Geschichten aus aller Welt
Wie man in Pompeji wählte.
Dor
ist zu arm geworden, um sich ihre Träume und Märchen etwas kosten lassen zu können.
useum in Moskau das Manuskript.
Die Sache mit den Hunden.
(c.) Bukarest.
chen in
Wer b»st du?
Don Wildeim von Scholz.
° Dome I a unoergeffenen G-d-nk-n- den. man do- : WS
m a nn.
1900 Jahren, nämlich man, wie wir an Hand
(k.) Rom.
Anno 33 n. Chr. der Ausgrabungen in Pompeji.
die Wahl damals
Aber auch bescheidenere Leute die vielleicht durch die Schuld leichiAöubig sich T«ufch-nder er t: m . r Rolle gedrängt wurden, stnd dabei, so vor mcyr lanaer Zeit der Buchdrucker B r u n a i. den Frau n n p r 1 □ für ihren verschollenen Gatten «ÄunVberMe K te. bLgestellten Ge. lehrten nicht ungern übernommen haben mag.Jo
4,1) I v UvVl , IV» l H I . j *
eines Erbschlichs etwa, besteht und mir durch unser Zeugnis, unsere Aussage den Mann, den mir da wiedersehen, erst zu dem machen sollen, der er zu sein behauptet? Ich habe mich mehrmals bei Leuten, auch Jugendfreunden, die ich nach Jahren und Jahrzehnten wiedersah, genau geprüft, ob ich ihre Identität bei einem Betrugsverdacht bestimmt behaupten würde, und bin fast stets zu einem Zweifeln gelangt, zu einem „Non liquet“
Mordtag in Jekaterinburg und ihrem versuchten Selbstmord im Berliner Spreekanal, bei Naundorfs in feiner ganzen Lehr- und Wanderzeit als Uhrmacher, bei dem Professor Canella und Daubmann in der Zeit des Vermißtseins im Kriege. Dies Dunkel umfaßt meist viele Jahre, liegt verhüllt in Verborgenheit, aus der keine Zeugnisse beizubringen sind — noch weniger lebende Zeugen — in der sich nach den Erzählungen fast immer romantische Abenteuer abgespielt und schwere Krankheiten in die Erinnerung der Bewerber klaffende Lücken geriffelt haben sollen.
Natürlich! sagt der Auferstandene mit Schein des Rechtes: wäre dies Dunkel nicht in meinem Leben, so brauchte ich ja nicht den Beweis meiner Identität zu erbringen! Natürlich! sagt der Skeptische, hat der falsche Erbe oder Thronanwärter dies Dunkel nötig, weil sonst der Nachweis erbracht werden kann, daß er der nicht ist, der er zu sein behauptet.
Wer bist du?
Die scheinbar einfachste, leicht und klar zu beantwortende Frage wird zur verwickeltsten, dunkelsten, schwierigsten, wenn man einmal an die Grenzmöglichkeiten rührt, die das unerschöpfliche Dasein immer wieder anspielt, immer wieder als Rätselgeschick zwischen die ruhigen, sicher bestimmten Alltagsleben wirft.
(—) London.
Die Wirtschaftskrise greift allmählich auch auf die entlegensten Gebiete über, die bisher kaum in ihrer beschaulichen Ruhe gestört wurden. Wer kennt nicht die durch D e f o e bekannte Insel im Stillen Ozean, auf der R o b i n s o n Crusoe seine Abenteuer erlebte? Die Wenigsten haben sich aber oielleicht klar gemacht, daß dieses sagenhafte Eiland, diese Märcheninsel unserer Jugend, wirklich existiert Tatsächlich leben dort 67 Einwohner, gewissermaßen im Paradies, denn die Ruhe in Juan Fernandez wird nur einmal im Jahr gestört, und zwar zu Neujahr, wenn das Touristenschiff Besucher aus England und dem nahen Chile bringt Diese „Störung" ist den Einwohnern indessen durchaus erwünscht, denn sie bringt Verkehr und natürlich auch Geld Die Besucher besichtigen alle Sehenswürdigkeiten, die sie aus den Büchern Defoes in der Erinnerung haben, sie krie--
in England
Die Umwege, die das Manuskripl machte, ehe es in den Besitz des Museums kam, führen durch verworrene Zeiten und waren nicht immer ganz ohne
Man sprach nicht von Parteien, sondern man wies auf einzelne Personen hin. Dabei hob man, je nach dem Typ des zu wählenden Mannes, immer etwas Besonderes an ihm hervor. Zitieren wir eine kleine Auswahl aus diesen Aufrufen:
Wir wählen Obonius Priscus, den Freund der Landwirte und des Ackerbaues." „Dem Pansa Deine Stimme!
