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Ur. 247 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Montag, 22. Oktober 193$

OerTagderaüenSA-KämpferinLaubach

0 Laubach, 20. Oft. In das Dasein des Dörf­chens Wetterfeld hinein klingen Kampflieder. Zu Fuß, in Radfahr-Gruppen und mit Lastwagen treffen die alten Kämpfer der SA. - Stan­darte 116 ein, um von hier aus den Marsch nach Laubach anzutreten. Sturmbannführer Bender-Hungen, einer von den ganz alten SA. erwartet an der Straßenkreuzung die ein­zelnen Trupps. Standartenführer 116 Lutter, der mit dem Standartenadjutanten, Obersturmbann­führer Münker, eingetroffen ist, wird freudig begrüßt. Die SA.-Männer formieren sich nach ihren Sturmbannen. 24 Sturmfahnen, geführt vom Ban­ner der Standarte, setzen sich an die Spitze des Zuges. Dann meldet Sturmbannführer Bender )em Standartenführer Lutter 625 alte Kämpfer der Standarte 116 zur Stelle, Marschmusik setzt ein, die Wetterfelder grüßen noch einmal die braunen Kolonnen, dann folgt

der Marsch nach Laubach.

Die Laubacher haben ihren Gästen eine Ehren­pforte aus Tannengrün errichtet. An derTraube" rwarten Bürgermeister H ö g y , kommissarischer Ortsgruppenführer Henze und eine Abordnung 'je Ankommenden. Als die Marschkolonnen die Stabt erreicht haben, dröhnen Böllerschüsse zur Begrüßung. Durch die flaggengeschmückten Straßen, undherum um den Kern der Innenstadt, mar- chiert die alte Garde, voran ihr Standartenführer. Aarschweisen erklingen, die engen Straßen hallen Biber von den Tritten ber Kolonnen. An ben Bür-

ber SA. bie Aufgabe zu, bie Macht zu erhalten, ben anberen Gliederungen der Partei am Aufbau zu helfen. Die Gliederungen der Partei können ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn die SA. sie dabei unter­stützt.

Darum mögen die wenigen Stunden in Laubach eine Erholung und Stärkung zu weiterem Kampf sein!

Standartenführer Lutter dankt für die freundlichen Worte der Begrüßung und sagt, daß die SA. sich dankbar erweisen, aber auch zeigen wird, daß in ihr der alte SA.-Geist noch lebt. Von diesem Geist beseelt, wird sie die Stunden nützen, damit sie gern daran zurückdenken wird.

Zm Quartier.

Dann folgt der Abmarsch in die Verpflegungs­stätten, die in den drei größten Gasthäusern, dem Solmser Hof", demSchützenhaus" und der Traube", eingerichtet sind. Hier gibt es zunächst ein kräftiges Eintopfgericht und die Quartierscheine. Die Fahnen werden in das Schloß gebracht, wo auch der inzwischen eingetroffene Brigadeführer 147 Schmidt (Bad-Nauheim), Pg. Klo st ermann und Standartenführer Lutter mit seinem Stab Gast der gräflichen Familie waren. Die Straßen sind belebt von braunen Kämpfern, die ihre Quartiere aufsuchen. Zn den Standuartieren entwickelt sich reges Leben, alte Bekannte finden sich wieder, Erin­nerungen werden ausgetauscht. Kurz nach 21 Uhr rücken die Kolonnen singend zum Schloß.

Die ältesten Kämpfer der SA. des Standorts Gießen. In der Mitte stehend der Standanen- adjutant Obersturmbannführer Münker. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

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Die Fahnengruppe mit Standartenführer Lutter voran an der Spitze der Marschkolonne am Samstag auf dem Marsch von Wetterfeld nach Laubach. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

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Standarte 116 sind zum erstenmal nach der Macht­übernahme ihres Führers hierher gekommen, um Rückschau zu halten und dem Volke zu zeigen, daß die alte SA. noch da ist. Sie kommt hierher, um ben alten SA.-Geist zu beweisen. SA.-Geist ist geboren aus dem Frontgeist. Die 1914 auszogen, hatten es leichtep gehabt; denn das Volk war von Begeisterung erfüllt. Der Kampf der SA. war schwer, denn sie wurde verhöhnt, verspottet und geschlagen. Durch Zähigkeit, eisernen Willen, Selbst­losigkeit, ja durch Blutopfer gelang ihr der Kampf 3um Wohle, aber oft gegen den Willen des in falschen Ideen verstrickten Volkes. Zähigkeit, Mut, Ausdauer haben es zuwege gebracht, daß die SA. hier steht. Selbstlos und bescheiden sind die braven Braunhemden zur Seite getreten, als der Kampf erfolgreich beendet war. Selbstlos und treu hat ber SA.-Mann seinen Dienst weiter getan; benn SA.- Mann zu sein ist Dank genug.

