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deutschen Cmtgrcmten, ble Immer fühlbarer werde, ihre Aufmerksamkeit schenken würden. Die Schweiz dürfe nicht zum Schauplatz von Kundgebungen weder für, noch gegen das nationalsozialistifche Deutschland werden. Die Züricher Zwischenfälle haben gezeigt, wie gefährlich es fei, wenn die Behörden die deutschen Emigranten Unruhe und Unfrieden im Lande verbreiten lassen. Die von den sozialistischen Behörden der Schweiz geschützten Emigranten, welcher Nationalität sie auch sein mögen, dürften das ihnen gewährte Asylrecht nicht weiter zur Vergiftung der schweizerischen Beziehungen zu den Nachbarstaaten mißbrauchen.
Konferenz der Landeskirchenführer.
Berlin, 20. Noo. (DNB.) Eine Konferenz der evangelischen Landeskirchenführer findet Freitag, den 23. November, am Sitz der Reichskirchenregierung in Berlin statt. U. a. wird dabei der Fragenbereich erörtert werden, der sich mit der Bildung eines g e i st l i ch e n Ministeriums befaßt. Die Taaung des Kir- chenfenats der A l t p r e u ß i sch e n Union ist nunmehr endgültig auf Samstag, den 24. Nov., festgesetzt.
Braunschweigischer Landesbischof.
Berlin, 20. Nov. (DNB.) Wie kirchenamtlich mitgeteilt wird, hat der braunschweigische Landes- kirchentag den von seinem Präsidenten Staatsrat Bertram verlesenen Antrag der Kirchen- regierung, den bisherigen kommissari- schen Kirchenführer Dr. Johnsen zum Landesbischof zu wählen, einstimmig a n - genommen. Da die kirchliche Lage es erfordere, daß der Landesbischof wichtige Entscheidungen treffen könne, ohne vorher die Stellungnahme des Landeskirchentages einholen zu müssen, über- trug der Landeskirchentag auf Antrag des Landgerichtsdirektors Gerhard mit sofortiger Wirkung widerruflich seine Befugnisse auf den Landesbischof. — Nach der Wahl richtete Staatsrat Bertram eine kurze Ansprache an den Neugewählten. Landesbifchof Johnsen verpflichtete fick, sein bischöfliches Amt nach den lutherischen Grundsätzen zu führen, wie sie in Artikel 28 der Augsburgischen Konfession niedergelegt seien.
In der Sitzung der Kirchenregierung wurde die Ernennung des Kirchenrats Röpke zum G e i st - lichen Oberkirckenrat beschlossen. Oberkirchenrat Röpke wird sein Pfarramt in Beddin auch weiterhin beibehalten.
Kleine politische Nachrichten.
Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg weilt bekanntlich seit einigen Wochen in Dresden in einem Sanatorium zur Kur. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hit- l e r stattete ihm am Mittwoch von München kommend im Sanatorium einen Besuch ab.
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Bundeskanzler Dr. Schuschnigg ist am Mittwochnachmittag auf dem Flugfeld in Aspern eingetroffen. Außenminister Freiherr von Ber- ger-Waldenegg ist in Mailand geblieben, um dort einen Vortrag zu halten.
An der ungarisch-tschechoslowakischen Grenze wurde ein20jahriger Landstreicher ver- haftet, der im Verdacht steht, am 26. Mai d. I. iden polnischen Innenminister Pieracki in Warschau ermordet zu haben. Der Mann gab an, nur Augenzeuge des Mordes gewesen ^u sein, mit dem Mord selber aber nichts zu tun zu haben. Demgegenüber stellte die Gendarmerie ssest, daß der Landstreicher unmittelbar nach der Er- unordung Pierackis die Grenze überschritten hatte.
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Dem französischen Ministerrat legte Staatsmini- sster Herriot die Vorschläge des Ministerausschusses loor, der mit dem Schutze der französischen lArbeitnehmer betraut war. Die Vorschläge ssehen eine Zusammenlegung der Arbeitsnachweise sfür ausländische Arbeiter und Verringerung der । ausländischen Arbeitskräfte vor. Die Frage der ^Saisonarbeiter wird später geregelt werden. Lie- sferfirmen für öffentliche Arbeiten sind verpflichtet, nur französische Arbeitnehmer zu beschäftigen. -(Die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer betrug 11932 1500 000 und ist 1934 auf 914 000 gesunken. Demgegenüber gibt es zur Zeit noch 366 000 Ar- lbeitslosenunterstützungsempfänger.) Der Minister- irat hat diese Vorschläge gebilligt.
