Kommunistische Aufstandspläne in Danzig enthüllt.
Alle Vorbereitungen für einen bewaffneten Aufstand getroffen.
Danzig, 25. Ian. (DNB.) Die kürzlich erfolgte Aufdeckung einer riesigen internationalen Propagandazentrale in Zoppot hatte bereits gezeigt, daß der Freien Stadt Danzig eine wichtige Stellung in den kommunistischen Weltreoo- lutionarplänen zugedacht war. Nunmehr ist durch den Prozeß gegen den früheren kommunistischen Volkstagsabgeordneten Str e ft und den Rotfrontführer Rytewski endgültig erwiesen, daß das scharfe Zufassen der nationalsozialistischen Danziger Staatsführung und die zähe Arbeit der Danziger Politischen Polizei unter Leitung des Kriminalrates Sowa nicht nur Danzig, sondern vor allem auch die östlichen Nachbarstaaten vor dem bolschewistischen Chaos bewahrt haben.
Die beiden Angeklagten, die während des Danziger Hafenarbeiterstreiks vor einem Jahr bewaffnete Banden mit Feuerwaffen gegen die Arbeitswilligen angesetzt hatten, sind nunmehr von der Danziger Strafkammer zu den höchst zulässigen Gefängnisstrafen von zwei Iah- ren, bzw. zwei Jahren vier Monaten verurteilt worden. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus: In weiten bürgerlichen Kreisen sei man sich gar nicht recht klar darüber gewesen, was Danzig durch die KPD. gedroht habe. Festgestellt sei, daß der RFB. mit Massen versehen worden sei. Die Mittel zur Anschaffung der Waffen seien zum Teil von der KPD. hergegeben worden. Mitglieder der KPD. und des RFB. seien in großem Maße mit Pistolen und anderen Waffen versehen worden. Die Organisation des RFB. hatte einen militärischen Charakter; es wurden Geländeübungen und Schießübungen mit Karabinern veranstaltet. Daraus ergab sich das De
likt eines unbefugten Gebildes und bewaffneten Haufens. Bei der Strafzumessung müsse man berücksichtigen, daß die Höchststrafe von zwei Jahren wegen dieses Vergehens nicht mehr für die heutige Zeit passe. Eher wäre eine lange Zuchthausstrafe für diese Tat angebracht.
In der Verhandlung selbst ergaben sich haarsträubende Einzelheiten über die Vorbereitung großer Terroraktionen durch die KPD. und den RFB. in Danzig. Unter Aufwendung er- beblicher Geldmittel haben die Angeklagten ihre Anhänger planmäßig mit Schußwaffen ausgerüstet, ausgebildet und zu Ueberfällen ausgesandt. Einzelne RFB.- Leute wurden zur Ausbildung auf eine russische Kriegsschule geschickt. Ein Zeuge machte die Aufsehen erregende Aussage, daß ihm ein RFB -Mann schon vor dem Reichstagsbrand mitgeteilt habe, es werde am 12. März in Deutschland losgehen.
Die Danziger politische Polizei hat im Anschluß an die Ergebnisse der Gerichtsverhandlung eine umfassende Aktion gegen die Träger der kommunistischen Wühlarbeit eingeleitet. Als erste Maßnahme wurde eine k o m m u nistische Bücher st ube ausgehoben. Es wurde schwer belastendes Material gefunden, aus dem sich ergab, daß diese Bücherstube eine Hauptzentrale der kommunistischen Hetzarbeit gewesen ist. Es wurden Beziehungen zum Rotfrontkämpferbund und eine Unterstützung seiner auf gewaltsamen Umsturz gerichtete Arbeit festgestellt. Der Verkäufer Lemke wurde verhaftet. Der politischen Polizei ist es ferner in den letzten Tagen gelungen, zwei kommunistische Werbekolonnen, die unter Führung polnischer Juden standen, unschädlich zu machen.
Das deuisch-polnische Gespräch.
Lipski und Ealonder beim Kanzler.