Er trinkt nicht und war nie berauscht!" „Sabinus ist ein edler Mann, wählt ihn!" „Alte Leute wählen bringt keinen Segen! Quirinus ist ein junger Mann, wie er sein muß!" „Wehe über uns, wenn Camilus Tiremius nicht gewählt wird!" Und so geht es weiter. Bald drohend, bald schmeichelnd, bald empfehlend, bald fröhlich und hoffnungsvoll. Aber alles ging sehr nett zu Man zankte sich nicht übermäßig. Man vergraulte sich den Tag nicht mit solchen Wahlen, man empfahl sich, aber beschimpfte nicht den anderen.
Doch eine Kuriosität müssen wir noch erwähnen. Die Frauen im alten Rom hatten zwar kein Stimm- und Wahlrecht. Aber wie fast überall in der Welt sanden sie doch Gelegenheit, ihren Einfluß geltend -zu machen. Auch hier war man vornehm und nicht aggressiv. Niemand wird behaup-
üenen" Hunde gestohlen waren? Ja, das kommt davon.
zurückschrieb:
Leider bin ich im Augenblick nicht im Besitze einer Summe von 40 Dollar, um Ihre Ansprüche befriedigen zu können. Um aber nicht Ihr Schuldner zu bleiben, werde ich Ihnen dieser Tage eine dritte Kuh zur Ausgleichung meines Saldos zusenden "
Was nicht nur beweist, daß es den amerikanischen Landwirten ziemlich mäßig geht, sondern daß sie auch Galgenhumor besitzen.
Wciieä aus Robinsons Reich
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
Das Totenauto.
(i) Neuyork.
Diese Geschichte hätte Edgar Allan Poe schreiben können Sie ist aber vom Leben geschrieben:
In der Stadt Maloern (Arkansas) sahen Fußgänger kürzlich ein elegantes Privatauto in großer Geschwindigkeit durch die Stadt flitzen, wobei es jedoch bedenklich von rechts nach links schlingerte. Plötzlich fuhr der Wagen gegen den Straßenrand, kippte um und blieb, die Räder nach oben, liegen
Die Passanten sprangen sofort hinzu Belm Oeft- nen der Wagentür mußten sie eine grausige Entdeckung machen: Das Auto barg — vier Leichen. Die Insassen waren nicht etwa durch den Unfall getötet worden, sondern tot ohne jede äußerlich sichtbare Verletzung Lediglich ein fünftes Wesen kroch lebend ins dem Auto hervor: ein kleines Mädchen, das angab, vier Jahre alt zu sein, und Cline Smith zu heißen Die vier Mitinsassen kannte es nicht, konnte auch keine Auskunft darüber geben, wie es in dies Auto gekommen war — Bei der polizeilichen Untersuchung des rätselhaften Falles gab ein Landarbeiter an, er habe kurz vor der Stadt jemanden aus dem Auto springen sehen Die ärztliche Untersuchung ergab, daß die vier Insassen wahrscheinlich vergiftet worden sind. Ihre Identität ist noch heute nicht festgestellt
Teurer Huhhandei
(i) S t. Louis
Zeitschriften.
