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Wolfs Stellungnahme 311 den schal nossen wie auch zu den Vorklassikern

Weltanschauliche Grundlagen der Raffensrage

Professor Or. Onken spricht im 7K5E8. des Kreises Gießen.

* Dr. Kurt Borges: Der Musikkritiker

Hugo Wolf. Erschienen im Magdeburger Tromm- ler-Derlag. Gebunden 4 Mark, kartoniert 3 Mark.

(139)

Aus der Provinzialhauptstadt

das

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Säcken sitzt die ganze Gesellschaft und denkt an leibliche Wohl. An Appetit fehlt es nicht.

Sie blieben bewußt eine unerschütterliche Ein- heil, indem sie jedem fremden Blute Eingang in ihr deutsches Volkstum verwehrten. Allein dadurch fei es möglich gewesen, daß sich Im Laufe von 150 Jahren aus den 23 000 deut­schen Menschen ein Volk von 750 000 Seelen entwickelt habe, das Reichtum und Ansehen gewann und seine deutsche Art bis in das Letzte bewahrte.

So eine Ruhepause beim Kartoffelausmachen oder -lesen ist das Schönste bei der ganzen Arbeit. Die Hausfrau hat nicht das Schlechteste für die lcißigen Arbeiter eingepackt. An warmem Kaffee ehlt es nicht, auch ein Stück Zwetschenkuchen mun- det im Felde viel besser als zu Hause, von den juten Stücken aus der Räucherkammer ganz zu chweigenl

Wenn.alle gesättigt sind, bleibt man noch einige Minuten zum Plaudern sitzen. Gar manche Dorf­neuigkeit muß hier besprochen werden.

Dann ruft aber der Acker wieder zu neuer Arbeit. Bis spät in den Nachmittag hinein haben die fleißi­gen Ausmacher zu tun. Am Abend, manchmal schon in der Dunkelheit, kommt der Wagen, um die Säcke heimzubringen Die Kinder haben inzwischen das trockene Kartoffelkraut zusammengetragen und angezündct. Die Flamme des Feuerchens erleuchtet das Feld ringsum, die Kinder springen durch den Rauch, der sich mit dem aufziehcnden Herbstnebel vermischt, und holen sich die gebratenen Kartoffeln aus der Asche.

Run sind alle Säcke aufgeladen. Es geht heim­wärts. Bon allen Seiten rasseln die Wagen ins Dorf. Beim Schein der Lampe wird abgeladen. Die Keller füllen sich.

Das sind die schönsten Abende für den Bauer.

B.

Oer Landesführer der Inneren Mission

ELP. Zum Landesführer des Landesverbandes der Inneren Mission in Nassau-Hessen wurde im Einvernehmen mit dem Landesbischof und dem Reichsführer der Inneren Mission der Direktor des Hessischen Landesvcreins für Innere Mission, Pfar­rer Röhricht, berufen. Die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Inneren Mission befindet sich in Darmstadt.

NS.-Do>kswohlfahrt.

Ortsgruppen Glchen-Rord und Glehen-Ost.

Am Freitag, 21. September, abends 8.30 Uhr, findet im C a f 6 Leib, Walltorftraße, aus Anlaß der Feuerschutzwoche ein

Lichlbildervortrag:Feuerschutz"

der Ortsgruppen Gießen-Nord und Gießen-Ost statt.

Hierzu werden sämlliche Mitglieder der NS.- Bolkswohlfahrt, sowie die Angehörigen der Gieße­ner Feuerwehren eingeladen.

Die Wichtigkeit des Vortrages erfordert vollzäh­liges Erscheinen aller Mitglieder und aller Feuer­wehrleute.

gez.: Jockel, Ortsgruppenamtsleiter.

gez.: Zimmer, stellv. Ortsgruppenamsleiter.

Daten für DonnerHtag, 2V.LePtember.

1898: der Dichter Theodor Fontane in Berlin ge­storben (geboren 1819); 1932: der Maler Max Slevogt in Neukastell bei Landau (Pfalz) gestorben (geboren 1868).

Unter starker Beteiligung der Lehrerschaft der s gegenüber seien die Deutschen von ganz anderen Stadt und des Kreises Gießen hielt gestern nach- Voraussetzungen für die Siedlung ausgegangen.