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Die Finanzkrise des Kantons Genf unter dem ^sozialdemokratischen Regime Nicole hat sich so iweit verschärft, daß der Staat sich gezwungen sieht, !die Bezahlung der Gehälter für das Lehrpersonal zu verschieben. Vertreter ver Sozialdemokratischen Partei Genfs sind i n Bern oor ft eilig geworden, haben aber von den Bundesbehörden keine Finanzhilfe erlangen können.
Griechenland will in Abständen insgesamt 25 0 Militärflugzeuge bestellen. Weiter wurde beschlossen, eine Anleihe von 200 Millionen Drachmen aufzunehmen und mehrere Flug- Häfen zu bauen, die dem internationalen Verkehr Kienen sollen. *
Nach einer Aussprache des japanischen Innenministers G o t o mit dem Vertreter der S e j u k a i - Partei glaubt man, daß die Partei Sejukai gemeinsam mit der Minseito-Partei beabsichtige, ein Mißtrauensvotum gegen das Kabinett O k a d a zu beantragen. Der Ministerpräsident
wird den Pcrktelen Vorschlägen, wögen der gegenwärtigen außenpolitischen Verhandlungen das Parlament bis Mitte Januar zu vertagen. Sollten die Parteien diesen Vorschlag nicht anneh- men, so würde Ministerpräsident Okaka dem Kaiser das Dekret zur Auflösung desParlaments unterbreiten. Neuwahlen würden erst im n ä ch - st en Jahre stattfinden. Die Regierung werde sich m der Zwischenzeit mit der Reorganisation der Verfassung beschäftigen.
Der Auswärtige Ausschuß der franzöösischen Kammer hat sich für die Annahme eines Gesetzesvorschlages ausgesprochen, in dem erklärt wird, daß Louis Barthou sich um das Vaterland wohlverdient gemacht habe. Ferner befürwortet der Ausschuß die Schaffung einer Univer- fitätsftiftung, die den Namen „Alexander I. - S t i f t u n g" tragen soll.
Kunst und Wissenschaft.
Professor Dr. Franz Ludwig Hörth f.
Professor Dr. Franz Ludwig Hörth, Oberspielleiter der Berliner Staatsoper und Lehrer an der Hochschule für Musik, ist gestorben. Als Sohn eines Schriftleiters am 14. November 1883 in Frankfurt a. M. geboren, studierte er Musik, wurde
Aus all
Feierlicher Einzug der Prinzessin Marina in London.
Dichtester Nebel hüllte die Straßen Londons ein, als die Prinzessin Marina von Griechenland am Mittwoch ihren Einzug in die Hauptstadt ihres neuen Heimatlandes hielt. Der König und die Königin von England hatten sich selbst auf den Bahnhof begeben, um ihre neue Schwiegertochter zu begrüßen. In Begleitung der Prinzessin befanden fick Ihre Eltern, Prinz und P r i n z e s - fin Nikolaus von Griechenland, ihr Verlobter, der Herzog von Kent sowie ihre beiden Schwestern, Prinzessin Paula und Gräfin Toer - ring. Nach herzlicher Begrüßung begaben sich die Fürstlichkeiten durch die von einer festlich gestimmten Menge umsäumten Straßen zum Buckingham-Palast.
Südslawische blinde Passagiere auf einem englischen Dampfer verhaftet.
Sieben südslawischeblinde Passagiere wurden in Vancouver (Britisch-Columbia) an Bord des britischen 4900-Tonnen-Dampfers „Langleetarn" entdeckt. Sie sollen in Algier an Bord gekommen fein. Fünf von ihnen wurden von der Polizei unter dem Verdacht, mit der Ermordung des Königs Alexander von Südflawten in Verbindung gestanden zu haben, in Haft genommen. Die beiden anderen entkamen.
Entsetzliche Bluttat in Litauen. — vier Menschen getötet.
Im litauischen Kreise Utcna verübte ein gewisser Iucys eine furchtbare Bluttat. Wegen eines alten Familienzwistes geriet er mit feinen Angehörigen in einen Streit, in dessen Verlauf er seinen Bruder, dessen Frau und feine Schwester, die bei ihrem Bruder zu Besuch weilte, ermordete. Noch im Blutrausch rannte er zu seinem Schwager, dem Ehemann der ermordeten Schwester und tötete auch diesen. Dann ergriff der Massenmörder die Flucht. Er konnte bisher noch nicht festgenommen werden.
von der eigenen Frau und der eigenen Tochter erschlagen.
