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Lr. 272 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

in

Der Führer bei der Brzeziny-Keier

lf der schon vor über zwanzig Jahren in China itiulierte: Jeder unserer Missionare ist mir geschäft-

iriulierte: Jeder unserer Missionare ist mir geschäft- dj tausend Dollars wert, warum soll ich ihm nicht

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Frisch

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So

iigfeit hoch bezahlen zu lassen. Kann Japan über-1 dacht sein. Indien ist vor dem japanischen Ehrgeiz :iipt im Ernst daran denken, sich die Kosten einer: nicht sicher, zumal die Engländer es ohnehin mit der totte gleich der Englands und Amerikas aufzubür- starken indischen Unabhängigkeitsbewegung zu tun m? Auf die Dauer sicher nicht. Die japanische Re- haben. Darum wird jetzt nun schon zum dritten Mal

Ein paar Stimmen murmelten Unverständliches, das WortDüsterfink" fiel, und dann keck aus jungem Munde wie ein Kampfruf, eine Heraus­forderung:Unke!"

Fink nahm keine Notiz davon, und da der Spott­vogel, der noch eine Zeitlang weiterkrächzte, auch sonst keine Beachtung fand, war rasch wieder die gewohnte Stille im Wagen eingekehrt. Die Raucher klopften ihre Pfeife aus und schoben sie in die Tasche. Der Zwischenrufer hatte sich zwischen flin­ken Fingern eine Zigarette gedreht und ließ sich von seinem Nachbar Feuer geben. Die meisten

Hongkong ist für den Zweck zu entlegen und auch haben. Ohne Kampf wird aber Rußland aus dem lange nicht mehr modern genug befestigt. Singapore Fernen Osten nicht weichen, und sein Bündnis mit sollte zuerst Flottenstützpunkt erster Ordnung wer- Frankreich wie sein Eintritt in den Völkerbund sind

Breite des Stillen Ozeans fahren und in den Gewässern Ostasiens schlagen. Dazu haben sie nur den einen, nicht allzu sicheren Stützpunkt M a - nila. Sie haben aber am stärksten von allen See­mächten ein für Japan gefährliches Kriegsinstrument ausgebaut, nämlich die Flugzeug-Mutter­schiffe. Ein solches Schiff kann weit aus dem Be­reich einer Seeschlacht bleiben, kann weit von einem anzugreifenden Objekt aus dem Lande, außerhalb jeder Sicht, stationiert werden, und die Flugzeuge, die es entsendet und die wieder zu ihm zurückkehren, können sehr entscheidende Wirkungen ausüben. So

Heute fuhren sie durch die frühe Dunkelheit eines Winterabends zur Nachtschicht. Die verschneiten Fluren begannen im Licht des Mondes zu schim­mern wie ein spiegelblanker Tanzboden, über den die Baumgerippe in gespenstischem Reigen dahin- wirbelten. Der ganze Wald war in tollem Aufruhr, als ob die Geisterstunde bereits angebrochen wäre. Manchmal sah es aus, als habe sich ein ganzes Rudel Bäume auf dem Weg zusammengedrängt, um dem Wagen die Durchfahrt zu sperren. Plötz­lich aber stoben sie auseinander und hopsten mit schwenkenden Armen davon. Fink, der in einer Ecke saß und durch die angelaufenen Scheiben stierte, schüttelte den Kopf.Das sieht gerade so aus", sagte er dumpf in eine Stille.hinein", als ob wir nicht weiterfahren sollten!"

Was sieht so aus?" fragte sein Nachbar.

Na, das Getue der Bäume da!" entgegnete Fink schon wieder dem Fenster zugewandt.

