Mittwoch, 18.ZMYZ4
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Nr. 165 Drittes Blatt
Anlaß zu °-rm°id-n. daß sein Landweg nach In- dacht, b. D. non Osten nach Westen marschieren.
vonstatten, L7rzf°hrt°^^^ °°r °ben,°>°uf den Baumen wuchs. Wenn man ihm non den
keine Gefahr scheuen.
Godefrey, der junge Tramp, hatte keine Angst. Auf Schusters Rappen und auf den Achsen der Eisenbahnwagen kam er allmählich vorwärts. Es gab ja damals noch keine so schöne durchgehende Verbindung wie heutzutage. Aber endlich landete er glücklich im oberen Tal des Sacramento — und begann nun, wie Tausende von Abenteurern und Glücksjägern, nach dem kostbaren Metall zu suchen.
Nach wenigen Monaten mußte Godefrey Pierce erkennen, daß auch in Kalifornien das Gold nicht
freundschaft zu beweisen. .
In später Nachtstunde bestieg er das Auto seines Gastgebers, um in sein Hotel zurückzukehren.
Der Wagen fuhr auf seinen Wunsch einen Umweg durch das Zentrum der Stadt. Bei langsamer Fahrt ließ er seine Blicke durch die hell erleuchteten Straßen schweifen, in denen noch ein Verkehr herrschte, als wäre es Mittagszeit und nicht Mitternacht schon vorüber.
Klein-Paris! Lichtstadt, in der man zu leben verstand! Man merkte hier wahrhaftig nichts von Wirtschaftsnot, Sorgen...
Für einen Augenblick dachte Wolterstorff daran, den Wagen stach Hause zu schicken und sich in den Strudel des Nachtlebens, wenn auch nur für kurze Zeit zu stürzen. Er ließ jedoch den Gedanken wieder fallen. Sein immer noch übermüdeter Körper heischte nach Ruhe, da eine lange Flugzeugreise bevorstand.
ihm in jener Gegend nach Gold gesucht hatten, ein Hühnchen zu rupfen. Der eine oder der andere wird vermutlich von ihm auch ein Andenken in Gestalt einer Schußnarbe mit sich herumgetragen haben. Und da Godefrey seine Wildwestkumpane kannte, war er der Meinung, daß es am besten wäre, so rasch wie möglich aus San Franzisko zu ver-
Feinde zu entgehen hoffte.
Es war sein Prinzip, niemals zwei Nachte hintereinander in derselben Stadt zu schlafen. Wo es Eisenbahnen gab, benutzte er dieses Beförderungsmittel. In den weniger zivilisierten Gegenden setzte er sich in die Postkutsche und ließ sich so von Ort
Nicht immer war Godefrey Pierce so bequem gereist. Es gab eine Zeit, da er als gewöhnlicher Landstreicher über die Landstraße tippelte und von Zeit zu Zeit die Gelegenheit ergriff, um eine kleine X___rit—A 'TiiofoG fRpifon mnr phpnm 1
Protokoll die Stempel und Unterschriften des rumänischen Wirtschaftsministers und des deutschen Ge-
Fall.
In Bukarest schwirrten die verrücktesten Gerüchte über das Wohin der Verschleppung und über ihre Ursache umher.
In amtlichen Kreisen war man geneigt, politische Hintergründe zu suchen. Man konnte alles nicht wissen — möglicherweise hatte bei dieser Geschichte die ausländische Konkurrenz die Hände im Spiel, in der Hoffnung, daß das große Rumänengeschäft scheitern würde, sobald der Kopf der Geyerling- Werke fehle.
Das allerdings kam nicht in Frage.
Der Auftrag in all seinen Grundlagen und Entwicklungsstufen war genauestens schriftlich festgelegt und konnte ausgeführt werden ohne jegliche Be- Hinderung.
In Berlin rief die Nachricht von der gewaltsamen Entführung Wolterstorffs Beunruhigung, ja, im Anfang sogar Bestürzung hervor. Erst mit den Tagen machte sich eine ruhigere Auffassung breit, die von dem Optimismus getragen war, daß es sich höchstwahrscheinlich um eine gewaltsame Entführung mit erpresserischen Absichten handelte, und daß über kurz oder lang sicherlich eine Lösegeld, forderung eintreffen würde.
Die Geyerling - Werke stellten demjenigen eine hohe Belohnung in Aussicht, der Aufklärung ver. schaffen würde. ..
Einen ansehnlichen Betrag stiftete die rumänische Regierung zum gleichen Zweck.
orUehung folgt)
In ^Berliin arbeitete man mit Hochdruck. Em Telegramm jagte das andere. Mit Luftpost wurde ein fast regelmäßiger Kurierdienst eingerichtet.
Und so hieß es denn auf dem Posten sein, auch für Hans von Kirchhofen. Mehrfach bekam er Gelegenheit, seinen Scharfblick und seine Initiative zu beweisen. Wolterstorff hatte ihm dafür bei einem Telephongespräch Dank gewußt. Mochte er! An sich legte er lein Gewicht auf Dank durch Wolterstorff. Der würde ja bald ausgedankt haben. —
Hilda mußte sich in diesen Tagen bescheiden. Das geschah ihrerseits nicht gern. Sie vermißte die Gesellschaft des Liebsten. Aber auf der anderen Seite reute sie sich darüber, daß sich ihr Verlobter scheinbar so glänzend in die Arbeit hineinfand. Der Mutter war die Leistungsfähigkeit des werdenden Schwiegersohnes natürlich nicht unbekannt geblieben, und sie machte aus ihrer Anerkennung kein Hehl.
