Einzelbild herunterladen

m. 22| Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

greitag, 21. September (934

w.

WS 'ilf

- -

*«

OerGießerrerNGLB.auf dem Glauberg

An-

Blick auf einen Teil der Ausgrabungsstätte.

wall wurde in dieser Zeit erneuert, lieber den

mit darum geschichteten Steinen aufgebaut war. Bei

lieber dem Wallrest aus Stein- und Bronzezeit

Umfange bedeckt von der Kulturschicht der Bronze­

zeit (etwa 2000 bis 1000 v. Ehr.) Auch der Ring-

Die Teilnehmer auf dem Besichtigungs-Rundgang.

Dr. und dem

Größe, gemessen an den gewaltigen Ausmaßen oer Befestigungswerke der Vorzeit, als recht bescheiden zu bezeichnen. Diese Reichsburg entwickelte sich wohl infolge unzulänglichen Besitzes zu einem Raubnest und wurde im 13. Jahrhundert zerstört.

Seitdem kehrte Ruhe ein auf dem Berge, bis hin zu den heutigen Tagen, wo der Forscher sich bemüht, in den steinernen Blättern der Geschichte das mannigfache Schicksal des Berges und seiner Bewohner zu ergründen.

Augen sticht, ist die Steilheit der Hänge und die Größe der Gesamtanlage, die sich, von den An­schlußwällen abgesehen, hauptsächlich auf der Platt­form des Berges befindet. Die Plattform hat eine Länge von 650 Metern und eine Breite von 80 bis 180 Metern. Die Hänge steigen in einem Win­kel von 50 Grad und mehr an. Somit war der Glauberg die geeignetste Stätte zur Anlage eines befestigten Ortes bereits in den frühesten Zeiten.

Zunächst gab Herr Dr. Richter an Hand einer Karte einen Ueberblick über die Gesamtanlage. Der Kern der ganzen Anlage ist die Plattform des Ber­ges, die zu allen Zeiten durch Wälle oder durch Mauern befestigt war. Außer diesen Wällen untr Mauern auf dem Gipfel sind aber an den Hängen noch Anschlußwälle vorhanden, deren Zweck die Sicherung des sich unmittelbar anschließenden Ge­bietes war. Besonders gut erhalten sind die An-

Unter Beteiligung von etwa 100 Mitgliedern aus der Stadt und dem Kreise Gießen veranstaltete

dem Glauberg. Die Erbauer dieses Walles sind die Kelten gewesen. Dieses Werk ist also eine keltische Fliehburg, eine Anlage ähnlich der auf dem Düns- berg. Zu diesen Befestigungsanlagen gehören auch die oben geschilderten Wälle; sie dienten hauptsäch­lich der Einbeziehung der Quellen in die Gesamtan­lage. In der Fliehburg konnten im Kriegsfälle die Bewohner weit und breit samt Vieh und beweg­licher Habe Schutz suchen.

Rach der Zeit der Kelten kam die der Römer. Funde an römischen Waffen und Terra-Sigillata- Scherben wurden aufgemacht, doch von Bauwerken irgendwelcher Art aus dieser Zeit ist bis jetzt nichts entdeckt worden. Dr. Richter nimmt deshalb an, daß der Glauberg damals nicht besiedelt war. Wahrscheinlich mußte er unter dem Druck der Römer, deren Grenzwall in fünf Kilometer Ent­fernung an dem Glauberg vorbeiführte, geräumt werden.

Ein vierter Bauabschnitt des Ringwalles kann als germanisch bezeichnet werden. Durch die Ger­manen. wurde der Wall erst teilweise zerstört, später aber erneut erhöht. Wahrscheinlich befand sich zu dieser Zeit dort ein germanischer Fürstensitz. Hier­mit- wurde zum ersten Male in seiner Geschichte der Berg als dauernder Wohnsitz benutzt, während er in der vorgeschichtlichen Zeit als Volksburg nur periodisch, und zwar nur in Zeiten der Unruhe, als Zufluchtsort diente. Im östlichen Teile des Berges sind.die Reste eines solchen Fürstensitzes gefunden worden. Genaueres hierüber bleibt den weiteren Forschungen Vorbehalten.

Als Abschluß des Ganzen erwähnen wir als fünfte Bauperiode die Anlage einer mittelalter­lichen Reichsburg der Glauburg. Jedoch ist ihre

Zuzugssperre für die Gebiete um Hamburg und Bremen.

