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Nr. 45 Erstes Blatt

184. Jahrgang

Dienstag, 20. ZebruaN934

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Oer einzige Ausweg für Oesterreich eine Verständigung mit Deutschland.

Eine Konferenz der Mächte des Viererpakts?

Der Tod eines Königs.

Von unserem E-Äerichierstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Brüssel, 19. Februar 1934.

Ein rüstiger Mann Ende der 50er stürzt im Klet- terfels aus 12 Meter Höhe ab und wird viele Stun­den später mit zerschmettertem Hinterkopf aufgesun­den. Ein männlicher Tod, auch wenn der Unfall sich nicht in den tiefen Bergschründen der Dolomiten ereignet hat, ein schlichter Tod, auch wenn es sich um einen regierenden Fürsten handelt. Albert I., König der Belgier, hat vorgestern tragisch und unerwartet ein Leben beschlossen, das an unvorher­gesehenen und schweren Erlebnissen reich war.

Erst durch die Tatsache, daß der eigentliche Kron­prinz und vorbestimmte Nachfolger des allbekann­ten Königs Leopold im Barte bei einer galanten Affäre sein Leben lassen mußte, kam der zweite Neffe auf den Thron und hat mit Würde und Ge­schick fast 25 Jahre lang die schwierige Rolle des konstitutionellen Monarchen in einer nationalen De­mokratie ausgefüllt. Historische Ausmaße aber nimmt König Albert vor allem an, wenn wir zurück­denken an das Schicksalsjahr 1914. Damals geriet dieser junge König aus deutschem Blut er hatte als Koburger eine Mutter aus dem Hause Hohen- zollern-Sigmaringen und war verheiratet mit der Tochter des berühmten Augenarztes Herzog Karl Theodor in Bayern nicht nur in eine furchtbare verkehrte Front, sondern auch an die Stelle, wo die Waffen zuerst ihre eherne Sprache begannen. Im Westen war Albert I. als Personifizierung Belgiens in jenen vier Jahren unbeschreiblich beliebt und ge­feiert, aber auch bei uns wird sein Andenken fort­leben als das eines ritterlichen Gegners. Verstrickt in folgenschwere politische Bindungen, hat er wie ein Mann seine Pflicht als der Erste seines Landes auf sich genommen und draußen im Felde erfüllt ebenso selbstverständlich, wie er gestern seine Ge­schäfte im Ministerrat erledigt und sich dann als ein­facher Sportsmann allein mit der Natur gemessen hat.

Belgien ist im 19. Jahrhundert das kleine Musterland der modernen konstitutionellen Mon­archie gewesen und schien, ähnlich wie die republi­kanische Schweiz oder die benachbarten Niederlande, ein friedliches Idyll im Kampf der großen Mächte. Verstärkt wurde dieser harmlose Eindruck durch die weltmännische Art, wie der langjährige Landes­vater Leopold II. seine Stellung zwischen den europäischen Höfen bezog und unauffällig seine Interessen und die seines Landes zu wahren mußte, wie nur je ein Unternehmer die Interessen seines Ge­schäftes. Es gehört zu diesem halbgemütlichen, halb mondänen Bild desBürgerkönigs", daß das Pri­vatleben Leopolds sich zu großen Teilen an den Treffpunkten des internationalen Vergnügens ab- spi^lte, von Cannes bis Nizza. Aber wie jener an­dere Koburger und Lebemann auf dem Königs­thron, Eduard VII. von England, zugleich eine po­litische Gestalt erster Größe in der Vorkriegsge- schichte gewesen ist, so konnte auchOnkel Leopold" beim Blumenkorso nicht vergessen oder vergessen machen, welche gefährlichen Spannungen dasneu­trale" Belgien in Wirklichkeit durchzogen. Geboren 1830 aus einem Kompromiß der Aera Metternich, sollte dieser parlamentarische Staat die schwersten Gegensätze innerhalb seiner Grenzen überbrücken: Zwei Nationen, die französischen Wallonen und die Flamen, teilen sich in sein Gebiet, zwei Weltanschauungen rangen vom ersten Tag an um die Führung, der katholische Klerikalismus und der Liberalismus Pariser Musters. Außerdem waren die früh schon entwickelten Industriegebiete mit ihrer Ueberbevölkerung von jeher heißer Boden für die soziale Frage, so daß denn auch der Marxismus in Belgien eine beson­ders große Rolle spielte und erstaunlich früh re­gierungsfähig geworden ist. Doch damit nicht ge­nug, dank Leopolds schlauer Energie und sachver­ständiger Anteilnahme am Weltgeschehen wurde das junge Belgien durch Erwerbung des Kong ost a a t e s auch eine beachtliche Kolo­nialmacht, allerdings eineMacht" auf Wohl­verhalten unter der naheliegenden Kontrolle der beiden großen Nachbarn England und Frankreich. Die Spannung, in die auf diese Weise das kleine Belgien zu dem 40 Jahre jüngeren großen Deut­schen Reich eines Tages kommen konnte, lag schon wie eine düstere Wetterwolke über dem Horizont, als im Jahre 1909 König Albert den Thron be­stieg. \