— „Berliner Monatshefte", herausgegeben von Dr. Alfred von Wegerer, 12. Jahrgang 1934, Januar-Heft. (Quaderverlag, Berlin w 15, Preis des Heftes 1,50 Mark. Der 12. Jahrgang der „Berliner Monatshefte" beginnt mit einem Geleitwort des Herausgebers Dr. von Wegerer: „Versailles und die Ehre der Nation". Wegerer weist darauf hin, daß die drei Worte: Ehre, Gleichberechtigung und Frieden nicht nur die Wahlparole für den 12'. November waren, sondern daß hinter ihnen, wie die Zukunft lehren wird, der unbeugsame Wille einer in sich geschlossenen Nation steht. In dem Aufsatz: „Der Vertrag von Versailles und der deutschen Osten" schildert der Königsberger Historiker, Professor Rothfels die Entstehungsgeschichte der heutigen Grenzregelung im Osten und zeigt, wie die nur auf Schwächung Deutschlands bedachte realistische Politik Frankreichs den Sieg davontrug über eine mehr idealistische im Sinne der Befriedung der Welt durch Gerechtigkeit. Professor Roloff (Gießen) untersucht an Hand des Werkes von Oncken: „Das Deutsche Reich und die Vorgeschichte des Weltkrieges" die Beziehungen zwischen Deutschland und England vor dem Kriege und Graf Max M o n t g e l a s behandelt in dem Aufsatz: „Frankreich im Jahre 1917" den 9. Band her Erinnerungen Poincares
Bürgermeister Haug
begrüßte die Gäste. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Gauleiter Sprenger selbst dieses erste Brot im Gau Hessen-Nassau verteilen wolle. Der heutige Tag stelle eine neue Offensive im Kampfe gegen Hunger und Kalte dar, der 15 Jahre nach Abschluß des großen Volkerringens ausgenommen worden sei, um die Not zu besiegen Keine Almosen seien es, die hier verteilt würden, sondern jeder Volksgenosse habe das Recht auf diese Gaben wenn er unverschuldet in Not geraten sei.
Der Obermeister der Bäckennnung überreichte dem Gauleiter das erste Brot und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs übergab das Brot-
An gewisse, heute gottlob überwundene Zustände in der jüngsten deutschen Vergangenheit erinnert eine kleine Geschichte, die aus St Louis berichtet wird und die ausgezeigt, in welcher wenig beneidenswerten Lage sich die amerikanische Landwirtschaft befindet: Ein Farmer aus der Umgebung von St. Louis hatte zwei Kühe auf den dortigen Markt gefonbt. Nun muh man misten. daß di- Viehmärkte ■ „nb ,ufricbcni benn j,tz, ist auch das letzte in den Vereinigten Staaten unter staat icher Regie U^Itrjnt des Walter Scott in feinem Verbleib flehen, die nicht nur den Verkauf in Abwesenheit, ad)' ie(en So baf die arme Seele Ruh — und
rüstete
erfahren haben, zu einer Wahl
LPD. Frankfurt a. M., 19. Jan. Im Frankfurter Römer fand heute morgen die er ste Brot- , Verteilung des Winterhilfswerkes im Gau Hessen-Nassau statt. In der festlich geschmückten Römerhalle hatten die Fahnenabordnungen der SA., SS., HI., Jungvolk und der Backer- zunft Aufttellung genommen, sowie die Volksgenossen, an die das Brot verteilt wurde
Mit dem Deutschlandlied, gespielt vom Spiel- mannszug des Jungvolks, wurde die Feier eröffnet. Der Gauführer des WHW.,
Freilich hatte für Pompeji
keine große Bedeutung mehr, denn die Stadt wurde durch den Vefuvausbruch verfchluckt. Aber dieser Vesuvausbruch hatte insofern etwas Gutes, als er uns die letzten Wahlmalereien erhielt So geben uns die auf der Kalkwand zu lesenden Ausrufe ein sehr interessantes Bild von der Psychologie, mit der man damals die Wähler bearbeitete.