Vom Arbeitsamt Gieß en wird uns mit» geteilt:

Auf Grund des Gesetzes zur Regelung des Ar­beitseinsatzes hat der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung durch zwei ülhorbnungen vom 30. August 1934 mit Wirkung vom 1. September 1934 für die Stadtge­meinden Hamburg, Altona, Wandsbek, Harburg- Wilhelmsburg, sowie für das bremische Staatsge­biet, für die Städte Delmenhorst, Nordenham, We- fermünbe unb bie Gemeinben Hasbergen, Hemelin­gen, Aumunb, Blumenthal, Farge, Grohn, Öfter» holz-Scharmbeck, Lintel, Ritterhube, Scharmbeck­stotel biefelbe Zuzugssperre verfügt, wie sie bereits für bie Stabtgemeinbe Groß-Berlin feit bem 18. Mai 1934 besteht

Danach bürfen Personen, bie in ben bezeichneten Stäbten unb Gemeinben am 1. September 1934 feinen Wohnort hatten, innerhalb berselben als Ar­beiter oder Angestellte nur mit vorheriger Zustim­mung des für die Arbeitsstelle zuständigen Arbeits­amts eingestellt werden. Eine Zustimmung wirb jeboch nur in befonberen Ausnahmefällen erteilt. Die Beschäftigung von Arbeitern unb Angestellten in den gesperrten Bezirken ohne die erforderliche Zustimmung wird strafrechtlich verfolgt und hat außerdem für alle Beteiligten erhebliche wirtschaft­liche Nachteile zur Folge.

Ebenso wie vor dem Zuzug nach Groß-Berlin wird auch davor gewarnt, nach Hamburg, Altona,

der N S L B. Kreis Gießen eine Besichti­gungsfahrt z u den A u s g r a b u n g s a r- beiten auf dem Glauberg. Der Mittags­zug in Richtung Gelnhausen brachte die Teilneh­mer bis Stockheim; von hier aus gelangte man in einem Marsch von etwa 30 Minuten zum Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes, das im vergange­nen Jahre eigens zu dem Zwecke, die beabsichtigten Ausgrabungsarbeiten durchzuführen, errichtet wurde. Hier wurden die Fahrtteilnehmer von Herrn ~ Richter, Denkmalpfleger von Oberhessen Leiter der gesamten Ausgrabungsarbeiten auf Glauberg, erwartet.

Was dem Auge des Beschauers schon beim marsch besonders auffällt, ist der Umstand, daß an den Hängen unb auf ber oberen Plattform bes Berges in ben letzten Jahren große Walbftücke ab­getrieben würben. Hierburch bilbete sich ein ein­drucksvolles Bilb, insofern heute von einigen Stellen aus bie gesamte Anlage ber Befestigungswerke zu überblicken ist. Was weiterhin besonbers in bie

schlußwälle in nörblicher Richtung. Sie streckten sich keilförmig etwa 400 Meter vom Gipfel bes Berges aus vor.

Die Ausgrabungsarbeiten auf bem Berg würben in folgenber Weise vorgenommen: Zunächst würbe burch bie Arbeitsbienstwilligen im vergangenen Jahre ein 1 Meter breiter Suchgraben längs über bas ganze Plateau bes Berges bis auf ben Fels- grunb ausgehoben. Daneben würben senkrecht zu bem Suchgraben Querschnitte burch ben Ringwall gelegt. Bei ber Ausführung biefer Arbeiten würbe bereits eine außerorbentliche Fülle von Funben gemacht; babei kommt es ber Ausgrabungsleitung gar nicht barauf an, wertvolle Einzelfunbe, wie gut erhaltene Gefäße, Werkzeuge, Schmuckstücke ober Urnen zu finben, fonbern für sie ist es vielmehr von Interesse, aus allen biesen Funben nachzu­weisen, von wann ab, bis zu welcher Zeit unb von welchen Menschen ber Glauberg befiebelt war. Hier­für finb oft noch so wertlos erscheinenbe Bruch­stücke von Gefäßen ober besonbers geformte Mör­telstücke von großer Bebeutung. Durch biese ersten Arbeiten ergaben sich bereits folgenbe Erkenntnisse:

Das ganze Bergplateau ist von einer starken Kulturschicht bebecft. Innerhalb biefer Schicht lassen sich eine Reihe von Einzelschichten unterscheiben, von benen jebe einer Besieblungs-, ober beim Wall einer Bauperiobe entspricht.

