tir. 68 Erstes Blatt
184. Jahrgang
Mittwoch, 21. Marz 1934
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Oie zweite Arbeitsschlacht beginnt.
GchöpferischeZuitiative
Von Dr. 3- Serie.
Obwohl die Verwaltung und Erhaltung des Bestehenden, soweit es sich als nützlich für die Wohlfahrt des Staates und des Volkes erwiesen hat, sicher auch eine sehr bedeutsame und verantwortungsvolle Aufgabe darstellt und besonders in schwierigen Zeiten den vollen Einsatz der Kräfte bedingt, liegt das größere Schwergewicht für die Fortentwicklung des Individuellen oder des Gemeinschaftslebens doch bei den dynamischen Kräften, aus denen sich Wesen und Richtung des Fortschrittes in der Entwicklung ergibt. Auch die beste „Verwaltung" führt, wenn sie nicht von einem ständigen Durchbruch neuer fortschrittlicher Ideen und Leistungen begleitet wird, allmählich zu einer Erstarrung. Erstarrung aber, ei es in der Natur, sei es im sozialen oder wirt- chaftlichen Leben, führt zum Ab st erben und chließlich zur völligen Vernichtung. Diesem Vernichtungsprozeß zu entgehen und an seine Stelle eine Aufschwungsbewegung zu setzen, ist eben in erster Linie Angelegenheit und Aufgabe der schöpferischen Initiative, und sie nimmt unter den Bausteinen des nationalen Lebens einen ganz besonderen, wenn nicht entscheidenden Rang ein. Pflichtgefühl, Sauberkeit, Sparsamkeit, Wehrhaftigkeit und Wahrhaftigkeit — alles dies find unentbehrliche Tugenden für ein Volk, das seinen Plätz in der weltgeschichtlichen Entwicklung behaupten will. Aber würde dabei aus irgend welchen Gründen die schöpferische Initiative erlahmen, idann würde trotzdem der Weg zu einer größeren Wohlfahrt, zu einem höheren Kulturstand, zu einer wachsenden nationalen Geltung versperrt sein.
Der Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland beruht ausschlaggebend auf der schöpferischen Initiative, die sein Führer entwickelt hat, und dieses Beispiel beweist zugleich, daß sich der Begriff der schöpferischen Initiative keineswegs auf das rein wirtschaftliche Gebiet beschränkt, sondern selbstverständlich auch für das nationale und politische so gut Geltung hat wie für das kulturelle. Die Großtaten aus der Kultur- und Geistesgeschichte Deutschlands, die sich an Namen wie Beethoven und Wagner, Goethe und Schiller, Kant und Nietzsche, Stein und Bismarck knüpfen, sind im Grunde völlig wesensgleich den Großtaten auf dem technischen und wirtschaftlichen Gebiete wie sie etwa ein Borsig oder Krupp, ein Siemens oder Benz vollbracht haben. Und was als Groß taten in den Annalen der Geschichte und in den Lehrbüchern für die späteren Generationen fortlebt, das ist begleitet und muß begleitet sein von einer Vielfältigkeit und Gleichzeitigket zahlloser Schöpfungsakte zwar kleinerer, aber wegen der tau» sendfältigen Ansatzpunkte insgesamt doch von ebenso großer Bedeutung.
Für das Gebiet der Wirtschaft hat der Reichskanzler Adolf Hitler in der Reichstagssitzung vom 23. März 1933 den Weg vorgezeichnet, der — von der staatlichen Wirtschaftspolitik aus gesehen — diesen Erkenntnissen gerecht wird: „Grundsätzlich wird die Regierung die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen des deutschen Volkes nicht über den Umweg einer staatlich zu organisierenden Wirtschaftsbürokratie betreiben, sondern durch die stärkste Förderung der privaten Initiativ e". Dieser Grundsatz steht in vollem Einklang mit dem Punkte der Reichskanzlerrede bei dem Staatsakt in Potsdam, daß die Regierung „alle die Erfahrungen berücksichtigen will, sowohl im Einzel- wie im Gemeinschaftsleben, wie aber auch in unserer Wirtschaft, die sich in Jahrtausenden als nützlich für die Wohlfahrt der Menschen erwiesen haben." Und ein drittes Wort Hitlers, das er in seiner großen programmatischen Rede auf dem Arbeitskongreß vom 10. Mai gefunden hat, muß in diesem Zusammenhang ebenfalls zitiert werden: „Wir wissen, daß eine Unzahl der Männer, die unsere Produktion begründeten, nicht etwa ursprünglich aus dem Besitz gekommen sind, sondern aus der Arbeit, daß sich in ihnen die Kraft der Faust zugleich erweiterte zur Genialität des Geistes, daß sie gottbegnadete Erfinder, gottbegnadete Organisatoren gewesen sind, denen wir und unsere Volksgenossen unser Leben mitverdanken."
