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Reichsmark, das er vom Verein auf feine Veran­lassung im Jahre 1925 erhalten hat, in den Büchern des Vereins als getilgt hat vermerken lassen, ob­wohl eine Rückzahlung jedenfalls in voller Höhe nicht erfolgt sein soll. Wölck ist in das Unter­suchungsgefängnis Berlin-Moabit überführt worden. Zulassung der Anzeigenmittler.

Berlin, 23. Juni. (DNB.) Im Reichsanzeiger vom 23. Juni 1934 Nr. 144 hat der Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft eine L i st e der von ihm zugelassenen Anzeigen­mittler veröffentlicht.

Vom 30. Juni 1934 ab dürfen nur noch zu­gelassene Anzeigenmittler Anzeigenauf­träge im eigenen Namen und auf eigene Rechnung vermitteln. Vom gleichen Zeitpunkt ab erlischt die bisher durch Ziffer 18 der zweiten Bekanntmachung

des Werberates der deutschen Wirtschaft vorläufig erteilte Zulassung von Anzeigenmittlern. Anzeigen­mittler, die vom Werberat nicht zugelassen sind, dür­fen aber die bis zum 30. Juni 1934 einschl. ange­nommenen Aufträge noch abwickeln.

Durch die Veröffentlichung der Zulassung ist nun­mehr die durch die dritte Bekanntmachung vom 21. November 1933 eingeleitete Bereinigung des Anzeigenwesens zu einem weiteren Abschluß gekommen. Der Werbung Treibende wird in Zu­kunft damit rechnen können, daß die Aufträge, die er einem Anzeigenmittler erteilt, sachgemäß er­ledigt und seine Interessen von dem Anzeiaen- mittler in jeder Hinsickt verfolgt werden. Die ausgesprochenen Zulassungen berechtigen zur Annahme und Weiterleitung von Anzeigenaufträ­gen für alle Druckschriften, in denen Wirtschastswer- bung durch Anzeigen ausgeführt wird.

Reue Ltnruhen in Frankreich.

Marxisten-Terror in zahlreichen Provinzstädten.

Paris, 24. Juni. (DNB.) In mehreren fran­zösischen Provinz st ädten kam es am Sams­tag zu Zwischenfällen, die zum Teil sehr scharfes Eingreifen der Polizei und Gendarmerie notwendig machten.

Die ernstesten Zwischenfälle ereigneten sich in Lorient, wo Kommuni st en und Mar- xi st e n gegen die Abhaltung einer Kundgebung der Feuerkreuzler protestierten. Polizei und Gen­darmerie, Mobilgarde und Feuerwehr mußten ein­greifen, um die Ruhestörer $u verdrängen. Die Volksmenge ging gegen die berittenen Polizeimann­schaften mit Wurfgeschossen, vor allem mit Steinen, Tischen und Stühlen, vor. Ein Leutnant der Mobilgarde erhielt einen Ziegelstein mitten ins Gesicht. Auch ein Polizeikommissar wurde im Gesicht verletzt. Die Polizeimannschaften hielten zunächst zwei Stunden lang in dem Hagel der gegen sie geworfenen Geschosse aus, um zu versuchen, durch kaltblütige Haltung ein Anschwellen der Zwi­schenfälle zu verhüten. Man zog Marinefeuer­wehr hinzu, aber die Menge zerschnitt die Schläuche und griff die Feuerwehrmannschaften an. Als schließlich Fahnenmasten, die für ein am Sonntag stattfindendes Fest errichtet worden waren, von den Demonstranten zu Fall gebracht wurden und über der berittenen Poli­zeitruppe zusammenstürzten, ließ der Präfekt den Ordnungsdienst gegen die Menge vorrücken. Die Abteilung machte mehrere Vorstöße. Aber jedes­mal, wenn sie sich längs der Kaserne wieder ge­sammelt hatte, war auch die erregte Menge wieder zusammengelaufen und nahm ihre drohende Hal­tung wieder ein. Die berittenen Gardisten erhielten bei den Vorstößen zumeist blutende Gesichtswunden.