Hugo Wolf bewerten, der gegen alle abgestandene Tageskritisiererei Front macht und den Atem in sich fühlte, gegen den einen (Brahms) und für den andern (Wagner) sein Urteil abzugeben, obwohl die umgekehrte Geisteshaltung in der kritischen Entscheidung der dainaligen Zeit angebracht war.

Nachdem der Verfasser die Zeltsituation m Wien gegen Richard Wagner gekennzeichnet hat, zeigt er, mit welch fanatischer Hingebung Wolf seiner Tätig- keit nachging. Hier prallen stärkste Gegensätze aus- einander: Hanslicks formal und inhaltlich mehr ästhetisch angelegte Besprechungen und Wolfs lite- rari ch-musikalische Auffassung, die den Grundton des Werkes- in der Dichtung sieht. Bedeutet für Hanslick Wagnersunendliche Melodie Auflö­sung der Form und der Symmetrie, ja, der must- kalischen Logik überhaupt, so erlebt Wolf Wagner aus dem Geiste tiefsinniger Wortmusik. Hanslick hängt an einem formalbedingten System und kann sich nicht von der Welt der Oper trennen, Wolf dagegen lebt in der Klangwelt des Musikdramas, in dem die Dichtung einen breit aufgesetzten Akzent

Hugo Wolf als Musikkritiker

eine Buchbesprechung.

lose war der Unfreie, der Knecht. in(v

Im Felde habe der Soldat immer von ,.w, Kompanie" und vonmeinem Kompamefuri gesprochen, wenn er beiden ganz verbunden Das Gleiche bestimme das Verhältnis zwischen . ter und Kind, weil auch hier eine bedingunst^ Zusammengehörigkeit bestehe. Und der gleicp« griff sei begründet in den Ausdrückenmeine Mein Beruf". .,, .

Lange Zeit habe der Erzieher nichts tm dieses Gemeinschaftsgedankens wirken tonnen-u t unsere Formen seien nach dem Kriege ams' worden. Und Adolf Hiller sei deshalb der grow- , zieher unseres Volkes, weil er diesen uns

mittag der NSLB., Kreis Gießen, im Caf6 Leib seine Kreisoersammlung ab, die ganz im Zeichen eines großangelegten Vortrages stand. Das gemeinsam gesungene LiedDer Gott, der Eisen wachsen ließ" und eine feine musikalische Darbietung des Orche- sters des NSLB. leitete die Versammlung ein. Der Obmann des Kreises, Schulrat N e b e l i n g eröff­nete sodann die Versammlung und gab zunächst einige geschäftliche Mitteilungen (Erfassung aller Lehrer im NSLB.,' Beitragseingang, Beitrag zum Haus der deutschen Erzieher, Aufnahme der Schul- anwärter in den NSLB., Versicherung im NSLB.

In Wort und Lied, in Sille und Gebrauch seien deutsche Eigenart völlig rein erhalten worden. Das Gemeinwesen in diesen deutschen Dörfern an der Wolga sei außerordentlich gefestigt gewesen. Dir Verbindung der Menschen yabe sich nach klaren Gesetzen vollzogen. Mann und Frau wurden ein­ander bestimmt. Frauen mußten aus erbgesunden Familien stammen, wenn sie in die Lage kommen wollten, dem Volke Kinder zu schenken. M oie Gemeinschaft der Deutschen an der Wolga sei es notwendig gewesen, daß sich jeder einzelne in den Dienst der Gemeinschaft stellte.

Diese Forderung könne der Redner kam nun auf unsere Gegenwart und auf unser völkisches Leben in der Jetztzeit zu sprechen nicht irgend­wie ausaeweitet werden. Die Gemeinschaft musst aus der Kameradschaft erwachsen und die Kamerad­schaft müsse so verstanden werden, wie sie tm sielde, im Weltkrieg, verstanden worden sei. Es habe tn den Kriegsjahren, an der Front ohne den Zwang eines geschriebenen Gesetzes kein Ausbrewen geben können. Der Individualismus sei dort un­möglich gewesen. Aus den Augen des Kameraden > habe den Kameraden das ganze Volk angesehen- Das wußte jeder. Und jeder habe sich an der zu Hause gefühlt, habe in der Front eine Hem«' erfühlt Was die Menschen an der Front des W- krieges bestimmte, sei das Unmittelbare des gemeii»- sam verbundenen Lebens gewesen. Den forbernot-- Augen des Kameraden habe man nur zu folge" brauchen, und dann war man der anständige Keru

