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großen, durchbluteten und geschlossenen Strophen dieses antikischen Gedichtes ausgeht, bewahren frei­lich nicht alle Stücke der Sammlung, diein Demut, Dankbarkeit und heißer Liebe" Stefan George zu­geeignet ist. Ueberraschend tauchen neben dem Namen Georges und den Gestalten des griechischen Sagenkreises Erinnerungen etwa an Eichendorff oder an Paul Gerhardt auf; sogar eine Zeile von Hartleben steht als Motto über dem schönenLiebes­lied in der Frühe". Nicht minder überraschend neben so rein empfundenen und klar gefügten Gedichten wie demSichelmond",An Elisabeth" oder der Erinnerung an meinen Großvater Adam Damm" mancherlei Härte, Unsicherheit und Unzulänglichkeit der inneren und der äußeren Form, der Reime und selbst der Betonungen. Es fehlt an Raum, auf der­gleichen Schwächen wie auf die Schönheiten der Sammlung mit Beispiel und Gegenbeispiel aus- führlicher einzugehen. Man sollte aber den Mut haben, einen Band Lyrik nur nach den stärksten der in ihm enthaltenen Leistungen zu bewerten, und man sollte bedenken, daß es nicht allzuviele Gedichtbücher gibt, die wir um mehr als nur um jener fünf oder sechs vollkommenen Strophen willen lieben, die wir darin finden. Auf das BuchMar- syas" angewendet: wenn Höhe und Haltung dieser fünf oder sechs der ferneren Entwicklung des uns bisher unbekannten Autors Maß und Richtung geben, wird sein nächstes lyrisches Buch eine reife und innerlich ausgewogene Gabe sein.y

Hochscdulnackrichten.

Professor Dr. Carl August E m g e, Ordinarius für Rechtsphilosophie und Soziologie an der Uni­versität Jena (früher als Extraordinarius in Gie­ßen) ist zum ordentlichen Professor an der Uni­versität Berlin ernannt worden.

Professor Dr. Kurt P o h l i s ch, Extraordinarius an der Universität Berlin, ist zum Ordinarius der Psychologie an der Universität Bonn ernannt worden.

An der Technischen Hochschule München mür­ben der Ordinarius für Maschinenbaukunde, Geh. Baurat Dr. Rudolf Krell, und der Ordinarius der anorganischen Chemie, Geh. Regierungsrat Dr. Wilhelm M a n ch o t, ihrem Ansuchen entsprechend mit Wirkung vom 1. Januar 1935 an von der Der. pflichtung zur Abhaltung von Vorlesungen befreit.

Professor Dr. Käppis in Hannoverhat einen Ruf auf den freigewordenen ordentlichen Lehrstuhl für Chirurgie an der Universität Würz­burg erhalten.

Professor Dr. Erich Feine, Ordinarius für deut- sches Recht und Kirchenrecht an der Universität Tübingen hat einen Ruf an die Universität Heidelberg erhalten-

Donnerstag, 28. Dezember 1934

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

!97 Zweites Blatt

irunq für Geheimrat Professor Dr. Sommer

Aus Oer Provinzialhauptstadt

Geheimrat Professor Dr. Sommer bei seinen Dankesworten.

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Kontokorrent 3durch6escd

' Wfr 'S L kann jeder soviel Tcmnen UN halten. Dazu kann sich ja ruhia der blauschwarze wie L sch habe mir sogar Nachthimmel über die Krippe Hannen, wie man

FroWn, Schwung, Spannkraft, und ein offenes Hertz z> eigen gewesen, Eigenschaften, die sich immer

über die besondere Art seines Schaffens; er sprach von persönlichen Eigenarten und fand Worte, die sein Wesen allen verständlich werden ließen. Er be­tonte, daß die vielen Interessengebiete, denen er sich widmete, verfolgt worden seien aus einer Grund­anschauung heraus. Er gab ferner einen Ueb erb lick über fein Verhältnis zu den anderen Fakultäten der Universität und erinnerte in diesem Zusammen­

hänge an viele Männer, mit denen er gegenseitige fruchtbare Zusammenarbeit gepflegt habe. Mit einem dreifachenvivat, crescat, floreat" auf die Universität und mit einemSieg-Heil!" schloß Ge­heimrat Prof. Dr. Sommer seine von Humor gewürzten Ausführungen.

Nach einem weiteren Musikstück gab es für den Jubilar noch viele persönliche Glückwünsche.

