Nr. 45 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Donnerstag, 22 Februar 1934
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Die feierliche Aufbahrung des Belgier - Königs.
König Alberti, auf dem Totenbett im Brüsseler Residenzschloß.
Oer Witte zum Aufstieg.
Merkwürdige Lebenswege bekannter und erfolgreicher Männer.
Es ist nicht nur interessant, sondern vor allen Dingen lehrreich, sich einmal den Le- bensaufstieg einiger sehr bekannter Männer näher anzusehen, um sich zu veranschaulichen, daß sie sich selber aus eigener Kraft — und lehr oft aus den dürftigsten Verhältnissen heraus zu der Höhe bringen mußten, auf der wir sie bewundern.
Vom Gtallburschen zum Zirkuskönig.
Der deutsche Zirkuskönig S a r r a s a n i verließ Mt fünfzig Pfennig in der Tasche als sechzehnjähri- iier Knabe das Elternhaus. Drei Tage lang ernährte it sich mit diesen fünfzig Pfennigen und ließ sich kann vor Hunger und Ermattung völlig apathisch imf einem Heuboden nieder. „Aus diesem Verloren^ s in", so erzählt er von seinem Lebensweg, „wurde ich durch das lustige Schmettern naher Ttompeten- tiufiE aufgerüttelt. Ich ging dem Klange nach und sh das kleine Nundzelt eines winzigen Wander- j rtus dicht vor der Stadt stehen. Ich blieb mehrere stunden vor dem Zirkus stehen, und als es Nacht t urde, alles, was in dem kleinen Zirkus lebte und erbettele, in den zwei Wohnungen verschwand, Mich ich mich durch einen Lainwandspalt in das lieine Zelt des Zirkus. Der warme Hauch von Tier- liibern schlug mir wohlig entgegen. Ich bemerkte im teefen Schwarz des Stalles vier Pferde, in einem jüäfig zwei kleine Affen, einen alten Leoparden und cngepflockt einen bejahrten Grislybären. Die Tiere k"ihmen von mir nur sehr vorsichtig Notiz, die hin- x-lagerten Pferde hoben die Köpfe, der Bär bummte leise vor sich hin, und nur ein alter gutmütiger Pudel kläffte mich an, wurde aber sofort ruhig, als ihm eine Brotkrume gab, die ich in meiner Tasche oorfand. Dieser Pudel wurde auch so- :irt mein Freund, und als ich mich in das Stroh > s Stalles hinwarf, legte sich der Pudel neben mich bild blieb bei mir liegen. Am nächsten Morgen fand man mich im Stall, ich wurde vor den Direktor ge= führt, ich erzählte ihm meine Lage und bat ihn bei )=efer Gelegenheit um eine Anstellung. Nach kurzer M usterung meiner Persönlichkeit, die ihm nicht viel Stertraucn zu erwecken schien, erklärte er sich bereit, nid) in seinem Unternehmen anzustellen."
■ 5o begann er als Stallbursche — mit einem Monatsgehalt bei freier Beköstigung von zehn Mark. Lm diesem Geld brachte er die Hälfte auf die cParkasse. Sie bildete den Grundstock für das An- cngskapital zu einem späteren eigenen großen Zir- IlÄunternehmen. Von seinem weiteren Aufstieg er- chlt Sarrasani: „In meiner knappen Mußezeit ver- ii)te ich meinem Freunde, dem Pudel, einige Kunst- t icke beizubringen. Das Tier zeigte sich sehr ge- cyrig. Und als Weihnachten nahte, konnte ich im fljofjen Weihnachtsgalaprogramm als Clown im sdstgeschneiderten Kostüm dem Publikum, und somit (r.id) dem Direktor, diesen Pudel als Meisterwerk der !»erdressur vorführen. Ich hatte dem Pudel bei- gchracht, nach der schönen Melodie „Im Grünewald ist Holzauktion" auf den Vorderbeinen Polka zu lenzen. Der Direktor wurde davon so erfreut, daß kk mir am ersten Weihnachtstage eine Zulage von je ei Mark bewilligte und mich vom Stallburschen ii n Bereiter und Clown avancieren ließ."
