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NSDAP. Kreisleitung Gießen.

Amt für Technik.

Die Schiffs-Stamm-Dioision der Nordsee in Wil­helmshaven hat den Bedarf an geeigneten Frei­willigen für den Dienst in der Reichsmarine für den Bereich der Marinestation der Nordsee auszu- fichten und einzustellen.

Es besteht neben allen anderen Berufen haupt­sächlich Bedarf an Bewerbern mit technischer Berufsausbildung. Erwünscht.sind Bewer­ber, die eine dreijährige Lehrzeit als Maschinen­schlosser, Motorenschlosser, Schlosser, Maschinen­bauer, Metalldreher, Kesselschmied, Schmied, Kupfer­schmied, Klempner, Mechaniker und Elektriker oder in einem ähnlichen Handwerk Nachweisen. Das vor- geschriebene Lebensalter für die Einstellung liegt zwischen dem vollendeten 17 und 21. Lebensjahr. Bei Einreichung des Gesuchs darf das 20. Lebens­jahr nicht überschritten sein.

Gesuche um Einstellung im Bereiche der Marine­station der Nordsee sind zu richten an die Schifss- Stamm-Division der Nordsee (Einstellung) in Wilhelmshaven. Dem Gesuch ist ein ausführ­lich selbstgeschriebener Lebenslauf beizufüaen.

Wir machen auf diese Möglichkeit, in Arbeit zu kommen, nicht nur die jüngeren Mitglieder des NSBDT. (Kdaj.), sondern auch alle anderen Volks­genossen, die eine geeignete Vorbildung haben, auf­merksam und empsehlen direkte Bewerbung in Wilhelmshaven.

Amt für Technik bei der Kreisleitung Gießen: gez. Kurz.

NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt.

Kreisamtsleitung Gießen.

Am Sonntag, 1. Juli, veranstalten die Fachgrup­pen für das Schutz- und Dienstgebrauchshunde­wesen, Bezirk Oberhessen, auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 zugunsten der NS.-Volks­wohlfahrt eine große Werbevorführung. Da diese Veranstaltung zugunsten der NSV. erfolgt, sich also die Fachgruppen voll in den Dienst der guten Sache tellen, müßte es Pflicht eines jeden deutschen Volks­genossen sein, diese lehrreiche Veranstaltung zu be­uchen. Infolge des niedrigen Eintrittspreises (10 Pfennig), der es jedem Volksgenossen ermöglicht, diesen interessanten Vorführungen beizuwohnen, er­warten wir recht zahlreichen Besuch.

Heil Hitler!

gez. Kloß, Kreisamtsleiter der NSV.

F. d. R.: gez. M o h au p t, Kreisgeschäftsführer der NSV.

Werbevorführung der Schuh- und Gebrauchshunde.

Die Fachgruppen für das Schutz- und Dienst­gebrauchshundewesen, Bezirk Oberhessen, veranstal­ten am 1. Juli zugunsten der NS.-Dolkswohlfahrt auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 (Trieb) eine große Werbevorführung von Polizei, und Schutzhunden.

Der Bezirk Oberhessen hat es sich stets zur be­sonderen Aufgabe gemacht, die Leistungen und die Gebrauchsfähigkeiten des Hundes zu fördern und den Hund für den Dienst der Behörden und der Allgemeinheit nutzbar zu machen. An diesem Tage soll den Volksgenossen gezeigt und dahin gewirkt werden, daß man immer mehr den hohen Wert eines gut abgerichteten Schutzhundes erkennt und würdigt. Es ist nicht richtig, wenn Hundefeinde behaupten, daß die Sicherheitsmaßnahmen eines modernen Staatswesens den Hund als Wächter und Begleiter überflüssig machen. Im Gegenteil, es lehrt die Erfahrung, daß trotz steigender Stadt­kultur die Unsicherheit wächst und Schreckenstaten, die wir immer wieder erleben, zeigen uns, daß die Menschheit den Hund als Wächter und Schützer nicht entbehren kann. Anläßlich dieser Veranstaltung wird der Wert eines ausgebildeten und nichtaus­gebildeten Begleithundes, die rücksichtslose Vertei­digung bei einem Raubüberfall auf Insassen eines Personenkraftwagens, Grenzschutzbeamte im Feuer­kampf mit einer Schmugglerbande usw. gezeigt.

