Oberheffen
firete Alsfeld.
berg, mit der gleichzeitig der Abschied der gäste verbunden war, gestaltete sich für alle Li' nehmer rii pinpm frhnnpn OrrTphnic (T;m ,r, U*
Adventsfeiern -er NGFrauenschast
=•= Homberg, 18. Dez. Die Weihna feierber Arbeitsdienstabteilunn
25 Jahre Pfarrer.
* Hausen, 19. Dez. Am heutigen Mittwoch, 19. Dezember, kann unser Ortsgeistliche Pfarrer Steiner sein 25jähriges Amtsjubi- l ä u m begehen. Pfarrer 'Steiner wurde am 19. Dezember 1909 in Rochenberg, Dekanat Erbach im Odenwald, ordiniert.
Neue Bürgermeister und Beigeordnete im Kreise Gießen.
< Queckborn, 18. Dez. Am Sonntag hielt die hiesige NS. - Frauenschaft einen wohlge- lungenen Advents- und Weihnachtsabend ab. Zwei symbolhafte Lichtsviele des BdM. sollten darstellen, wie durch die Geburt Christi im Stall zu Bethlehem das Licht in die Welt gekommen ist. Es fehlten auch nicht das Christkind und
nehmer zu einem schönen Erlebnis. Ein . Arbeitsdienstkapelle Alsfeld (Leitung: Musiki? rer Rheinländer) leitete die Veranftaltuno Nach einem Gedichtvortrag hielt Oberfeldmei"' S ch n e i d er die Begrüßungsansprache und boS allen Spendern von Homberg und Umgebung - die überaus zahlreichen Geschenke. Nach einer kalischen Darbietung und einem gemeinsam qej? genen Lied brachten die Arbeitsmänner einen’, drucksvollen Sprechchor zur Aufführung. Der ' sang des Saarliedes wurde zu einem Bekennt Nach einem weiteren Marsche folgte der ,%? schwur der abstimmungsberechtigten Saardeutsch^' Mit dem Gesang des Deutschlandliedes fand > erste Teil des Abends seinen Abschluß. Der toi Teil der Veranstaltung wurde mit einem nachtslied eingeleitet. Ein Gedicht und ein h von Walter Flex gelangten sodann zum Vortz» Nach einem Lied der Arbeitsdienstmänner wu: eine von nationalsozialistischem Geiste getra» Szene aufgeführt. Große Freude bedeutete sch-, lich für die Arbeitsdienstmänner die Beschsri, Jeder Arbeitsdienstmann erhielt ein Geschenk, $ gemeinsames Lied und ein herzliches Schlundes Oberfeldmeisters Schneider beendeten 1 Abend.
Viehzucht. Bäuerliche Betriebe im eigentlichen Sinne
sind es etwa 160. Die Viehzählung hatte folgende ...... ««u, uu= unu
Ergebnisse: Pferde 100, Jungvieh 111, älteres der Nikolaus, die in humorvoller Weife die kleinen Rindvieh 747, Milchkühe 494, Rindvieh insgesamt1 und größeren Kinder beschenkten. Advents- und
Wurst, Hülsenfrüchte, Obst, Gebäck, Schuhe usw. befanden, konnten nach Offenbach übermittelt werden.
oo Eberstadt, 18. Dez. Im Saale „Zum Schwanen" fand ein Lichtbilder-Vortrag statt, der vom Verein für das Deutschtum im Ausland veranstaltet wurde. Der Abend wurde durch Gedichtoorträge und Lieder der Schüler eingeleitet. Lehrer R e u h l hielt eine kurze Ansprache. Sodann berichtete der Vortragende des Abends, Berthold Weiß, ein Siebenbürger Sachse, von den Erlebnissen einer Reise durch Oesterreich, Ungarn und Rumänien nach Siebenbürgen. Er schilderte die Not der Siebenbürger Sachsen, die durch die Rumänen , hart bedrängt seien, und forderte im Zusammenhang damit auf, das Deutschtum im Auslande tatkräftig zu unterstützen. Eine Sammlung für die schwer bedrängten deutschen Volksgenossen im Ausland brachte einen stattlichen Geldbetrag. In den Pausen hörte man auf Schallplatten siebenbürgische Volkslieder. Zum Abschluß des Abends dankte Lehrer R e u h l dem Redner für seine interessanten Ausführungen. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer klang der Abend aus.
