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GEFALLEN IN TREUE ZUR HEIMAT

WANDERER VERWEILE

ich faßte dich hielt und dich nicht, ich sah

so war es das brennende Schandmal des Verrates an unseren Toten: das wollten auch die Dumpfe­sten nicht voll auf sich nehmen... Und hier setzte die Macht der Erweckung ein, als Deutschland wie­der zu sich selber kam. Ihr Atem, war es, der Hauch der verlöschenden Opfer der Front, der aus den Männern sprach, die zuerst schwer vernehmlich, dann immer lauter und deutlicher zur Nation redeten und denen schließlich in Adolf Hitler ein Führer und Fürsprecher erschien, der die Erweckung im Namen dieser Toten vollzog. Zugleich aber er­weckte er in Tausenden wieder die Todbereitschaft: ein Zeichen, daß er wahrhaft im Namen der Helden sprach und mahnte. Und so brachen sie wieder auf, die Besten der Jungmannschaft unter der Führung der Grauen des großen Krieges, und sie ließen ihr Leben zu Hunderten in den Kämpfen im eigenen Lande, SA., SS. und Stahlhelm und alle die Gruppen und Freikorps, die in den Jahren feit 1918 aufstanden, um Deutschlands Ehre wieder zu gewinnen. Wieder starben sie für Deutschland, für nichts als Deutschland. Und wieder wurde ihr Blut Beschwörung des Genius der Nation. Ohne Opfer kein Leben, ohne Tod keine Neugeburt

Sturm.

Ich spüre noch den scharfen Geruch des Gases, das dünn über die Krater strich und plötzlich hörte ich deine Stimme, blickte zur Seite an die Nahtstelle unserer Regimenter und sah dich schreck­lich und plötzlich in einem Feuerbusch niederbrechen.

Ich war bald bei dir trug dich in einen tiefen Trichter ich hatte den Sturm vergessen und verband dich dort. Dein Gesicht war voll Frieden, obwohl der Tod nahe war. Was hätten wir reden sollen? Das Eisen krachte da war kein Raum für Hölderlin, den wir im ersten Holunderduft als Studenten lasen, für Ekkeharts Gottesmmne, in deren Abgrund wir einst hinunterstiegen. Und kurz du wiesest mich zur Front, und ich verließ dich.

Es mußte sein. Doch die vier Leute, die ich in der Nacht zu dir führte, daß sie dich zurücktragen soll­ten auf den Verbandplatz, begriffen dich besser als ich. Du hast jede Hilfe abgewiesen. Die Manner

Heute stehen wir im gereinigten und geeinigten Reich und unter der Flagge, für die die Millionen des großen Krieges fielen. Und daneben weht die andere Fahne, mit dem Hakenkreuz, für die wieder Scharen von Toten hinsanken. Unter diesen Farben und Zeichen erst ist neues Leben wieder möglich, weil sie mit dem Blute der Opfer geweiht sind. Nur der Tod verpflichtet zu letztem Dienst und neuem Opfer.

Gewiß wir trauern um unsere Toten, wir vermissen sie schmerzlich unter uns, aber wir sind ihrer gewiß in dem Ganzen, in Deutschland, das mehr ist als seine einzelnen lebenden Glieder. Sie leben dennoch mit uns, mit unserem Ewigen, und so können wir ihrer wieder froh werden. Unsere Trauer sei also Dienst und unsere Ehre Opfer. Noch immer ist der gute Kampf um Deutschlands Frei­heit uns aufgegeben, wir haben ihn auszukämpfen in jeder Form. Und so wird dieser Volkstrauertag zu einem Tag des Gelöbnisses: Von den Ahnen zu den Erben reichen wir das Banner weiter, das geweiht ist: durch die Toten, Zeichen uns der Ewigkeit!

gingen still wieder zur Front, nur nicht, als ich deine kalte weiße Hand beschwor ... Ich sah dein Beispiel

Oer Mann im Trichter

23on Josef Magnus Wehner.

Oer Toten Zurückkunst.

Zum Heldengedenktag.

Von (Surf Hohe! (GOS.j.