Gießener Einzelhändler werben!

Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest tritt auf der heutigen Sonderseite mit Empfehlungsanzeigen ver­trauenswürdiger Unternehmungen des Gießener Einzelhandels noch einmal der Wappenhüter hervor als Sinnbild des Einzelhändlers in feiner Eigen­schaft als Berater für Qualitätswaren. Jeder ein­zelne Geschäftsmann in der Gemeinschaft der An­zeigen ist Gewährsmann für die Güte seiner Waren. Der Käuferschaft in Stadt und Land ist damit die Sicherheit geboten, den Geschenkbedarf zu Weih­nachten wie auch zu jeder anderen Zeit des Jahres trotz höchster Leistung preiswert zu decken. Mögen alle Volksgenossen reichlich Gebrauch machen von diesen Vorteilen. Der Einzelhandel ruht bestimmt nicht aus, er rüstet vielmehr zur Fortführung der Arbeitsschlacht für das neue Jahr, das heraufzieht. Deshalb: Unterstütze das Arbeitsbe- fchaffungsprogramm durch den Kauf von Qualitätsware beim EinzelHändler.

wieder im täglichen Leben äußerten. Ueberall in der hessischen Bevölkerung erfreue er sich herzlichster Sympathie. Ihm, dem Nachfolger, werde es schwer fallen, dafür zu sorgen, daß es eines Tages nicht mehr heiße:Gehste bei Sommern!", sondern ge­sagt werde:Gehste bei Hoffmann!" An diesem Ehrentage des Jubilars solle aber auch für ihn vorwärtsgeschaut werden. Beste Wünsche begleiteten ihn in seine Zukunft, es möge ihm vergönnt sein, in gesundheitlicher Frische alle seine produktiven Kräfte in den Dienst der großen Sache zu stellen. Das Wort Goethes:Dieweil ich bin, muß ich auch tätig fein!" möchte ihm ein Geburtstagsgeschenk fein.

Ge. Magnifizenz der Rektor, Professor Dr Pfähler

Rechtzeitig kaufen!

Nach dem regen Käuferverkehr am Kupfernen und am Silbernen Sonntag erwartet unsere Ge­schäftswelt von dem bevorstehenden Goldenen Sonn­tag einen neuen und starken Auftrieb für ihre Ge­schäfte, der nicht nur ihnen selbst, sondern auch ihren Mitarbeitern und darüber hinaus dem großen Kreis der an der Herstellung der Waren beteiligten Volks­genossen zugute kommen soll. Schließlich folgt dann noch die letzte Kaufmöglichkeit am anschließenden Heiligen Abend, bei dem erfahrungsgemäß immer ein erheblicher Ansturm der Käufer zu bewältigen war.

So sehr jeder Geschäftsmann alle Möglichkeiten seines Warenabsatzes und einer Steigerung des Verkaufsgeschäfts begrüßt, für dieses Ziel auch man­cherlei persönliche Unbequemlichkeiten und Schwie­rigkeiten (man denke nur an die Hetze in den Nach­mittagsstunden des Heiligen Abends) in Kauf nimmt, nur um seiner Kundschaft zu dienen, so lebhaft begrüßt er es, wenn die Einkäufe nicht bis zu den letzten Tagen oder bis zu den allerletzten Stunden aufgeschoben werden. Früherer Ein­kauf ist nicht nur für den Geschäfts­mann wünschenswert, sondern ebenso für den Käufer selb st von Vorteil. Man vergegenwärtige sich nur einmal die Hast und die Nervösität, die über jedem Kaufgeschäft unmittelbar vor Torschluß liegen, die ein ruhiges und sorgsames Prüfen der Waren unmöglich machen, zum minde­sten aber sehr erschweren. Demgegenüber erinnere man sich des starken Vorteils, den der Käufer aus der Möglichkeit der ruhigen und unbeengten Aus­wahl der Waren ziehen kann. Wer frühzeitig ein­kauft, jetzt noch die letzten Tage dieser Woche dazu benutzt, der wird bei dem Geschäftsmann und feinen Mitarbeitern unzweifelhaft ein viel stärkeres Ein­gehen auf persönliche Neigungen und Wünsche fest­stellen können, als wenn der Kauf erstfünf Mi­nuten vor zwölf" vorgenommen wird und dadurch eine ausgesprochen individuelle Bedienung der Kunden ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Aber auch aus sozialen Gründen sollten sich alle Käufer zu möglichst frühzeitigem Einkauf entschlie­ßen, denn jedermann muß sich verpflichtet fühlen, auf die Gesundheit und die körperliche Leistungs-