Herr Norsilan war em Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle. Er hatte keinen rechten Beruf, dafür aber tadellose Lackschuhe und die schnittigsten 'Bügelfalten und die kecksten Seidentücher im Jackett. Dor allem aber war dieser Herr ein Hundekenner und Hundeliebhaber Das wußte ganz Bukarest. Wer einen schönen Hund haben wollte, brauchte nur Herrn Norsilan einen Besuch abzustatten Dort wurde er gut beraten
Herr Norsilan hatte eine eigene Geschastsmethode. Er setzte recht breit gedruckte Anzeigen in den Annoncenteil der meistgelesenen Zeitungen Da war zu lesen: „P Norsilan hat seinen Drahthaarterrier verloren. Abzugeben gegen hohe Belohnung "
Am nächsten Tage schon kamen unzählige Menschen zu dem wartenden „Hundeverlierer Jeder führte einen weißen Drahthaarterrier an der Leine. Nur zwei Männer, die mit Promenadenmischungen zu kommen wagten, warf Herr Norsilan rücksichtlos heraus Den anderen zahlte er die hohen Belohnungen aus Die Sache rentierte sich, denn Herr Norsilan verkaufte die „gefundenen" Tiere zu gewaltigen Preisen an zahlungsfähige Liebhaber Und nicht 'nur Drahthaarterrier. Auch Barsois, Pekmg- hündchen, Malteser, Schäferhunde u. a m. Herr Norsilan zeigte jedesmal seinen Verlust an, unh mindestens fünfundzwangzig ehrliche Finder brachten das verlorene Gut wieder zurück
Eines Tages jedoch wurde der gute Mann „geschnappt" Nun steht er vor Gericht und wundert sich. Was kann er schließlich dafür, daß die Eim wohner von Bukarest so außergewöhnlich ehrlich .. . ’ —.. - , ... ____l. htö noniti:
Durch die Blätter ging einmal die Nachricht, daß die angebliche Zarentochter, Großfürstin Ana- ft a fi a , wegen Verfolgungswahn in eine Irrenanstalt gebracht worden sei. Ein solcher Ausgang des Kampfes um die eigene Persönlichkeit wäre nicht verwunderlich, selbst wenn die Betroffene mag sie nun Prinzessin oder Betrügerin fern - nicht durch ungeheuerliches Erleben und Erleiden schon vorher zermürbt worden wäre. Ich meine: die Seele auch des gesundesten Menschen kann mit Verlieren der geistigen Klarheit antworten, wenn ihr durch längere Zeit die Lebenslust des anerkannten Jchs bestritten wird oder sie selbst vor der Welt um Behauptung eines fremden Jchs ringt.
Die Frage, wer man sei, scheint auf den ersten Wirf die simpelste der Welt, mit ein paar Angaben — nicht einmal allen, die für den Paß notwendig sind — bündig und klar zu erledigen. Die meisten von uns leben in einer festen geordneten Umgebung, im Berus und einem bestimmten Kreis von Menschen. auch m einem räumlich nicht allzu ausgedehnten Gebiet. Man wird, wenn der Zufall je bei ander Zweifel darüber, wer man ist, erweckt sich immer leicht ausweisen und durch Zeugen seine Identität feststellen lassen können. Die Vorstellung, daß das plötzlich nicht mehr gelingen sollte, ist im alltäglichen Leben nicht recht zu erfassen Ebenso wenig die umgekehrte Vorstellung: es wurde je- "anbem in mittlerer Lebenslage glucken sich mtt Erfolg für einen anderen auszugeben, als der .r ift.