Eine Nation besteht nicht nur aus den Lebenden, sondern auch aus den Toten und den Kommenden. Diese Grunderkenntnis gibt uns heute neue Kraft, dieses Grundbekenntnis macht uns wieder zu Deutschen, die dieses Namens wür­dig find. Keine Kultur ist möglich, ohne den Dien st an den Ahnen, den Helden, den Toten, die um des Volkes und Vaterlandes willen dahingingen und ohne den heiligen Willen, ein neues Geschlecht zu erzeugen, das in sich alles Gewesene steigert und in immer höheren Stufen vollendet. Ahnendienst und Erbenvermachtms ist nicht nur eine biologische Funktion, nicht nur Sache der Erhaltung des guten Blutes, sondern damit auch höchster Dienst an d e r S e e l e. Nicht alles Gewesene ist heilig und nicht alles Kom­mende ist Schicksal. Der Ahnendienst ist den Toten geweiht, die sich hervorhoben ihrerseits im Dienst an dem Volke, am Staate, an Deutschland, dem Reiche der Deutschen, wo es in der Innerlichkeit lebte und webte. Deshalb gilt dieser Dienst vor allem den Helden, die im Kampfe um Deutsch­

land fielen. ,

Als ein gefährlich langer Friede im Jahrhundert der Vollendung der westeuropäischen Zivilisation das Leben des einzelnen bis zu einem unwahr­scheinlichen Grade gesichert hatte, da brach der l Krieg in diese Hürden friedlicher Menschenherden i ein wie ein reißender Wolf, und vor seiner Macht < und Majestät erbebten die Völker. Jetzt entschied es sich ob diese Europäer noch dem Tode gewachsen i waren, oder ob sie auf dem Wege zumletzten : Menschen" blieben, der am verlöschenden Feuer blinzelnd das Glück sucht und weiter nichts will als leben ... Wir können heute an dem Ver­halten der Völker nach dem großen Ringen ab­lesen, wo noch Jugend und Wille zum Opfer, Wille zum Neuen, Wille zur Steigerung und Vervoll­kommnung um jeden Preis ist oder Angst um Bestehendes, Furcht vor dem Opfer, krampfhaftes Bemühen um Sicherheit um jeden Preis. Die jungen Völker trauern um ihre Toten nicht wie um Verlorenes, Unwiederbringliches, sondern sie ehren in ihnen das höchste Gut und Sinnbild des guten Kampfes, zu dem wir alle verpflichtet find und auch alle, die hach uns kommen.. Nicht Denkmäler in Stein und Erz, blinder Verewi­gungswille in der Zeit und im beschränkten Raum, bezeichnen unter uns Deutschen den Dienst an den Taten sondern die lebendige Tat, die Schöpfung, immer wieder das erneuerte Opfer. Da erst enthüllt sich die wahre Religion des Unsterb­lichkeitsglaubens, wo der ewige Sieg des Lebens über den Tod zur schöpferischen Gewißheit wird. Wo nur das als tot empfunden wird, was nicht mehr aus sich heraus zur Schöpfung zwingt und zum immer erneuten Opfer. Abgesunkenes Leben das noch immer gierig schlingt, aber ohne See­lenkraft und ohne Gestalt ist, das ist uns der wahr­hafte Tod in dieser Welt.

So wird der Dienst an den Toten zu einer hohen Forderung und Verpflichtung. In einem heute von der Jugend mit Begeisterung aufgenommenen Kriegsdrama sagt ein kluger deutscher Führer zu den ungeduldigen Freiwilligen von 1914: Es ist oft schwerer für eine große Sache zu leben, als für fie zu sterben I Abqewandelt gilt dieses Wort auch für bas Totengedächtnis: Es ist leichter, sich au der gleichen Todesbereitschaft mit dem feiernden Munde zu bekennen, als das zu vollenden, was die Toten uns als Aufgabe hinterließen! Melden- Gedächtnis ist Aufgabe! Denn es kommt nie auf das Gewesene an, sondern immer darau, roas wir Heutigen daraus machen für die Zukunft. Das Gewesene ift Lehre, Beispiel - es wird erst Wesen und Kraft in uns, wenn wir es aus dem bloßen Vergangenfein empörteren, emportatigen ^Lf'deNN- Stufe is'^ldeng-dächtnis dann Einssein mit der Seele der Helden "ad Opfer. Der Toten Zurückkunft" nennt es der «roße Dich­ter Stefan George, dessen Totengedachtms wir nun auch feiern. Hier auf der höchsten Stufe ist es nicht mehr eine sittliche Verpflichtung was zur Verehrung treibt, sondern unmittelbare Gegen­wart. Wenn die Alten glaubten, der Gott selber fei herabgestiegen vtib greife in den Kampf ein, wenn sie ihn leibhaft zu sehen glaubten im Ge- tümel: fo war das jenes innerste Ergriffensein von der Allgegenwart unsterblicher Seelen. Der Mensch, der kämpfend fein Leben wegwirft, um es zu ge­winnen, der inne wird, daß nur der höchste Einsatz den unmittelbaren Gewinn der Ewigkeit in uns verbürgt dieser Mensch wurde zu allen Zeiten als derSohn der Gotter" geehrt.

