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'. 296 Zweiter Blatt

; jiurat Prof. Dr. Sommer, der am heutigen

siirwoch in bester Frische seinen 70. Geburtstag efQen kann, trafen sich gestern abend im Hotel

ire und Veilchen blühten. Die letzte Verhältnis- itärg mildeste Temperatur der letzten Jahre hatten »1111928. Aber solch ein Dezember wie heuer tlichundert Jahre einmal! Ja, hier irrte sich die tour.

Khrung für Geheimrat Sommer.

s.» einer Ehrung des langjährigen früheren -Mors der Universitäts-Nervenklinik, Geh. Medi-

Aus der Provinzialhauptstadt.

Die Wunder des Dezembers.

Sie Natur ist buchstäblich aus den Fugen geraten! Bq einmal, verehrter Zeit- und Volksgenosse: Siebst d u daran, daß wir uns gerade rüsten, Min­ier Anfang, Weihnachten und Silvester zu feiern? id nicht! Ich warte nur darauf, daß ich endlich luwache und erkenne; die Vorahnung dieser nahen­de Feste war nichts als ein Wunschtraum und jdpicr Wahn; in Wirklichkeit ist längst der rsiz- D-olfte Frühling!

Kann ja gar nicht anders sein! Die Saaten stehen iiit räftigem Grün, hier und dort treiben die Bäume Sträucher grüne Schößlinge der Lenz ist da!

'm Ernst gesprochen: sowohl in der Stadt, wie ! altem Lande ist leicht zu erkennen, daß die Wet- erUdung dieses Winters völlig anormal verläuft, fr.ft haben wir noch gar nicht kennengelernt, im lern teil, aus den verschiedensten Teilen des Reiches »e-'ien wahre Naturwunder gemeldet! So ist es in i itfem Tagen wiederholt vorgekommen, daß auf dem !!<i-0e eine nochmalige Heuernte eingebracht werden ort te, wodurch die Schäden der abnorm trockenen iBcmnermonate zumindest zum Teil wieder wett- jerndjt worden sind. Vielfach stehen in Gärten die tcn in Blüte oder treiben neue Knospen. Ueberall liriit und spießt es an den Wegen. Fast an jedem 1? wird uns irgendeine Absonderlichkeit der Natur ili|iber Redaktion gemeldet bzw. aus Feld und I Herren vorgezeigt. Wenn das so weitergeht, dann iliahn wir nicht etwa weiße Weihnachten, sondern lieiiiche grüne Lenztage mit blumengeschmückten 'Bisen um die Festeszeit.

hing, lang ist's her, daß Deutschland je einen errtig warmen Dezember sah. Eigentlich zuletzt in i mQreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ! iplscs auch einmal einen Weihnachtsmonat, wo um i lieFestzeit überall in unferm Vaterlande die Pri-

>qtz die Angehörigen der Medizinischen Fakultät leilUnioerfität mit dem Jubilar zu einer gefeilten i fe,r, an der auch die Frauen der Fakultätsänge-

k O ien teilnahmen. Bei einem gemeinsamen Abend- efsi würdigte der Dekan der Medizinischen Fakul- t itlber Direktor der Chirurgischen Klinik Prof. 5)rsAischer, in einer kurzen Ansprache die Per- sinchkeit und das vielseitige verdienstvolle Wir- f tenlOes Jubilars, der auf die ehrenden Worte mit eins kurzen Dankesansprache erwiderte. Im weite- r eniBerlaufe des Beisammenseins erschien als Ver- t 'kl- der Studentenschaft eine Abordnung der M?'zwischen Fachschaft, die mit mancherlei ge- [ Ihm und humorvollen Darbietungen den Abend meriiQÖnte. Eine Sammlung, die von Studenten AM Besten des Winterhilfswerks oorgenommen üouiae, fand allenthalben vollen Anklang und be- r ? billige Gebefreudigkeit.

(irnennungen und Beförderungen an nationalen Feiertagen.