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gebaut. . .,

Man weiß also immerhin Bescheid in dem weih­nachtlichen Zubehör und findet, der Lichterbaum habe so etwas wie einen realen Hintergrund er-

Zeitige Direktor der Nervenklinik und Amts- I c ,er von Geheimrat Prof. Dr. Sommer. Er -,...Iht> zunächst seine Glückwünsche dar, erinnerte er Zeit vondo vielseitige Wirken des Jubilars an dieser ..... . /(Sfäfajba ihm im Laufe seines über 40jährigen itatigt werde s23i rite 75 Semester zu Füßen saßen, die ihm pp)chöfische Bildung und psychiatrisches Wissen SZember 193<Dlrb|i(irjcn. Er, der Amtsnachfolger, fühle sich ver-

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Mc chön, sagten sich da die Leute, die Bauern im 0 eretid)" genau so wie die Baumschulen in $ifc der Handel mit Topfpflanzen, und wären sie & so exotisch, ist nicht verboten lassen wir ha [tu Wurzeln dran! Und so geschah und so

ein ganzes Wäldchen von Weihnachtsbäumen kom- men'laffen und unter die Pinien von Tuskulum ge­pflanzt, die Bauern staunten wie die Hirten der heiligen Nacht, und es grünte und gedieh und wir hingen unser heimisches nordisches, ach so törichtes deutsches Herz daran bis im vergangenen Som­mer Feuer den grünen Traum zerfraß, ein natür­lich ganz zufällig auf der Nachbarwiese ausge­brochenes Feuer

Das soll uns nicht hindern, auch heuer wieder unseren Weihnachtsbaum zu finden. Wir können ihn auf der Straße kaufen, an einer der waldgrü­nen Ecken, die sich allerdings ein bißchen unge­wohnt im Rom der winterlichen Nelken und Nar­zissen. ausnehmen, wir können zum Blumenhändler gehen, wo das harzige Grün so ergreifend zwischen den roten Azaleen steht, sogar im Einheitsgeschäft bietet man unter Bergen von Nürnberger Tand, unter quieksendem und rasselndem und zischendem und trompetendem Spielzeugkomplette" Christ­bäume an.

Alberi di Natale! Sie sind jetzt auch aus der südlichen Weihnacht nicht mehr wegzudenken. Sie stehen und leuchten im Schaufenster der zwei be­scheidenen Warenhäuser Roms, sie sind behangen mit bunten Kugeln und Glitzerketten, auf den Zweigen liegt Schnee. In den römischen Schau­fenstern schneit es in diesen schirokkowarmen Tagen, schneit es an Schnüren, wie sie der Einkaufsreisende im Norden gesehen hat, Puppen rodeln vereiste Hänge herab, die Kinder drücken die Nasen platt und tun so, als wenn sie blaugefroren wären und gerade von einer Schneeballschlacht kämen. In Rom. Aber es läßt sich nichts mehr dagegen einwenden, wie der Lichterbaum ist auch der Wintersport im tiefen Süden eingekehrt und kein Mensch möchte ihn als ausländischen Unfug verbannen. Auf den römischen Mietsdroschken sieht man immer häufiger Ski verpackt, es sind auch das ein Durchbruch durch die Front einer starren Sitte meistens zwei Paare. Auf den Gran Sasso dItalia haben sie eine Seilbahn hinaufgebaut, ein modernes Hotel, es sieht wie in den Dolomiten dort aus, und ob Sie es nun glauben oder nicht, man begegnet Römerinnen, die gestern mit züchtig gestrafftem Rock im Salon faßen, auf einmal in Hofen. Und die Welt geht nicht unter. In vier Stunden bringen uns Wintersportzüge auf die Schneefelder, ja, Mussolini hat seinen guten Quinten die Schnee­berge Roms bis vor die Haustüre gebracht, hat eine Autostraße auf den Terminillo, ein ideales Skigebiet auf den nächsten Abruzzenbergen, hmauf-

fähigkeit der Volksgenossen, die hinter dem Laden­tisch zur Bedienung der Kundschaft bereitstehen, in gebührender Weise Rücksicht zu nehmen, weil es sich dabei nicht allein um das wertvollste Gut eines anderen Menschen, um seine Arbeitskraft, sondern in dieser auch um ein Stück gesamtdeutscher Volkskraft handelt.

