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Nr. 94 Drittes Blatt

Glrhener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverheßen)

Montag. 23. April 1934

Frankfurt ehrt die alte Garde

Adolf Treser

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die

stellt.

Lustschuh tut not!

zuerhalten', Störungen auf möglichst, kurze Zeit zu Aenderung entschloß

beschränken und damit für Ordnung und Sicherheit | Vom Hessischen Kulturbauamt wurden Plane aus

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gearbeitet, die eine Faulgrube mit mehreren Ab-

zu sorgen. Diese Maßnahmen können nicht von

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Mtsel um eine Hundemarke.

In der englischen Hafenstadt Grimsby brüten Be- amte des englischen Ministeriums für Landwirtschaft und Fischerei über einem bisher ungelösten Rätsel. Kürzlich kam dort eine Kabeljau-Sendung von den Faröer-Jnseln an. Einer der Kabeljaus hatte eine kleine Hundemarke im Magen. Rach Nummer und Aufschrift konnte sie als die Marke eines Hundes festqestellt werden, der einem Arzt in dem englischen Orte South Shields gehörte. Die Marke ist vor län. gerer Zeit abhanden gekommen. Wie gelangte sie in Magen des Fisches? Die Frage wäre verhältnis­mäßig leicht zu beantworten, wenn man folgern könnte, daß die Marke in den Fluß-Mündungslauf fiel, an dem South Shields gelegen ist, daß sie dort von einem Kabeljau verschluckt wurde, und daß die­ser Kabeljau dann nach den Faröer-Jnseln auswan­derte. Eine solche Schlußfolgerung ist aber nicht möglich, weil unstreitbar feststeht, daß der Nordsee- Kabeljau niemals die Faröer-Jnseln aufsucht, und daß der Kabeljau von den Faröer-Jnseln niemals in die Nordsee gelangt. Der Hund und sein Herr haben seit dem Kriegsende englischen Boden nicht verlassen. Das Rätsel der Hundemarke scheint zu den uner­gründlichen Geheimnissen der Meerestiefe zu gehören.

Anläßlich der Wiederkehr des Tages der Partei­gründung am 24. Februar 1934 fand ein I r e ff e n der alten Garde mit der Mitgliedsnummer bis zu 100 000 des Gaues Hessen-Nassau statt. Bei diesem Treffen waren als alte Garde des Führers von den beiden Ortsgruppen Gießen-Ost und - Mitte

Adam L oh 65 643

Wilhelm Wenderoth 71143

Heinrich Klös 84 164

Franz Soldan 90 127

U8 tkM imrenr Dertmmienhnr mir den Weghrreirem d<» Dritten Reiches ÄMwcht die altehrwürdige Koifer- uud NrSmMKsftaM FesEutt «to Marn aus Anlaß der

Heffen-Nasscm MftckSeäeskklott.

AraakftM a. M., den 24. Febnrar 1934-

selbst nie vom Blitz getroffen. Noch heute sagt man in Südtirol:Der Adler und der Feigenbaum können vom Blitz nicht versehrt werden". Der Adler ist beliebtes Symbol des Herrschers. Man denke nur an den Adlerkult Napoleons, der seinem Sohne den BeinamenAiglon" (Adler) gab. Von dem Landgrafen in Thüringen hieß es:Der Durmge herre ist milte uz kindes jugent, ob ime ein adelar ze alen ziten ist mit hohen vlügen er gewesen." Natürlich ist auch der Adler ein Orakeltier; er gilt als Glücksbringer. _______________E- W-

An dem am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr in Gießen im Cafe Leib, Walltorstraße, stattfin- denden Amtsleiter-Appell des Amtes für Volks­wohlfahrt haben die Bürgermeister des Kreises Gießen teilzunehmen.

Heil Hitler!

Gez.: Klöß, Kreisamtsleiter.

NS.-Aerztebund Kreis Gießen.

