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Nr. 96 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch, Z5. April 1954
So wurde Afrika von Asien getrennt.
25 Zahre Suez-Kanal. — Ferdinand Leffeps, sein Werk und sein Schicksal. Die Geburtsstunde der Aida.
Ein königlicher Traum.
„Der Seeweg nach Indien..." Die Abenteurer, Kaufleute, Politiker und Geographen dreier Jahrtausende träumten davon. Kolumbus zog aus, ihn zu suchen. Die Karawanentreiber, die den glühenden Sand asiatischer Steppen durchzogen, sahen ihn in den Visionen des Durstfiebers. Die Matrosen, die auf der endlosen Fahrt rund um Afrika am Kap der guten Hoffnung die Segel vor dem daherbrausenden Orkan rafften, hätten die ewige Seligkeit dafür hergegeben. Die Kaufherren in Augsburg und Venedig sahen im Geiste ihre Schiffe die Wellen dieses Seewegs nach Indien durchfurchen, im zehnten Teil der Zeit die Schätze des fernen Orients dem Abendlande darbringend. Die Herrscher in London, Wien und Paris faßen über die Karten ihrer Reiche gebeugt und ballten die Fäuste, wenn sie das winzige Stück Land sahen, das sich ihren weltpolitischen" Plänen so hartnäckig widersetzte — diese wenigen Kilometer Sandwüste, die Afrika und Asien verbanden...
Ein dreitausend Jahre alter Traum war der Gedanke, die nur 160 Kilometer lange Landenge zwischen dem Roten und dem Mittelländischen Meer zu durchstechen und durch einen Kanal schiffbar zu machen. Aber die Technik früherer Zeiten erlaubte die Durchführung nicht. Wenn man Herodet glauben darf, so hat R e ch o II., der Sohn Psammetichs im 6. Jahrhundert v. Ehr., dem Kanalprojekt 120 000 Menschen geopfert, die während des unvollendet gebliebenen Baues zugrunde gingen. Rach Aristoteles, Plinius, Strabo hat der legendäre Sesostris den meeroerbindenden Kanal gebaut, — allerdings, ohne daß die Zeit eine Spur von seinem Werk übrigließ. Darius, König der Perser, dürfte der erste Beherrscher gewesen sein, der den Plan praktisch durchführte: er ließ vom Nilarm Wadi Tumilat aus zum Golf von Suez einen Kanal bauen, der sicherlich zu bestimmten Zeiten schiffbar gewesen ist. Auch Harun al Raschid befaßte sich mit diesem Projekt, ließ es aber fallen, um die arabische Küste nicht den Angriffen der byzantinischen Flotte auszusetzen.
Kaum eines der gigantischen Werke strategischpolitischer Natur, die seit hundert Jahren Wirklichkeit wurden, hat nicht in Napoleons Kopf gespukt — auch der Suezkanal. 1798, in Aegypten, läßt der General Bonaparte durch den Ingenieur I. M. Lepere ein technisches Gutachten über das Kanalprojekt ausarbeiten. 1846 gründet Prosper Enfantin, der Propagandist und Geisteserbe des ersten Sozialisten Saint-Simon, eine „Studiengesellschaft für den Suezkanal", der neben dem Panamakanal ein wesentlicher Bestandteil des Saint-Simon-Planes zur „Regeneration der Welt" bllden sollte. Diese Gesellschaft verhauchte gerade ihre letzten Atemzüge, als jener Mann auftauchte, dessen außergewöhnliche menschliche, technische und diplomatische Eignung ihn befähigte, den uralten Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Ein historischer Spatenstich.
Ferdinand von Lesseps stammte aus alter französischer Diplomatenfamilie. 1825 tritt der Zwanzigjährige in den Konsulardienst. Sieben Jahre später wird er nach Alexandria versetzt. Hier kommt ihm das auf Napoleons Geheiß ausgearbeitete Gutachten Leperes in die Hände. Seine Fantasie beflügelt sich. Hier winkt eine Aufgabe! Said Pascha, Aegyptens „kommender Mann", interessiert sich lebhaft für Lesseps und seine Idee. Als Konsul in Kairo erzwingt der junge Diplomat die Achtung des ganzen Landes durch seinen Mut und seine Energie, mit der er einen gefährlichen Ausbruch der Pest bekämpft. Aber seine Karriere führt ihn weiter: nach Rotterdam, Malaga, Barcelona, Madrid und schließlich Rom. Hier ereilt ihn das Diplomatenschicksal — eine neue Regierung verzichtet auf seine Dienste. Lesseps erhalt den Abschied.
