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Weisse und gesunde Zähne

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Himmler,Leiter des Geheimen Staaispolizeiamtes.

Diels Regierungspräsident von Köln.

Berlin, 20. April. (DNB.) Der 2lmtliche Preu­ßische Pressedienst teilt mit:

Der Preußische Ministerpräsident Göring hat den Ministerialrat Diels am 20. April von seinem Amt als Inspekteur des > Geheimen Staatspolizei­amtes entbunden und ihn gleichzeitig zum R e - tzierungspräsi deuten in Köln ernannt. 3um Leiter des Geheimen Staats- p 0 lizeiamtes hat der Ministerpräsident den Reichsführer der SS., Himmler, berufen. Der Ministerpräsident hat den Reichsführer der SS., Himmler, vor den vollzählig versammelten Beam­ten und Angestellten des Geheimen Staatspolizei­amtes in sein neues Amt eingeführt und nach län­geren grundsätzlichen Ausführungen über die Auf­gaben des Geheimen Staatspolizeiamtes dem bis­herigen Inspekteur Ministerialrat Diels für die geleisteten Dienste seinen besonderen Dank und seine Anerkennung ausgesprochen.

Große soziale Maßnahmen der Reichsbahn.

Berlin, 20. April. (DNB.) Der Berwal- tungsratder Deutschen Reichsbahn hat in seiner Sitzung vom 17. April 1934 der Einfüh­rung einer neuen Dienst - und L 0 hn 0 rd - nung für die Arbeiter der Reichsbahn zum 1. Mai 1934 zugestimmt. Durch diese Dienst- und Lohnorb- nung sind soziale Härten im Vergleich zu anderen öffentlichen Betrieben ausgeglichen worden. Es werden insbesondere die & i n b e r 3 u » lagen sozialer gestaltet. Die Treueverbundenheit wird durch die Alters zulagen, wesentliche Verbesserung der Kündigungsfristen und die Gewährung der Unkündbarkeit nach 25jähriger Dien ft 3 eit belohnt, nachdem be­reits vor Weihnachten Treueprämien für 25jährige Dienstzeit und mehr eingeführt worden sind. Dem Erholungsbedürfnis entsprechend ist der Urlaub des werktätigen Arbeiters günstiger gestaltet und der Regelung der Reichsarbeiter angepaßt. Die Militär- und Kriegsdienstzeit und die im Dienste anderer öffentlicher Verwaltungen zu gebrachte Zeit werden auf die Eilsenbahndienst- zeit angerechnet.

Zu der neuen Dienstordnung der Deutschen Reichsbahn gab der stellvertretende Generaldirektor der Reichsbahn, Direktor Kleinmann, vor Ver­tretern der Presse nähere Erläuterungen. Er wies auf die große soziale Bedeutung dieser Maßnahmen hin. Die Kinderzulage, die bis­her im Reich 3 Pf. durch ganz Deutschland hindurch pro Stunde und Kind den Arbeitern gezahlt wurde, ist nunmehr der Lohnhöhe entsprechend durch einen prozentualen Zuschlag angepaßt worden, damit der Arbeiter, der in einer teueren Stadt wohnt, auch einen höheren Kinderzuschlag bekommt. Durch die marxistischen Regierungen war für die Eisen­bahnarbeiter auf Grund der Schlichtungsordnung unb der Schlichtungsbeschlüsse das Uebersteigen eines gewissen Lohnniveaus mit dem 24. Lebensjahr voll­ständig abgeschnitten. Sie bekamen mit diesem Zeitpunkt den höchst erreichbaren Lohn. Nunmehr sind Dien st Zuschläge neu eingeführt worden, und zwar nach dem 16., 21. und 25. Dienstjahr: sie schwanken in einer Höhe zwischen zwischen 3 und 5 v. H. In bezug auf das Dien st Verhältnis sind bereits im Monat November/Dezember Ände­rungen getroffen worden. Durch die Neuordnung, die mit allen beteiligten Reichsressorts vereinbart worden ist, wird nach einer Dienstzeit von einem Jahr die vierwöchige Kündigungsfrist, nach zehn Jahren die sechswöchige, nach 15 Jahren die drei­monatige und zwar zum Monatsschluß unb nach 20 Jahren bie sechsmonatige Künbigungfrist 3um Monatsschluß gewährt. Nach 25 Jahren ist per deutsche Reichsbahnarbeiter unfünbbar. Damit soll dem Reichsbahnarbeiter die Existenz für sein ganzes Leben gesichert werden. Allerdings muß er mit Dem 65. Lebensjahr, der Altersgrenze, aus dem Betriebe ausscheiden. . . ,

