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melkonvention garantieren oder die zuständigen internationalen Instanzen, sondern die litauischen Behörden und Gerichte.

Das Gesetz ist ein einziger Hohn auf die Autonomie des Memellandes, ein einziger Bruch des Memelstatuts. Es muhte schon schlimm stehen, wenn sich die Garantie- machte erneut veranlaßt gesehen haben, in Kowno daran zu erinnern, daß man nicht in so unverfrorener Weise sich über vertragliche Bestim­mungen hinwegsetzen kann. Die Frage liegt nahe, welche Folgen der Schritt in Kowno haben wird. Wenn die litauische Regierung glaubt, daß ihr Schutzgesetz uns veranlassen könnte, auf wirtschaft­lichem Gebiet irgend welche Zugeständnisse zu machen, dann irrt sie sich. Sie ist gehalten, die Bestimmungen der Memelkonvention zu erfüllen und nicht die letzten Rechte der Memelländer mit Stumpf und Stiel auszurotten. Wünscht sie einen Kampf, dann trägt sie dafür die Verantwortung. Man kann ihr aber bei dieser Gelegenheit doch empfehlen, einmal einen Blick nach Warschau zu werfen, wo man eingesehen hat, daß der Friede im Osten nur durch gütlichen Meinungsaustausch und durch friedliche Beseitigung aller Konfliktsstoffe am besten gesichert werden kann. Wer diesen Weg nicht beschreitet, muß als Friedensstörer gebrandmarkt werden.

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Selbst um den Preis einer Ministerkrise und einer völligen Verlagerung des innerpolitischen Schwergewichtes hat der tschechische Ministerpräsi­dent an dem Beschluß einer Devalvation der Tschechenkrone festgehalten. Die Sache wird möglichst harmlos aufgezogen, keine Inflation, keine Loslösung vom Golde, sondern eine einfache tech­nische Maßregel der Herabsetzung des Münzfußes, wodurch die Krone den sechsten Teil etwa ihrer bis­herigen internationalen Kaufkraft verlieren würde. Die Begründung klingt sehr plausibel, der tschechi­sche Export hat im Laufe der letzten Jahre mehr als Zweidrittel seines Gesamtumfanges ver­loren. Das entwertete englische Pfund hat alle bis­her den Tschechen vorbehaltenen Märkte erobert, und vor allem gegen die japanische Schleuderkon­kurrenz ist nicht mehr anzukommen. Die Tschechen hoffen also, daß es ihnen gelingen wird, das eng­lische Beispiel nachzumachen, indem sie den In­landspreis halten, aber durch die Herab­drückung ihrer Valuta praktisch gesprochen ihre Exportwaren um den sechsten Teil v e r b i l l i g.e n und dadurch auf dem internatio­nalen Markt die ihnen verloren gegangenen Be­stellungen zurückerobern können.

Das Ganze bleibt aber doch ein Sprung ins Dunkle, der auch von vielen Sachverständigen im eigenen Lande angefochten wird; ein Experiment, von dem man wohl den Anfang, aber nicht das Ende sieht. Die tschechische Währung stand seit un­gefähr zehn Jahren fest, es war gerade der Stolz der Tschechen gewesen, daß sie als erste es verstan­den hatten, sich aus dem finanziellen Chaos der österreichischen Nachfolgestaaten herauszuretten und ihre eigene Währung aufzubauen. Sie haben auch vor einigen Jahren sehr gut daran verdient, weil sie über den Weltmarkt gemessen niedrige Löhne zahlten, also unterbieten konnten. Inzwischen schen ist auf dem Weltmarkt alles billiger geworden, die Kartelle und Gewerkschaften haben aber verhin­dert, daß die Löhne und Preise ebenfalls eine rück­läufige Bewegung annahmen, so daß die Tschechen heute mit ihren Waren plötzlich über dem Welt­markt hängen und nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Die große Frage ist nur, ob sie mit dieser Deval­vation viel erreichen werden. Denn sie doktern da­mit ja nur an den Symptomen, nicht an der Krankheit selbst herum. Sie leiden eben darun­ter, daß ihre industrielle Rüstung, die für das Ausmaß des österreichisch-ungarischen Staates zuge­schnitten ist, für die kleine Tschechoslowakei viel zu groß ist und nun einen Absatzmarkt außerhalb der eigenen Grenzen finden muß. Ihr natürliches (3e= sicht ist nach dem Südosten gerichtet, aber gerade hier ist die Kaufkraft gering. Auch mit bil- iigeren Waren werden sie keine großen Geschäfte machen können, solange sie nicht imstande sind, da­für Agrarprodukte aufzunehmen, und dagegen sperrt sich begreiflicherweise die einheimische Land­wirtschaft. Auch die übrigen Länder aber werden sich durch Kontingente oder Zollerhöhungen gegen diesen erneuten Wettbewerb wehren. Die Gefahr ist also nicht von der Hand zu weisen, daß die Ab­wertung nur ein Schlag ins Wasser ist, bestenfalls für einen kurzen Augenblick hilft, aber dann die Lage nur verschlimmert. Auch das Schick­sal der Tschechen zeigt, daß im Rahmen eines so engen Wirtschaftsgebietes der Ausgleich nicht zu er­zielen ist und daß nur eine Gesundung der ganzen Weltwirtschaft den einzelnen Ländern helfen kann. Aber dazu sind bestimmte politische Vorbedingun­gen zu erfüllen, und dafür waren gerade die Tschechen bisher nicht zu haben.

