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mehr rückgängig zu machenden Beschluß gefaßt habe, zu den Waffen zu greifen, falls am 12. Februar entsprechend den Erwartungen die Polizei zur Waffensuche schreiten sollte. In diesem Falle würde am 12. mittags telephonisch nach Wien mitgeteilt werden, daß Wafsensuche begonnen habe. Dies sei als ein Zeichen für die gesamte Arbeiterschaft zum Losschlagen anzu­sehen. Tatsächlich sei die Entwicklung auch in dieser Weise verlaufen. Als die Polizei am Montag, den 12., die Waffensuche um 11 Uhr begann, sel b e - reitsuml2UhrinWienderersteS ch u h gefallen. Da es der Polizei gelungen sei, gleich am ersten Tage zahlreiche Führer des Schutzbundes zu verhaften, habe bei der gesamten Aktion des Schutzbundes die Geschlossenheit und Einheitlichkeit gefehlt.

Vizekanzler Key

wies darauf hin, daß diese Ereignisse innerhalb we­niger Jahre den vierten V e r s u ch der Sozial­demokratischen Partei in Oesterreich darstellten, die kommuni st ische Herrschaft elk^ufuhren. Dann bemühte sich der Vizekanzler sichtlich, die im gesamten Ausland verbreiteten und für die Doll­fuß-Regierung wenig freundlichen Berichte zu ent- kräftigen, wonach zahlreiche Unschuldige, vor allem auch Frauen und Kinder, den Regle- rungsmaßnahmen zum Opfer gefallen seien Fey wier darauf hin, daß vor dem Einsatz der Artillerie jedesmal Frauen und Kindern eine Zeit- spane zum freien Abzug gegeben worden sei und daß Polizeibeamte in zahlreichen Fallen Frauen und Kinder aus den umkämpften Gemeinde­bauten unter Einsatz ihres Lebens ge­rettet hätten. Die Regierung fei jetzt entschlossen, auch j e d e r a n d e r e n G r u p p e mit der glei­chen Energie entgegenzutreten", mit der sie den Marxisten gegenübergetreten sei. Das Programm des Heimatschutzes könne heute als das Programm derRegierung angesehen wer­den. Er werde unerbittlich jedem entgegentreten, der es wagen würde, den Heimatschutz zu beleidigen.

Neusormungen

im deutschen Musikleben.

Erster deutscher Komponistentag in Mn

Organisation des Berufsstandes der deutschen Komponisten.

Berlin, 18. Febr. (DRB.) Am Sonntag wurde der erste deutsche Komponistentag er­öffnet. Fast alle deutschen Tonkünstler von Bedeu­tung wohnten der Eröffnung bei. Staatssekretär Funk eröffnete die Tagung.

Alle echte Kunst entspricht, so sagte er, aus dem Leben des Volkes. Die nationalsozia­listische Regierung hatte die Aufgabe, die Kunst wieder an das Volk und das Volk an die Kunst heranzubringen. Das Volk soll wieder in der Kunst und der Künstler im Volke leben. Das ist die erste Aufgabe der nationalsozialistischen Kunstpolitik. Wird diese Aufgabe erfüllt, so werden wir in Deutschland wieder eine echte und große Volkskunst bekommen. Die heroische Lebensauffassung des na­tionalsozialistischen Staates muß auch eine heroi­sche Kunst gebären. Der Saat muß der Mäzen der Künste und der' Künstler sein.

Zunächst galt es, die herrschende Zersplitte­rung im Berufsleben der schaffenden Künst­ler zu beseitigen und das Partei- und Klüngelwesen in der Kunst auszumerzen. Dies ist durch die Reichskulturkammer-Gesetzgebung erreicht worden. Die Reichsregierung hat am 4. Juli 1933 das G e - setz über die Vermittlung von Musik­aufführungsrechten verabschiedet, das sich bereits in den sechs Monaten seiner Geltungsdauer auf das segensreichste ausgewirkt hat.