Berlin, 25. Ian. (DNB.) Reichskanzler Mols Hitler empfing heute vormittag den polnischen Gesandten Herrn Lipski. Ferner empfing der Reichskanzler den Präsidenten der Gemischten Kommission für Oberschlesien. Herrn Felix Lalonder, den früheren Bundespräsidenten der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
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Am Donnerstag gab der preußische Minister- Präsident Göring anläßlich der Anwesenheit des Präsidenten der Gemischten Kommission zu Kattowitz C a l o n d e r ein Frühstück. Erschienen waren: Präsident C a l o n d e r, die Herren Huber und D e t - terli, die Gesandten Polens und der Schweiz, der Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath, der Chef des Protokolls Herr von Baffewitz, die Mitglieder der preußischen Staatsregierung, die preußischen Staatssekretäre, der Oberpräsident beider Schlesien, der Oberpräsident von Brandenburg und der Grenzmark Posen-Westpreußen, SA.-Obergruppen- führer Heines, SA.-Gruppensührer von D e t- t e n, SS.-Gruppenführer von Woyrsch, das deutsche Mitglied der Gemischten Kommission Graf P r a s ch m a, der deutsche Generalkonsul in Kattowitz Graf Adelmann, die Herren des preußischen Staatsministeriums, sowie Sachbearbeiter der beteiligten Ressorts.
Ein Gespräch mit Reichsminister Goebbels.
Berlin, 26. Jan. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels hat den zur Zeit nach Berlin entsandten Sonderberichterstatter des „Krakauer Illustrierten Kurier", Klemens Ritter von Dunin« Keplicz, ein Interview erteilt, das folgenden Wortlaut hat:
Frage:
Die parlamentarische Demokratie und der Kapitalismus sind eng miteinander verbunden. Ist doch die parlamentarische Demokratie nur die politische Ausdrucksform einer wirtschaftspolitisch-sozialen Verfassung. Falls man nun die parlamentarische Demokratie abschasst, fallen die Grundlagen für eine liberal-kapitalistische Wirtschaftsordnung fort. Welches sind die Konsequenzen der nationalen Revolution in Deutschland i n wirtschaftlicher und sozialer Beziehung?
Antwort:
Der Nationalsozialismus hat eine völlig neue Wirts chastsform geschaffen, auf die sich die bisherigen Maßstäbe — wie „kapitalistisch" und „liberalistisch" oder ihr Gegenteil — mit denen man andere Wirtschastsstrukturen zu messen gewohnt ist, nicht anwenden lassen.
Die nationalsozialistische Wirtschaftsform wird durch Zweierlei gekennzeichnet: durch das F ü h - rerprinzip, das gewissermaßen die organisatorische Seite regelt und durch den Grundsatz: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz", der das ideelle Leitmotiv enthalt. Aber auch das Führerprinzip ist ideell verankert, insofern nämlich, als eine Verantwortung der einzelnen Führer gegenüber ihren vorgesetzten Stellen und schließlich des obersten Führers gegenüber dem deutschen Volke und vor der Geschichte besteht.
Frage:
Mussolini sagte einmal: „Der Faschismus ist kein Exportartikel. Trifft das auch für den Nationalsozialismus (natürlich, falls man Len deutschen Charakter abstreiten könnte) zu — oder besser gesagt — ist der Nationalsozialismus eine deutsche Staatsform oder eine Weltanschauung?
Antwort:
Der Nationalsozialismus ist eine aus der Eigenart deutscher geistiger und seelischer Veranlagung geborene L e - b e n sauf sassu n g, die trotz denkbar größter älterer Widerstände auch für die deutsche Staatsform bestimmend geworden ist.
Das Wort Mussolinis „Der Faschismus ist kein Exportartikel", läßt sich sinngemäß auch auf den Nationalsozialismus anwenden, da jeder Export eine Initiative des Exporteurs vorausseht, —
der Nationalsozialismus jedoch eine solche Initiative ausdrücklich a b l e h n t. Ls liegt aber auf einer anderen Ebene, wenn eine Lebensauffassung, die in einem Siegeszuge ohnegleichen das ganze deutsche Volk erobert hat, die schöpferische Kraft besitzt, auch außerhalb ihres Geburtslandes originär, wirksam und richtunggebend zu werden.
Frage:
Betrachten Sie den Komplex „D e ft e r r e i ch" als eine außen- oder parteipolitische Erscheinung?