Deutschlands Vertreter bei der Beisetzung in Brüssel.

B c rl i n, 20. Febr. (DNB.) Gesandter von Keller begibt sich am Dienstagabend als Bot­schafter in außerordentlicher Mis­sion nach Brüssel, um dort als Vertreter des Reichspräsidenten und derReichs- regierung an den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen belgischen König teilzunehmen.

In Brüssel wallfahrten mehr als hundert­tausend Personen zum königlichen Schloß, um den hier aufgebahrten König noch einmal zu sehen. Um 22 Uhr war der Andrang noch immer so gewaltig, daß man beschloß, auch während der gan­zen Nacht die Bevölkerung ins Schloß zu lassen. Der König ist in einem Saal, der genau in der Mitte des Schlosses liegt, aufgebahrt. Der ganze Saal ist schwarz ausgeschlagen, die einzige Be­leuchtung geht von den um den Sarg ausgestellten riesigen Kerzen aus. Zwei Flügeladjutanten und Kriegsteilnehmer in Zivil wechseln sich in der Ehren­wache ab.

Eine Richtigstellung.

N e u s a l z, 20. Febr. (DNB.) Zu der Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros über die I n - schutzhaftnahme eines unsozialen Be­triebsleiters in Liebschütz wird gemeldet, daß es sich nicht um den Leiter der Dampf- z lumenthal in Liebschütz, sondern

um den Betriebsleiter Gentz von der Stärke- und Kartof^elslockensabrik in Liebschütz handelt, der weg^n unsozialen Verhaltens in Schutz- Haft genommen wurde und sich noch in Haft be­findet'. In der Ziegelei Blumenthal herrscht das beste Einver'Nehmen zwischen der Betriebs­leitung, den Angestellten und den Arbeitern.

Keine Senkung der Tariflöhne nach dem 1. Mai.

Eine Erklärung des Berliner Treuhänders der Arbeit.

Berlin, 21. Febr. (DttB.) Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Brandenburg Engel hat eine Erklärung abgegeben, wonach die mit dem 3 0. April ablaufendeu Tarifverträge vom 1. 2H a i ab als Ta- rifordnungen 3 u gelten haben. 3n keinem einzigen Fall darf eine Anterschreitung der damit bindend als Winde st löhne festgesetzten Entgelte ohne die Zustimmung des Treuhänders erfolgen. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

Aus zahlreichen Meldungen ersehe ich, daß all­gemein bei den Belegschaften und auch den Werk­leitungen die Besorgnis besteht, nach dem 1. Mai keine stabilen Lohn- und Ge­haltsgrundlagen mehr zu haben. Viele Werkangehörige befürchten, daß die Löhne und Gehälter willkürlich gesenkt werden könn­

ten. Nach Mitteilungen sollen sich auch Werks- lei hingen gegenüber den Betriebsvertretungen in dieser Richtung geäußert haben. Dadurch ist Un­ruhe in die Wirtschaft gebracht worden. Um all diesen Absichten und all dem Gerede wirksam ent­gegenzutreten, gebe ich bekannt, daß die mit dem 30. April ablaufenden Tarifver­träge ab 1. Mai als Tarifordnung gelten. Die auf Grund der alten Tarife oder Werksvereinbarungen gezahlten Löhne, Ge­hälter und Deputate gelten ab 1. Mai als Grundrichtung, d. h. als Mindest grenze. Darüber hinaus kann entlohnt werden. Eine U n - terfuchung ohne die Zustimmung des Treu­händers der Arbeit ist in keinem Falle ge - st a t t e t.

im Saargebiel erneut bloßgestelli.