c5 Obbornhofen, 18. Dez. Wie schon immer, so beteiligte sich unsere Ortsbevölkerung auch jetzt wieder freudig an dem großen Hilfswerk unseres Volkes. Es wurden 38 Weihnachtspakete mit allerlei nützlichem Inhalt zurechtgemacht und an hilfsbedürftige Familien in Offenbach versandt. — Die gesammelten Ersparnisse vom Cinto p f s o n n t a g beliefen sich auf 29,70 Mark. — Ein für diese Jahreszeit wohl seltenes Ereignis konnte man hier feststellen. Auf dem Grundstück des Altbürgermeisters Philippi stand ein Zwetschenbäumchen in schönster Blüte.
csd Langsdorf, 18. Dez. Die kürzlich durch- gelührte Viehzählung brachte volkswirtschaftlich ungemein belangreiche Ergebnisse, besonders wenn man daneben die Ergebnisse einer Zählung aus früheren Zeiten stellt. Wir zählen etwa 220 Haushaltungen, die fast alle an der Viehzucht irgendwie beteiligt sind, wenn auch nur in Klein-
858. Schweine 991, Ziegen 43, Kaninchen 212, Gänse 89, Enten 14, Federvieh insgesamt 2796. Bienenvölker 50. Zum Dergleicy ziehen wir eine Zählung vom Jahre 1826 heran. Die Zahl der Haushaltungen betrug damals etwa 150. Mit Tierzucht waren sie alle beschäftigt. Wieviel rein bäuerliche Betriebe es waren, läßt sich nicht genau sagen, ihre Zahl wird nahe an 150 herankommen. Da ist der Unterschied in der Viehhaltung erstaunlich groß: Pferde 20, Rindvieh insgesamt 384, Schafe 647, Schweine 220, Ziegen 3. Das Kleinvieh ward nicht gezählt. Diese Zahlen beweisen schlagend, daß die Land- und Diehwirtschaft seit 1826 einen ganz gewaltigen Auftrieb erfahren hat. — Die Arbeiten in unserem Walde sind bereits vor einem ersten Abschnitt angelangt: in der nächsten Woche kann die erste Submission auf Stammholz (Nadelholz) eingelegt werden. Unsere 40 Holzhauer sollen eine Menge don 4800 Festmeter bewältigen. Es sind u. a. im Hegerich 8 Morgen zum Abtrieb vorgesehen, um das noch längst nicht befriedigte Landbedürfnis zu erfüllen. Durch die Waldarbeit sind alle Arbeitslosen beschäftigt und viele Kleinbauern haben einen zur Aufrechterhaltung ihrer Wirt- schäft notwendigen Verdienst. Im vergangenen Jahr hat man schon 8 Morgen Waldwiese im Langen-Rod-Seis aufgeforstet als Ersatz für ein abgetriebenes Stück im Hegerich.
Kreis Schotten.
W e t t e r f e l d, 18. Dez. Zum kommiss a- nschen Beigeordneten unserer Gemeinde wurde Georg A ß m a n n von hier bestellt.
Trohe, 18. Dez. Die hiesige NS.-Frauen- schäft veranstaltete am Samstagabend ihre Adventsfeier im festlich geschmückten Saale der Wwe. K. Schwarz. Die über 65 Jahre alten Ein- wohner waren dazu eingeladen worden; der BDM. und die Kinder der Mitglieder der Frauenschaft nahmen ebenfalls teil. Die Führerin der NS.- Frauenfchaft, Frau Emma Rühl, hielt zur Gr» Öffnung eine kurze Ansprache. Ein gemeinsam gesungenes Adventslied, ein Gedichtoortrag sowie Lieder der Frauenschaft und der Kinder unter- hielten ausgezeichnet. Aus festlich gedeckten Tischen wurde dann mit Kaffee und Kuchen aufgewartet. Der Tisch der betagten Einwohner wurde mit einem besonderen ADventskranz geschmückt. Im weiteren Verlaufe des Abends und zum Abschluß hielt Blockwart A. Becker eine kurze Ansprache und brachte ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler aus.