Einer aber hat ihn nicht vergessen: Said Pascha, soeben ägyptischer Vizekönig geworden. Er lädt Lesseps ein. Das erste Gespräch gilt dem Suezkanal. Am 30. November 1854 erhält der Franzose die Konzession zum Bau des Kanals und — für 99 Jahre — zu dessen Betrieb.
Die erste Wirkung in Europa ist ein homerisches Gelächter. Aber man hört sogleich den englischen Tonfall heraus. „Eine technische Unmöglichkeit!" sucht man von jenseits des Kanals dem Franzosen einzureden. „Verletzung britischer Belange!" tobt
man. „Gefährdung der Vorherrschaft Englands zu Wasser!" heißt das Feldgeschrei der britischen Diplomatie. Lesseps läßt sich nicht irre- machen. Eine Jngenieurkommission prüft und genehmigt seinen Bauplan. Lesseps selbst treibt die Vorarbeiten unermüdlich vorwärts, unterstützt von seinem Freund, dem Vizekönig. 1858 wird die Suezkanal-Gesellschaft gegründet. Lesseps wirbt in Frankreich für die Zeichnung der Anteile. 300 000 Aktien zu 500 Franks werden schnell untergebracht — ganz Frankreich ist begeistert. Den Rest zeichnet Said Pascha.
Am 25. April 1859 stand Ferdinand von Lesseps, mit einem Spaten bewaffnet, vor einem Bauzelt, das jetzt schon, zu Ehren des Vizekönigs, den stolzen Namen Port Said trug. Ein paar Ingenieure und ein Haufe von braunen Arbeitern standen um ihren Führer, als er den ersten Spatenstich zu seinem Werk tat, das zwei Erdteile trennen und den „Seeweg nach Indien" öffnen sollte.
Oie Opfer.
Der Suezkanal wäre kein bautechnisches Problem gewesen, hätte er nicht in den Tropen gebaut werden müssen. Im dritten Baujahr lichtet der Typhus die Reihen der Ingenieure. Zwei Jahre später bricht die Cholera aus. Die europäischen Arbeiter werden von einer Panik erfaßt und fliehen nach Port Said, zwingen die ankernden Schiffe zur Abfahrt. In den Baracken wütet die Seuche. Lesseps läßt die Reste des Wadi-Tumilat-Kanals, den Darius angelegt hat, als Süßwasserkanal von Kairo her ausbauen. Die Bakterien sind besiegt, Durst bedeutet nicht mehr den Tod. Die Arbeiter kehren zurück ...
Mitten während des Baues stirbt Said Pascha. Jetzt erst lernt Lesseps seinen toten Gönner voll schätzen, als dessen Nachfolger, der Khedive I s - mail, die Abmachungen seines Vorgängers wegen der „Lieferung" brauner Arbeiter annulliert. Lesseps hatte vier Fünftel der Arbeiterschaft aus den Eingeborenen gestellt bekommen: Zwangsarbeit gehörte — und gehört ja noch heute — zu den Grundprinzipien afrikanischer öffentlicher Baupläne. Ismail schickt seinen Außenminister zum Beherrscher I aller Gläubigen in Konstantinopel, um ihn zu einem Machtwort gegen die Zwangsarbeit zu bewegen. Nicht, als ob Ismail sich um das Wohl seiner Untertanen gesorgt hätte — aber es war eine > Gelegenheit, die Kanalgesellschaft zur Ader zu lassen. I Der Sultan ging auf den Vorschlag ein und stellte . finanzielle Bedingungen, verbrämt mit ethischen I Forderungen zur Herabsetzung der Zahl der Zwangsarbeiter. Bei Weigerung werde er den Bau mit Gewalt verhindern!
Lesseps weigert sich, schlägt aber zugleich Napoleon III. als Schiedsrichter vor. Napoleon entscheidet — Zwangsarbeit ist unmoralisch. Hilf dir, Lesseps! Jetzt braucht die Gesellschaft weitere Millionen Franks für Arbeiterlöhne. Eine Lotterie wird veranstaltet. Sie hat vollen Erfolg. Der Kanal wird vollendet.
O-e Eröffnung.
Mit der Kaiserin E u g 6 n i e an Bord durchfährt der „Aigle" am 17. November 1869 als erstes Schiff den Suezkanal, gefolgt von 67 weiteren Fahrzeugen. Hunderttausende bestaunen das Werk, jubeln Lesseps zu, raunen sich phantastische Zahlen ins Ohr: 433 Millionen Franks Gesamtkosten für nur 160 Baukilometer! Die Breite des Kanals schwankt zwischen 45 und 100 Meter, der Tiefgang der Schiffe, die ihn durchqueren, kann bis zu zehn Meter betragen. Mehr als drei Dutzend Stunden dauert noch die Durchfahrt.