Gieszener Wochcnmarttpreise

* G i e ß e n, 19. Juni. Auf dem heutigen Wochen- mapit kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 bis

Reise ins Mittelalter.

Von liefet Dill.

Die alte Uhr im Erfurter Rathaus schlägt zwölf.

In den Samenhandlungen blühen lila und hell­blaue Riesenhortensien, Tauben umflattern den Dom. 1154 ist dieser Dom gebaut. Auf Felsen er- baut, ragt er hoch über die alte Stadt. Hinter ihrem Gitter, eingesperrt wie eine Gefangene, steht Anna Selbdritt", die Mutter Marias, und schaut hilflos auf die Menschen, die im Sonnenschein eines Sonntags an ihr vorbeiströmen zum Glockenturm. Der Dom hat die schönsten Kirchenfenster Europas, ein buntschillerndes Mosaik, rubinrot und blau, Oarben, die es gar nicht mehr gibt, die neuen enster wirken nüchtern und kalt gegen diese mystisch leuchtenden, alten Fenster. An der Seite liegt der berühmte Graf von Gleichen mit seinen zwei Frauen begraben, eine populäre Persönlich­keit.- In der Ferne ragt seine Burg...

Bronzen von Peter Vischer, ein unschätzbares Gemälde von Lucas Cranach, ein paar herr­liche Altarbilder, eine Grablegung aus dem 16. Jahrhundert. An seinen eisenbeschlagenen Türen lächeln uns die klugen und törichten Jungfrauen an. Auf dem Domplatz findet alljährlich das Mar- tinsfest statt, auf diesen hohen Treppen stehen die Sinachöre und die Musikkapellen, und es wirkt sehr merkwürdig, wenn durch die grauen, nebelerfüllten Gassen die Erfurter zu ihrem Dom ziehen, Licht­chen und Fackeln in den Händen, um den Martin- Luthertaa zu feiern, an dem einst er und G u ft a v Adolf hier predigten.

Erfurt, die Großstadt im Grünen, Stadt der Kirchen und Türme, der Blumenfelder und Säme­reien, die ganz Europa mit Samen versorgen, der Schuhfabriken und Klöster, der Gärten und Kon­gresse, hat eine mehr als tausendjährige Geschichte. Eng sind die Gassen, mit spitzen Steinen gepslastert, wie im Mittelalter, im Kanal spiegeln sich die bau- fälligen Häuser, die Bäume der engen Gärtchen am Wasser tauchen ihre Zweige hinein. Alt-Venedig heißt dieser Stadtteil. An der Brücke, in einem sehr einfachen Haus, wohnte Johann Sebastian Bach. Die Sonne spielt auf den Kreuzblumen über dem Eingang der alten Universität, in der Michaelis- kirche predigte Luther. Im Augustinerkloster wohnte und arbeitete er, ein Bettelmönch unter den anderen. Kühl wehts uns im alten Kreuzgang an mit den Spitzbogenfenstern, die auf einen stillen Friedhof schauen. Hier studierte Luther. In der alten Klosterkirche leuchtet die Sonne über die Altäre, die mit Birkenreisern geschmückt sind. 1550 wurde dieses Kloster aufgehoben. Vor diesem Altar lag Luther und legte jein Mönchsgelübds ab. Und

1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klaffe S 10% Pf., Klaffe A 10, Klaffe B 9%, Klaffe C 9, Klaffe D 8, ungestempelte 7%, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 18, Gelbe Rüben, das Bund 10, Rote Rüben, das Pfund 20, Römischkohl 10, Spinat 20, Bohnen (grünj 25 bis 30, Spargel 20 bis 25, Unterkohlrabi 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) 4% bis 5 Pf., der Zentner 4,80 bis 5 Mark, (neue), das Pfund 12 bis 15 Pf., Himbeeren 50, Kirschen 25 bis 28, Heidel­beeren 35, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 50 bis 60, Blumenkohl, das Stück 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurken 30, Oberkohl­rabi 8, Lauch (Suppengrünes) 5, Rettich, das Bund 10 Pf.

Bornottzcn.