Gerade diese Feststellung wird dem besonderen Charakter der schöpferischen Initiative gerecht, die sich nicht aus der Tatsache des Besitzes, sondern aus der Kraft der Persönlichkeit als solcher entwickelt. Seinen Besitz, sein Privateigentum zu vermehren, setzt gewiß auch „Initiative" voraus, aber die wirklich schöpferische Initiative ist keine Angelegenheit des „Eigennutzes" — wiewohl dieser damit verbunden werden kann und im Rahmen des berechtigten Ertragsstrebends auch damit verbunden sein darf —, sondern eine Angelegenheit des Gemeinnutzes. Denn was an wirklich schöpferischen Werten geistiger oder materieller Natur geschaffen wird, das dient eben der Wirtschaft und der Volksgefamtheit, dem Kulturstand und der Wohlfahrt aller Dolksanaehörigen. Setzt schon die möglichste Erhaltung der A r - beitsftätten in Zeiten schwerer Krisen ein ungewöhnliches Maß an Krafteinsatz und an Initiative voraus, so ist die organische Arbeite- v e s ch a f f u n g erst recht eine Frage der Entschlußfreudigkeit, verbunden mit der notwendigen kaufmännischen und technischen Erfahrung oder auch — bei Inangriffnahme neuartiger Güterherstellung
oder Anwendung neuer technischer Erfindungen — kommerziellen Wagemut.
Natürlich findet die Freiheit der unternehmerischen Entfaltung geistiger oder materieller Kräfte ihre Grenze in den sittlichen Pflichten, die dem Unternehmer obliegen und an die er genau so gebunden ist wie jede Persönlichkeit, deren freies Schaffen der Staat durch seine Institutionen und wirtschaftspolitischen Grundsätze gewährleistet oder sogar ausgesprochen fördert. Je bewußter der Unternehmer den geschriebenen oder ungeschriebenen Pflichtenkodex gegenüber Staat und Gemeinschaft, Mitarbeiter und Volksgenossen achtet, und je unnachsichtiger das Unternehmertum im ganzen von Verstößen einzelner abrückt, um so eher wird sich
auch das Unternehmertum die Wertung in der Oeffentlichkeit erobern, die es nach feinen Leistungen verdient. Die schöpferische Initiative in der deutschen Wirtschaft hat seit jeher die Achtung der Welt gefunden, und für das Ausmaß der deutschen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit legen nicht nur die Jahrzehnte vor dem Kriege, sondern auch die Nachkriegszeit, die Wirren der Jnflations- und Deflationszeit, beredtes Zeugnis ab. Es ist gerade auch jetzt Pflicht des Unternehmertums, feine schöpferischen Kräfte dem Wiederaufbau der Nation zur Verfügung zu stellen, und es wird dieser Aufgabe um so entschlossener entsprechen können, als auch die Reichsregierung die Bedeutung der ihm innewohnenden Kräfte voll erkannt hat.
„Sie Leistung muß wieder zu Ehren kommen!" Oie Parole des Gauleiters zur Eröffnung der Frühjahrsoffensive im Mein-Main-Gebiet.
Vorwärts, in die Arbeit!
Die vom Führer eingeleitete Frühjahrsoffensive zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit findet das Rhein - Blain - Gebiet bestens gerüstet. Wahrend in den vergangenen Monaten das Winterhilfswerk hunger und Kälte bannte und damit Hoffnung, Glaube und Kraft des Volkes festigte, wurde unablässig an der Vorbereitung der zweiten Arbeitsschlacht gearbeitet. Kein Plan blieb unerörtert. Alles wurde überlegt, durchdacht und praktisch gestaltet.
So können mit dem heutigen Tage an tausend verschiedenen Stellen die Hebel an- gesetzt werden mit einer Wucht, die unserer kampferprobten Bewegung Ehre machen soll und muß. Das Vertrauen auf die eigene Stärke wird im Bündnis mit der Gesamtheit des Volkes mit der Gröhe
der gestellten Aufgabe wachsen. Wir haben bei der politischen Machtergreifung ganze Arbeit getan und werden diese Totalität auch auf wirtschaftlichem Gebiet gründlich und endgültig herbeizuführen.