Hiermit fordere ich die Parteigenossen und Mit- «lieber des NS.-Aerztebundes des Kreises Gießen auf, an der Veranstaltung der NS.-Dolkswohlfahrt am Donnerstag, 26. April, um 19 Uhr, im Eafe Leib teilzunehmen.

Heil Hitler!

Gez.: Dr. Vetzb erg er, Kreisabteilungsleiter für Volksgesundheit.

ASLB. Arbeitsgemeinschaft für Turnen und Wehrsport.

Die Uebungsstunden der Arbeitsgemeinschaft be­ginnen am Dienstag, 24. April, um 17.30 Uhr auf dem Universitätssportplatz.

Der Kreisarbeitsleiter: gez. Mohr.

Verbesserung in der Kreisabdeckerei bei Garbenteich.

Am Samstagoormittag fand eine Besichtigung der gegenwärtig im Gange befindlichen Arbeiten zur Verbesserung der Abwässeroerhältnisse der Kreis­abdeckerei bei Garbenteich statt. An der Besichtigung nahmen Kreisdirektor Klo st ermann, Oberregie, rungsrat Dr. S ch ö n h a l s, Regierungsrat Grein und verschiedene Herren des Kreisausschusses teil.

Die Beseitigung der Abwässer in der Kreis- abdeckerei war bisher ein Schmerzenskind, das schon mehrfach zu Klagen Anlaß gab. Die Abwässer wur- , den durch eine Senkgrube in einen Vorflutgraben geleitet. Diese Art der Abwässerbeseitigung erschien nicht mehr annehmbar, so daß man sich zu einer

Opfer eines Kompetenzstreites.

Nicht immer ist ein lachender Dritter da, wenn zwei sich streiten. Daß es auch umgekehrt sein kann, erfuhr zu seinem Unheil ein Chinese, der vor der internationalen Siedlung von Schanghai von einem Autobus überfahren wurde. Der Wagen gehörte einer englischen Gesellschaft und wurde von einem Chinesen gesteuert. Es ist strittig, wer auf den Straßen außerhalb der internationalen Nieder- lassunq polizeiliche Befugnisse auszuüben hat. Bis vor kurzem kam die Polizei der Niederlassung in Frage Neuerdings aber erhebt die chinesische Poli- zei Anspruch auf die Polizeigewalt. In dem er- wähnten Falle war die Niederlassungspolizei zu- erst zur Stelle und versuchte den Verunglückten unter dem Autobus-Rad hervorzuziehen. Dann aber kam die chinesische Polizei und siel ihr in den Arm Nach ihrer Ansicht mußte der Vorfall mit dem Opfer zunächst photographisch ausgenommen wer- den. Darüber verging eine halbe Stunde. Die chinesische Polizei behauptet, der Verunglückte fei sofort tot gewesen, während Zeugen versichern, er habe noch eine Viertelstunde nach dem Unglück ein Stöhnen vernehmen lassen. Zweifelsfrei ist jeden­falls, daß man ihn schließlich tot unter dem Auto­bus hervorholte.

2Rom mi Umbruch i

Don unserem römischen E.-Korrespondenten. 1

Rom, Ende April. '

Es läßt sich ungefähr ausrechnen, wie viele Ku- ; bikmeter Erdreich umgesetzt werden mußten, um den achten Hügel Roms abzustechen: denn noch steht die Säule, deren Höhe angeblich dem früheren ; Gelände entspricht, die rund 30 Meter hohe Tra- janssäule, um die sich das erste Filmband windet. Unmäßig umfangreich war also dieser Hügel, ein Ausläufer des Quirinals, nicht. Ein neuer achter Hügel ist übrigens ohne bauliche Absicht entstanden, der Teftaccio, der sich, allmählich aus den Scherben der Tonkrüge bildete, die am inneren Tiberhafen zu Bruch gingen. Heute stehen auf seinem Gipfel die schönsten Klöster, vor allem aber das Malteser­priorat, durch dessen Schlüsselloch man nur zu schauen braucht, um im kleinsten Rahmen die größte Kuppel der Welt zu erblicken, die Peters- kuppel. Sie wächst aus einem Hügel auf, der bis »um heutigen Tag als Steinbruch benutzt wird. Der gelbe Sandstein, der dort gebrochen wird, gab einem guten Teil von Rom Farbe und Charakter.