Als Sarrasani dann später schon ein auskömm- licyes Gehalt bezog, verzichtete er auf die Annehm- licykeiten des Lebens, die sich seine Mitarbeiter gönn- l|u. Während sie Karten spielten oder schliefen, echte er sich neue Clownkostüme und dressierte die r^re, die er sich von seinen Ersparnissen gekauft jette. Nur durch diesen eisernen Fleiß konnte er piter fein wohlbekanntes Unternehmen erschaffen. „(Sie wollen nach Amerika?"
Mit welchen Mitteln und mit welcher Kraft man in aus dem Heer der Durchschnittsmenschen empor- iniingen muß, zeigt der erstaunliche Aufstieg des berentenden Engländers Frank Harris, eines der )entschfreundlichsten Engländer, die je gelebt haben.
Mit dem Geldbetrag' eines Schulpreises fuhr er iirzehnjährig von Liverpool nach Amerika. Der scyiffsarzt rief beim Anblick des jungen Burschen cfler Entsetzen aus: „Wie kann man solche Kinder j:1? Sie allein nach Amerika gehen lassen?" Aber 'hon nach einer Stunde hatte ihn Frank Harris durch [fine Deklamation von englischen Dichtungen zum ijiBunb gewonnen. Ja, er* wurde Mittelpunkt der
Reisegesellschaft, rezitiertevor den Passagieren der ersten Klasse im Schiffssalon und erhielt als Dank dafür eine beachtliche Summe Geldes, die man unter den Zuhörern gesammelt hatte. Ein reicher Herr bemühte sich auch, diesen merkwürdigen Schulknaben zu adoptieren, aber Frank Harris war froh, gerade seinem tyrannischen Vater entronnen zu sein, und wollte von einem neuen Vater nichts wissen.
Er verdiente sich als Schuhputzer seinen ersten Lohn in Amerika, war im Kontor eines Hotels, wurde Cowboy und trieb mit drei Begleitern Rinderherden durch die Prärie nach den großen Städten im Osten Amerikas und verteidigte sich gegen die Angriffe der Indianer. Mit erspartem Gelde studierte er bann in Amerika und später in Deutschland und wurde berühmter Verleger und Schriftsteller. Wodurch sein Aufstieg möglich war, zeigen am besten seine Worte: „Ich beschloß, meinen Willen durch Uebung zu trainieren, wie man einen Muskel trainiert, und an jedem Tag unterwarf ich mich einer neuen Probe. Da ich Kartoffeln gern aß, beschloß ich, sie eine Woche lang nicht anzurühren, ober schwor für einen Monat ben Kaffee ab, ben ich liebte, unb hielt meinen Entschluß burch. Ich beschloß, mich von meiner Vernunft unb nicht von meinen Begierben leiten zu lassen."
Deshalb konnte er mit einem so streng geschulten Willen in seinem späteren Leben, als ihn ber Besitzer einer englischen Zeitung fragte: „Glauben Sie, baß Sie bie Zeitung so weit bringen können, baß sie sich selbst finanziert?" zuversichtlich sagen: „Meine Empfehlungen beziehen sich nicht auf biefe Arbeit. Ich habe nicht den leisesten Schimmer, wie man einer Tageszeitung zum Erfolg verhilft. Ich habe absolut keine Erfahrungen auf diesem Gebiet. Aber ich habe immer alles durchgesetzt, was ich in die Hand nahm. Wenn man mir die Möglichkeit gibt, lasse ich ein Pferd das Derby gewinnen oder eine Zeitung sich selbst finanzieren", was er bann vortrefflich bewiesen hat.
pupin verletzt seine Lthr.
Ein anberer, ber sich aus eigener Kraft in bie Reihe ber großen Männer ber Welt gestellt hat, ist Michael P u p i n, ber es vom Hirten zum Ersin- ber brachte, unb burch bie Pupinisierung ber Fernsprechleitung bem sprechenben Kupferbraht, ber ursprünglich nur eine geringe Reichweite besaß, den ganzen Erdball erschloß.
