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KL 74 Zweites Matt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesien)

Mittwoch. 28. MrzM4

Aus der Provinzialhauptstaöt.

Die Beisetzung der Königinmutter von Holland.

Menschliches in

tung (L. K e i m), symbolisch Naturvorqang und ...... Parallele stellend (z. B. Wolken in

Das heimatliche Milieu wurde der Untergrund, auf dem die Handlung erwuchs. Hier zeigt er das Volk in seiner Feierabendfreude, wie in der Kegel­szene in der Klosterwirtschaft mit seinen kleinbürger­lichen Typengestalten; ebenso aber fängt er die Ält- Wiener Sphäre ein mit den Soldat spielenden Knaben und den nach einem altväterischen Lan- nerschen Walzer tanzenden Mädchen; selbst die Lumpensammlerin fehlt in diesem Bild nicht.

Diese Volksszenen lassen eine im wahrsten Sinne volkstümliche und ursprüngliche Musik ersprießen, die ihren Höhepunkt einmal im Spottwalzer findet; anderseits gibt er dem naiven kindlichen Spiel auch seine besondere Note. So einfach und volks­nah Kienzl auch schreibt, er scheidet streng zwischen Volks- und Pöbelmusik. Auf nichts wäre er stol­zer gewesen, als daß er sich alsHofkomponisten Seiner Majestät des deutschen Volkes" hätte be­zeichnen dürfen.

So schlicht und unverfälscht er das Volk charakte­risiert, so innig und herzlich strömt sein Melos beim Durchleben tiefer Menschlichkeit. Gemütswärme füllt jene Szenen des Abschieds zwischen Mathias und Martha. Die Erinnerungsarie der Magdalena gibt sich in ihrer Einfachheit mit starker Stimmungskraft. Gerade die Gegenüberstellung der religiösen Sphäre und des weltlichen Geschehens gibt dem gesamten Werk durch die starken Kontraste eine eindringende Wirkung. Gottesdienstliche Klänge desSalve- regina"-Chores leiten die Bühnenhandlung ein; und wie ein Schauer überläuft es jeden, wenn der Evangelimann inmitten des altwienerischen Idylls seinen Gesang anhebt:Selig sind, die Verfolgung leiden". Diese weihevolle geistliche Weise wird zum symbolischen Träger im weiteren Verlauf des zwei­ten Aktes. Frei von Reflektion, herzensnah hat Kienzl schlichter Frömmigkeit Ton gegeben, har­monisch einfach und doch so gefügt, wie es nur in dieser Einmaligkeit möglich war. Tiefes Erschüttern geht von der Schicksalserzählung des Evangeliman- nes aus, und dennoch wieder welche Abgeklärtheit dessen, der alle menschliche Widrigkeit im Dienste eines Höheren überwunden hat. Könnte man sich etwas Ergreifenderes denken als die Schlußszene, wo sich die beiden Brüder gegenüberstehen: der eine schuldbeladen, von Gewissensqualen verfolgt, ein Sterbender, und der andere, unschuldig ver­urteilt und belastet der nun seine menschliche Recht­fertigung erfahren soll. Nur zwei Männer auf der Bühne, und doch welch eine Welt von tiefster In­nerlichkeit, die an die höchsten sittlichen Normen rührt, geht hier vor dem Hörer auf.

Flehen um Vergebung der Schuld und frommes und menschliches Verzeihen finden ihre Verklarung

der Äbschiedsszene). Das Orchester unter Fritz C u j e stand im engsten Kontakte zum Bühnen­geschehen sowohl in den Vorspielen zum ersten und zweiten Akt wie auch in den zahlreichen Momen­ten, in denen das Orchester die Bühnenhandlung symphonisch beleuchtet. Schlagfertig und charakte­ristisch flochten sich Gesangspartie und Orchester eins das andere fördernd und unterstreichend, in­einander.

