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Nr. 145 Erster Blaff

184. Jahrgang

Montag, 25. Juni 1934

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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StOTifurt am Main liess Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStrvuch- und Steindruckerel «.Lange in Siehe«. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllftratze 7 M°n^nab,chlü^st°ff^s

Wer die besten Nerven hat, wird siegen!

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels fordert alle Volksgenossen auf, am Beispiel des Führers Zähigkeit und Härte, Klarheit und Ruhe zu lernen.

Landnöten.

Wir kamen mit dem Entschluß, einen Frie­den der Gerechtigkeit und Weisheit zustandezubringen; wir gingen mit dem Bewußt­sein, daß die Verträge, die unseren Gegnern auf­gezwungen wurden, weder gerecht noch weise waren". So Harold N i c o l s o n , der der britischen Friedensdelegation als Sachverständiger des Foreign Office für die südosteuropäischen Fra­gen attachiert war, in seinem BucheFriedens- macher 191 9". Der letzte Satz des gleichen Bu­ches heißt:Zu Bett, krank vor, Lebensekel". Ni- colfon hatte wirklich wie mancher'junge Engländer und Amerikaner und wie vielleicht auch mancher junge Franzose aufrichtig daran geglaubt, daß Europa und die Welt nach dem Ende des vier­jährigen blutigen Ringens schöner und besser eingerichtet würden. Er mußte die nieder­schmetternde Erfahrung machen, daß die Gestaltung einer neuen Welt in der Hand eines rachsüchtigen Tigers und eines schwächlichen Ideologen lag und daß sein eigener Delegationsführer, Lloyd George, zu spätwie ein kleiner tapferer Terrier" gegen seine eigenen und gegen die Fehler der anderen ankämpfte. Nicolson kam von der Front. Ihm ging es wie der gesamten Frontgeneration: er verstand einfach eine Welt nicht mehr, in der nicht die höchsten Mannestugenden gelten. So packte ihn der Ekel vor dem ganzen Dasein, in dem Gemeinheit, Heuchelei, Wucher, Haß und Ungerechtigkeit zu triumphieren schienen.

Aber war dem deutschen Volke damit geholfen, daß die Männer der Front auf der Gegenseite sich schaudernd von einem Werk abwandten, das ihre Politiker angerichtet hatten? Eine einzige starke Stimme des Protestes gegen die Vergewaltigung von 90 Millionen deutschen Menschen hätte un- acahnte Energien der Ablehnung und des Wider­standes in Deutschland ausgelöst und damit neue Voraussetzungen für einen gerechten Frieden ge­schaffen. Aber die Männer der Front auf der Ge­genseite blieben stumm und machten sich da­mit mitschuldig an dem größten Betrug und der größten Ungerechtigkeit der Weltgeschichte. Denn was uns immer aufs tiefste empört, was uns beim Klang des Wortes Versailles das Blut zum Her­zen treibt, das ist ja das Wissen um das Un­recht, das uns zugefügt wurde. Allzu geduldig trägt das deutsche Volk viel Schweres, das ihm zugefügt wird. Aber eins trägt und verträgt es nie: Ungerechtigkeit. Denn wie sagte schon Goethe?: Gerechtigkeit: Eigenschaft und Phantom der Deut­schen!"

Aber es ist doch mehr als Eigenschaft und Phan­tom; es ist die unerschütterliche Ueberzeugung, daß es keinen Frieden, keine Ordnung zwischen Völkern und Staaten geben kann, die sich nicht auf Ge­rechtigkeit gründet! Wenn wir Gleichberech­tigung fordern, so nicht nur um unserer schwer be­drohten Sicherheit, sondern um der Gerechtigkeit willen. Wenn wir uns gegen die Vergewaltigung unserer österreichischen Brüder wehren, so um der Forderung willen, daß eine gerechte Regierung das Volk gerecht befragen muß. Wenn wir die Ver­ständigung mit unserem polnischen Nachbarn ge­sucht und gefunden haben, so nicht nur um der Entlastung unserer Ostflanke, sondern um des ge­rechten Ausgleichs des beiderseitigen Volkstums willen.