Rur eine Forderung haben wir an alle, für die der Kampf heute von neuem aufgenommen und bis zum Siege durchgefochten wird: haltet auch ihr, was ihr versprecht, wenn ihr in Arbeit sieht. Es kommt nicht darauf an, was einer arbeitet, sondern w i e er arbeitet. Die Leistung muh wieder zu Ehren kommen. Eure Arbeit ist ein Stück eurer Ehre, haltet sie rein, auf dah ihr bestehen könnt vor eurem Führer und vor' euch selbst. Arbeit ist Lebenskampf.
Frankfurt a. M.» den 21.März 1934.
Gez.: Sprenger.
Das Rhein-Main-Gebiet für die Arbeitsschlacht gerüstet.
Vom Gaupresfeamtder NSDAP, wird zum Beginn der zweiten Arbeitsschlacht im rhein-maini- fchen Wirtschaftsgebiet u. a. mitgeteilt:
Grauenvoll war das Erbe, das der Nationalsozialismus im jetzigen rhein-manischen Wirtschaftsgebiet übernehmen mußte. Furchtbar waren die Wunden, die Handel und Wandel, Verkehr und Wirtschaft durch die verrückte Politik der verkrachten Systemparteien auf allen Gebieten geschlagen worden waren. Hunderttau^sende von Arbeitslosen lechzten nach Arbeit, während die gerade im vorerwähnten Wirtschaftsgebiet so zahlreich vertretene Industrie aller Art fast ganz zum Erliegen gekommen war. Zu all dem gesellte sich noch die politische Zerrissenheit, die an und für sich zusammengehöriges wirtschaftliches Territorium durch Landesgrenzen voneinander trennte.
So war es für jeden klar, daß hier nur eine überragende Persönlichkeit das Trennende beseitigen und die Voraussetzungen politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit schaffen mußte, ohne die ein wirksamer Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im Gaugebiet Hessen-Nassau der NSDAP, unmöglich gewesen wäre. Diese Persönlichkeit war Gott sei Dank in der Gestalt unseres Gauleiters vorhanden. Die Zusammenlegung der politischen Gaue Hessen und Hessen-Nassau-Süd der NSDAP, war die Basis, auf der der Gauleiter zielsicher, unbeirrt und weitschauend schon im Zuge der nationalsozialistischen Revolution das r h e i n - mainische Wirtschaftsgebiet in die Erscheinung treten ließ. So wurde die Einheitlichkeit des Handelns auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet hergestellt, zu gleicher Zeit aber begann der Gauleiter schon sich die Organisationen und Waffen zu schmieden, die bereits im letzten Jahre im Kamps gegen die Arbeitslosigkeit allen sichtbar sich bewährten.
Wer die Treue, Kameradschaftlichkeit und Verbundenheit des Gauleiters zu und mit seinen alten Kämpfern kannte, dem war es ohne weiteres klar, daß es ihm Ehren- und Herzenssache war, daß im Rahmen der Arbeitsbeschaffung zu allererst derer gedacht wurde, die ihre Treue zum Führer oft mit dem Verlust der Arbeitsstätte und damit des täglichen Brotes bezahlen mußten — der alten Kämpfer. Mit Genugtuung und Freude konnte der Gauleiter feststellen, daß seine Bemühungen von Erfolg gekrönt waren und seine alten Kämpfer mit der Mitgliedsnummer 1 bis 300 000 fast alle wieder in Arbeit gebracht wurden.
Ein hoffnungsvoller Auftakt zu der jetzt beginnenden Frühjahrsarbeitsschlacht ist die Tatsache, daß im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen, bereits im Monat Februar weitere 25 000 Arbeitslose untergebracht werden konnten. Als Beispiel für den überall verspürbaren wirtschaftlichen Aufschwung seien die Arbeitslosenziffern einiger Arbeitsamtsbezirke willkürlich herausgegriffen. So meldet das Arbeitsamt Mainz, daß allein im Februar die Zahl der Arbeitslosen von 16 713 auf 13186, das sind umrunb 22 Prozentherab-
gesunken ist. Im Arbeitsamtsbezirk Offenbach konnten im Laufe des Monats Februar 2052 Arbeitslose in Dauerbeschäftigung untergebracht werden. Derselbe Stimmungsbericht kennzeichnet die Belebung des Arbeitsmarkts im Bezirk des Arbeitsamtes Niederlahnstein. Im ersten Jahr der Arbeitsschlacht ist die Zahl der Arbeitslosen in diesem Arbeitsamtsbezirk um 6 4,7 Prozent g e - ringer geworden. Von den 211 Gemeinden, die das Arbeitsamt zu betreuen hat, sind 49 bereits vollständig frei von Unterstützungsempfängern. Das Arbeitsamt Limburg meldet im Monat Februar einen Rückgang von fast 1000. Im Bezirk des Arbeitsamtes Darmstadt wurden im Februar 1934 1307 in Arbeit gebracht. Die Kalkindustrie des Lahngebietes, die fast ganz zum Erliegen gebracht ist, verzeichnet einen starken Zugang in Aufträgen.
