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Das Rätsel einer Frühlingsnacht

Zfioman von Gert Gothberg.

Urheberrechtsschutz: Fünf Türme-Derlag, Halle, Saale

28 Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Er zog sie an sich, legte fest und warm die Arme um die Ziternde.

Nichts kann uns mehr trennen. Dein Schwur bindet uns auf ewig. Ich werde immer nur dich lieben, keine Frau wird je in meinem Leben auch nur wieder das geringste zu suchen haben. Ich bin dir treu mit jeder Faser meines Herzens. Doch lange warte ich nicht mehr auf mein Glück. Hörst du, Gertraude? Ich war lange genug ein einsamer, freudloser Mann, und dieses letzte Jahr hat mir deutlich genug gezeigt, daß ein tolles Leben niemals Frieden bringen kann."

Ich liebe dich, Rudolf! Ich würde sterben müssen, wenn das Leben dich mir nähme."

Uns trennt nur der Tod, niemals das Leben. Ich liebe dich so sehr, daß ich mich vor mir selbst fürchte. Gertraude, süße, kleine Gertraude!"

Er küßte sie wieder, immer wieder, und sie er­widerte diese heißen Küsse. Dann führte er sie schnell ins Zimmer.

Fürstin Agnes blickte herüber und lächelte gütig.

Ich habe es mir doch gleich gedacht, daß das leichtsinnige Kind da draußen im kalten Regen steht. Vielen Dank, Graf Härtlingen, daß Sie sich um das Kindchen gekümmert haben!"

Der leichte Ton der Fürstin behob die Befrem­dung, mit der die Herrschaften den gemeinsamen Eintritt der beiden wahrgenommen hatten.

Es war dann noch ein sehr gemütlicher Abend, den man zusammen verlebte. Ein bißchen wehmütig dachte die Fürstin daran, daß sie wohl in nicht all­zulanger Zeit ganz allein sein würde, denn auch Gertraude würde sie ja verlassen, um dem Manne ihrer jungen, heißen Liebe zu folgen.

Der Welt Lauf. Das Alter blieb einsam. Es war ein bißchen schwer, sich nun erst wieder an eine fremde Persönlichkeit zu gewöhnen. Aber es würde sein müssen. Ganz allein wollte sie nicht bleiben.

Als die Damen noch fest schliefen, auch einige der Herren, machten sich die Jäger auf den Weg. Die Hunde waren nicht allzusehr erbaut, daß sie hier im Regen viele Stunden zubringen sollten. Daheim im Stall war es so schön weich und warm und trocken gewesen.

Im Walde waren sie dann aber sehr pflichttreu. Und es wurde eine ganze Menge Wild zur Strecke gebracht. Die Jäger sahen sich schmunzelnd an. Natürlich hatte, wie immer, Graf Härtlingen den Kapitalsten geschossen. Aber wo war denn nur Härtlingen?

Dattenberg fehlt auch. Dann wird Härtlingen auf einer neuen Fährte sein", stellte Graf Bredow fest.

Battenberg war der beste Spürhund der Meute ein großer, schöner, gefleckter Jagdrüde.

,/Ja! Jetzt hätten wir eigentlich genug. Zudem wird das Wetter immer miserabler, und ich habe nasse Füße. Nun könnten wir heim, und der Härt­lingen fehlt. Zu dumm!" knurrte einer der älteren Herren.

Nach einigem Hin und Her kam man zu dem Entschluß, nach Kleven zurückzukehren. Da Härt­lingen den Hund mithatte, war ja nichts weiter zu befürchten, denn das Tier kannte jeden Baum im Revier genau. Und Härtlingen würde das selbst nicht wollen, daß man sich in diesem Wetter hin­stellte und auf ihn wartete.

So gingen die Herren davon. Die Treiber blieben bei der Beute, bis der Wagen aus Kleven kommen würde. Sie krochen einstweilen in die kleine Hütte, die nur Raum für höchstens vier Menschen bot.

Härtlingen spürte einem Achzehnender nach, einem Prachtkerl, den er sich auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Er hatte schon einen Zwölfender auf die Decke gelegt, wenn er nun doch den Achzehn­ender bekam dann war ihm das Jagdglück ganz besonders hold.

Der Jagdeifer hatte ihn gepackt, er achtete auf nichts mehr. Er hatte auch vergessen, daß die Herren auf ihn warten würden.