Bis gegen 1 Uhr nachts dauerte der Kampf. Die Polizei behauptete schließlich die Straße. Ueberall sind Bänke und Baumschutzgitter umgerissen wor­den. Gerüchtweise verlautet, daß 10 0 Verhaf­tungen vorgenommen worden seien. Im amt­lichen Bericht wird allerdings nur von 20 gespro­chen. Verletzt wurden 15 Mobilgardisten bzw. Gendarmen, von denen einer ein Auge verloren hat, vier Polizeibeamte und vier Marinefeuerwehrleute.

In dem Bergarbeiterzentrum Anzin kam es zu Straßenunruhen als Protest gegen einen Fackelzug am Vorabend einer Gedenkfeier. Mehrere Demon­stranten wurden verhaftet.

In St. Germain nahmen Camelots du Roi den Schutz der Polizei in Anspruch, um sich einer kommunistischen Gegenkundgebung zu erwehren. Nur mit Hilfe eines zur Verstärkung aus Paris geholten Polizeilastkraftwagens gelang es, die Kämpfenden auseinander zu bringen.

Ein Freispruch, den das Schwurgericht zugunsten von zwei Mitgliedern der Action fran<?aise gefällt hat, die bei den letzten blutigen Straßenunruhen von Lille eine Rolle gespielt hatten, hat die K o m - munisten von Lille auf den Plan gerufen. Am Sonntag machten sie eine regelrechte Jagd auf nationalistische Stu­denten, von denen zwei übel zugerichtet wur­den. Da die Action fran^aise und die SolidaritS francaise am 30. Juni und 4. Juli in Lille große Kundgebungen veranstalten wollen, rechnet man mit neuen Zusammenstößen, um so mehr, als die Kommunisten bereits Gegenkundgebungen an­gekündigt haben.

Gauletter Sprenger hält die Feuerrede bei der Sonnwendfeier aus dem Großen Ieldberg.

F r a n k f u r t a. M., 24. Juni. (LPD.) Von den Sonnenwendfeiern, die in diesen Tagen in unserm Gau veranstaltet wurden, war die auf dem Großen Feldberg im Taunus in der Nacht zum Sonntag die bedeutendste. Vom höchsten Gipfel unserer Heimat loderte das Feuer der Sommer­sonnenwende und den Tausenden, die im Scheine der Flammen Zeuge dieser nächtlichen Feier waren, prägten sich diese Stunden auf der Höhe des Feld­berges als ein unvergeßliches Erlebnis ein. Schon in den Nachmittagsstunden brachte jeder Zug nach Kronberg, Königstein und Bad Homburg immer neue Scharen, die dann zu Fuß oder mit dem Om­nibus unter fröhlichen Gesängen dem Bergesgipfel zustrebten. Schon um 20 Uhr herrschte in den Feld­berghäusern reges Leben. Nach 22 Uhr rückten dann die Massen der SA., SS., HI. und Arbeitsdienst­formationen an, ebenso starke Abteilungen des BdM. Zu Beginn der Feier um 23 Uhr war das Bergplate-au von einer unübersehbaren Menschen­menge belebt.

Fanfaren der SA. aus Bad-Homburg eröffneten die Feier, dann folgten ein SprechchorAns W e r t", ein Musikstück der SA.-Kapelle Bad Hom­burg, ein PrologIm Himmel" und ein ChorDie Himmel rühmen". Nach einer Ansprache des O b e r- b a n n f ü h r e r.s der Hitlerjugend und weiteren musikalischen Darbietungen hielt dann