Tageskalender für Dienstag: NS.- Hago Gießen-Süd, Ortsbetriebsgemeinschaft Handel und Handwerk, 20.30 Uhr, Hotel Hindenburg, Mit- alieder-Dersammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße,Der Traum vom Rhein". Cafe Amend, 16 und 20 Uhr, große Sommer-Modenschau. Müllersche Badeanstalt, 14.30 Uhr, Wettkämpfe der Gießener Schulen aus Anlaß der ReichsMwimm- woche.

an derselben Stelle wurde dann der Ankläger von H u s begraben, der mit der goldenen Tugendrose ausgezeichnet war. Hier las Luther einst die Messe. Wenn er hier predigte, brachen fast die Emporen vor Zuhörern ...

Durch das leuchtende Mosaik der bleigefaßten Scheiben hoher Fenster strahlt die Sonne und läßt die gläsernen grünen Papageien schimmern. Hier liegen die Dachröbers begraben, Patrizier, in deren Haus Schiller und Goethe verkehrten, und bei denen Schiller seine Lotte kennenlernte. Das schöne Patrizierhaus steht heute noch am Anger.

Luthers Zelle liegt im ersten Stock des Augu­stinerklosters. Eng, düster, kahl. Das vergitterte Fenster schaut auf den grasbewachsenen Kirchhof. Drei Jahre lebte er hier, schlief in dieser dunklen Ecke auf seiner Pritsche uno arbeitete an diesem einfachen, wie mit der Axt zugehauenen Tisch. Sein lederbezogener Armstuhl steht noch da, seine Bibel liegt unter Glas, verbrannt und halb zerstört, auf diesen schweren Eisenklopfer legte er seine wuchtige Hand. Grau und kalt sieht die Zelle aus, aber nicht traurig, überall ist noch Luthers Geist, er weht uns an und umgibt uns. Hier konnte er ungestört ar­beiten, in dieser Stille, zwischen den dicken Mauern, die den Lärm des Tages abhielten. Von den Wän­den haben Besucherhände den Kalkbewurf abge­kratzt. Glocken dröhnen aus dem Augustinerkloster feierlich herein. In der Fensternische hängt unter Glas ein Brief Luthers mit seiner schöngeschwunge- nen, künstlerischen Handschrift, 1542:Wenn Adam lebt, verschlingt der Tod das Leben..."

In der dunklen Ecke lehnt Luthers Laute an der Wand mit gesprungenen Saiten... Jetzt ist ein Waisenhaus in diesem Kloster. Eine Schwester spielt mit den Kindern im Hof, Domglocken mischen sich ernst in die dunklen Glocken des Augustinerklosters und läuten den Sonntag ein. Die stille Zelle Luthers ist plötzlich von Sonnenschein erfüllt, und ein Sttahl gleitet zärtlich über seinen alten, ver­schossenen, lederbezogenen Stuhl...Ich werde nicht sterben sondern leben...", sagte Luther von sich. Das Wort hat sich erfüllt. Er lebt noch heute in dieser stillen, einsamen Zelle...

Der Spiegel.

Eine chinesische Anekdote.

Ein Chinese rüstete sich, den Markt zu besuchen. Da er dazu verschiedene Tagesreisen brauchte nahm er herzlichen Abschied von seiner Frau.

Leb wohl, Honigblüte, was soll ich dir vom Markte mitbringen?"

Ich möchte einen Kamm!"

Einen Kamm? Gut. Aber ich habe jo viele Dinge

* Sterbefalle vom 1. bis 15.Juni: 2. Ja­kob Böhling, Krankenpfleger, 26 Jahre, Asterweg 3; 4. Henriette Goldschmidt, geb. Wertheimer, 74 I., Bahnhofstraße 58; 4. Prof. Dr. Emil Heuser, Univ.- Oberdibliot'yekar i. R., 73 Jahre, Friedrichstraße 11; 4. Elisabeth Duken, geb. Freiin von Saalfeld, 39 Jahre, Bismarckstraße 43; 7. Franz Rathenow, Schlosser, 75 Jahre, Liebigstraße 85; 7. Rudolf Freundlieb, Kandidat der Medizin, 25 Jahre, Fried­richstraße 16; 8. Heinrich Schmidt, Reichsbahn-Ober­sekretär i. R., 67 Jahre, Steinstraße 46; 9. Minna Bieler, geb. Wallenfels, Wwe., 71 Jahre, Hinden- burgwall 10; 15. Auguste Kinkel, ohne Beruf, 71 Jahre, Zu den Mühlen 14.

