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Ur. 10 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)

Zreitag, 25. Marz M4

Sie Einweihung des grö-ien Schiffshebewerkes der Welt.

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Die Einweihung des größten Schiffshebewerkes der Welt in Niederfinow war nach der Rede des Führers in Unterhaching das bedeutendste Ereignis am Eröffnungstage des zweiten Jahres der Arbeitsschlacht. Als Vertreter der Reichsregierung eröffnete der Reichsverkehrs­minister E l tz von Rübenach (im Kreis) dieses modernste Werk deutscher Technik.

Haltet die deutsche Landschaft rein!

Gegen die Verschandelung unserer Heimat durch die Auswüchse fehlgeleiteter Reklame.-Die Tageszeitung als wirksamstes Mittel der Maffenwerbung.

Vom Amt Volkstum und Heimat in der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" und vom Reichsbund Volkstum und Heimat, Ber­lin NW 40, gehen uns die folgenden beher­zigenswerten Ausführungen zu, die den un­geteilten Beifall aller Freunde der deutschen Landschaft finden werden.

Die vollständige Bereinigung der freien Landschaft von Reklame fordert selbstver­ständlich der Heimatschutz in allen seinen Gliede­rungen als ein lange umkämpftes Ziel. Die revi­sionsbedürftige alte Gesetzgebung für Reklamefragen unterschiedlandschaftlich hervorragende Gegenden" und solche,die jeglichen Reizes entbehren". Diesen Gesichtspunkt lehnen wir ab, sowohl in Bezug auf Landschaften als auf Ortschaften. Denn sie alle sind in erster Linie nicht für den Aestheten und Genießer da, sondern sie sind der Heimatraum des. deutschen Menschen. Der muß überall erhal­ten und gesund weiter entwickelt werden. Wohl soll man dabei auf städtebaulich kostbare Punkte ganz besonders Rücksicht nehmen und in jedem Fall zwi­schen Geschäfts- und Wohnstraßen unterscheiden, in welch letzteren Reklame überhaupt nichts zu tun hat.

Wit der Säuberung der Landschaft darf aber nun nicht die Gefahr heraufbeschworen werden, daß die Flut der bisherigen Landschaftsreklame unsere bereits von Reklame allzusehr verheerten Ortschaften noch mehr überschwemmt und sich

besonders an den Ortsrändern unerträglich staut.

Ein einzelner Wirtschaftszweig hatte sich bedauer­licherweise diese Grenzzone durch einen Erlaß der früheren preußischen Regierung gesichert und sich so einen Ausgleich für Einschränkung der Landschafts­reklame zu schaffen gesucht.

Die Großstadt. Noch 1910 war Berlin vom Stand­punkt der Reklame ein wahres Dorf. Betrach­tet man es heute, so faßt man sßß) an den Kopf und fragt sich: Wie ist es überhaupt möglich, daß Mil­lionen Menschen dieses tolle, unablässige Geschrei widerstandslos ifber sich ergehen lassen. Verkehrs­mittel, viel begangene Treppen, Ueberführungen Brandmauern, Zäune, die Hausfronten von unten bis oben und über die Dächer hinaus blitzen, brüllen und fratzen dich bei Tag und Nacht an; Zahnpasta und Schokoladen senden Himmelsgrüße, unsere Plätze sind nur noch Rummel- und Tummelstätten für die unerfindlichsten Sorten von Reklameträgern. Aus Straßen mit anständigen Häusern hat das wüste Durcheinander von Kinofassaden, Riesenschau­fenstern, Gaststätten-Lockung, von viel zu großen Schildern, überstockwerkhohen Buchstaben, Lauf­schrift- und Bildgeflimmer einen grauenhaft häßlichen Jahrmarkt gemacht.

Mittel- und Kleinstadt, und selbst das Dorf, sind von diesem Fieber mit ergriffen. Erst tauchen die tausendfach gesehenen, Papier- und Emaille-Schilder der bekannten Marken-Artikel vereinzelt und bald in

Die erste Durchschleusung in Aiedersinow.

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Das.Schiff mit den Ehrengästen in dem gewaltigen Trog des stählernen Fahrstuhls. Der Trog wiegt im gefüllten Zustand 4200 Tonnen, würde also dem Gewicht nach die gesamte Bevölkerung Potsdams aufnehmen können.