Gauleiter Sprenger

die Feuerrede. Er führte aus: Im Rhein-Maingebiet sind die Sonnenwendfeiern nicht erst ein Ergebnis neuester Forschungen, sondern eine alte Tra­dition seit Bestehen der Partei. Im Suchen und Forschen nach dem Brauchtum unserer Vorfahren haben wir bereits vor zehn Jahren eine Sonnenwendfeier veranstaltet, oder besser gesagt veranstalten wollen. Alle Gegner deutschen Wesens fühlten schon damals, daß etwas am Werke ist, was ihnen zum Verhängnis werden sollte. Obwohl die Partei damals verboten war, suchten wir uns hier im Taunus bei der Kapersburg einen Platz, um angesichts des Sonnenwendfeuers ein Bekenntnis zum Deutschtum ablegen zu können. Kurz vorher wurde die Veranstaltung polizeilich verboten. Die Menschen waren aber bereits unter­wegs und konnten nicht mehr aufgehalten werden. An der Saalburg und der Lochmühle sammelte sich alles. Auch Fackeln waren reichlich da, aber die Polizei bewachte unsere Wagen. Das Volk war damals merkwürdig aufgeweckt, und ehe man sich versah, krachten die Kistenbretter. Es konnte nur noch festgestellt werden, daß unsere Fackeln g e st o h l e n wurden. Alles zog in aufgelöster Ord­nung zur Lochmühle. Hier hatten nun unbekannte Täter Holz aufgestapelt und in Brand gesetzt. Diese Flammen verkündeten zum ersten Mal unfern Drang zum Licht und zur Freiheit. Der Prozeß, den man uns damals anhing, ging gut aus: wir wurden freigesprochen, weil uns niemand an diesem Sonnenwendfeuer gesehen hatte.

Seitdem haben wir uns Jahr für Jahr zusam- mengefunden, unser Gelübde zu erneuern und dem Führer die Treue zu geloben. Wir haben uns versammelt, das Licht des heiligen Herdes zu entzünden und es mehr und mehr in das Volk hineinzutragen. Vicht immer konnte die Flamme rein sein. Noch manche Schwierigkei­ten muhten überwunden werden, bis endlich im Jahre 1933 die Flamme frei aufloderte für Friede, Freiheit und Brot. heute lodern die Flammen über ganz Deutschland hinweg, kein Haus gibt es mehr, in dem dieser alte Brauch nicht wieder verstanden würde.

Dadurch, daß der Nationalsozialismus sich so fest zusammenschloß, ist es den zahllosen Feinden nicht gelungen, die Front auch nur eine Stunde ins Wanken zu bringen. Auch heute wird es niemand fertig bringen, auch nur die leiseste Lockerung in unsere Reihen zu bringen. Mögen sie nur kom­men, die da glauben, die größere Erkenntnis zu besitzen. Es wird daraüber hinaus niemand gelin­gen, über wirtschaftliche Torheiten und politische Frechheiten die Front zu zerreißen. Jeder Ver­such scheitert an unserer Einigkeit, an der Einigkeit der SA., PO., HI. und aller anderen Gliederungen. Wer aber nur diesen Versuch wagt, ist ein Feind der Partei, ein Feind des Füh­rers, und wir werden ihn zu treffen wissen, noch ehe er es glaubt. Wir werden nicht rasten, an der Erneuerung des deutschen Volkes zu bauen, sie wei­ter zu entwickeln und zu festigen, um die Grund- lange zu schaffen, auf der spätere Generationen weiterbauen können. So laßt uns bekennen und schwören:

wir wollen treu sein und das heilige Feuer der Begeisterung in unseren Herzen tra­gen. Wir wollen unser Erbe unbefleckt unfern Vachkommen übergeben. Du, deutscher Wann, deutscher Jüngling und deutscher Knabe sollst dich verzehren im Feuer um die Erhaltung der deutschen Art. Du, deutsche Frau und deut­sches Wädel sollst sie deiner Familie vererben. So sind und bleiben wir ein Volk hinter einem Führer und gehen unfern Weg in die Zukunft, wie es der Führer vorschreibt. Dieses Bekennt­nis brenne in unseren Herzen und flamme sym­bolisch in diesem Holzstoß empor, heil heitlert Unter dem Gesang des LiedesFlamme e m - p o r" wurde der gewaltige Holzstoß entzündet und mächtig loderten die Flammen empor, ihren Schein weit in das Land hineinwerfend. Ein Sieg-Heil auf den Führer, das Deutschland- und Horst-Wessel- Lied beendeten die erhebende nächtliche Feier. Noch lange hörte man auf dem Feldberggipfel Musik und fröhliche Gesänge, und erst in den Morgenstunden wurde der Heimweg angetreten.