Wer den Weihnachtseinkauf unter diesen Gesichts­punkten betrachtet, wird mit uns der Meinung sein, daß er nicht nur seinem persönlichen Vorteil bient, sondern auch der Gesamtheit nützlich ist, wenn er seine Weihnachtseinkäufe s o früh wie möglich vornimmt. Die Verwirklichung dieses Entschlusses wird in diesem Jahre dadurch erleichtert, daß sowohl bei den Behörden als auch in zahl­reichen Privatbetrieben die Bezüge der schaffenden Volksgenossen schon heute oder morgen ausgezahlt werden, also noch zu guter Zeit vor Weihnachten Geld unter die Leute gebracht wird. Wenn der Fa­milienvater natürlich auch seine Haushaltsrechnung mit der früheren Zahlung in Uebereinftimmung bringen muß, so wird ihm aber doch dieFinanzie­rung der Weihnachtskäufe" in diesen Tagen vor dem Feste willkommen sein. Aus dieser Sachlage heraus handle man nun durch rechtzeitigen Einkauf zum Nutzen aller Teile!

Deutsche Arbeitsfront.

JISO.Kraft durch Freude."

Heute 20.30 Uhr findet in der Aula des Gym­nasium ein offenes Weihnachtssingen un­ter Mitwirkung des Lobeda-Chors im RVH. statt. Alle singfreudigen Arbeitskameraden sind herzlichst eingeladen werden. Der Eintritt ist frei.

Achtung!

Gaar-Abstimmungsbsrechfigte!

Es ist festgestellt worden, daß Personen sich unbe­rechtigterweise als Saarobleute ausgeben. Den Saar-Abstimmungsberechtigten wird daher bekannt- gegeben, daß die Saar-Obleute besonders gedruckte Ausweise haben, die von der GeschäftsstelleSaar­verein" Berlin ausgestellt wurden und mit Stempel versehen sind. Die Abstimmungsberechtigten wollen sich in allen die Saar-Abstimmung betreffenden Fragen an die Leiter der Ortsgruppen der einzelnen Saarvereine, ober an bie mit befonberem Ausweis versehenen Saarobleute roenben.

Die GeschäftsstelleSaarverein, Berli n", Stresemannstraße 42, gibt Folgenbes bekannt: Bei ber Aufstellung ber Listen ber Saarabstimmungsbe­rechtigten für bie Eisenbahnfahrkarten hat sich er­geben, baß Briefsenbungen wegen nicht mehr zu- treffenber Anschrift als unbestellbar zurückgekommen sind. Die Saarabstimmungsberechtigten, bie in letzter Zeit ihren Wohnsitz veränbert unb ihre neue Anschrift noch nicht gemelbet haben, werben deshalb hiermit ebenso höflich wie bringenb gebeten, ihre oeränberte Anschrift ihren Ortsgruppen unb ihren Saarobleuten umgehend mitzuteilen, bamit die Eisenbahn­fahrkarten ihnen rechtzeitig und rich­tig zugestellt werden können.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 20. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse,

WH eistuDSen .

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Jjf ^rgerichtet.

idni musikalische Darbietung (Mitglieder des «leaterorchesters) leitete die Feier ein. Schwe- ...i r Klinik brachten bann bas LiebGott iind ausgezeichnet unb zur großen Freube

, niaSoe6 i^iiilars zu Gehör. Hierauf sprach

Professor Dr. Hoffmann

. estrigen Mittwoch fanb in kleinem Kreise von 1 if eriunb des Personals der Klinik im Hörsaal ,) Wchiatrischen Klinik Am Steg eine Feier an- ( j[|®lOes 70. Geburtstages von Geheimrat Prof, o i e r statt. Der Saal war mit der Flagge > I Tuten Reiches und mit frischem Grün schön itft. Der Platz des Jubilars war besonders