Dazu ist in Deutschland ein neues Urheber­recht in Vorbereitung. Gewiß wird auch in diesem Gesetz dem Grundgedanken der Volksgemeinschaft Rechnung getragen werden, so daß die Rechte der Komponisten und sonstigen Urheber keinen völlig ein- eitigen Schutz finden können.Sie können unter diesem selbstverständlichen Vorbehalt der urheber­freundlichen Einstellung der Reichsregierung gewiß ein und zwar in Befolgung eines Satzes, den unser. Führer bereits vor drei Jahren gesprochen hat: Wenn die Künstler wüßten, was ich dereinst für sie

tun werde, würden sie alle hinter unseren Fahnen zu finden sein."

Die Rede des Staatssekretärs Funk wurde mit stärkstem Beifall ausgenommen.

Darauf nahm, stürmisch begrüßt, der Reichsführer des Berufsstandes der deutschen Komponisten, Dr. Richard Strauß, das Wort. Er dankte der Reichsregierung für ihre Teilnahme an dem Schick­sal des musikalischen Schaffens und dafür, daß sie die rechtlichen Mittel für Errichtung einer einheit­lichen umfassenden Berufsorganisation gegeben hebe. Der schaffende Künstler brauche ein Recht und einen festen berufsständischen Rat, um sich ideell und wirtschaftlich behaupten zu können. Er hoffe, daß es gelingen werde, die Drucklegung wert­voller Kompositionen durch finanzielle Beihilfen, die den Verlegern gewährt würden, und in ähnlicher Weise die sonst nicht zu finanzierende Aufführung bedeutender Werke zu ermöglichen.

Strauß teilte u. a. mit, er beausichtige, durch die Verleihung der Friedrich-Rösch-Medaille eine b e - rufsständische Auszeichnung einzuführen und gab Kenntnis von der organisatorischen Gliede­rung des Berufsstandes der deutschen Komponisten. In den Führerrat berief er u. a. Prof. Dr. Paul G r a e n e r, Prof. Josef Haas, Geheimrat Prof. Dr. von Hausegger, Prof. Paul Hinde­mith, Eduard K ü n n e k e, Prof. Hans P f i tz - n e r, Prof, von Reznicek, Prof. Clemens S ch m a l st i ch und Prof. Dr. Georg Schumann. Strauß schloß mit einem Dank an den Schirm­herrn der Künstler in Deutschland, den Volkskanz­ler Adolf Hitler und den Reichsminister Dr. Goebbels.

Die Grüße der ausländischen Tonsetzervereinigun­gen überbrachten der französische Komponist Carl B 6 r a r d , der Italiener Adriant L u o l d i, der Schwede Kurt A t t a b e r g und der Oesterreicher Kienzl. Staatssekretär Funk schloß die Tagung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer.

von East Goodwin und beschädigte es. Auf der Hohe von Dungeneß stießen zwei englische Dampfer zu- ammen, dabei wurde der eine so stark beschädigt, daß er nach Doover eingeschleppt werden mußte.

Englischer Dieb alsblinder Passagier" des Graf Zeppelin".

In Plymouth wurde dieser Tage der Engländer Erich Charles Bonne zu drei Monaten Zwangs­arbeit verurteilt. Er hatte im Juni 1929 Benzin lm Werte von 5 Pfund Sterling gestohlen. Rach dem Diebstahl hatte er sich angeblich als blinder P a s- agier auf demGraf Zeppelin" Der« teckt, mit dem er nach Amerika reiste. Er will mit einem Dampfer nach Deutschland gefahren sein und ich dann auf das Luftschiff begeben haben.

Zwei spanische Dampfer gesunken. Zwölf Tote.

Rach einer Havas-Meldung aus San Sebastian Ließen auf der Höhe von Pasajes die beiden fpani- chen DampferMaria del Carmen" undDos Hermanos" im Rebel zusammen. Der Anprall war o stark, daß beide Schiffe sofort sanken. Zwölf Mitglieder der Besatzung fanden dabei den Tod in den Wellen.

Kraftwagen vom Zuge erfaßt. Drei Tote.