ZahrgästeundBesahungderOresden" wieder daheim.

Zur Heimkehr derStuttgart" mit den von der verunglücktenD r e s d e n" übernommenen Fahrgästen und derDresden"-Mannschaft waren der Stabsleiter der PO., Staatsrat Dr. Ley, Staatsrat Schumann und die Leiter der Or­ganisationKraft durch Freude" nach Bremerhaven aekommen. Dr. Ley war auf dem SchlepperVul­kan" derStuttgart" entgegengefahren. Als sich beide Schiffe trafen, brauste als erstes ein viel­faches Heil Hitler über das weite Meer. Nach der Begrüßung auf derStuttgart" wurde in der Gesellschaftshalle eine Trauerfeier für die bei­den verstorbenen Frauen abgehalten. Die Särge waren mit Kränzen bedeckt. Matrosen derDres­den" hielten die Totenwache. Tief ergriffen schüttelte Dr. Ley dem Ehemann der verstorbenen Frau Erz- Heimer und den anderen Angehörigen die Hand. So­dann nahm er das Wort zu einer Ansprache. Euch alle, so sagte er u. a., die ihr ausgefahren seid, um für neue Arbeit neue Kraft zu holen, hat ein jähes Schicksal gelehrt, daß jedes große Werk Opfer an Fleiß, ja an Blut und Leben fordert. In den Stunden höchster Gefahr habt ihr erkannt, daß nur Kameradschaft und Treue das Höchste geben können. Ihr habt gesehen eine tapfere, ruhige Mannschaft, die ihr Leben eingesetzt und die euch oorgekbt hat, was ein wahrer Soldat zu tun hat.

Die Auswirkung des Siaalsjugendiags.

Berlin 23. Juni. (DNB.) Zur Würdigung des Staatsjugendtages wird dem Deutschen Nachrichten­büro von berufener Seite mitgeteilt:

Wenn aus allen Kreisen der Eltern­schaf t des deutschen Volkes dem Reichserziehungs­minister der Dank ausgesprochen wird für den von ihm geschaffenen Staatsjugendtag, so wird doch erst, wenn seine Durchführung einige Zeit zur Tatsache geworden Ist, der große Segen insbeson­dere für unsere Jugend gewürdigt werden können, der von dieser Einrichtung ausgeht. Dieser Segen liegt vornehmlich in der restlosen Entlastung, die der Sonntag für die Jugend in Zukunft er­fährt. Denn der Sonntag war unter den bis­herigen Umständen für unsere Jugend kein Tagder Ausspannung. Im Gegenteil, gegen­über der einheitlichen und ruhigen Systematik der Wochenschultage wurde die Jugend am Sonntag be­ansprucht einmal von den Kirchen für den Gottes­dienst, von den Eltern für die Pflege des Familien­lebens (zahlreiche Väter sehen ihre Kinder nur am Sonntag), ferner von den Jugendorganisationen und schließlich auch noch von der Schule für Bewältigung solcher Aufgaben, die aus irgendwelchen Gründen ihre Erledigung in der Woche nicht finden konnten. Ist es ein Wunder, wenn unter solchen Umständen die Lehrer am Montag keine geiftige Erho­lung und Erfrischung feststellten, wenn sie vielmehr aus dem Mangel an Konzentrations­vermögen schlossen, daß der vermeintlicheRuhe­tag" eher hemmend auf die Leistungen wirkte als fördernd?