Wenn auch die Daseinsbedingunaen, m denen iokbe ftälle sich begeben, nicht gerade die alltäglichen sind so sind sie doch durchaus nicht selten Alle die ich wen g mit diesen Fällen beschäftigten, sich kaum n liP bineinverfetzt haben, werden zunächst „gar nprüehen tönnen", wie es möglich ist, daß sich n $ ^llte mit unwiderleglichen Beweisen bartun Xe dieser Persönlichkeiten -inzuschleichen versuchen
bist du?" am meisten in Herrscherhäusern ereignen, ift leicht zu begreifen Da hat der Zweifel hüben und drüben Helfer; da diktiert das Interesse gewiß o oiel Aussagen wie die Wahrheitsliebe; da hat man gegen jedermann, auch gegen die Behörden, ichere Wege der Vertuschung. Da ist stets eine Gruppe, die durch den angeblichen Wiedererstande- nen des Throns, großer Vermögen oder sonstiger Rechte verlustig geht. Sie ist natürlich mit allen Kräften bestrebt — wenn sie gegen sich ehrlich ist — nicht zu glauben; sonst: auch gegen ihre bessere Ueberzeugung mutig die Nichtidentität des Bewer- bers zu behaupten Aus dessen Seite stehen alle Gegner der in der Macht Befindlichen, weil ste bei dem Auf getauchten auf Stellungen und Belohnungen rechnen können. Dazu kommt, daß die Mitglieder der Herrfcherfamilien weithin das Volk und seine Phantasie beschäftigen, weithin bekannt, aber ungenau bekannt, und mehr als andere Menschen von Klatsch und Gerüchten umgeben sind
ten wollen, daß es eine unhöfliche oder unfaire Karnpfesweise sei, wenn eine Großmama eine große Mauerfläche mietet, um für ihren Enkel, den sie sehr liebt, wie sie selbst mitteilt, Stimmung zu machen. In einem andern Fall empfiehlt die Gattin ihren Mann als den Jdealehemann und verheißt entsprechende Eigenschaften für seine Regierungsfähigkeit. Des weiteren meint eine gewisse Asilina, daß ihr Lucius Secundus ein anständiger Mann und deshalb auch gewiß ein guter Staatsmann fei. .... .
Nach der Wahl kamen dann die Abwascher und verrieben die schönen weißen Kalkflächen mit den farbigen Aufschriften zu einem trüben Grau. Bis zum letzten Mal. Da kam man nicht mehr zum leberstreichen. Die Vulkanasche war schneller, als die Geschäftigkeit der Plakatinstitute in Pompeji vor 1900 Jahren.
Athens, gesehen zu haben. Große Sache! 400 Polizisten werden alarmiert, die Zugänge zur Stadt gesperrt, sämtliche Autos kontrolliert — aber kein Räuberhauptmann ist zu finden. Die weniselistische Presse wettert in dicken Lettern und spaltenlangen Artikeln: „Wieder hat man den Kerl laufen lassen, die Regierung ist im Bunde mit dem Räuber, das ist totsicher! Triumph! Jetzt haben wir den untrüglichen Beweis!" ,
Doch schnell kommt Licht in das Dunkel. Der auf dem Omoniaplatz Gesichtete war gar nicht der Räuberhauptmann, sondern ein biederer Athener, der das Pech hat, dem richtigen Räuberhauptmann sehr ähnlich zu sehen.
Dieser vermeintliche Rauberhauptmann besitzt eine „Taverne", eine Gastwirtschaft, in der man gut essen und trinken kann. Dazu hat er jetzt die schönste Reklame gratis. Nun lädt er großmutig alle Athener dazu ein, ihn in seinem Lokale aufzusuchen, damit sich jeder überzeugen kann, daß er Tavernenwirt und keineswegs Rauberhaupt- m<2)a5 Attentat auf Weniselos aber ist bis heute ungeklärt.
mefser, wobei er betonte, daß diese Feier wieder einmal beweise, daß die Nationalsozialisten S o • 3 i a i i ft e n der Tat feien und nicht des Wortes.