Auf einem Bahnübergang zwischen Büchenbeuren und Hirschfeld wurde ein aus Richtung Traben- Trarbach (Mosel) kommendes mit fünf Personen besetztes Auto von einem von Simmern (Rhein­provinz) kommenden Eisenbahnzug erfaßt und eine Strecke mitgeschleift. Vier der Insassen des Autos erlitten schwere Verletzungen, während der ünfte mit leichteren Verletzungen davonkam. Der Personenzug nahm die Verletzten nach Morbach mit, jedoch ver starben drei von ihnen auf der Fahrt.

Unwetter im Golf von Neapel. Schneefall in Messina.

Im Golf von Neapel gerieten infolge eines hef­tigen Sturmes zwei Fischkutter in Seenot, von denen der eine mit fünf Mann Besatzung bisher nicht geborgen werden konnte. In der Stadt selbst warf der Sturm die Ziegel von den Dächern und ent­wurzelte Alleebäume. In Messina hat bei plötzlichem Umschlag der Temperatur heftiger Schneefall eingesetzt.

Erdbeben auf Formosa.

Die Reichsmufikkammer hielt im Rahmen ihrer 1 ersten Arbeitstagung in Berlin eine nichtöffentliche Sitzung ab, auf der der Präsident der Kammer, Generalmusikdirektor Dr. Richard Strauß, wich­tige Ausführungen über die nächsten Aufaaben der Kammer machte. lieber den Inhalt dieser Ansprache weiß die .,DAZ." zu berichten: Nachdem die orga­nisatorischen Fragen endgültig bereinigt seien, wür­den jetzt die tieferen Probleme der Lösung zuge­führt. Auf wirtschaftlichem Gebiet werde ein groß­zügiges Arbeitsbeschaffungsprogramm in Angriff genommen, das umfangreiche Maßregeln für die notleidenden Berufsstände der Ensemble­musiker, Privatmusiker und der Musikinstrumenten­industrie vorsehe. Auf juristischem Gebiet werde eine Neuregelung des überalterten Urheberrechts, der Tarifverträge und Versicherungsvorschriften ge­plant. An kulturellen Reformen endlich seien im Be­reich der Musikerziehung neue Lehrpläne für Kon­servatorien. Volks- und Mittelschulen geplant. In bezug auf die allgemeine Musikpflege sollen die neuen Musizierreformen, soweit sie für die Ver­tiefung der musikalischen Volkskultur wirksam sind, gefördert werden. Mit einem Appell an die Mitver­antwortung der gesamten Musikerschaft und mit einem Wort herzlichen Dankes an den Reichskanz­ler Adolf Hitler und Reichsminister Dr. Goeb­bels scyloß Richard Strauß seinen Vortrag.

Am Sonntag wieder Schießerei in Wien.

Führende Schutzbündler in Steiermark verhaftet.

Wien, 18. Febr. (DNB.) Der Republikanische Schutzbund hat sich am Sonntag wieder gerührt. In den Abendstunden feuerten Schutzbünd- ler von einem Dach in der Nähe des Reurnan-Hofes mehrere Schüsse auf Polizei und Heimwehrleute, die ihrerseits das Feuer er­widerten. Das zahlreiche Publikum auf den Straßen flüchtete in die Nebenstraßen. Eine sofort vorge­nommene Haussuchung verlief ergebnislos. Dieser Vorfall bestätigt die in der Bevölkerung vertretene Auffassung, daß der Schutzbund entschlossen ist, seine Tätigkeit mit veränderten Methoden fortzusetzen.

Der bekannte kommunistische Schutzbundführer Koloman W a l l i s ch , der bei dem Aufstand eine führende Rolle in Steuermark gespielt hatte und auch bei der großen kommunistischen Revolte in Bu­dapest vor Jahren beteiligt war, ist jetzt im Ge­birge in der Nähe von Leizen durch eine Polizei­patrouille fe ft genommen worden. Auf den Kopf Wallischs war von den Sicherheitsbehörden ein Preis von 5000 Schilling ausgesetzt worden. Man nimmt an, daß Wallisch sofort vor Gericht gestellt und zum Tode durch den Strang verurteilt wird.