Das Gebot:Am 7. Tag aber sollst du ruhen" kommt durch den Erlaß des Reichserziehungsmini- fters nunmehr wieder zur Geltung und Auswir­kung. Die Jugend tritt für diesen Tag auch wie­der voll in den Wirkungs- und Er­ziehungsbereich der Familie und der Eltern. Somit wird auch der elterlichen Autorität wieder olle Möglichkeit zur Einwirkung auf die geistige und seelische Entwicklung der Kinder ge­geben. Bei der heutigen Zeit viel intensiverer beruf­licher Inanspruchnahme des Vaters ist das an den Wochentagen im allgemeinen nicht möglich. Denn wenn der Vater ermüdet nach Haus kommt, sitzen die Kinder entweder bei ihren Hausaufgaben, oder sie sind bereits zur Ruhe gegangen. Nur infolge­

dessen sahen viele Väter mit geteilten Gefühlen ihre Kinder an den Sonntagen zu den Veranstaltungen der Organisationen eilen, und Eltern und Kinder hatten auf solche Weise wenig oder nichts voneinander. Das Familienleben, die Keim­zelle des Volkes, mußte verkümmern aber doch Schaden leiden. Die Verfügung des Reichser- ziehungsminifters wird in dieser Beziehung wie eine befreiende echt nationalsozialistische revolutionäre Tat gewürdigt werden müssen.

Es scheint aber auch hier bisher (wenn man die in Frage kommende Presse als Grundlage nimmt) von den Kirchen die Tragweite der Verfügung für sie noch nicht recht erkannt oder gewürdigt worden zu sein. Es verdient daher klargestellt zu werden, daß durch den Erlaß zunächst einmal alle Reibungen zwischen den Kirchen und den Jugendorganisationen hinsichtlich des Anspruches auf die Jugend mit einem Schlage beseitigt worden sind. In Zukunft gehört der S t a a t s j u g e n d t a g der Hitler­jugend, die vornehmlich und in Zukunft zweifel­los ausschließlich berufen fein wird, die kör­perlich und charakterliche Ertüchtigung der kom­menden Generation, der Zukunft unseres Volkes, zu übernehmen. Der Sonntag aber wird nun nicht nur wieder der Tag der Familie, son­dern auch uneingeschränkt für die christliche Jugend Der Tag des Herrn", an dem sie ihre reli­giösen Pflichten oder Bedürfnisse gemeinsam mit ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten zu er­füllen vermag. Die Schaffung des Staatsjugend­tages, der unmittelbar der Hitlerjugend zugute­kommt, wirkt sich in segensreicher Folge für die Entlastung der Jugend am Sonntag, Jür die Pflege des Familienlebens und für die religiöse Betreuung aus. Sie wird daher auch wesentlich zu einer B e - friebigung von Kirche unb Staat führen.

Von unserer Schuljugenb aber, die bisher in ihrem Bilbungsgrab unb Bilbungsergebnis ber gan­zen Welt voransteht, kann mit Zuversicht erwartet werben, baß der Ausfall des einen Unterrichtstages und feine Ausnutzung zur körperlichen und charak­terlichen Ertüchtigung sich keineswegs nachteilig, sondern fördernd, auch in größerer geisti­ger Regsamkeit auswirken wird.

Wir haben gezittert um diese 1200 Menschen. Wenn wir wieder von unbändigem Stolz erfüllt sind dar­über, daß die Rettung in so kurzer Zeit und in so großer Ruhe und Ordnung oonftatten gegangen ist, so paart sich dieser Stolz auch mit dem Gedan­ken, daß dieser Mut und diese Tatkraft das Größte in unserem Volke ist. Mit einem Gedanken an die Toten schloß Dr. Ley seine Ansprache, während das Lied vom guten Kameraden gesungen wurde.

Dann wurden die Särge unter dem Vorantritt der Fahnen der NSBO. und Arbeitsfront zum Eisenbahnwagen gebracht. Unter Trauermusik setzte sich der Zug in Bewegung.

Dr. Ley begrüßte dann noch besonders b i e Mannschaft derDresde n". Er lobte ihren Mut, ihre Tatkraft, ihre Umsicht und Fürsorge, ihre Treue und Kameradschaft.

(Saarfrauen begrüßen den Führer.