Was aber, so müssen wir uns fragen, ist denn Gerechtigkeit? Darauf hat Nietzsche in seinerGene­alogie der Moral" einmal geantwortet:Gerecht sein ist immer ein positives Verhalten ... Der aktive, übergreifende Mensch ist immer noch der Gerechtigkeit hundert Schritte näher gestellt als der reaktive ... Tatsächlich hat deshalb zu allen Zeiten der aggressive Mensch als der Stärkere, Mu­tigere, Vornehmere auch das freiere Auge, das bes­sere Gewissen auf seiner Seite gehabt". Nichts of­fenbart denn auch die Ungerechtigkeit des Versailler Diktats stärker, als daß seine Hauptschuldigen i n die Verteidigung gedrängt sind. Nichts spricht besser für die Gerechtigkeit der deutschen Sache, als daß wir Versailles an greifen. Ag­gressiv gegen Versailles im Sinne Nietzsches wurde das deutsche Volk aber erst mit dem Tage, da Adolf Hitler Kanzler wurde.

Zn Genf war wieder einmal die sog. A r b e i t s - konferenz versammelt. Man nahm den Jahres­bericht des Direktors des Internationalen Arbeits­amtes entgegen und diskutierte tagelang darüber. Dabei tat sich erneut die Kluft der Gegensätze auf, die über die verschiedenen sozialen Fragen bestehen, und man ist in der Wertung der eigenen Arbeit schon sehr vorsichtig geworden. Etwas Positives konnte nicht geleistet werden, schon deshalb nicht, weil die Weltwirtschaftskrise alle Länder erfaßt hat und die Auffassungen über die Art der Be­kämpfung der Krise fast überall verschieden sind. Der Direktor des Arbeitsamtes in Genf Butler glaubte der Ueberzeugung Ausdruck geben zu müs­sen daß ohne diese Organisation die sozialen Uebel, unter denen die Welt seit Beginn der Krise leidet, noch schlimmer wären. Das ist nichts anderes als ein Spiel mit Worten. Es ist eine durchaus nega­tive Einstellung, die nur den erneuten Beweis dafür bringt, daß auch im Rahmen der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf Positives nicht geleistet werden kann. Denn der Direktor des Internatio­nalen Arbeitsamtes wird doch im Ernste die Welt nicht glauben machen wollen, daß die sozialen Uebel der Weltwirtschaftskrise noch schlimmer aeworden wären, wenn man aus die papierenen Entschließun­gen der Internationalen Arbeitskonferenz m den letzten Jahren hätte verzichten müssen. Im nächsten Satz hat dann auch der internationale Arbeitsamts- Direktor zugeben müssen, daß die Heilung sehr lang­sam vor sich gehen werde, wenn auch die größte t^^fahr in der Welt überstanden sei. Diese Bemer-

Essen, 24. Juni. (DNB.) Am Sonntag fand in der mit den Symbolen der Bewegung und des Reiches geschmückten Ausstellungshalle des Essener Gruga-Geländes der erste Kongreß der NSDAP. Gau Essen seit der Ma^tergreifung statt. Zu vielen Tausenden hatten sich die Amtsleiter der Bewegung aus dem Gaugebiet Essen eingefunden. Gauleiter Staatsrat Terbooe'n begrüßte die Gäste. Stür­misch begrüßt trat sodann Dr. Ley an das Redner­pult. Er erklärte u. a.: Die wenigsten Menschen unterscheiden zwischen Gewalt und Macht. Man glaubt, wenn man als Gewaltmittel Polizei, Ma­schinengewehre, Kanonen und Pistolen habe, daß man damit die Macht hätte, daß man mit diesen Gewaltmitteln ein Volk in der Hand haben könne. Die größte Macht ist dann vorhanden, wenn es den Männern, die ein Volk regieren, gelingt, die Nation und die Willensbilüung und -äußerung eines Volkes zusammenzufassen und auf'ein klares Ziel hinzulenken. Dieses gewaltige Heer von politischen Offizieren und Unteroffizieren muß bis hinein in die kleinsten Zellen des Volkes den Wil­len des Führers durchsetzen. Das Volk muß das Empfinden haben, daß es wieder eine Füh­rung hat, die sich um es kümmert und sorgt.

Immer neuer Beifall begrüßte den

Reichspropagandaminister Nr. Goebbels

der dann u. a. ausführte: Meine Parteigenossen und Parteigenossinnen! Niemand soll glauben, daß die Bewegung und das Volk in Zukunft von Krisen und Gefahren verschont bleiben könnte. Für ein Kampf­geschlecht gibt es keine Stunde, in der es sagen könnte: Nun ist der Kampf zu Ende, nun können wir uns in Sieg und Frieden wähnen.

Ich bin der Meinung, es gibt kein Unglück, das von Menschen ersonnen ist, das nicht auch von Menschen behoben werden könnte. Das Schick­sal hat uns derart verwöhnt, daß wir deshalb auch heute das Maß für momentane Schwierig­keiten verlieren.