Antwort:
Der Nationalsozialismus in Oesterreich durchlebt feine Geburtswehen, d. h. er befindet sich in einer Periode der Auseinandersetzung mit Widerständen, die auch das deutsche Volk hat überwinden müssen, damit der nationalsozialistische Gedanke zur Entfaltung kam.
Darüber, daß allein dieser Gedanke auch dem österreichischen Volksempfinden entspricht, kann angesichts der Gemeinsamkeit der Abstammung und auch der geistigen und seelischen Einstellung des deutschen und des österreichischen Volkes kein Zweifel bestehen. Es ist deshalb ein Irrtum, zum Teil aber auch böswilliges Mißverstehen, wenn die begreifliche Teilnahme, mit der das deutsche Volk die Symtome eines Entwicklungsganges verfolgt, den es selbst bereits durchschritten hat, als eine bewußte und gewollte Einwirkung auf diesen Entwicklungsgang hinaeftellt wird. Da wir uns über den Ausgang dieses Prozesses keine Sorgen zu machen brauchen, wäre eine solche Einwirkung nicht nur überflüssig, sondern sie läge auch nicht im Interesse des österreichischen Volkes. Es ist eine besondere Eigenart des Nationalsozialismus, daß er seine Kraft an den ihm entgegengesetzten Widerständen steigert, um diese schließlich endgültig zu überwinden.
Frage:
Was halten Sie von der Verständigung zwischen Polen und Deutschland?
Antwort:
Line Verständigung zwischen Deutschland und Polen ist der W u n s ch d e s R e i ch s k a n j - lers Adolf Hitler, dem er nicht nur in seinen Reden, sondern auch in zwei Aussprachen mit dem hiesigen polnischen Gesandten besonderen Ausdruck verliehen hat. Die auf' dieser Grundlage eingeleileten diplomatischen Besprechungen haben die Aufgabe, die Ursachen bisheriger Wißverständnisse zu beseitigen und mit einer Atmosphäre des Vertrauens auch die Basis für ein gutes nachbarliches Verhältnis zu schaffen. Ein gemeinsamer Wille zur Erreichung dieses Zieles muß trotz der Kompliziertheit der Probleme, die die Interessen beider Völker berühren, zu einem guten Ergebnis führen.
Frage:
In verschiedenen Staaten herrscht in den breiten Volksschichten ein Glaube an einen nahen Krieg. Glauben Sie an eine Kriegsgefahr in Europa?
Antwort:
Es ist eine tiefbedauerliche Erscheinung, daß die Entscheidung der Schicksalsfrage eines Volkes, der Frage über Krieg und Frieden, in den meisten Ländern in der Macht von bestimmten Schichten oder Persönlichkeiten ruht, die denKrieg aus eigener Erfahrung überhaupt nicht oder nur teilweise kennen. Aus dieser Tatsache ergibt sich, daß die Perspektive eines Krieges nicht nur mit einiger Leichtigkeit erwogen wird, wie sie nu r d i e aufbringen können, die i h n praktisch nickt d u r ch g e m a ch t haben, sondern daß dieser Perspektive in unverantwortlicher Weise auch in der Weltmeinung ein so breiter Spielraum ein- geraumt worden ist. Wenn der Gedanke des Reichskanzlers, daß in allen Ländern vor allem den ehemaligen Kriegsteilnehmern ein vor zugsweises Mitbestimmungsrecht an per Entscheidung über Krieg und Frieden ein- zuraumen verwirklicht werden würde, so würde hierin die sicherste Garantie gegen jeden Krieg zu erblicken fein. Ich sähe dann keinerlei Gefahr mehr, daß ein Krieg aufs neue Europa erschütterte.
„Die Mrneschlacht - ein Neimamewerral?" Eine Richtigstellung des Reichswehrministeriums auf Grund authentischer Unterlagen und Erhebungen.