Röchling im Berufungsprozeß nur wegen formaler Beleidigung eines Neben­klägers verurteilt. Die Berufung des Staatsanwalts verworfen.

Saarlouis, 20. Febr. (DNB.) In der B e - rufungsverhandlung des Prozesses gegen Kommerzienrat Hermann Röchling, Verlags­direktor Hall, und die drei Mitbeteiligten Mer - cher, Hillmann und D i b 0 wurde am Diens­tag das Urteil verkündet: Danach wurde Kommer­zienrat Röchling unter Verwerfung der Berufung der Staatsanwaltschaft wegen einer durch Verbreitung von Flugschriften begangenen Beleidigung gegen den Berg­mann Dorschei zu 800 Franken Geldstrafe verurteilt, Verlagsdirektor Hall wegen Beihilfe zu 300 Franken, die anderen drei Angeklagten eben­falls wegen Beihilfe zu je 50 Franken Geldstrafe. Im übrigen erfolgte Freisprechung.

In der Urteilsbegründung vor dem Obersten Gerichtshof führte Senatspräsident Acker u. a. aus: Die Flugblätter seien nur gegen Ä i e französischen Schulen und gegen diejeni­gen, ine diese zu propagandistischen Zwecken miß­brauchten, gerichtet. Es kämen daher bei den angewandten Ausdrücken, wie Gesinnungslumpen, Gewaltpolitiker, Agitatoren ufw. nicht Teile der Bevölkerung, sondern nur Einzelpersonen in Frage. Die Flugblätter richteten sich nur gegen solche deutsche Eltern, die unter Druck ihre Kinder in die französischen Schulen schickten. Aus diesem Grunde könne eine Aufrei­zung von Teilen der Bevölkerung gegeneinander nicht als erwiesen angesehen werden. Auch könnte nicht nachgewiesen werden, daß Röchling sich einer Aufreizung bewußt gewesen sei. Noch weniger sei der Nachweis erbracht, daß ein Erfolg der angeblichen Aufreizung eingetreten

feie. Aus diesen Gründen käme ein Verstoß gegen die Verordnung der Regierungskommision vom 28. Juni 1923 nicht in Frage. Auf die beiden Nebenkläger könnte von den angeführten be­leidigenden Ausdrücken nur das Wort G e - sinnungslump irgendwie als zutreffend er­klärt werden. Da sich aber das Flugblatt nur an deutsche Eltern richte, könne der Nebenkläger Kohler nicht von diesem betroffen werden, da er bereits zu diesem Zeitpunkt naturalisierter Franzose war. Dorschei, der n 0 eh Deut­scher war und der fein Kind in die französische Schule schickte, obwohl er nicht unter Druck stand, habe sich durch den Vorwurf der Gesinnungslumpe­rei betroffen fühlen müssen. Aus diesem Grunde müsse in diesem Falle Verurteilung erfolgen. Bei der Festsetzung der Strafe sei zu berücksich­tigen, daß die Tat aus patriotischen, also moralisch achtbaren Beweggründen erfolgt sei. '

Es muß also festgestellt werden, daß die fran­zösische Bergwerksverwaltung ihr erhofftes Ziel, sich durch diesen Prozeß von dem Vorwurf eines unberechtigten Drucks auf ihr Personal in der Frage der Domamalschulen zu befreien, nicht er­reicht hat. Leider jedoch muß festgestellt werden, daß die Bergverwaltung aus diesem Prozeß nichts gelernt zu haben scheint, denn bereits kommen Nachrichten, nach denen französische Schul­leiter, z. B. in der Siedlung Velsen, unter Hinweis auf die Beschäftigung des Mannes bei der Berg- verwaltung die Eltern dazu zu überreden ver­suchen, ihre Kinder auf die französische Schule zu geben.