Rotten an Läden und Hauswänden auf. Es folgen protzenhafte, höchst überflüssige Riesenschauläden, die das ehrwürdige Fachwerkhaus und die Einheit der Straßenflucht zerreißen. Die schildbeladene Tank­stelle baut sich ausgerechnet dort auf, wo sie städte­baulich nicht hingehört. Pfahlschilder der Kur- und Fremdenpensionen verderben die Aussicht auf das bisher wohl erhaltene Ortsbild.

Dieses unablässige Gekläff der Reklamemeute hilft tatsächlich Niemandem. Die einen verärgert es, oder stumpft es völlig ab, die Reklamemacher kostet es ein Heidengeld, das fast nutzlos vertan wird. Es ist also sowohl für die Heimat als auch für die Wirt­schaft untragbar. Wie aber kommt man aus diesem Tohuwabohu heraus? Erziehung und G e \ i n - nungs wandel sind die Hauptsache, das Gesetz kann nur eine Grundlage schaffen.

Grundsätzlich sind auseinanderzuhalten: Die Wer­bung für die eigene Leistung an der Arbeits- und Vertriebsstätte und die mechanisierte und indu­strialisierte Warenwerbung für Massen-Erzeug- nisse. Die Eigenwerbung muß, wie es immer war, vom einzelnen Menschen und vom besonderen Fall her entwickelt werden. Die Massenwerbung ist eine heutige Erscheinung mit vollständig anderen Voraussetzungen. Sie gehört zukünftig nur an di» amtlich dafür vorgesehenen Anschlagflächen und Lit­faßsäulen, soweit sie nicht im Geschäft selbst oder in den Schaufensterflächen Platz findet.

Für alles übrige an IHaffenroerbung ist der Prospekt und vor allem die Tageszeitung und die Zeitschrift der richtige Platz.

Vor allem mit Hilfe des Werberates der deutschen Wirtschaft muß es zukünftig unmöglich werden, daß die Klebekolonnen ihre Papierplakate und die ande­ren Austräger ihre Blechschilder sinn- und wahllos anbringen und häufen. Selbstverständlich ist Zahl und Größe der Anschlagflächen und -säulen sorg­fältig nach den tatsächlichen Bedürfnissen zu regeln und ihre Aufstellung mit den städtebaulichen Er­fordernissen in Einklang zu bringen. Ein Bedürfnis

aber nach solchen Flächen liegt nicht etwa überall da vor, wo heute die Reklame der Massenarttkel durch Zufall oder Methode gehäuft ist.

Ist diese Art von Reklame an die richtige Stelle verwiesen und, was für viele heute schon zutrifft, im einzelnen gut gestaltet, so ist sie keine Plage mehr für die Menschen und kann ihre werbende Wirkung erfüllen.

Die Eigenwerber zukünftig zu beraten, wird Auf­gabe einer großen Arbeitsgemeinschaft sein: Nicht nur der künftigen Werbefachleute mit Qualitäts­gefühl und Gemeinschaftsgesinnung, sondern des Werberates der deutschen Wirtschaft, der Reichs­kammer der bildenden Künste, des Reichsbundes Volkstum und Heimat, des Amtes für Volkstum und Heimat in der NS. ° GemeinschaftKraft durch Freude" und anderer berufener Körperschaften. Auf dem Gebiet der Eigenwerbung hat die Industrie oder haben ganz bestimmte gewerbliche Zweige, welche die Arbeit in den letzten Jahren mehr oder minder brutal an sich gerissen haben, keinerlei ge­rechtfertigten Anspruch auf Monopolstellung.

Es muß hier vielmehr unbedingt ein edler Wettstreit des Handwerkers, des Künstlers und guter industrieller Stätten einfehen.

Wenn die einschlägige Industrie immer wieder behauptet, daß durch den von uns geforderten Um­bau der Werbung Tausende von deutschen Arbeitern brotlos gemacht würden, so ist da­gegen zu sagen, daß diese Industriezweige vorher ihrerseits Tausende werktätige Volksgenossen aus dem der Heimat dienenden Werk- und Kulturschaf­fen ausgeschaltet haben. Ihnen ist es leichter, sich auf nützliche Sonderzweige anderer Art umzustel­len, soweit das etwa nötig wird, als dem handwerk­lichen Kleinbetrieb und der Einzelpersönlichkeit.