Tacitus habe einmal von den Germanen getagt, daß sie kein geschriebenes Gesetz brauchten, ®,!! andere Völker, weil bei ihnen Sitte über ber Gt- meinschaft stand, weil sie in und unter der ©in" lebten. Alle selbstgemachten Gedankenkonstruktione" könnten vor dem Begriff derSitte" nicht bestehen.

Die Unmittelbarkeit des gemeinsamen Lebens verlange, daß das Tun des einen immer nur dem anderen diene.

Heimat, so fuhr der Vortragende fort, sei W im Sinne seiner Bewohner gestaltet. 6iH< ' im Sinne der Germanen das gewesen, .a Erhaltung des Volkes diente. Dem gleid)btocu sei das Wort unserer GegenwartGemeinnutz V ' vor Eigennutz!" Das geschriebene Gesetz 10 , einem denfeinen Kerl" nie bescheinigen. .. L.

Das germanische Wesen habe im bauen«1# i Leben gewurzelt. Der Besitz sei das artgcmoo® V i wesen. Die Bestellung des Besitzes habe im i der Gemeinschaft gestanden und der Besitz h - tue Gemeinschaft eingeordnet gewesen. Der Di..

usw.) bekannt.

Professor Or. Ouken

sprach dann über das ThemaDie weltanschau­lichen Grundlagen der Rassenfrage". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Die Frage der weltanschaulichen Grundlagen der Rassenfragen stelle sich vor ur^ als eine sehr ernste Frage und als eine Forderung. Dec Nationalsoziu- ltsmus erstrebe die R a s s e n h y g i e n e , unter der er zunächst die Entfernung des Untragbaren ver­stehe. Die Situation in der Gegenwart sei außer- ordentlich ernst. Die Zahl der erblich Geisteskran, ken habe sich in den 10 Jahren nach dem Kriege verdoppelt. Das bedeute eine große Gefahr für den gesunden Teil unserer Volksgenossen. In Deutsch- land gebe es heute etwa 2 Millionen Pfleglinge. Erziehern in den Hilfsschulen sei es gut bekannt, wie zahlreich die Geschwister der Hilfsschulkinder seien. 12 bis 14 Kinder seien in solchen Familien

ersichtlich wird.

Aus hohem Verantwortungsgefühl heraus richtet Hugo Wolf seine kritische Stimme auch gegen die Fachkollegen, hier bemüht er sich,durch Aufrichtig- keit der Gesinnung dem allgemeinen Stand des Kritikers Rechnung zu tragen, um auch damit zu- gleich das Ethos und das Prinzip der kritischen Sendung zu charakterisieren." Im Impuls des inne­ren Mitgehens ist er dann nicht sehr wählerisch in Worten.Wahrheit ist nicht die Sprache der Hoflich- keit, diese ist die Sprache der Diplomaten. Er ist eben Kritiker, nicht Feuilletonist; ein Richter, der zwar nicht verurteilt, sondern abwägt.

Heber Werk- und Leistunaswertung hinaus wen­det sich Hugo Wolf dem Sein und Werden des Musiklebens mit dem Ziele der Kunstverbesserung zu. Programme, Spielpläne, Art und Form des Konzertwesens, Publikum u. a. m. zieht er in Öen Blickpunkt; insbesondere eifert er geaen die 93er- quickung geldlicher und künstlerischer Interessen.

Wolf kämpfte in dauerndem ©pannungsAU- stände, schmerzhaft erfüllt von der Tragik des tritt- chen Daseins überhaupt, die ihm inneres Müssen, anderen unentbehrliche Erfüllung eitler Schreib-

Oie Zulassung

von Theateraufführungen.

Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Theatergesetzes vom 18. Mai 1934 hat die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Doltstum für die Zulassung zur 93er- anstaltung von Theateraufführungen als untere Verwaltungsbehörden für das Land Hessen bestimmt: ür die Städte Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Worms die Bürgermeistereien dieser Städte, für alle übrigen Orte des Landes die zu- tänbigen Kreisämter.

