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Nr. 148 Erstes Blatt

184. Jahrgang

Donnerstag, 28.)uni 1934

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Eichener Anzeiger

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Reichsaußenmimstek von Aeuraih über Außenhandelsfragen.

Ausfuhr tut not! Die Llrsachen der deutschen Transferschwierigkeiten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist die Aufgabe aller Staaten.

Berlin, 28. Juni. (DNB.) Im Rahmen der vom Deutschen Industrie- und Handelstag veran­stalteten Berliner Tagung der deutschen Auslands - Handelskammern fand am Mittwochabend in den Krollschen Festsälen ein Empfangsabend statt, an dem neben den Tagungs­teilnehmern zahlreiche führende Persönlichkeiten teilnahmen, so der Reichsaußenminister Freiherr v. Neurath, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der sächsische Staatvrninister Lenk, der Führer der Gewerblichen Wirtschaft Keßler, der stell­vertretende Gauleiter des Auslandsamtes der NSDAP. Alfred H e ß.

Präsident Or. von Nenteln

begrüßte die Gäste, sowie die Mitglieder der Gast- staaten dieser Kammern. Er betonte in seiner An­sprache, daß das nationalsozialistische Deutschland leider nur allzu oft im Auslande mißoer st anden würde und auch nicht ver­standen werden konnte. Gerade dieser national­sozialistische Staat sei jedoch der berufenste, um die Verbindung mit allen Gliedern des deutschen Dolks- körpers im Auslande und darüber hinaus mit allen Völkern der Welt auszugestalten. Der National­sozialismus sieht feine Aufgabe darin, die Ver­bindungen lebendiger zu gestalten, Mißverständnisse und Hindernisse aus dem Wege zu räumen und durch die Wahrheit zu überwinden. Es liegt dem Deutschen nicht, in raffinierter Weise Auslands­propaganda zu machen. Er strebt dahin, und fein Streben ist immer gewesen, Tatsachen für sich sprechen zu lassen. Mit geradem und ehr­lichem Sinn will er fein Ziel erreichen. Selbstachtung und Freiheit des Ent­schlusses sind des Deutschen Richtschnur. Daher hat er auch Respekt vor der Freiheit der anderen. Ein Volk empfängt in der' Welt die Achtung, die es sich selbst zollt. Die Chance des deutschen Volkes liegt in der friedlichen Arbeit. Kein besseres Zentrum des Friedens gibt es in der Welt als Deutschland. Deutschland ist das Herz des Friedens der Welt.

Neichsaußenmmister Freiherr von Neurath

überbrachte die Grüße und Wünsche der Reichs­regierung. Er wies auf die gewaltigen Ver­änderungen hin, die feit dem 30. Januar 1933 in Deutschland eingetreten seien. Die Aufteilung des Reiches in Länder, die Eifersüchteleien und Rivalitäten der Länder untereinander seien ver­schwunden, ferner die Zerrissenheit der inneren Politik durch eine Unzahl von Parteien, der Klassen­kampf als Selbstzweck, schließlich der Unverstand da­für, daß

für eine kraftvolle Außenpolitik Einheit im Innern erste Voraussetzung

sei. Ein einheitliches Reich und ein Volk entstanden, das sich als ein einziges zusammen­gehöriges und untrennbares Ganzes fühle. Für die Ausländsdeutschen komme dies alles in der Tat­sache am deutlichsten zum Ausdruck, daß sie in ihren Pässen sich jetzt endlich nur noch als Deut­scher bezeichnen könnten.