3 den Ernennungen und Beförderungen von 2 taten, Angestellten und Arbeitern an nationalen sM lagen hat der Reichsminister des Innern i ifilrm 6. November 1934 wie dieHessische (tainbe=3eitung" in Nr. 18 vom 15. Dezember rmitiilt an bie Reichsstatthalter und Landes- r eg rungen folgenden Runderlaß gerichtet, den der Irische Staatsminister allen Staats- und Ge­rne debehörden zur Kenntnisnahme und Beachtung r mibteilt hat:

um die Verbundenheit der Beamtenschaft mit dien, Führer und Reichskanzler und der national- j iiMstischen Bewegung bei jeder sich bietenden CMqenbeit besonders zu betonen, erscheint es mir zM mäßig, Ernennungen zu Beamten, Beförde- rurcn sowie gegebenenfalls Verleihung von Titeln und« Charakteren, ferner Höhereinstufungen nach divi!Tarif bei Angestellten, Lohnempfängern und Zeichen mehr als bisher zu den Gedenk- und gic: tagen der Nation auszusprechen. Insbesondere gjhias für Ernennungen, Beförderungen usw., die rsWgsweise für Verdienste um die nationalsozia- I InHiie Erhebung stattfinden. Als Feiertage der 9Hit:m gelten: der 30. Januar, 20. April, 1. Mai, SIN töeptember, 9. November.

hier diesen Feiertagen wird bevorzugt der 2!< !|lpril, der Geburtstag des Führers, zu berürf- frf ft:gen fein. Der 1. Mai wird in erster Linie für ^Einstufungen usw. von Arbeitern und Ange- fildttn, der 30. September für Ernennungen, Be­st Dirungen usw. von Beamten, Angestellten und Hpdern im Dienste der Landwirtschaft in Frage filmien.

I Ernennungen, Beförderungen usw. werden oi in iien genannten Gedenk- und Feiertagen mit mg von dem zurückliegenden Zeitpunkt aus» z ststi-chen sein, von dem an die betreffende Stelle n Küchen wird. Benachteiligungen der Beteiligten fofr&i durch diese Regelung nicht veranlaßt werden.

}d ersuche ergebens!, in Ihrem Geschäftsbereich ff Giftig nach diesen Grundsätzen zu verfahren und dibichzu Notige veranlassen zu wollen."

Bau von Schwimmbädern it!b Erfaffung der Nichtschwimmer. t>G5 Staatliche Turn- und Sportamt des Hessi- s« Äsii Staatsministeriums hat den Kreisobmännern ffulias Schwimmen mitgeteilt:

,3-ie Kreisämter find durch besondere Schreiben bd<iLjhrichtiat worden, daß hinsichtlich der Errich- tlhg: oon Schwimmbädern und der Erfassung der VGD'chwimmer in den Kreisen besondere Obmän- n^üngesetzt sind, denen Stellvertreter und je nach 2B-^drf weitere Unterorgane als Mitarbeiter zur 2 Biegung stehen.

Inter Hinweis auf die amtliche Bekanntmachung vmlll. d. M., betr. Förderung des Schwimmunter- Ti tift! in den Schulen, weife ich die Obmänner und Uhr Mitarbeiter an, ihre nach den von dem Staat- [iii?7 Turn- und Sportamt gegebenen Richtlinien aiiuefilebigenben Arbeiten in engstem Konnex mit Dl lei leitens der Ministerialabteilung II eingesetzten

Beauftragten auszuführen, damit hier nicht TTitb igroei Richtungen hin gearbeitet wird.

lediglich des Baues von Schwimmbädern und tzl je Erfassung der Nichtschwimmer bleibt es bei ben

Mittwoch, 19. Dezember 1934

Schluß des Iungjuristenlagers.

Arn gestrigen Dienstagvormittag sprach vor den Jungjuristen auf dem Gleiberg Pg. Kloster« mann über

Weltanschauliche Fragen.