Berlin, 24. Jan. (DNB.) In der Öffentlichkeit sind in letzter Zeit wiederholt Behauptungen über den verstorbenen Oberst H e n tf ch und feine Tätigkeit als Beauftragter des Chefs des Generalstabes des Feldheeres und über den Generalobersten von M o l t k e selbst aufgetaucht, die geeignet sind, nicht nur die Ehre dieser beiden Männer, sondern auch das Ansehen der alten Armee und ihrer Leitung auf das schwerste zu schädigen. So wird in einem Aufsatz im „Deutschen Textilarbei- t e r" Nr. 50 vom 15. Dezember 1933 unter der Ueberschrist „Die Marne schlacht, ein Freimaurerverrat" u. a. behauptet, dem Anthroposophen Steiner hätten im Deutschen Hauptquartier in Koblenz alle Türen offen gestanden, er habe Ende August <im Großen H auptquartier in Koblenz einen Vortrag über Anthroposo- vhie vor Offizieren gehalten. Generaloberst von M o l t k e sei — offenbar durch Steiner — in den Zustand ftärffter Benommenheit versetzt und ihm die Ausübung der Kommando- gemalt unmöglich gemacht worden.
„Der Hauptoerräter, Freimaurer Oberst- l e u t n a n t H e n t s ch" habe als „Meldeoffizier" — gemeint ist Chef der Nachrichtenabteilung — versagt und eigenmächtige Befehle an die im Kampf stehenden Armeen geleitet. Den Höhepunkt seiner unheilvollen Rolle habe Hentsch erreicht, als er unter Berufung auf seine Vollmacht die Sieger — 1. bis 3. Armee — im Augenblick eines durchschlagenden Erfolges veranlaßt habe, das Schlachtfeld zu rau» men. Ferner wird behauptet, Hentsch -seiinParis als Sohn eines französischen Bankiers geboren und habe erst 1888 die deutsche Reichsangehörigkeit erworben, als fein Vater nach Köln zog. Auch wird in Zweifel gezogen, daß Hentsch im Jahre 1918 in Bukarest einesnatürlichen Todes gestorben fei. Neuerdings ist an anderer Stelle sogar die Behauptung aufgestellt worden, Hentsch sei B e s i tz e r d e r Aktien- Mehrheit der Banquede France gewesen. Der Aufsatz im „Deutschen Textilarbeiter" schließt mit den fettgedruckten Sätzen: „Volksgenossen! Das Ungeheuerliche ist Tatsache: Ein Franzose kommandierte den Rückzug an der Marne! Dieser Franzose Hentsch war Freimaurer!" und „Das Wunder an der Marne war ein schurkenhafter Freimaurerverrat!"
Gegenüber diesen aus fragwürdigen Quellen stammenden leichtfertigen Behauptungen stellt das Reichswehrmini st erium auf Grund authentischer Unterlagen und Erhebungen fest:
1. Generaloberst v. Moltke hat Steiner in Koblenz überhaupt nicht gesehen. Daß Steiner im Großen Hauptquartier alle Türen offen* gestanden hätten, ist unwahr. Niemals hat der behauptete Vortrag im Großen Hauptquartier statt- gesunden. Der körperliche und seelische Zustand des
Generaloberst v. Moltke während des Sommerfeldzuges 1914, der auch der Grund für feine alsbaldige Abberufung aus feiner Stellung war, erklärt sich darauf, daß Moltkes Natur sich nicht als widerstandsfähig genug erwies, die auf ihm lastende ungeheure Verantwortung zu tragen, verstärkt durch feinen ungünstigen Gesundheitszustand und die in den vorhergehenden Monaten gerade überstandene angreifende Kur. Daß Dr. Steiner jemals als „behandelnder Arzt" des Generalobersten von Moltke aufgetreten fein soll, ist schon deswegen ausgeschlossen, weil Steiner, soweit bekannt, gar nicht Arzt, sondern von Hause aus Literarhistoriker war.
2. Daß Hentsch eigenmächtig Befehle an die Armee geleitet hätte, ist unwahr. Seine Tätigkeit als Beauftragter der Obersten Herresleitung am 8. und 9. September 1914 ist bereits 1917 auf Veranlassung des Generals Ludendorff untersucht worden. Im Anschluß an diese Untersuchung hat General Ludendorff dem damaligen Obersten Hentsch in einer dienstlichen Zuschrift bescheinigt, daß „den Obersten Hentsch ein persönlicher V o r ro u r f, über seine Befugnisse pinausgegangen zu sein, nicht trifft Er hat lediglich nach der ihm von dem damaligen Chef des Generalstabes des Feldheeres erteilten Weisung gehandelt." Seine Einwirkung auf die Entschlüsse der Oberkommandos 1 und 2 erklärt sich aus der einseitigen Auffassung seines Auftrages und feiner pessimistischen Beurteilung der Lage. Für eine verräterische Absicht auf Seiten Hentschs fehlt es an jedem Anhaltspunkt, geschweige denn Beweis und auch an jeder psychologischen Erklärung.