Aus der bisherigen rücksichtslosen Einseitigkeit und aus der Stumpfheit des Volkes sind die ge­nugsam bekannten Verballhornungen zu erklären. So bekommt man es immer wieder fertig, Werk­steinfronten mit schematisierten Glasschildern zu be-

Cäsar.

Die Iden des März 1934.

Von unserem römischen E.-Koirespondenien.

Rom, im März.

In der Senatssitzung vom 15. März 44 vor Ehr. wurde der Führer ermordet. An den Iden des März 1934 huldigte sein Nachfolger den Manen desDiktators auf Lebenszeit". Mit einer genialen Selbstverständlichkeit schlägt Rom einen einzigen Brückenbogen über zwei Jahrtausende.

Es war großes Leben in der Urbs, aus dem fer­nen Siam kam das Herrscherpaar hergereist, die hohen Abgesandten Ungarns und Oesterreichs ver­handelten mit dem Duce, König und Papst empfin­gen die Gäste, im Opernhaus gab manAida" als Galavorstellung, und auf den höchsten Gipfel von Tuskulum wälzten sie ein ungeheuerliches Kreuz hinauf, daß es sichtbar sei von der Via del 1Impero das Volk aber legte auf der gleichen Straße des Imperiums frische Blumen zu Füßen Cäsars nie­der Und der Statthalter von Rom, Fürst Bon- compagni-Ludovisi, ließ .einen riesigen Lorbeerkranz herbeischaffen, auf dem zu lesen stand: Roma al Fondatore del 1Impero. Rom dem Grün­der des Reiches. Darauf taten die Kriegsfreiwllllgen ein Gleiches und ein unbekannter Bürger heftete an einen Strauß von roten Nelken die Beglettworte: Für Casus Julius Cäsar die Faschisten Mussolinis - 2687 A. U. C. XII E.F. Das heißt: im Jahre 2687 seit der Gründung Roms, im Jahre 12 der faschistischen Zeitrechnung......

Die Acta diurna Mussolinis, die Tages­zeitungen, beschäftigen sich sichtlich lieber mit Casar als mit Dollfuß, die Redner bestiegen die ^ostra und eiferten als sei der Leichnam noch nicht ganz von den Flammen verzehrt. Der Senatspra ident selber, Luigi Federzoni, der frühere Führer der nationalen Blauhemden, machte im Mausoleum des Augustus den elenden Mördern den Prozeß er beschuldigte Cicero der doppelzüngigen Feigheit und berief ihn aber auch als Zeugen dafür daß das Volk bewuchert werde, 48 Prozent Zinsen nehme man von ihm. Wie groß dagegen stehe der Heros da, Cäsar, heute mehr als je Sinnbild der lateinischen Rasse, Licht der Zivilisation, das unter dem Zeichen des Liktorenbündels wieder 'm hellsten Mittag erstrahlte, mahnende Stimme des Schicksals und der Pflicht. a

Und Lorbeer lällt, Lorbeer, Lorbeer. Emen Lor­beerkranz windet der Führer der 3ournahften um die Büste Cäsars in Rom, Lorbeerkränze flicht jvv- mini, wo der Justizminister De F r a n c i s l spricht vor der Statue, die Mussolini der Stadt schenkte auf daß fie errichtet werde an der Stelle,

wo der Diktator seine Legionen sammelte zum Marsch auf Rom:Die Statue gleicht dem bronzenen Standbild, das auf der Via del 1Impero errichtet wurde. Stellt sie auf die Säule, von der Julius Cäsar zu seinen Legionären sprach, als er den Würfel geworfen und den Rubikon überschrit­ten hatte. Schmückt sie alle Jahre mit Blumen zu Ehren des Reichsgründers!"