Sauleiter Sprenger
bezeichnete diesen Akt als eine symbolische Darstel- lung dafür, daß der Nationalsozialismus der Ga- rant dafür sei, daß jeder deutsche D o l f s g e■ • nasse fein verdientes Brot erha11e. Als der Nationalsozialismus die Macht im Staate er- griff, habe er mit Recht die Gestaltung des Schick- fals des deutschen Volkes in die Hand genommen. Der Nationalsozialismus werde dafür sorgen, daß jeder Volksgenosse wieder fein Brot selbst verdienen könne. In seinem Gau, so erklärte Gauleiter Sprenger, werde er wie ein Familienvater darüber wachen, daß keiner hungern müsse.
Hierauf schnitt er den ersten Laib Brot an und eröffnete die Brotverteilung, die von ihm und Oberbürgermeister Krebs durchgeführt wurde. Ein Sieg- Heil auf den Führer und das Horft-Weffel°Lied beendeten die Feier. Von dem verbackenen Mehl hat das Winterhilfswerk des Kreises Oberlahnstem allein 1200 Zentner aufgebracht. Landrat Lange war selbst erschienen, um der ersten Brotverteilung beizuwohnen.
stehen, die nicht nur den Verkauf in Abwesenheit । -^u'^'p des Besitzers besorgt, sondern auch die entstehenden | Museum Transportkosten und Gebühren vorschießt Der Far- i mer wartete nun daheim auf den klingenden Erlös *
für feine beiden Kühe. Statt dessen aber erhielt er die Mitteilung, daß die Marktbehörde ihn mit 40 Dollar belasten müsse, weil der Ertrag aus dem Verkauf der Tiere nicht zur Deckung der Gebühren und Transportkosten ausreiche Worauf der Farmer
noch dies oder jenes zur Erinnerung. Die besten Geschäfte aber machte bisher die Post, denn die von Markensammlern vielbegshrten Postzeichen werden stets so reichlich getauft, daß der Ertrag die Verwaltungsspesen für ein ganzes Jahr deckt. — Glückliches Eiland! wäre man versucht auszurufen, doch im vorigen Jahre hat die Wirtschaftskrise auch hier ihren Einzug gehalten. Es ist nämlich kein Neujahrs- schiff auf Robinsons Insel eingetroffen! Die Welt
Genau nach 65 Jahren war man an einen verstaubten Winkel in dem Museum vorgedrungen und hatte den Schatz dort ausgegraben Die Literatur- forscher sind zufrieden, denn jetzt ist auch das letzte
“man oermtzl |o leicht die Bedeutung des Um,ton-
acffen hat um die eigenen Schulerinnerungen wach- SÄ” man oas Gegenüber dann zwangs- läufig einbezieht.
Ein Fall solcher behaupteten und bestrittenen Identität ist neben dem Fall Anastasia der des Uhrmachers Naundorf f. Naundorfs tauchte um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Küstrin auf und gab an, das angeblich im Temple zu Paris gestorbene Söhnchen Ludwigs XVI zu fein, also Ludwig XVII Anerkennung und Ablehnnung ferner Echtheit hielten sich etwa die Waage. Sein Grab in Holland trägt den von der niederländischen Regierung anerkannten Namen „von Bourbon" Auch hier bietet sich dasselbe Bild wie bei Anastasia: ein Teil der Verwandten hat den Bewerber nie sehen wollen, und zwar genau der Teil, der durch Anerkennung viel verloren hätte; so feine Schwester, die Herzogin von Angouleme, die auf dem Sterbebette gestanden haben soll, sie hätte gewußt, daß Naundorfs ihr richtiger Bruder gewesen sei. Dasselbe Bild wie bei dem ganz identitatslosen Findling Kaspar Hauser: eine Anzahl von Attentaten, die man auf die ehemals königliche Familie zurückführte, wurde gegen den unbequemen altneuen Bourbon unternommen. Auch wurde, wohl durch Machenschaften, der von ihm in Paris angestrengte Prozeß um feinen Namen nie durchgeführt
Kennzeichnend ist für alle diese die Menschheit aufregenden Fälle stets ein Umstand gewesen, der den Glauben an Fälschung und Betrug in hohem Maße unterstützt und gegen die Bewerber Stimmung macht: daß sich nämlich bei jedem von ihnen ein langer und sehr dunkler Zeitraum findet, in den hinein, wie in einen Tunnel, auf der einen Seite das abbrechende Jugendleben der behaupteten Person schwindet und aus dem heraus dann Jahre später unvermutet der Mensch tritt, der nun di? Öffentlichkeit mit seinen Ansprüchen beschäftigt.
