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diesige Nachfrage nach Ehestandsbeihilfe
Neue Bestimmungen.
Berlin, 23. März (DNB.) Das Gesetz Förderung von Eheschließungen ist geändert t-n. Während ursprünglich als Voraussetzung sur iie Gewährung des Ehestandsdarlehens die künftige (hefrau sich verpflichten mußte, eine Tätigkeit als Arbeitnehmerin solange nicht wieder aufzunehmen, als der künftige Ehemann kinkünfte von mehr als 125 Mark monatlich bezieht und das E h e st a n d s d a r l e h n richt restlos getilgt wurde, tritt jetzt an die Stelle i>r Einkommensgrenze von 125 Mk. die Vorschrift, aß die Ehefrau eine Tätigkeit als Arbeitnehmerin -lange nicht ausüben darf, als der Ehemann Laicht als hilfsbedürftig im Sinne der Vorschriften über die Gewährung von Arbeitslosen-
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Die Nachfrage nach Ehestandsdarlehen ü b e r- feigt alle Erwartungen. Die Zahl der xrwährten Ehestandsdarlehen betrug bis zum März 191 485. Um der großen Zahl der gestellten Anträge genügen zu können, mutzte eine Senkung der ^urchschnittshöhe der Ehestandsdarlehen herbeigeführt werden. Die Summe der ts Ende Februar 1934 gewährten Ehestandsdar- lchen beträgt 120,5 Millionen Mk. Die Nachfrage tot nicht nachgelassen, so daß nichts weiter übrig lieb als die Herausgabe von Bewilli- xiungsbescheidenbis zum 31. März aus- I. s e tz e n. In der Bearbeitung der Anträge ist ie Stockung dadurch nicht eingetreten. Es werden i April wahrscheinlich 5Ö 000 Bewilli - m gsbescheide zu versenden sein. Während so f der einen Seite die Nachfrage nach Ehestands- rlehen alle Erwartungen übersteigt, ist das Auf- mmen an Ehestandshilfe, da zahlreiche Billigungen von vornherein nicht in Rechnung stellt werden konnten, unter dem geschätzten Auf- nmensbetrag zurückgeblieben. Um dem zu entsprechen, sieht das Gesetz die Schaffung e nes Sondervermögens aus dem Auf- k-mmen an Ehestandshilfe in bestimmten Grenzen
Eine NeichssteNe für Tiere und tierische Erzeugnisse.
B e r l i n , 23. März. (DNB.) Nach Regelung der Märkte für Getreide, Milch, Butter, Käse und Eier frib nunmehr durch das Gesetz über den Verkehr uit Tieren und tierischen Erzeugnissen die gesetzlichen Grundlagen für die Marktregelung auf einem ll-iteren für die Bauernwirtschaft besonders wich- üien Gebiet geschaffen worden. Nach dem Gesetz dürfen Tiere und tierische Erzeugnisse nur durch iis „Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeug- Hse" in den Verkehr gebracht werden. Entsprechend bin bei den bereits bestehenden Reichsstellen üblichen Verfahren werden künftig Tiere und tierische ^ Zeugnisse durch die neue Reichsstelle bewirtschaftet verden. Dies gilt sowohl für Inlandsware als auch ftr Auslandsware. Für inländisches Schlachtvieh ist eine Uebergangsregelung bis iim 30. September 1934 vorgesehen. Während die- ser Zeitraums gilt das den Schlachtviehmärkten zu- g-führte Schlachtvieh nach Ausstellung des Schlußsteins als von der Reichsstelle übernommen. Bis ckf weiteres werden allerdings nur die S ch l a ch t - v! ehumsätze auf 32 größeren S ch lacht - v e h m ä r k t e n erfaßt werden, sowie Darme und Nagen. Weitere Arten von Tieren und tierischen Erzeugnissen sollen erst dann bewirtschaftet werden, wenn hierzu ein Bedürfnis vorliegt und die erforderlichen Vorbereitungen getroffen sind. Für Wolle, Häute und Felle ist eine besondere Regelung in Aussicht genommen.
Härtere Bestrafung rücksichtsloser Krastwagenfahrer.