3. Die Unfinniateit der Behauptungen bezüglich Geburt und Abstammung Hentschs widerlegt am besten fein Personalbericht, aus dem hervorgeht, daß Hentsch am 18. Dezember 1869 zu Köln-Rhein als Sohn des Fortifikationssekretärs Fritz Hentsch geboren wurde und evangelischer Religion war. Hentsch trat am 1. Oktober 1888 als Avantageur in das Infanterie-Regiment 103 ein. Er starb am 13. Februar 1918 in Bukarest infolae Magenblutung nach Entfernung der Gallenblase. Die Familie ist rein deutschen und arischen Ursprungs. Die Behauptung, der Vater sei Pariser Bankier gewesen, ist vollkommen aus der Luft gegriffen. Der Vater war 1836 in Ostrau geboren, diente als Dreijährig-Freiwilliger beim Pionier- Bataillon 4 und nahm am Feldzug 1864 mit Auszeichnung teil. Er heiratete am 25. Oktober 1866 in Magdeburg Emma Pipo und war dann in Köln bei der Fortifikation. Er starb als Festungsoberbaurat und char. Rechnungsrat in Gautzsch bei Leipzig am 19. Dezember 1909.
4. Daß Hentsch der Freimaurerloge angehörte, wird von seinen Angehörigen für ganz ausgeschlossen gehalten.
Aeuorgamsalion der Deutschen Arbeitsfront.
B e r I i n, 26. Jan. (DNB.) Der Stabsleiter der PO. der NSDAP, und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley hat in Vollzug der Umorganisation der Deutschen Arbeitsfront folgende organisatorischen Veränderungen verfügt:
Oie Betriebsgememschast
Die seitherige Gliederung der Verbände wird aufgehoben und in eine be» triebsorganische Gliederung umgeroan« beit. Dazu ist notwendig, daß alsunterste Einheit der Betrieb angesehen wird. Jeder Betrieb besteht aus her NS. - Betriebszelle und der N S. - G e m e i n f ch a f t. NS.-Betriebszelle und NS.-Betriebsgemeinschaft bilden also ein Ganzes. In den Betriebszellen sind Parteigenossen. Sie gehören Ler NSBO. an. Die übrige Belegschaft sind Mitglieder und der Unternehmer Mitalied der Deut' schen Arbeitsfront und bilden ohne Unterschied Les Berufes die Betriebsgemeinschaft.
19 Reichsbetriebsgruppen
Die Deutsche Arbeitsfront stellt die nach dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit benötigten Vertrauensmänner und sachverständigen Beiräte. Alle Betriebsgemeinschaften Lesselben Wirtschaftszweiges bilden zusammen eine Reichsbetriebsgruppe. Die Betriebsgruppen des Deutschen Reiches sind gegliedert in
1. Lie Reichsbetriebsgruppe,
2. die Bezirksbetriebsgruppe,
3. wo nötig, Gau-, Kreis- bzw. Ortsbetriebsgruppen.
Das ganze Reich wird in 19 Reichsbetriebsgruppen eingeteilt. Diese sind: Nährung und Genuß, Textil, Bekleidung, Bau, Holz, Eisen und Metall, Druck, Papier, Verkehr und öffentliche Betriebe, Bergbau, Bonk und Versicherungen, freie Berufe, Landwirtschaft, Leder, Kunst- geroerbe, Stein und Erde, Handel, Handwerk und Gewerbe, Chemie.