Generaldirektor Dr. Kleinmann wies Darauf bin, daß bie neue Dienst- unb Lohnorbnung lebig- lich aus sozialen Rücksichten eingefübrt roorbenJeu Bon Lohnmaßnahmen hatte a b ge s e h en werben müssen, ba die Gelder fehlen, unb m einem Augenblick, in bem bie größte deutsche Verwaltung, bie Reichsbahn, mit Lohnerhöhung vorgegangen wäre, auch die Privatwirtschaft unb die übrigen Betriebe diesem Schritt gefolgt waren.

Die Studenten am 4. Mai.

Berlin, 19. April. <DNB.) Die Deutsche Stu- kntenfdjaft, gez. Dr. 6 t a e b e I, teilt mit:

Die Studierenden an den deutschen j)oq)- inb Fachschulen sind verpflichtet, an Den Kundgebungen zum Tage der Nationalen Arbeit teilzunehmen.

Die Studenten, die sich an diesem Tage noch nicht in den Hochschulstädten befinden,.nehmen in ihren

Die heutige Lage ist die Folge unserer inne­ren Starte und Kompromihlosig- feif. Aber selbst diese Regierung kann schließ­lich keine Wunder tun und hat nicht die Kraft, llebermenschliches zu leisten. Sie hat aber die ernste Absicht, mit Anspannung aller Kräfte sich mit den Zeitproblemen auseinanderzusehen. Jeder h a t die Pflicht, nach besten Kräften am Aufbau mitzuarbeiten. Und die Dresse als öffentliche Einrichtung kann sich dieser Pflicht nicht entziehen.

Wir können nicht glauben, daß wir alle Menschen, die in einer anderen Gedankenwelt groß geworden sind, zu neuer Dentungsweise erziehen können. Nur auf die nachfolgende Generation können wir auch auf dem Gebiet der Presse große Hoffnungen setzen. Wir haben es versucht, die­sem Gesicht neue Züge aufzuprägen. Diese neuen Züge mischen sich heute noch mit alten. Erst die neue Generation wird dem deutschen Volk die Menschen schenken, die die Kraft haben, geistig und in kultureller Beziehung, politisch und wirt- schaftlicb das zu tun, was dem Geist unserer Zeit entspricht. Irgendwo in der Hitlerjugend marschieren die kommenden Minister, Dichter, Künstler und Journalisten. Diese Männer werden dem 20. Jahr­hundert fein eigentliches Gepräge geben.

Uns bleibt vorbehalten, der kommenden Gene­ration den Weg zu bereiten und ihr die end­gültige Ausgestaltung eines Reiches zu ermög­lichen, das wir geschaffen haben.

Es ist schön, mit den Gewehren Macht auszuüben, wunderbar aber ist, Macht zu gewinnen über die ' Herzen und über die Hirne!

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Heimatstädten teil. Sie melden sich bei den Beruss- verbänden, denen sie später auf Grund ihrer Aus­bildung angehören werden und zu denen sie durch ihre Fachschaften schon in Beziehung stehen.

Die Studentenschaften, deren Angehörige schon am 1. Mai in den Hochschulstädten sind, bilden inner» holb der geplanten Festzüge besondere Gruppen. Die Studentenschaftsführer setzen sich zu diesem Zweck mit den örtlichen Aufmarschleitern in Ver­bindung.

Der 1. Mai im Saargebiet.

Saarbrücken, 20. April. (DNB.) Die Deut­sche Gewerkschaftsfront Saar erläßt einen Aufruf an die Kameraden der Arbeit. In diesem Aufruf wird aufgefordert, den 1. Mai seiner Bedeu­tung und Würde entsprechend zu feiern. Um 12 Uhr mittags wird in Saarbrücken ein Denkmal eingeweiht, das die Deutsche Ge­werkschaftsfront Saar den Opfern der Arbeit errichtet. Da an diesem Tage nach einer Verfügung der Regierungskommission Aufmärsche und Um­züge nicht stattfinden dürfen, werden lediglich Ab­ordnungen der einzelnen Teile der Deutschen Ge­werkschaftsfront und Vertreter der Behörden und Unternehmer eingeladen. Den Ortsausschüssen wird außerdem empfohlen, nachmittags oder abends ört­liche geschloffene Kundgebungen abzuhalten. Die Veranstaltungen werden als geschlossene Feiern durchgeführt werden. Es ist, so heißt es, überall darauf zu achten,*daß diese Feiern der Ehre und Würde des Tages entsprechend in

Versprechungen einlösen!