Wenn es wahr ist, daß der konstitutionelle Mon­arch, der nach dem klassischen Wort aus der Zeit des Pariser Bürgerkönigtumsherrscht, aber nicht regiert", nur insofern etwas gilt, als er Persönlich­keit besitzt und menschlichen Einsatz zu geben hat, dann hat Albert I. diesen Einsatz während des Krieges voll gegeben. Belgien war durch Verein­barungen der Generalstäbe bereits vor den kriti­schen 'Julitagen des Jahres 1914 eng an die Entente gebunden und als Aufmarschglacis für die Ententeheere gegen Deutschland bestimmt. So ent­sprach es nur dieser politischen Linie, wenn sich Belgien dem Durchmarsch deutscher Heere wider­setzte und damit in den Strudel des Weltkrieges hineingerissen wurde. König Albert führte seine Truppen selbst in den Kampf gegen Deutschland und verteidigte mit ihnen zähe die Reste Belgiens um Ppern. Er war in der Tat der einzige Ver­treter der jungen Generation unter den regieren­den Fürsten des Jahres 1914, und er ist der ein­zige gewesen, der das Schicksal seines Volkes in Waffen als Führer und Soldat geteilt hat bis in die Sümpfe Flanderns. Und dafür hat ihn fein Volk geliebt und dafür betrauert es heute feinen Weggang wie den eines vertrauten Freundes

Allein auch im Frieden hat König Albert, dem manche glänzende Eigenschaft seines Onkels ab-

Eine peinliche Frage an Dollfuß.

Wien, 19. Febr. (DNB.) Bei einem diploma­tischen Empfang hat der englische Gesandte Selby auftragsgemäß Bundeskanzler Dollfuß über die kritische Stellungnahme der englischen öffentlichen Meinung zu den letzten Ereignissen in Oesterreich unterrichtet. Hierbei soll der Gesandte im besonderen darauf hingewiesen haben, daß es für die englische Oeffentlichkeit unbegreiflich sei, aus welchen Grün­den die österreichische Regierung, die feit lan­gem über d i e Bewaffnung des Schutz­bundes unterrichtet war, nicht schon weit früher durch ein aktives Vorgehen den Ausbruch des offenen Aufruhrs und 'damit das Blutvergießen der vorigen Woche verhindert habe. Ebenso soll auf die österreichische Regierung im Sinne einer milden Behandlung der verhafteten Schutzbündler hingewirkt worden sein.

In diplomatischen Kreisen wird die weitere Ent­wicklung der innerpolitischen Lage Oesterreichs ernst beurteilt. Auf die Dauer müsse der Zweifronten­krieg der Regierung zu weiteren ernsten Äerwick- lungen führen. Trotz der Niederwerfung des Auf­standes sei mit einer Weiterführung des marxisti­schen Kampfer nur mit veränderten Methoden zu rechnen. Eine dauerhafte Ueberwindung des Mar­xismus sei der Regierung bisher nicht geglückt, und auf der anderen Seite könne eine weitere Stär­kung der nationalsozialistischen Be­wegung in Oesterreich erwartet werden. Man vertritt daher die Auffassung, daß eine inter­nationale Regelung der österreichischen Frage zwischen den vier europäischen Großmächten unerläßlich geworden fei. Der Gedanke einer Be­handlung der österreichischen Frage im Rahmen des Viermächtepaktes, somit mit Einschluß Deutschlands, soll in den letzten Tagen stark an Boden gewonnen haben. Ein Ausweg aus der äußerst verworrenen und gefahrvollen Lage Oester­reichs wird in wachsendem Maße in einer baldi­gen Verständigung mit Deutschland gesehen. Man erwartet daher, daß eine gewisse Ver­zögerung in der Einreichung der Völkerbunds­note eintreten werde, und daß die österreichische Regierung in dieser Frage eine weniger schroffe Haltung einnehmen werde als bisher.