Der Redner befaßte sich zunächst mit allgemeinen Tagesfragen und zeigte, wie man den Nörglern und Kritikastern entgegenzutreten hat. Die einzig­artige Gestalt unseres Führers und die ungeheuren Erfolge feiner Genialität stellen alle Sorgen dieser Leute, die heute an allem, was geschieht, etwas auszufetzen haben, in den Schatten. Der Vortragende machte sodann noch einige recht interessante Aus­führungen über die fabelhaft funktionierende Ma­schinerie des Ausbaues des nationalsozialistischen Staates. Die Ausführungen wurden mit starkem Beifall ausgenommen.

Die Teilnehmer vereinigten sich sodann auf dem Turm des Gleibergs, um zum Zeichen des Tagungs­abschlusses in feierlicher Form

die Fahne einzuholen.

Nach dem noch einmal aemeinfam eingenommenen Mittagessen und einigen Abschiedsworten des Lager­leiters, Referendar Pg. Erich P u l l m a n n , traten die Teilnehmer die Heimreise an. Mögen diese vier­zehn Tage dazu angetan sein, die Lagerteilnehmer zu veranlassen, die während ihres Aufenthaltes auf dem Gleiberg gepflegte Kameradschaft und Forde­rung des Gemeinschaftsgedankens an ihrer zukünf­tigen Wirkungsstätte weiter zu vertiefen und in die Praxis umzujetzen, zum Wohle unseres Volkes, im Sinne eines nationalsozialistischen deutschen Rechts und dessen Schirmherrn Adolf Hitler!

Vornotizen.

Tageskalender für Mittwoch: NSLB. Gießen-Land, 15 Uhr, Hotel Köhler, Kon­ferenz. NSLB. Kreis Gießen, Arbeitsgemein­schaft Musik, 15.30 Uhr, Singsaal des Lyzeums, Orchesterprobe; ArbeitsgemeinschaftVolksschule", Gruppe II, Hotel Köhler, 15.30 Uhr, Tagung. Stadttheater, 19.15 bis 22.15 Uhr,Der Freischütz". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das verlorene Tal". Reichskammer der bildenden Künste, Turm­haus am Brand, 16 bis 18 Uhr, Weihnachtsaus­stellung.

Stadttheater Gießen. Heute abenb Wiederholung der romantischen Oper:Der Frei­schütz" von Weber in der Besetzung der Erstauf­führung. Leitung: Wre de, Musikdirektor S t ö oer als Gast.

** Die Kreisleitung vom 22. Dezember bis 2. Januar geschlossen. Wie aus par­teiamtlichen Bekanntmachungen ersichtlich ist, bleiben die Diensträume der Kreisleitung Gießen vom Samstag, 22. Dezember, bis Mittwoch, 2. Januar, einschließlich, für jeglichen Geschäftsverkehr ge­schlossen.

** Justizpersonalien. Ernannt wurden der Justizinspektor Wilhelm Kraft beim Amts­gericht Büdingen mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab zum stellvertretenden geschäftsleitenden Justiz- inspektor bet der Staatsanwaltschaft des Land­gerichts in Gießen, ferner der geschäftsleitende Justizinspektor bei dem Amtsgericht Lauterbach Johann Kredel mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab zum Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim.

** Sterbefälle in Gieße'«. Es oerftarben in Gießen in der Zeit vom 1. 146 15. Dezember: 2. Karl Wallenfels, Forstrat t. R., 75 Jahre alt, Liebigstraße 68; 2. Henriette Sickert, geb. Balser, Witwe, 75 Jahre alt, Johannesstraße 17; 3. Minna Lips, ohne Beruf, 85 Jahre alt, Frankfurter Straße 25; 3. Johann Rausch, Arbeiter, 61 Jahre alt, Steinstraße 77; 7. Karl Heinz Hobel, 3 Jahre alt, An den Bahnhöfen 20; 9. Hemmo Suur, Oberst a. D., 71 Jahre alt, Ludwigstraße 44; 11. Char­lotte Schuchard geb. Warner, Witwe, 75 Jahre alt, Seltersweg 44; 12. Katharine Daubertshäuser, geb. Hauffmann, 54 Jahre alt, Hinter den Schießgärten 22; 14. Emilie Schreiner, geb. Behler, 59 Jahre alt, Am Kugelberg 4.