London, 20. April. (DNB. Funkspruch.) Lord Cecil erklärte einem Vertreter desNews Chro- nicle", die britische und die französische Regierung sollten Deutschlands Bewaffnung dadurch verhin­dern, daß sie ihre in Versailles unb L o - carno gegebenen Versprechungen ein- lösten. Die Privatverhandlungen sind zu Ende, so erklärte Lord Cecil weiter.

Wir sind grundsätzlich der Meinung, daß Deutschland Anspruch aus Rüstungsgleichheit hat.

Die britische Regierung ist zu dem Schluß ge­kommen, daß ein gewisses Maß deutschen Auf­rüstens zugelassen werden muß. Die Franzosen haben diese Politik endgültig verworfen und wollen eine Zusammenkunft des allgemeinen Ausschusses der Abrüstungskonferenz haben. Es ist bedauerlich, daß Deutschland nicht daran teilnehmen wird. Aber Deutschland sollte von dem Gang der Erörterungen auf dem Laufenden gehalten werden. Lord Cecil tritt dafür ein, daß

alle Rationen auf die Dassen verzichten sollten, die Deutschland gegenwärtig versagt sind.

Enttäuschung in Italien.

Mailand, 20. April. (DNB.) Die französische Antwort auf die letzte englische Note wird von der italienischen Presse ausführlich, aber vorerst ohne eigene Kommentare gebracht. Die Ueberschriften verraten jedoch deutlich die Enttäuschung über den neuen französischen Schritt. Ein Schritt rückwärts infolge der wiederholt be­stätigten Intransigenz Frankreichs" heißt es im Popolo d'Jtalia",Frankreich kehrt zur Unver­söhnlichkeit zurück" in derGazetta bei Popolo".

Die Turiner Stampa " überschreibt ben Be­richt ihres Pariser Korresponbenten mitDas Manöver". Aus biefer neuen Note Frankreichs könne man nur ben Schluß ziehen, baß es sich babei um einen Versuch hanbele, angesichts ber öffent­lichen Meinung bes In- unb Auslandes ber Ver­antwortung für bas Scheitern ber Konferenz aus­zuweichen. Barthou wolle bie französische Ein­stellung rechtfertigen, inbem er sich hinter bie beutsche Wieberaufrüstung verschanze. Aber man bürfe doch nicht vergessen, baß bie beutsche Wieber­aufrüstung durch ben Umftanb hervorgerufen sei, baß bie Mächte seit 15 Jahren von A b - rüftung rebeten, ohne sich zu entschließen, wirklich abzurüsten.

Der Eindruck in Moskau.

Reval, 20. April. (DNB.) Wie aus Moskau gemelbet wirb, hat bie französische Note in Mos­kauer politischen Kreisen großes Auf­sehen erregt. Man erklärt hier, baß bie Note ber

Schweinfurt, 20. April. (DNB.) Zur heuti­gen Sitzung herrscht starker Anbrang, nachbem be­kannt geworben ist, baß ber Schluß ber Be­weisaufnahme bevorsteht. Unter ben Zeugen sieht man auch Frau Werther unb ihren Sohn.

Der Polizeibiener von Woltershausen Anton Güth sagt als Zeuge u. a., baß er bei seinem (Eintreffen auf bem Sckloß ben Bürgermeister, ben Angeklagten unb ben Lanbwirt Köhler getroffen habe. Auf bie Frage bes Vorsitzenben, wie Liebig ausgesehen habe, antwortet ber Zeuge u. a.: Er hat genau so bumm breingeschaut wie wir alle. Er hat sich gar nicht aufgeregt, unb ich buchte bei mir: Du bist es nicht. Die Frage, ob Liebig mit in bas obere Stockwerk gegangen fei, kann ber Zeuge nicht genau beantworten. Er gibt bann eine Schil- berung feiner Beobachtungen am Tatort.

Der Zeuge Güth gibt bann an, baß er auch von bem Privatbetektiv Lehnert vernommen wor­ben sei.

Nach Vernehmung eines belanglosen Zeugen wirb Freiherr von Woltershausen zur Schluß- vernehmung aufgerufen. Der Dorsitzenbe fragt ihn, ob er seinen bisherigen Angaben noch etwas hin­zuzufügen dzw. etwas zu berichtigen habe. Der Zeuge verneint bies.