Platzkonzert unserer Militärkapelle.

Das Mufiktorps unseres Bataillons wirb unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e am nwr= gigen Freitag, 21. September, von 18 bis 19 Uhr, ein Platzkonzert am Liebigbenkmal mit nachstehen- ber Vortragsfolge veranstalten:

1. Somme-Kämpfer! Marsch von Slleberitz.

2. Ouvertüre z. OperDie Nürnberger Puppe

ernte setzt jetzt ein.

Frühmorgens, wenn Gräser unb Blumen noch ..uh vom Tau sinb, wenn schwere milchige Nebel über Walb unb Felb liegen, ziehen bie Bauern hinaus auf ihre Kartoffeläcker. In ber Frühe ar­beitet es sich am besten. Die Auswerfmaschine ist auf vielen Aeckern vorgefahren; sie ist schon mitten in ihrer Tätigkeit. Da, wo noch vor wenigen Tagen die grünen Stauben stauben, leuchten jetzt bie Hellen Schalen ber Kartoffeln. Wie Aepfel liegen sie da. Sie brauchen nur aufgelesen zu werben. Das trockene Wetter ist ausgezeichnet für bie Arbeit des Auswerfens. Ist bagegen ber Herbst feucht unb naß, bann müssen alle Bauern roieber zum Karst greifen, um bie Kartoffeln auszuhacken.

Das ist freilich eine Arbeit, bie etwas aufhält. Am sichersten aber kommen so bie Knollen aus ber Erbe. Alle Siebter unb Kleinbauern wissen sowieso nichts von ber Auswerfmaschine. Jahr für Jahr ziehen sie mit bem Karst ober mit ber Grab- schipptz hinaus auf ihr Lanb.

Meint es ber Himmel nicht gut, bann kann biefes Aushacken mitunter sehr unangenehm werben. Ich weiß aus früheren Jahren, bah bie Aecker so naß waren, baß jsbesmal, wenn wir ben Stock heraus­geholt hatten, sich bas Loch sofort mit Wasser füllte. Dabei war bie Hälfte aller Kartoffeln schon verfault.

Kartoffelausmachen

Die Dreschmaschine hat ihre Arbeit getan. Scheunen unb Speicher sinb gefüllt. Nilr bie Keller sinb noch leer. Aber nicht mehr lange. Die Kartoffel-

Unerbittlich ist ber Kritiker Wolf in den aus dem Werk erwachsenden Forderungen an die Leistungen ber einzelnen Darsteller; hier sinb seine Berichte stets sachlich funbiert, prägnant, kritisch abgerunbet. Durch Vergleiche ber Auffassungen verschiebener Darsteller berfelben Partie bereichert unb klärt er bas Urteil; Kampf sagt er bem kürzenben Rotstift an. (Aus Raumgrünben muß leiber bavon ab- gesehen werben, Proben biefes kongenialen kritischen Nachschafiens zu tv ben.)

Das Bilb bes Kritikers Hugo Wolf vervollstanbigt ber Verfasser burch zahlreiche Beispiele, aus denen Wolfs Stellungnahme zu den schaffenden Zettge- nosien wie auch zu den Vorklassikern und Klassikern

führen mußten. , , , _

Hanslicks Einstellung richtet sich fast ausschlieh- lieh aus bas rein Musikalische unb Formale bes Werkes, bei ihm herrscht bas systematisch-formal gestaltenbe kritische Prinzip; bagegen legt Wolf bas Hauptgewicht auf bas literarisch unb gefühlsbetonte,, empfinoenbe Element, auf ben seelischen Gehalt. Hanslick betrachtet in peinlicher Drbnung bie vor- gelegten Dinge genau unb mit ästhetischem Rück­halt. roährenb Wolf mit der ganzen Leidenschaft der Musikerseele seinen künstlerischen Willen durch- zusetzen versucht."