** Die Gießener Geldinstitute geben im heutigen Anzeigenteil die Regelung ihres Dien­stes am Weihnachts-Heiligabend, 24. Dezember, be­kannt. Interessenten seien auf die Anzeigen beson­ders hingewiesen.

** Aenderungen der Wochenmärkte im Hinblick auf das Weihnachtsfest und Neusähr werden im heutigen Anzeigenteil von der Bürger­meisterei bekanntgegeben. Unsere Hausfrauen seien auf die Bekanntmachung besonders aufmerksam ge­macht.

** 50 Jahre Betriebskrankenkasse bei I. B. Noll. Am 21. Dezember kann die Be­triebskrankenkasse der Firma Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken Gießen, auf ihr 50jähriges Be­stehen zurückblicken. Es ist dies ein Beweis dafür, daß sich die Kasse in den vielen Jahrzehnten als eine der ältesten Betriebskrankenkassen bestens be­währt hat. Auch der Gesetzgeber hat erneut das Lebensrecht der Betriebskrankenkasfen bejaht, weil sie segensreich zum Wohle der Mitglieder und Be­triebsangehörigen wirken und mit dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Führer und Gefolgschaft günstig zu beeinflussen.

** Die Gießener Bäcker-Innung macht in einer Anzeige in unserem heutigen Blatte dar­auf aufmerksam, daß fast sämtliche Bäcker am kommenden Sonntag und am 30. Dezember nach­mittags zum Kuchenbacken geöffnet haben. Unsere Hausfrauen seien auf die Anzeige besonders hin- geroiefen.

Hessisches Gondergerichi.

LPD. Darmstadt, 18. Dez. Der frühere Sekretär der Christliche^ Gewerkschaften Friedrich Timmer aus Butzbach hatte bereits im Mai 1933 zum erstenmal vor dem Sondergericht ge­standen und gab nun eine zweite Vorstellung, weil er Hetz- und Schmähartikel gegen den Führer und die Bewegung jungen Leuten weitergereicht hatte. Wie der Staatsanwalt betonte, befanden sich in dieser Sammlung Timmers Hetzblätter übelster Art. Der Angeklagte steht außerdem im dringenden Verdacht, der Emtgrantenpresse im Saargebiet Material geliefert zu haben. Das Gericht erkannte gegen Timmer auf ein Jahr Gefängnis. Ein Mitangeklagter, Theodor Heppert aus Wetzlar, fiel unter die Amnestie.

Sechs Wochen Gefängnis erhielt der Peter Klein aus Bieber, dem das Gericht feine politische Unreife zugute hielt.

Zu sieben Monaten Gefängnis wurde der 22 Jahre alte Adam Löw aus Jügesheim ver- urteilt, der in einem Brief an den verstorbenen Reichspräsidenten unwahre Lings behauptet hatte-

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

seither bereits von dem Staatlichen Turn- und Sportamt erlassenen und diesem gegenüber zu er­füllenden Anordnungen."

Arbeltözeit zu Weihnachten und Faserstoffverordnung.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist auf nachfolgende, oon dem Reichswirtschaftsminister und preußischen Minister für Wirtschaft und Arbeit erlassene Anordnung hin:

Soweit*in den der Arbeitszeitverkürzung auf Grund der Faserstoffverordnung unterliegenden Be­trieben die Arbeit an den fünf Werktagen zwischen dem 23. Dezember 1934 und dem 1. Januar 1935 (also am 24., 27., 28., 29. und 31. Dezember 1934) ganz ober teilweise ausfällt, darf die verlorengehende Arbeitszeit, wenn die Rohstofflage des einzelnen Be­triebes es zuläßt, ohne besondere Genehmigung be­reits jetzt bis zum 22. Dezember 1934 vorgearbeitet oder im Laufe des Monats Januar 1935 nachgeholt werden. Außerdem darf in derselben Zeit zum Aus­gleich für den durch die beiden Weihnachtsfeiertage entstehenden Lohnausfall Mehrarbeit in Höhe von einem Sechstel der nach § 2, Abs. 1 der Faserstoff- Verordnung für den einzelnen Betrieb zulässigen verkürzten Wochenarbeitszeit ohne Berücksichti­gung etwa genehmigter Mehrarbeit geleistet werden.