CD Lollar, 17. Dez. Gestern nachmittag veranstaltete die hiesige NS. .Frauenschaft im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" eine schöne Adventsseier. Es galt, den Alten unserer Gemeinde eine besondere Freude zu bereiten. Unter dem strahlenden Adventskranz, an schön gedeckten Tischen wurden die Einwohner von über 70 Jahren und auch eine Anzahl Kinder mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Man konnte es den Gesichtern der Gäste ansehen, daß sie sich bei der Frauenschaft wohlfühlten, zumal ihnen auch noch eine schöne Unterhaltung geboten wurde. Nachdem die Führerin, Frau Dr. Schlapp, alle herzlichst begrüßt hatte, wurde durch Mitglieder der Frauenschaft ein ergreifendes Theaterstück, „Des Kindes Weihnachts- träum", aufgeführt. Gedichte und Gesangsvorträge schlossen sich an. So vergingen schnell die Stun- den, die auf die lieben Alten sichtbar tiefen Eindruck machten.
Ernannt wurden zu Bürgermeistern: Hemz Rebholz in Großen-Buseck, Hans Will in Leihgestern, Hartmann Friedrich Dietz in Utphe, zu Beigeordneten: Philipp Botz III. in Bersrod und Heinrich Raab in Utphe.
Lehrertagung in Lo lar.
J) Lollar, 18. Dez. Die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" des NS.-Lehrerbundes der Bezirke Lollar und Londorf tagten gemeinsam in der hiesigen Schule. Der Leiter, Lehrer Eberle (Lollar), machte nach kurzer Begrüßung die Mitteilung, daß der Assistent des Oberhessischen Museums in Gießen, Herr Czech, zu einer Vortragsreihe über Vorgeschichte gewonnen sei, an die sich dann als Abschluß eine Besichtigung der vor- geschichtlichen Abteilung des Oberhessischen Museums anschließen soll. Hierauf hielt Herr Czech den ersten seiner Vorträge über „Jüngere Steinzeit und Bronzezeit". Der Vortragende verstand es, in zweistündigen Ausführungen unter besonderer Berücksichtigung der Funde unserer Heimat den Zuhörern ein klares Bild der genannten Erdperiode zu vermitteln. Lichtbilder der verschiedenen Funde ergänzten den Vortrag. Eine rege Aussprache förderte noch manches Bemerkenswerte zutage.
Eine Bezirksversammlung im Gasthaus „Zum Schwanen" unter Vorsitz von Lehrer Emme! (Staufenberg) schloß sich an, bei der eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten ihre Erledigung fand.
Landkreis Gießen.
* Heuchelheim, 18. Dez. Schon seit einer Reihe von Jahren tritt bei uns einmal das Gießener Stadttheater auf, und zwar am erstenTagdesneuenJahres. Auch diesmal werden wir das Vergnügen haben, an diesem Tage eine Aufführung in der Turnhalle, die sich dazu sehr gut eignet, zu erleben. Es wird die Operette „Das Land des Lächelns" gegeben, ein Stück, das mit großartiger Inszenierung und spannender Handlung sicherlich bei den Heuchelheimern Interesse erwecken wird.
S Alten-Buseck, 18. Dez. Am Samstag wurden durch die Ortsgruppe der NSV. Alten-Buseck 76 Weihnachtspakete zum Versand gebracht. Es entfielen auf Zelle Alten-Buseck 44, auf Rödgen 24 und auf Trohe 8. Außer einigen größeren Paketen mit Kleidungsstücken wurden zum größten Teile Lebensmittel gespendet. Sämtliche Pakete waren geschmackvoll und mit großer Sorgfalt verpackt und werden bei den Empfängern viel Freude bereiten. In aufopferungsvoller Weise hatten sich die Frauenschaften und die Amtswalter der NSV. zur Verfügung gestellt. Die Pakete wurden in Großen-Buseck zum Versand gebracht und nach der Ortsgruppe Offenbach-Bürgel verfrachtet. — Am Tage der Nationalen Solidarität sand eine Haussammlung statt, die den Betrag von nahezu 100 Mark ergab. Einige Tage vorher wurde eine Listensammlung für das Winterhilfswerk durchgeführt mit einem Betrag von 21,90 | Mark. Das Sammelergebnis vom Eintopfgericht betrug insgesamt 66,40 Mark, davon entfielen auf Alten-Buseck 29,70, auf Rödgen 26,70 und auf Trohe 10 Mark. Alle diese Spenden sind ein erneuter Beweis für den Opfersinn unserer Einwoh- ; nerschaft.