Oie Ltmgtiederung
Die Umorganisation hat so vor sich zu gehen, daß die in den Monaten November und Dezember geworbenen Einzelmitglieder der Deutschen Arbeitsfront zu Betriebsgemeinschaften, Orts-, Kreis-, Gau- und Reichsbetriebsgruppen zusammengefaßt werden. Die in der Deutschen Arbeitsfront durch ihre Verbände organisierten Mitglieder vom Gesamtverband der deutschen Arbeiter, Gesamtoerband der Angestellten, Gesamtoerband des Handels und Gewerbes werden in die Betriebsgemeinschaften und in der Zusammenfassung in Betriebsgruppen übergeführt. — Für den Handel und das Handwerk ist je eine Reichsbetriebsgruppe zu errichten, bei welcher die Organisation des Mittelstandes verwendet wird, und zwar die des GHG. Träger der Umorganisation ist die NSBO. Um Härten zu vermeiden, wird aufgegeben, die jetzigen Amtswalter der Verbände mit dem Aufbau und der Verwaltung der Betriebsgruppen zu beauftragen. Die bisher von den Mitgliedern der einzelnen Verbände erworbenen rechtmäßigen Anrechte auf Leistungen an Versicherungen und Wohlfahrtseinrichtungen werden auf die Betriebsgruppen übertragen. politischeFijhrimg bei derASSO.
Da die Dienststellen der NSBO. gleichzeitig die Dienststellen der Deutschen Arbeitsfront sind, liegt die politische Führung der gesamten Deutschen Arbeitsfront in der Hand der NSBO. Die berufliche Fortbildung und soziale Betreuung
der Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront liegt bei den Betriebsgruppen.
1. Amtswalter der Betriebsgruppen müssen Parteigenossen sein.
2. Die Betriebsgruppen können sich zweckentsprechend in Sparten und Fachschaften organisieren. Die Gründung von Fachschaften und Sparten unterliegt der Genehmigungspflicht des Organisationsamtes der Deutschen Arbeitsfront. Außer Betriebsgruppen und Verbänden zur geistigen Schulung eines Teiles ihrer Mitglieder hat die DA. noch einen Verband für ihre weiblichen Mitglieder, in dem sowohl die Unternehmerinnen, Angestellten wie Arbeiterinnen in einem Verband vereinigt sind. Darüber hinaus gehören selbstverständlich auch diese Mitglieder in die entsprechende Betriebsgruppe.
NG.-Gemeinschafi „Krast durch Freude".
Die DAF. ist korporatives Mitglied der N S.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Die NS.-Gemeinschaft KdF. kennt nur korporative Mitglieder, wie den Reichsbund der Beamten, den Deutschen Gemeindetag und andere. So kann natürlich auch jeder gesetzlich anerkannte Stand als korporatives Mitglied beitreten, wie das bereits durch die Reichskulturkammer geschehen ist. Außer diesen Organisationen können dieser NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" auch die Vereine geselliger und sportlicher Art korporativ beitreten. Ein neuer Beitrag wird für diese Mitgliedschaft nicht erhoben, sondern die Korporationen zahlen pro Mitglied und pro Monat 20 Pfennig. Ebenso können Unternehmen, Firmen und wirtschaftliche Gesellschaften, Einzelbetriebe usw. als Mitglieder aufgenommen werden, für die kein Höch st beitrag festgesetzt ist.
Oem Gauleiter unterstellt
Alle Organisationen, die aus den gleichgeschalteten Verbänden des früheren Systems entstanden sind, wie die Deutsche Arbeitsfront, Reichsbund für Beamte, Reichsbund für Kriegsopfer, Frauenwerk usw. sind durch einen revolutionären Akt der Partei geboren. Infolgedessen gehören sie dem Wirkungskreis der Partei an und werden allein von ihr geführt, verwaltet und betreut. Durch das Werk „Kraft durch Freude" sind diese Drgani» fationen weltanschaulich zusammengefaßt. Partei und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" verhalten sich zueinandenr wie Prediger und Gemeinde. Da nun der Gauleiter der NSDAP, nach Willen und Wunsch des Führers der oberste politische Leiter in seinem Gebiete ist, unterstehen ihm alle diese Organisationen in politischer und damit auch in personeller Hinsicht. Hiermit ist die organisatorische Verbindung gegeben, die wir die Organisation des Volkes nennen und durch die wir glauben und wissen, am besten und am stärksten unsere Weltanschauung ins Volk hineintragen zu können. So gliedert sich dann die NSBO. als Teil der Partei in Gaue, Kreise, Ortsgruppen und Zellen. Ganz entsprechend gliedert sich die Deutsche Arbeitsfront und die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Durch eine frühere Verordnung sind die Dienststellen der NSBO. gleichzeitig Dienststellen der DA. und der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
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