Für die beiden Hauptrollen des Mathias und Johannes waren auswärtige Gäste verpflichtet worden; beide waren stark in der Durchgeistigung ihrer Darstellung. Kammersänger Heinrich Ramms (Frankfurt a. M.) als Evangelimann gab seinen Höhepunkt in der Erzählung des zweiten Aktes und in der Schlußszene; in den starken dramati­schen Akzenten war ihm sein heldisches Organ sichere Stütze. In jeder Bewegung, in jeder Hal­tung und stimmlichen Aeußerung erwies Franz Wolf (Berlin) als Johannes den denkenden Künst­ler, charakteristisch in seiner Hinterlistigkeit und Lüsternheit des ersten Aktes, überzeugend in der Verzweiflung des letzten Aufzuges; ein Sänger, dem die Stimme bis zur letzten Ausdrucksnuance gefügig ist.

Maria Perry war als Martha von besonderem Eindruck in den lyrischen Szenen mit ihrem wei­chen Stimmklang. Im Aufwallen des Affektes hätte das Orchester bei ihrer Stimme eine leichte Dämp­fung erfahren können. Die Magdalena von Kathi Drommershausen paßte sich im Spiel der Szene nachgebend an. Bei Heinz B e ch st e i n als Justiziar überwog die Darstellung den stimmlichen

Heinrich der Niederlande, den Mitgliedern der Regierung und anderen hohen Würdenträgern den Bruder der verstorbenen Königin, den F ü r st e n von Waldeck-Pyrmont, zahlreiche dem königlichen Hause verwandte deutsche Fürstlichkeiten, ferner Prinz Eugen von Schweden, Prinz Karl von Belgien, Prinz Felix von Luxemburg, den luxemburgischen Ministerpräsidenten Bech und zahlreiche andere ausländische Regierungsvertreter und Gesandte.

Die Königin und die Thronfolgerin wohnten dem Abmarsch des Zuges bei und fuhren dann im Kraftwagen nach Delft voraus, wo am Nachmittag die feierliche Beisetzung in der neuen Kirche stattfand, in deren Gruft die Königin-Mutter neben 37 anderen Fürsten und Fürstinnen des Hauses Oranien-Nassau- ihre letzte Ruhe fand.

Haag, 27. März (DNB.) Die sterblichen lieber» reste der vor einer Woche verstorbenen Königin- Mutter Emma der Niederlande sind heute feierlich von ihrem Haager Schloß nach der benach­barten Stadt Delft zur Familiengruft des Hauses Oranien-Nassau geleitet worden.

Der etwa 2 Kilometer lange Trauerzug, der von Truppenabteilungen eröffnet und abgeschlossen wurde, nahm auf dem großen Platz am Voorhout vor dem Schloß der Königin-Mutter Auf­stellung und setzte sich um 11 Uhr unter Salut­schüssen in Richtung auf die Vorstadt Ryswyk in 23eroegung. Sämtliche von ihm berührten Straßen­züge, m denen Militärabteilungen Spalier bildeten, waren von unübersehbaren Menschen­massen umrahmt, die aus allen Teilen des Landes nach dem Haag gekommen waren. In dem Trauerzug sah man u. a. neben dem Prinzgemahl

Mutter und Kind.

Ende des Monats schließt das Winterhilfswerk. Damit findet ein Werk seinen Abschluß, das in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat. Es zeigt allen, daß wir in Deutschland nicht nur den Willen haben, unfern Brüdern in der Not zu helfen, sondern daß auch tatsächlich geholfen wurde. Ein besseres und ein schöneres Zeichen der wirklichen Volksgemein­schaft wurde noch niemals gegeben.

Aber schon setzt wieder ein neues Hilfswerk ein. Diesmal gilt es unfern Müttern und ihren Kindern. Wir hatten seither den Tag der Mutter, an dem sich alle Menschen dankbar daran erinnern sollten, was ihnen ihre Mutter bedeutet. Das neue Hilfs­werk beschränkt sich nicht auf einen Tag. Es wird Monate dauern. Und es wendet sich genau wie das Winterhilfswerk an unser Herz.

Das einigende Band, das uns am Muttertag um­schloß, wird nun auf eine lange Zeit alle Volks­genossen zueinander führen. Und darin liegt die ausbauende Kraft des neuen Hilfswerkes Die Ehr­furcht vor den Eltern wird neu erwachen.

Die Mutter ist die Seele des Hauses, und ihr muß unsere Dankbarkeit gelten.