Berlin, 23. März. (DNB.) Än der letzten Zeit eigneten sich wiederholt Kraftwagenunfälle, bei denen rücksichtlose Fahrer in Arbeiter- o). e r Marschkolonnen hineinfuhren iirib schwere Schäden anrichteten. Es handelte sich regelmäßig um solche Fahrer, die häufig in L,getrunkenem Zustande von irgend- Mlchen Vergnügungen kamen und durch groben Leichtsinn das Leben hart arbeitender Volksgenossen vernichteten oder ihre Gesundheit schwer schädigten. D>e Strafen für derartige Rücksichtslosigkeiten stunden vielfach in keinem erträglichen «srhältnis zu dem großen Leichtsinn d;r Täter und zu den schweren Folgen ihres Verhaltens. Besonderes Aufsehen erregte es daß ei,! Autofahrer, gegen den Untersuchungshaft verengt worden war,' nach Zahlung einer Sicherheit t ber Untersuchungshaft verschont 1"ser' preußische Iustizminister Serri hat daher bit Staatsanwaltschaften angewiesen, derartige Straftaten r ü ck s i ch t s l o s a u s z u k l a r e n , für die Verhaftung der Tater und die schnelle Durchführung des Verfahrens zu sorgen und sir e n q e S t r a f e n zu beantragen, die der Leicht- eltigkeit der Fahrer und den schweren Folgen der Tot entsprechen und geeignet sind, Gleichgesinnte obzuschrecken und dem verletzten Volksempfinden Cichne zu verschaffen.
Eine neue englische Ziel-Rechenmaschine für Lustabwehrgeschütze.
London, 24. März. (DNB.-Funkspruch.) Der Rarine-Mitarbeiter des „Daily Telegraph meldet, M die englische Flotte einen Kontra l l a p p a rat für Luftabwehrgeschutze emsuhrt, des- im Verwendung d i e Zahl der Treffer a u sliegende Ziele von drei vom Hundert au !«rnrähernd 15 vom Hundert erhöht hat. Bei den versuchen mit dem neuen Kontrollapparat, der den Bornen ..P r e d i c t o r" trage und bereits von der «werikanischen und anderen ausländischen Flotten rtnaorben sein solle, sei ein fliegendes Ziel beschos- |in worden, das sich mit über 300 Stundenkilometer In einer Höhe von etwa 1600 Meter vorwärts be- ve,t habe. Unter diesen schwierigen Umständen
Bestimmung der Träger der Straßenbaulast vor- ehalten. Die Träger der Straßenbaulast tragen ie Kosten der Unterhaltung und des Ausbaues der Ztraßen. Die Verwaltung und Unterhaltung der ieichsstraßen wird von den Ländern im Auftrage es Reiches, die der Landstraßen 1. Ordnung als lngelegenheit ihrer eigenen Verwaltung ausgc'.bt. Die Regelung der Verwaltung und Unterhaltung her Landstraßen 2. Ordnung bleibt dem General- ifpektor überlassen. Ihm steht ein Aufsichtsrecht ber alle Straßen zu. Die finanzielle Auseinander- chung zwischen den bisherigen und zukünftigen Trägern der Straßenbaulast soll nach Neueinteilung Straßennetzes geregelt werden.
seien 29 vom Hundert Treffer erzielt worden. Der Kontrollapparat werde von sechs Mann bedient und sei in seiner Wirkung eine A r t Rechenmaschine, die die Höhe und Geschwindigkeit des fliegenden Zieles mit großer Genauigkeit und Zuverlässigkeit angibt.
Oie Schweizer Krisis.
Nach dem Rücktritt Musys.
Genf, 23. März. (DNB.) Die schweizerische Presse läßt erkennen, daß der Rücktritt des Bundesrats M u s y unerwartet kam. Die große radikale Presse, wie der „B u n d", die „Neue Zürcher ZePtung" und die Genfer „S u i s s e", läßt erkennen, daß die Beziehungen zwischen den Radikalen und den Christlich-Konservativen recht ge- pannt sind. Die Tätigkeit Musys wird negativ leurteilt. Vor allem wird betont, daß sein Rücktritt ür die Reaierung eine Entlastung bedeute. Die „Neue Zürcher Zeitung" spricht von einer Reinigungskrise im Schweizer Volk, die aber noch nicht abgeschlossen sei. Eine weitere Umbildung des Bundesrats sei zur Wiederherstellung des Vertrauens unbedingt notwendig, nur so könne die politische Atmosphäre von dem chleichenden Gift des Mißtrauens befreit werden. Der „Berner Bund" ist der Meinung, daß eine ruhigere Führung der Finanzen in Zukunft nur nützlich fein könne.