° Rödgen, 18. Dez. Die hiesige Familie Wil- 1 Helm Iost ist sehr schwer heimgesucht wor- '
den. Nachdem erst kürzlich die Eltern der Frau an einem Tage gestorben sind, ist heute Herr I o st, der an einer Lungenentzündung gestorben ist, zu Grabe getragen worden. Er war Gärtner und stand beinahe vierzig Jahre im Dienste der Stadt Gießen. Die aanze Gemeinde nimmt herzlichen Anteil an dem schmerzlichen Geschick der Familie.
# Lollar, 18. Dez. Die hiesige Ortsgruppe der NS.-Frauenschaft veranstaltete eine Sammlung von Weihnachts-Paketen für bedürftige Volksgenossen. Es wurden im ganzen 68 Pakete abgeliefert, von denen 60 in der Gemeinde Lollar und 8 in Ruttershausen gespendet worden waren.
§ Mainzlar, 17. Dez. Dieser Tage wurden die Wunschzettelpakete im Rahmen des Winterhilfswerkes hier eingesammelt und nach Offenbach gesandt. Es kam die stattliche Anzahl von 7 8 Pa- Feten zusammen, die insgesamt ein Gewicht von zirka 3>2 Zentner ergaben.
< Queckborn, 18. Dez. Dieser Tage konnten 28 große Weihnachtspakete, gespendet von Einwohnern des Dorfes, den Ortsgruppen Offenbach-Bürgel und Offenbach-Altstadt der NSV. zur Verfügung gestellt werden.
> Holzheim, 18. Dez. Die Eintopf-Ersparnisse vom Sonntag, die von der Frauenschaft gesammelt wurden, brachten den Ertrag von 61,90 RM. — In der vorigen Woche wurde hier von der politischen Leitung aufgefordert, Weihnachtspakete für notleidende Offenbacher Volksgenossen anzufertigen. Eine große Anzahl solcher Weihnachtspakete, in denen sich hauptsächlich Lebensrnittel, wie Mehl, Reis,
Weihnachtslieder wechselten ab. Die Feier war - die ganze Gemeinde ein Erlebnis.
+ Lauter, 16. Dez. Am Sonntag hielt 1 hiesige NS. -Frauenschaft ihre Advents!- i ab. Nach Begrüßung durch die Führerin mur.V gemeinsam die beiden ersten Strophen des ßi^i „Wie soll ich dich empfangen" gesungen. hielt Pfarrverwalter Grünewald (Querfbo.t eine Ansprache, in der er auf die Bedeutung Weihnachtsfestes hinwies. Danach wurden z»« Theaterstücke von Mitgliedern der Frauenschaft von den Schulkindern aufgeführt. Die Spielleitr-i lag in den Händen von Lehrer R 0 e s d) e n. Frauenschaft trug einige Lieder zur Verschönet der Feier vor. Am Schluß fand eine Beschew der Kinder statt. Die Einnahmen stossen dem terhilsswerk zu.
ZReinhardshain,17. Dez. Gestern abJ feierte die NS. -Frauenschaft ihre Chri- f »i e r mit einer anschließenden Bescherung für! Kinder. Der Schulsaal, ausgeschmückt mit Tannt grün und den Farben des neuen Reiches, mar r.:. auf den letzten Platz besetzt. Nach der Begr^ durch die Ortsfrauenschaftsleiterin, Frau Köiim und dem Gesang des Liedes „Macht hoch die ui, die Tor macht weit", hielt Pfarrer Volz eine k: Andacht. Im Anschluß daran trugen die ©rfjuffidi Gedichte und mehrstimmige Lieder unter Stabid rung von Lehrer Müllet vor. Nach dem gerne samen Gesang des Frauenschaftsliedes kam de: Nikolaus, der jedes der Kinder mit einer klein-1 Gäbe bedachte. Der Abend nahm einen schönr 1 Verlauf.
D Weickartshain, 18. Dez. Am Sonnte: 1 abenb fand eine der heutigen Zeit anqepah: Advents feier der N S. - Fr auen fcha unter Mitwirkung der Jungmädcl in dem w ' nächtlich geschmückten Schulsaale statt. Nachdem । Führerin, Frau Melchior, in schlichten Wo:.: die Besucher begrüßt und den Sinn des Mbeni 1 erhärt hatte, fang die NS.-Frauenschaft „Wie ! ich dich empfangen". Den Höhepunkt bildete ;; Freude der Kinder der Nikolaus, der mit z« Körben voll Geschenken erschien. Gar manches frr.' Verslein konnte man da von Kindesmund hör" um dann ein Weihnachtsgeschenk in Empfang r men zu können. Zwischendurch fangen die
Ihnen mit Haut und Haaren."