Der Gendarmerieposten Jrdning in Steiermark hat drei der radikal st en Schutzbündler aus Bruck a. d. Mur, den Schutzbundkommandan- ten Karl Kaufmann, dessen Adjutanten Lienhart so­wie den sozialdemokratischen Jugendführer Karl Bleiweiß, auf der Flucht in Jrdning in der Woh­nung eines dortigen Eisenbahners verhaftet und alle drei in das Kreisgericht Leoben gebracht, wo sie vor das Standgericht gestellt werden.

Während der blutigen Ereignisse in Florids- darf war ein Ehepaar ermordet aufge­sund e n worden. Am Sonntag hat dieser Mord eine aufsehenerregende Aufklärung erfahren. Am Nachmittag wurde in den Parkanlagen des Pen­zinger Friedhofes in Wien ein ehemaliger Wehrmann namens Richard Groß mit Stich­verletzungen im Herzen und am linken Handgelenk aufgefunden. Er ist der Mörder jenes Florids- borfer Ehepaares. Als er noch einmal zum Be­wußtsein kam, gestand er, den Mord begangen zu haben, und zwar aus Furcht davor, das Ehepaar könnte verraten, daß er an den Kämpfen als Kom­mandant einer Maschinengewehrabteilung des so­zialistischen Schutzbundes teilgenommen hatte. Er wurde als Häftling des Standgerichts schwer verletzt ins Hospital gebracht.

Die gesamte reichsdeutsche presse in Oesterreich verboten.

Wien, 17. Febr. (DNB.) Das Bundeskanzler- amt hat heute ein uneingeschränktes Verbot f ü: bie gesamte reichs deutsche Presse au die Dauer eines Monats (vom 16. Februar bis 16. März) erlassen. Das Verbot erstreckt sich ausnahmslos auf den Postverfand und den Straßen­verkauf.

Edens Besuch in Paris.

Geringe Aussichten auf ein Ergebnis.

Paris, 18. Febr. (DNB.) Der franzöfich-eng- lische Meinungsaustausch über die Rüstungsfrage ist nach dem Urteil der französischen Presse insofern ergebnislos verlaufen, als die Kompromiß- wünfche Englands auf die Ablehnung der französischen Regierung gestoßen eien.Eden hat", so schreibt dasEcho de Paris", für die Pläne feiner Regierung bei uns keine Unterstützung erhalten. Barthou hat ihm die Gründe unserer Zurückhaltung dargelegt und u. a. gesagt,daß der EntwurfPaul-Boncours das letzte Wort der französischen Politik fei und daß die Forderung nach gegenseitiger Bei- tandsleistuna aufrecht erhalten werden müsse.

Journal" schreibt: Eden habe zunächst die letzte englische Denkschrift äußerst geschickt verteidigt, ohne jedoch die französischen Minister zu überzeugen. Hierauf hätten Ministerpräsident Doumergue und Außenminister Barthou dargelegt, daß Frankreich bei der gegenwärtigen Lage nicht in eineAufrüstung" Deutschlands und in eine Herab- etzung seiner eigenen Streitkräfte einwilligen könne. T a r d i e u habe dann die Frage der gegenwärti­genRüstungen" Deutschlands aufgeworfen. An- chließend habe H e r r i o t auf die Unzulänglichkeit der Sicherheitsbürgfchaften hingewiefen. Den eng­lischen Vorschlag einer Konsultation der Unterzeich­nermächte des künftigen Abrüstungsabkommens könne man nicht nur im Falle einer drohenden Verletzung des Briand-Kellogg-Dertrages, sondern auch im Falle der Nichtausführung des Abkommens durch einen Vertrag als keine aus­reichende Bürgschaft ansehen. Kriegsminister Marschall P 61 a i n habe an die vielen Zugeständ­nisse erinnert, die das französische Heer bereits in der Hoffnung auf eine gerechte und dauerhafte Friedensorganifation gemacht habe.

Frankreichs Garantiewünsche noch immer nicht befriedigt.