Das der Frontenbewegung nahestehende „Berner Tagblatt" bedauert den Rücktritt Musys, der durch seine Reformpläne immerhin gewisse Berührungspunkte mit der Frontenbewegung hatte.
Bundesrat M u s y, der Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements, ist zurückgetreten.
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Das Blatt kritisiert das Zusammengehen der Radikalen mit den Sozialdemokraten bei den gestrigen Wahlen. Die Mitteilung, daß nun auch der Rücktritt von Bundesrat Motta und S ch u l t h e ß I zu erwarten sei, wird in der übrigen Presse dementiert. Als aussichtsreichster Nachfolger Musys gilt der katholisch-konservative Ständerat Etter aus Zug.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wichelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. K., sämtlich in Gießen.
Weisse und
* gesunde Zähne
die drei anderen ohne nennenswerte Schäden davon- ‘amen. Später konnte auch die Frau des Skimei- ters Czech geborgen werden. Doch waren ihre Der- etzungen so schwer, daß sie kurze Zeit darauf t a r b. Infolge der Dunkelheit mußten die Versuche, auch den letzten Skilpufer auszugraben, abgebrochen werden; er dürfte ebenfalls tot sein..
Zwei schwere Explosionen in USA. — Acht Tote, 19 verletzte.
Durch eine schwere Explosion in Rosita (Texas) wurden acht Personen getötet und 12 Bergleute, die in einem 130 Meter unter Tag gelegenen Kohlenschacht arbeiteten, verletzt. Die ganze Stadt wurde durch die Explosion erschüttert. In Rosita befindet sich die größte mexikanische Fabrik für Nebenprodukte von Kohle.
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Die „Affäre der weißen Walfische".
Ein kommunistisches Idyll in Südfrankreich.
Ein riesiger Betrugs - und Korruption s- Prozeß, der sich von ähnlichen derartigen Vorkommnissen durch eine wahre Operettenkomik unter- cheidet, wird gegenwärtig zu Aix-en-Provence verhandelt. Der Volksmund hat der Anklage, die aegen den Bürgermeister Pioch und 17 andere Personen eingeleitet worden ist, auch bereits einen passenden Namen verliehen. Man spricht nur von der „Affäre der weißen Walfische", denn große Summen sind verausgabt worden, die angeblich zum Fang von Raubtieren dienen sollten, die der Fischerei schädlich sind. Unter diesen wurden neben Haifischen auch geheimnisvolle „weiße Walfische" angeführt, für deren Vernichtung beträchtliche Gelder angefordert wurden. Der Hauptangeklagte Pioch ist Bürgermeister des malerischen Fischerdorfes Saintes-Maries de la Mer in der Nähe von Arles.
Fast alle Einwohner des Oertchens, rund 1400, bekannten sich zum Kommunismus und beschlossen, im kapitalistischen Frankreich ein kleines Sowjetp^radies zu schaffen. Sie wählten Herrn Pioch zu ihrem Bürgermeister. Herr Pioch, ein junger Mann von 35 Jahren, war sehr gewandt, sehr geistreich und witzig, allgemein beliebt, und er schien wie fein anderer geeignet, die blassen Theorien des Edelkommunismus mit Leben zu erfüllen. Die Sache klappte ausgezeichnet. Die Armut verschwand aus dem Ort, alle Gemeindemitglieder konnten sich eines gewissen Wohlstandes erfreuen. Als die Gemeinde Herrn Pioch zum Bürgermeister wählte, das war vor etwa zehn Jahren, balancierte der Gemeindeetat mit 283 000 Franks. Heute beziffert sich der Etat auf 10,5 Millionen Franks. Unter dem Regiment des Herrn Pioch hat der Staat an die Gemeinde 28 Millionen Franks Zuschuß gegeben. Nun wurde vor einiger Zeit von den Aufsichtsbehörden eine Kassenrevision vorgenommen. Es mußten nach dem Stand der Bücher 1,4 Millionen Franks vorhanden sein. Es waren aber nur lumpige 30 000 Franks aufzutreiben. Herr Pioch geriet in eine schwierige Situation, denn der Kassenprüfer legte die Stirn in ernste Falten und fragte, w o das Geld geblieben fei. Da es die Mäuse nicht gefressen hatten, mußte es einen Weg gegangen fein, den Herr Pioch kannte. Er wurde unter Anklage gestellt und der Unterschlagung beschuldigt. Herr Pioch gab ruhig zu, daß er falsche Quittungen ausgestellt habe, Rechnungen erhöhte usw. Aber er berief sich in einer großen Rede auf das höhere Wohl des Volkes im allgemeinen und der ihm an- vertrauten Gemeindemitglieder im besonderen. Der Zweck heilige alle Mittel, und wenn er das unterschlagene Geld der kommunistischen Parteikasse zu- geleitet habe, so sei das nur ein schofles Mittel für einen heiligen Zweck. Nach Ansicht des Herrn Pioch.