War Stavisky ein Spion?

Auf neuen Spuren im Gtavisky-Skandal.

Paris, 21. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die pa­riser Morgenblatter berichten, daß nach den in Bayonne umlaufenden Gerüchten der Stavisky- Standal in den nächsten Tagen ein vollkommen anderes Aussehen erhalten könnte. Gewisse An­zeichen deuten darauf hin, daß sich die Tätigkeit Staviskys nicht nur auf die Mllllonen-Betrügereien beschränkt habe, sondern, daß er seine guten Be­ziehungen zu den höchsten Stellen auch geschickt ausgenüht habe, um Spionage zu treiben. Wenngleich diese Gerüchte im Augenblick noch keine feste Form angenommen haben, so nennt man doch in diesem Zusammenhang bereits die Namen der Wiener Künstlerinnen Rita Georg und einer augenblicklich in London weilenden Wiener Tänzerin Marianne Kupfer. Man wundert sich darüber, daß beide unmittelbar nach dem Tode Staviskys Frankreich verlassen haben und daß sich besonders Rita Georg geweigert hat, nach Paris zu kommen, um über ihre Beziehungen zu Stavisky auszusagen. DasJournal" hat von sich aus eine Untersuchung eingeleitet und spinnt den Faden wei­ter. Stavisky, so betont das Blatt, habe sich ein­gehend um die Organisierung der fran­zösischen Grenzverteidigungen be­kümmert. Die pariser Sicherheitspolizei habe sich ebenfalls mit dieser Sache besaßt und erklärt, daß sie verschiedenen Spuren nachgehe, daß sich aber

bisher kein einziges der umlaufen­den Gerüchte bestätigt habe. Die Blätter glauben aber doch, daß sich der Bayonner Unter­suchungsrichter demnächst auch mit dieser Ange­legenheit zu befassen haben werde.

Verstärkung des Sparerschuhes.

Paris, 20. Febr. (DNB.) Jrn Senat stand auf der Tagesordnung ber Entwurf zum Schutz des S pa r ka pi ta 1 s. Der Berichterstatter Lesachö kritisierte die Machtvollkommenheit der Aufsichts­räte gegenüber den Aktionären, und verwies auf die großen Finanzkrachs der letzten Jahre, die dem Kleinsparertum nach seiner Schätzung einen Scha­den von rund sieben Milliarden Francs eingetra­gen haben. LesachL rügte, daß zu viel an st ä n - dige Leute sich vor zweifelhafte Un­ternehmungen stellten. Dank solcher Schirmherrschaft würden die Sparer betrogen. Schließlich bemängelte der Berichterstatter, daß eine Reihe von Personen, die bereits vor Jahren verurteilt wurden, noch immer nicht in Haft genommen seien. Justizminister Che - ron bemerkte, er sei entschlossen, eine völlige Rei­nigung durchzuführen. Man werde die Privi­legien beseitigen, die den Gang der Justiz häufig aufhalten, wenn es sich um Unternehmungen han­delt, die von hohen Würdenträgern der Ehren­legion geleitet werden.

Deutschland sordertVerteidigungs mittel gegen Angriffe aus der Lust.

Eine Unterredung mit Reichslustfahrtminister Göring.

London, 20. Febr. (DNB.) DieDaily Mail" veröffentlicht eine Unterredung ihres Sonderbericht­erstatters Ward Price mit dem Reichsluftsahrt- minifter General Göring. Der Minister sagte dabei u. a.: Deutschland muß eine defensive Luftflotte haben, falls die anderen Groß­mächte nicht bereit sind, ihre Bombenflug­zeuge aufzugeben, und ich glaube nicht, daß sie dazu bereit sind. Wir haben gemeinsame Gren­zen mit Frankreich, Belgien, Polen und der Tsche­choslowakei. Ich muß zwischen 30 und 40 v. H. der gesamten Flugzeugstärke dieser Länder haben. Dies ist die bescheidenste defensive Luftstreitmacht, die die nationale Sicherheit Deutschlands schützen würde. Wir haben keine Militärflugzeuge und auch keine Flugzeugabwehrgeschütze Diese Tatsache macht die Reichswehr und die kleine deutsche Küstenverteidigungsflotte so gut wie zwecklos.