Wesentlich anders als bei Brahms ist Wolf in feiner Stellungnahme zum Gesamtwerk Richard Wagners,dem er über die bloße Gefolgschaft hin­aus feine ganze Existenz verschrieb."Der leben­dige aktive Umgang mit der Musik R Wagners zwingt ihn zur schöpferischen Kritik, die eine auf­fallende Frühreife in der Urteilsgcbung darstellt." Wir müssen an den beiden Polen Brahms und Wagner die ethische Persönlichkeit des Musikkritikers

keine Seltenheit. Viele erbgefunbe Familien müß­ten jenen gegenübergestellt werben, wenn über­haupt erst ein Gleichgewicht erzielt werden sollte.

Einer einzigen solchen dem (Erbgut nach min­derwertigen Familie mühten nach dem heutigen Geburtenstand acht erbgefunbe Familien gegen­übertreten.

Um so notroenbiger sei es beshalb, baß alles bas ausgeschieben werbe, was nicht imftanbe fei,Volk" im eigentlichen Sinne zu fein. Die Aufwendungen ür den Fürsoraezögling (von feiner Aufnahme bis zu feiner Entlassung) betrügen insgesamt etwa 15 000 Mark, ein Betrag, mit bem drei erbgesunden Menschen eine sichere Existenz gegeben werden könnte. Wie oft müsse man dabei aber noch erleben, daß ein Fürsorgezögling bereits kurz nach seiner Entlassung straffällig werde.

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich ber Rebner eingehenb mit bem tieferen Sinn Der Begriffe

Volk" unbVolkstum".

Unsere jüngere Geschichte habe, so führte er u. a. aus, ein drastisches Beispiel für Dolkwerduna und Volk: Vor etwa 150 Jahren habe es eine Zarin, eine Prinzessin aus deutschem Geblüt, verstanden, durch ihre Werber etwa 27 000 deutsche Menschen und außerdem etwa 9000 Franzosen unter großen Versprechungen zu sammeln unb nach Ruhlanb ühren zu lassen, um von ihnen bie weiten unbe» iebelten Gebiete kultivieren zu lassen. 23 000 beut-

Aber trotz allebem! Es würbe weiter gehackt.

Unb ich erinnere mich, baß es in einem Herbst schon stark gefroren hatte, baß wir beim Hacken so mit bem Karst anziehen mußten, als ob wir bas Lanb roben wollten. Wenn ber Stock glücklich her­ausgezogen war, bann lag bie gefrorene Erbe in harten, dicken Brocken um uns herum. Dabei wehte eine eiskalte Luft. Daß an solchen Tagen das Aus­machen von Kartoffeln keine Freude macht, wird niemand bezweifeln.

Wer aufmerksam beobachtet, kann feststellen, daß in den letzten Jahrzehnten die Kartoffelernte sich von Jahr zu Jahr etwas verschoben hat. Denn eben sind noch Die schönen Tage Wer weiß, wie es im Oktober ist!

Welche Lust ist es, gerade aus der trockenen Erde die sauberen Knollen herauszuholen. Wenn sie auch nicht so dick sind, wie tn früheren Jahren (die Trockenheit von 1934 wirkt sich hier aus), so ist das nicht so schlimm. Dafür bekommen wir eine größere Menge.

Truppweise stehen bie Ausmacher auf bem Acker unb nennten Reihe für Reihe vor. Die Kärste flie­gen burch bie Luft, bohren sich in die Erde, und ein scharfer Ruck bringt die Pflanze mit ben Knollen an bie Oberfläche. Nun werben sie sortiert, bie klei­nen kommen auf befonbere Haufen, bie großen in bie Körbe. Bald füllen sich bie Säcke. Es ist ber Stolz ber Bauern, wenn halb eine lange Reihe prall gefüllter Säcke auf bem Acker steht.

Hat sich die Sonne durch ben Nebel gekämpft und wirft heiße Strahlen auf die (Erbe, bann wirb ge- srühstückt. Auf leeren und umgeroorfenen vollen

Dem Liedschöpfer Hugo Wolf wurde feine- tigkeit als Musikkritiker, die er knapp vier Jahre lang amWiener Salonblatt" (1884 bis 1887) aus­übte, zu einem bisher noch nicht hinreichend und sachlich gewürdigten wichtigen Moment seiner künst­lerischen Entwicklung. In lebendiger Wechselwirkung zwischen kritischer Betätigung und der eigenen künstlerischen Situation läßt diese Zeit bei Hugo Wolf ein starkes Bewußtsein schöpferischer Kraft er- wachsen, bie bann in ben fonunenben Werken nach- hallenben Nieberschlag findet. Zum anbern wirb sein literarisch-kritisches Schaffenzur Deutlich- machung seiner Gestalt bas beste Spiegelbilb seiner expressiven unb babei boch so feinfühlenben Per­sönlichkeit." v , _