Die Arbeitsschlacht im Rheingau machte es möglich, bei 83 000 Tagewerken Rodungsarbeiten in den Weinbergen, 1114 Mann zu beschäftigen. Die Werkleitung der Adam Opel AG. hat im Jahre 1933 ihre Belegschaft von 6000 auf 10 000 Mann erhöht und diesen Stand den Winter über gehalten. Darüber hinaus aber hat die Opel AG. nur in ihrem Rüsselsheimer Werk seit Anfang Januar 1934 noch weitere 2000 Arbeitnehmer eingestellt, so daß die Belegschaft heute insgesamt eine Stärke von 12000 Mann erreicht hat.
In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden eines der gewaltigsten Werke, das auf Veranlassung des Gauleiters und des Landesbauernführers Dr. Wagner in Angriff genommen wurde: die Durchführung des Meliorations-Arbeits- und S i e d l u n g s p r o g r a m m s im Ried; ein Gebiet von rund 40 000 Hektar Fläche wurde in Angriff genommen. Neue Dörfer werden entstehen, Hunderte von Bauernsiedlerstellen errichtet und Tausende in der Durchführung dieser Arbeiten Arbeit und Brot finden. Der Weiterbau des gewaltigen in Frankfurt a. M. begonnenen Autobahnenprojektes wird weitere Kreise im Wirtschaftsleben ziehen und vielen Volksgenossen Arbeit geben. Bedeutet doch die Fertigstellung eines Kilometers dieser Straßenanlage 30 000 bis 40 000 Tagewerke Arbeit.
Die aufgeführten Beispiele zeigen eindeutig an, daß die nunmehr beginnende Arbeitsschlacht das rhein-mainische Wirtschaftsgebiet wieder in vorderster Stellung sehen wird. Der Gauleiter erklärte anläßlich einer Unterredung mit einem Pressevertreter: Ich werde den Hauptstoß für 1934 wieder gegen die Arbeitslosigkeit ansetzen. Die bisherigen Erfahrungen im Kampf gegen die Arbeits-, losigkeit haben gezeigt, daß diese Aussprüche des Gauleiters durch die Erfolge bestätigt werden. Wenn heute der Führer inmitten deutscher Arbeiter die Richtlinien und Parolen für diese Zweite Arbeitsschlacht bekannt gibt, so ist es uns unumstößliche Gewißheit, daß der Gau Hessen- Nassau die ihm vom Führer gestellte . ~wfgabe hundertprozentig lösen wird.
Erinnerung und Tat.
Von Zriedrich Wilhelm Heinz.
Heute wird der Führer den Befehl zum neuen Großangriff gegen die Not der Arbeitslosigkeit geben. Ein Winter liegt hinter dem deutschen Volk, in dem zum erstenmal nach dem Willen des nationalsozialistischen Staates fein deutscher Volksgenosse zu hungern und zu frieren brauchte. In beispielloser Opferfreudigkeit hat die deutsche Nation das gewaltige Winterhilfswerk durchgeführt. Was keiner Regierung vorher auch nur annähernd gelungen war, das hat der nationalsozialistische Staat geschafft: durch fünf harte und bittere Wintermonate die Folgen der Wirtschaftsnot zu lindern. Nicht aber um die Symptome dieser Not geht es einer echten Revolution, sondern um die Ursachen. In maßvoller Planmäßigkeit hat sich
Heute Fahnen heraus!
Zur 2. Deutschen Arbeitsschlacht!
langsam der Umbau der gesamten deutschen Staatsund Wirtschaftsstruktur vollzogen. Unter Zurückhaltung der Ausgaben, die nur durch Erfahrung und Erprobung organisch gelöst werden können, find zuerst einmal d i e notwendigen Ausgangs- st e 11 u n g e n für die Groß-Offensive des Frühlings 1934 geschaffen worden.