Die Aufgabe der Tagung der deutschen Handels­kammern und wirtschaftlichen Vereinigungen im Auslande bezeichnete Freiherr von Neurath als eine doppelte. Einmal sollte den Ausländsdeutschen Gelegenheit gegeben werden, Künder ihrer Ein­drücke von den tiefen Wandlungen der letzten Jahre in Deutschland zu sein, wenn sie draußen wieder an ihre Arbeit gingen. Diese Eindrücke müßten bestimmt werden von den großen Errungen- schäften des deutschen Volkstumes. In der Richtung dieser Aufgabe liege auch, so be­tonte der Reichsaußenminister, die engere und bessere Zusammenarbeit der Auslands.handelskam- mern mit den Organisationen in der Heimat und eine gleichmäßigere Organisierung der Außenhan­delskammern selbst. Dabei sel aber vor einem allzu starken Drang nach Schematisierung zu warnen, da in dem historisch Gewordenen und Bodenständigen mancher Außenhandelskammern nicht unerhebliche Werte liegen. Die zweite Aufgabe sei eine sehr nüchterne, nämlich: Ausfuhr tut not! Als eine Hauptaufgabe der Tagung bezeichnete er die, für die deutsche Ausfuhr die Erfahrungen nutzbar zu machen, die in den deutschen Auslandshandelskam­mern angesammelt seien. Davon könnte die deut­sche Wirtschaft wertvolle Anregungen für das täg­liche Geschäft und als Ganzes Nutzen haben.

3n diesem Zusammenhang streifte der Reichs- außenminisier das Devisenproblem. Der Hauptgrund für den Rückgang der deutschen Ausfuhr fei die Währungsentwertung in den großen Industrieländern, die Deutschland den Wettbewerb fast unmöglich mache. Eigentlich sollte man von den Ländern, die ihre Währung ohne Notwendigkeit entwertet und die dadurch Deutschland am ersten in die jetzigen Transferschwierigkeiten ge­bracht hätten, mehr Rücksicht auf die Folgen daraus und mehr Verständnis für die Lage erwarten. Leider sei das nicht der Fall. Die Drohungen, die in diesem Zusammenhang

in den letzten Tagen gegen die deutsche Wirt­schaft ausgesprochen worden seien, bedauerte der Reichsauhenminister. Sie seien mehr als kurzsichtig. Ihre Verwirklichung wäre nicht nur ein Schlag für Deutschland, son­dern für die ganze Weltwirtschaft und sie würden ebenso stark auf die Länder zurück­fallen, die sie ausführten.

In die Handelskammern im Auslande richtete er den Appell, an der Aufgabe der deutschen Ausfuhrförderung mit allen Kräften mit- zuarbeiten. Deutschland wolle sich nicht abschließen vom Auslande. Dabei wandte er sich gegen das SchlagwortA u t a r k i e", das heute in allen maßgebenden deutschen Kreisen überwunden fei.

Niemand in der Reichsregierung glaube, daß Deutschland wirtschaftlich vom Ausland isoliert werden solle und könne.

Wenn auch unter dem Zwang der Verhältnisse mit allen Kräften daran gearbeitet werde, unser Volk und unsere Wirtschaft von ausländischen Lebensrnitteln und Rohstoffen unabhängiger zu machen und im Jnlande alles das zu erzeugen, was hier erzeugt werden könne, so verlange andererseits unsere zentrale Lage in Europa verständnisvolles und auf wechsel­seitigem Entgegenkommen aufgebaute Han­delsbeziehungen mit den Nachbarländern. Ebenso verlange die Notwendigkeit, Rohstoffe zu beziehen, freundschaftliche Austauschbeziehungen mit den überseeischen Ländern.

Die wichtigen und umfassenden Handelsbeziehun­gen, die Deutschland mit einer Reihe von Staaten in jüngster Zeit abgeschlossen habe, geben Zeugnis für diesen Willen. Mit diesen Verträgen seien an­deren Ländern große Einfuhrmöglich­

keiten nach Deutschland eröffnet worden. Deutschland fjabe dies tun können, weil diese Länder im Geiste aufrichtiger Gegenseitigkeit auch Deutschland seinen Anteil an ihren Märkten belassen hätten.

Deutschland sei bereit, mit allen Ländern auf der Grundlage dieser gegenseitigen Rücksicht­nahme in Verhandlungen einzutreten. Wan könne aber nicht erwarten, daß Deutschland die Zinsen für feine Auslandsschulden trans­feriere, wenn man der deutschen Ausfuhr alle möglichen Schwierigkeiten mache durch Zölle, durch Kontingente, durch Währungsentwertung und sogar noch durch die angedrohten Zwangs­maßnahmen. Der Transfer fei keine Frage des guten oder schlechten Willens, sondern der tat­sächlichen Möglichkeiten.