Dann kommt ber Vorsitzende nochmals auf die Kaffider - Angelegenheit zurück und auf die Widersprüche, die zwischen der Dar­stellung des Zeugen und feiner Mutter bestehen.

Vorsitzender, mit erhobener Stimme:Ich will Sie nun auf Ehre und Gewissen fragen, roiffen Sie etwas von der Täter­schaft?"

Zeuge:Hein.

Vorsitzender: was sagen Sie zu Selbstmord­gedanken Ihrer Mutter?"

mustergültiger Disziplin durchgeführt werben.

Wie ber Schutzverein für Hanbel unb Gewerbe, empfiehlt auch ber Hanbwerks- bunb bes Saargebietes feinen Mitgliebern, auch in biefem Jahre ben 1. M a i als Feiertag zu begehen unb Geschäfte unb Läben geschlossen Zu halten, bamit nicht nur bie Betriebsinhaber, son­dern auch die Arbeitnehmer ben 1. Mai in wür- biger Weise feiern können.

Katholische Kirche gegen Mensur.

Berlin, 20. April. (DNB.) DieGermania" gibt einen Auszug aus bem Amtsblatt bes B i - schöflichen Drbinariates Berlin zur Frage ber stubentischen Mensuren. Danach fällt unter ben kirchlichen Begriff bes Duells unb somit unter bie gleichen kirchlichen Strafen auch bie auf ben beutschen Universitäten übliche stuben- tische Mensur (Bestimmungsmensur).Die Kirche weiß sehr wohl", heißt es in ber Veröffent­lichung,baß bie stubentische Mensur gewissermaßen eine Vorübung unb Vorbereitung bes Duells bar­stellt unb ihrer ganzen Art nach bazu angetan ist, jene falschen Vorstellungen von Ehre, Beleibigung unb Wiebergutmachung, bie aller christlichen Sitte Hohn sprechen, zu nähren unb zu erhalten. Beim ersten Duell ober bei ber ersten Mensur, woran ber Katholik, wenn auch nur als Zuschauer, teil­nimmt, ist er bereits ber schweren kirchlichen Strafe ber von selbst eintretenben Exkommu­nikation verfallen/

letzte Vorstoß gegen bie Beratungen über bie Ab­rüstung sein wirb. Die Abrüstungsverhanb- lungen in Genf haben jetztihren Wertver­lor e n , da bei ber Haltung Frankreichs nicht bar- an zu denken ist, daß den Verhanblungen irgenb- welche Ergebnisse beschieden sein werden.

Frankreich auch inZapan erkannt.

Tokio, 20. April. (DNB.) Die japanische Presse bringt auszugsweise die französische Note unb er­klärt, sie füge ber Abrüstung einen neuen schweren Schlag zu. Die japanische Regierung habe keine große Hoffnung gehegt, baß bie Ab- rüstungsverhanblungen ben toten Punkt verlassen werben. Frankreich zeige nunmehr offen, daß i h m an ber Abrüstung sehr wenig liege. Der ganze Fragenkomplex nehme nunmehr theoretischen Charakter an. Die Praxis werbe au ein neues Rüsten in ber ganzen Welt hinauslaufen. Der Sprecher im japanischen Aus­wärtigen Amt betonte, Japan fei in keiner Weise gebunben unb werbe alle Maßnahmen zum Schutze ber Nation ergreifen.

Amerika beobachtetZuriickhattung

Washington, 20. April (DNB.-Funkspruch.) Der französische Botschafter überreichte am Donners­tag im Staatsdepartement eine Abschrift ber letz­ten französischen Note an Englanb, bie hier jedoch lediglich zur Kenntnis genommen wirb unb unbeantwortet bleibt. Auf ber näch­sten Sitzung ber allgemeinen Abrüstungskonferenz in Genf, an ber, wie gemelbet, Norman Davis teilnimmt, bürste ber bekannte amerikanische Stcmb- punkt in ber Abrüstungsfrage nochmals bargelegt werben. Bis bahin jedoch wirb hier jede Stellung­nahme zu biefer Frage abgelehnt.

Krankreich besitzt diemächtigste U-Boot- flotte der Welt".