London, 19. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Berichterstatter derTimes" in Paris meldet u. a.: Barthou und Eden erklärten sich mit dem Ergebnis ihrer Aussprache recht zufrieden. Man war sich von Anfang an klar darüber, daß Edens Besuch mehr den Zweck hatte, die Ansicht der französi­schen Regierung über die britische Denkschrift einzuholen, als im jetzigen Stadium irgendwelche genauen Vorschläge für ihre Annahme zu machen. Ein zweites Ziel war, Aufklärungen über die französische Antwort an Deutsch­land zu erlangen. Daß die britische Denkschrift an­fänglich recht kühl aufgenommen wurde, ist kein Geheimnis. Dieser Umstand hat in der Presse zu der Behauptung Anlaß gegeben, sie habe keine Aus­sicht als Grundlage der künftigen Aussprache. Ich höre, daß diese Auffassung unzutreffend ist. Eden hat es sich angelegen fein lassen, darzutun, daß in der Frage der Sicherheit die bri­tische Denkschrift über alles bisher zugestandene be- ttächilich hinausgehe. Sieht sie doch für den Fall einer Verletzung des Abrüstungsabkommens die sog. Konsultation vor. Damit bleibt sie allerdings ein gutes Stück hinter dem zurück, was d i e Franzosen zufriedenstellen würde. Eden wurde auf die Entschließung des französischen Senatsaus­schusses für auswärtige Angelegenheiten aufmerksam gemacht, die besagt, daß Frankreich weitere Verminderungen seiner bereits gefährlich niedrigen Rüstungen nichtzugeben könne. Auch der Vorschlag, eine kleinere Konferenz von acht oder neun Mächten an einem anderen Platzvls Genf abzuhalten, findet bei den maß­gebenden französischen Stellen kein günstiges Ohr.

Reuter meldet, Edens Rolle sei die einesVor­lesers" undExaminators" gewesen. Er habe keine Ermächtigung gehabt, die französische Forderung nach oerftärtter Sicherheit anders, als sie in dem englischen Memorandum geboten werde, zu be­friedigen. Als die Franzosen die Notwendigkeit von Sanktionen im Falle eines Bruches der Ab­rüstungskonvention vorbrachten, habe Eden geant­wortet:Nein, nur Konsultationen."

Kunst und Wissenschaft.

Mussolini läßt sich den Hans-Weslmar-Film vorführen.

Auf persönlichen Wunsch Mussolinis wurde in Togfonia, dem Wohnsitz des italienischen Regie- rungschefs, der Hans-West mar-Film im

aüerengften Kreise vorgeführt. Mussolini fand sich mit seiner Gatin, seinem ältesten Sohn und seinem Schwiegersohn ein und verfolgte mit gespanntester Aufmerksamkeit den Film, der ihm von dem aus­ländischen Pressechef der NSDAP., Dr. Hanf- t a e n g I, persönlich vorgeführt wurde. Mussolini ließ sich von Dr. Hanfstaengl sachliche Erläuterungen geben und äußerte an verschiedenen Stellen spontan eine Zustimmung. Zum Schluß sprach er Dr. Hanfstaengl und dem Regisseur des Films, Franz Wenzler, seine vollste Anerkennung aus. 1000 Berliner Arbeiter reisen

nach Oberbayern.

Der erste Urlaubssonderzug der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" brachte 1000 bedürftige und würdige Berliner Arbeiter in die oberbayrischen Berge. Die Abreise gestal­tete sich zu einem festlichen Ereignis, die Teilnehmer an der Fahrt 3ogen, von vielen Arbeitskameraden begleitet, mit Musikkapellen und Fahnen zum An­halter Bahnhof, wo ein Sonderzug in der mit Fah­nen geschmückten Bahnhofshalle stand. Zur Verab­schiedung hatten sich u. a. Staatsrat Schumann, Staatskommisfar Dr. Lippert sowie Dr. Ley eingefunden, der den Zug bis München begleitete. Dr. Ley wies darauf hin, daß diese erste Veran­staltung den Beginn einer Reihe weiterer ähnlicher Fahrten bilde. Der heimatlos gewordene deutsche Arbeiter solle sein schönes Vaterland kennenlernen und den Wert der Kameradschaft empfinden. Dann verließ der Zug unter den Klängen des Liedes Muß i' denn zum Stabile hinaus" die Halle.