Ein andererSteinbruch" schien jahrhundertelang unerschöpflich: das Kolosseum. Aus seinen Quadern wurde u a. der klotzige Palazzo Venezia erriet, in dem Mussolini regiert. Aus dem Kolosseum stammt der herrliche rötliche Stern daneben lieferte es Unmassen von Travertin und Marmor. Und trotz dieses Raubbaus ist es heute noch - kolossal.

Der römische Boden war also schon immer in Beweauna in Aufbruch und Umbruch, seit Must S ber wird darin herumgebuddelt daß die Stadt manchmal aussieht wie eine Goldwascherei ober ein im Abbau befindliches Diamantenfeld. Und der Vergleich ist berechtigter als man im all­gemeinen denkt, denn jede Schaufel Erde muh auf Schätze und Kostbarkeiten durchsucht: werden, und tensto^lrift^ins'^Mar ^Alterttuns. ^jede^ Sopb Wendung des Greifbaggers ist em Vuerschnittdurch verschüttete Kulturen. Klopfenden H-rzens >chauen die Archäologen zu, nie wird ihre Erwartung ent täuscht. Wenn man sich vor Augen halt wie viele Generationen schon das riesige Gräberfeld durch wühlt haben, um zu verwerten, was ,eweils ner, wertbar schien; wenn man bedenkt, daß der -v eior entweder wie Unkraut verfolgt oder zu Kalk gebrannt wurde; wenn man weiß, daß die Zer ftörunq derheidnischen" Bildwerke ein gottgefalli ges Werk schien und von der Kirche befohlen wurde

Paul Schneider beteiligt. Jedem dieser alten Mitstreiter des Führers wurde von der Stadt Frankfurt a. M. eine Ehren­urkunde, unterzeichnet von dem Frankfurter Kreisleiter und Oberbürgermeister Dr. Krebs, ausgefertigt, die am Geburtstag des Führers am vorigen Freitag den alten Kämpen überreicht wurde. Unser Bild zeigt diese Ehrenurkunde, die eine wohl­verdiente Anerkennung für treue Gefolgschaft dar-

Aufgabe des zivilen Luftschutzes ist es, durch organisatorische und technische Maßnahmen bei Luft­angriffen auf das Heimatgebiet deren Wirkung so weit wie möglich herabzufetzen, das Leben des Einzelnen sowie der Gesamtheit zu schützen, Hilfe zu leisten, die lebenswichtigen Betriebe aufrecht-

dann muß es immer wieder aufs neue verwun- ! derlich erscheinen, wenn noch immer etwas da ist. Ich grabe im Garten, um einen Baum zu setzen, ; und ein Tonlämpchen fällt mir in die Hand. An i der Dochtmündung ist es schwarz gebrannt, es hat also lange Dienste getan. Auf dem Boden lieft man den Namen des Töpfers. Wir bauen eine Garage und decken drei Gräber auf. Das Haus steht auf Katakomben, die zehn Meter tief find. Man braucht keinen Eisschrank, man läßt einfach Butter und Wein in die Tiefe hinunter und hantelt sie bei Be­darf gutgekühlt wieder herauf. Was wollen Sie, unter'den Straßen Roms schlafen vielleicht acht, vielleicht zehn Millionen Menschen in Katakomben- qürteln, deren Länge man auf 900 Kilometer schätzt. Neunhundert Kilometer, Stockwerk über Stockwerk! Erdarbeit, Umsetzen von Schichten, Umbruch das war seit Urzeiten Stadtsitte in Rom. Mussolini setzt nur eine Tradition fort, und so entsteht das Rom Mussolinis, wie das Rom des Augustus ent­stand. Das Rom der Päpste nicht zu vergessen.