Ein furchtbarer Sturm erhob sich. Krachend stie­ßen die hohen Bäume gegeneinander. Der Hund sah ihn bitend an. Er wollte wohl auch nach Hause.

Vom Hirsch war nichts mehr zu sehen. Der Hund hate auch die Fährte verloren. Ringsum war es dunkel. Jetzt fielen Hagelkörner, und der Sturm wurde stärker; es heulte in den Lüften.

Ratlos sah Graf von Härtlingen sich um.

Wo war er denn da eigentlich hingeraten? Er hatte die Orientierung vollständig verloren.

Der Hund suchte eifrig, witterte da und dort und kam dann auch wieder zu ihm zurück.

Es war jetzt, als fei die Hölle losgelassen.

Härtlingen nahm den Hund kurz.

Such, »Battenbergs Such heim!"

Der Hund nahm sofort den Weg auf.

Bis auf die Haut durchnäßt war Härtlingen be­reits, als er sich mit dem Hunde durch den Wald gearbeitet hatte. Da eine menschliche Behausung? Was war denn das für ein kleines idyllisches Schlößchen, das da mitten im Walde lag, und zu dem eine breite Fahrstraße emporführte?

Wie lange mochte er benn überhaupt umher­geirrt sein? Ihn dünkte es eine Ewigkeit.

Aber wem mochte nur diese Besitzung gehören?

Graf Härtlingen folgte dem Hunde, der auf das Schloß zuhielt, so, als sei ihm alles egal, als brenne er nur darauf, jetzt endlich dieser Holle im Walde zu entfliehen. #

Der Sturm und das Wetter hatten auch hier ge­wütet. Verschiedene Bäume waren gefällt, lagen

I quer über dem Weg. Große Pfützen standen auf den gewundenen Wegen. Der Regen hatte den gelben Kies weggespült, und am Rande lag eine Marmorfigur, die der Sturm umgerissen hatte.

Am Eingang stand ein kleines schmuckes Häus­chen. Ein Mann kam aus der Tür, als er den ein­samen nassen Jäger dort draußen sah.

Der Mann verbeugte sich. Alte Lakaien haben einen Blick für die Menschen.

Der Graf lüftete den Hut.

Graf Härtlingen. Zur Zeit Gast der Fürstin Kleven. Dürfte ich hier das Unwetter abwarten? Ich habe mich auf der Jagd verirrt."

Der Mann war schon am Tor, öffnete es weit, verbeugte sich abermals tief.

Herr Graf sind im Rosenschloß willkommen. Das Schloß gehört Ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin Kleven. Herr Graf sind ungefähr eine Fahrstunde von Schloß Kleven entfernt."

Na, dann ist die Geschichte ja soweit noch ganz gut abgelaufen. Kann ich gleich hier bei Ihnen eintreten?"

Verzeihen, Herr Graf, aber das schickt sich nicht. Ich habe Auftrag, jeden Gast der Frau Fürstin ins Schloß zu führen. Die Hilgers sorgen dort für alles, und der Herr Graf müssen es sich doch be­quem machen. Herr Graf sind ja völlig durchnäßt."

So kam es dann, daß Graf Härtlingen eine Stunde darauf in einem schönen, zu ebener Erde gelegenen Speisezimmer saß, in trockenen Sachen, die ihm zwar keineswegs paßten, die aber immer­hin warm und trocken und sehr sauber waren, und vor ihm stand ein gutes Mahl und heißer Grog.

An die Scheiben klatschte der Regen, aber etwas heller war es geworden.

Härtlingen musterte die gediegene Pracht des alten flämischen Zimmers.

Wie schön und traulich es hier war! Eigentlich hatte dieses Zimmer Aehnlichkeit mit dem Speise­zimmer daheim in Härtlingen.

Ob die Fürstin oft hierher gekommen war und mit ihr Gertraude?

Gertraude feine kleine, blonde, schöne Gertraude?

Wie war es nur gekommen, daß er sie nun so liebte? Er, der in diesem letzten Jahre die Liebe von sich abgetan, sie verlacht und verspottet hatte und nur Leidenschaften, kurze, flammende Leiden­schaften kannte? Und nun sehnte er sich, mit Ger­traude still in Härtlingen zu leben, nur ihr und ihrem großen, gemeinsamen Glück!

Was war nur diese wahre große Liebe für eine Schöpfung des Allmächtigen, daß der stärkste Mann sich ihr beugen mußte?!