Fink fuhr noch manchmal mit in den Berg, bis er die Altersgrenze erreicht hatte. Und noch manch­mal wurde er wegen seinerAhnungen" teils ge­foppt, teils heimlich bestaunt. Und als er nicht mehr ihr Kamerad war, da meinte der und jener, jetzt werde er wohl hundert Jahre alt, denn einer, der es so wie derDüsterfink" verstehe, dem Un­glück aus dem Wege zu gehen, den könne der Tod

verloren und ohne siegreichen Krieg nicht wie­derzugewinnen. Diesen Krieg scheut Rußland, weil ein ungünstiger Ausgang wahrscheinlich ist. Sein stärkstes Activum an Ort und Stelle gegenüber einem japanischen Angriff ist seine Position in Wladiwostok, das als Flugzeugbasis nur 5 bis 6 Stunden von Tokio entfernt ist. Eben darum ist es den Japanern ein Dorn im Auge. Japan hat wohl kaum Absichten auf Ostsibirien, aber es wünscht

Kein Fuß breit von der Böschung weg", stellte Fink mit seltsamer Betonung jedes einzelnen Wor­tes fest, nachdem er die Scheibe mit dem Rockärmel blank gewischt hatte. Er stieg aus. Der Wagen­führer schimpfte auf den vergletscherten Weg. Noch einige ältere Männer gesellten sich zu den beiden. Sie hatten die Gefahr gar nicht erkannt, sie waren

den; jetzt wird es der größte und am stärksten ge- mit durch die Vorstellung bedingt, daß es für den deckte Flug Hafen der Welt. Es beherrscht die Fall eines ostasiatischen Krieges Sicherung an seiner Durchfahrt aus dem Stillen in den Indischen Ozean, gegen Europa gekehrten Front braucht. Auch das aber heutzutage würden weniger Landbatterien und japanische Oelmonopol in der Man- Schiffe die Verteidigung führen, als Bombenflug-' ö f d) u r e i, so sehr die Japaner es zu verschleiern zeuge, die einem zur See anmarschierenden Feind versuchen, die Flugzeug-Mutterschiffe der Amerika- schon auf weite Strecken entgegenfliegen, ihn auch ner und der englische Riesenflughafen in Singapore auf Umwegen abfassen und weithin verfolgen kön- sind alles Sicherungengegen" oderfür" den nen. Und gerade in der Flugwaffe gelten Japa- Krieg.

ihren Kopf in die Hände. Der Wagen hatte jetzt die Höhe genommen und begann in Serpentinen abwärts zu rollen. Es ging rascher, als das An­klimmen. Plötzlich in einer weit ausladenden Kurve

geriet der Wagen, wie von einer unsichtbaren Hand aus seiner Fahrbahn gestoßen, ins Rutschen. Fink und einige ältere Kameraden waren aufgesprungen. Die Bremse knirschte.

Begleiter. Sie hörten es noch ein Weile fortbrum- men und dann tutete es noch einmal, als ob es ihnen Zurufen wollte, wie weit es schon sei. Man schritt aber auch verteufelt schlecht auf dem hart­gefrorenen Schnee, und die Stöcke mit ihrem eiser­nen Stachel mußten fest mithelfen.

Wir wären vielleicht doch besser mitgefahren!" knurrte der eine Gefährte. Er bekam keine Antwort. Fink, der ausgeglitten und beinahe gestürzt war, hatte mit seinem herumfuchtelnden Stock schier noch feinen Nebenmann zu Fall gebracht. Dann ging es mit einem Male besser. Ein Stück Tannenwald, der mit feinen Riesenstämmen die Böschung her­aufkam, hatte die Schneegestöber wohl aufgefangen, denn zwischen ihm war die rauhe Wegerde unbe­deckt gefroren. Sie nutzten die Gelegenheit und nahmen die Schritte schneller.