Dabei bewegen wir uns noch immer auf der ersten, schon den Alten bekannten Stufe der Um­gestaltung, die gekennzeichnet ist durch Errichtung ( von Monumentalbauten im Innern der Stakt und j der üblichen Ausdehnung an der Peripherie. Der größere Eingriff steht noch aus: die Einführung von Untergrundbahnen. Sie erst werden den Stadt­charakter, der heute noch derselbe ist wie vor zwei-; tausend Jahren, wesentlich umgestalten. Was da­bei durch die Ausschachtungen alles ans Licht kommen wird, läßt sich nur ahnen.

Vorerst sind nach dem Muster des Quirinal- tunnels die Durchbohrung des Kapitols, des Giani- colo und des Pincio geplant. Es ist also wahr­scheinlich, daß wir nicht bloß eine unterirdische, sondern eineHoch- und Untergrundbahn" wie Berlin bekommen werden. Den Romantikern der alten Schule läuft bei dem bloßen Gedanken eine Gänsehaut auf, die Archäologen hören es mit einem heiteren und einem nassen Auge. Auf lange Zeit hinaus braucht jedenfalls Mussolini um Geburts­tagsgeschenke nicht verlegen zu sein.

! Alle Jahre am Geburtstag der Stadt Rom, am 21. April, legt er nämlich seinen guten Quinten ein paar nette Sachen auf den Tisch: den frei-

gelegten tarpejischen Fels zum Beispiel, einen Venustempel, die befreite Engelsburg, em neues > Konzerthaus oder den alten Cirkus maximus, das Marcellustheater, in dessen Trödelläden Goethe

! einkaufte, ein Forum und dergleichen. Geraten uns : im Garten nur Mosaiksplitter, kaiserliche Kupfer- 1 münzen oder Oellämpchen in die Finger, die großen 1 Bagger fördern dagegen mächtige Granitsaulen,

Trümmer von Architraven, menschliche Glieder aus Marmor von einer Größe an den Tag, die an jenen Koloß erinnern, durch dessen gespreizte Beine die Schiffe fahren konnten. Mussolini läßt die Säulen aufrichten, die Trümmer zusammensetzen und auf einmal ist Rom um einen Tempel reicher. Da kommen die Reisehandbücher natürlich nicht mit. Jeden Tag ändert sich das Bild.

Heuer bekamen die Römer folgendes: Den größ­ten Tunnel Europas, der Florenz direkt mit Bologna verbindet, so daß man feit dem 22. April in 16 Stunden nach München fahren kann. Dann in den pontinischen Gefilden eine neue Stadt, Sabaudia, einen Naturpark dazu, den der Circe, und ein neues Seebad. Gegenüber der Wohnung Mussolinis lag eine seit Kriegsausbruch vereinsamte Villa mit einem über drei Hektar großen Park, in dem die schönsten Blumen Roms gediehen den Park, bestimmte Mussolini, kriegt das Volk. Am 21. April also wurde er freigegeben. Aber es läßt sich nicht alles aufzählen. Am wichtigsten für unser Thema ist die für den gleichen Tag vor­gesehene Freilegung der Engelsburg.