In Steiermark ist ein furchtbarer Mord verübt worden. Der Besitzer Johann Bracke aus St. Anton war seit einigen Tagen auf unerklärliche Art verschwunden; alles Suchen nach ihm war vergebens. Ein sechsjähriger Knabe fand nun in einer Talmulde zwischen den Feldern eine Leiche, die furchtbare Verletzungen aufwies und als die des vermißten Besitzers Bracke erkannt wurde. Die Untersuchung ergab, daß Bracke, der mit feiner Frau seit langem in Zwietracht gelebt hatte, von dieser mit Hilfe der 15jährigen Tochter des Ehepaares während der Nacht erschlagen und dann von beiden aufs Feld hinausgezerrt worden war, die auf solche Weise einen Unfall oder Raudüber- fall vortäuschen wollten. Frau und Tochter haben, unter der Last des Beweismaterials zusammenge- brachen, den Gatten- und Vatermord eingestanden; sie wurden dem Gericht eingeliefert.
Mord aus Habsucht.
Am Bußtag wurde in der Nähe des Bahnhofes Wittensdorf bei Chemnitz ein Mann tot aufge» fanden, der offenbar einem Mord zum Opfer gefallen war. Die Sonderkommission, die sofort am Tatort erschien, stellte in dem Toten den Heilpraktiker Oskar Heidevogel aus Chemnitz fest. Der Mörder konnte bald festgestellt werden; Es ist der 34jährige Heilpraktiker Kurt Erich Röhler, der Heidevogel getötet hat, um sich dessen besser bezahlte Stellung zu verschaffen. Er lauerte Heidevogel auf und gab auf ihn zwei Schüsse ab, von denen einer den' Ueberfallenen sofort tötete.
Fünf Arbeiter in einer Sandgrube verschüttet.
In einer belgischen Sandgrube bei Bethanes (in der Nähe von Verviers) ereignete sich ein schweres U n g l ü ck. In der Grube waren fünf Arbeiter beschäftigt, als plötzlich gewaltige Sandmengen herabstürzten, die die Arbeiter unter sich be- gruben. Die sofort in Angriff genommenen Ber-
Schauspleker, Kapellmeister, Dramaturg, Schauspiel- und Opernregisseur. 1913 war er Oberregisseur an der Metropolitan Opera in Neuyork. In Berlin war er zunächst Oberspielleiter der Staatsoper und wurde später zum Direktor der Staatsoper ernannt. Hörth hat sich auch dem Rundfunk zugewandt und vornehmlich Einfluß auf die künstlerische Entwicklung der Sendeoper gehabt.
Joachim Ringelnah f.
Der bekannte deutsche Dichter, Kabarettist und Maler Joachim R i n g e l n a tz ist im Alter von 51 Jahren geftorben. Seine Einäscherung hat in Berlin in aller Stille stattgefunden. Ringelnatz, dessen eigentlicher Name Hans Bötticher war, hatte testamentarisch festgesetzt, daß sein Tod erst nach seiner Einäscherung bekanntgegeben werden dürfe. — Ringelnatz hat von jeher — unbeschadet eines stattlichen Kreises von Verehrern — für einen Sonderlina gegolten und eine Sonderstellung in der deutschen Literatur eingenommen. Von seinen Bü- chern sind vor allem die um ihrer höchst merkwürdigen Einfälle und skurrilen Ideen bemerkenswerten Gedichtsbände „Kuttel Daddeldu", „Turngedichte" und „Allerdings" zu nennen. Auch hat er, nicht ohne Erfolg ein Stück geschrieben, „Die Flasche", und in dem Buche „Als Mariner im Krieg" seine persönlichen Erlebnisse und Erinnerungen aus der Zeit vor zwanzig Jahren ausgezeichnet.
er Wett.
gunsarbeiten hatten keinen Erfolg. Die fünf Arbeiter gelten als verloren.
Eine der größten französischen Uhrenfabriken eingeäschert.
In Rouen wurde eine der größten Uhrenfabriken Frankreichs, die fast 400 Arbeiter beschäftigt, durch Großfeuer zerstört. Der Sachschaden beläuft sich auf 2 000 000 Franks.
Acht Monate Gefängnis für Kindesmihhandlung.
Ein Einwohner von Bad Kreuznach hatte sich wegen schwerer Mißhandlung seines neunjährigen Sttefsohnes vor dem Koblenzer Gericht zu verantworten. Bereits vor aeraumer Zeit war der Angeklagte wegen des gleichen Delikts zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Zeugenaussagen ergaben, daß der unmenschliche Stiefvater nach Verbüßung seiner Strafe sich ohne jede Ver- anlaffuna zu neuen Mißhandlungen seines Stiefsohnes hatte hinreißen lassen. Er bedrohte den Jungen mit Halsabschneiden, wenn er andern Leuten etwas von den „Züchtigungen" mitteilen würde. Die Mißhandlungen mit Lederriemen, Besenstiel und Schüreisen waren aber derart, daß das Kind andern Leuten sein Leid klagte. Das Gericht verurteilte den entmenschten Stiefvater zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten.