Berlin, 23. Juni. (DNB.) Für die zur Zeit in Berlin weilenden grauen aus dem Saar­gebiet fand am Samstagvormittag eine Veran­staltung ber NS.-Volkswohlfahrt, Gau Groß- Berlin, bei Kroll statt. Für den zunächst durch wich­tige Besprechungen am Erscheinen verhinderten Führer richtete ber Saarbevollmächtigte der Reichsregierung, Vizekanzler von Papen, nach einleitender Begrüßung durch Gauamtsleiter S p i e w o k herzliche Worte an die Saarfrauen. Nach bewegten Dankesworten der Führerin Frau von Vopelius (Sulzbach) wurde dem Vize­kanzler ein in Silber gefaßtes Stück Saarkohle als Gabe des Saarlandes an den Führer über­reicht. Im Anschluß an die Veranstaltung bei Kroll empfing ber Führer zusammen mit dem Saar- bevollmächtigten im Garten ber Reichs­kanzlei bie Frauen, die ihn stürmisch begrüßten. Mit herzlichen Worten gab ber Führer seiner be­sonderen Freube über ben Besuch Ausdruck.

Aus aller Well.

Graf Zeppelin" zur drillen Südamerikafahrt geslarlet.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist am Sams­tag um 20.27 Uhr zu feiner dritten diesjährigen Südamerikafahrt unter Führung von Kapitän Leh­mann gestartet. An Bord befinden sich elf. Fahr­gäste, darunter der brasilianische Bischof Müller und der bekannte Pianist Professor Kempf. Die Fahrt geht diesmal bis Buenos- Aires. Das Luftschiff führt 323 Kilogramm Fracht und 177 Kilogramm Post mit sich.

Schwerer Grubenunfall in Osioberschlesien.

In einem Schacht ber Redenhütte in Dom* broroa bei Kattowitz ging infolge eines Gebirgs­stoßes eine Kohlenwand zu Bruch, die drei vor Ort beschäftigte Bergleute unter sich begrub. Trotz aufopferungsvollen Rettungsarbeiten ist es bisher noch nicht gelungen, an die Verschütteten heranzukommen. Ihr Schicksal ist zur Zeit noch ungewiß.

In Indien 40 Dörfer völlig überflutet

Wie die Regierung der Provinz Assam mit- teilt, sind 40 Dörfer völlig überflutet. Die Behör­den haben zur Rettung der Einwohner eine aroße Anzahl von Booten entsandt. Die Fluten st e i - gen weiter an, da der Regen fort» ö a u er t. Auch aus der Provinz Burma werden schwere Ueberschwemmungsschäden gemeldet

Zugzusammenstoß bei Paris.

Ein Zugzusammenstvß, bei dem insgesamt 43 Personen mehr oder weniger schwer verletzt wur­den, ereignete sich am Sonntag kurz vor Mitter­nacht in der westlichen Bannmeile von Paris. Vor dem Bahnhof Houilles fuhr ein vollbesetzter Personenzug auf einen leeren ©üterjug auf, der infolge unge­nügenden Dampfdruckes auf der Strecke lag. Bei dem Zusammenstoß schoben sich einige Wagen in­einander, andere sprangen aus den Schienen. Meh­rere Reisende,, mit schweren Schädel- und Becken­brüchen, sind in das Krankenhaus eingeliefert wor­den. Erst nach langen Bemühungen gelang es, den Maschinisten, der zwischen zwei Eisenplatten eingeklemmt war, aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Er ist jedoch seinen Verletzun­

gen erlegen. Der Zugzusammenstoß hätte leicht zu einer größeren Katastrophe führen können, weil im nächsten Augenblick der Schnellzug Cher« bour gP a r i s auf einem Nebengleis heran- brauste. Glücklicherweise waren keine Trümmer, die den Schnellzug hätten zum Entgleisen bringen können, auf dieses Gleis gefallen.

Ein 2700 Hleter hoher Berg im Sinken.

Wie die Regierung von Honduras (Mittel- amerifa) bekannt gibt, ist der 2700 Meter hohe Berg Erapuca im Copan-Distrikt zusehends im Sinken begriffen. 1300 Hektar Ackerland sind be­reits versunken und die Anbauflächen an den Berg­hängen vernichtet. Die Regierung hat Ingenieure entsandt, die das Naturwunder untersuchen sollen.