Wenn etwas in Deutschland in dem gräßlichen Sturz der Ehre und der Würde als Menetekel blieb,

An Kriegergräbern.

Eine JReife an die Westfront.

Von Or. Botho Winter.

Kinder sind selten dankbar; Völker noch weniger. Heldenverehrung und Erinnerung an die unsterb­lichen Taten des Weltkrieges standen bei uns nicht allzu hoch im Kurse. Wäre es so weiter gegangen wie bisher, fo hätte wahrscheinlich schon die Gene- eation der Enkel der Kämpfer des Weltkrieges, so­weit nicht die häusliche Erziehung ein Gegenge­wicht bot, nur noch legendär an die großen Er­eignisse der Jahre 1914 bis 1918 gedacht. Der po- litische Umschwung hat erfreulicherweise bereits da­für gesorgt, daß diese Gefahr nicht mehr besteht. So weiß man heute, daß die fast zwei Millionen Tote, die Reste des Walls, den unsere Männer gegen die Mächte der ganzen Welt im fremden Lande aufrichteten, um das Vaterland davor zu bewahren, Kriegsgebiet zu werden, nunmehr der Gefahr entrissen werden, der Vergessenheit anheim- zufallen, obwohl sie nach Kriegerbrauch in der Erde ruhen, auf der sie geblieben sind.

Es erscheint besonders glücklich, daß diesen Toten nachträglich ein Staatsbegräbnis zuteil geworden ist, wenn man auch bedauern muß, daß der Staat wenigstens in Frankreich für die Gräber dieser Toten Mittel nicht zur Verfügung hatte, sondern die Totenehrung der privaten Initiative Überließ, indem Einzelpersonen und Vereine, die sich diesen Toten verbunden fühlten, dieser an sich selbstver­ständlichen Pflicht nachkommen, die Gräber der Ge­fallenen der Vergessenheit zu entreißen. Denn die private Fürsorge hat auch in solchen Fällen wie hier zweifellos eine mehr persönliche Note als ein staatliches Wirken. Wenn in Belgien, wo das Reich 1926 die Pflege der Grabstätten selbst in die Hand nahm, diese Gefahr vermieden wurde, so ist das der Tatsache zu danken, daß die Ausgestaltung an eine Persönlichkeit geriet, die sich in den Ge- danken der Verbundenheit unseres Volkes mit die- fen Gräbern hineinzufinden verstand. In Frank­reich, wo 930 000 Gefallene die Erde deckt, hat derVolksbund Deutsche Kriegsgrä­ber f ü r s o r g e" sich der Grabpflege angenommen und in der verhältnismäßig kurzen Zeitspanne von fünf Jahren eine sehr schwierige Arbeit geleistet, die ihm das deutsche Volk wahrscheinlich erst in spä­terer Zeit in vollem Umfange danken wird.

Wer das Glück hat, die ehemalige Westfront be­suchen zu können und voll Spannung und seelischer Erschütterung den Spuren des großen Ringens nachgeht, wird mit starker innerer Anteilnahme die Stätten betreten, auf denen die Kämpfer ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Getrennt nach Nationen liegen sie dort, und man kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß die Geister sich auf­machen und in den Lüften den Kampf weiter­führen, der von diesen Toten, die im Glauben an den Sieg fochten, zu frühzeitig abgebrochen werden mußte.