Es soll niemand glauben, unsere Feinde hätten sich in die Mauselöcher für dauernd verkrochen. Sie nisten darin aber sie warten auf ihre Stunde. Es soll niemand glauben; daß wir diese Stunde nicht sehen. Wenn wir sie in Ruhe lassen, so nur deshalb, daß sie aus ihren Mauselöchern heraus- kommen. Geschenkt wird ihnen nichts. (Stürmischer Beifall.) Ich bin der Meinung, daß die nationalsozialistische Erziehungsarbeit den größten Erfolg bei der Arbeiter­schaft gehabt hat. Der Arbeiter ist vernünftig. Er weiß, durch eine jahrzehnte lange Leidenszeit geschult, zu gut, daß ihm die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen. Der Feind des National­sozialismus sitzt nicht bei den Arbeitern, sondern bei den vornehmen Herren (Bravo), bei denen, die in dem Nationalsozialismus nur eine Zeiterscheinung sehen. Es wäre absolut falsch, wenn der Nationalsozialismus sich mit dieser Clique aus­einandersetzte. Der Nationalsozialismus muß sich Über diese Clique mit dem Volk auseinander- sctzen. Das Volk muß diese Clique erkennen, und das Volk muß wissen: das ist eigentlich dieselbe Clique, wie wir sie vor dem Kriege und während des Krieges erlebten, und sie hat nichts hinzugelernt, und sie würde heute genau dasselbe machen, was sie gestern gemacht hat. Wenn man mir heute vor­hält, daß das nationalsozialistische Wirtschafts­programm noch nicht erfüllt sei, so kann ich ruhig eingestehen, daß dies der Fall ist, weil der Nationalsozialismus es eben noch nicht konnte Eine einzige ungeschickte Handlung könnte das ganze Wirtschaftsleben vernichten.

Ich sage, wir müssen in der Krise, die wir nicht etwa nur dieses Iahr, sondern wahr­scheinlich auch in den nächsten zehn und zwanzig Iahren zu überwinden haben, nicht so

kuna ist deshalb interessant, weil sie das Einge- stänonis der Machtlosigkeit der Internationalen Ar­beitskonferenz bringt. Herr Bulter hat nur ver­gessen, hinzuzufügen, daß d i e Völker, die ein Ab­nehmen des Krisenzustandes verzeichnen können, aus eigener Kraft gehandelt haben und unter einer entschiedenen Führung, die das nationale Be­wußtsein wieder geweckt hat. Das gilt vor allem für Deutschland mit seinen riesigen Erfolgen auf dem Gebiete der Arbeitsschlacht und damit der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Was es in Wirk­lichkeit mit der Internationalen Arbeitskonferenz auf sich hat, das hat bei der Besprechung des Jah­resberichtes der schwedische Unternehmerdelegierte W i e t r a n d zum Ausdruck gebracht, als er er­klärte, man baue in Genf einen Turm von Babel aus aufeinander gehäuften sozialen Reformen ohne wirtschaftliches Fundament. Unter Hinweis dar­auf, daß Kapitalismus und Liberalismus als über­wunden angefehen werden müssen, betonte der ita­lienische Arbeitervertreter Gianetti, daß man in Italien, Deutschland und den Vereinigten Staa­ten neue Formen produktiver Tätigkeit gesucht habe und daß dem Korporationsgedanken mit der un­mittelbaren Beteiligung des Arbeiters an der Wirt- schaftsleitung die Zukunft gehöre. Es gibt keine bessere Charakteristik dieser Internationalen Ar­beitskonferenz, als der Vergleich mit dem Turm

verfahren, wie die Deutschen 1918, die in Opti­mismus machten entgegen den Engländern, die ihrer Nation sagten, es ist höchste Gefahr im Verzüge und es steht alles auf dem Spiet, und die dann alle Mann zu erfassen wußten. Auch das deutsche Volk muh immer die großen Schwierigkeiten erfassen und ver­stehen, in denen es sich befindet, um fie voll einschähen zu können.