Diese Zeit nun will auch Hinweisen auf die Kulturgüter, die im Schoße unserer Familie ruhen. Wir wollen uns besinnen auf die ewigen Grund­pfeiler unseres starken Volkstums, auf die kinder­reichen Familien. Es ist nicht selten, daß junge Frauen und Mütter aus Eitelkeit, Selbstsucht und Bequemlichkeit keine Freude mehr an Kindern empfinden und deshalb keine Kinder haben wollen. Das kommende Hilfswerk soll für sie eine Mah­nung fein.

Zugleich soll es aber auch Hinweisen auf die Not der armen kinderreichen Mütter. Sie sollen nicht in der Fabrik oder im Geschäft tätig sein. Sie müssen wieder der Familie zurückgegeven werden. Die Not vieler Mütter ist groß. Sie müssen Ueber- menschliches leisten. Und deshalb soll ihnen geholfen werden.

Wenn wir uns besinnen, was uns unsere eigene Mutter bedeutet, was sie für uns getan hat, dann wird uns eine innere Stimme mahnen, nur Gutes zu tun, um zu helfen, daß allen kinderreichen Familien Erleichterung zuteil wird.

Wir haben wohl das 20. Jahrhundert als das Jahrhundert des Kindes bezeichnet wir haben überall Säuglingsfürsorge, Kindergärten, Ausgabe von Milch für die Kleinen ufw. eingerichtet. All das genügt aber lange nicht.

Es waren immer nur einzelne Verbände, die sich der Mütter und der Kinder annahmen. Nun soll diese schwere Aufgabe in die Hand des ganzen Volkes gelegt werden. Das HilfswerkMutter und Kind" wird hier durch Werbung und Sammlungen ganz andere Erfolge aufweisen als die seitherigen Verbände und Stiftungen.

Vor allem soll die Wohnungsnot der kinder­reichen Familien gelindert werden Die Kleinen sollen eine freundliche Kinderstube erhalten und jedes Kind ein eigenes Bett.

Ich muß hier einmal an eine rührende Geschichte erinnern, die vor etlicher Zeit ein Volksschullehrer in einer Zeitung veröffentlichte. Er hatte den Kindern den Aufsatz gegeben:Wenn ich reich wäre". Aus den vielen Einfällen der Kinder, die sich alles Mögliche wünschten, trat plötzlich ein kurzer Satz hervor, der grell die Notlage in vielen Fami­lien beleuchtet. Ein Kind hatte nämlich geschrieben: Wenn ich reich wäre, bann kaufte ich mir ein Bett, damit ich auch einmal ganz allein darin schlafen könnte."

Ist dieser kindliche Wunsch nicht zugleich eine fürchterliche Anklage gegen unsere Zeit? Rüttelt er nicht auch die Gleichgültigsten auf?

Nicht schöne Reden und Ansprachen können hier helfen, sondern nur Anteilnahme und größte Opfer­bereitschaft aller Volksgenossen.

Und darin liegt der hohe Gedanke des neuen Hilfswerkes, daß es nicht nur für die Mutter sorgt,

aufgehoben seien, die der nationalsozialistischen Weltanschauung widersprächen. Die Weimarer Ver­fassung bestimme, daß jede Religionsgemeinschaft die Freiheit der Glaubensausübung besitze. Dem­gegenüber habe ein einzelnes Land von sich aus nicht das Recht, hiergegen Verbotsbestimmungen zu erlassen.

Gefängnis wegen unberechtigten Tragens von SA.-Uniform.

LPD Marburg, 27. März. Der 26jährige Meurer aus Schierstein (Rhein) wanderte vor einiger Zeit im Dillkreis sowie im Kreise Bieden­kopf herum, wobei er ©21. »Uniform trug. Als er sich einem kontrollierenden Landjäger gegenüber nicht ausweisen konnte, wurde er festgenommen und ins Marburger Gerichtsgefängnis eingeliefert. Vor dem Schöffengericht gab er gestern an, daß er die Absicht hatte, der. beizutreten und sich zu diesem Zwecke eine Uniform zulegte. Wie sich bei Feststellung der Personalien des Angeklagten ergab, stammt er aus einer Trinkerfamilie und ist erblich mit Schwachsinn belastet. Bereits mehrfach war er in Irrenanstalten untergebracht. Unter Berücksichti­gung dieser Umstände erkannte das Gericht wegen unberechtigten Tragens von.-Uni­form auf einen Monat Gefängnis und anschließender Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt.