Der SA.-Mann ist aus bem Kampf nicht mehr fortzubenken. Die SA. hat in ber Geschichte ihren Eingang gefunben, inbem sie bas Dritte Reich er­oberte. Wir müssen es jetzt befestigen. Wir wissen als Fronsolbaten, daß es schwerer ist, eine Stellung Zu halten, als sie zu nehmen. Wir haben ber alten Armee voraus, baß wir aus eigener Kraft hier stehen.

SA.-Mann zu fein verpflichtet. Er ist ber Jbeen- träaer der Bewegung. Durch sein Tun und Lassen muß er beweisen, daß er Nationalsozialist ist. Es ist geredet worden, daß die SA. überflüssig ist und aufgelöst werben soll. Wir sinb und bleiben!

brochen hat, sehen frohe Gesichter erwartungsvoll auf ihn. Mühelos kann er seine Ankündigung vor­bringen. Tischweise holen die Braunhemden ihre Ehrenzeichen ab. Der Betrieb erfährt keine Unter­brechung. Hier kommt der Staf nicht so schnell fort, denn ihn umringen seins Kameraden. Das ist die Kameradschaft des bescheidenen, ehrlichen und treuen Nationalsozialisten. Mitternacht ist längst überschritten.

Oer Sonntag in Laubach.

Am Sonntagvormittag fand F e st g 0 11 e s d i e n st statt. In feierlichem Zug marschierten die Fahnen- aborbnungen in die Kirche ein und nahmen um Altar und Kanzel herum Aufstellung. Der Geist­liche legte seiner Predigt das Evangelium vom Hauptmann von Kapernaum zugrunde und führte folgende Gedanken aus: Das Ziel der SA., das einst dem Kampf gegen Bolschewismus und Unter­menschentum galt, ist heute die Formung des neuen deutschen Menschen. Auch die Kirche will an diesem Ziele mitarbeiten. Nur aus dem Boden von Sitt­lichkeit und Christentum, nur aus dem rechten Glauben heraus kann das neue Deutschland ge­baut werden, und diesen Glauben, der vom Wun­derglauben zum Gehorsam und Heilsglauben führt, können wir aus der Geschichte des Hauptmanns von Kapernaum lernen. Wie dieser zum fröhlichen evangelischen Heilsglauben gelangt ist, so sollen auch wir ihn erlangen und weiter tragen. Aus bem Geiste heraus, aus Christentum und National-

Msteigen stehen die Volksgenossen, grüßen das 5 ldzeichen der Standarte, die Banner der Frei- hiill, da und dort werden Blumen geworfen oder V-wunberungsrufe über den prächtigen Schellen- bmm werden laut.

Am Marktplatz

ürüerhalb des Schlosses nimmt der Musikzug der («andarte 116 unter Musikzugführer Herrmann ISifftellung mit der Front zum offenen Platz. Musik uii) Fahnengruppe bilden Spalier für die anmar- fttcerenben Kameraben.

Ortsgruppenleiter Henze

Ti tütet an bie alten Kämpfer ber SA. namens ber $0». und der NS.-Frontkämpfer herzliche Begrü- ßmigsworte. Er dankt ihnen dafür, daß sie ihren Ltpf hingehalten, sich vor die Redner als die Ver­lader der Idee des Führers gestellt und damit erst imögüd)t haben, daß die Idee überhaupt ver- »1 jniitet werden konnte. Sie haben den Ausbruch der Million unterstützt, den Durchbruch des neuen Rei­chs herbeigeführt. Nach der Machtübernahme sind iw e Kämpfer still zur Seite getreten.

Der Standartenführer und die Standarte haben iw es Treffen ermöglicht, damit sich die Kameraden ttiirber einmal in bie Kampfgesichter schauen können. Mei aber soll auch derjenigen nicht vergessen wer- in, die nicht mehr hier sein können, die einem hö­hlen Rufe gefolgt sind.

Dieses Treffen erfreut, ermahnt und hilft dem -npfer für die Zukunft, die nicht leicht sein wird, ii ee um den Aufbau des Reiches geht. Dabei fällt

3m Gchwßvorhof

hat sich schon eine große Menschenmenge einge­funden, die sich dieses schöne und seltene Schauspiel nicht entgehen lassen will. Die Menge säumt die linke Seite der Auffahrt. An der Schloßwand stehen der Spielmannszug der Standarte und der Musik­zug des Sturmbannes I Lollar unter Leitung von Musikzugleiter Köhler, die rechte Seite nehmen die Gäste Laubachs, die alten Kämpfer ein. Unter Musikklängen werden die Fahnen aus dem Schloß herausgetragen und schließen das Viereck durch ihren Aufmarsch mit der Front zum Schloß. Der Spielmannszug und der Mufikzug kürzen bie Zeit, bis zu ber ber Musikzug ber Stanbarte von einer anberen Verpflichtung zurückkehrt.