19 ^ortleftung
Nachdruck oerbohm:
den Sie dann sagen?"
en
Er । Kate zog ein Mäulchen.
ihr I „Muß das denn gerade heute abend fein, Mister
Archie? Das finde ich gar nicht nett von Ihnen.
„Oh, Mister Archie, wir hatten gar nicht erwartet, daß Sie noch frommen! Wollen Sie mitessen?"
„Gern!" sagte Mac Lean und nahm in einem
kleinen Korbsessel neben Kate Platz. Eine Bedienstete des Gasthauses brachte schnell noch ein Gedeck. Und bald saß er im fröhlichen Geplauder mit der Familie und Kate, die ihre Augen von Mister Archie nicht ablenken konnte. Aber der Abend sollte
„Bob, und wenn ich nun Ihre Hilfe brauchte in einer sehr schwierigen Angelegenheit, wenn niemand mir dabei helfen könnte als Sie — was roür-
Er hielt das Motorrad einen Augenblick an. In diesem Augenblick ertönte ein geiferndes Bellen hinter der Mauer.
„Und ich finde es nicht nett von dem Motorrad, daß es heute abend gerade geölt werden will. Aber ich muß morgen früh vielleicht sehr zeitig heraus, erwarte einen Anruf meines Arbeitgebers drüben in Middlefvrd. Da kann ich nicht am Morgen mich lange mit der Instandsetzung des Motorrades aufhalten. Es muß schon sein. Wir haben ja noch meh- rere Abende vor uns.
Kates hübsches Gesicht hellte sich auf. Sie war kein Mensch, der unabänderlichen Dingen lange nach- trauerte, und Mister Archie sagte ja selbst, sie hätten noch einige Abende vor sich.
„Wenn Sie mich nicht verraten, Bob — ja!" Bobs Augen wurden immer runder:
„Ich verrate Sie bestimmt nicht. — Das ist ja interessant! Sind Sie vielleicht gar von Scotland Yard?"
Mister Archie mußte lachen. Scotland Yard schien ja so der Inbegriff von allem für einen Jungen wie Bob zu fein.
„Nein, Bob, von Scotland Yard bin ich nun gerade nicht. Aber immerhin ornn Fach. Ich heiße Mac Lean!"
Mac Lean sagte es ganz leichthin. Aber die Wirkung, die nun eintrat, hatte er nicht erwartet. Bob sprang auf, wie von einer Tarantel gestochen. Er wich ein paar Schritte zurück, als wagte er es gar nicht, in der Nähe Mac Leans stehenzubleiben. Und nun, von der sicheren Entfernung aus, machte er eine ungeschickte Verbeugung nach der anderen.
„Mister Mac Lean!" stammelte er. „Der berühmte Mac Lean? Der sind Sie?"
Mac Lean stand lächelnd auf, reckte den Arm und zog den aufgeregten Jungen am Knopf feines Arbeitskittels heran.
„Na, und wenn \d)‘s schon bin, Bob — das ist doch kein Grund, vor mir auszureißen!?"
„Ich reiße ja gar nicht aus, Mister Mac Lean; ich bin nur ..., ich bin nur so furchtbar erschrocken, daß Sie der Mac Lean sein sollen."
„Nun, bin ich denn so zum Fürchten, Bob?"
Der Junge wurde wieder feuerrot:
„Nein, nein! Es ist doch nur — also weil wir Jungens im Dorfe uns nichts so heiß gewünscht haben, wie Sie einmal in Wirklichkeit zu sehen." Er sah Mac Lean bewundernd an. „Also, Mister Mac Lean, was ich mich freue! Das ist ja — das ist ja ... Hurra!" schrie er plötzlich und legte dann erschrocken die Hand auf den Mund»
Mac Lean fuhr weiter nach dem Ort Middleford, wo er angeblich zu tun hatte. Dort ging er zu dem Postoorsteher und hatte ein längeres Gespräch mit ihm. Er zeigte ihm seine Ausweispapiere und bat ihn um Schweigen über seinen Besuch.
