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Aus aller Welt.

Junge Ausländer besichtigen deutsche Arbeitslager.

Der Reichsarbeitsdienst des Gaues 30 führte die Teilnehmer der DeutschkiHse für Aus­länder der Deutschen Akademie und' des amerika­nischenJunior Bear" in die bayerischen Arbeits­dienstlager in Benediktbeuren und Weilheim. Ins­gesamt nahmen 60 Angehörige verschiedener Nationen an der Fahrt teil. Oberstfeldmeister Siebermann und seine Helfer gaben den Gä­sten an Ort und Stelle Aufschluß über die Bedeu­tung und die Methode der Bodenbearbeitung in den Moorgegenden. Besonderen Eindruck machte auf die Gäste der fröhliche Arbeitsgeist und die Pflege ech­ter Kameradschaft unter den jungen Menschen in den Lagern.

Schloß Friedewald der NSDAP, zur Ver­fügung gestellt?

Das im hohen Westerwald gelegene Schloß Friedewald, eines der schönsten Schlösser Deutschlands, das in seiner malerischen baulichen Struktur dem Erbauer des Heidelberger Schlosses zum Teil als Vorbild diente, soll, wie LPD. aus Daaden (Westerwald) berichtet, von der Besitzerin, der Prinzessin Elisabeth zu Sayn-Wittgen- st ein»Berleburg der NSDAP, zur Verfü­gung gestellt worden sein, lieber die endgültige Ver­wendung des Schlosses sind Verhandlungen im Gange.

Vorgeschichtliche Funde beim Bau der Autobahn.

In den letzten Wochen sind, wie aus Mannheim aemeldet wird, bei den Erdbewegungen zur An­lage der Reichsautobahn zahlreiche Funde gemacht worden. Auf einem Gelände westlich des Straßenheimer Hofes in der Nähe der hessischen Grenze wurde eine Reihe von Wohnstellen aus der jüngeren Steinzeit (3. Jahrtausend v. Ehr.) ge­funden. Ferner machte man Skelettfunde mit B r o n z e s ch m u ck aus der Hügelgräber-Bronze- zeit. Besonders zahlreich sind Wohnplätze der Neckarsueben. Das Lebensbild dieser ersten germa­nischen Einwanderer im unteren Neckartal läßt sich nach dem reichen Fundinhalt recht gut überblicken. Dor einigen Tagen wurde ein besonders wertvolles Stück geborgen, ein 18 Zentimeter hoher Topf, der aanz mit Bronzestücken angefüllt war. Man fand dabei Schwertgriffe, Beile, verschiedene Gebrauchs­gegenstände und Schmuckstücke.

Landesverraterische Umtriebe eines Frankfurter Anwalts.

Bereits während des Volksverein-Prozesses in München-Gladbach war den Behörden die landes­verräterische Verbindung des Rechtsanwalts Thor- m a n n (Frankfurt a. M.) mit ausländischen Stellen zur Kenntnis gekommen. Mit Rücksicht auf die reibungslose Durchführung des Prozesses hatte man aber davon abgesehen, Maßnahmen gegen Rechts­anwalt Thormann zu ergreifen. Thormann wurde einige Zeit nach dem Urteilsspruch in Schutzhaft genommen, aus der er inzwischen wieder entlassen worden ist. Die Untersuchung bei Thormann hat nur einen Teil seiner landesoerräterischen Korrespondenz mit dem Ausland zu­tage gefördert, der weitaus größte Teil der Korre­spondenz war jedoch von Thormann vernichtet wor­den. Abgesehen von einer engen Verbindung Thor- manns mit Fr. W. F ö r st e r haben die Vermitt­lungen weiter eine Verbindung zwischen Thor­

mann und dem sich ebenfalls landesverräterisch betätigenden Professor Q u i d d e in Genf ergeben. Einer strafrechtlichen Verfolgung Thormanns steht die Amnestie vom Dezember 1932 für politische Straftaten entgegen. Das Ehrengericht der An- waltskammer im Bezirk des Oberlandesgerickts Frankfurt a. M. hat aber im Anschluß an Die polizeilichen Ermittlungen ein Verfahren gegen Thormann eingeleitet und durch einen Beschluß gegen Thormann ein Dertreteroerbot ge­mäß § 91a der Rechtsanwaltsordnung verhängt, weil zu erwarten steht, daß in dem gegen ihn an» hänaigen Ehrengerichtsoerfahren auf Ausschließung aus der Rechtsanwaltschaft erkannt wird. Damit ist Thormann das Auftreten als Rechtsanwalt vor deutschen Gerichten verboten.

