Ausgabe 
23.4.1934
 
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1934

24. April

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Nur durch die Post zu beziehen.

Erscheint Dienstag und Freitag

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Berlin W 35, den 1. Februar 1934. Am Karlsbad 10.

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Abschrift. III 3104/13.2.

Präsident

-es Reichskolonialbundes.

Druck der Brühl'schen Universitäts.Buch» und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.

sucht, ist tn Deutschland Tatsache geworden, (fcine Revolution Im wahrsten Sinne des Wortes wurde vollzogen. Das alte Regime zerfiel unter dem An­turm der nationalsozialistischen Erhebung. Die so- ziale Volksgemeinschaft ist Wirklichkeit geworden.

Das deutsche Volk begeht am 1. Wal dieses Jahres in einer nationalen Demonstration ohnegleichen die Jeter der Arbeit. Im vo­rigen Iahr hat der Führer sich in seiner grohen Rede aus dem Tempelhofer Feld vier Iah re ausbedungen, um die Krise sichtbar zu wenden und die furchtbare Rot der Arbeitslosigkeit von Deutschland zu bannen. Im Ablauf eines einzigen Jahres schon ist es ihm gelungen, dem ganzen Volk wieder Selbstvertrauen. Hoff­nung und Glauben an die Zukunft zurückzugeben. Die Wirtschaft Hal sich merklich erholt, die Arbeits­losigkeit ist um die Hälfte gesunken, die politischen Verhältnisse sind geklärt, und im Kampf um unsere Gleichberechtigung und Ehre beginnt die Welt all­mählich Deutschlands Standpunkt zu verstehen und ihm Rechnung zu tragen. Ein Jahr unerhörter und vor zwölf Blonden kaum vorstellbarer Er­folge neigt sich damit seinem Ende zu. Am 1. wai will die Regierung vor dem Volke Rechen­schaft ablegen über die geleistete Arbeit und das Volk dem Führer aufs Reue feine unverbrüch­liche Treue und innerste Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Staat und dem grandiosen Aufbauwerk der Regierung bekunden.

Es soll ein Tag der Freude, des Stol­zes und der Genugtuung werden. Richt nur auf das. was hinter uns liegt, wollen wir zu­rückschauen. sondern auch vorwärts schauen auf das. was vor uns liegt. In starkem Selbstvertrauen wollen wir bei diesen gewaltigen Demonstrationen Blut und Kraft sammeln für die schweren Kämpfe, die uns um die endgültige Rettung unseres Volkes aus wirtschaftlicher Rot und außenpolitischer Ent­rechtung noch bevorstehen.

Ehret die Arbeit und achtet den ArlreUert

Dienstnachrichten des Kreisamts.

Das Hessische Staatsministerium, Ministerialabteilung Ib, In­nere Verwaltung, hat die Erlaubnis erteilt:

Dem Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda und Südhessen des Reichs­verbandes für deutsche Jugendherbergen zur Veranstaltung von Haussammlungen in der Zeit vom 21. bis 27. April und einer Straßensammlung am 21. und 22. April 1934 im Gebiete Hessens.

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Betr.: Die ansteckende Blutarmut und die ansteckende Gehirn- Rückenmarksentzündung (Borna) der Pferde.

An die Bürgermeistereien des Kreises.

Wenn aus Gemeinden, in denen innerhalb des letzten halben Jahres die ansteckende Blutarmut oder die ansteckende Gehirn- Rückenmarksentzündung (Borna) amtlich festgestellt wurde, Stuten einem staatlichen oder angekörten Hengste zugeführt werden sollen, so ist dem Hengsthalter vorher ein tierärztliches Gesundheitszeug­nis vorzulegen, aus dem hervorgeht, daß die betreffende Stute und der ganze Pferdebestand des Gehöftes frei von Erscheinungen sind, die den Ausbruch der ansteckenden Blutarmut oder der Bornaschen Krankheit befürchten lassen. Treten diese Seuchen in Gemeinden auf, in denen eine staatliche Hengststation aufgestellt ist, so ist sogleich im Benehmen mit dem Kreisveterinäramt zu prü­fen, ob nicht diese Station vorübergehend oder für die Dauer der Deckperiode geschlossen werden muß.

Sie wollen diese von der Minist.-Abtl. Ib getroffene Anord­nung alsbald ortsüblich bekanntmachen, die in Ihren Gemeinden etwa vorhandenen Hengsthalter besonders unterrichten und sich die Kenntnisnahme von ihnen unterschriftlich bescheinigen lassen. Falls die genannten Seuchen in einer Gemeinde mit einer staat­lichen Hengststation auftreten, so ist uns sofort zu berichten.

Gießen, den 16. April 1934.

Kreisamt Gießen. J.V.: Weber.