Es ist für das geplante Werk der Arbeitsbeschaffung und großzügigen Wirtschaftsbelebung der Begriff der „A rb e i t ss ch la ch t" geprägt worden. Dieser bezeichnet schon länaft nicht mehr den rein kriegerischen Einsatz einer Armee zum Zwecke der Vernichtung eines militärischen Gegners, sondern er versinnbildlicht den soldatisch-kämpferischen Charakter, aus dem heraus der deut- j ch e A u f b a u vollzogen werden muß, er kennzeichn net Geist und Lebensstil des neuen Staates, der die Urstände der Nation, Soldaten, Bauern und Arbeiter, unter das Gesetz der „totalen Mobilmachung* stellt, um die Sicherheit des Staates und die Wohlfahrt des Volkes zu gewährleisten. Mit dem 21. März 1934 beginnt gewissermaßen das eigentliche politische Jahr.
Die Frühjahrsoffensive des Jahres 1934 bedeutet also nichts anderes als die innerpolitische Fortführung und Vollendung des Werkes, das am 30. Januar 1933 begann und die Erneuerung der deutschen Nation samt allen ihren Lebensformen im Staatlichen, Wirtschaftlichen und Kulturellen zum Ziel hat. Trotzdem wollen wir für das Werk des Großangriffs gegen Arbeitslosigkeit und Not den Geist beschwören, in dem die deutsche Front- a r m e e am 21. März 1918 zum Kampf um die Entscheidung antrat. Damals offenbarte sich zum ersten Male in seiner ganzen Deutlichkeit das veränderte Weltbild des 20. Jahrhunderts. Eine ungeheure Willensanspannung konzentrierte die Kraft des Volkes in Waffen auf ein Ziel: den Durchbruch. Keiner aus der feldgrauen Millionenfront, der diesen Tag miterlebt hat, wird die gewaltige seelische Erschütterung vergessen, die die Vorberei- tung des Angriffs und der Angriff selbst auslöste. Monate hindurch war das Heer in härtester Schulung für feine Aufgabe erzogen worden. Damals erkannte zumal der junge Nachwuchs der deutschen Armee, daß der gute Wille und die richtige G e - sinnung allein nicht ausreichten, um den Sieg Zu erzwingen. Ein vielseitiges Können mußte von Führer und Mann erworben werden, um mit einiger Aussicht auf Erfolg den Sturmgang antreten zu können. Der „heroische Realismus" des echten Preußentums in seiner unpathetischen Sachlichkeit und in der Selbstverständlichkeit seiner Pflichterfüllung glühte noch einmal auf, ehe einige Monate später die Nacht des 9. November über Deutschland hereinbrach.
Aber die gewaltige Erschütterung dieser Nacht vor dem Sturm mit ihren hastenden Kolonnen, der gigantischen Geschützfront, dem alles zermalmenden Trommelfeuer, dem verbissenen Abwarten auf die Sekunde des Sturmbeginns und schließlich dem erlösenden Aufschrei aus mehr als einer Million von Kehlen stürmender deutscher Frontsoldaten, diese letzte und größte Zusammenballung aller deutschen Kräfte im Weltkrieg blieb beschränkt auf die Grabenreihe zwischen Monchy, Cambrai, St. Quentin, La F6re. Die Heimat war führerlos geworden. Ihr fehlte der Wille zum Sieg und die Unerbittlichkeit des Durchhaltevermögens, weil der deutschen Staatsführung der Glaube an den Sieg und die deutsche Sache fehlte. Zwischen den deutschen Soldaten und der deutschen Staatsführung klaffte ein unüberbrückbarer Riß. Am 9. November 1918 siegte das „andere Deutschland", das fortan vierzehn Jahre lang die deutsche Erde mit Pesthauch des Verrats und der Schande erfüllte.
Die nationalsozialistische Revolutton hat den Weg frei gemacht zum Durchbruch der soldatisch-preußi- scheu Lebenskraft in das Gesamtbereich des deutschen Daseins. Volk und Staat sind heute eins die Führung liegt in der Hand eines Mannes ' ber Frontsoldat und Arbeiter in einem war, die Machte der Zersetzung und der Dienst- Verweigerung sind unbarmherzig ausgetilgt worden.