England rückt ab.

Keine Uebernahme neuer Verpflichtungen.

London, 20. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Times" sagt, die Aufrechterhaltung der österreichi­schen Unabhängigkeit sei tatsächlich ein bestimmtes Ziel der Politik der drei Länder geworden. Es sei zweifellos sehr wichtig für Italien und Frankreich, daß Oesterreich unter den Bedingungen weiterlebe, die im F r i e d e n s v e r t r a g geschaffen wurden, und daß die kleine Republik nicht von einem anderen Staate aufgeschluckt oder auch nur ihm gleichgemacht werde. Es sei allerdings die Feststellung am Platze, daß sich die britische Ansicht mit der italienischen und französischen nicht völlig decke. Die Dreimächteerklärung stelle nicht die Uebernahme einer neuen Verpflich­tung dar. Sie schließe keine andere Garantie als diplomatische Unterstützung in sich und habe nicht zu bedeuten, daß der finanzielle und wirtschaftliche Beitrag, den England bereits geleistet habe, gestärkt oder geschwächt werden solle. Es sei wichtig, daß andere Länder nicht mehr aus der britischen Erklä­rung herauslesen, als darin ausgedrückt werden solle. Die Erklärung müßte so ausgelegt werden, daß das österreichische Volk, solange es sich für ein eigenes unabhängiges Regime entscheide, die diplomatische,

gehen mochte, den Ausgleich so vieler allge­meiner und in seinem Land besonders zugespitzter Gegensätze nicht etwa leichthin umgangen, sondern mit Ernst und Sachlichkeit oorgelebt. Immer schwie­riger wurde der Sprachenkonflikt zwischen Wallonen und Flamen, die durch die kirchlichen Ansprüche schwierig gewordenen Schulfragen und die infolge der wirtschaftlichen Entwicklung akut gewordenen sozialen Problemen. König Albert hat sich in allen diesen Streitfragen als konstitutioneller Fürst und kluger Vermittler erwiesen. Er war vielleicht kein Freund der Deutschen, aber er hat nach dem Kriege nichts getan ober gesagt, was der Haß-Psychose, die auch in Belgien lebendig war, Nahrung gegeben hätte. Das deutsche Eupen-Malmedy hat er offiziell niemals aufgesucht, da es seinem geraden Charakter widersprach, sich von einer zwangsweise zu Belgien geschlagenen Bevölkerunghuldigen" zu lassen. Wenn er aber auf dem Truppenübungsplatz Elfenborn erschien, so geschah es im Auto ober Flug­zeug, um allen offiziellen Gelegenheiten aus bem Wege zu gehen.

So wirb man von ber Person unb ber aufrechten Haltung bieses britten Königs ber Belgier mit Achtung sprechen müssen. Sein Bilb hat wenig zu tun mit ben höfischen Erinnerungen, bie in vie­len ßänbern schon wie eine ferne Vergangenheit hereinragen in bas moberne Leben. Die Einbil- bungskraft ber Romanschreiber mag sich leichter entzünden an dem Schicksal gekrönter Häupter, bie im Exjl gestorben finb ober noch leben. Aber bem Ausländer, der in diesen Tagen unb Stunben bie Trauer eines Volkes um des Lcmbes ersten Bürger

finanzielle, wirtschaftliche unb moralische Unterstütz zung Großbritanniens finben werbe.

Moskau im Hintergrund.

Interessante Funde im Wiener Rathaus.

Wien, 19. Febr. (DRV.) 3n den Klubräumen der Sozialdemokratischen Partei im Parlament sind jetzt zerbrochene, mit Blut bespritzte Polizeisäbel gefunden worden, die jedoch nach der Auffassung der Polizei von den blutigen Unruhen im Juli 19 2 7 herrühren. In dem Kleiberschrank des Bürgermeisters von Wien, Seih, sand man Akten des Staatsrates, die feit 1 4 3 a () - ren von den Gerichten gesucht wurden. Ferner hat man aus den Büchern des Rathauses feftgestellt, daß Bürgermeister Seih monatlich 1 5 0 0 Schilling für Zigaretten vorgesehen hatte. Aus weiteren im Rathaus beschlagnahmten Dokumenten soll hervorgehen, daß die Sowjet- regierung während des Ausstandes in deutscher Sprache Funksprüche nach Oesterreich gab, in denen Schutzbündler aufgefordert wurden, auszu- harren, bis die Hilfe aus Rußland einge­troffen fei.