Provinzialtag der Provinz Starkenburg.

LPD. Darmstadt, 27. März. Im Saale des Rathauses hielt heute der Provinzialtagder Provinz Starkenburg seine diesjährige Tagung ab. Nach der Genehmigung des Abschlusses der Rechnung der Provinzialkasse und der Kasse der Provinzial-Pflegeanstalt Eberstadt für 1932 wurde der Voranschlag 1934 behandelt. Nach Ausführungen des mit der Führung beauftragten Kreisdirektors Dr. Iann wurde der Voranschlag einstimmig ge­nehmigt. Er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 3,429 Millionen RM. (im Vorjahr 3,897 Milli­onen RM.) ab. Im Voranschlag ist u. a. ein Zuschuß zum Landestheater Darmstadt in Höhe von 50 000 RM. neu eingestellt worden.

Grnfle Bibelforscher" vom Darmstädter Sondergericht freigesyrochen.

DarmftaÄt. 26. März. <LPD.) 29 Mitglieder derErnsten Bibelforscher" hatten sich heute vor dem Hessischen Sondergericht zu verant­worten, weil sie trotz des Verbots ihrer Vereinigung sich oerfammelt und ihre Lehre verbreitet hatten. Nach mehrstündiger Verhandlung, in der insbeson­dere yerfassungsrechtliche Fragen behandelt wurden, kam das Gericht zu einem Freispruch der An­geklagten, da lediglich jene Teile der Verfassung iwi I iwiiiiaini»im mm

Gießener Gtadiiheater

Wilhelm Kienzl:Der Evangelimann".

Als Wilhelm Kienzl im Juli 1893 im Begriff stand, München zu verlassen und noch durch die Stadl ging, um einige Besorgungen für den Som­meraufenthalt im Salzburgischen zu machen, da sah er in einer Buchhandlung ein Heft aus der Reclam- schen Universal-Bibliothek stehen, mit dem Titel. Aus den Papieren eines Polizeikommissärs von Doktor Leopold Florian Meißner." Polizeigeschich­ten! Nun, seine Frau mochte vielleicht an leichter Lektüre Gefallen haben. Er erwirbt das Heftchen.

Einige Zeit später liest seine Frau eines Abends dieses Büchlein; er selber ist mit einem philosophi­schen Werk beschäftigt. Da fährt seine Frau in einer unverkennbaren Erregung auf und sagt: .Das mußt du lesen!" Kienzl erwidert:Polizeigeschichten, liebes Kind, was sollen mir die?" Darauf die Frau:Lies sie, Wilhelm, es steckt was Dramati­sches drin." Ungläubig lächelnd schlagt er das Heftchen auf, und mit fliegender Haft geht er die wenigen Seiten durch. Innerlich ergriffen von dem Menschenschicksal legt sich Kienzl bald zur Ruhe und verfällt in einen tiefen Schlaf. Seine noch wache Frau hört ihn im Schlaf stöhnen, lebhaft im Traume sprechen und weinen. Das Schicksal des Mathias rang in ihm nach Gestaltung. Am andern Morgen, noch unbekleidet, setzt er sich nimmt einen Bleistift zur Hand und schreibt in drängender Eile, bis der erste Szenenentwurf fer­tig dasteht. So tief hatte ihn das Erlebnis gepackt.

Ein schon dem Reifen naher Plan eines ^philo- fophisch-satirisch-romantischen Musikdramas , m dellen Mittelpunkt der Freiherr von Münchhausen stehen sollte, und das in tiefgründiger philosophi­scher Reflektion die Homunkulus-Idee mit Elemen­ten aus dem Sagenkreise Karls des Großen ver­quicken wollte, wurde nun gai^üch zuruckgedrangt zugunsten dieses wirklichen Schicksalerlebens m Banne einer sittlichen Idee. So war der Wagneria­ner Wilhelm Kienzl zum Schöpfer einer Volksoper geworden, eines Werkes, das jeden ms Herz ff mußte. Jetzt hatte Kienzl den Stoff gefunden der seine Schaffenskraft bis zum Aeußersten erregte.