Rimini und Rom heute wieder erste und letzte Etappe einer Tat, eines Willens zur Größe und Macht, wie er noch vor wenigen Jahren für immer verschüttet schien unter den Trümmern. Als 1898 der Altar Cäsars auf dem Forum ausgegraben wurde, da war das nichts als eine archäologische Begebenheit mäßiger Bedeutung, und zwei Jahre später ließ man den zweitausendsten Geburtstag des größten Römers völlig unbeachtet vorubergehen. Jetzt rüstet man bereits zur Zweitausendjahrfeier des Augustus, die im Jahre 1937 stattfinden wird. Niemand wagt mehr von einem Neuheidentum zu sprechen, wiewohl die Heiligenstatuen des Vatikans keine fünf Taximinuten entfernt von den Kaiser­statuen stehen. Und die wenigsten, die sich mit der Ausdeutung der Romgespräche über den Donau- raum beschäftigen, ahnen, warum Cäsar in die Reihe der Lebenden zurückgerufen wird.

Tiere als Schauspieler.

Beobachtungen an Bären, Seelöwen und Affen.

Die stärkere Betonung des Tierschutzes in unserer neuen Gesetzgebung stellt auch die Frage wieder zur Erörterung, inwieweit Dressurakte zulässig sind und inwieweit sie auch ohne jede Härte bei der Ein­übung eine Quälerei des Tieres darstellen können. Dabei darf man die Tatsache nie vergessen, daß viele Tiere eine natürliche Gabe für die Ausführung von Tricks haben, und daß sie durch diese Fähigkeit den Wünschen des Dresseurs freiwillig entgegenkommen. DiesesSchauspielerische" im Tier ist von hervor­ragenden Zoologen immer wieder hervorgehoben worden; ja, man hat sogar ganze Bücher darüber geschrieben. Der Schauspieler im Tier zeigt darin Ähnlichkeit mit dem Menschen, daß die treibende Kraft häufig nicht nur der Wunsch nach einem ma­teriellen Lohn, sondern auch die Begierde nach Bei­fall und eine gewisse künstlerische Eitelkeit ist. Man kann solche natürliche Schauspielerei in jedem Zoolo­gischen Garten beobachten und aus ihr auch das Wesen derMimen" studieren. Im Bärenzwinger hat fast jeder der zottigen Bewohner fernen beson­deren Trick. Der eine steht auf den Hinterfüßen und schwenkt vielleicht eine Vordertatze rhythmisch wie zum Gruß, ein anderer breitet sitzend die vor­

deren Gliedmaßen weit aus, als wollte er die Welt umarmen; ein dritter tritt von einem Hinterbein auf das andere und wiegt sich so stark hin und her, daß man meint, er müsse jeden Augenblick umfallen. Diese Vorführungen erfolgen nur vor einem ver­ehrten Publikum. Keinem der Bären würde es ein­fallen, so etwas zu tun, wenn er sich nicht beob­achtet weiß, und wenn die Zuschauer nicht mit irgendwelchen eßbaren Spenden antworten, dann nimmt die Vorstellung ein jähes Ende, und der Künstler ermangelt nicht, seiner Verachtung vor der unverständigen Masse deutlich Ausdruck zu verleihen. Vor einigen Jahren, so erzählt der englische Zoologe Boulenger, zeigte ein Eisbär eine große Geschick­lichkeit im Zerstören von Regenschirmen. Ein Zu­schauer mochte ihm wohl einen Leckerbissen mit seinem Schirm zugeschoben haben, und der Bär hatte den Schirm aus Zufall zertreten. Seitdem fand er ein wahrhaft teuflisches Vergnügen in der Ver­nichtung dieser nützlichen Gegenstände und führte eine ganze Komödie auf, indem er absichtlich etwas Eßbares so weit schob, daß er es scheinbar nicht er­reichen konnte, um dadurch den Schirm einesbarm­herzigen Samariters" in Reichweite für seine Zer­störungswut zu bekommen.