Mailand, 19. Febr. (DRB.) Auf der Bahn­strecke PiombinoLampiglia, südlich von Livorno, ereignete sich Sonntag abend ein schwerer Un­glück ssall. Eine sog. Littorina (ein Schienen­omnibus, wie er aus verschiedenen Strecken in jüngster Zeit von der italienischen Staalsbahn stark eingesetzt wird), stieß mit einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern auf einen von Piombino kommen­den, in voller Fahrt befindlichen Sonderzug. Die Littorina wurde bei dem Anprall völlig zertrüm­mert und geriet in Brand. Rach den letzten Meldungen find 16 Tote und 15 Schwer­verletzte zu beklagen. Zwei Tote konnten bisher erst geborgen werden.

lieber bie Einzelheiten bes Unglücks bei Livorno wirb noch folgenbes bekannt:

Der Zusammenstoß zwischen ber Littorina unb bem Sonberzug ereignete sich auf ber Strecke Piom­binoCampialia bei ber kleinen Ortschaft Asca (üblich von Livorno. Die Littorina entgleiste bei bem Anprall unb geriet sofort in B r a n b. Die so­fort organisierten Hilfskolonnen befreiten zunächst bie zahlreichen Verwunbeten aus ihrer Lage unb schafften sie in bie Spitäler Unter ben Verwunbe­ten befanb sich auch ber Schaffner ber Littorina, ber bereits auf bem Transport ins Krankenhaus starb. Erst später würben bei ben Aufräumungsarbeiten zwischen ben Trümmern ber verbrannten Littorina bie entsetzlich zugerichteten Leichen von 15 Per­sonen gefunben.

Die Ursache bes Unglücks ist wahrscheinlich wie -folgt zu erklären. Ein von Campiglia fommenber Sonberzug befanb sich auf ber Fahrt nach Piom­bino, als sich bie Littorina von Piombino auf bem Wege nach Campiglia befanb. Auf ber Station

mitempfunben hat, wirb Albert I. gerabe beshalb als ein ungekünstelter Mensch unserer Tage erschei­nen, weil er eingestandnermaßen mehr übrig hatte für Technik, Sport unb bie geistigen Freuben von Kunst unb Wissenschaft als für Hofbälle unb ben Glanz ber Zeremonien. Es paßt zu biefem Charak­ter unb feinem ungewöhnlichen Schicksal, baß ber tote König in ber kakhi-braunen Felbuniforrn bes Weltkrieges auf feinem Ehrenbett ruht, währenb in ber Ecke seines Arbeitszimmers seine Bergsteiger- Ausrüstung mit Seil unb Pickel liegt, bie ihn so oft in bie Alpen unb in bie afrikanischen Berge unb gestern noch auf feinen letzten einsamen Weg be­gleitet hat.

Oie Leiche des Königs wird in Brüssel au?gebahrt.

Brüssel, 19. Febr. (DNB.) Die Leiche bes Königs würbe Montag nachmittag in feierlichem Zuge vonSchloßLaeken nachbem könig­lichen Schloß in Brüssel übergeführt. Eine bichte Menge umsäumte bie Straßen, burch bie ber Trauerzug feinen Weg nahm. Die Spitze bes Zuges bilbete eine Reiterschwabron. Der mit einer Fahne beberfte Sarg ruhte auf einer Lafette, bie von sechs schwarz verhüllten Pferben gezogen würbe. Rechts unb links gingen bie Abjutanten bes Königs. Hinter bem Sarge folgten bie Prinzen Leo - polb unb Karl. Ihnen schloffen sich bie übrigen Mitglieber bes königlichen Hauses unb bie Würben- träger bes Hofes an. Eine Reiterschwabron schloß bas Trauergeleit. Am Grabe des unbekannten Sol-

Ein deutscher Berichterstatter in Wien verhaftet

Wien, 19. Febr. (DNB.i Der Sonderbericht- erftatter berMünchener Neuesten Nachrichten", Kneißel, würbe am Sonntag verhaftet und be- finbet sich jetzt in Polizeihaft. Da Kneißel österreichischer Staatsangehöriger ist, wirb beabsich­tigt, ihn wegenG r e u eck b e r i ch t e r st a t - t u n g" währenb bes Wiener Aufstandes zu einer längeren Polizeiarreststrafe zu verurteilen.

Der Schuhbundführer Wattisch hingerichiet.