Aber wie kamen die Gemeindemitglieder zu Wohlstand? Es wurde, wie bereits erwähnt, eine Aktion zur Ausrottung von Haifischen im Meer eingeleitet und für den Fang von Haifischen große Prämien ausgesetzt. Für jeden Haifisch zahlte die Gemeinde ein Fanggeld von 50 Francs. Die Vertilgung von Haifischen dient sicher dem Gemeinwohl, denn Haifische sind unsympatische und gefräßige Biester. Aber sie kommen an der franzö
sischen Küste, wenn überhaupt nur äußerst selten vor. Trotzdem gingen die Gemeindemitglieder eifrig auf den Haifischfang aus, und es spricht nur für ihre zoologischen Unkenntnisse, wenn sie statt Haifischen Seekatzen fingen. Diese Haifischseekatzen wurden der Gemeinde abgeliefert, und der mutige Haifischfänger erhielt pro Stück feine 50 Francs. War er bei der Gemeinde gut ungeschrieben, dann konnte er im Abrechnungsformular aus 3 eine 13 machen, aus 5 eine 15, er bekam für fünf harmlose Seekatzen die Fangprämie für 15 Haifische ausbezahlt, 15 mal 50 Francs. Gehörte er nun im Kreis der Gemeinde zu den besonders Vertrauten, bann konnte er sich leicht noch eine Extraprämie verschaffen. Auf dem Wege von der Ablieferungsstelle zur Gemeindekasse brauchte er nur in der Zahlungsanweisung eine kleine Korrektur vorzunehmen. Lautete die Anweisung beispielsweise auf 500 Francs, dann hatte er nur nötig eine Null anzufügen und erhielt 5000 Francs.
Wie soll es einer Gemeinde nicht gut gehen, wenn soviel Geld unter die Leute kommt? Die Geldbeschaffung war die Sorge des Herrn Pioch. Für die Verhandlungen mit dem Departement und der Regierung hatte er feine „bezwingende Liebenswürdigkeit", für die Beseitigung kleinerer Kalamitäten andere Methoden. Pioch war übrigens bereits im Jahre 1931 abgesetzt worden, aber er wurde von seiner Gemeinde einstimmig wiedergewählt, weil sie sich begreiflicherweise unter seiner freigebigen und großzügigen Verwaltung sehr wohlfühlte. Der ganze Prozeß dreht sich um die Frage, ob der gute Bürgermeister ein selbstloser Wohltäter seiner Gemeinde war, der mir von Geschäften und Zahlen nichts verstand, oder ein gerissener Betrüger. Jedenfalls bieten die Einzelheiten der Verhandlungen ein wirklich tragikomisches Bild. Die Freunde des Bürgermeisters führten ein behagliches Leben; jeder erhielt eine einträgliche Beschäftigung zugewiesen. Mr. Fabre bezog ein Gehalt für die Säuberung des Kanals, der der Obhut von Saintes-Maries de la Mer anvertraut war. Mr. Fabre war aber während der ganzen Zeit seiner angestrengten Tätigkeit bettlägerig. Mr. Dijol, der Sekretär der Stadthalle, wurde Fachmann für Baumpflanzungen. Nach den verausgabten Geldern zu schließen, müßte Saintes- Maries mehr Bäume besitzen als jeder andere Ort in Frankreich, meinte der Vorsitzende des Gerichts, auf seinem Weg durch das Städtchen habe er aber keine Spur davon entdecken können. „Sie sind noch alle zu jun g", flüsterte Mr. Dijol. — Auch zur Belebung der schönen Küste wurden in Saintes-Maries erhebliche Kosten aufgewendet. Eine Ausführung der „Carmen" verscblang über 3000 Mark aus dem Staatssäckel. Mit Der Wahrung der kulturellen Belange hatte man bei dieser Aufführung einen Schlächtermeister, Mr. Beck, beauftragt. Man sieht, es ging großzügig zu in Saintes-Maries. Der famoje Bürgermeister wurde zu fünf Jahren 0 e f ä n g ni s und 1000 Francs Geldstrafe verurteilt. Acht weitere Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von sechs Monaten, vier zu zwei Jahren mit Strafaufschub, neun Angeklagte wurden freigesprochen.