Die Leistungen dressierter Seelöwen erscheinen dem Laien häufig als etwas Unnatürliches, liegen aber völlig in Dem Bereich ihres angeborenen Könnens, denn der Seelöwe ist in Freiheit ein hervorragender Jongleur, dem die außerordentliche Biegsamkeit seines Halses gestattet, den einmal er­beuteten Fisch noch öfters in die Luft zu werfen und ihn dann so aufzufangen, daß er ihn am besten verschlucken kann. Wenn die Seelöwen des Zoo guter Laune sind, dann improvisieren sie mit irgendwelchen in das Wasser geworfenen Gegen­ständen, wie Stöcken, Apfelsinen usw., ein Schnau- zen-Ballspiel, indem sie das betreffende Ding ein­ander immer wieder zuschnellen und es mit un­glaublicher Geschicklichkeit auffangen. Der Dresseur braucht also nur die Naturgabe dieser Tiere aus­zunützen. Zweifellos wird man den sog. Menschen­affen die stärkste schauspielerische Begabung inner­halb der Tierwelt zusprechen müssen, denn ihr Nachahmungstalent ist außerordentlich. Wenn die Schimpansen im Zoo in durchaus menschlicher Form eine Mahlzeit einnehmen, so braucht ihnen das nicht erst beigebracht zu werden, denn sie haben ihre Wärter so oft essen sehen, daß sie ganz von selbst auf ähnliche Haltungen und Hand­griffe kommen. Boulenger erzählt, daß er einen jungen Schimpansen, der geradewegs aus dem Kongo-Urwald kam, mit zu sich genommen habe, damit er an einer Gesellschaft teilnehme. Obwohl das Tier vollkommen ungeübt war, benahm es sich doch bei Tisch ganz gesittet, trank aus einem Glas und benutzte Mester und Gabel, wie es dies

bei den anderen Gästen beobachtete. Als aber zum Nachtisch eine Schale mit Kirschen, der Lieblings­frucht des Schimpansen, auf dem Tisch erschien, kam unter der zivilisierten Oberfläche sein ur­sprüngliches Wesen zum Ausbruch, und laut schrei» end vor Freude versenkte der kleine Affe seine Hände tief in die Schale. Als darüber die anderen Gäste in ein lautes Gelächter ausbrachen, ließ er seine Beute hastig wieder fahren und versteckte in schrecklichster Verlegenheit sein Gesicht. Der Schim­panse zeigt unter allen Tieren die größte Schwäche für den Beifall der Menge. Der berühmteCon- sul", der vor Jahren eine Sehenswürdigkeit war, wohnte einmal in Paris einer Zirkusvorstellung bei und bewies besonderes Interesse an dem Trick eines beliebten Clowns, durch den dieser allgemei­nen Beifall und Gelächter hervorrief. Am Abend erfreute Consul das Publikum des Varietes, indem er auftrat, durch einige derselben Scherze, die er an dem Clown gesehen hatte. Schauspieler, die großen Wert auf die Haltung des Publikums legen, sind auch die Papageien, die sich durch Bei­fall zu immer neuen Sprechkünsten 'anfeuern lassen.

Sochschulnachrichten.

In München starb im 74. Lebensjahre Ge­heimrat Professor Dr. jur. Dr. rer. pol. h. c. Rein­hard von Frank, der seit 1914 an der Münchner Universität über Sttafprozeßrecht und Völkerrecht las. Namentlich sein Kommentar zum Strafgesetz­buch hat ihm den Ruf eines der bekanntesten Straf­rechtslehrer Deutschlands verschafft. Reinhard von Frank, am 16. August 1860 in Reddighauserham- mer (Hessen-Nassau) geboren, wirkte von 1890 bis 1900 als Professor an der Hessischen Landesunioer- fität Gießen, siedelte 1900 nach Halle über, ging 1902 nach Tübingen und 1914 nach München, wo er vor zwei Jahren seine Lehrtätigkeit nieder­legte. Außer dem bereits genannten Strafgesetz­buch-Kommentar nennen wir folgende Arbeiten von Professor von Frank:Die Wolffsche Strafrechts­philosophie";Naturrecht, geschichtliches Recht und soziales Recht";Freiheitsstrafe, Deportation und Unschädlichmachung";Studien zum Polizeistraf­recht".

Zu ordentlichen Mitgliedern der Physikalisch- mathematischen Klasse der Preußischen Aka­demie der Wissen sch aften in Berlin sind gewählt und vom Preußischen Staatsministe­rium bestätigt worden der ordentliche Professor und Direktor des Pathologischen Instituts an Der Uni- versität Berlin, Dr. Robert R ö ß l e, und der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biologie in Berlin-Dahlem und Honorarprofessor für Zoo­logie an der Universität Berlin, Dr. Max Hart­mann.