* * Das Meldeamt für den Arbeits- dienst Gießen ist für Aufnahme am Donners- tag, 21. Juni, geschloffen.

* * Nachnahmebriefsendungen nach dem Ausland. Nachnahmebriefsendungen nach dem Ausland müssen stets unter Einschreiben versandt werden. Nur im innerdeutschen Verkehr (einschl. Saargebiet) und im Verkehr mit der Freien Stadt Danzig sind Nachnahmen auf gewöhn­lichen Brieffendungen zulässig.

zu erledigen. Was soll ich tun, damit ich es nicht vergesse?"

Sieh nur den Mond an. Er hat die Form einer Sichel. Der Kamm, den ich möchte, hat dieselbe Form."

Ich verstehe. Leb wohl!"

Der Chinese kam zum Markt. Als er alle seine Einkäufe erledigt hatte, dachte er auch an den Wunsch seiner Frau. Nachdenklich ging er zu einem Kaufmann.

Ich habe meiner Frau ein Geschenk versprochen. Aber ich vergaß ihren Wunsch. Doch warte, sagte sie nicht, ich solle den Mond betrachten?"

Sieh ihn an. Der Mond ist rund."

(Es war inzwischen Vollmond geworden.) Dann muß es ein runder Gegenstand sein." Gewiß ein Spiegel."

Das wird es sein. Sie besitzt noch keinen."

Der Chinese wählt einen schönen Spiegel und machte sich auf die Heimreise. Zu Hause lief ihm seine Frau entgegen.

Sei gegrüßt, mein Gemahl. Hast du mitgebracht, was ich mir wünschte?"

Hier, Honigblüte."

Er reichte ihr das Päckchen. Eilig öffnete sie es. Aber sie hatte noch nie einen Spiegel gesehen. Als sie darin ein Frauengesicht erblickte, wurde sie zornig:

Mein Gemahl kauft sich eine andere Frau!"

Und Honigblüte meinte heiße Tränen.

Die Seufzer lockten ihre Mutter herbei.

Ach, Mutter, Mutter!" rief sie,sieh, mein Ge­mahl bringt eine andere Frau ins Haus."

Die Mutter nahm den Spiegel, sah hinein und sagte zu ihrer Tochter:

Was kann dir das schaden? Sie ist ja so alt und so häßlich!"

©er Traum vom Nhein*.

Eduard W e f e n e r , früher am Gießener Stadt­theater, feit einiger Zeit zum Film übergegangen, gibt ein dreitägiges Gastspiel im Lichtspiel­haus. Bevor das eigentliche Programm beginnt, erscheint er, von herzlichem Beifall begrüßt, auf der Bühne und feiert Wiedersehen mit dem Gießener Publikum, indem er alsbald gut gelaunt, in gro­ßer Fahrt und in der rheinischen Mundart seiner Heimat allerlei Kölsche Krätzcher zu erzählen be­ginnt, und zwar bunt durcheinander vomSchäl" und von der Reise nach Gießen, von der Frau, die aus dem Fenster springen wollte, und von seiner eigenen Frau (er hat mittlerweile in Berlin ge­heiratet), von Paris und vomStern von Valen­cia", den wir früher hier gesehen haben, und auch von seinem letzten FilmDer Traum vom Rhein", der mit mancherlei Reminiszenzen persönlicher Art

Heimattag und Sonnwendfeier auf dem Schiffenberg.

Die aus Anlaß des Heimattages der Heimat­oereinigungSchiffenberg" am Sonntagabend auf dem Schiffenberg abgehaltene Sonnenwendfeier wir berichteten bereits kurz darüber trug dazu bei, daß auch der zweite Teil des beliebt geworde­nen Heimatfestes in bester Weise verlief. Auf ein Trompetensignal hin versammelten sich die zahl­reichen Festteilnehmer nach Eintritt der Dunkelheit um den Brunnen des Klosterhofes, in dessen Nähe ein großer Holzstoß aufgeschichtet war, zu einer ernsten Feierstunde. Hier hielt der 1. Dereinssührer der Heimatvereinigung Schiffenberg