Aus aller Well.
Der letzte Nachkomme Josef von Eichendorffs gestorben.
An den Folgen eines Gehirnschlags starb in Altenbeuern bei Rosenheim Freiherr Karl von E i ch e n d o r f f, ein Enkel und letzter Nachkomme des großen deutschen Romantikers und Dichters Josef von Eichendorfs. Karl von Eichendorff wurde 1862 in Aachen geboren und schlug nach Absolvierung des Gymnasiums die Offizierslaufbahn ein. Seine Ruhejahre verbrachte er in Altenbeuern am Inn. Die Leiche wird im stillen Jnselfriedhof auf Frauenchiemsee beigesetzt werden, wo für seine Schwester, die Fürstäbtissin Hedwig, und seinen Bruder der Grabstein errichtet ist.
Zwei amerikanische Scheckschwindler auf der „Europa" verhaftet.
Das Schiffskommando des Schnelldampfers „Europa" vom Nordbeutschen Lloyd, der am Freitag in Bremerhaven eintraf, übergab der Kriminalpolizei zwei Amerikaner, die während ber Ueberfahrt von Neuyork nach Bremerhaven als Scheck schwindler entlarvt worden waren. Es handelt sich um die beiden amerikanischen Staatsangehörigen Charly M a t \ o n und Richard King, die im letzten Augenblick vor der Abfahrt der ,/Europa" in Neuyork auf dem Neuyorker Büro des Norddeutschen Lloyd erschienen waren und den Leiter der dortigen Agentur veranlaßten, sie an Bord zu bringen. Die beiden angetrunkenen Amerikaner bezahlten ihre Passage 1. Klasse mit einem Scheck. Die „Europa befand sich bereits auf See, als sich ergab, daß für den Scheck keine Deckung
vorhanden war. Das Schiffskommando der „Europa" wurde funkentelegraphisch veranlaßt, die beiden Amerikaner in Gewahrsam zu nehmen und sie in Bremerhaven der Polizei zu übergeben. Sie werden sich hier wegen Betruges bzw. Scheck- schwindels zu verantworten haben und bei nächster Gelegenheit nach den Vereinigten Staaten abgeschoben werden.
3nfuü auf dem Wege nach Port Said?
Der Kapitän des griechischen Dampfers „Attiki", der in Port Said eintraf, berichtete, daß er Funksprüche der „Maiotis" aufgefangen habe, gus denen hervorgeht, daß sich das Schiff 150 Meilen von Alexandrien entfernt befindet und dort neue Anweisungen von den Rechtsberatern I n s u l l s in Griechenland erwartet. Im übrigen ist in Port Said das Gerücht verbreitet, daß die „Maiotis" den Hafen von Port Said anlaufen werde.
Lawinenunglück in der Tatra. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte.
In der Nähe von Zakopane in der Tatra ereignete sich, wie aus Kattowitz gemeldet wird, ein schweres Lawinenunglück. Als eine Skigesellschaft von sieben Personen, darunter der polnische Skimeister Czech und seine Frau, auf Schneeschuhen einen Paß überquerten, ging plötzlich eine Lawine nieder und begrub sämtliche Touristen unter sich. In der Nähe befindliche andere Skiläufer alarmierten sofort zwei Rettungskolonnen. Nach stundenlangen anstrengenden Arbeiten konnten fünf Verschüttete freigelegt werden. Zwei von ihnen hatten schwere Verletzungen baoongetragen, während
In dem Kabarett neben dem Hotel „Embassy" in Chikago erfolgte eine Explosion, durch die sieben Personen verletzt und ein Schaden von 75000 )ollar angerichtet wurde. Die Gäste des Hotels lüchteten Hals über Kopf durch das raucherfüllte, tellenweise brennende Gebäude. Ob es sich um eine Jasexplosion oder eine Bombenexplosion handelt, teht bisher noch nicht fest.
Zwei Tote, 18 Verletzte bei einem Autobusunglück in Böhmen.