Einer, der eingeladen wurde, fehlt: Giuseppe Verdi. Der Khedive, plötzlich stolz auf das Werk, das er so energisch zu verhindern gesucht hatte, schlug Verdi vor, zur Eröffnung des Suezkanals und zugleich des neuen Opernhauses in Kairo eine Oper zu schreiben. Verdi hatte höflich dankend abgelehnt: Musik zu festlichen Gelegenheiten, Opern nach Maß waren nicht sein Entzücken. Aber ein paar Monate später schickt ihm ein bekannter Aegyptologe anonym ein Thema aus ägyptischer Vorzeit. Verdi ist begeistert. „A i d a" entsteht in kürzester Zeit — Verdis Meisterwerk. Es erlebt auch tatsächlich seine Uraufführung in Kairo: am Weihnachtsabend 1871, als verspätetes Festspiel zu Ehren des Suezkanals, Symbol der Verbindung von Orient und Okzident, Vorzeit und Gegenwart. Malerisch die Bühne, malerisch das Parkett, Aegypten selbst hat Kolorit und Atmosphäre geliefert. Den Triumphmarsch blasen 1 vier braunhäutige Araber auf langen Trompeten.
Nur Verdi selbst ist nicht anwesend. Er hatte Angst vor der Seekrankheit ...
Ferdinand von Lesseps blieb zwei Jahrzehnte Frankreichs Nationalheld — bis auch er in den Strudel des Panama-Skandals geriet. Ztzhn Jahre nach der Eröffnung des Suezkanals beauftragt man ihn mit der Durchführung des zweiten großen Kanalprojektes: der Durchstechung des Isthmus zwischen Atlantik und Pazifik. Es war nicht feine Schuld, daß die Panama-Gesellschaft die Abgeordneten der französischen Kammer bestach, um die nötigen Stimmen für das Recht auf Herausgabe der Aktien zu erkaufen — der Aktien, die sich bald als wertlos herausstellten, und an denen Tausende kleiner Sparer ihr Geld verloren, Lesseps wurde angeklagt und wegen Bestechung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; aber sein Sohn Charles nahm im Revisionsverfahren alle Schuld auf sich und wanderte statt seines Vaters ins Gefängnis. Zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der Panama-
Gesellschaft starb Lesseps, ohne sein zweites Werk vollendet zu sehen.
Der Suez-Kanal aber bewährte sich so gut, daß die Engländer nur auf die Gelegenheit warteten, das riesige Unternehmen mit seinen 3000 Angestellten, seinen 25 Millionen Tonnen jährlicher Schiffspassage an sich zu reißen, um damit den Schlüssel zum Orient zu gewinnen. Die Gelegenheit bot sich im Weltkrieg. Der Suezkanal hat den Alliierten wichtige militärische Dienste geleistet. Während des ganzen Krieges war er ein einziges Heerlager, unzählige Dreadnoughts passierten ihn auf der Jagd nach deutschen Kreuzern, nur einmal stockte, während weniger Stunden, der Betrieb des Kanals. Das war am 3. Februar 1915, als eine türkische Armee nach endlosem Marsch von Damaskus aus durch die Wüste in Aegypten einfallen wollte. Tapfer nahm sie den Kampf mit dem vielfach überlegenen Feind am Suezkanal auf. Sie kehrte nicht mehr in die Heimat zurück.
Wirtschaft.
* Einigung zwischen Zigaretten- fabrikanten und - Händlern. In der Zigarettenbranche ist eine Einigung zwischen Händlern und Fabrikanten zustandegekommen, nach welcher die Industrie dem Handel einen bestimmten Kundenschutz einräumt.
Frankfurter Börse.
Mittagsbörfe etwas freundlicher.
Frankfurt a. M., 24. April. Die Börse hatte einen widerstandsfähigeren Grundton. Die Verkäufe der letzten Tage lagen nicht mehr in dem Umfange vor, der angesichts der Geschäftsstille einen stärkeren Kursdruck ausüben konnte, im Gegenteil, die Kulisse und Bankenkundschaft neigte auf der niedrigen Basis zu kleinen Anlagekäufen.
Vor allem hat sich der Markt der Neubesitzanleihe beruhigt, das Papier war um 40 Pf. erholt auf Aeußerungen, daß doch von offizieller Seite Regulierungskäufe erfolgen. Der Kurseinbruch fei nur auf notwendige Zwangsglattstellungen zurückzuführen. Die Altbesitzanleihe war nur knapp gehalten, während Stahlverein-Obligationen 1 v. H. gewannen. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 94,65 v. H. behauptet.