In München trafen aus Norddeutschland und aus Württemberg die ersten Ferien-Sonderzüge der OrganisationKraft durch Freude" ein. Zum Empfang hatte die Stabt reichen Flaggenschmuck angelegt. Fahrplanmäßig lief als erster ber Sonder­zug aus Berlin ein. Zur Begrüßung hatten sich ber ßanbesobmann unb Bezirksleiter für Bayern der DAF. und der Münchener Oberbürgermeister eingefunben. In ben kurzen Ansprachen wurde au; die Bedeutung der Urlaubsorganisation im Dienst ber Heimatliebe unb der Volksgemeinschaft beson- bers hingewiesen. Abenbs fuhren die Urlauber in bas bayerische Ob erlaub, wo sie zehn Tage lang blei­ben werden.

Aus aller Wett.

Einsturzunglück in Hannover. 14 Verletzte.

In einem zweistöckigen Haus in Hannover war burch eine schabhaft geworbene Gasleitung im Kel­ler ein kleines Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr nahm mit Beamten bes städtischen Gaswerkes bie Löscharbeiten auf. Plötzlich schoß eine gewaltige Stichflamme aus dem rauchenden Untergeschoß, und unter gewaltigem Getöse, bas auf eine Gas­explosion zurückzuführen ist, würbe bie ganze Vo rberroanb bes Hauses herausgeris- [en. Das Dach hing, nur auf einen kleinen Teil ber Brandmauer gestützt, fast völlig frei in ber Luft. Bei bem Einsturz ber Kellerbecke unb der Hausfassade sind drei Feuerwehrleute schwer unb fünf leicht verletzt worben. Von den Hausbewoh­nern trugen drei Frauen und ein junges Mädchen Verletzungen davon, ebenso zwei Arbeiter bes Gaswerkes. Todesopfer sinb glücklicherweise nicht zu beklagen. Die bem Unglückshaus gegenüber^ liegenben Gebäube sind gleichfalls beschädigt worden. Mehrere Fenster wurden aus den Rahmen gerissen.

Den Sübaflanfif allein im Segelboot überquert.

Der Norweger Hansen ist mit seinem Segel­bootMary Jane" nach Ueberquerung bes Sübatlantif in Buenos Aires eingetroffen. Er war im Oktober 1932 von Portugal abgefahren, um feine Frau in Florida zu besuchen. Seine einzigen Begleiter auf der langen Fahrt waren ein Hund und eine Katze.

Verheerende Feuersbrunst in Wolhynien.

Wie aus Rowno (Wolhynien) gemeldet wird, wurde die Ortschaft Kontary von einer Feuers­brunst heimgesucht. Insgesamt sind einhundert Gehöfte in Asche gelegt worden. Die Brandursache konnte nicht feftgestellt werden.

Seit einer Woche Nebel in London.

Schon eine Woche lang sind London und die um» liegenden Grafschaften in dichtesten Nebel gehüllt. Während der letzten Tage herrschte tiefste Finsternis in den Straßen, so daß der gesamte Verkehr zum Erliegen kam. Zahlreiche Dorortzüge trafen mit starker Verspätung ein. Im Kanal verursachte der Nebel mehrere Schiffszusammenstöße. In der Nacht rammte ein unbekanntes Schiff, wahr­scheinlich holländischer Nationalität, das Leuchtschiff

In verschiedenen Teilen der Insel Formosa er­eignete sich ein heftiges Erdbeb en. Mehrere Häuser wurden zerstört. Auch im südlichen Teil von Sachalin sollen Erdstöße verspürt worden sein. Ob auch Menschen ums Leden gekommen sind, läßt ich zur Zeit noch nicht feststellen. Die Reichsanstalt ür Erdbebenforschung in Jena und die Hauptstation ür Erdbebenfovschung in Hamburg haben überein* timmenb bas Erbbeben aufgezeichnet.

Von einem Lastauto totgebrütft

Auf ber steilen Bremthaler Straße in Wiesbaden blieb ein Laftautozug stecken. Bei bem Versuch ber Mit« ahrer, die schweren Wagen wieder in Fahrt zu bringen, wurde eine zu dem Lastzug gehörende Frau zwischen Motorwagen und Anhänger tot­gequetscht. Die Fahrer und die Wagen stamm­ten aus Jülich.