Unweit von Komotau in Nordwestböhmen fuhr ein Autobus, der mit 28 Personen besetzt war, auf der abschüssigen Straße in den Straßengraben. Die meisten Insassen sprangen aus den Wagen- enftern. 14 Personen erlitten leichte, vier schwere Verletzungen. Ein Inspektor der Grenzwache und die Frau eines Wachbeamten wurden g e - tötet. Das Unglück ist auf Versagen der Bremsen zurückzuführen.
Einsiurzunglück bei einer spiritistischen Sitzung. — 33 verletzte.
In der Dorfschenke einer kleinen Ortschaft in der italienischen Provinz Teramo hatten sich ungefähr 150 Personen zu einer spiritistischen Sitzung ver- ammelt. Die beiden Hypnotiseure hatten die Teilnehmer durch ihre Experimente in ihren Bann gezogen, als der Fußboden plötzlich nachgab und die ganze Gesellschaft in den unter dem Lokal befindlichen Kellerraum versank. Es gelang, die Verunglückten aus dem dunklen, feuchten Gewölbe zu befreien, wobei sich 33 als verletzt erwiesen, drei von ihnen lebensgefährlich.
Japanischer Dampfer im Taifun gesunken.
Der japanische Dampfer „Ueda Maru" ist in der Nähe von Hakodate in einen Taifun geraten und gesunken. Auf dem Dampfer befanden sich insgesamt 82 Personen einschließlich der Besatzung, lieber ihr Schicksal liegt bisher noch keine Nachricht vor.
Angeblich auch Millerand ein Kunde Gtavislys.
Paris, 24. März. (DNB. Funkspruch.) Der parlamentarische Stavisky-Ausschuß soll daran denken, die Einberufung des eben erst in die Ferien gegangenen Parlaments für die kommende Woche zu beantragen, damit die parlamentarische Immunität der schwer belasteten Senatoren Odin und Puis und der Abgeordneten Hulin und Proust noch vor Ostern auf gehoben werde. Odin bezeichnete einen früheren Präsidenten der Republik als Stavisky-Kunden. Nach längerem Zögern erklärte er, es handele sich um Mi11erand. Der frühere Ministerpräsident Chauternps behauptete, weder Stavisky noch Allette Simon, die spätere Frau Staviskys, gekannt zu haben.
Der Untersuchungsrichter hat nunmehr den Bericht der Aerzte über die zweite Obduktion der Leiche des G e r i ch t s r a t e s P^ince erhalten. Dieser Bericht schließt die Möglichkeit eines Selbstmordes völlig aus. Gerichtsrat Prince hat durch den über ihn hinwegfahrenden Zug den Tod erlitten, doch wurde er in betäubtem, bewußtlosen Zustande auf d i e Schienen gebunden.
Die in der letzten Zeit aufgetauchten Aussagen von Personen, die den mutmaßlichen Mörder Princes gesehen haben wollen, scheinen sich nicht als stichhaltig herauszustellen. So konnte einem Zeugen aus Dijon, der nach Photographien den Sekretär Staviskys, Romagnino, als verdächtig erkannt haben wollte, entgegengehalten werden, daß Romagnino als Mörder Princes keinesfalls in Frage komme, da Romagnino in der fraglichen Zeit als Zeuge vom Pariser Untersuchungsrichter verhört wurde, was aktenmäßig festliegt.
Wettervoraussage.
Nach Beseitigung der Störungstätigkeit hat sich nun hoher Druck über Deutschland durchgesetzt. Infolge absinkender Luft wird das Wetter vorerst vielfach heiter sein, wobei die Temperaturwerte zwischen Tag und Nacht stärkere Gegensätze erfahren und in Der Nacht bis unter den Gefrierpunkt zu liegen kommen. Durch Das VorDringen warmer Luft an Der Südseite Des JslanDtiefs entstehen späterhin zeitweise DunstbilDungen.
Aussichten für Sonntag: Stellenweise Frühnebel, sonst vielfach ausheiternd, tagsüber sehr milD, Nachttemperatur Rückgang bis unter Den Gefrierpunkt, trocken.
Aussichten für Montag: Im wesentlichen noch FortDauer Der HochDruckwetterlage, Doch zeitweise starke DunstbilDungen.
Lufttemperaturen am 23. März: mittags 9,2 Grad Celsius, abends 2,6 Grad; am 24. März: morgens 0,9 Grad. Maximum 10,5 Grad, Minimum — 1,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. März: abends 5,8 Grad; am 24. Mürz: morgens 2,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 272 Stunden.
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