Brigabeführer 147 Schmibt (Bab-Nauheim) erscheint, dem Standartenführer Lutter den Zapfenstreich mit 625 alten SA.-Kameraden meldet.

Der große Zapfenstreich

beginnt. Fackeln brennen, Helles rotes Licht läßt die alten Bäume im Schloßvorhof erstrahlen und schafft ein reizvoll idyllisches Bild, dessen Eindruck die getragenen Klänge der den Zapfenstreich ein­leitenden OperDas goldene Kreuz" von Brüll noch verstärken. Es ist ein schöner Eindruck, ber ben alten SA.-Männern stets in Erinnerung blei­ben wirb. Jetzt tritt

Standartenführer Lutter

in ben matten Lichtschein vor bem Felbzeichen ber Standarte und sagt u. a.: Die alten Kämpfer ber

Rückmarsch vom Kirchgang am Sonntagvormittag in Laubach. (Aufnahme; Photo-Pfaff.)

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Beim Großen Zapfenstreich am Samstagabend im Schloßhof zu Laubach. Von links nach rechts: Standartenführer Lutter, Brigadeführer Schmidt, Brigade-Stabsführer Eick, Flieger-Untergruppenführer Graf Georg Friedrich zu Solms-Laubach, Stan­dartenadjutant Obersturmbannführer Münker. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg hat der Führer gesagt:Die SA. gehörtzu mir und ich zur SA." Diesen Glauben soll uns keiner aus dem Herzen reißen.

Wir wollen bescheiden und treu weiterarbeiten. Fahnen und Standarten hoch! Unser oberster SA.- Führer Adolf Hitler! Sieg-Heil!

Der Ruf findet starken Widerhall, das Horst- Wessel-Lied klingt auf und Böllerschüsse unter­streichen die Feier ber Stunbe.

Dann setzt bas kurze Locken ber Trommler unb Pfeifer ein, ber Zapfenstreich klingt ab.

Während im Schloßgarten bunte Leuchtkugeln und Goldregen sprühende Raketen die Nacht zer­reißen, rücken die SA.-Männer zu den

Kameradschastsabenden

ab. ImSchützenhaus" sagt der Standartenführer den SA.-Männern, daß er ihnen zur Erinnerung an den heutigen Tag eine Plakette mitgebracht habe. Der Standartenadjutant, der sie den Kame­raden überreicht, wird stürmisch umzingelt. Fast unbemerkt geht ber Standartenführer weiter.

ImSolmser Hof" ruft einer aus Leibeskräften, aber mit stolzer Freude seinAchtung!" in den Saal und dem Standartenführer schallt ein ebenso freudiger, wie lauter Gruß entgegen. Der Musik­zug hat das Spiel abgebrochen, die Sturmbann­führer sind sofort zur Stelle. Obwohl die Ankunft des Standartenführers bie Unterhaltung unter;

sozialismus wollen wir das neue Deutschland bauen in dem Geiste Christi, der nicht nur ein Held, der auch ein Sieger war über Welt unb Sünde.

Im Anschluß an den Gottesdienst marschierte die SA. zum neuen Kriegerdenkmal, wo Stan­dartenführer Lutter einen Kranz niederlegte mit bem Gelöbnis, im Geiste der Toten des Weltkrieges und des Befreiungskampfes der Bewegung, denen dies Ehrenmal gewidmet ist, weiter zu kämpfen. Nach einem Spiel des Musikzuges weihte der Stan­dartenführer die jüngste Fahne der Standarte, die des Sturms 20, und übergab sie dem Kornett.

Von 13 bis 14 Uhr spielte eine Musikkapelle auf dem Marktplatz Militärmärsche. Während der Nach­mittagsstunden fand auf dem Schießplatz em Preisschießen statt, bis die auswärtigen SA.» Abteilungen nacheinander die Stadt wieder ver­ließen, für die dieser festliche Tag ein besonderes Erlebnis bedeutete.

Oie Heimkehr nach Gießen.

Am gestrigen Sonntagabend kehrte die alte SA.- Garde von Gießen hierher zurück. Mit Autos kamen die alten Kämpfer von Laubach her bis zum Schützenhaus, wo sie von mehreren Stürmen er­wartet wurden

Unter Vorantritt des Musikzugs ber Stanbarte 116, ber zu beiben Seiten von Fackelträgern be­gleitet würbe, ging ber Marsch unter bem Kom-