London, 21. April. (DNB. Funkspruch.)D t e mächtigste Unterseebootflotte ber W e 11", so wird die französische Udootflotte von dem Marine - Korrespondente n desDaily Tele­graph" bezeichnet, der soeben als erster Ausländer den französischen Uboot-Stützpunkt Toulon be­suchen durfte. Eines der größten von den 109 fran­zösischen Unterseebooten ist derVengeur", der Dieselmotoren von 6000 PS. besitzt, bie dem Schiff eine Geschwinbigkeit von 18 Knoten verleihen. Aus elf Torpedorohren können bie verberblichen Geschosse gegen die feinblichen Schiffe geschleudert werden. Der Bericht bes Korrespondenten schließt mit den Worten:Große Mißverständnisse können in ber Zukunft vermieden werden, wenn bie übrige Welt einsieht, daß bie französische Unter- seebootflotte einen äußerst wichtigen B e - ftanbteil des französischen Flotten- systems barstellt."

Zeuge:Es ist möglich, baß meine Mutter nach bem Tobe meiner Schwester gesagt hat, sie wisse nicht, ob sie bas überlebe. Aber es fehlt bafür, baß sie bie Tat begangen hat, jeber An­haltspunkt."

lieber Lippok befragt, erklärt ber Zeuge, baß nach feiner Ansicht Lippok für die Tat nicht in Betracht komme. Außer gegen Liebig könne er auch gegen niemanb anders Verdachts­momente äußern. Er habe ursprünglich auch nicht daran gedacht, daß Liebig der Täter fei, sei aber dann doch zu der Ueberzeugung von der Täterschaft Liebigs ge- kommen.

Einen direkte Grund, warum Liebig die Tat begangen haben soll, kann der Zeuge auch nicht angeben.

Vorsitzender: haben Sie Anhaltspunkte dafür, daß Ihr Stiefvater selbst der Täter war?"

Zeuge:Rein, er war viel zu optimistisch."

Vorsitzender:Glauben Sie, daß Ihre Mutter es selbst getan hat?"

Zeuge:Ganz unmöglich."

Der Vorsitzende hält ihm bann noch die von ihm gefunbenen Fingerabbrücke vor.

Der Zeuge erklärt wieberum, baß er selbstver- stänblich bamals, als er sich auf bem Schloß auf- gehalten habe, mit allen möglichen Gegenstänben in Berührung gekommen sei.

Borsitzenber:Glauben Sie nicht, baß Liebig unb Lippok zus ammen als Täter in Frage kommen?" Der Zeuge hält bas für unwahrscheinlich. Frei- (Herr von Woltershausen wirb hierauf ver- eibigt unb leistet mit zitternber Honb unb bleichem Gesicht ben Eib.

Darauf erscheint Frau Werther zur Schluß- vernehmuna, gefolgt von ber Schwester, Baronin von Aufseß, unb ihren früheren Dienstbotinnen Wittmann unb Fischer.

Der Vorsihenbe macht Frau Werther ein­dringlich darauf aufmerksam, ob sie Anlaß habe, ihre bisherigen Angaben zu ergänzen, zu ändern oder richtigzustellen. Die Zeugin verneint dies und bleibt auch gegenüber weiteren eingehenden Fragen über die Vor­gänge während der Mordnacht bei ihren bis­herigen Aussagen.

Am Rachmittag begann das Verhör der Frau Werther durch den Verteidiger. Die Zeugin hatte in mehr als 31 Punkten wider­sprechende Angaben gemacht. 3n alt diesen Punkten konnte sie keine gründliche Auf­klärung geben.

Die Zeugin Wittmann erklärte, daß sie bei ihrer Aussage bleibe, Frau Werther habe ihr seinerzeit erklärt, sie stehle ihrem Manne hier unb da ein bißchen Morphium, er dürfe es aber nicht wissen. Frau Werther be­streitet das.

Das Dienstmädchen bleibt bei seiner eidlichen Aussage. Ferner bleibt es bei der Angabe, daß Frau Werther am Morgen nach dem Mord zu der Wittmann gesagt habe: Entweder war es Karl oder Dietrich. Die Zeugin erklärt, es sei richtig, daß Frau Werther öfters Aeuherungen über Lebensüberdruß ge­macht habe. Frau Werther meint, diese Aeuherungen seien nicht ernst zu nehmen ge­wesen.