Der europäische Automobilexport.
Nach einer aus englischer Quelle stammenden Aufstellung hat Großbritannien in den ersten sechs Monaten des Jahres 1934 insgesamt 47 866 Kraftwagen exportiert. Der französische Export betrug demgegenüber nur 12 955 Wagen, während Deutschland mit einer Ausfuhr von 6924 Wagen an dritter Stelle steht. Es folgt dann noch Italien mit einem Export von 4253 Wagen. Ganz anders gestaltet sich das Bild jedoch, wenn man nur den Automobilexport nach europäischen Ländern ins Auge faßt. Denn die englische Ausfuhr richtet sich vorwiegend nach Asien, Australien und Neuseeland sowie nach Afrika. Nach europäischen Ländern hat England im ersten Halbjahr 1934 nur 12303, also nicht viel mehr als ein Viertel feines Gesamtexports geliefert. Deutschland steht hier an zweiter Stelle, denn es hat nicht weniger als 6320 Kraftwagen nach europäischen Ländern ausgeführt, während der deutsche Export von Automobilen nach anderen Erdteilen nur sehr gering ist. Frankreichs Ausfuhr nach europäischen Ländern betrug nur 6254 Wagen. Es ist also auf den europäischen Märkten von Deutschland überholt worden. Dafür hat Frankreich allerdings 5843 Kraftwagen nach Afrika, also in der Hauptsache wohl nach seinen afrikanischen Kolonien exportiert. Italiens Ausfuhr nach europäischen Ländern betrug 3450 Kraftwagen, während weitere 388 italienische Wagen nach Afrika und 364 nach Asien geliefert wurden.
Lesewut — ein Scheidungsgründ in England.
Vor drei Jahren hatte er sie tennengelernt. Die hübsche junge Dame saß auf einer Bank im Hyde- Park und las einen Roman von Zola. Der Londoner Musikprofessor John Mawyer nahm auf der gleichen Bank Platz und bewunderte die hübsche eifrige Leserin, die sich nicht im geringsten in ihrer Lektüre stören ließ. Es war für den geistreichen und gewandten Professor nicht schwer, seine Nachbarin, als sie gerade ein Kapitel beendet hatte, in ein Gespräch zu vertiefen, das sich natürlich auf die Literatur bezog und worin sich der Musikprofessor als ein oielbelesener Mensch in das beste Licht zu stellen wußte. Die junge Daisy fand Gefallen an dem Mann, der wie das interessanteste Buch zu unterhalten verstand und nicht lange dauerte es, da war sie seine Frau. Es zeigte sich schon in den Flitterwochen, daß Daisy von einer f a ft krankhaftenLesewutbefallen war. Man konnte ihr zwar nicht vorwerfen, daß sie die Wirtschaft vernachlässigte, aber täglich besuchte sie die Leihbibliothek und versah sich dort mit neuen Büchern. Was dem Musikprofessor besonders schmerzlich war, sie hatte gar kein Verständnis für Musik, vielleicht, weil die sie nur vom Lesen abhielt. Der Gatte, der sich ganz überflüssig vorkam und es auch
war, wenn seine Frau mit Lesen beschäftigt mar, wurde immer reizbarer und schließlich sah auch Frau Daisy ein, daß sie ihre Lektüre wenigstens so lange unterbrechen müßte, bis sie von ihrem Mann vom Gericht geschieden war. „Hätte ich sie bloß damals im Hyde-Park nicht beim Lesen gestört!" klagte sich der unglückliche Ehemann vor Gericht selbst an.
Buntes Allerlei.
Der singende Seehund.