Das Textbuch schrieb Kienzl selber hier ge­lang es ihm, im Verfolg des ethischen Grundgedan­kens mit knappen, aber um so eindringlicheren Strich-n das menschliche Schicksal in.seinem Mbimn zur Schuld und in dem endlichen Sieg des Sntllch- Guten sestäuhalten.

durch den unschuldigen Kindermund, der mit dem Anstimmen der Evangelimann-Weije der Szene den Ausklang gibt.

Wenn je bei einer Oper so fällt beimEvan­gelimann" der entscheidende Anteil am Ausschwin­gen des Werkes der Spielleitung zu. In ihrer Hand liegt es, die Kontrastwirkungen der Volksszenen ein­zustimmen auf das Ganze. Dieses Problem hat Paul W r e d e in außerordentlicher Weise gelöst, und dadurch, daß er Spiel und Gebärde jedes ein­zelnen in den Rahmen gefügt hat, wurde die ge­schlossene Gesamtwirkung des Werkes verbürgt. Die Klosterszene ordnete sich ebenso organisch, wie sich die Kinderszenen in Natürlichkeit entwickelten. Den dazu gehörigen Rahmen geben die Bühnenbilder, die Karl Löffler mit peinlicher Sorgfalt stilgemäß künstlerisch eindrucksvoll und den Anforderungen des Textbuches entsprechend, entworfen hatte. Unterstützt dabei durch die dem Geschehen folgende Beleuch-

sondern auch für unsere Zukunft, die Kinder. Sis find das neue Deutschland. Sie sollen dereinst besser^ Tage sehen als wir. Aber sie sollen auch nicht sagen, daß ihre Jugendzeit mit Not und Armut erfüllt war. Ihnen wollen wir das Leben erhellen, ihnen, den Kleinen, aber auch ihren Müttern, denn wir alle wissen es: Eins ist unsterblich di^ Mutterliebe!

Zulassung von Anwärtern im DermeffungSfach.

Der hessische Staatsminister veröffentlicht fol­gende Bekanntmachung über die Zulassung von Anwärtern zum Vorbereitungsdienst für die mitt­leren und unteren Stellen im Dermessungsfach:

Bei dem Feldbereinigungsamt Starkenburg zit Darmstadt können zum 15. April d. I 2 0 An­wärter zum Vorbereitungsdienst für die mitt­leren und 50 Anwärter für die unteren Stellen im Vermessungsfach zugelassen werden. An Schul- ausbildung ist für die Anwärter des mittleren Dienstes mindestens die Primareife nachzu­weisen. Für die Anwärter des unteren Dienstes ge­nügt Volksschulbildung. Gesuche sind bis zum 5. Ä p r i l d I. dem Landesbauernpräsidenten im hessischen Staatsministerium einzureichen Den Ge­suchen sind anzuschließen:

1. ein eigenhändig geschriebener Lebenslauf, aus dem ersichtlich ist:

a) Vor- und Familienname,

b) Tag, Monat und Jahr der Geburt,

c) Name, Stand und Wohnort der Eltern, d) Ort und Dauer des Sckulbesuches;

2. Abgangszeugnis der besuchten Schule;

3. Leumundszeugnis der Polizeibehörde;

4. Zeugnis eines Kreisgesundheitsamtes;

5. Nachweis der arischen Abstammung.

Die Vorbereitungszeit dauert für beids Anwärtergruppen drei Jahre ohne gegenseitige Ver­gütung. Bewerber, die den Nachweis über eins erfolgreiche Teilnahme an Einrichtungen, die dem Zwecke der Erziehung junger Leute aller Volks­kreise zur Volksgemeinschaft in nationalsozialisti­schem Sinne dienen, erbringen können, werden bevorzugt.

Osterruhe bei den hessischen Staats­behörden.