Der Staatsanwalt beantragt bann 23 e r e i b i g u n g ber Frau Werther. Er verkenne nicht, so sagte ber Staatsanwalt, baß in ihren Angaben in ber Verhanblung zum Teil mit bem burch bie Lan- beskriminalpolizei festgestellten Tatbestanb in ein­zelnen Punkten sich Wibersprüche ergeben hätten. Er betone, baß bas Gericht wegen biefer Wibersprüche nicht sagen könne unb bürfe, baß Frau Werther unglaubroürbig sei. Es müsse tiefer gehen. Wenn Wibersprüche ober scheinbare Wibersprüche vorhan- ben seien, so müßte untersucht werben, ob sie be­wußt ober unbewußt seien. Das könne man hier nicht entschewen. Hier habe man es mit einer Frau zu tun, bie sich in größter Aufregung be- funben unb infolgebeffen Angaben gemacht habe, die nicht ber Tatsache entsprochen hätten. Seine Ueberzeugung sei, baß Frau Werther in bem ent- schewenben Punkt, nach ihrer Ueberzeugung sei Karl ber Täter, tatsächlich bie Wahrheit gesagt habe.

Der Verteibiger wibersetzte sich ber Verewi­gung. Die Glaubwürbigkeit ber Frau Werther sei burch bas Ergebnis ber bisherigen Beweisauf­nahme in ein genügenb klares Licht gestellt roorben. Er fühle sich auch als Organ ber Rechtspflege unb im Interesse ber objektiven Rechtspflege verpflichtet zu sagen, baß Frau Werther« unmöglich verewigt werben könne. Als ber Tat verbächtig erachte er Frau Werther auch nach bem Stuttgarter Gut­achten. Der Staatsanwalt betont, er würbe auf bie Verewigung verzichten, wenn auch bie Vertewigung verzichte.

Der Vertewiger beantragte aber Gerichtsbeschluß. Der Dorsitzenbe roenbet sich an Frau Werther: Sinb Sie in ber Lage zu beschwören, was Sie angegeben haben?"

Frau Werther:,, Ich werbe bas feberzeit beschwören, baß Liebig auf mich geschos­sen hat."

Rach 20 Minuten Beratung kehrt das Gericht zurück. Der Vorsitzende verkündet folgenden Gerichtsbeschluß: Die Vereidigung der Frau Wilhelmine Werther wirb abgelehnt, weil sie ber Beteiligung an der Ta t verdächtig ist.

Damit ist Zeugenvernehmung unb Beweis­aufnahme geschlossen.

Nächste Sitzung am Dienstag 8.30 Uhr.

Kunst und Wissenschaft.

Kirchliche Ehrenmünze für Felbbischof D. Schlegel.

Kirchenamtlich wirb mitgeteilt: Der Reichsbischof empfing ben kürzlich wegen Erreichung ber Alters­grenze in ben Ruhestanb getretenen Felbbischof D. Schlegel. Als äußeres Zeichen ber befonberen Anerkennung für bie in langen Jahren geleistete Arbeit überreichte ber Reichsbischof bem Felbbischof D. Schlegel bie kirchliche Ehrenmünze. Im Anschluß an ben Adschiebsbesuch D. Schlegels be­grüßte ber Reichsbischof ben neuen Felbbischof D. Dohrmann unb wünschte ihm für sein ver­antwortungsvolles Amt Gottes reichsten Segen.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich über bem Festland noch weiter aufgebaut, allerdings zieht bie neue Stö­rung ostwärts und verursacht an ihrer Südseite westliche Winbe. lieber Südenglanb und bem Kanal ist bereits ein kleines Regenfew zu erkennen. Vor­erst wirb sich der hohe Druck bei uns noch aus- wirken, so daß bas Wetter trocken bleibt unb auch Erwärmung einsetzt, boch ist späterhin mit verein­zelten Schauern unb nachfolgenber Abkühlung zu rechnen.

Aussichten für Sonntag: Wechselnb-wol- kig mit Aufheiterung, zunächst wärmer, meist trocken.

Aussichten für Montag: Wechselhaftes Wetter, roieber etwas kühler, vereinzelt etwas Nie- berfchlag.

Lufttemperaturen am 20. April: mittags 16,2 Grab Celsius, abenbs 9 Grab: am 21. April: mor­gens 6 Grab. Maximum 18 Grab, Minimum 2,3 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. April: abenbs 14,2 Grad; am 21. April: mor­gens 9,8 Grab Celsius. Nieberschläge 0,8 mm. Sonnenscheinbauer 7 Stunben.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Stellvertreter: Ernst Blumschein. Verantwortlich ür Politik: i. 23.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwort­lich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IH. 34: 11 550. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb ^teinbrueferei R. Lange, KG., sämtlich in Gießen.

Das Echo her Pariser Sabotage.

DerWaltershansener Morhprozeß

Noch immer ungelöste Widersprüche. - Das Gericht lehnt die Vereidigung der Frau Werther abSchluß der Beweisaufnahme.