Die erste nachweisbare Besieblung bes Berges geht zurück bis in bie Steinzeit (etwa 5000 bis 2000

v. Ehr.). Unmittelbar auf bem Felsboben aufliegend .

fand man in ersten Schicht vielerlei Reste der dama-Resten des steinzeitlichen Walles wurde die eines ligen Kultur und auch einige Wohngruben der, bronzezeitlichen freigelegt, die sich beide auf dem Steinzeit-Menschen. Schon damals trug die Platt- Durchschnitt durch verschiedene Farbe voneinander form einen Befestigungswall, der aus Holzpflöcken unterscheiden.

den Arbeiten wurden solche Löcher, in denen die erhebt sich in einer weiteren Schicht die Befesti-

Pfosten steckten, freigelegt. ' ..... ~

. . gungsanlage aus der frühen Steinzeit. Hierbei han-

Diefe steinzeitliche Anlage ist in ihrem ganzen beit'es sich um bie stärkste Befestigungsanlage auf

Vornan von Anny von panhuys.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

23 Fortsetzung.

Nachdruck verboten!

Werner Olden hatte zugehört, nun schüttelte er den Kopf.

Vorläufig werden wir kaum dazu kommen, oder meine Frau muß mit Donata Sie allein besuchen. Ich sitze in der Arbeit bis über die Ohren. Ich ordne meine alten Kompositionen alles will mein Verleger prüfen."

Wie er die zwei Wortemein Verleger" aus­sprach! Betont breit und erfolgsicher.

Detlef Westkamp dachte:

Ob wohl jeder über Nacht berühmt gewordene Künstler so schnell seine kleine Vergangenheit ab- zustreiien vermochte, wie es Werner Olden in so meisterhafter Weise verstanden hatte.

Schon sprach Werner Olden weiter:

Meine Damen sollen lieber auch noch etwas warten, es kommt jetzt kaum auf ein paar Wochen an, und in dieser Zeit ist von ber Gärtnerei sowieso nicht viel zu sehen."

Darin bürsten Sie sich irren, Herr Olben!" widersprach er.Wenn auch keine Rosen mehr blühen unb kein junges Gemüse mehr wächst"

Der Sichere unterbrach ihn:

Ach bitte, lieber Westkamp, wollen uns bamit nicht aufhalten ehrlich geftanben, bin ich in Ihrem Fach nicht auf ber Höhe. Wozu auch? Blumen unb Gemüse unb Obst kauft man ja so billig in ben Läben."

Er erhob sich.

Ich werbe Ihnen mal einen Konzertwalzer vor­spielen. Ich bin, wie Ihnen bas Wort Walzer beweist, als Komponist nicht einseitig. Ist doch wieber ganz was anberes als eine Symphonie." Er klopfte Donata auf bie Schulter: Kleine Braut hättest gar nicht fo befdjeiben fein brauchen in der Wahl"

"In der Wahl meines neuen Pelzes. Ich weiß schon, Vater, das wirfst du mir leider etwas zu oft vor!"

Donata hatte den von ihrem Vater angefangenen Satz vollendet; sie wußte genau, der Vater hatte etwas zu sagen beabsichtigt, was ihrem Liebsten weh getan hätte. Und Detlef war schon über­empfindlich, der vertrug nicht mehr viel.

Sie warf ihrem Vater einen bittenden Blick zu, den er auch verstand.

Er meinte:

Na ja, wenn du doch das Geld dazu hast, und ich habe es auch, hättest du dir einen gediegenen Pelz kaufen können dabei bleibe ich."

Er lächelte liebenswürdig.

Meinem nächsten Konzert müssen Sie aber bei­wohnen, Verehrtester! In knapp zwei Wochen

leise, rinnende Quellen, die aus felsigem Gestein

niederplätschern, und zogen wie schmale, silbern glänzende Flüsse durch sonnenbeschienenes Wiesen-

iuiiu. zjub lang, uas uuny, unvv .....

im wiegenden Walzertakt, trillerten und flogen

Er lachte erzwungen.

Muttel, du denkst ja viel mehr als ich. Müde bin ich, sehr müde. Morgen, wenn ich ausgeschlafen habe, ist die Sorgenfalte weg. Gute Nacht, Muttel!"

Gar nicht rasch genug konnte er das Zimmer verlassen, und Frau Charlotte blickte gedanken­verloren noch immer auf die Tür, die sich längst

ärgerten.

Werner Olden begann zu spielen. Em weicher Walzer erwachte unter seinen Händen, wand sich aus bestrickenden, tönenden Akkorden zu klingenden Ketten im Dreivierteltakt zusammen. Die Akkorde

sagte:

Jetzt sind die Abende so furchtbar lang, da hat man viel Zeit über Büchern zu sitzen. Ich denke deshalb manchmal, ich hätte mein Studium doch nicht aufgeben sollen."

Donata faßte ihn fest unter. So fest, daß es nichts Zärtliches mehr hatte.