Der Postvorsteher, ein ruhiger, vernünftiger Mann, sagte:
„Es geht mich nichts an, Herr, was Sie hier zu tun haben. Da Sie mir aber ein Schreiben der Londoner Polizei vorlegen, so bin ich natürlich bereit, Ihnen alle Unterstützung zu gewähren. Bitte, ver- fügen Sie über das Telephon! Meine direkte Amts- leitung kann von niemand abgehört werden."
Damit ließ er Mac Lean in seinem Amtszimmer allein. Mac Lean führte ein dringendes Gespräch mit Scotland Yard. Er verlangte Inspektor Bruce und hing nach einer längeren Unterhaltung sehr befriedigt ab.
„So!" sagte er. „Nun sind mir ein gutes Stück weiter!"
Es war inzwischen Abend geworden. Ein milder und schöner Sommerabend. Mac San fuhr langsam mit seinem Motorrad Lominghton wieder zu. In der kleinen Fliederlaube des Gartens saß die Fa- milis Both bereits beim Abendbrot.
Diensteifrig ging Bob neben Mister Archie der Garage zu, wo neben dem grünen Laubfrosch das Motorrad untergebracht war. Bob gefiel Mister Archie besser und besser. Er hatte so wunderhübsch von London und der Welt erzählt. Er mußte weit herumgekommen sein als Monteur und schien ein Mensch mit viel Wissen. Bob, der selbst eine leidenschaftliche Sehnsucht hatte, die Welt kennenzulernen und weiterzukommen, als es ihm hier in der Gastwirtschaft möglich war, freute sich über Mister Ar- chies Bitte.
Er schloß den Schuppen auf, zog seinen Rock aus und den Arbeitskittel an.
„So, Mister Archie, nun können wir losgehen. Oel habe ich, Kanne auch; also ‘ran an den Speck!"
Aber Bob wurde sofort in großes Erstaunen verseht. Mister Archie nahm ihm die Oelkanne aus der Hand, drückte ihn auf einen Kasten nieder. Dann sagte er, sich neben Bob setzend:
„Hören Sie, Bob, Sie sind doch ein Mann!"
Bob wurde feuerrot. Seine Mutter sagte ihm oft genug, daß er noch ein grüner Junge märe. Und auch der Vater mar durchaus nicht bereit, Bobs Männlichkeit anzuerkenncn. Rot wie eine Pelargonis und unendlich geschmeichelt sagte tu
M W» um 600.
Vornan von Rainer Helden
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
„Brav, Bvb! Und ich vertraue Ihnen doB!:"' men. Was wir sprechen, bleibt unter uns. W wenn wir die Aufgabe, die ich hier habe, g-lci haben, dann besuchen Sie mich einmal in ßonCon. Dann werde ich Ihnen einmal London zeigen, ®ii ich es kenne."
„Mister Mac Lean, könnten Sie mir nicht lieber einmal zeigen, wie man Detektiv wird? Das nämlich mein größter, mein allergrößter WuniÄ
„Das kann man nicht so ohne weiteres zeige». mein Junge. Dazu gehört Begabung. Aber ich so den Gedanken, als ob du Verstand und Fing' keit genug hättest, um ein Detektiv zu werden. Wenn du mir jetzt hilfst, will ich auch später dir nach besten Kräften helfen. Und nun höre."
Er beugte sich zu dem atemlos zuhörenden 3®' gen herunter und entwickelte ihm seinen Plan, »ob hing förmlich an den Lippen des Detektivs. Seine Augen glänzten. Er nickte immer nur mit bew Kopfe. Seine Hände waren eiskalt, so aME war er. Als Mac Lean geendet hatte, atme« ®oD tief auf. ,
„Auf mich können Sie bauen, Mister Mac Aaa.
10. Kapitel.
Am nächsten Tage begab sich folgendes:
Ein älterer Herr in unauffälliger Kleiduntz,tin Aktenmappe unter dem Arm, kam mit dem uede' lanbauto und stieg vor dem Gasthause von 000 aus.
Gerade als er zur Tür herein wollte, kamMi'r Archie auf seinem Motorrad von feiner Aro» zurück. A
„Guten Tag — schönes Wetter heute!" sag» beiläufig, während er den.Motor abdrosselte.