Das Staatspresseamt teilt mit: In der Zeit von Gründonnerstag, 29. März, bis Dienstag, 3. April einschließlich, sind die Dienststellen der Staatsbehöri den für den allgemeinen Geschäftsverkehr geschlosi fen. Die Sprechstunden sämtlicher Staatsbehörden» insbesondere die des Herrn Staatsministers, fallen am Karsamstag, 31. März. aus.

Schulen und Jugendherbergen.

Die Ministerialabteilung für Bildungswefen^ Kultus, Kunst und Volkstum hat in einer Verfü­gung an i)ie Schulleitungen der Erwartung Aus­druck gegeben, daß alle Schulen in Hessen (auch Berufs- und Handelsschulen) spätestens zum Be­ginn des neuen Schuljahres körperschaftliches Mit­glied bei dem Reichsverband für Deutsche Jugend­herbergen sind. Die Anmeldung kann bei der zu­ständigen Ortsgruppe erfolgen. In dem Jahres­beitrag von 5 Mark ist der Bezug der Verbands- zeitfchrift eingeschloffen. Außerdem berechtigt diS Mitgliedschaft zur Benutzung aller deutschen Ju-l gendherbergen.

Pfennigsammlung in den Schulen.

In einer Verfügung der Ministerialabteilung füi? Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum voM 21. März über eine Pfennigsammlung in den Schulen zum Bau und zur Erhaltung von Jugend­herbergen, sowie zur Verbilligung des allgemeinen Schulwanderns wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Pfennigsammlung vom 1. April 1934 ab in allen Schulen (auch Berufsschulen) einzuführen ist. Ausgenommen sind die Gewerbeschulen, die nur

Eindruck. In der Volksszene war jeder einzeln^ charakteristtsch und typisch ausgeprägt, Paul Wrede als Zitterbart, Karl Tank als Büchsenmacher; die Ehepaare Aibler und Huber. Eine verhältnis­mäßig große Kinderschar belebte das szenische Bild und sang durchaus sicher.

Mit demEvangelimann" hat die Intendanz den Beweis erbracht, daß sich am hiesigen Theater eine stimmungsvolle und würdige Opernaufführung er­möglichen läßt unter organischer Zusammenarbeit aller beteiligten Kräfte. Der starke Beifall kann da­für als Bestätigung gelten. Dr. H.

SochsckmlnacknKten.

Der Ordinarius für Nationalökonomie an der Universität Freiburg, Geh. Rat Prof. Dr. Karl Diehl, beging feinen 70. Geburtstag. Diehl stammt aus Frankfurt a. M., habilitierte sich 1890 in Halle, wurde 1898 Ordinarius in Rostock, lehrte später in Königsberg und seit 1908 in Freiburg. Die Universität Köln verlieh ihm 1930 die Würde eines Doktors der wirtschaftlichen Staatswissen- schaften ehrenhalber in Anerkennung der großen Verdienste, die er sich um die Wirtschaftswissen­schaften erworben hat. Die Universität Rostock er­nannte ihn zum Ehrendoktor der Rechtswissenschaft, die Landwirtschaftliche Hochschule Bonn-Poppels- dorf zum Ehrendoktor der Landwirtschaft.

Professor Dr. S p i e t h o f f, Ordinarius für Dermatologie an der Universität Jena und Direk­tor der dortigen Universitätshautklinik, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Leipzig als Nachfolger von Professor Dr. Rille ange­nommen.

Professor Dr. Kurt Goerttler, Prosektor am Anatomischen Institut der Universität Zürich, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Anatomie an der Universität Hamburg als Nachfolger von Pro­fessor Poll angenommen.

Der Ordinarius für praktische Theologie an der Universität Kiel, Professor D. Dr. Otto Baurn- garten, ist im Alter von 77 Jahren gestor - b e n. Baumgarten, der früher in Jena und seit 1894 in Kiel wirkte, hat in zahlreichen Schriften das Verhältnis der Kirche zur Gegenwart, nament­lich auf sozialem und pädagogischem Gebiet be­handelt.

Professor Dr. Hugo Prinz, o. Professor der alten Geschichte an der Kieler Universität, ist int Alter von 51 Jahren gestorben

Professor Dr. Wilhelm Brock, o. Professor für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten an der Erlanger Universität, ist im Atter von 53 Jah­ren geworben,