Oberforstmeister Nicolaus

eine Ansprache, in der er folgendes ausführte:

Wenn um die Mitte des Jahres das Duften und Blühen des Frühlings sich wandelt zum Reifen und Werden, wenn unsere Sonne, die lebens­erweckende und lebensspendende Mutter des Alls, auf ihrem Höhepunkt angelangt ist und die ganze Natur sich in Glanz und Pracht offenbart, da er­wachen in uns Stimmen, die lange verborgen blie­ben. Wir steigen hinaus auf die Berge der Heimat, wohin die Menschen von Urzeiten her an besonde­ren Tagen des Jahres gewandert sind und ver­einen uns dort zur Feier, indem wir eine alte Sitte unserer Vorfahren wieder aufleben lassen. Durch unzählige geheimnisvolle Fäden sind wir mit dem Leben unserer Vorfahren verbunden, trotz des Zeit­unterschiedes von vielen Jahrhunderten. Brauchtum, Volkstum und Heimat sind die Wurzeln unserer Kraft. Darin müssen wir uns fest verankern, wie die trotzige Eiche mit tausend Wurzeln den Boden durchdringt und immer wieder aus ihm neue Kraft saugt.

Am Johannis ist die Zeit der sommerlichen Licht- und Sonnenwende. Die Sonne hat den Sieg er­rungen und schreitet prangend am Himmel dahin. Unsere Vorfahren begingen diesen Wendepunkt im Jahre mit einer großen festlichen Veranstaltung: Sommerfonnenwendfeier, Fest der Freude. Haben wir nicht alle Ursache, ietzt wieder allenthalben im deutschen Vaterlande Johannisfeuer anzuzünden? Feuer der Freude, daß wieder neues blühendes Leben eingekehrt ist in unserem Lande, daß nach langer finsterer Nacht, die über das deutsche Volk herabgesunken war, Gott uns in unserem Führer eine Lichtgestalt gesandt hat, so daß die Sonne wie­der in strahlendem Glanz über dem deutschen Lande scheinen kann und uns den Weg führt in eine bessere Zukunft. Wir haben aber auch die reinigende Kraft des Feuers nötig, um den lichtscheuen Mächten und

bösen Geistern der Unzufriedenheit, der Miesmache­rei und der steten Nörgelei ein Ende zu bereiten. Wie ein Phönix aus der Asche, so soll aus der be­freienden Flamme der Johannisfeuer das gläubige Vertrauen und die bedingungslose Gefolgschaft zu unserem Führer erstehen, im Glauben an den All­mächtigen, der uns diesen Führer gesandt hat. Mag auch der Glanz der alten Johannisfeuer in den letzten Jahrhunderten verblichen fein, so ist doch ihr Sinn nicht vergessen. Unsere Jugend wird es verstehen, ihn mit wuchtiger Macht zu erneuern. Zu Grunde soll dem Fest der Johannisfeuer die feste Zuversicht liegen, daß junge Kraft nicht zu Grunde geht, sondern sich durchringen wird, allen Widerständen zum Trotz.Feuer im Dunkel, gibt Licht und Glut, Feuer im Herzen flammt Geist und Blut, Feuer im Volke schweißt und stählt, o, daß es nimmer am Feuer fehlt."

Anschließend hieran trug Lehrer Mohr-Gie­ßen einen von Lehrer Hch. Frank gedichteten Feuerspruch:Seid bereit" wirkungsvoll vor. Als­dann loderten die Flammen hell zum Himmel empor und boten zusammen mit der Farbenpräch­tigen Illumination des Klosterhofes ein stimmungs­volles Bild. Begeistert ertönte das Deutschlandlied und das Horst-Wesfel-Lied, worauf Oberforstmeister Nicolaus ein dreifaches Sieg-Heil auf das Vater­land, auf unseren Reichspräsidenten, sowie auf den Reichskanzler Adolf Hitler ausbrachte.

Zu dem gestrigen Bericht über die Nachmittags­veranstaltung ist noch berichtigend nachzutragen, daß der bei den Mitwirkenden erwähnte Gesangver­ein Germania (Watzenborn-Steinberg) inzwischen im MännergesangvereinSängerkreis" verschmol­zen ist, so daß der Letztere als Mitwirkender gilt.