Amt für Volks-wohlfahrt, Ortsgruppe iOreßen-Güd.

Die Ausgabe der Lebensrnittel usw. er­folgt am Donnerstag, 2 0. Dezember, und zwar für die Hilfsbedürftigen der Zellen 1 bis 6 (außer Kläranlage) in der Medizinischen Klinik (Ein­gang Gaffkyftraße, die Ausgabestelle ist durch Schil­der kenntlich gemacht) um 14 Uhr. Für die Hilfs­bedürftigen der Kläranlage um 16 (4) Uhr in der Geschäftsstelle Crednerstraße 24. Für die Ausgabe der Marmelade sind Gesäße mitzubringen.

Deutsche Arbeitsfront.

AS.-GemeinschaftKraft durch Freude".

Freischütz "-Aufführung am 6. Ja­nuar 1 9 3 5: Karten zum Preise von 2, und 2,50 RM. sind noch in unserer Geschäftsstelle zu haben.

UrlaubsfahrtErzgebirge vom 25. De­zember 1 934 bis 2. Januar 1 935: Die ge­meldeten Teilnehmer dieser Fahrt wollen die Kosten in Höhe von 33, RM. bei uns einzahlen.

Fachgruppe Banken.

Unsere diesmonatliche Zusammenkunft findet nicht, wie ursprünglich vorgesehen, am Mittwoch, 19. d. M., andern am Donnerstag, 2 0. Dezember, statt, und zwar um 20 Uhr im Ortsgruppenheim der Berufshauptgruppen in der DAF., Lonystr. 18. Es spricht Pg. Dr. Kruse überNational- sozialistische Bankpolitik und Bank- K 6 j 0 r m"e

Neichsbund Volkstum und Heimat.

Unsere Mitglieder werden zum Weihnachts­singen am Donnerstag, 20. Dezember, 20% Uhr, in der Aula des Gymnasiums eingeladen.

Werkmerster-Äersammlung.

Im überfüllten Saale des Kaufmännischen Ver­einshauses konnte wie man uns berichtet an­läßlich der Monatsversammlung der Berufsgemein­schaft der Werkmeister der Bezirksreferent dieser Berufsgemeinschaft, Pg. Timm (Frankfurt a. M.), am vergangenen Sonntag zu dem Thema:Von der liberalistischen zur nationalsozialistischen Wirt­schaft" sprechen.

Der Vertrauensmann der Berufsgemeinschaft, Ortsgruppe Gießen, Karl Schmidt (Launsbach), begrüßte den Redner, als auch die erschienenen Be­rufskameraden. Nach einem herzlichen Gedenken an den verschiedenen Kameraden Berber legte Pg. Schmidt nochmals den Wert der beruflichen Er­tüchtigung klar. Genau wie mit Zähigkeit um die Erringung der Macht im Rahmen des Staates ge­kämpft werden mußte, genau so zäh zu kämpfen hat jeder Berufskamerad die Pflicht für seine be­rufliche Ertüchtigung und somit Stärkung seiner Leistung im Interesse der Gesamtheit. Nicht aus­schließlich des Geldverdienens wegen soll der Beruf ausgeübt werden, sondern jeder muß sich darüber klar sein, daß er durch die pflichtgemäße Erfüllung seiner beruflichen Aufgaben Dienst an der Nation leistet. Vollkommener Dienst wird aber nur dann geleistet werden, wenn sich jeder bemüht, auf Grund seiner Fähigkeiten ein höchstes Maß an Leistung zu erreichen. Die Berufskameraden brachten dem Pg. Schmidt, der als Vorkämpfer der beruflichen Ertüchtigung der Werkmeister in Gießen ange- prochen werden kann, das nötige Verständnis ent­gegen. Auch der überaus glänzende Besuch der Ver- ammlung zeigte, daß sich die Basis, auf der die berufliche Ertüchtigung einsetzt, immer mehr ver­breitern wird.