Es Jet eigentlich beschämend, daß man nach so vielen internationalen Konferenzen und nach so vielen Sachoerständigenberichten diese einfache Wahrheit immer noch in die Welt hinausrufen müsse.

Schließlich wies der Reichsaußenminister auf die wirtschaftlichen Fortschritte in Deutsch­land in den letzten zwei Jahren hin, wobei er an die Spitze die fortschreitende Gesundung der Landwirtschaft stellte, die wieder 'zu einem standesbewußten und gesunden Bauerntum als tra­gendem und zuverlässigem Fundament für die ganze Wirtschaft geführt hätten. Ueberall in der Wirtschaft regten sich die Hände. Die frühere Verzagtheit fei trotz aller Schwierigkeiten und manchen Aergers überwunden. Neuer Unter­nehmungsgeist fei eingezogen und die Arbeitslosig­keit fei zu einem großen Teil bezwungen worden. Was noch übrig geblieben fei, werde in zäher Klein­arbeit überwunden werden.

Die Transfewerhandlnngen im Gange.

London, 27. Juni. (DNB.) Die deutsch- englischen Verhandlungen über das deutsche Transfermoratorium haben Mittwoch um 11 Uhr im Schatzamt begonnen. Ver­treter des britischen Schatzamtes und des Foreign Office, an der Spitze der Hauptwirtschaftsberater der britischen Regierung, Sir Frederick Leith- Roß, hielten eine Sitzung mit den deutschen Ver­tretern ab Dr. Berger, Dr. Ullrich und Herr B l e s s i n g verbrachten eine halbe Stunde vor Beginn der Verhandlungen auf der deutschen Bot­schaft in Beratung mit dem deutschen Bot­schafter und Gesandtschaftsrat Rue ter. Hier­auf begaben sie sich zum Schatzamt, wo die Ver­handlungen begannen. Eine amtliche Mitteilung über die Sitzung ist nicht ausgegeben worden. Die nächste Zusammenkunft findet am Donnerstag statt.

England selbst will nicht bezahlen.

Die Kriegsschulden an Amerika.

London, 27. Juni. (DNB.) Eine neue Kriegsschuldennote Englands wurde heute an die Vereinigten Staaten gekabelt. In dieser betont die britische Regierung, es würde für sie unmöglich sein, eine Lage ins Auge zu fassen, in der sie voll ihre Kriegsverpflichtungen anderen gegenüber einhalten müsse, während sie weiterhin alle Forderungen auf Bezahlung der ihr geschuldeten Kriegsoerpflichtungen einstelle. Dies sei

eine Erklärung nicht rechtlicher, sondern tatsächlicher Art. Was die Anregung von Sachlieferun­gen betreffe, so wolle sie daran erinnern, daß die Erfahrung mit den deutschen Reparationen ge­zeigt habe, daß Transfer Schwierigkeiten nicht durch ein Sy st em von Sachliefe­rungen gelöst würden.

Nach kurzer Begründung der wirtschaftlichen Ein­wendungen gegen die Sachlieferungen fährt die Note fort, wenn das Vereinigte Königreich nicht Bezahlung für Waren erhalte, die auf kommer­ziellem Konto ausgeführt seien, so würden seine D e v i s e n v o r r ä t e, die für den Ankauf von Baumwolle und anderen Waren aus Amerika ver­fügbar seien, noch weiter verringert wer­den. Daher sehe die britische Regierung, trotzdem sie nicht abgeneigt sei, die Möglichkeit in dieser Richtung weiter zu prüfen, augenblicklich keinen Weg, um einen derartigen Plan in d i e Praxis umzusetzen. Die Note schließt: Nach Ansicht der britischen Regierung ist die Hauptfrage, die geregelt werden muß, der Betrag, der unter Berücksichtigung aller Umstände dieser Schulden be­zahlt werden soll. Sie bedauert, daß es bisher nicht möglich gewesen ist, weitere Fort­schritte in dieser Frage zu machen. Sie wird jedoch jede Gelegenheit begrüßen, die Erörterung wieder aufzunehmen, sobald zu Tage tritt, daß die augenblicklichen abnormen Bedin­gungen so weit geschwunden sind, daß sich gün­stige Aussichten für eine Regelung bieten.