Du meinst also, es tut dir leid, dein Studium aufgegeben zu haben. Schade, daß du einer von der Sorte bist, die man Wetterfahne nennt. Heute so unb morgen wieder anders." Sie blieb stehen, riß ihn am Arm leicht hin und her.Wetterfahne mag ich net, unzuverlässige Dinger sinn des, un wann du zu bene gehörst, laß dich haamgeige."

Sie verfiel, weil sie sich sehr ärgerte, in ihren Dialekt.

Er schob ihren Arm fort.

-erbe ich an Stelle bes Professors von Eberbach »chmals meine Milbe Jagd< dirigieren. Meine rau und Donata nehmen Sie mit in die Loge.

(Linen Abendanzug werden Sie haben!"

Detlef Westkamp war wirklich überempfindlich geworden. Ganz harmlos hatte Olden das eben gesagt.

Und bie Antwort bes Jüngeren klang etwas scharf:

Wozu braucht ein einfacher Gartner einen Abenbanzug!"

Dann lassen Sie sich einen bauen, lieber Freunb! Ich empfehle Ihnen meinen neuen Schneiber: Joa­chim Dellfuß, Am Palmengarten. Bißchen teuer ist er ja, aber man kann sich in seinen Anzügen sehen lassen."

Detlef Westkamp erroiberte kurz:

Dann ist er nicht bie richtige Abresse für mich.

Werner Olben zuckte bie Achseln unb liefe sich vor bem Klavier nieber. Mutter und Tochter aber wechselten einen ernsten Blick; es tat ihnen leid, bafe sich bie beiben Männer nicht gut verstauben unb sich fortwährenb mit kleinen Ausfällen ver-

hing glanzlos an ber graublauen Himmelbecke. Unb Detlef Westkamps Augen blickten traurig, als er

S3eUrquä(t tarn er heim, und [eine Mutier fragte '^.Wasfthlt dir, Bub? Siehst aus, als ob du dich mit arq bösen Gedanken Herumplagen mußtest.

Er Amana sich ein Lächeln auf.

Mr fehlt nicht-, Muttel - wirklich gar nichts. Sie fragte nicht weiter, aber ste ahnte, was ihn wieber bebrängte. . . ,

Seit sich die Verhältnisse Donatas so sehr ver- änbert hatten, lag er ständig mit sich selbst un Streit und sah Gespenster, wo keine waren. Es

war ein Künstler, und immer kleiner, immer un­bedeutender kam er sich dagegen vor.

Als er heimging, schlich neben ihm her die graue Unzufriedenheit, flüsterte auf ihn em: Das kann ja nicht gut gehen, das kann ja feine gute Ehe werden. Donata und du, ihr paßt ja nicht mehr zusammen sie steht zu hoch über dir, du armer

kam nur daraus an, ob ihn Donata liebte, und das bezweifelte sie nicht einen Augenblick. Aber als er sich in sein Zimmer zur Nachtruhe zurückziehen wollte und der Mutter die Hand gab, hielt sie die Hand sekundenlang fest.

Bub, du bist närrisch und wirst dir noch irgend­eine Dummheit einbrocken, wenn du es so weiter­treibst. Gönne doch dem alten Musiker seinen schwer erarbeiteten späten Ruhm, und gönne Donata die paar Kleider und das bißchen Schmuck. Dadurch verlierst du ein Mädel wie sie bestimmt nicht, eher durch dein Betragen, denn du bist kein guter Komödiant. Und ich bin überzeugt, du hast die tiefe Falte auf deiner Stirn auch heute schon drüben in Bornheim gehabt. Sei vernünftig, Bub! So törichte Gedanken, wie sie in deinem Kopfe herumspuken, sind wie Gift für die Liebe. Nimm dich in acht, daß du Donata nicht verlierst. Reife dir die törichten Gedanken aus dem Kopfe, sie sind wie Unkraut, das bis auf das letzte Wurzelchen ausgeriffen werden muß, sonst wuchert es immer von neuem auf."