1 Die Engelsburg, das Wahrzeichen des Tibers, hat eine Geschichte, die für ein ganzes Land aus­reichen würde. Zuerst war sie das Mausoleum Hadrians, auf dessen Spitze er selber als Sonnen­gott stand, die Zügel einer Quadriga in der Faust. Bis auf Septimius Severus wurden dann alle römischen Kaiser hier beigesetzt. Auf die Kaiser folgten die Päpste, sie machten eine Festung dar­aus, man kann jetzt den geheimen Gang, der sie mit dem Vatikan verbindet, wieder besser sehen. Die Engelsburg war die Richtstätte des Mittel­alters, man hat das Henkerschwert gesunden, mit dem Beatrice Cenci enthauptet wurde. Deutsche Landsknechte lagerten hier, auf der Engelsbrücke empfingen die deutschen Heerführer den Ritter­schlag. Der letzte Akt derTosca" spielt auf den Zinnen der Burg, die schließlich ein Zeughaus wurde.

In ihrer vollen Wucht werden wir sie jetzt erst wieder sehen und empfinden, der ganze Hutten- und Mauerkram ringsherum ist gefallen. Einige Zypressen geben die malerischen Tupfen, im übri­gen liegt sie wieder sperrend und herrschend am schicksalsschweren Strom. Damit hat der Umbruch nach der Leostadt hinübergegriffep und man spricht bereits von der Niederlegung des ganzen Borgo, der engen, nichts weniger als schönen und hygieni- , schen Gassen, die Engelsburg und Petersdom von , einander trennen.

Aus der provmzialhauptstadt.

August Schwan t

Gestern ist nach kurzem Krankenlager der in wei­ten Kreisen in Stadt und Land bekannte Rentner August Schwan verstorben. Der Heimgegangene hat sich auf verschiedenen Gebieten des öffentlichen Lebens in eifriger und uneigennütziger Weife zum Wohle der Allgemeinheit betätigt. Viele Jahre lang gehörte er der städtischen Pferdemarktdeputation an, als deren Mitglied er sich um den Ausbau der Gießener Pferdemärkte und um die Durchführung der mit den Märkten verbundenen Prämiierungen besondere Verdienste erwarb Die Geflügelzucht hatte in ihm als eifrigen Vorsitzenden und zuletzt Ehrenvorsitzenden des Gießener Geflügelzuchtvereins einen warmherzigen Förderer, der auch bei der Herrichtung von Ausstellungen feine reichen fach- lichen Erfahrungen hingebungsvoll in den Dienst der Sache stellte Ebenso hatte die Hundezucht in ihm einen unermüdlich wirkenden Freund und Be­rater, der sich auch stets mit aller Liede für die hohen Aufgaben des Tierschutzes einsetzte. Die sach­kundige und vorbildliche ehrenamtliche Mitarbeit auf diesen Gebieten, wie auch seine ausgezeichneten Charaktereigenschaften und seine persönnche Liebens­würdigkeit brachten ihm die Wertschätzung breiter Bevölkerungsschichten in Stadt und Land. Das An­denken an den Verewigten wird allezeit in Stadt und Land in Ehren fortbestehen.

Oie Vögel im Volksglauben

Alle Vögel sind schon da!" Aber wir wollen sie uns nicht alle vornehmen; das würde am Ende eine sehr trockene zoologische Angelegenheit werden. Greisen wir uns ein paar heraus. Drei Vögel sind bei uns vor allen anderen als Frühlingsboten be- kannl: die Wachtel, der Kuckuck und der Specht. Wenn die Spechte zu lachen beginnen, naht auch der Frühling bald; lassen sie sich aber schon im März hören, bann deutet das auf ein kaltes Früh­jahr. Anders beim Kuckuck.Wenn die Kuckucks im März viel schreien, kann man sich auf nahen Früh­ling freuen. Wenn der Kuckuck nach Johannis singt, einen nassen Herbst er bringt." Und weiter wohl als logische Folgerung:Wenn der Kuckuck nach Johannis schreit, prophezeit er teure Zeit" Beim ersten Kuckucksruf muß man das Geld in der Tasche umschütteln, damit es mehr werde. Der Kuckuck gibt ferner die Zahl der Jahre an, die man noch am Leben bleibt, oder die man noch ledig ver­bringt, wenn man ihn zum erstenmal rufen hört: Kuckuck, Kuckuck, gahre, zähl mir meine Jahre, zähl sie auf der Messerfpitz, so lang als ich noch ledig sitz". Das Dableiben der Wachtel im Winter deutet auf Fruchtbarkeit des kommenden Jahres und am Pfingstsonntag vor Sonnenaufgang ver­kündet sie dem' Bauern den Brotpreis, denn soviel Schläge sie hören läßt, soviel soll das Malter Korn kosten. Der Rabe zeigt dem Landmann an, wie lang er seine Furchen ziehen soll. So lange, heißt es im alten deutschen Recht,soll geackert werden, als ein Rabe auf einem Rad (Galgen) eine Nuß essen möge".

