Hauptmann derjenige war, ber über eine Leiter in bas Haus Lindberghs eingestiegen sei. Die Staatsanwaltschaft von Bronx ist von einer Frau Katharina Maurer ersucht worden, den Aufent­halt ihres Mannes namens John zu ermitteln, Der angeblich kurz nach Beginn her Hauptmann-Ange- legenheit verschwunhen sei. Frau Maurer erklärte, ihr Mann kenne Hauptmann.

Fahndung nach einem Raubmörder.

Die deutschen Krinnnalbehörden haben zur Zeit eine großangelegte Fahndungsaktion nach einem Raubmörder eingeleitet, der sich am 10. Sep­tember d. I. in Hannover von dem Installateur Ernst Kock im Kraftwagen mitnehmen ließ, um Kock dann unterwegs auf der Landstraße Soltau Harburg zwischen Heber und Wintermoor durch einen Schuß niederzustrecken. Der Ueberfallene ist drei Tage später seiner schweren Verletzung er» leaen. Der Räuber, der eine offenbar gestohlene SA.-Uniform angelegt hatte, flüchtete auf die lauten Hilferufe seines Opfers in den nahen Wald, ohne den zweifellos beabsichtigten Raub ausgeführt zu haben. Im Wald hat er sich umgezogen und die Uniformstücke liegengelassen. Es ist anzunehmen, daß er noch weitere Straftaten begeht und sich durch Inanspruchnahme von Fernlastzügen und Kraftwagen der Strafverfolgung zu entziehen ver­suchen wird. Auf die Ergreifung des Täters ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.

Durch Gasexplosion

eine Person getötet und vier verletzt.

In einem Hause Der Hauptstraße in Aachen» BurtscheiD erfolgte eine Gasexplosion, durch Die gleichzeitig ein Brand hervorgerufen rourDe. Vier Personen erlitten Verletzungen. Ein löjähriger Junge rourDe Durch Den ungeheuren LuftDruck aus Dem im 2. Stock gelegenen Fenster Des Hauses auf Den H o f geschleuDert. Er ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Feuer­wehr hatte bis Mitternacht mit ber Bekämpfung Des BranDes unD Den Aufräumungsarbeiten zu tun. AnfcheinenD ist Die Explosion auf Das Undichtwer» Den eines Gasrohrs zurückzuführen.

Der millionste Fluggast der Lufthansa.

Am Donnerstag rourDe Der m i 111 o n ft e Flug­schein Der Deutschen Lufthansa in München aus­gestellt. Der millionste Fluggast Der Deutschen Luft­hansa ist Herr Wilhelm Gensburg, Der für heute, Freitag, auf Der Strecke 9 (MünchenBerlin) gebucht hat. Das (Eintreffen her Maschine erfolgt planmäßig nachmittags auf dem Flughafen Tem­pelhof, roo Direktor Wronsky namens her Deut­schen Lufthansa ben millionsten Fluggast begrüßen und ihm eine künstlerische (Erinnerungurfunbe über­reichen roirb.

Entmenschtes Ehepaar tötet seine vier Kinder.

Das Schwurgericht in Aurich verhandelte gegen das Ehepaar Jansen aus Leer (Ostfriesland), das angeklagt war, in der Zeit von 1927 bis 1932 vier von Frau Jansen geborene Kinder sofort nach der Geburt getötet zu haben. Das Gericht verurteilte den Ehemann z u m Tode, Frau Jansen erhielt zwölf Jahre Zuchthaus.

Meine politische Nachrichten.

Der christlich-soziale Parteivorstand hat ben Be­schluß auf Auflösung ber Christlich-So­zialen Partei in Oesterreich gefaßt. Es würbe eine Entschließung angenommen, in ber zum Ausbruck gebracht roirb, daß bie Christlich-Soziale Partei sich völlig in die Vaterländische Front unter Preisgabe ihrer Organisation ein- gliedere.

Könia Alexander und Königin Marie von Südslaroien sind in Sofia eingetroffen, um dem bulgarischen Königspaar den geplanten Besuch abzustatten. In ihrem Gefolge befand sich Der süd­slawische Außenminister Jesti tsch.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich noch weiter verstärkt und erstreckt sich vom Mittelmeer über Deutschland mit Ausläufern bis nach Nordskandinavien. Zwar setzt von Südwesten her starker Druckfall ein, wobei Warmluftmafsen bis nach Novdroestdeutschland Vor­dringen, doch roirb, abgesehen von Frühnebelbildun­gen und dem vereinzelten Auftreten von etwas Sprühregen, Das freundliche Herbstwetter anhalten.

Aussichten für Samstag: Nach kühler Nacht und Frühnebel am Tage aufheiternd und warm, im ganzen trocken.

Lufttemperaturen am 27. September: mittags 23,1 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 28. Sep­tember: morgens 11,5 Grad. Maximum 24,3 Grad, Minimum 10,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. September: abends 16 Grad; am 28. September: morgens 13,7 Grad. Sonnenschein­hauer 7 Stunhen. __________________________

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.

Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langch für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckeret

R. Lange, K.-G, sämtlich in Gießen.