„Schönes Wetter heute!" gab der Mann mit bet Aktenmappe zur Antwort. „Ich will noch, m1 nachmittag weiter."
Damit war die Unterredung beendet, und W* Archie ging hinauf in fein Zimmer. Nach j“ 5 Zeit kam er mit einem Handwerkskasten wreoe^
„Daß die Arbeitgeber doch auch nie richtig scheid sagen, was sie alles gemacht haben wo» 2 sagte er ärgerlich im Dorübergehen zu Jjn Both. „Da kommt dieser Hausbesitzer m M ford plötzlich noch mit ein paar Renovationen, denen ich wieder andere Werkzeuge brauche. schönste Arbeitszeit verfährt man, um das n » Handwerkszeug beieinander zu haben. Na will ich mal wieder weiter!"
Er grüßte freundlich, nickte zu dem 5en!terulnb ersten Stock hinauf, wo Kate gerade stano, . fuhr davon.
(Fortsetzung folgtI)
•fIeinnn^a!e I Bob sah den Fragenden groß an. Dann versetzte enden. Sie hatte geglaubt, noch einen kleinen Abend- . er entschlossen- 1 0
jpa3iergang mit Mister Archie machen zu können j würde sagen, wenn es nichts Unrechtes ist, S°$pJa9rnVDare,f ?em fßrtl0' stund was Sie von mir verlangen, Mister Archie, bann \ : gehe ich mit Ihnen durch bick unb Dünn."
„Horen Sie, Bob! Wurden Sie mir einen Ge- „ _ . - M ,
" - — — 1 „Bravo, mein Junge! Mister Archie nahm Bobs
Jungenhand und schüttelte sie kräftig. „Sie sind ein Boy, wie man ihn brauchen kann. Es ist ganz gewiß nichts Unrechtes, was ich von Ihnen verlange, scheucht. Würden Sie mir” ein bißchen 'helfen,"es ?.m ^,9ent[eit;s®ie l°‘Ien mjr helfen, ein furchtbares wieder flott zu machen?" 1 Unrecht aufzudecken, dem ich auf Der Spur bin."
I „Auf Der Spur?" Bobs Augen wurden ganz groß und rund: „Sie sind vielleicht gar kein Monteur? Sind Sie vielleicht ein Detektiv?"
„^aturlid) bin ich ein Mann, Mister Archie!" I „Ach, (o! Ich darf ja nicht fa laut schreien -1 2®?,s hab- -ch gewußtI -...... fall ja still sein. Also, Mister Mac Lean, masti
Mister Archie mckte anerkennend. Und dann jagte ich tun? Ich verspreche Ihnen hiermit: Ich «in
er leiser: Ihnen mit Haut und Haaren."
Er bör-te, wie zwei Hunde in rasendem Lauf in- , ... ..
nerhalb des Gartens an der Mauer entlang tob- Mister Archie auf unbjagte: ten und dies wütende Bellen ausstiehen. Mac Lean > Sic, naiven nm einen vye=
konnte die Hunde nicht sehen, ebensowenig, wie sie fallen tun? — Das Motorrad Mister Sandnings ihn sehen konnten. Aber er war Hundekenner genug, scheint seit Adams und Evas Zeiten nicht mehr ge- um zu wissen: ein solches Gebell vollführten nur sehr ölt worden zu sein. Es quietscht derartig in allen große, sehr starke Wachhunde. Es waren vermutlich Gelenken,^daß man^ geradezu Die Vögel Damit ver- dänische Doggen, Die bas Grundstück bewachten.
Mac Lean fuhr weiter. Hier war nichts zu erhoffen. Es mußte auf andere Weise geschehen. Er fuhr an der Mauer entlang und bog links von i',. ab. Nun kam der Wassergraben, von Dem Kate erzählt hatte. Und jenseits des Wassergrabens sah man den Turm aufsteigen. Er war rund und massig. Von der Wasserseite her hatte er keinerlei Eingang.
Offenbar war er nur vom Grundstück aus durch eine Wendeltreppe zu erreichen. Mac Lean fühlte ein Zittern in seinen Nerven — es war Das Zittern Des JagDfiebers. Er kannte dieses Symptom ganz genau. Aber er mußte sich im Zaune halten. Ein wenig zu früh — unD alles war verloren. Ein stahlhartes Leuchten war in seinen Augen, als er nun weiterfuhr und sich rasch von Black Castle entfernte.