Da hupte ein Auto mit langgezogenem Ton, wie ein Eifenbahnzug pfeift, der eine Blockstation wissen lassen will, daß er vor dem Signal liegt und nicht weiterkann.Ich möchte wetten, daß das unser Kasten ist", sagte Fink, der stehenblieb und horchte. Daß es sein Hupenklang wäre, bestätigten auch die andern. Und ebenso waren sie sich darüber einig, daß das wiederholte Signal aus gleicher Entfer­nung komme. Also müßten es Hilferufe fein, meinte mit erregter Stimme der sonst so gelassene Fink, und sie liefen, so gut sie der wieder verschlechterte Weg vorwärtskommen ließ. Als sie hinter einer Kurve eine gerade Strecke weithin übersehen konn­ten, rief das Auto wieder. Diesmal so nahe, daß sie bestürzt einander ansahen und bann die glitzernde Straße mit angestrengten Blicken abtasteten.

Es war zunächst nichts zu entdecken. Aber etwa einen Steinwurf weiter sahen sie schon das Ge­schehene: Der Wagen, ihr Wagen, hing mit seinem Vorderteil oben am Hang, während die Hinter­räder abgeglitten waren. Etliche umgerissene Bäume des Böschungswaldes hatten sie vor gänzlichem Ab­sturz bewahrt. Von den Fahrern war, wie sie er­fuhren, ein Teil durch die Hintertür, die einer auf­gerissen hatte, hinausgeflogen, die übrigen, die sich im Innern festgeklammert hatten, waren mit dem Schrecken davongekommen. Glücklicherweise gab es nur Schürfungen, Quetschungen und Verstauchun­gen, keine Schwerverletzten. Sehr kleinlaut war der jugendliche Kräher geworden, der nicht auf den rechten Fuß treten konnte. Er blieb bei dem Wagen­führer sitzen, während die andern, der Kälte wegen, schon zu Fuß den Weg fortgesetzt hatten, dem er­warteten Hilfswagen entgegen.

Das politische Ties in Ostasien.

Don Or Paul Rohrbach.

stürzung, was im nächsten Augenblick hätte ge­schehen können.

Weiterfahren!" kommandierte die jugendliche Krähstimme aus dem Wagen heraus, und der Füh­rer stieg brummend auf seinen Sitz hinauf.Dann mal zu", sagte Fink,ich laufe!" Sein Nachbar aus dem Wagen und dessen Nebenmann gesellten sich ihm zu, die andern nahmen Platz. Der Motor sprang an, und mit einem Ruck war das Auto auf der Wegmitte. Es kam sehr rasch ins Laufen und schon nach wenigen Minuten entschwand es hinter der nächsten Biegung den Blicken Finks und seiner

Die Berliner Veranstaltungen zum 20. Jahrestage des Durchbruchs bei Brzeziny fanden ihren Höhepunkt in der Gedenk ft unde im Kriegeroereinshaus, an der, wie unser Bild zeigt, der Führer, Feldmarschall von Mackensen und General L i tz m a n n, der Sieger von Brzeziny, teilnahmen.

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»rpelirW ireiMchaft ihres Volkes re* nen sie pnnn nurf. für durch gehalten werben um Singapore zu N i s ch e N M e e r zu besitzen, um bamit gegen Flllg- rür Indien ausxubauen. ' anariffe von dieser Seite her nräftere Sicherheit au

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von

Oüsterfink.

Gine Geschichte von Peter Bauer.

I X)er alte Fink ging seit seiner Schulentlassung in fce Berg. Die Eisengrube lag jenseits einer be- vcthtlichen Höhe eine Stunde von seinem Taldorf ; n ernt. Diese Strecke mußte täglich zweimal, chcht- und heimwärts, zurückgelegt und dabei noch -n steiler Anstieg bis etwa zur Wegmitte über­bürden werden. Viele seiner Kameraden hatten sich n.Laufe der Zeit ein Rad angeschafft. Denn mußte >2uch bergan geschoben werden, talab lief es um irascher und leichter. Sie konnten damit trotz d eren Aufbruchs den Fußgänger Fink spielend uu-holen. Der ging unbeirrt seinen großschrittigen laichen Gang Jahr um Jahr, winters wie som- IIIJens, bei Regen wie bei Sonnenschein. Er sagte, jijnn könne den Himmel gar nicht lang genug über