4, -bem Flugplatz Le Bourget bei Paris ist kürzlich aus Amsterdam ein seltsamer Gast in der französischen Hauptstadt eingetroffen. Er ist auf oem Erdboden ziemlich unbeholfen und doch von äußerster Gewandtheit, wenn er seine Jongleur- kunste zeigt; auch ist er der Sprache nicht mächtig, wohl aber mit einer Gescmgesstimme begabt. In. ber Pariser Musikhalle wird er mit seiner Meisterin^ einer jungen Chinesin namens Fu-lio-San einem Monat lang allabendlich Konzerte geben, sein Narno^ prangt schon an allen Anschlagsäulen. Acua, derl „Singende Seehund", die große Sensation des, Programms! ist da zu lesen, und sicher wird del^ Andrang der Zuschauer zu der Konzertkasse nicht aenng sein. Jedenfalls hatten sich zu Acuas Begrüß ßung auf dem Flugplatz schon einige Reporter eingefunden, die sogleich ein kleines Interview mit den Ankömmlingen veranstalteten. Wenn es ihnen auch nicht gelang, Acua zu einer Probe seiner Gesangs-' kunst zu bewegen, sondern nur zu einem kräftigen weithinschallenden Niesen zu reizen, so waren sis doch von feiner Liebenswürdigkeit sehr begeistert.^ Mehr Glück in der Unterhaltung hatte der tierJ Imitator Dorville, der seit Jahren mit leinen Dar^ bietungen den größten Beifall findet, wenn er beit Ruf ber Seehunbe im Zoo nach einer Fischmahte Zeit nachahmt. Er verstanb sich sofort mit Acua, unb nachbem er in Seehundsprache bem Ankömmling bie Bitte vorgetragen hatte, boch ein paar Takts vorzusingen, ließ Acua wirklich eine halbe Ton» leiter erklingen. Ein Musikreferent, ber sich ebenfalls zu biesem Interview eingefunden hatten äußerte zwar bescheiden die Meinung, daß Acu« wohl besser jongliere als finge, aber vielleicht mar* ber Seehund nur durch die Luftreise ein wenig in« disponiert, denn fein eigentliches Element ist ja bas Wasser. Wenn er in seinem Bassin erst wieder einmal tüchtig getaucht, geschwommen unb gebadet hat, wird er sicher auch auf dem Gesangspodium wieder in großer Form fein!
Keilers verlorene Schuhe.
Gottfried Kellers Schwester war eine außer« ordentlich gewissenhgste und sparsame Wirtschafterin. Als sie eines Tages zwei Paar Schuhe ihres Bruders vermißte, sagte sie, daß die offenbar gestohlen wären. Auf den Rat ihres Bruders machte sie der benachbarten Polizei eine Anzeige. Am folgenden Tage brachte ein Polizist ein Päckchen mitt olgenbem Polizeibericht:
„Polizist Ha. sah gestern, nachts 1 Uhr, Herrn Alt-Staatsschreiber Keller in nicht ganz einroanb- freier Haltung nach Hause zurückkehren, bemerkte, wie berselbige Herr Alt-Staatsschreiber Keller sich auf die Treppe hinsetzte oder sich von höherer Ge-' walt hinsetzen ließ, hierauf die Schuhe auszog unb dieselben eigenhändig auf die Straße hinauswarft offenbar in dem Glauben, der Herr Alt-Staats- schreiber befinde sich in seinem Schlafzimmer. Wil? übermitteln Ihnen hiermit das zierliche Paar Schüh- lein, indem wir annehmen, es möchten die beredten zwei Paar bei ähnlichem Anlasse von dem Herrn Staatsschreiber verworfen und von weniger ehrsamen Händen aufgehoben worden fein.
Das Polizeibüro Zürich.*
Vettervoraussage.
Die Wirbeltätigkeit über Nord- und Osteuropa hat sich erheblich verstärkt, so daß von Norden her auch in Deutschland sich mildere Luftmassen südwärts ausbreiten. Unser Gebiet bleibt an der Grenze unter Hochdruckeinfluß, so daß im Norden unb Osten geringfügig Regen auftreten wird, im Westen und Süden im wesentlichen aber der seitherige Witterungscharakter erhalten bleibt. Die Nacht zum Donnerstag brachte vornehmlich Süddeutschland wieder stärkere Froste, so daß sich die Temperaturen teilweise zwischen minus 5 bis 8 Grad bewegten.
Aussichten für Freitag: Besonders nach Norden und Osten zu neblig und meist bewölktes Wetter mit Neigung zu geringfügigem Regen, etwas milder, in West- und Süddeutschland, abgesehen von Nebelbildung, vielfach heiter und Nachtfrostgefahr, schwache Luftbewegung.
Aussichten für Samstag: Wieder überwiegend Hochdruckeinfluß, aber nicht durchweg trocken, vor allem tagsüber wieder etwas kälter.
Lufttemperaturen am 21. November: mittags 0,8 Grad Celsius, abends 0 Grad; am 22. November: morgens 1,1 Grad. Maximum 1,2 Grad, Minimum — 2,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. November: abends 1,8 Grad; am 22. November: morgens 1,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1,1 Stunden.
Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei
R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkausspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.
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im runden Aegypferformat — mit Stickereien