45 Jahre Versailles!

Deutschland fordert einen Frieden der Ehre und Gleichberechtigung! Versailles ist kein Friede!

Der Arbeitsausschuß deutscher Der-' bände veröffentlicht folgenden Aufruf zum 28. Juni 1934:

15 Jahre Versailles! Heute vor 15 Jah­ren wurde das Versailler Diktat unterzeichnet. Schon damals konnte es bei keinem Einsichtigen als ein Instrument zur Wiederherstellung eines wahren Friedens gelten. Die 15 seither ver­gangenen Jahre haben dem deutschen Volk die größ­ten Opfer auferlegt, sie haben aber ebensowenig der Welt wahren Nutzen gebracht, es sei denn, man nennt Nutzen das ftarre F e st h a l t e n an Machtpositionen, die nur auf der Nieder- Haltung der europäischen Mitte beruhen. In einem Zustand der Schwäche und Zermürbung nach vierjährigem heldenhaften Ringen wurde das Diktat unterzeichnet.

Die Kraft zu einemNein" brachte das deut­sche Volk nicht auf. Es mußte daher den Weg durch die Wüste antreten, heute nach 15 Jahren kann es mit Stolz von sich sagen, daß es die innere Schwäche und Un­einigkeit überwunden hat. Damit ist der Anschlag, den das Versailler Diktat auf die Ehre und das S e l b st b e w u ß t f e i n des

deutschen Volkes darstellte, zunichte ge­worden.

Das Versailler Diktat wurde einem in ehrenvollem Kampf gegen die Uebermacht unterlegenen Volke auferlegt. Es fügte der Niederlage die äußerste Demütigung zu. Um den Widerspruch, den die Bestimmungen zu dem verheißenen Frieden des Rechts und der Gerecht! g f e i t darstellen, zu bemänteln, wurde die Lüge, daß Deutschland der Urheber des Weltkrieges sei, zur mora­lischen Grundlage des sogenannten Friedensvertra­ges gemacht. Gezwungen zur Unter­schrift auch unter die Bestimmungen, die dem deutschen Volk die Ehre nehmen sollten, hat es dieses den Tatsachen nicht entsprechende Anerkennt­nis niemals anerkannt, und es tut dies heute weniger als je. Durch widersinnige Grenzziehungen, durch Wegnahme des überseeischen Kolonialbesitzes, ist der Lebensraum des deutschen Volkes unerträglich ver­kümmert. Wo Deutsche an den Grenzen oder zerstreut in fremden Staaten wohnen, haben sie sich der schärf st en Angriffe auf ihr Volks­tum zu erwehren.

Nur die Achtung vor der Eigenart eines jeden Volkstums kann Beruhigung und Frieden schas­

sen. Diesen echten Friedensgedanken stellt das neue Deutschland dem sich über die Gegeben­heilen des Blutes und Stammes hinwegsehen­den abstrakten Nationalstaatsgedanken entgegen.

Zwar stehen fremde Heere nicht mehr auf deutschem Boden; unfrei, weil wehrlos, liegt jedoch noch das gesamte deutsche Land da, solange die Gleichbe­rechtigung nicht praktisch verwirklicht ist. Die Abrüstungskonferenz hat versagt. Sie hat den Entschluß zu einer wirksamen Herab­setzung der Rüstungen nicht aufgebracht.

Für das deutsche Volk kommt daher der in Versailles festgesetzte Rüstungs- stand nicht mehr in Betracht. Es for­dert sein Recht aus das Mindestmaß nationaler Sicherheit, es fordert keine Angriffswaffen, es will nur nicht länger wehrlos und darum ehrlos bleiben.

Die Weltlage erfordert, daß das alte Europa zu- sarnrnenfteht und nicht durch ein ausgeklügeltes Paktsystem, das einseitige Machtbildungen verewi­gen will, künstliche Schranken in sich aufrichtet. Die Zeit der Abstimmung im Saargebiet rückt her­an. Die 15jährige Leidenszeit unter fremder Herr­schaft wird bald überstanden sein. Es werden auch nach Rückkehr des Saargebietes noch Staatsgren­zen Volkstumsgrenzen zerschneiden. Das in sich ge­einte deutsche Volk weiß sich über Statsgren - zen hinweg mit allen Volksgenossen einig.