Am Aktienmarkt schwankten IG. Farbenindustrie bei 138,50 bis 138,25 (138,25), Metallgesellschaft gaben 0,50 v. H. nach. Der Elektromarkt lag sehr still und wies eine einheitliche Kursbildung auf. Während Bekula 0,75 v. H., Siemens 0,50 v. H. und Schuckert 0,25 v. H. verloren, blieben Licht & Kraft behauptet und Geffürel zogen 0,65 v. H. an. Etwas beachtet waren auch Motoren- und Bau- werte, Daimler waren um 0,75 v. H. höher gesucht. Der Montanmarkt konnte sich ebenfalls leicht erholen, so gewannen Buderus 0,65 v. H., Mannesmann 0,25 v. H. und besonders Phönix 1,25 v. H_, dagegen gingen Rheinstahl noch um 0,75 v. H. und Mansselder um 0,65 v. H. zurück. Im einzelnen eröffneten Zellstoff Waldhof 0,50 v. H., Kunstseide Aku 0,40 v. H. schwächer, andererseits AG. für Verkehrswesen und Reichsbankanteile je 0,25 v. H. freundlicher.
Bei weiter sehr kleinen Umsätzen zeigte der Verlauf bei einigen Montanwerten noch leichte Erhöhungen um 0,25 bis 0,50 v. H., während auf den übrigen Marktgebieten keine Veränderungen von Belang eintraten. Ausgenommen jedoch Daimler Motoren, die bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft von 45,75 auf 47,40 v. H. anzogen, später dann auf 47 v. H. wichen. Von später zur Notiz gekommenen Papieren lagen Kali Aschersleben mit minus 2,50 v. H. weiter schwach, ferner gaben Bem- berg zunächst 1 v. H. nach, um später wieder 0,50 v. H. anzusteigen. Westdeutsche Kaufhof lagen 0,65 v. H. und Ilse Genuß 0,75 v. H. freundlicher.
Am Rentenmarkt beschränkten sich die wenigen Umsätze auf Neubesitzanleihe, die unter leichten Schwankungen mit 19,40 bis 19,45 v. H. behauptet lagen. Späte Schuldbuchforderungen bröckelten 0,13 v. H. ab. Stadtanleihen lagen im Angebot und zumeist von 0,50 bis 1 v. H. schwächer. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft still. Goldpfandbriefe lagen unverändert, während Liquidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen uneinheitliches Aussehen zeigten bei Abweichungen von 0,25 bis 0.50 v. H. nach beiden Seiten. Non fremden Werten blieben Anatolier behauptet, Schweiz. Bundesbahnen lagen noch etwas freundlicher.
Am Geldmarkt hat sich die Situation weiter erleichtert und der Satz für Tagesgeld wurde um 0,25 v. H. auf 3,25 zurückgenommen.
Abendbörse behauptet.
Die Abendbörse hatte zwar auf der ganzen Linie, abgesehen von Neubesitzanleihe, nur sehr geringe
Umsatztätigkeit aufzuweisen, doch bestand auf Basis der Berliner Schlußnotierungen eher etwas Nachfrage, so u. a. für IG. Farbenindustrie, bie'mit 138 v. H. unverändert eröffneten und so später gefragt blieben. Im übrigen hielten sich die Schlußkurse von heute mittag gut behauptet, nur Licht & Kraft gingen um 1 v. H. zurück, ebenso Kunstseide AKU.
Am Rentenmarkt waren Neubesitzanleihe auf Berliner Käufe etwas lebhafter und zum ersten Kurs mit 19,50 um 25 Pf. fester, auch Altbesitzanleihe und späte Reichsschuldbuchforderungen zogen geringfügig an, während die heute mittag schwächeren Kurse der Reichsmark-Obligationen keine Erholung verzeichneten.
Im Verlaufe blieben Neubesitzanleihe beachtet, da auch die Kulisse etwas Kaufmeinung bekundete. Das Papier erhöhte sich um weitere 0,13 v. H. auf 19,65 v. H. und das Geschäft blieb relativ lebhaft. Aktien lagen dagegen sehr ruhig und kaum verändert. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,50 bis 19,65, Altbesitzanleihe 95,13,6 v.H. Stahlverein-Bonds 68,75, Schutzgebietsanleihe von 1913/14 9,40, Reichsbankanteile 147, Gelsenkirchen 62, Harpener 89.
Mainzer Schlachtviehmarkt.