sprach hierauf für die Universität. Er übermittelte zunächst den Wortlaut eines Brieses von Professor Dr. St r ü g e r von ber Deutschen Gesellschaft für Psychologie und wies darauf hin, wie gerade Ge­heimrat Prof. Dr. Sommer in der Führung dieser Gesellschaft nicht zu missen und wie herzlich gerade er der Gesellschaft verbunden sei. Sodann über- brachte er die Grüße und Glückwünsche der Univer­sität, die nicht nur dem Wissenschaftler, sondern auch dem Menschen gelten sollten. Er habe vielen vor­wärts geholfen unb er, der in dem Wissensgebiete ber Psychologie alle Felber beschritten habe, sei weit über die Grenzen dieses Wissens hinausgestoßen, sei vielen Dingen des Ledens nachgegangen mit aller innern Straft. Alle feine Arbeit fei begründet in echtem Volkstum. Keiner sei im Volke unserer engeren Hei­mat so bekannt wie er, kaum einer so stark im Volke verwurzelt wie er. Der Jubilar habe das Leben^geschaut, es gemeistert unb sich eine Fülle von sichtbaren und unsichtbaren Denkmälern gesetzt, lieber sein Leben könne das Wort stehen:Sommer barbarus", das heiße:Der, der stärker ist als an­dere". Als äußeres sichtbares Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte der Rektor dem 70jährigen Jubilar einen schönen Blumenstrauß.

Geheimrat profeffor Dr Sommer

sprach sodann den Rednern herzlichen Dank aus und gab anschließend in vielfältigen Ausführungen einen Ueberdlick über sein Schafffen, insbesondere

......

***,

Ä desLichierbaumesimSüden

.miserem römischen E.-Korrespondenien.

Rom, im Dezember.

Alk'Jahre wieder kommt ber Mann mit bem hinc^neisenben Zeigefinger unb möchte bie Christ- bäuuiri roenn sie sich nicht gleid) bavonmachen, am lieber verhaften. Er setzt sich wütend hin und schrcMin die Zeitung, diese Fremden hätten nichts im!>)$)e zu suchen, sie seien ein barbarischer Un- fukn nm habe nordische Gebräuche nicht nötig, denn für kqhnachten seien die Krippen da. Und viele ge- bdn ifciofe Leser nicken Zustimmung.

YMi läge der Gedanke, sich zu fragen, ob die Krupp nicht vielleicht auch in diesem barbarischen NorÄn zuhause seien und was man wohl im Sü­den i iiu2n würde, wenn nun die Zeitungen jenseits der ' Loen ihre Ausweisung verlangen und sich mehist l inken würden als ihre Brüder.

Albi der Streit wird alle Jahre wieder auf die { elfte, die zum Herzen gehende Weise geschlich­tet: ^ikj schwarzlockigen Kinder des Südens staunen gcmia: o wunderselig in den Kerzenschimmer wie die Ittiiben dort broben unb ba über die italieni­sche d kmilie Seine Majestät das Kind regiert, unb ba iic chließlich ber Sieg bes Lichts auch vom- mifcfeni^alenber verzeichnet wirb, bleiben bie gnes- gräm'rn Nörgler in hoffnungsloser Minderheit. Vor!« ^whr zu Jahr werden der Lichterbaume

D)<! Krieg gegen den Weihnachtsbaum ist zu- wemomit scheinbar boshafter Harte geführt wor­den^ bi erregte deswegen internationales Aussehen. Es si 5 einmal, ber 'Faschismus habe ben Sud- tiroiln bie Christtanne verboten und damit bie Axtt l» eine ihrer heiligsten Sitten gelegt. Das ist richsth unb nicht; scheinbar boshaft, in Wirklich­keit« lb.ir war es nur eine Auswirkung der italie» nisächiWefetzgebung, die grundsätzlich für alle Lan- desütäl gleich sein soll. Allerdings litten die deut­sches iötamme südlich des Brenners am meisten iarM r. Das Gesetz untersagte nämlich allgemein, untti) les war im Zuge der so dringend notwendi- genji lisiforstung verständlich, das Fällen von Bäu- tnern - u Ausnahmen konnten sich die Behörden Nicstst ''tfchließen, die römische Zentralgewalt stand ja L it 23em Weihnachtszauber fremd gegenüber. Unb ßasü Z setz gilt heute noch, kein geschlagener Dackii warf auf ben Markt kommen.

pfiidbh bas Werk, das Geheimrat Sommer be- (9QC0 erlabe, fortzuführen und gewissermaßen auf

iQuvv VlGliicin Jii schultern weiterzubauen. Es fei nicht nur, so f WAS ber Rebner u. a. aus, ernste Pflicht, son- bern: md) eine angenehme Freube, bem Jubilar in] rWenen aller Versammelten am heutigen Tage IM Anerkennung zu erweisen. Glücklich könne