Als Kritiker fühlt sich Hugo Wolf weber als Der- freier einer bestimmten Schulrichtung, noch geht er von einseitiger musikhistorischer ©runbemftelluiig aus; seine künstlerische Natur läßt ein kritisches Be- wußtsein auf eigenschöpferischer Basis erstehen, bas ben Mut zur Stellungnahme, zu freubigem 93e- fenntnis unb auch zu schärfster Ablehnung sinbet. Kritisieren ist ihm nicht Berufsarbeit; er ist Kritiker aus innerer Berufung. Kampf für bas künstlerische Ibeal kennzeichnet sein persönliches Wirken. Seine Kritiken sollten keine literarischen Kunstwerke (em; jegliches Aesthetisieren, jebe raffinierte Schreib- weise, jeglicher Wortprunk lagen ihm fernWohl aber biente er einem ganz bestimmten Wahrheits- ibeal mit einem spontanen, aber bennoch innerlich zurechtgelegten Urteil."

Als Vertreter entgegengesetzter kritischer Kunst­richtung ftanb ber vielgenannte Ebuard Hanslick Hugo Wolf gegenüber. In überaus treffenber Weise beleuchtet ber Verfasser* Wolf unb Hanslick tm gegenseitigen Reflex ihrer kritischen Beschauungen unb führt o zu einer klaren unb bestimmten Er­kenntnis bes Wesens ber Wolfschen Kritik. Dabei geht ber Verfasser ausführlich auf bie kritische Methobe Hanslicks ein unb gewinnt so die Aus- blicke für eine sachliche Beurteilung Wolfs; er spürt ben inneren Gründen nach, die bei Wolf zu einem meist ablehnenden Urteil Ioh. Brahms gegenüber

che Menschen hätten unter unsäglichen Entbehrun­gen die weiten Ebenen an der Wolga erreicht, seien dort auf ungeheure Schwierigkeiten (Klima) ge­stoßen, standen im Kampf mit den dort stetig um- yerziehenden Nomaden, unb mußten sich mit Blut unb Schweiß im Boben festbeißen. Die Franzosen, bie bie Wolga ereichten, hätten es sich leichter ge­macht unb zwar insofern, als sie Derbinbung mit ber bärtigen Bevölkerung suchten unb fanben. Nach wenigen Jahrzehnten seien sie aber aufgesogen ge- wesen unb nur noch einige wenige Ortsnamen beuteten barauf hin, baß Franzosen ben Versuch gemacht hatten, sich im Lande anzusiedeln. Dem-

gelüste war."

Die Studie des Kritikers Varaes führt nicht nur das Stoffliche eindringlich vor Augen und läßt eine charakteristische Kritikerpersönlichkeit lebendig -r. muci y u i u c s . ........... werden, sondern sie rückt in diesem Zusammenhänge

o Wolf. Erschienen im Magdeburger Tromm- > Fragen und Probleme in das Gesichtsfeld, die m - - - - - ' ' " lw-~° unserer heutigen Zeit ganz besonders aktuell und

| beherzigenswert erscheinen. Dr. n.

Gießener Woc; nmarktpreise.

* Gietzen , 20. Sept. Auf dem heuttgen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,35 bis 1,40, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier Klaffe S 11, Klaffe A 10'/-, Klaffe B 10, Klaffe C 9'/-, Klasse D 8'/-, Wirsing (grün), bas Pfunb 15, Weiß­kraut 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 15 bis 20, Erbsen 30 bis 35, Rosenkohl 30, Felbsalat 80, Tomaten 5 bis 10, 3 Pfunb 25, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 40 bis 60, Kürbis 5, Pilze 35 bis 50, Kartoffeln, bas Pfunb 4'/- Pf., ber Zentner 4 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 8 bis 15 Pf., Fall­äpfel 3 bis 5, Pfirsiche 20, Preißelbeeren 28, Bir­nen 10 bis 15, Zwischen 10 bis 12, Junge Hähne 70 bis 90, Suppenhühner 70, Enten 90, Tauben, bas Stück 50, Nüsse, bas Pfunb 25 bis 35, Blumen­kohl, bas Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salat- gurten 10 bis 20, Einmachgurken (100 Stück) 100, Enbivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauck 5 bis 10, Rettich, Bunb 15, Sellerie, das Stück 10 bis 25, Radieschen, Bund 10 Pf.