Leoben, 19. Febr. (DNB.) Der vor bem hie­sigen Standgericht wegen Aufruhrs angeklagte mar­xistische Abgeorbnete unb Schutzbunbführer von Bruck a. b. Mur, Koloman Wa 11 isch, würbe Montag abenb zum Tobe verurteilt. Da bas Gnabengesuch abschlägig beschieben worben war, würbe er am Montag um 23.40 Uhr b u r cf) ben Strang hingerichtet. Das gegen seinen Mit­angeklagten, ben Schutzbunbführer Ruß, verhängte I Tobesurteil bes Stanbgerichtes würbe im Gnaden- roege in lebenslänglichen Kerker um»

Igeroanbelt.

Populognia stanb vor ber Littorina auf bem glei­chen Gleis ein Güterzug, ber auf bas Abfahrts­zeichen hin ordnungsmäßig abfuhr. Irrtümlicher­weise folgte ihm in kurzer Distanz bie Littorina, bie aber ein befonberes Abfahrtszeichen hätte ab­warten müssen, um ben von Campiglia tommenben Sonberzug vorbeizulassen. Der Stationsleiter er­kannte ben Irrtum bes Führers bes Schienenautos unb traf sofort Maßnahmen, inbem er Hilfszeichen unb Signale gab, um bie Littorina an ber Weiter­fahrt zu Hinbern. Diese Zeichen wurden aber von dem Führer ber Littorina nicht bemerkt.

Einführung des Hoheitsabzeichens der ASDAP. bei der Wehrmacht.

Berlin, 19. Febr. (DNB.) Um bie Verbunben- heit ber Wehrmacht mit Volk unb Staat zum Aus- bruck zu bringen, hat ber Herr Reichspräfi» b c n t in Verfolg bes Gesetzes zum Neuaufbau bes Reiches auf Vorschlag bes Reichswehrministers eine Verorbnung erlassen, welche bas Hoheitsabzeichen ber NSDAP, auch bei ber Wehrmacht einführt.

Die Lanbeskokarbe an ber Dienst­mütze bes Reichsheeres wirb in Zukunft burch bas Hoheitsabzeichen in silberner Aus­führung ersetzt; an ber Schirmmütze ber Offiziere usw. ber Reichsmarine wirb es in golbener Aus­führung über ber Reichskokarbe getragen, ebenso an ber Marine-Mannschaftsmütze. A m Stahl­helm wirb auf ber rechten Seite bas Schilb mit ben Reichsfarben fchwarz-weiß-rot, auf der linken das Hoheitsabzeichen angebracht, beim Reichsheer in weißer, bei ber Reichsmarine in golbgelber Ausführung. Ferner wird bas Hoheitsabzeichen a n ber Uniform getragen, beim Reichster auf

baten machte ber Zug eine Minute Halt. Dumpf tönte bie große Glocke von St. Gubule in bas an- bächtige Schweigen. Am Schloß in Brüssel würbe ber Sarg von ber Geistlichkeit unter ber Führung bes Karbinalerzbischofs von Mecheln in Empfang genommen unb dann ins Palais gebracht, wo ber König bis zu feiner Beisetzung am Donnerstag auf­gebahrt wirb. Zu Ehren bes toten Königs würbe in ber Kammer eine Gebächtnisfeier veran­staltet. Nach Gebenkworten bes Premierministers unb bes Kammerpräsibenten würbe bie Sitzung ge­schloffen. Bei ber Tmuerkunbgebung hatten sich bie Sozialbemokraten von ihren Plätzen erhoben. Die Kommunisten unb bie flämischen Nationalisten waren ber Veranstaltung ferngeblieben.

Der französische Ministerpräsibent Doumergue ist in Begleitung ber Minister Herriot unb T a r- b i e u in Brüssel eingetroffen. Nach einem kurzen Besuch an ber Bahre bes Königs im Schloß Laeken, wo die Mitglieder des französischen Kabinetts von der Königin empfangen wurden, erfolgte noch am Nachmittag wieder die Rückreise nach Paris. Die französische Regierung hat beschlossen, für bie Bei­setzung bes Königs eine Ehrenkompanie mit Fahnen unb Musik, sowie eine Abteilung Marine- Infanterie zur Erinnerung an biehelbische Zusam­menarbeit ber französisch-belgischen Abteilungen bei Vipern unb an ber Mr" zu stellen. König C h r i ft i ain X. von Dänemark, der sich augenblicklich in Cannes aufhält, wirb sich nacy Brüssel begeben, um an ben Beisetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen.

Furchtbarer Zusammenstoß Mischen Schienen- omnibus und Sonderzug in Aasten.

Verhängnisvoller Irrtum des Autobusführers.-it6 Totems Schwerverletzte.