Lokomotivführer überfahren und gelötet.

Im Bahnhof Einfiedlerhof (Pfalz) wurde ber verheiratete 47jährige Lokomotivführer Johann Murr bes Bahnbetriebswerks Kaiserslautern beim Ueberschreiten der Gleise von einem einfahrenden Güterzug erfaßt unb getötet. Es liegt eigenes Verschulden vor.

Lüchertisch.

Die Kreuzerfahrten der Soeben und Breslau. Von Korvettenkapitän S. K r a u s und Korvettenkapitän Karl D ö n i tz. Mit 17 Auf­nahmen. Im Verlag Ullstein, Berlin. (621)- Der berühmte Durchbruch ber beiben Schiffe in bie Dardanellen bis vor Konstantinopel und ihr Kampf mit der russischen Flotte im Schwarzen Meer. Be­richtet von zwei Mitkämpfern, bem damaligen Leut­nant z. S. Kraus, jetzt Korvetten-Kapitän im Reichs- marineamt-Berlin, und dem damaligen Kapitänleut­nant Dönitz, jetzt erster Admiralstabsoffizier beim Kommando der Nordsee-Flotte Wilhelmshaven. Zwischen den Kapiteln erzählt ber ehemalige rus­sische Kapitän-Leutnant von Schön, wie bie Russen damals die Lage sahen. Preis: Reich bebildert. Ganzleinen 2,85 Mk., kartoniert 2 Mk.

Land in Ketten". Geraubtes deutsches Land. Unter Mitarbeit von Dr. Robert Ernst, Her­mann Janosch, Carl Lange-Oliva, Dr. v. Seers, Dr. Franz Lüdtke, Gouverneur z. D. Dr. Schnee, Ernst Schröder-Flensburg, Senator Dr. Dr. h. c. Strunk- Danzig, Paul Warncke, Dr. Werner Wirths her­ausgegeben vom Verleger. 160 Seiten. Mit vielen Bildern. Preis 2 Mark. Heinrich Beenken, Verlag, Berlin SW 19. (516).

Neue Wege zur Bekämpfung der Jugendkriminalität. Mit einem Beitrag von Dr. jur. Walter Arnold. Herausgegeben von Paul W i n d i f ch. 39 Seiten. Preis 0,60 Mark. UnioerfitätsDerlag von Robert Noske in Leipzig, 1933. (178).

Kürschners Volkshandbuch Deut­scher Reichstag, herausgegeben von Hermann Hilger, ist auch für das am 5 März gewählte Par­lament in der bekannten Form mit Abbildungen unb biographischen Notizen für jeben Abgeordne­ten unb einer Reihe wertvoller statistischer Zusam­menstellungen im Verlag Hermann Hilger, Berlin W 9, zum Preise von 1 Mark erschienen. (181).

Wettervoraussage.

Da die Störungstätigkeit im Norden wesentlich zugenommen hat, geht der Einfluß des hohen Druckes bei uns zurück. Entsprechend dem Lauf der Isobaren bringt von Westen unb Norbwesten ozeanische Luft auf bas Festlanb vor, bie ben Wit­terungscharakter wechselhaft gestalten wird. Verein­zelt dürfte es sogar zu leichteren Niederschlägen kom­men. Die Temperaturen werden meist über, doch in der Nähe des Gefrierpunktes liegen.

Aussichten für Dienstag: Wechselnd wolkig mit kurzem Aufklaren, Temperaturen wenig verändert, vereinzelt etwas Niederschlag, westliche bis nordwestliche Winde.

AussichtenfürMittwoch: Etwas wechsel­haftes Wetter mit vereinzelten Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 6,9 Grad Celsius, abends 5 Grad: am 19. Februar: morgens 2,1 Grad. Maximum 7,1 Grad, Minimum 1,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar abends 0,5 Grad, am 19. Februar mor­gens 0,4 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. 11700. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch, und Steinbruderei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.