Denn es einem unserer Nachbarn einfiele, uns anzugreifen, so könnten seine Flugzeuge u n - fece Bevölkerung vernichten und unser Gebiet zerstören, ohne daß er

einen einzigen Soldaten über die Grenze schickt. Aus diesem Grunde verlange ich eine defensive Luslstreitmacht, die aus Kampfflugzeugen besteht, und eine angemessene

Ausrüstung mit Flugzeugabwehrgeschühen.

Die Tatsache, daß wir keine Luftstreitmacht haben, beraubt uns vieler Vorteile bei der Entwicklung der deutschen Luftfahrt. Eine angemessene Luftflotte für die Verteidigung Deutschlands mit unseren eige­nen Hilfsmitteln zu bauen, würde zwei Jahre er­fordern, da wir unsere Fabriken würden umwan­deln müssen. Alte Typen eingeschlossen, besitzt Deutschland jetzt rund 300 Zivilflugzeuge. Der Gedanke, daß sie für einen Angriff auf ein anderes Land benutzt werden könnten, das eine Luftstreitmacht besitzt, ist absurd. Dor allem kann ein Zivilflugzeug nicht schnell genug aufsteigen. Man kann einen Kraftwagen für mili­tärische Zwecke geeignet machen, wenn man ein Maschinengewehr hineinstellt. Aber ein solcher Kraftwagen würde gegen einen regulären Panzer­wagen nichts ausrichten können. Dasselbe gilt auch von den Flugzeugen.

Auf die Frage, ob er einen Krieg in Europa für wahrscheinlich hatte, antwortete der General: Ich bin kein Prophet. Aber nie­mand kann leugnen, daß es eine unge­heure Menge von eventuellen Kriegsursachen gibt. Ich hoffe, es sind noch genug Menschen am Leben, die sich an den letzten Krieg erinnern und fick klar machen, daß ein neuer Krieg, wo er auch beginnen würde, sich ausbreiten würde, bis die europäische Zivilisation in einem allgemeinen Blutbade zu Grunde ginge. Wenn alle europäischen Staatsmänner wirkliche Führer wären wie in Deutschland, anstatt unter der Herrschaft demo­kratischer Parteien und parlamentarischer Cli­quen zu stehen, dann würde der Weltfrieden sicher sein. Denn bann würden sie erkennen, daß Krieg keine vorteile bringen würde. Ich sage mit allem Nachdruck, daß die europäische Solidarität außerhalb des Völkerbundes gesucht werden muß, der niemals seinen Charakter als Bund der Sieger gegen die Besiegten und als ein Bündnis zum Schuhe der Siegesbeute verloren hat. Am besten wäre es, wenn alle Staatsmänner in Europa alte Frontsoldaten wären. Der Friedenspakt, den wir kürzlich mit Polen abgeschlossen haben, war nur möglich, weil die Führer auf beiden Seiten Krieg aus persön­licher Erfahrung kennen und wünschen, ihren Ländern die Schrecken des Krieges zu erspa­ren. Ein Mann, der erreicht hat, was Adolf Hitler vollbracht hat, verdient, daß man sei­nem Worte Glauben schenkt. Seine Politik ist Frieden mit Gleichberechtigung. Er hat Deutschland gewonnen, weil er seinen Verpflichtungen immer treu geblieben ist.

Die kommunistische Gefahr besteht noch immer. Sie ist nur unter die Erde getrieben. Die kommunistische Gefahr wird solange schwehlen, wie sie nicht in anderen Ländern ausgelöscht ist. Die Konzentrationslager waren notwendig. Wenn wir den Kommunismus nicht gebrochen hät­ten, so würde er uns gebrochen haben. Ich würde niemals erlauben, daß Gandhi in meiner ©egen» mart als ein Freiheitsheld gepriesen wird; denn ich betrachte ihn als einen englandfeind­lichen bolschewistischen Agenten in In­dien. Dor Jahren habe ich es abgelehnt, einen sei­ner Kollegen zu empfangen, den mir bei einem zufälligen Zusammentreffen jemand anders vorstel­len wollte.