11*vllmanc im preisen, ber von sich sagen könne, baß ^*w*Ä*eun9ll^oäc6te Kraft auch den 70jährigen ziere. Dem jCTroöKmbilailfei es vergönnt, in unverminderter Frische und ii L indigkeit zu schaffen, seinen Ruhestand zu ^nieijrsiirbeitsstanb zu machen; er könne bas Lebens- eil Ile nb en, bas er begonnen habe, lieber sein lllPjW ßeb.H iiönne man bas Wort Goethes setzen:Der- UNWmcUj ic bin, muß ick; auch tätig sein!" In seinen toeitieii i Ausführungen beschäftigte sich ber Rebner Programm mit, & wissenschaftlichen Arbeit von Geheimrat ag bis l.Feiertif Q^rünf2. Sommer unb umriß das Werk des , . OeLilr--n. Gleichzeitig wies er auf die Organifatio- Lustspiel. ms - neni hie jmfd) feine Initiative erstanden sind Erfolgsfilme u. un&fl f ; Wissenschaft von großer Bedeutung lounibi- Bei aller Arbeit sei bem Jubilar stets

ihn aus Tripolis kennt. Madonna mia, auch bort- hin ist es nicht mehr weit. Man kann nach bem Mittagessen ins Flugzeug steigen unb ist bann zum Tee in Tunis. Wozu also bie Aufregung um ben angeblich auslänbischen Weihnachtsbaum? Erwächst in Italien, man hilft ben Gärtnern, wenn man einen kauft, er ist bie schönste Erinnerung an bie Bozener Sommerfrische geben Sie mir einen netten albero di Natale, prego!

Billig ist er natürlich nicht, benn um bas Aus­trocknen ber Wurzeln zu verhüten, pflanzen bie Baumschulen bie Fichten in Lehm unb versenben sie bie Bäume kommen fast ausnahmslos vom regenreicheren Sübfuß ber Apenninen, von Pistoia mit ber von ben Wurzeln umklammerten Mut­tererbe, bem pane ober Brot, wie ber bilbhafte Ausbruck lautet. Das wiegt natürlich, bas kostet viel auf ber Bahn. So um bie 20 Lire für ein meterhohes Bäumchen muß man schon ausgeben. Einmal zu Hause, kann man bie Wurzeln selbst- oerstänblich abschneiben unb ber Baum steht in seinem Stänber, ohne daß das Gesetz verletzt wor­den wäre. Wer ein Gärtchen hat, schält aber seinen Schatz vorsichtig aus der Strohhülle und pflanzt ihn nach getaner Pflicht in die Erde. Den römischen Sommer freilich überstehen die wenigsten.

Die Pflicht tut der Lichterbaum allerdings in der Regel erst dann, wenn der Italiener den Freuden­tag der Kinder feiert: den Dreikönigstag. Und bei nicht wenigen Instituten und Vereinen zieht sich die Sitte des Albero di Natale, gewöhnlich mit einer Tombola verknüpft, oft bis in den Frühling hinein. Am Weihnachtstisch duftet es nicht nach Harz und Wachs, sondern nad) Truthahn, und Capodanno oder Neujahr beherrscht der feiste Aal. Doch so oder so, der Christbaum ist da, das heilige Licht, es hat auch im Süden gesiegt.

Marsyas."

Von dem phrygischen Satyrn Marsyas erzählt die griechische Sage, er habe die von Athene wegge- worfene Flöte gefunden, alsbald verzückt darauf zu spielen begonnen und sich mit dem neidisch vom Olymp niedersteigenden, die Leier schlagenden Apol­lon in einen Wettstreit eingelassen. Der Olympische, dem die zur Entscheidung aufgerufenen Musen den Sieg zusprachen, habe den unterlegenen Marsyas an eine Fichte gebunden und ihm grausam und rachsüchtig die Haut abgezogen. Die rnnthologisch ferne Gestalt des also geschundenen Marsyas, viel­fach dargestellt in der klassischen Kunst, gab ihren Namen einem Gedichtbande von Otto Damm (Darmstädter Verlag, Darmstadt 1934 630) und in diesem Bande dem großen ersten unb übri­gens auch besten Gedicht: hier ist der mythische Vorgang dichterisch empfunden, lebendig und melo­disch gestaltet. Den reinen Eindruck, der von den

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