Gertraude, liebe Gertraude!, dachte er wieder, und heiße Sehnsucht nach ihren weichen zärtlichen Händen überkam ihn.

Der Sturm schien etwas nachzulassen.

Ob er gehen konnte?

Die Sehnsucht nach Gertraude wurde größer, un- aeftümer. Es war ihm plötzlich, als drohe seiner heißen Liebe eine Gefahr.

Härtlingen sah nach der Uhr.

Gleich neun Uhr.

Würden die anderen Herren wenigstens nach Hause gegangen sein? Wenn sie jetzt noch im Walde waren, trug er die Schuld. Aber sie würden hoffen- lich nicht auf ihn gewartet haben. Schließlich wuß­ten sie doch, daß er sich leicht einmal auf eine Fährte versteifte. Sie würden gewiß längst warm und trocken in Kleven sitzen. Und das wäre nur recht und gut so. Denn er war ja auch geborgen.

Wo mochte denn der Hund sein?

Härtlingen ging zur Tür, öffnete sie.

Da lag der Hund auf einer Decke. Im Flur. Er schien satt und zufrieden, nur noch müde zu fein. Aber das würde jetzt nicht viel nützen, er mochte daheim in Kleven ausschlafen von den Strapazen dieser Jagd.

Der Hund blinzelte bittend zu dem Grafen empor.

In diesem Augenblick krachte es draußen. Ein Heulen erhob sich in den Lüften und ein Hagel von Eiskörnern, die hart gegen die Fenster fielen, sauste hernieder.

Härtlingen wandte sich der Treppe zu. Eine junge Person, sehr sauber und abrett, kam gerade herunter. Sie grüßte freundlich, sagte dann:

Herr Graf! Vater läßt sagen, Herr Graf könnten jetzt nicht fort. Es ist lebensgefährlich im Walde, und der Weg nach Schloß Kleven führt nur durch Wald. Wollen Herr Graf sich inzwischen die Gesell­schaftsräume ansehen?"

Er nickte.

Es war ja gleich, was er während dieses Aufent­haltes hier mit der Zeit anfing.

Die Frau Fürstin kommt selten herüber, aber Fräulein Schwarzkoppen kommt sehr oft!" plauderte die Tochter des Kastellans.

Härtlingen zuckte zusammen.

Gertraude liebte dieses einsame Waldschloß? Jetzt schien ihm die Wartezeit hier doch nicht mehr un­nütz. Er wollte sich ein wenig hier umsehen, weil es Gertraude hier gefiel.

Und dann war er allein.

Er schritt durch die Zimmer, die wundervoll ein­gerichtet waren.

Ein Zimmer mit einem Erker fesselte ihn beson­ders. Ein kleiner Damenschreibtisch!

Wie von einer geheimnisvollen Macht getrieben, trat er näher und sah auf die Zierlichkeiten, die den Schreibtisch schmückten. Seine Hand strich wie liebkosend über die Lehne des Sessels. Er wußte, daß hier Gertraude oft gesessen, wußte es so be­stimmt, als hätte ein Eingeweihter es ihm bestätigt.

Plötzlich fiel fein Blick auf ein in rotes Leder gebundenes Buch. War es ein Tagebuch?

Und wieder trieb ihn irgendeine geheime Macht, dieses Buch aufzuheben, einen Blick hineinzutun. Das Buch lag zwischen Fenster und Schreibtisch. Augenscheinlich war es heruntergefallen, als die Besitzerin es wegschließen wollte. Sie verneinte gewiß, es fei in sicherem Gewahrsam.

(Fortsetzung folgt.)

M

Für die Küche

Schellfisch mit Kartoffeln.

Zutoten: 1 pfunb gekochten Schellfisch, 1'/, pfunb In der Schale gekochte Kartoffeln, 50 g Fett, 1 Zwiebel, Salz, etwas Pfeffer, 10 Tropfen Maggi'S Würze, 2 Eßlöffel Senf

Zubereitung: Den gekochten Fisch befreit man sorgfältig von Haut und Grälen. Oie geschälien Kartoffeln schneidet man in Scheiben, fügt die Fisch- ffücke sowie die feingeschnittene Zwiebel und den Senf hinzu Run macht man in der Bratpfanne das FeU heiß, schüttel alles zugleich hinein, läßt die Maffe unter öfterem Rühren gut burchbralen, schmeckt nach Solz ab, gibt etwas Pfeffer hinein und macht das Gericht mit 10 Tropfen Maggi s Würze fertig.