Inhaltsübersicht: Straßensperre. Straßensperre-Aufhebung. Die ansteckende Blutarmut und die ansteckende Gehirn-Rücken­marksentzündung (Borna) der Pferde. Gedenktag an den Erwerb der deutschen Kolonien. Die Feier des 1. Mai. Dienst­nachrichten.

Oer 1. Mai!

lte Sonder-Bekanntmachung.

enlliche Kundgebung anläßlich des alenslichs zum ersten Thing- h im Gau Hessen-Räfsau a u f der r e l e y durch Gauleiter Reichsstatthat- Sprenger.

Herrn Reichsminister für volksaufklä- tzropaganda unterstellteHessen-Rassau- emeinfchaft für nationale Festgestaltung" e der umsichtigen Förderung durch den Reichsstatthalter Sprenger bereits am dem Bau des ersten grohen, 12- bis tischen fassenden Thingplahes für sessen-Rassau beginnen.

Spatenstich wird zu einer kulturellen j gröhler Bedeutung ausgestaltet.

amte Bevölkerung ist einge« (Ile führenden Persönlichkeiten im (Be­ines Hessen-Rassau werden aufgefordert, rscheinen die Bedeutung der Kundgebung terstreichen.

des Reichsministeriums für Volksauf- b Propaganda sind angesagt.

ntliche Kundgebung beginnt pünktlich ckrazüge sind vorbereitet. Die An- und ihen für Kraftfahrzeuge werden in der keffe bekanntgegeben.

igramm der Kundgebung wird in den igen veröffentlicht.

Gez.: Blüller- Scheid, janbaleiter und Leiter der Landesstelle sau des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganda.

Betr..: Gedenktag an den Erwerb der deutschen Kolonien.

An die

Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Das abschriftlich nachstehende Rundschreiben des Herrn Reichs- ministers des Innern vom 13. März 1934 III 3104/13.2. tei­len wir Ihnen zur Kenntnisnahme mit. . .

Sie wollen am 24. April 1934 in einer Stunde .in gemeinsamer Feier des Erwerbs der Kolonien gedenken.

Gießen, den 17. April 1934.

Hessisches Kreisschulamt. J.V.: Dr. Weigand.

Bekanntmachung.

Betr.: Straßensperre-Aufhebung.

Die Straßensperre auf der Provinzialstrecke LichGrünberg (Abt. Ortsdurchfahrt Queckborn) ist wieder aufgehoben.

Gießen, den 16. April 1934.

Hessische Provinzialdirektion Oberhessen.

Der 1. Mai, der nationale Feiertag des deutschen Volkes, wird dieses Jahr in besonderem Ausmaße gefeiert werden. In der Reichshauptstadt selbst werden drei große Feiern abgehalten. Um 9 Uhr findet im Lustgarten der erste Staatsakt alsKundgebung der Schuljugend" statt. Regierungsvertreter werden dabei daS Wort ergreifen. Die Kundgebung wird über alle deutschen Sender übertragen.

Wir empfehlen, dieseKundgebung der Schuljugend" zum Mit­telpunkt der örtlichen Schulfeiern zu machen. Die Schulfeiern sind nicht in den Schulen selbst, sondern im Freien, auf den jeweils für die allgemeine Kundgebung am Nachmittag vorgesehenen Auf­marschplätzen abzuhalten. Zu diesen Feiern sind die über 11 Jahre alten Schüler und Schülerinnen bis 8.50 Uhr auf den bezeichneten Plätzen zu versammeln, um dort der Uebertragung des Staats­aktes aus dem Lustgarten beizuwohnen.

Damit wird erreicht, daß zunächst die Angehörigen der sämt­lichen Schulen den nationalen Feiertag des deutschen Volkes ge­meinsam begehen und daß außerdem in jeder Stadt eine einheit­liche und ihrer Größe nach überwältigende Veranstaltung, an der sich zweifellos ein großer Teil der Bevölkerung beteiligen wird, zustande kommt. Einleitend haben die Schulleiter in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung des Tages hinzuweisen und die dann folgende Rundfunkübertragung zu erläutern. Die Folge des Staatsaktes selbst wird rechtzeitig durch die Presse bekanntgegeben. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied ist von den Teil­nehmern mitzusingen.

stimmung mit -der Reichsleitung der NSDAP, plant der Reichs­kolonialbund eine Reihe von Gedenkfeiern, insbesondere die Ver­anstaltung eines allgemeinen deutschen Kolonialgedenktages am 8. Juli.