Als Schuljunge las er in einer illustrierten Zeitung ein Inserat der Hamburg-Amerika-Linie, in dem die Ueberfahrt nach Amerika in der Zwischendeckklasse für achtundzwanzig Gulden angeboten wurde. Er verkaufte seine Kleider, behielt nur den Anzug, den er auf dem Leibe hatte, versetzte auch die Ühr und reifte nach Hamburg, um dort im Jahre 1874 nach Amerika zu fahren. Aber er hatte fein Geld mehr, um sich eine Matratze und Decke für die Zwischendeckskoje zu leihen. So blieb ihm nichts weiter übrig, als die Nächte auf dem Deck zu verbringen und sich an den warmen Schornstein zu lehnen, um sich vor ber Kälte zu schützen. „Trotzbem war ich tagsüber ganz tapfer", so erzählt er von biefer Reise, „nachts jedoch, wenn ich allein am Schornstein stanb, unb burch bie heulenbe Finsternis bie weißen Kämme ber berghohen Wellen wie rasenbe Drachen auf bas rollenbe Schiff heranstürzen sah, sank mir bas Herz. Nur mein blinber Glaube an Gott unb bie Zuversicht, baß er meiner Mutter Gebete erhören werbe, befähigten mich, meine Furcht zu bezwingen unb ben Schrecknissen ber zornigen See tapfer ftanbzuhatten".
Nach einer vierzehntägigen Fahrt war Amerika erreicht, aber was sollte nun werben? Er mußte ben Einwanderungsbeamten gestehen, baß er keine Verwanbten in Amerika besaß unb nur fünf Cent in ber Tasche hatte. Die Untersuchungsbeamten schüttelten ben Kopf. Er aber ließ sich nicht einschüchtern unb sagte, baß er von biesem Lanbe nichts weiter wisse als von Franklin, Lincoln unb Harriet Beecher Stowe, beren Buch „Onkel Toms Hütte" er gelesen hatte. Das gefiel bem einen Beamten, er sagte zu ihm: „Du hast bei ber Wahl beiner amerikanischen Bekannten einen guten Geschmack bewiesen" unb sorgte bafür, baß man bei biesem Jüngling, ber kaum etwas auf bem Leibe hatte, einmal eine Ausnahme machte.
So beschritt Michael Pupin mit fünf Cent in der Tasche den amerikanischen Boden. Es ist sehr lehrreich, wgs er über diese fünf Cent sagt: „Als ich
Ser SM des Schivedenkömgs heiratet eine Berlinerin.
Erika Patzek.
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Die Schwedische Telegraphenagentur ist ermächtigt worden, mitzuteilen, daß Prinz Sigward von Schweden, der zweite Sohn des Kronprinzen, dieser Tage in London eingetroffen ist und dort Maßnahmen getroffen hat, um eine Dame deutscher Nationalität zu heiraten. Der Prinz hat diesen Schritt gegen den ausdrücklichen Willen des Königs und des Kronprinzen getan. Prinz Sig- roarb ist 1907 geboren. Die zukünftige Gattin bcs
Prinz S i g v a r b.
Prinzen ist bem Vernehmen nad) Fräulein Erika Patzek, Tochter eines Kaufmanns in Berlin. Ein Vetter bes Prinzen Sigward, ber breiunbzwanzig- jährige Prinz Lennart, hat vor zwei Jahren ebenfalls eine Bürgerliche, Fräulin Karin Niß- roanbt, geheiratet unb auf bie Rechte eines fchwe- bifchen Prinzen verzichtet. Er wohnt unter bem Namen Bernadotte auf ber Insel Mainau im Bo- benfee, ber Besitzung seiner Großmutter, einer geborenen Prinzessin von Baben.