! Wissen vor Ort von niederbrechendem Geröll zu I! gb* geschmettert worden. Seitdem hatte Finks I MM, zumal es so selten kam, die Aufmerksamkeit dir und unter älteren Kameraden ging das Ge- I He, Fink habeAhnungen". Einige von den Jüng- JtiT dagegen, die sich übersein Schwarzsehen"

I fcten, hießen ihn nur denDüsterfink".

t. H. Kommission vergüten? Wollen die Ameri- NLr jedoch diesen Anspruch aufrechterhalten, so uifen sie eventuell bereit sein, mit den Iapa - icrn darum z u fechten. Die Japaner wer­t sich hüten, eine Enscheidung auf der amerikani- di n Seite des Stillen Ozeans zu suchen, wo sie ill Chancen gegen sich und keine für sich haben, lr gekehrt müssen die Amerikaner, wenn sie den Sumpf gewinnen wollen, über die ganze

ner nach dem Urteil von Sachkennern als relativ leistungsschwach.

Daß England in Singapore starke Luftstreitkräfte wird stationieren müssen, stärkere, als in Aegypren und km Irak, wird ungünstig auf die Vermehrung seiner Luftmacht in der Heimat und damit auf die Unabhängigkeit der englischen Politik von der fran­zösischen zurückwirken. Noch stärker wird vom Fer­nen Osten her die Politik Rußlands beeinflußt. Rußland hat darauf verzichten müssen, große Poli­tik am Stillen Ozean zu treiben. Es hat seine Bahn durch die Mandschurei zu einem Bruchteil ihres Wertes an Japan (nominell an Mandschukuo) ver­kauft, weil es sah, der zu erzielende Preis würde mit jedem Jahr geringer werden. Die rus­sische Position in der Mandschurei ist nun einmal

rt-IottW 25:111 21:111-

Much bei der Flottenkonferenz müssen wir den Msgangspunkt für die Beurteilung nicht bei dem nHmen, was die Beteiligten, namentlich die Ja- Mer, reden und schreiben, sondern bei dem, was fk wirklich wollen. Die Japaner haben den Ergeiz und trauen sich die Kraft zu, den ganzen Öen Asiens, womöglich auch den Südosten und yl.ben, unter ihrem politischen und wirtschaftlichen Sifluß zu bringen. Wenn ihnen bas gelingt, so feinen sie sich von ihren jetzt gebrachten Opfern urD der zeitweiligen Ueberanftrengung ihrer Kräfte ttjuem unb reichlich erholen. Nichtamtliche japa- iNche Stimmen scheuen sich gar nicht vor bem Ein- gttänbnis, baß die Weißen den Gelben, d. h. der Aden Vormacht Japan, zu weichen haben. So ein- Äitig dieses Ziel auch ist, so sicher werden die Ja- mer daran scheitern, wenn sie die Entscheidung 'egt halb herbeiführen. Die notwendige ungeheure M. ftung lange Zeit zu tragen, ist Japan nicht im knnbe. Wahrscheinlicher, als daß es bloß blufft, is:,. seine Bereitschaft, der Entscheidung bald ent- ßi enzugehen.

Die Amerikaner haben in China ft arte J)inbelsintereffen unb einen bebeutenben l^tigen Einfluß zu verteidigen. Das moberne China fenoeit es von der Kuomintang und verwandten D'ikrichtungen repräsentiert wird, ist geistig auf den ©'n üben an die Demokratie und an die Gleichsetzung io: technischem und kulturellem Fortschritt aufge- jaut. Diese Lehren hat cs von Amerika empfangen, lin» in dieser Beeinflussung Chinas sind sehr große w^rikanische Mittel, teils auf bem Umwege ihr die Mission, teils direkt, investiert worben. Die MberieUe Absicht babei war hanbelspolitisch, nach I en»m Ausspruch eines amerikanischen Geschäftsman-