Menen im -ureiDierieuaii (juiuuunm. , .,, < ,, r'.c'k..

lösten sich auf, glitten als Arpeggien dahm wie hinter bem Sohn geschloffen hatte. Sie seufzte, leise, rinnenbe' Quellen, die aus felsigem GesteinWenn er so weiter macht, kann es ja gar nicht niederplätschern, und zogen wie schmale, silbern gUf ausgehen!"

glänzende Flüsse durch sonnenbeschienenes Wiesen- Sie litt sehr unter dem veränderten Wesen des land. Das sang das klang, und Vögel zwitscherten Sohnes. Auch Donata litt unter Detlefs veran- im wiegenden Walzertakt, trillerten und flogen bertem Wesen. Sie sagte ihm bas auch ein paar jauchzenb über bie strahlenbe Welt. Wie bie Laufe , Tage später, als er sie abgeholt hatte zu einem perlten, wie sie schimmerten unb schillerten, gleich Spaziergang. Sie wählten einen Weg, ber großes vielfach geschliffenen Edelsteinen! | Gelände, das Kleingärtnern gehörte, in zwei Hals-

Detlef Westkamp sah Donatas leuchtenden Blickten teilte. Im Sommer und Herbst schien das große an bem Vater hängen und je schöner und reicher j Gelände ein e,nz,g-r. endl° er blühender und gru- die Töne [ich unter den [chmalen Mu[iker[ingern nender Garten zuJem; jefet log alles tot und still h rvordränqtm um so weher wurde ihm ums Herz. da. und Raben stolzierten daraus herum, suchten Er durste sich d'e^n cht verschließen: Werner Olden [ich Nahrung. Eine mud- schon winterliche Sonne uurjie jia) uem niu; . ' ' immor hinn "innilnq an der araublauen Lummeldecke. Und

Sprich, bitte, vor allem hochdeutsch, Donata! Es ist einfach gräßlich, wenn du fon Frankfurter und Bornheimer Sprachgemengsel verzapfst."

Heut gefällt dir's nur net, Detlef, weil du e schlechtes Gewisse hast! Aber trotzdem redd ich grab heut, wie mir der Schnawel gewachsen is. Ich sag dir, Detlef, du sollst dich schäme, solch Zeug zu schwätze wie ebe. Hast mir doch alles ganz annersch» ter verzählt, daß du lieber Gärtner werde wallst, wie bei Vorfahre. Un es hat mir gefalle. Jetzt bab­belst bu aber wieber, als wüßtest bu gar nix mehr davon. So ä windig Wetterfahn mag ich aber net."

Er nahm den Hut ab, fein Kopf brannte. Er wußte selbst nicht, wie ihm zumute war.

Ihm lag es wie eine Bergeslast auf dem Herzen, von der er sich gern befreit hätte. Er hätte fo gern alles hinausgesprudelt, was ihm die Gedanken wirr und bange machte, und gleichzeitig hätte er bas schlanke Mädel am liebsten hier unter Gottes freiem Himmel in seine Arme gerissen unb gebeten: Vergib mir, ich weiß ja nicht mehr, was ich will! Ich stehe wie unter bem Einfluß eines bösen Geistes, ber mir ein Glas vorhält, burch bas ich alles ganz verzerrt sehe.

Aber er rebete sich roeber bie bebrängenben Gebauten vom Herzen, noch bat er Donata, sie möchte ihm vergeben. Er sagte nur ruhig, so ruhig es ihm möglich war:

Ich werbe ja auch Gärtner bleiben unb denke nicht im Ernst daran, meinen Entschluß um» zuwerfen! Schon weil ich meine Mutter, die sich sehr darüber gefreut hat, unsäglich enttäuschen würde."

Mich auch, Detlef, mich auch!" Donata betonte jede Silbe, unb ihre bunflen Augen waren voll zu ihm aufgeschlagen.Ich weiß ja, woran bu krankst: seit es uns besser geht."

Sie faßte ihn bei ber Hanb unb zog ihn weiter. Nun roanberten sie wie zwei große, einträchtige Kinber ben Weg vorwärts, unb Donata lächelte:

Guck um bich, bummer Bub! Guck, ber Grünkohl ba brüben, ber vergnügt ben Frost mit seinen krausen Blättern einfangen will, um recht schmack­haft zu werben, lacht bich aus unb ber hohe Rosenkohl feixt mit all den kleinen Köpfchen, die sich wie Schnecken an seine Stämmchen drücken. Und wenn du in deinen Garten drüben über den Main kommst, da sollen die dich auch auslachen, denn davon ist ja auch dein Garten noch voll. Du bist erst so närrisch geworden, seit es uns Oldens besser geht; ich wiederhole dir das. Wir sprechen ja nicht zum ersten Male darüber. Statt dich zu freuen, wirst du immer galliger. Wien altes Männchen mit nem Leberleiden und vielen anderen Gebrechen bist du jetzt oft. Als ich Tante Röschen beerbte, kriegtest du den ersten Knacks, als wir die Juwelen des Urgroßvaters fanden, kriegtest du den zweiten Knacks, und Vaters großer Erfolg gab bw ben britten Knacks. Du kommst dir uns gegenüber jetzt klein und gering vor."

(Fortsetzung folgt.)