Jahreshauptversammlung des Odenwaldklubs.

* Weinheim (Bergstraße), 18. Juni. Unter dem Vorsitz des Reichswanderführers Professor Dr. Werner, der gleichzeitig der Führer des Gesamt- Odenwaldklubs ist, hielt der Odenwaldklub dieser Tage seine Jahreshauptversamlung ab. Etwa 3500 Mitglie­der waren erschienen. Am Samstagvormittag tagte bereits der Hauptausschuß im Gräflich von Berck- heim'schen Schloß. Der Wegbezeichnungsausschuß versammelte sich am Samstagnachmittag. Der Abend war einer Begrüßungsveranstaltung in der Fest­halle des Pfälzer Hofes gewidmet. Prof. Dr. Wer­ner hielt eine Ansprache, in der er eingehend über die Aufgaben des Klubs sprach. Er betonte,

daß der Wanderer in den vergangenen schlimmen 14 Jahren immer ein Wegbereiter für die Gedanken gewesen sei, die die Grundlagen des neuen Reiches bildeten. Mit dem Dank an die hessische und badi­sche Staatsregierung verband der Redner den Hin­weis auf die enge Zusammenarbeit des Odenwald­klubs mit den Forstverwaltungen. Die Mitglieder des Odenwaldklubs würden auch in Zukunft be­müht fein, alle jene Elemente dem deutschen Walde fernzuhalten, die ihm nicht Wohlwollen. Die Wan­derbewegung dürfe stolz darauf fein, daß ihre Be­strebungen Verständnis und Sympathie bei der Re- aierung des neuen Reiches fänden. Studienrat Dr. Götz erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Klubs und gab bekannt, daß eine Zunahme der Mitglieder feit dem vergangenen Jahre zu verzeich­nen fei. Der Odenwaldklub umfasse heute 122 Orts­gruppen. 3000 goldene Wanderabzeichen konnten bisher verteilt werden. Der Führer des Gesamt­klubs gab bekannt, daß für die Zukunft enge Zu­sammenarbeit mit der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" vereinbart worden sei. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden vom geschäftsführen­den Vorsitzenden Dr. Götz zahlreiche Ehrungen an besonders verdiente Mitglieder vergeben. Am Nach­mittags des Sonntags bewegte sich ein großer F e ft« zug durch Weinheim, der durch die bunten Wander­trachten einzelner Ortsgruppen sein besonderes Ge­präge erhielt. Im Anschluß an den Festzug ent­wickelte sich auf dem Festplatz ein großes Volksfest.

. Verbandstagung

der mitteldeutschen Bäckerinnungen.

LPD. Ober-Lahn st ein, 17. Juni. Der Sermani a"oerbanb deutscher Bäckerinnungen, Zweigverbanb Mitteldeutschland, hält hier seinen 23. Verbandstag ab. 500 bis 600 Teil­nehmer aus 36 der 38 Innungen bes Verbandes waren erschienen. Der offiziellen Tagung ging ein Begrüßungsabend voraus. Am Sonntag um 10 Uhr wurde die Hauptversammlung durch den Verbandsvorsitzenden Hock (Frankfurt) eröffnet Der Verbandsangestellte Roussielot gab den Geschäftsbericht.

Präsident G r ü ß e r sprach bann über dieSage im Bäckerhandwerk". Dabei ging er besonders auf die augenblicklich im Vordergrund stehenden Fra­gen: Tarifregelung, Preisgestaltung, Arbeitsbeginn, Gemeinschaftsarbeit und Neuaufbau des Handwerks ein. Die Regierung habe bewiesen, daß sie die Wie­dererstarkung des Mittelstandes als eine ihrer Hauptaufgaben betrachte. Das bedeute für jeden einzelnen die Pflicht, durch sein Verhalten alles dazu beizutragen, daß diese Ausgabe zum Erfolge führe.