Die Vorbesprechungen zur Flottenkonferenz öonbon stehen still, weil durch die japanische Festig­et in der Beanspruchung der gleichen Flottenstärke Mit Amerika unb England jederFortschritt" un­möglich wird. Natürlich haben die Japaner weniger, . . , . . . ~

de englische Flotte im Auge, als die amerifa- wie England die Unterseeboote, so will daher Japan rische Englands Seestreitkräfte würben niemals Flugzeug-Mutterschiffe verboten haben und hat Aii einem erheblichen Teil im Fernen Osten einge= Sueses Verlangen auch schon in London geäußert. i|>t werden können, wohl aber müssen die Japaner > Um die Begründung war es nicht verlegen: Flug- in Kriegsfall mit der ganzen amerikanischen Flotte Zeug-Mutterschiffe seien doch Angriffswaf- r chnen. ifen!!

Natürlich fragt man, ob Japan nicht, trotz der, England endlich hat einen noch bedeutenderen einp J ^scheinenden Unbeugfamteit, doch auf einen Bluff ostasiatischen Handel zu schützen als Amerika, es j a-sgeht, mit bem Ziel, sich die schließliche Nachgie-1 wuß aber auch auf die Deckung I n b i e n s be-

ifÜ) haben, zumal als Bergmann nicht. Aber als Miobusverkehr, zuerst versuchsweise, bann infolge äiijfenöer Beteiligung unb halber Kostenübernahme brich bie Zeche, zur Dauereinrichtung würbe, schloß j h auch ber alte Fink nicht aus, um biefe Bequem- l ipeit desonbers für seine schwächeren Kameraben |l dt zu gesährben. Sich rechnete er nicht bazu, ob- s cn er von Gestalt klein unb hager war, unb e.^sowenig fühlte er sich alt, trotz feines ergrauten fiel ptes unb fast weißen Spitzbartes.

1 dir war ein Einsamer unb blieb es auch im

-n Autobus, wie überhaupt bie Unterhaltung ....... v----- a______ .....

wi' renb der Fahrt sehr dünn unb spärlich sickerte., stützten bie Ellenbogen auf bie Knie unb beugten Messt würbe nur von Nachbar zu Nachbar ge- s:- ' M

iBiimelt. Selten mischte sich ein Gegenübersitzenber e i. Es gab immer mehr Zuhörer als Sprecher.

"i einer ber Schweigsamsten unter ben Wort- tr:.en blieb Fink. Seine Blicke waren gewohnt die Köpfe ber anbern hinweg in bie Lanb- iqt zu schweifen, als könnte er von ihrer Schön­st' nicht genug mit hinunternehmen in bie Ge- röie ber Nacht. Als müßte er sie tief sich eim chgen wie ein Scheibenber bas Antlitz ber Heimat, n Vas er vielleicht zum letztenmal schaut. Eines Ilses hatte ein jüngerer Kamerab mit scherzhaftem In ihm in seine Versunkenheit hinein zugerufen: er immerzu träume? Ob er vielleicht schon in b» xinbere Woche schaue? Da war Fink, ohne bas , , .......... ,

jicteln auf einigen Gesichtern zu beachten, tobernst | nur erschrocken unb sahen jetzt erst zu ihrer Be- jiDrben: er habe ein so bebrücfenbes Gefühl, als hnen ein Unglück nahe sei. Unb eine Viertel-

mroe später hatten sie auf bem Weg zum Förber- tcrl an einer Tragbahre oordeigemußt. Ein Mit- Wiiter aus einem Nachbarborf war beim Ver­

ba s russische Küstengebiet am Japa-

ireitschaft ihres Volkes rechnen, sie kann auch für durchgehalten werden . v . ._ , . .. _____

te gewisse Zeit rücksichtslos mit ihrer Währung 1 einer gewaltigen Deckung für Indien auszubauen.1 angriffe von dieser Seite her größere Sicherheit zu inipulieren, aber sie kommt damit nicht darüber :r* '*** Q ** """" ® c ***:"5'

«weg, daß im Welthandel erst fünf japanische Ver- br iud)er so viel bedeuten, wie ein europäischer, flirin drückt sich unwiderleglich bie geringe vi.rtschaftliche Kraft Japans aus.