Ermordet, beraubt und ins Wasser geworfen.

Die Leiche des Laufburschen Helmut Strempel, der seit dem 16. Juni vermißt wurde, wurde bei Völklingen aus der Saar geborgen. Der Tote wies einen vollkommen zertrümmerten Schädel auf. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Strempel, der 6000 Franken bei sich trug, ermordet, beraubt und dann ins Wasser geworfen worden ist. Von den Tätern fehlt noch jede Spur.

Wit 60 Wart in der Tasche fast verhungert.

In ber Nähe einer verfallenen Hütte auf der Linzer Höhe am Rhein bemerkte eine Frau einen Mann, der sich in verdächtiger Weise dort zu schaffen machte. Die Frau machte dem zuständi­gen Förster hiervon Mitteilung, der sich sofort zur Hütte aufmachte. Erst nach längerem Suchen konnte der Fremde in einem Loch, über dem eine Kiste stand, entdeckt werden. Wie sich herausstellte, han­delt es sich um einen etwa 30 Jahre alten Mann aus Wiesbaden, der zuletzt in Köln beschäftigt war, aber seit einiger Zeit dort vermißt wurde. Trotz­dem man in seinem Besitz noch etwa 60 Mark fand, war der Mann fast verhungert. Die weitere Untersuchung ergab, daß der Unglückliche an Ver­folgungswahn litt und daher die Einsamkeit des Waldes aufgesucht hatte. Verwandte haben sich nun seiner angenommen.

Der Ibengarlen zu Dermbach. Ein berühmtes Naturdenkmal.

Die in den deutschen Wäldern sehr selten ge­wordene Eibe, ein Nadelholzgewächs mit schwarz- grünen, zweizeiligen Blättern,' hat in dem etwa vier Hektar großen Jbengarten bei Dermbach in der Rhön ein Schutzgebiet gefunden, das von der Forstverwaltung aufs beste gehegt und gepflegt wird. Diese Waldung hat einen Bestand von etwa 400 Eiben oder Taxus bäumen auf­zuweisen, von denen die ältesten bei einer Höhe von rund 12 Metern ein Alter von etwa 1000 Jah­ren haben. Neuerdings hat man die den Garten irmgebenben Laubbäume auflichten lassen, um das Wachstum der Eiben noch mehr zu fördern. Man nimmt an, daß der Jbengarten im neunten Jahrhundert von Mönchen des Klosters Zella angelegt wurde, die Samen und junge Pflanzen aus Kleinasien mitgebracht hatten. Das Holz war früher sehr wichtig für Drechsler- und Schnitz­arbeiten.

Großfeuer in Bethel.

In einem Holzlager der Tischlerei der An­stalt Bethel brach Feuer aus, während sich die In­sassen der Anstalt bei der Morgenandacht befanden. Das Feuer fand an den großen Holzvorräten der Möbeltischlerei reiche Nahrung. Es griff auch auf den angrenzenden Maschinenraum über. Das Kran­kenhaus Klein-Nazareth stand in Gefahr. Nach ein- stündiger Tätigkeit konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Mit der vollkommenen Einäscherung der großen Tischlerei muß gerechnet werden.

Der König von Siam auf der Durchreise in Hamburg.

Sonntag vormittag um 8 Uhr traf mit dem Nord­expreß, von London kommend, der König von Siam mit seiner Gemahlin in Hamburg ein. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Prinz Chirasakti, der Vetter des Königs. Die Weiter- fahrt nach Kopenhagen erfolgte um 8.50 Uhr. Am 2. Juli wird der König nach Ha in bürg zurückkehren, hier einige Stunden weilen und dann nach der Reichshaupt st adt weiterfahren, der er einen mehrtägigen Besuch abstatten wird. Von hier aus wird er eine Fahrt durch Deutschland unternehmen und dabei u. a. Frankfurt a. M^