Durch den Mund seines Führes Hal die Well erfahren, daß Deutschland den Frieden will. Es versteht aber unter Frieden nur einen Frieden in Ehre und Gleichberechtigung. Der Versailler Zustand ist kein Friede.

Ein großes Volk will leben und andere leben lassen. Schwer wird auch weiterhin sein Lebensweg blei­ben. Im Kampf und Abwehr wächst jedoch die Kraft.

Wie in Pans gelogen wird.

Paris, 27. Juni. (DNB.) Die politisch-litera­rische WochenzeitungV e n ö e m i a i r e", die sich als Organ der Frontkämpfer bezeichnet, be­hauptet, daß man sich in Berliner amtlichen Kreisen seit anfantj Juni mit dem Plan eines Riesenluftangnffes auf Paris be­schäftige, der Mitte Juli ftattfinben solle. Das Blatt gibt auch den Zeitpunkt für diesen an­geblichen Luftangriff an, der auf den 1 5. Iuli als Erinnerungstag des Ausbruchs des Krieges von 1870/71 festgesetzt sei. Die Quelle, aus der es diese Nachricht geschöpft haben will, ist angeblich ganz sicher; kein Dementi werde an der Tatsache etwas ändern. General Weygand sei ausschließlich nach London gereift, um sich mit dem eng­lischen General st ab über die französisch­englische Zusammenarbeit bei der Abwehr dieses Luftangriffes zu besprechen! Die englische Re­gierung habe Frankreich ihre volle Unter» stützung zugesagt, und alles fei bereit, um die deutschen Flugzeuge zu empfangen.

*

Wir geben diese Meldung ohne weiteren Kom­mentar wieder: die Junihitze treibt fürwahr selt­same Blüten in Paris!

NGOFBlBerboi imNegierungsbezirkArrrsberg

Dortmund, 27. Juni. (DNB.) Die Staats» polizeiftelle hat folgende Anordnung erlassen:

Für den Bereich der Staatspolizeistelle (R e - gierungsbez rk Arnsberg) wird dem NSDFB. (Stahlhelm) bis auf weiteres das Abhalten von Versammlungen und Aufmärschen, sowie das öffentliche Tragen von Uniformen und Abzeichen auf Grund des § 1 der Verordnung vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 PVG. verboten. Zuwiderhandlungen gegen die An­ordnung werden nach § 4 der genannten Verord­nung bestraft.

Gründe: Die vom NSDFB. veranstalteten Versammlungen haben eine durchaus S A. - f e i n d- liche Tendenz gezeigt. Eine Versammlung vom 21. Juni 1934 nahm einen Verlauf, der an Ver­anstaltungen gegen die SA. vor der Machtüber­nahme erinnerte und deshalb bei der SA. höchste Erregung auslöste. Die Erregung der SA. hat wei­terhin dadurch eine Steigerung erfahren, daß z. B. ein aus der S A. ausgeschlossener Mann zum Ortsgruppenleiter Dortmund-West er­nannt worden ist. Hierzu kommt die inzwischen be­kannt gewordene Bluttat im Kreise Kol­be r g. Unter diesen Umständen ist meine Maß­nahme aus vorbeugenden polizeilichen Gründen not­wendig.

Staatspolizeistelle für den Regierungsbezirk Arnsberg, gez. Dr. Blume.

Weitere Ermittlungen im Mordfall pieracki.

Warschau, 28. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Nack) einer Meldung der halbamtlichenGazeta Polska" können im Augenblick keine näheren Ein­zelheiten über den Stand dor Nachforschungen nach dem Mörder des Innenministers Pie° r a ck i gegeben werden, da dies auf den weiteren Gang der Untersuchung störend einwirken könnte. Es kann nur gesagt werden, daß die Ermittlungen fortschreiten und daß f e st g e st e l l t werden konnte, welchen Ursprungs die vom Attentäter lie­gen gelassene Bombe ist und in welchen Hän- den sie sich vorher befand.