in Castle Garben landete, hatte ich nur fünf Cent in ber Tasche. Hätte es sich um fünft)unbert Dollar statt um fünf Cent gehandelt, ber Beginn meiner Laufbahn in bem neuen, mir völlig unbekannten Lanbe wäre ber gleiche gewesen. Die Laufbahn eines jungen Einwanberers, wie ich bamals einer war, beginnt nicht, ehe er nicht alles mitgebrachte Geld ausgegeben hat. Ich befaß also fünf Cent und legte sie sofort in einem Stück Pflaumenkuchen an, der sich als Pflaumenkuchenerfatz erwies. Er enthielt statt der Pflaumen nur Kerne. Hätte ich bei meiner Ankunft fünfhundert Dollar besessen, so hätte ich zwar etwas länger dazu gebraucht, sie für allerhand Schwindel auszugeben, von dem Kampfe aber, der meiner wartete, wäre mir dadurch nichts erspart geblieben. Für einen Einwandererjungen ist es durchaus nicht nachteilig, wenn er ohne einen Pfennig Geld in der Tasche landet; für einen Jungen ohne Geld der sich auf eigene Faust selbständig machen will, ist überhaupt nichts nachteilig, wenn er nur die Ausdauer besitzt, sich gegen die Strapazen zu behaupten, die sicher auf ihn warten".
Nachdem er die erste Nacht in Amerika aus blankem Fußboden geschlafen hatte, begann seine Laufbahn als Maultiertreiber — wobei er jeden Tag ungefähr zwanzig englische Vokabeln solange lernte, bis er glaubte, daß die Maultiere sie auch wohl schon auswendig wüßten. — Er verdiente sich dann als Maler, Arbeiter, Angestellter auskömmlich sein Brot, bis er sich soweit fortgebildet hatte, daß er sich zur Aufnahmeprüfung an der Universität melden konnte.
Lind viele andere . . .
Auch Nikolaus Riggenbach, der Erfinder der Zahnradbahn, eroberte sich allein die Welt. Da ihm seine Mutter nicht das Geld zur Ausbildung als Mechaniker geben wollte und ihm schrieb: „Wenn Du Mechaniker werden willst, gut, so werde es, aber ich zahle Dir keinen Batzen Lehrgeld dazu" ging er seinem kaufmännischen Lehrherrn davon und einem Meister in die Mechanikerlehre, der ihn umsonst gegen die Verpflichtung nahm, nach der Arbeit jeden Tag die Werkstatt aufzuräumen.
Als junger Mechaniker in Paris und Karlsruhe teilte er mit zwei Freunden nicht nur einen Sonntagsanzug, womit sie abwechselnd ausgingen, sondern auch ein Zimmer. Sie strebten alle drei vorwärts und nahmen sich gemeinsam einen älteren technischen Studenten, um sich allabendlich nach der Arbeit von ihm in die Geheimnisse der Mathematik und der Physik einweihen zu lassen. Dadurch wurde es ihm ermöglicht, daß er in der Maschinenfabrik in Karlsruhe vom einfacher Mechaniker, als welcher er noch die Präzisionsarbeit für die erste in Deutschland erbaute Lokomotive machte, zum Werkführer und später sogar zum technischen Direktor der Fabrik auffteigen konnte, und daß er nach feiner Erfindung der Zahnradbahn die Internationale Gesellschaft für Bergbahnen ins Leben rufen und als ihr Direktor überall auf der Erde dem Dampfroß das Gebirge erschließen konnte.
Ebenso hat aus eigener Kraft heraus Heinrich Ehrhardt seinen Weg vom Arbeiter zum Er
finder gemacht, der als Waisenknabe seinem tyrannischen Schlossermeister davonlief, um nach langem, aber ständig ansteigendem Lebensweg zu sehen, wie seine Erfindungen, das Preß- und Ziehverfahren des Stahls und das Rohrrücklauf-Geschütz in der ganzen Welt Eingang fanden. „Die Geschichte meines Lebens zeigt", so sagt er von sich, „daß ein junger Mensch mit offenem Kopf und zähem Willen es auch unter ungünstigen Verhältnissen zu etwas bringen kann." Er bekennt: „Das Vorwärts» kommen ist wahrlich nicht leicht gemacht worden. Kämpfe und schwere Fehlschläge sind mir nicht erspart geblieben", um dann die Mahnung an die Jugend zu richten: „Auch heut noch kann ein armer Junge vorwärts kommen, wenn er mit Verstand und Energie seinem Ziele nachstrebt. Aber geschenkt wird ihm nichts werden, so wenig wie mir etwas geschenkt wurde."