Pg. Timm (Frankfurt a. M.) nahm sodann das Wort zu seinen höchst interessanten Ausführungen. In glänzender Weise verstand er es, die Mängel und Fehler der vergangenen liberalistischen Wirt­schaft aufzuzeigen, die notwendigen Folgerungen hieraus zu ziehen, um mit logischer Konsequenz zum Nationalsozialismus zu kommen. Insbesondere beleuchtete er das Leistungsprinzip, welches zum Aufbau des neuen Staates notwendig sei. Er führte den Werkmeistern vor Augen, welch große Aufgaben sie nun zu erfüllen haben. Starker Beifall dankte dem Redner.

Taten fiir Mittwoch, IS.Tezember.

1594: Gustav (II) Adolf von Schweden geboren (gestorben 1632); 1741: der Nordpolarreifende Vitus Bering auf der Beringsinsel gestorben (ge­boren 1680); 1790: der englische Polarforscher Sir William Edward Parry in Bath geboren (ge­storben 1855); 1836: der Asrikasorscher G. Schweinfurch in Riga geborea.

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Der Tag der Polizei in Gießen.

Sammlung Fackelzug Platzkonzert.

Polizeidirektor Heine beim Sammeln.

DerTag der Polizei" fand gestern auch in un­serer Stadt schönste Auswirkung. Die Polizeibe­beamten, die sich in den Dienst des Winter- hilfsroerfes stellten, waren mit großer Freude bei der Sache.

Im Mittelpunkt des gestrigen Abends stand vor allem der F a ck e l z u g der Polizei, der sich vom Landgra's-Philipp-Platz aus durch die Brand­gasse, über den Kirchenplatz, Markt und Mäus-

burg, durch den Seltersweg, über Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße und Neustadt zum Oswaldsgarten bewegte. Der Zug setzte sich um 17 Uhr in Be­wegung und war bald von einer stattlichen Men­schenmenge umgeben. Den Fackelzug begleiteten fer­ner zahlreiche Beamte der Polizei in Zivil mit der Sammelbüchse des Winterhilfswer­ke s in der Hand. Unter den schneidigen Klängen des Mufikzuges der Standarte (Leitung: Musikzug­führer Herrmann) bewegte sich der Zug durch die Stadt. Das flackernde Licht der Fackeln brachte eine neue Note in das Straßenleben, das um diese Zeit sehr stark war. Die sammelnden Polizeibeam- ten hatten infolgedessen auch ein reiches Feld der Betätigung. Es wurde wieder sehr gerne gegeben. Da die Polizeibeamten durch ihre tägliche enge Berührung mit dem öffentlichen Leben vielen Ein­wohnern der Stadt gute Bekannte sind, so gab mancher der Zuschauer bei dem Fackelzug zwei- und dreimal. Viele Kinder begleiteten den Fackelzug und die Musik bis zum Oswaldsgarten, auf dem sich ebenfalls viele Volksgenossen eingefunden hatten.

Der Musikzug der SA. nahm auf dem Platz Auf­stellung, die Polizeibeamten gruppierten sich mit ihren Fackeln um die Musik, die nun mit einigen schönen Darbietungen aufwartete. Man hörte zu­nächst ernste Musik ausSigurd Jorsalfar" von Grieg, dann die Jubelouvertüre von Bach. Zwei Märsche beschlossen das Platzkonzert, daß allen Be­suchern große Freude bereitete.

Die Sammler machten auch hier die Runde und haben dabei sicherlich noch manche Mark für das Winterhilfswerk erhalten. Neben den Sammlungen auf der Straße suchten die Beamten auch die Woh­nungen und Geschäfte auf und bemühten sich hier um Spenden.

Die Sammlung wird heute fortgesetzt. Heute von 18 bis 19 Uhr findet an der Ecke Seltersweg und Horst-Wessel-Wall ein zweites Platzkonzert statt, das von dem Musikkorps der Reichswehr ausge­führt wird.

Beamte der Kriminal- und der uniformierten Polizei mit den Sammelbüchsen.