Dieser Zeitraum liegt bei Anastasia zwischen dem
Mehr und mehr bestätigt sich bei der ^schäfti- ist un,ere Identität fatzt nur em künstliches außE Kleid, das uns entriffen werden kann Die Ver bre-ber luchen es oft um unkenntlich zu fein, ao- zuwerfen und mit einem beliebigen anderen ju oer- taufchen Die Weltgefchickste wie Krmnnalgefchich - formt mffinierte Betrüger, die sich eine vesinnmie
eines Toten für länger oder kurzer bemächtigt.
Ein verschollenes Manuskript von Walter Scott gefunden.
k Moskau.
Während die Literaturgeschichte mancherlei Schönes von Walter Scott zusammenzutragen verstand, war es ihr seit langen Jahren nicht möglich, das Originalmanuskript des „Talisman" irgendwo auf- zuftöbern
Da ermittelten die Scott-Gesellschaften aus Umwegen, daß man in Moskau das Original gefunden habe. Man fragte nach Es stimmte: im Moskauer Historischen Museum hatte man die Sachen in einer verstaubten Ecke entdeckt Und mit Hilfe der beigefügten Belege erfuhr man auch, dnß im Jahre 1868 der Graf Orlov-Davidoff das Driginalmanuffript von einem „Unbekannten", der in großer Not war, zum Preise von tausend Pfund in London erwarb Damals war nämlich der Graf russischer Botschafter
Defoes in der Erinnerung haben, sie kne- woyner von 7 'c'
Robinsons Holste und kaufen zum Schlich sind? Wie konnte er auch ahnen, daß die „gefu^ ___ ________
-------— ---- Wie aber, wenn hi-r der Verdacht eines Betruges, Daß.sich die Falle des Nr°it-s^ über^das „Wer
Jedem deutschen Volksgenossen fein verdientes Brot.
Aeichsstoichalter Gauleiter Sprenger verteilt das erste Brot des Winter« tnlfswerks im Gau Heffen-Tiaffau.
Bei oberflächlicher Bekanntschaji vrauchi nicht einmal viel Zeit vergangen zu fern, um zu tauschenden Eindrücken zu kommen. Em Maler a o ein Mann des Auges, erzählte mir em kleines aufschlußreiches Erlebnis aus einer Meraner Pension, in der auch ich gewohnt hatte und in der wegen vieler alter Damen das Rauchen ungern gesehen war, so gingen die Herren nach dem Abendessen noch brauten mit der Zigarre ein paar Schritte spazieren. Bei einem solchen Wandel auf der Straße, zwischen Weinbergen und Billen, hatte der Maler mit einem anderen rauchenden Tischgast der Pension (so'glaubte er) ein paar gleichgültige Worte gewechselt, wie man sie mit jedem Fremden suchest kann.Der andere verabschiedete sich, um noch welterzuschlenderm her Maler kehrte zurück — und fand den, mit dem er eben geplaudert zu haben glaubte. 'M Lesezimmer über Zeitungen Der draußen war em Frem- “er gewesen Gesetzt den Fall, an dem Zeugnis des Malers hatte füi die Aufklärung emes >L°rbr-chens hie Entscheidung gehangen, m welche Zweisei uoer die Identität des Begegnenden wäre er geraten.