Ium vierten Todestag Horst Wessels.
Vor vier Jahren, am 23. Februar 1930, erlag Horst Wessel der schweren Verletzung, die er mehrere Wochen zuvor durch einen kommunistischen Mord- anschlag erlitten hatte. — Unser Bild zeigt das Sterbezimmer des Sängers der nationalen Erhebung in dem jetzt nach ihm benannten Horst» Wessel-Krankenhaus in Berlin.
Der Zusammenschluß des Handwerks.
Gründung des Landesverbandes des Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbes für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet.
In Anwesenheit des Präsidenten der Hessischen Handwerkskammer Fritz Müller (Mainz) und des Reichsverbandes für das Sattler- und Tapeziergewerbe P. Scholz (Berlin), des Treuhänders der Fachverbände Dr. Spitz (Wiesbaden), der Syndizi der Kammer Frankfurt B o u d e r e t und Stein, wie sämtlicher Jnnungsführer im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet wurde im Meistersaal des Handwerkerhauses in Frankfurt a. M. die Gründung des Landesverbandes des Dekorateur-Sattler- und Tapeziergewerbes für das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet vollzogen.
Die Gründungsversammlung leitete Verbandsführer Peter Frölich (Darmstadt), der in seiner Eröffnungsansprache ausführte, daß — nachdem die Grenzen der Länder gefallen find —, das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe im Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebiet eine einheitliche und kraftvolle berufsständische Vertretung haben muß, die in dem neuen großen Verband ihren Ausdruck finden soll. Der Hess. Verband, der auf eine erfolgreiche 11jährige Tätigkeit zurückblicke, ist in den neuen Verband aufgegangen. Es gelte jeden Kollegen in bem großen neuen Verbandsbezirk zu erfassen, damit alle an den wirtschaftlichen kulturellen Aufgaben mitarbeiten.
Der Präsident des Reichsfachverbandes Paul Scholz (Berlin) unterstrich die Selbsthilfe des Handwerks bei dem organisatorischen Zusammen
schluß. Jeder einzelne soll sich einfügen in das Glied der Einheit seines Berufsstandes. Zur Andeutung kam das Arbeitsbeschaffungsprogramm des Neichs- fachverbandes und die Voraussetzungen für die Beteiligung an dem künftigen Erfolg dieser Zielsetzung.
Der Präsident der Hess. Handwerkskammer, Fritz Müller (Mainz), begrüßte die Gründung des neuen Verbandes. Bei der Führung sei neben der geistigen Fähigkeit auch die politische Einstellung grundlegend. In längeren Ausführungen wurden berufsständische und völkische Betrachtungen vom Standpunkt des Handwerks in überzeugender Form entwickelt.
Der Treuhänder der Fachverbände Dr. Spitz (Wiesbaden) betonte in feiner Rede, daß das Gewerbe und die Innungen den Willen zur Organisation haben. Seine Unterstützung findet die Vereinheitlichung und Erweiterung des Verbandsgebietes. Um die einheitlichen Auffassungen der beiden Kammern Darmstadt und Wiesbaden zum Aus- druck zu bringen, wurde eine Entschließung an den Führer des Reichsstandes des deutschen Handwerks Präsident Schmidt (Berlin), gerichtet.
Zur Mitgliedschaft des neuen Verbandes bekannten sich alle anwesenden Jnnungsführer aus dem Rhein-Mainifchen Wirtschaftsgebiet
Im Verlaufe der weiteren Versammlung wurde die Frgge der Zusammenlegung der Neichsfachoer- bände aufgerollt und über die Lcchn- und Preis-