Ich erlaube mir die Anregung, daß auch in den Schulen des kolonialen Erinnerungsjahres in geeigneter Weise gedacht und die deutsche Jugend auf die Bedeutung der deutschen Kolonien und die Notwendigkeit ihrer Wiedergewinnung hingewiesen wird. Als den gegebenen Termin schlage ich den 24. April vor, als den Tag, an dem Reichskanzler Fürst Bismarck jenes Telegramm an den deutschen Konsul in Kapstadt richtete, durch das die ersten kolonialen Erwerbungen in Südwestafrika unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt wurden. An diesem Tage könnte eine besondere Schulgeöenkfeier an allen Lehranstalten stattfinden und auch im Unterricht könnte an diesem und den vorhergehenden Tagen die Geschichte des Erwerbs, der Entwicklung und des Ver­lustes der Kolonien behandelt werden.

Heil Hitler!

gez.: Schnee.

An den

Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Herrn Dr. Rust,

Sehr geehrter Herr Minister!

Das deutsche Volk begeht in diesem Jahre die Erinnerung an den Erwerb der deutschen Kolonien vor 50 Jahren. In Ueberern-

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ij u wy uuv mvvnjj VH IV**U unfern vereinten Kräften gelingen wird, die Rot zu überwinden und das Reich des Rationalfozialis- rnus zu vollenden.

Blöge die Welt an diesen grandiosen Demonstra­tionen unseres Lebenswillens erkennen, daß Deutschland den Frieden will, aber sein nationales Dasein zu beschützen entschlossen ist.

Die Ration ist er tu ad) t! Sie marschiert im alten Zeichen von Freiheit und Brot!

Am l.Blai ruht die Arbeit!

Bekränzt eure Häuser und die Straften der Städte und Dörfer mit frischem Grün und den Fahnen des Reiches!

Von allen Last- und Personenautos, aus allen Fenstern sollen die Wimpel und Fahnen der na­tionalsozialistischen Revolution flattern!

Kein Zug und keine Straftenbaftn fährt durch Deutschland, die nicht mit Blumen und Grün ge­schmückt ist.

Aus den Fabriktürmen und Bürohäusern werden feierlich die Fahnen des Reiches gehiftt!

Kein Kind ohne Hakenkreuzwimpel?

Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- und Telegraphenämter sollen in frischem Grün erstehen!

Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck!

Die ganze Ration vereint sich in unerschütter­lichem Glauben an die deutsche Zukunft und in fester Zuversicht auf die niemals zu brechende Kraft unseres deutschen Lebenswillens!

Das ganze Volk ehrt sich selbst, wenn es der Arbeit die Ehre gibt, die ihr gebührt.

Deutsche aller Stände, Stämme, Berufe und Kon­fessionen reicht euch die Hände!

Für Arbeit, Frieden und Ehre!

Es lebe unser Volk und unser Reich!

Der Reichsminister für Vollsaufklärung und Propaganda Or. Goebbels.

Dienstag, 24. April 1934

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Vereins, u. Tageskalender

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Amtsverkündigungsblaii

für dre Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen

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ses Unterschieds auch entsprechendeprak- tische Folgen auf allen Gebieten der ge­genseitigen Beziehungen.

Das regierungsfreundlicheWilnaerSlowo" wendet sich heftig gegen die untertänige Auslegung -es polnisch-französischen Bündnisses durch die na­tionaldemokratische Presse und erklärt mit betonte­rem Nachdruck:Kein Bündnis kann uns Nutzen bringen wenn wir dem Bundesgenossen a u f Gnade und Ungnade preisgegeben sind. Das System der französischen Politik, das durch die Vorgänger Barthous angewandt wurde, war für uns ungünstig. Polen will die Berftanbigung mit Frankreich für den Frieden auswerten, auch für einen Frieden Zwischen De uts ch - land und Fran kr eich. Nur Dank Becks ha­ben wir aufgehört, die kränkende Rolle desbe­tagten Bundesgenossen" zu spielen und erst jetzt erwarten wir von dem Bündnis mit Frank­reich für uns wirklich gute, wirklich nützliche Ergebnis e".

Pariser Eindrücke.

P a r i 5 , 24. April. (Funkspruch.) havas schreibt, Polen habe sich bemüht, seine Beziehungen zu seinen unmittelbaren Nachbarn zu bessern. D - halb habe es z u n ä ch st m i t S o w i e t rr u ftJ a nb verhandelt und kürzlich mit dem natlonalsoz allstl schen D e u t s ch l a n d em Abkommen ab geschloßen ab« di- U nab h ä n gi.gk eit f einer P° I tik werde durch diese Initiative m keiner Slteue b rührt Di- polnisch- O-ss-nllichkeithab- es m letzter Qpjf g»witz nicht an Kritik am Völkerbund feyien Mfen9 aber die führenden grelle wurden am scheinend nicht soweit gehen, sich vom Völkerbund

P°?isi°n" undO-uor-" lassen sich> von ihren S°nd-rb-richt-rstatt-rn melden, Marschall VMudski habe sogar die Versicherung gegeben, daß das deutsch-polnische Abkommen keine Geheimklauseln enthalte und seit seinem Ab- Icklutz keine diplomatischen Verhandlungen Zwischen ten beiden Regierungen stattgefunden hatten. In der Umgebung Pilsudskis mache man kein Hehl daraus daß man nicht geneigt fei, noch weiteren Anschluß an Rußland zu suchen. Dabei sprachen

Bekanntmachung.