Gaupropagandaredner Wagner (Wiesbaden) sprach über dasHandwerkergesetz". Das Gesetz sei dazu bestimmt, alle Mißstände der vergangenen ka­pitalistischen Epoche zu beseitigen. Das Gesetz sei der eigentliche Durchbruch zum Deutschen Sozialis­mus, die Krönung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit. Landesbildungsobmann Wen - d e l (Frankfurt) sprach dann überSinn und Zweck der neugestalteten Bildungsverbände inner­halb der Bäckerverbände". Ihre Aufgabe sei Auf­klärung der Mitglieder über alle aktuellen Fragen. Ihre Arbeit werde sich bald segensreich bemerkbar machen. Wendel nahm dann scharf Stellung gegen diejenigen, die Brot an Kolonialwarenläden und an Warenhäuser lieferten, die das Brot 10 bis 12 Pf. billiger verkauften. Gegen diese Mißstände müsse Front gemacht werden. Der Redner richtete die Bitte an den Verbandsvorsitzenden, Schritte gegen sie zu unternehmen. Die Zulassung zur Meister­prüfung der Bäckergesellen sei davon abhängig zu machen, daß der Geselle an einem Bildungskursus einer Innung teilgenommen habe. Am Sonntag- nachmittag fand ein Rosenfest auf der Marksburg bei Braubach statt.

Seipel zum LandeSvbmann ernannt.

LDD. Frankfurt a. M., 18. Juni. Der Reichsbauernführer hat den bisherigen Hauptabtei­lungsleiter I der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Seipel, zum Landesobmann und an seiner Stelle Eugen Finger zum Landeshauptabteilungsleiter I ernannt.

verbunden ist. Kurzum, der humorgewürzte Büh­nenauftritt W e f e n e r s machte feinen alten Gie­ßener Freunden viel Spaß; sie belohnten ihn nach Gebühr mit angeregtem Applaus. Was den Film betrifft, fo war allerdings der schon erwähnte Stern von Valencia" handlungsmäßig, technisch und darstellerisch ergiebiger als derTraum vom Rhein", zu dem Herbert Eulenberg und Her­bert Selpin das Drehbuch geschrieben haben: es ist die ein wenig umständlich, aber gefühlvoll er­zählte Geschichte vom reichen Deutschamerikaner, Den nach dreißig langen Jahren die Sehnsucht nach der rheinischen Heimat fo mächtig ergreift, daß er samt feiner Tochter die Reife über das große Was­ser antritt, um Wiedersehen mit den kleinen Städt­chen am Rhein zu feiern. Unterwegs begegnen den Heimkehrern zwei junge Deutsche, die ihren Arbeits­plan verloren haben und sich, von Ort zu Ort wandernd, tapfer durchs Leben schlagen. Denen wird nun die Begegnung auf eine merkwürdige und verwickelte Weise zu einem rechten Glücksfall, und es bedarf keiner ausschweifenden Phantasie, um vorauszusehen, daß der eine von beiden sich zum guten Ende mit der Tochter des Heimgekehr­ten verlobt. Dieser abgebaute junge Lehrer ist Eduard W e s e n e r , und er macht das in seinem rheinischen Tonfall und feiner frischen und jugend­lich-unbekümmerten Art so sympathisch, daß man ihn bald einmal vor eine anspruchsvollere und ernftbaftere Aufgabe gestellt sehen möchte. Unter der Regie von Herbert Selpin, der in der malerischen Landschaft und in den Rheinliederitz von Willi D ft ermann und Ludwig Schmid- feder stimmungsvollen Hintergrund und melo­diöse Begleitung für die eigentliche Handlung fand, spielen Schroeder-Schromm (Jupp Stein­weg), die blonde Engländerin Gay Christie (Mary), Fischer-Koepp e, Henckels und Käthe Haack die wichtigsten Rollen. Im Bei­programm sieht man außer einem Kulturfilm Potsdam" die Ankündigungen zurVertauschten Braut" mit Anny Ondra uno zumMeister- boxer" mit Weiß Ferdl.

dod?fd>u1nod)ricbfen.

Der ao. Professor an der Berliner Technischen Hochschule, Dr. E. Stenger ist als Ordina­rius auf den Lehrstuhl für angewandte Photochemie berufen worden.

Die Professoren der ehemaligen Handelshochschule in Mannheim, Dr. H. Sommerfeld (Be­triebswirtschaftslehre) und Dr. E. S ch u ft e r (Volkswirtschaftslehre und Finanzwiffenfchaft) sind zu o. Professoren an der Universität Heidelberg ernannt worden.