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Dienstag, 20. November (934

Heue Grundlagen der deuischen Wehrmacht.

Von Hermann ^oertsch, Major im I^eichswehrministerium.

Wer die Pflicht hat, ausländische Pressestimmen zu verfolgen, glaubt sich manchmal in die 3eit vor drei unb mehr Jahren zurückversetzt. Damals war das politische Leben Deutschlands voller Krisen und kaum eine Zeitung schloß ihre Betrachtungen dar­über ab ohne bie Frage:Was macht bie Wehr- ' macht?" DieBenblerstraße", bieSphinx Reichswehr" war ein fester Begriff im Sprachge­brauch ber Leitartikler. Wer so fragte, kannte bie I Reichswehr nicht. Denn ihre Haltung war Iklar. Sie ftanb als ein fester Block im schwanken- | ben politischen Getriebe, allen Parteien unb allem : Tagesstreit fern, allen parlamentarischen Methoben gegenüber innerlich fremb, als staatliche Institution an bie gegebenen inneren Grunblagen wider Willen gebunben, aber in ihrem Streben unb Denken . hinausschauenb über eine zerrissene Gegenwart, | einen eigenen Staatsgebanken bilbenb, der sich nicht deckte mit dem, den die Weimarer Verfassung ver­kündete. So blieb sie, durch ihre eigene Zusammen­setzung vor Volksfremdheit bewahrt, doch einsam im staatlichen Leben. Der Reichspräsident als ihr oberster Befehlshaber unb ber Artikel i 4 8 der Verfassung, ber große innere Wider- ! spruch biefes politischen Grundgesetzes, war ihre einzige wirkliche Bindung an bas poltische Leben biefer Zeit. Wer das rätselhaft nannte, wer hierin Sphinxgestalt sah, vergaß, baß diese Wehrmacht nicht ein neues Staatsgebilbe war. übersah, baß eine tiefe Trabition festere (Brunblage war als der schwankende politische Boden der Nach- kriegsjahre. Dazu kam Versailles, jene hart bekämpfte, aber aus Machtgründen nicht zu er­schütternde äußere Grundlage. Sie zwang die Reichswehr in starre Formen, aber der Schmerz dieser Fesseln ließ bas Bewußtsein nie verlieren, daß es erste Aufgabe des neuen Soldaten sein mußte, Erfahrungen unb Lehren zu retten und geistige unb sittliche Werte zu erhalten als Mittler für eine bessere Zeit.

Auch heute rätselt man in den Spalten fremder Zeitungen wieder über die gleiche Sphinx. Bald stempelt man ben Führer zum listigenVerführer ber Wehrmacht", halb sieht man im Reichswehr­minister einen parteiisch gebunbenenGewaltherr­scher", gegen ben bie Generale in regelmäßigen Abstänben opponieren, bald erstrebt biealte Militärkamarilla" mit berJunkerkaste" zusammen ben Sturz bes nationalsozialistischen Regiments. Sind es Wünsche unb Hoffnungen ewig frieblofer Geister und von Natur aus zersetzender Elemente? Oder ist es wirklich völlige Verkennung der neuen Grundlagen, aus denen die deutsche Wehrmacht feit eineinhalb Jahren ruht?