Betr.: Straßensperre.

Wegen Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wird die Pro­vinzialstraße Ortsdurchfahrt Beuern (Richtung Grotzen-Buseck) vom 30. April d.J. für jeglichen Verkehr gesperrt.

Umleitung erfolgt über ReiskirchenBersrod. Die aufgestellten Warnungstafeln sind zu beachten.

Gießen, den 17. April 1934.

Hessische Provinzialdirektion Oberhessen.

n schließt die offene Tür in China.

i Jahre nach' dem ersten japanischen Ver- 8. Januar 1915, ganz China zu bevor- nd der chinesischen Souveränität das i brechen, hat am 18. April 1934 die Regierung die Zeit für gekommen erach- )t nur zum Vormund Chinas aufzuwer- n eine Monroe - Doktrin für verkünden. Der japanische Außenmini- t a hat offiziell erklärt, auch wenn die Regierung wolle, werde sich die japa- erung gegen alle Maßnahmen anderer iden, die geeignet seien, den Frieden im stören. Er hat sogar die Gewährung jen, die Tätigkeit militärischer Jnstruk- diesen Begriff gesetzt. Damit wird das der Nanking-Regierung befolgte System östlichen und militärischen Reorganisie- 15, ein System, das durch die japanische der Mandschurei und der nordchinesi- inz Dschchol als chinesische Selbstsiche- lerlich wurde, ruiniert.

king-Regierung ist damit ein Mündel chen Vormundes. Noch mehr: die bis- -Ziehungen aller anderen Nationen zu >en zerrissen, der japanische Befehl greift Rechte und Verträge ein, die diese Natio- ssen und vor allem wird auch Amerika getroffen, Da heute noch der Hay-Pauncefort-Ver- trag von 1899 in Kraft ist, der allen Nationen-in China die offene Tür gewährt. Aus dieser gelben Monroe-Doktrin heraus wird das Riesen­reich China zum japanischen Vasallenstaat gemacht, die Nanking-Regierung wird in ihren Souveräni­tätsrechten beschnitten und darf ohne Erlaubnis von Tokio nichts tun und lassen.

Das ist eine weltgeschichtlich entscheidende Ge­legenheit, die alle anderen Nationen in ihren Lebens­interessen, soweit sie mit China Zusammenhängen, trifft. Nachdem Japan im Kriege 1894/95 Korea und Formosa vom chinesischen Körper ampu­tierte, und auch die Provinz L i a u t u n g besetzte, mußte es Liautung auf Druck der europäischen Mächte herausgeben. China wurde im Jahre 1912 Republik, 1921 trennte sich unter Sunyatsen der Süden zeitweilig vom Norden, im nächsten Jahre aber wurde durch die europäischen Mächte Japan gezwungen, die sieben Punkte fallen zu lassen, die der heutigen Monroe-Doktrin gleichen wie ein Japaner dem anderen. Schantung wurde damals von Japan geräumt. Aber Japan vergißt nichts. Was es mit den sieben Punkten vom 18. Januar 1915 bezwecken wollte, verfolgte es auf anderen Wegen. Im Jahre 1931 begann es, obgleich China und Japan den Kriegs- ächtungspakt des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg unterzeichnet hatten, den Angriff auf bie Mandschurei, gegenwärtig beherrscht es die Mandschurei, Nordchina, sein Einfluß reicht über Peking hinaus und in der Südmongolei mar- schieren Japans Truppen. Japan glaubte die Zeit reif, um diesmal ohne europäische Gegenwirkung, das 400-Millionen-Volk der Chinesen unter Kura- tel zu stellen und das von Japan noch nicht unter- worfene China durch ein diplomatisches Aktenstück 3ur Ausbeutungskolonie der Japaner machen zu %7rmal ahmt Japans Erklärung vom 18. Avril 1934 die Doktrin des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Nordamerika, James Monroe, vom 2. Dezember 1823 nach. Selbstherrlich, ohne etwa die Mittel- oder Südamerikaner zu fragen, stellte Monroe drei Sätze auf. Der erste besagte, die euro­päischen Mächte hätten auf dem amerikanischen Festland kein Jnterventionsrecht, der

Betr.: Feier des 1. Mai.

An die

Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises.

Die nachstehend abschriftliche Verfügung des Hess. Staatsmini­steriums, Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, teilen wir Ihnen zur Kenntnis und genauen Be­achtung mit.

Gießen, den 24. April 1934.

Hessisches Kreisschulamt. I. V.: Dr. Weigand.

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