Mainz, 24. April. Auftrieb: .28 Ochsen, 25 Bullen, 427 Kühe oder Färsen, 280 Kälber, 795 Schweine. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 31 bis 32, b2) 26 bis 30; Bullen 22 bis 27; Kühe a) 23 bis 29, b)
18 bis 22, c) 12 bis 17; Färsen a) 28 bis 35, b)
25 bis 27. Kälber b) 36 bis 46, c) 29 bis 35, d)
23 bis 28. Schweine b) 40 bis 42, c) 37 bis 42,
d) 34 bis 40. Marktverkauf: Großvieh und Kälber lebhaft, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueberstand.
Amtsgericht Gießen.
Ein Metzger von hier fuhr mit feinem Lieferwagen, vorn Güterbahnhof kommend, so stark am rechten Bürgersteig, daß er einen Fußgänger erfaßte, dieser zu Boden geschleudert wurde und erhebliche Verletzungen erlitt, die ihn heute noch arbeitsunfähig machen. Das Gericht erkannte nach einem Lokaltermin auf die im Strafbefehl festgesetzte Strafe von 60 Mark. Der Staatsanwalt hatte 100 Mark Geldstrafe beantragt.
Große Gtrafkammer Gießen.
Die Kammer hatte sich gestern mit dem Verkehrsunfall vom 27. August vorigen Jahres zu beschäftigen, bei dem ein junges Menschenleben, der Assistent an der chirurgischen Klinik, Dr. Schminke, tragisch um Leben kam, und seine Beifahrerin einen Oberschenkelbruch davontrug. Angeklagt war ein Autofahrer aus Kassel wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang. Der Angeklagte kam mit seinem Wagen von Marburg in etwa 45 Kilometer Geschwindigkeit. Unmittelbar hinter der Kreuzung nach Daubringen bemerkte er vor sich einen Motorrad- und einen Autofahrer, die er überholte, wobei er mit dem in entgegengesetzter Richtung kommenden Dr. Schminke zusammenrannte. Die Aussagen der Zeugen waren außerordentlich widersprechend. Ebenso gingen die Ansichten der beiden Sachverständigen auseinander. Unter diesen Umständen hielt das Gericht die Ursache des Unfalls für unaufgeklärt und sprach den Angeklagten in dubio pro reo von Kosten und Strafe frei. In feiner Begründung betonte der Vorsitzende, daß sich der Unfall so blitzartig zugetragen habe, daß die vernommenen Zeugen kaum hätten folgen können. Der Vertreter der Anklage hatte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten beantragt und dem Gericht die Umwandlung in eine Geldstrafe anheimgestellt.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Hoye Der zuletzt veichloNenen Dividende an — Relchsbankdiskoni 4 o H Lvmbardzinsfuß 5 v H.
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80
103,75
63,5 66,13 48,25
42
120,5
47
55,5
54,25
19
163
173,5 138,75
3
168,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M
Banknoten.
23. April
24-Apr'
Amtliche Notierung
Amtliche Jloherum.
(SVlfr
Brie
Geld
Br>e
Helftngfvr»..
5,649
5,661
5,639
5,651
Wien.......
47,20
47,30
47-20
47-20
Prag.......
10,38
10,40
10,38
10,40
BudaveA ...
3,047
3,053
3,047
3,053
Holland ....
169,53
169,87
169,43
169,77
ÖSlo.......
64,24
64,36
64,14
64,26
Kopenhagen.
57,09
57,21
56,99
57,11
Stockholm ..
65,93
66,07
65,83
65,97
London .....
12,785
12,815
12,765
12,795
Buenos Aires
0,608
0,612
0,603
0,607
Neu York ..
2,487
2,491
2,481
2,485
Brüssel.....
58-49
58,61
58,54
58,66
Flalien.....
21,27
21,31
21,27
21,31
Paris ......
16,50
80,99
16,54
16,50
16,54
Schweiz ....
Spanien....
81,15
80,97
81,13
34,22
34,28
34,23
34,29
Danzig.....
81,57
81,73
81,57
81,73
Japan......
0,754
0,214
0,756
0,754
0,756
Rio de Ian. .
0,216
0,214
0,216
Jugoslawien.
5,664
5,676
5,664
5,676
Lüiabo» ....
11,65
11,67
11,63
11,65
Berlin, 24.April
Geld
Brief
Amerikanische Noleu..............
2,433
2,453
Belgische Noten..................
58,38
58,62
Dänische Noten .................
56,84
57,06
Englische Noten .................
12,72
12,78
16,46
169,01
Italienische Noten................
21,20
21,28
Norwegische Noten ..............
63,97
64,23
Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling
Rumänische Noten...............
—
Schwedische Noten...............
65,67
65,93
Schweizer Noten.................
81,11
Spanische Noten.................
Ungarische Note» .............