Der Filmschauspieler Willi Forst wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

Der Filmschauspieler Willi F o r st hat sick dieser Tage in Neubrandenburg wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Forst stieß hn August 1932 auf der Berliner Chaussee zwischen Neubran­denburg und Neustrelitz in seinem Kraftwagen mit einem Motorradfahrer zusammen. Forst suchte noch im letzten Augenblick einen Zusammenstoß zu ver­meiden und fuhr Dabei gegen einen Baum. Der Bauunternehmer Strafe aus Burg Stargard, Der mit seinem MotorraD in Die Hauptverkehrsstraße einbiegen wollte, wurde schwer verletzt, ebenso Der Chauffeur Willi Forsts, Die beide bald ihren Verletzungen erlagen. Forst, der am Steuer des Wagens faß, sowie seine Begleiterin wurden leicht verletzt.

Zahlreiche Haustiere in USA. von Bufsalo-vlücken gelötet.

Wie aus Little-Fock (Arkansas) gemeldet wird, sind dort plötzlich riesige Schwärme, die schwarzen Wolken gleichen, von Buffalo-Mücken auf­getreten, die unter den Viehbeständen großen Schaden anrichteten. Die Tiere, die Stechmücken ähnlich sind, haben in einem Umkreis von zehn Meilen innerhalb von zwei Tagen durch ihre Stiche 400 Pferde, Maulesel und andere Haustiere g e - tötet. Die Landwirte müssen ihr Vieh in den Ställen halten und dauernd vor den Türen Feuer unterhalten, um die Insekten von den Stallungen abzuhalten. Der Schaden ist um so größer, als die Feldarbeit in vollem Gange ist.

Bankräuber Dillinger bei einem Aeberfall im INärz verwundet. Noch keine Spur von der Bande.

Während Die Suche nach Dem berüchtigten ame­rikanischen Bankräuber Dillinger eifrig fortge» setzt wird, ohne daß auch nur die geringste Spur von der Bande gefunden werden konnte, wird letzt bekannt, daß Dillinger und sein Hauptgefährte John Hamilton an einem Bankraub in Car­son (Iowa) am 13. März teilnahmen. Dabei erhiel­ten beide Schüsse in die Schulter. Sie zwangen die Beamten des städtischen Gesundheits» amtes in St. Paul, ihre Wunden zu verbinden. Ein Beamter sagte jetzt vor Bundesjustizbeamten aus, daß am 15. März in seinem Büro Drei Män­ner erschienen seien, von denen einer unter sei­nem Mantel ein Maschinengewehr ver- borgen hielt. Die Männer hätten ihn aufgefordert, sie neu zu verbinden, was er auch getan habe. Der Beamte hat, wie er sagt, den Verwundeten ge­

raten, am nächsten Tage wtederzukommen. Er habe inzwischen Die BehörDen benachrichtigen wollen. Später sei er aber von seinem Vorhaben abge- kommen, Da Die Männer nicht roieDer erschienen seien. Damals habe er nicht gewußt, daß Die Be­sucher Dillinger unD fein Hauptgenosse gewesen seien. Der Beamte hat jetzt selbst Antrag auf Sus- pendierung vom Amt gestellt. Bei Dem Bankraub rourDen Damals 52 344 Dollars erbeutet. Der lieber» fall wurde von sieben Banditen, die zum Teil mit Maschinengewehren bewaffnet waren, ausgeführt.

Der Berliner Grohmullermörder zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht in Berlin verurteilte den An­geklagten Sogeimann der feine Großmutter, Die Witwe Ernestine Andryszewski, im Dezem­ber 1933 ermordet und beraubt hatte, zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Vorsitzende betonte in der Urteils- begrünbung, daß ein solcher Charakter wie der Angeklagte aus der menschlichen Gesellschaft aus- gemerzt werden müsse.

Bier französische Seeleute im Rotterdamer Hafen ertrunken.

Im Rotterdamer Hafen schlua eine Segeljolle, in der sich französische Seeleute, Angehörige Der Be­satzung Des DampfersPierre Gouion" aus Dün­kirchen, befanden, infolge eines falschen Manövers um. Vier Insassen ertranken, Die übriaen tonn» ten sich Durch Schwimmen retten. Die Leichen konn­ten geborgen werden.

Drei Sowjetdampfer in Seenot.Krassin" soll helfen.

Wie aus Moskau gemeldet wird, befinden sich Die drei russischen DampferStalingrad",Smo­lensk" undSowjet", die beauftragt sind, die Mann­schaft desTscheljuskin" abzutransportieren, von Eismassen bedrängt in Seenot und können nicht vorwärtskommen. Nach russischer amtlicher Mitteilung wird nun der bekannte Eisbrecher K r a s s i n" am 10. Mai in der Bucht Des Hei­ligen Laurentius eintreffen unD dort die Mannschaft desTscheljuskin" an Bord nehmen. Auch wird er den in Seenot befindlichen Dampfern zu Hilfe eilen und sie aus Dem Eis zu befreien versuchen.