Gießen (Katharinengasse 15), im Februar 1934.

104SD

Statt Karten.

Gießen, den 19. Februar 1934.

Statt Karten.

Gießen, den 19. Februar 1934.

1049 0

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miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii

Wilhelm Herrmann Käthe Herrmann.

Für die vielen Beweise gange unserer liehen Maße zuteil wurden, gefühlten Dank.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Theodor Rohrbach und Kinder.

Für die wohl tuen den Beweise liebevoller Teilnahme, die uns beim Heimgange unserer lieben, unvergeß­lichen Entschlafenen zuteil wurden, danken wir hiermit herzlichst

Danksagung.

herzlicher Teilnahme, die uns bei dem Heim­unvergeßlichen Entschlafenen in so. reichem sagen wir auf diesem Wege unseren tief-

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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

C. Volland und Kinder.

0892

Brennholz-Versteigerungen der Stadt Gießen.

A. Donnerstag, den 22. Februar 1934, 9% Uhr beginnend, aus den Abt. 125, 127 und 128a (Stadt­wald) und 3, 7, 10, 25, 27, 28 und 32 (Fernewald), Försterei hochwart: 1042C

129,0 rm Buchenscheiter 1. Kl.

5,0 rm Buchenscheiter 2. Kl.

31,9 rm Eichenscheiter 1. Kl.

1,1 rm Eichenscheiter 2. Kl.

15,3 rm Kiefernscheiter 1. und 2. Kl.

12,0 rm Birken- und Eschenscheiter 1. Kl.

89,0 rm Buchenknüppel

30,6 rm Eichenknüppel

15,0 rm Birken-, Eschen- und Kiefernknüppel

14,0 rm Buchen-, Kiefern-, Eschen- und Fichten­reisig 1. Kl.

1970 Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl.

24,6 rm Buchenstöcke

9,0 rm Eichennutzscheiter (2,20 m lang)

2,6 rm Fichtennutzscheiter (2 und 3 m lang)

2 Eichenderbstangen 2. Kl. (Deichseln)

7 Fichtenderbstangen 1. Kl.

Zusammenkunft: Licher Straße 12. Schneise.

Das Holz aus den Abteilungen des Fernewaldes wird nicht vorgezeigt; vorherige Besichtigung wird empfohlen.

B. Freitag, den 23. Februar 1934, 9% Utyt be­ginnend, aus den Abteilungen 8a, 28b und 45 (Stadt­wald), Försterei Rödgen:

10,0 rm Buchenscheiter 1. und 2. Kl.

86,3 rm Eichenscheiter 1. und 2. Kl.

8,1 rm Kiefern- und Erlenscheiter 1. Kl.

20,2 rm Fichtenscheiter 1. und 2. Kl.

5,8 rm Buchenknüppel

4,0 rm Hainbuchenknüppel

64,0 rm Eichenknüppel

20,1 rm Kiefernknüppel

24,1 rm Erlenknüppel

15,8 Fichtenknüppel

3,8 rm Birken-, Eschen- und Aspenknüppel

210 Wellen Buchenreisig 2. und 3. Kl.

400 Wellen Hainbuchenreisiq 2. Kl.

1290 Wellen Eichenreisig 2. Äl.

870 Wellen Kiefernreisig 2. Kl.

5,2 rm Erlenreisig 1. Kl.

12,8 rm Eichenstöcke

10 Fichtenderbstangen 1., 2. und 3. KI.

6,2 rm Eichennutzscheiter (2,20 m lang).

Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg achte Schneise.

Gießen, den 17. Februar 1934.

Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus.

Der Voranschlag der Gemeinde Dorf-Gill für 1934 liegt vom 20. Februar an eine Woche auf der Bürgermeisterei zu jedermanns Einsicht offen. Ein­wendungen können innerhalb dieser Zeit vorgebrachl werden. Es wird eine Umlage erhoben, welche auf die Einwohner und Ausmärker zum Ausschlag kommt. 1051D

Dorf-Gill, den 17. Februar 1934.

Bürgermeisterei Dorf-Gill: Knöpper.

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kosten!. Ausk. d. Emil Brann,Trohe b.Kleüen(Lahn), Hauptstr.41.io43V llllllllllllllilllllllllllllll

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