Dimi troff hat vielleicht den Reichstag nicht in Brand gesteckt. Aber er hat sein Bestes getan, um das deutsche Volk zu entflammen. Er war der tätig st e bolschewistische Agent in Deutschland. Ich habe ihm im Gerichtshof ge­sagt, daß er den Galgen verdiene, sei es auch nur wegen seiner verbrecherischen und auf­rührerischen Tätigkeit in Deutschland vor dem Reichstagsbrand. Das ist noch immer meine private Ansicht. Wenn seine Seite gewonnen hätte, dann würde sie uns ohne Gnade aufgefnüpft Haven. Ich sehe keinen Grund, warum wir nach­sichtiger sein sollen. Jetzt ist er sicher hinter Schloß und Riegel. Er wird dort auf jeden Fall vorläufig bleiben. Dort ist er am besten aufgehoben. Ein sol­cher Mann ist zu gefährlich, als daß man ihn auf die Gesellschaft loslaffen könnte. Sein Leben und seine Gesundheit sind nicht in Gefahr und er be­findet sich so wohl, wie es im Gefängnis möglich ist.

Stoßtrupp 1917/'

Uraufführung eines Kriegsfilms in An­wesenheit des Führers.

In Anwesenheit des Führers, des Vizekanzlers, des Reichsministers Heß, des Reichswehrministers, des Reichswirtschaftsministers, des Chefs der Hee­resleitung, des Reichsstatthalters von Epp und zahlreicher anderer führender Persönlichkeiten fand am Dienstagabend im Berliner Ufatheater am Zoo die Uraufführung des Kriegsfilmes Stoßtrupp 1917" statt. Der Film ist unter der Schirmherrschaft der National sozia­listisch en Kriegsopferversorgung nach dem Kriegsbuch von Hans Zöberlein gedreht wor­den. Zwei Stunden Hölle! Granaten aller Kaliber schlugen den Boden an der Asine, in Flan­dern, bei Cambrai. Zwei Stunden spritzen Erd­fontänen, bricht der Boden auseinander, fällt zu­sammen; zwei Stunden streuen Schrapnelle ihr verderbenbringendes Eisen, hacken die Stahlmantel- geschosse schwerer und leichter MG. In dieser Hölle loben, nein hausen Menschen. Sie liegen in den Löchern bis zu den Knien im Wasser. Sie kämpfen gegen einen Feind, den sie kaum sehen. Sie hun­gern und dursten. Dieser Film ist e i n B e k e n n t. ms zu m heroischen deutschen Men- sck) e n, ein Dank an den Feldgrauen und eine Mahnung an unsere Pflicht gegenüber den Opfern öes Weltkrieges gleichzeitig aber auch ein Be­kenntnis zum Frieden von grausamster Eindring­lichkeit.

3m Hamen des Deutschen Volkes. Die Ueberleitung der Rechtspflege auf das Reich.

Das Gesetz zur Ueberleitung der Rechts­pflege a u f das Reich ist jetzt verkündet wor­den und mit dem 20. Februar in Kraft getreten. Sämtliche Urteile aller deutschen Gerichte ergehen danach künftigIm Namen des Deutschen Volkes". Bisher wurden in den Ländern die Urteile ver­schieden verkündet. In Preußen hieß esIm Namen des Volkes", andere verkündeten die Ur­teile3m Namen des Freistaates", die Urteile des Reichsgerichts ergingenIm Namen des Reiches". Eine weitere Bestimmung des Gesetzes überträgt das Niederschlagungsrecht von Verfahren in allen Fällen, in denen bisher die Länder zu­ständig waren, aufdenReichspräsidenten, der aber ebenso wie beim Begnadigungsrecht dar­über entscheiden kann, ob er dieses Recht auf andere Stellen übertragen will. Der Erlaß von A m - n e ft i e n bedarf in Zukunft eines Reichsgesetzes. Länderamnestien können nicht mehr erlassen wer­den. Don großer Bedeutung ist ferner die Fest­legung des Grundsatzes der Freizügigkeit der Rechtsanwaltschaft. Ebenso wird die Gültigkeit aller notariellen Urkun­den auf das ganze Reichsgebiet ausgedehnt.

Am nächsten Sonntag, 25. Februar, werden, wie die NSK. mitteilt, mit den Politischen Leitern der NSDAP., den Führern der HI. und den Führe- rinnen des BdM. auch die Unterführer des Freiwilligen Arbeitsdienstes vereidigt.