Französische Ehrung

eines deutschen Schiffahrtskapitäns.

Bei Der feierlichen Indienststellung der neuen Pieranlagen von Cherbourg, die dieBremen" als erstes Schiff anlief, wurde Dem Direktor des Norddeutschen Lloyd, Adolf Stadtländer, durch Den Präsidenten die Medaille Der HanDelskammer Cherbourg verliehen.

Tödlicher Anfall eines Sporlfllegers.

Montag gegen 10.30 Uhr verunglückte das Fieseler-Sportflugzeug D 2930 in Der Nähe von Weißensee bei Berlin. Das Flugzeug befand sich auf einem Erprobungsflug und stürzte infolge eines Bedienungsfehlers über Dem Gutspark von Malchow ab. Hierbei kam der Führer des Flugzeuges ums Leden.

Kunst und Wissenschaft.

Stürmischer Erfolg der Berliner Philharmoniker in Rom. Furtwängler von Mussolini empfangen.

In Anwesenheit Der Prinzessin Maria von Ita­lien, Mussolinis, Der Tochter Des Duce, Grä­fin Edda Ciano und Des deutschen Botschafters von H a s s e l l veranstaltete Furtwängler mit Den Berliner Philharmonikern sein zweites Konzert

im Augusteum. Auf dem Programm stand Mozarts .Kleine Nachtmusik", Die Drei Vorspiele zuPale- strina" von Pfitzner, Die 3. Leonoren-Ouverture unD Die 7. Symphonie von Beethoven. Der Beifall steigerte sich bis zum Schluß Der Darbietungen zu einem wahren Orkan. Furtwängler mußte noch Die Tannhäuser"-Ouvertüre zugeben.

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Generalmusikdirektor Wilhelm Furtwängler wurde bei feiner Anwesenheit in Rom von Musso­lini empfangen, Der sich mit ihm längere Zeit über musikalische Fragen aussprach. Anläßlich Dieser Audienz schreibt derTevere", die beiden römischen Konzerte der Philharmoniker, die eines der hervorragendsten, wenn nicht das hervorragendste deutsche musikalische Institut darstellten, gingen in ihrer Bedeutung über ein einfaches künstlerisches Ereignis hinaus. Sie feien der Ausdruck einer Der reichsten musikalischen Traditionen, die es geben könne. Der Besuch Furtwänglers beim Duce bedeute daher höchste Anerkennung und bezeuge das lebhafte Interesse, das der Duce für die führenden Männer und Ereignisse des musika­lischen Lebens immer bewiesen habe.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsbischof hat Dem Rechtsvertreter der Deutschen evangelischen Kirche, Ministerial­direktor Jäger, in Anerkennung seiner besonderen Verdienste die Kirchliche Ehrenmünze ver­liehen.

Der Reichsminister des Innern hat den SA.» Gruppenführer Reichstagsabgeordneten H. Wein- reich zum Reichsführer Der TechnifchenNot- Hilfe bestellt.

Der Verteidiger der beiden ehemaligen sudeten­deutschen nationalsozialistischen Ab- ae ordneten Jung und Schubert, Dr. Kreiße!- Bodenbach, erlegte die vom Prager Obergericht ver­langte Kaution von je 50 000 tschechischen Kronen. Daraufhin wurden die beiden Politiker auf frei­en Fuß gesetzt.

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Der bulgarische Ministerpräsident M u s ch a n o f f ist aus Rom kommend in Budapest eingetroffen. Am Bahnhof wurde er vom Ministerpräsident Gömbös, dem Minister des Aeußeren und son­stigen hohen Beamten empfangen.

Die türkische Regierung hat sich mit Der Rück - kehrTrotzkis nach denPrinzen-Jnseln im Marmarameer unter Den früheren Bedingungen einverstanden erklärt.

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In Deoghar wurde der Kraftwagen Gandhis von strenggläubigen Hindus, Die mit Dem Feldzug Gandhis zugunsten Der Unberühr­baren nicht einverstanden waren, überfallen. Gandhi selbst blieb unverletzt, während drei seiner Begleiter erhebliche Verletzungen erlitten.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm^ Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 34: 11550. Druck uno Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

.... und deshalb ein- für allemal:

Die Schuhe putzt man mit

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Gleibergverein Gießen e.V.

Einladung

Hierdurch laden wir unsere Mitglieder zur Walpurgisfeier auf dem Gleiberg" zum Montag, dem 30. April 1934, abends 9.30 Uhr ein.

Für den Vorstand des Gleibergvereins:

Bernhard Edler von Graeve.

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Bekanntmachung.

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Gießen, Den 23. April 1934.

Hessische Polizeidirektion.

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