Verschieden wie die Ruhestätten ist auch die äußere Gestaltung der Friedhöfe. Prunkvoll, heroisch der amerikanische Geschmack, der bei dem gewaltigen Friedhof von Romagne einen großartigen Ausdruck findet, wo mit einem Auf­wand von 16 Millionen Reichsmark eine Anlage hergestellt wurde, die schon durch die erhebliche Verwendung von Marmor und durch monumen­tale Bauten zeigt, daß hier der Wunsch bestand, ein reiches Volk zu repräsentieren. Ebenfalls unter An­wendung erheblicher Mittel und von Bauwerken, die den Ruhm der Gefallenen aere perennis zu ver­künden in der Lage sind, und die den Anspruch Englands, der Retter Frankreichs gewesen zu fein, sichtbar zur Schau tragen, sind die Ruhestät­ten der gefallenen englischen Soldaten hergestellt. Sie scheinen förmlich auf dem Land zu lasten, das der Hilfe bedurfte und lassen dort, wo sie stehen, keinen Raum für die Anerkennung der Verdienste anderer. In Stein gehauen künden Name, Charge und Todestag der Gefallenen, daß fie starben für ein kraftvolles Land, das sich für feinen Verbün­deten einsetzte. Der englische FriedhofTyne Cot" bei Paschendaele, dessen Wandelhalle die Namen von 46 855 hier gefallenen englischen Soldaten auf­weist, bildet dafür das beste Beispiel.

Die französischen Friedhöfe entsprechen einem südländischen Geschmack, der uns nicht liegt, und sind nach Form und Material Zeugen des Siegerstolzes und der sichtbaren Verkündung der Taten derjenigen, die zur Befreiung der vater­ländischen Erde jeder zu seinem Teil beigetragen haben. Den stärksten Ausdruck für diese Empfin­dungen hat man wohl an dem Douaumont-Fried» Hof, wenn man aus der stimmungsvollen Gebein­halle, in der unter 50 Marmorsarkophagen die Ueberrefte derjenigen Franzosen ruhen, die in den Kämpfen von Verdun geblieben sind, ohne daß ihre Identität festgestellt werden konnte, in das Freie tritt und noch geblendet durch das warme

nur dich.

So ging ich bedrückt vorwärts zu meinen Leu­ten. Es mag eine halbe Stunde langsamen Weges zwischen deinem und meinem Trichter geleaen sein. Zwei Tage standen wir im Gegenangriff, dann regnete es. Ich wußte, was dir drohte. Und es kam auch so. In der vierten Nacht nach dem Sturm murren wir abgelöst. Ich fand in der pfadlosen Wüste den Weg zu dir. Denn der Regen hatte aufgehört, und der Vollmond schien. Er stand hell über der Maas, und man sah die Blitze der Granaten auf dem kalten Erdrücken nicht mehr. Selbst der Sarg von Douaumont schwamm gleißend im Licht.

So glänzte auch dein Stahlhelm wie von Silber. Ich sah ihn über dem Rande des Trichters stehen, ein wenig vornüber geneigt, und er schattete dein Gesicht. 211 s ich mich aber zu dir niederbückte, und dir noch einmal unter die Arme griff, vom Rücken her denn dein Leichnam stak im zähen Schlamm bis an die Brust da fühlte ich die Kolben zweier Gewehre unter deinen Armhöhlen.

Ja, du bist stehend gestorben, das Gesicht nach Süden, auf die Krücken zweier Gewehre gestützt. Dein Gesicht war weiß und nicht bitter. So gab ich dir die letzte Ehre.

Immer sehe ich dich so stehen, wie du dich zur letzten Stunde selbst aufgebaut hast. Du hast mir geholfen, wenn ich müde wurde und wenn mir der Schlamm bis zur Brust stand, dachte ich an deine letzte Stunde.

Ich habe dein Beispiel begriffen und will es weitergeben und so den Sinn des Krieges erfüllen.

Du siehst und hörst mich, wie ich dich sehe und höre. Meine Sinne sind voll von Erinnerung, und ich glaube, du wirkst bei allen wichtigen Entscheidun­gen, die mein Schicksal betreffen, von oben her mit.

So war es doch: Südwestlich von Fleurn brach der Sturm los, der letzte gegen Verdun. Ich hatte dich in den bald zwei Frontjahren nur einmal flüchtig gesehen in der Nacht an der Somme, als dein Regiment das meine ablöste. Zwei flie­hende Schatten lagen sich da einen Herzschlag lang in den Armen, und erst viel später wußte ich, daß du es wirklich gewesen warst, dein Arm, dein Lockenkopf unter dem Helm, ja deine dunkle, gefaßte Stimme, die mir einen längst bereiteten Spruch ins Ohr sagte:Der Weg in die Ferne geht durch den Tod ..." Dann sah ich dich bei Fleury, mitten im