Wenn wir uns für spätere Zeiten eine Erhöhung des deutschen Lebensstandards vornehmen, so ist das eine erstrebenswerte und gute Sache. Wenn wir die Arbeitslosigkeit beseitigt Haden, werden wir einen neuen Vierjahresplan zur E r - Höhung des Lebensstandards einleiten. Kurz und gut, die nationalsozialistische Bewegung muß richtig und psychologisch klug geleitet werden, und sie wird dann niemals das deutsche Volk ver­lieren. So ist es auch auf anderen Gebieten. Ich weiß besser als alle anderen, daß auch auf dem Ge­biete der Kulturpolitik noch manches geändert werden muß, und auch auf dem Gebiete der Presse ist nicht alles so, wie es sein soll. Ich kann zwar Pressegesetze, aber keine Journalisten erfinden. Die müssen erst in ihre Aufgabe hineinwachsen. Meine Parteigenossen, das Recht zur Kritik hat nur die NSDAP, allein. Allen anderen spreche ich sie ab. Das Recht der Kritik wird von der NSDAP, in ausreichendem Maße in Anspruch ge­nommen. Ich halte es aber nicht für richtig, daß Bedenken der führenden Schicht vor die ganze Oeffentlichkeit gebracht werden. Es genügt, wenn die

Unmittelbare Vezichung

Die neue Methode

Aehnlich ist es mit der Außenpolitik. Frankreich treibt heute eine zielbewußte Bündnispolitik, die zu nichts anderem füh­ren kann, als das nationalsozialistische Deutschland zu isolieren. Wenn die nationalsozialistische Bewe­gung sich nun allmählich daran macht, den uns um­gebenden Ring zu sprengen, so muß sie natür­lich eine neue Methode einfcf)lagen. Wenn der Führer nach Venedig geht, um sich dort mit dem großen Duce des italienischen Volkes zu unter­halten, so weiß jedermann, daß dort nicht Phrasen gedroschen worden sind, sondern dann weiß jeder­mann, daß diese beiden Männer die Möglichkeit haben, Bindungen einzugehen, Mussolini für Italien genau wie Hitler für Deutschland. Das heißt also, daß wir durch den Besuch in Venedig oder Warschau eine unmittelbare Beziehung der Völker zueinander suchten und fanden.

Das ist eine praktische nationalsozialistische Außenpolitik, die darauf hinausläuft, den Ring zu durchbrechen, der um uns gelegt worden ist. Genau fo ist es in der Abrüstungsfrage. Es soll niemand glauben, daß diese Frage ruhe, sie ist dauernd in Bewegung. Man darf nur nicht die Nerven verlieren. Der die letzte Be­lastungsprobe besteht, siegt. Unsere Lage war nie leicht, aber sie ist es auch heute nicht. Es muß sich jeder darüber klar sein, daß es des ganzen Mannes bedarf, um über den Berg Hinwegzukommen. Die Tagung soll uns er­füllen mit der Härte, die notwendig ist, um das harte Leben zu meistern.

Wir in Berlin haben das Glück, täglich den Führer zu sehen und können in ihm die Tugenden bewundern, die sich, von ihm ausstrah­lend, über die ganze Bewegung ausgebreitet haben. Ich habe noch nie eine Stunde erlebt, in der er den Mut verloren hätte. Auch in den schwierigsten Situationen ist er stets

von Babel. Denn man hat tatsächlich jahrelang dort von allen möglichen und unmöglichen sozia­len Reformen gesprochen, ohne auch nur den Ver - suchzu machen, ein wirtschaftliches Fundament für die Durchführung solcher Reformen zu legen.

Wie gefährlich und unsinnig die in einzelnen Län­dern ausgesprochenen Drohungen mit einem Zwangs­clearing sind, zeigen Mitteilungen schweizerischer Finanzkreise über spekulative Manöver mit der Aoung anleihe und anderen deut­schen Anleihen. Diese Bonds werden jetzt in der Schweiz aufgekauft, um sie in den Besitz fran­zösischer oder britischer Staatsbürger zu bringen. Die Spekulanten hoffen nämlich, daß dann die Zin­sen dieser Anleihen mit Hilfe des Zwangsclearings in fremde Währungen transferiert werden können. Die englische Regierung hat bereits vor solchen An­käufen deutscher Bonds gewarnt und angekündigt, daß sie die nach einem bestimmten Stichtage auf­gekauften Anleihen nicht als britischen Besitz aner­kennen werde. Es ist aber trotzdem sehr wohl mög­lich, daß sich plötzlich die deutschen Ausländsanleihen in denjenigen Ländern ansammeln, in denen man glaubt, daß sie Clearingämter errichten werden, um die Ueberschüsse der deutschen Wareneinfuhr dem Schulden- und Zinsentransfer dienstbar zu machen. Auf diese Weise würde natürlich das Clearingoer­