Revolutionen beseitigen nur Machtzustände, bie Evolution allein neränbert Sachzustänbe". Dies Wort bes Führers auf bem Nürnberger Parteitag trifft auch für bie Wehrmacht zu. Die nationalsozia­listische Revolution brauchte auf dem Gebiet der deutschen Reichswehr einen Machtzustand nicht zu ändern. Aufbau und Geist waren gesund und keine andere Einrichtung des Zwischenreiches kann für sich ein Wort bes Führers in Anspruch nehmen rote das, daß es im Nachkriegsdeutschland nur zwei anerkennenswerte Leistungen gegeben habe, ben Aufbau der NSDAP, und den ber Wehrmacht. Aber Sachzustänbe sind auch auf bem Gebiet ber Wehrmacht geänbert.

1923/24 noch war bie Reichswehr bas Gewalt­mittel zur Nieberhaltung kommunistischer Umtriebe, später immer roieber bie brohenbe Front gegen alle Zerstörer des Reiches, 1932 noch ber große Schatten

nicht überraschen. Er überraschte ihn auch nicht, benn Fink war jeben Tag auf fein Kommen ge­rüstet. Als er eines Sonntag nach ber Kirche sich legen mußte unb halb einschlief, ba träumte er, er fahre roieber einmal aus ber Nachtschicht über Tag. Aber so leicht unb leis war er noch nie empor» geglitten. Er mußte bem Förbermaschinisten fein Kompliment machen. Da legte ihm ber Tob an ber Schwelle bie Hanb auf bie Schulter unb Fink lächelte. Ohne noch einmal einen Blick in bie Welt zu tun, entschlummerte er.

Wiege und Volkslied.

Die Wiege als erste unb sicherste Hut des neu­geborenen Kinbes hat bie deutsche Häuslichkeit von ihren vorzeitlichen Anfängen an bis heute begleitet. Und bis heute sind die Wiegenlieder aus der Kind­heit bis ins hohe Alter des einzelnen lebendig geblieben. Aber es sind nicht nur die eigentlichen Wiegenlieder, sondern auch die Poesie der alten deutschen Wiege klingt in vielen Volksliedern wieder auf. Das Volkslied ist ja unmittelbarer Ausdruck der Volksseele, ist Ausdruck des Gefühlslebens, ist aber auch lebendige Erinnerung und lebendige Sage. Wenn heute ber Weg zu ben alten Quellen völkischen Lebens roieber aufgespürt wirb, bann sinb Volkslieb unb ber altüberlieferte Hausrat roieber geehrt, sind erkannt in ihrer Bedeutung als Zeugen gesunder Tradition. Denn wie nichts Neues wird, das nicht anknüpft an die Werte ber Ver­gangenheit, so sehr sich auch bie Formen ändern mögen, so ist auch unsere Kunst nur dann fruchtbar, wenn sie bie Verbinbung zu ben überlieferten Werten ber alten Hauskunst nicht verliert. Das gilt sowohl für bie Dichtung, bie sich am Volkslied immer roieber orientieren kann, bie sich hier vor Blutleere schützen unb mit neuer Kraft füllen kann: bas gilt auch für bie bilbenbe Kunst, bie sich gerade heute wieder auf die einfachen und harmonischen Grundformen besinnt, die in unseren Häusern, unb namentlich im Bauernhaus, durch die Jahrhunderte erhalten und immer wieder neu geschaffen wurden. Schon in der bäuerlichen Frühzeit des Germanen­tums ist die Wiege im Bauernhaus bekannt, das althochdeutsche WortWaga", dasKufe" beißt, zeigt auch, wie die alte Wiege aussah: sie ftanb auf zwei Kufen unb unterschieb sich beutlich von ben Kinberkörbchen, bie bereits im Altertum verwenbet mürben. Im Bauernhof hat sich naturgemäß bie alte Volkskunst stärker erhalten als in ber Stabt, wo kirchliche unb humanistische Einflüsse auch bas Jnnenbilb unserer Häuser grunblegenb oeränberten. Die Wiege aber, bie am Anfang bes menschlichen Lebens steht, unb bas Volkslied, das die Kinder schon beim spielerischen Gesang lernen, sind gleich­sam zwei Urformen künstlerischer Gestaltung, ron denen immer neues Leben ausgeht.