Alle zum Geschlecht der Eulen gehörigen Vögel galten bei den alten Deutschen als Schicksalsvögel. Ein gefangener Germane weissagte dem Herodes Agrippa, als er mutlos und traurig im Festanzuge und mit Ketten an Hand und Fuß im Burghof des Kaisers Tiberius zu Herculanum stand und ein Uhu sich auf den Baum setzte, an dem Herodes lehnte:Der du hier in der Nähe des Schicksals­vogels stehst, sei getrost, bald wirst du befreit wer­den und zu den höchsten Ehren gelangen; aber merke wohl auf, wenn du diesen Vogel wiedersiebst, wirst du binnen fünf Tagen sterben." Das Ge­schrei des Käuzchens soll den Tod eines Verwandten oder guten Freundes anzeigen.

Es mag auch noch der Adler erwähnt werden, der als König der Vögel, als Göttertier, schon große Bedeutung in der Antike besaß. Er ist der Waffenträger des Donnergottes, trägt das Flam­menbündel des Blitzes in feinen Klauen, wird aber

heute auf morgen vorbereitet werden, sie erfordern Zeit und Geld.

Unermüdlich und uneigennützig sind die Lehr­kräfte des Reichsluftschutzbundes tätig, um den im Luftschutz wirkenden aktiven Teil der Bevölkerung, den Hilfs- und Sicherheitsdienst, zu schulen und für seine Aufgaben vorzubereiten, und um den passiven Teil der Bevöskerung durch theoretische und prak­tische Vorschläge über die zu ergreifenden Schutz­maßnahmen aufzuklären.

Die öffentliche Hand kann durch die allenthalben angespannte Finanzlage die Bestrebungen des Reichsluftschutzbundes mit Geldmitteln nicht nen­nenswert unterstützen. Der Reichsluftschutzbund ist in erster Linie auf seine Mitgliedsbeitrage ange- wiesen. Deshalb sollte jeder Mitglied des Reichsluft- schutzbundes sein. Die Arbeit des Reichsluftschutz, bunbes kommt nur dir und deiner Familie zugute!

Aufnahmen in den Reichsluftschutzbund werden jederzeit durch die Ortsgruppe Gießen, ©artenftr. 2, getätigt. Jahresbeitrag RM. 1.. Anmeldungen können auch bei den Polizeibezirken erfolgen.

Kreisleitung der NSOAP S-etzen.

Amt für volkswohlfahrl.

Am Donnerstag, 26 Avril, um 19 Uhr findet in Gießen im Cafe Leib, Walltorstraße, ein

Amtsleiler-Appell des Amtes für Volkswohlfahrt

Es sprechen überBevölkerungspolitische Maß- nahmen" der Leiter des Aufklärungsamtes für Be- völkerungspolitik und Rassenpflege Pg. Dr. K r a n z (Gießen) und der Leiter des Gesundheitswesens im Amt für Volkswohlfahrt Pg. Dr. Hofmann (Gießen).

An diesem Appell haben alle Ortsgruppen-, Zellen- und Stützpunktamtsleiter des Kreises Gie­ßen teilzunehmen.

Heil Hitler!

Gez.: Kl ö ß, Kreisamtsleiter.