Schicht, die die Mängel* ändern kann, über die Mängel spricht. Diejenigen, die die Mängel nicht ändern können, brauchen auch nicht darüber zu reden. Und wenn von der Presse behauptet wird, daß sie zu einförmig geworden sei was übrigens zum großen Teil von ihr selbst behauptet wird, daß die Presse zu langweilig geworden sei, so ist da nicht der Loser schuld, sondern der Journalist soll etwas frischer werden. Ihr müßt in der Presse das goldene Mittel finden. So ist es auch mit den Kirchen. Wir stehen auf dem Boden des positi­ven Christentums. Wir können uns nicht an eine Konfession binden. Wir sind nicht katholisch, find nicht protestantisch, sondern Deutsche. Wir haben gar nicht das Zeug zur religiösen Reformation in uns. Dafür sind wir zu wenig Asketen. Wir be­gnügen uns mit einer durchaus irdischen Ausgabe. Wir glauben aber auch, daß diese irdische Aufgabe ihre religiöse Note trägt. Wir wünschen mit der Kirche in Frieden zu leben, aber die Kirche muß auch uns in Frieden lassen.

Die Revolution ist im Zeichen der Disziplin und Loyalität verlaufen. Gewiß haben wir den Marxismus vernichtet, aber wir dulden im Lande noch die Reaktion. Wenn der Führer heute vor die Bewegung träte und sagte, meine Parteigenossen, jetzt wollen wir ihnen zeigen, was wir mit ihnen machen, in 24 Stunden wären sie verschwunden. (Tosender Beifall.) Ich bin überhaupt der Meinung, daß wir die Macht haben, alles zu tun, was wir für richtig halten. Unsere Macht ist unbeschränkt.

i der Völker zueinander,

in der Außenpolitik.

Herr derselben. Wenn ich nun alle feine Tugenden nebeneinanberfteüe und sie in Vergleich ziehe, fo komme ich doch zu dem Ergebnis, daß eine alle anderen überragt, nämlich feine Zähigkeit. Er gibt nie nach, es kann jede Gefahr auftauchen, er verliert nie die Nerven, er will nicht heute die Früchte pflücken, die erst morgen reifen werden. Ruhig, fachlich, alles zu feiner Zeit, Stück für Stück, Zug um Zug. Das, meine Kameraden, soll uns allen ein Beispiel sein. Wir müssen am Führer lernen, wir müssen genau s o hart, so klar, so ruhig in unserer Weltanschau­ung stehen, ohne nach links oder rechts zu schauen, wie der Führer. Wir müssen im Augenblick, wo die Gefahr kommt, den ganzen Mut und die Kraft zu» fammenfaffen und gegen die Krise anstürmen, bis sie am Boden liegt. Wenn sie nicht beim ersten Stoß fällt, dann beim zweiten, das muß uns die Vergangenheit gelehrt haben. Wir haben gar keinen Grund, am Schicksal unseres Landes zu zweifeln. Großes haben wir vollbracht und Großes werden wir noch zu vollbringen haben. Deutschland wird niemals untergehen, wenn wir nur den Mut haben, größer zu sein als die Not, die uns zu Boden geworfen hat.

Die Abschlußkundgebung im Duisburger Stadion am Sonntag konnte wegen des plötzlich einsetzenden heftigen Regens nicht in der vorgesehenen Weise durchgeführt werden. In kurzer Ansprache über­mittelte der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, die Grüße des Führers. Er erklärte, daß er die vorgesehene Rede am Montag im Rundfunk halten werde. Gauleiter Staatsrat Terboven verkündete sodann das Ende des Gauparteitages und bat den Stell­vertreter des Führers, dem Führer zu melden, daß der Gau Essen weltanschaulich und organisa­torisch gerüstet ist, und daß sich der Führer auf diesen Gau verlassen kann.

fahren sehr bald auch für die deutschen Auslands­gläubiger praktisch unwirksam werden. Die Regie­rungen der Gläubigerländer, die ihren Staatsange­hörigen Vorteile auf Kosten anderer Gläubiger zu verschaffen versuchen, werden sehr bald erkennen, daß sie hierdurch die wohlverstandenen Gesamtinter­essen der Gläubiger aufs schwerste gefährden. Es gibt nichts Törichteres, als einen Schuldner, der zahlungswillig ist und nur den Transfer der Zah­lungen für eine Zeitlang notgedrungen eingestellt hat, durch einseitige Zwangsmaßnahmen zahlungs­unfähig zu machen.

Ein englischer Bischof gegen Versailles.

Ein anerkennenswertes und mutiges Bekenntnis.

London, 25. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Bischof von Birmingham, Dr. Barnes, sagte in einer Predigt am Sonntag, wenn es nach ihm ginge, würde die Ungerechtigkeit des Versailler Vertrags gutgemacht werden, und Deutschland würde die ihm in Versailles abgenommenen Kolonien zurückerhalten. Der Bischof erklärte ferner, feiner Meinung nach