** Sitzung d e s Provinzialaussckus- f c 5. Am Freitag, 21. September, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gie-

von Adam. ,

3. Investitur-Marsch! Feierlicher Einzug des Johanniterordens von Richard Strauß.

4. Intermezzo und Spanischer Tanz aus der SuiteL Arlesienne von Bizet.

Albert Lortzing" über Themen aus seinem Leben von Bohne.

König-Karl-Marsch von Unrath.

ßen, Landgraf-Philipp'Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Ober­hessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Den Neubau des Dr. med Schaad in Lich; hier: Klage der Dr. med. Schaad Erben gegen den Polizeibefehl bes Kreisamts Gießen vom 22. November 1933.

2 Klage bes Heinrich Müller in Ober-Ofleiben, ver­treten burch Rechtsanwalt Luley in Gießen, gegen ben Polizeibefehl bes Kreisbirektors bes Kreises Alsfeld vom 8. Mai 1933. 3. Klage bes August Süßmuth gegen bie Gemeinbe Berstabt wegen Ge- Währung von Ortsbürgernutzen; hier: Berufung gegen bas Urteil bes Kreisausschusfes bes Kreises Bübingen vom 27. November 1933 4. Klage des Bezirksfürsorgeverbanbes bes Lanbkreises E chwey, vertreten burch ben Magistrat ber Stabt Eschweae, gegen ben Bezirksfürsorgeverbanb bes Kreises Frlebberg auf Erstattung von Fürsorgeaufwenbun- gen für Christine Muskat, geb. Schäfer, aus Esch, wege.

** Ein Konzert zum Besten der Wohl, fahrt innerhalb ber SS. gibt am kommen, ben Samstag ber SS -Musikzug von Hanau in unserer Stabt. Bei dieser Gelegenheit wird zum ersten Male das vom Führer beim Reichs partes, tag in Nürnberg geweihte neue Feldzeichen ber 83. SS.-Standarie in der Oeffentllchkeit gezeitz werden. .... ~ ±

** Die Zahlung reftlidjer Strom- g e l b e r für Juli betrifft eine Bekanntmachung ber Direktion ber stäbtischen Werke in unserem heutigen Anzeigenblatt. Säumige Zahler seien befonbers bar« auf hingewiesen.

♦♦ Richtigstellung. DieDarmftäbter Zei- tung" von gestern veröffentlicht in ihrem amtlichen Teil bie nachstehend Richtigstellung:Die in ber gestrigen Ausgabe berDarmftäbter Zeitung" ver­öffentlichte Ruhestanbsversetzung bes Kriminalin- fpeftors Peter Magolb, Gießen, geschieht mit Wirkung vom 1. Januar 1935 (nicht wie es irrig hieß: 1934)." .

** Kleine Unfälle. Die 50iahrrge Ehefrau bes Arbeiters Hammel, Asterweg 67, kam so unglücklich zu Fall, daß sie den rechten Arm brach. Die 16jährige Inge Fink, Tochter des Bergwerks- beamten i. R. Fink, Leihgesterner Weg 127, erlitt bet einem Sturz ebenfalls einen Armbruch. Durch einen Sturz vom Rade zog sich der 47 Jahre alte Fritz Hein, Afterweg 50, eine schwere Kopfver­letzung zu. Der 18 Jahre alte Arbeitsmann Ma­ke lowfki, zur Zeit im Arbeitsdienstlager Gie­ßen, erlitt bei der Arbeit einen Bruch der linken Hand. Sämtliche Verunglückte wurden in die Chi- rurgifche Klinik ausgenommen.

** Schulpersonalie. Uebertragen wurde bem Lehrer Wilhelm Albach zu Willofs (Kreis

Lauterbach) eine Lehrerstelle an ber Volksschule zu : Dauemheim (Kreis Büdingen) mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts an.