Ieüt wartete Hilda auf den Geliebten, der ihr soeben am Telephon versprochen hatte, ihr für eine tune Zeit Gesellschaft leisten zu wollen. Wie sehnte sie sein Kommen herbei! —
Die Tür des Wohnzimmers wurde aufgerissen. In ihrem Rahmen stand Liesgreta.
Ein liebliches Bild, dieses braungelockte, schlanke Mädchen das offenbar vom schnellen Gehen erhitzt war und das Feuer freudiger Erregung auf den ^N"d?h°tt° -- auch Ich°n die G-h-imräiin umarmt.
Ein Jubelschrei:
(Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
„(9.JV antwortet nicht...
In den frühen Morgenstunden klopfte der schwarze Schaffner an die Tür des Schlafwagenabteils Mr. „G.P." — es gab keinen Schlafwagenkondukteur, der den alten Sonderling nicht kannte — wollte um acht Uhr früh geweckt werden. Der Neger wunderte sich, daß aus dem Abteil feine Antwort kam. Er verständigte den Zugführer, und die beiden öffneten gemeinsam das Coupe. Der alte Herr lag t o t i n d e n K i s s e n.
Der schwarze Schaffner war ehrlich betrübt. Denn Mr G. P., oder wie er mit seinen rechtschaffenen Namen hieß, Godefrey Pierce, pflegte reichliche Trinkgelder zu geben. Und der Tod des Siebenundneunzigjährigen war ein Ereignis, das für alle Angestellten der amerikanischen Eisenbahnlinien eine kleine Sensation bildete.
Tramp wird Goldgräber.
schwierig wie gefährlich. Wurde man vom Schaff
ner erwischt, so hieß es entweder in voller Fahrt, -----, - - - -/ - ■ -. ~
abfpringen ober eine Ladung Blei schlucken. Manch- ben Anschlägen seiner wirklichen ober vermeintlichen mal fuhr man Hunderte von Meilen weit unter dem Wagen auf den Achsen des rollenden Gefährts.
Nein, gemütlich war diese Art des Reisens entschie-
ZiveiMnner und Hilda
Vornan von Hermann W. Walber.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
6 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Liebkosend strichen die Hände der Geheimrätin der Tochter über die Wangen.
Hilda kuschelte sich recht warm in die Arme der
Mutter. ,
„Mutti, ich bin ja so glücklich! .
Das Mädchen errötete über und über bei diesen Worten, und ihr Körper wurde dabei von einem leisen Zittern der Angst befallen, als befürchte es, irgend einer könnte kommen, ihr das Glück zu
Inoden letzten Tagen hatte Hilda ihren Verlobten nur wenig gesehen. Er entschuldigte sich nut Arbeitsüberlastung, und tatsächlich durfte er davon reden.
Wolterstorff hatte es verstanden, das Rumanen- geschäft auf eine ganz neue Basis zu stellen. Sem fachmännischer Blick erkannte sofort ungeahnt günstigere technische Möglichkeiten. Die Rumänen stimmten ihm zu und gestatteten ihm Einblick m alle wichtigeren Unterlagen, sich habet bewußt, daß auf diese Weise für sie ebenfalls nur etwas zu ver- ~ dienen war. So wurden neue Berechnungen not-
können wir ja Dvppelverlvbung f-iernl"
DemWvlterstorjstch-n biplvmatischen Geschick und seiner auf h-rvvrrag-nber Sachkenntnis g-grunb- en Ueberzeugungskunft. bem Willensbrang, unter allen Umstanden einen Erfolg herbe,Zufuhren, war es gelungen, bas Geschäft mit den Rumänen zustande ^Am zwölften Tage fernes Bukarester Aufenthaltes tonnte er an die Geyerlmg-Werke em Telegramm ablchicken das nur die beiden Worte enthielt, ”srlabnt9eCtnW; daß wenige Nunben später ein Telegramm von Berlin nach Bukarest ging m dem lediglich stand: Wünschen guten Erfolg l Und er wußte noch viel weniger, daß dieses postlagernde Telegramm aus ihn gemünzt und daß sein Leben nunmehr in dringender Gesahr war.
Die Abschluhverhandlungen waren protokolliert. Der Bedeutung des Auftrages gemäß erhielt das
Der letzte Ritter des Schienenstrangs.
„Reine zwei Nächte in derselben Stadt b -Oie seltsame Marotte eines Millionärs.
kommen?" „, , , ., . .
Liesgreta setzte sich, erhob sich aber gleich wieder — so erregt rfar sie —, die Freude lag m ihren Augen, und hastig sprudelte sie hervor:
„Denkt euch! Also ich gehe — ihr wißt ja, ich war einkaufen —. ich gehe nichtsahnend über die Kaiserftraße, höre schnelle Schritte hinter mir, denke, da will dich sicher einer belästigen. Ich eile hastig weiter. Sagt der Kerl plötzlich: Menschenskliid, Lies- qretalein, warum rennst du denn so? Ich suhle, daß ich rot anlause. Ich erkannte doch die Stimme. So ’ne Frechheit! Wie kam Doktor Becker dazu, mich bei meinem Vornamen anzurufen' Ich wandte mich — entriistet! — um. Zwei blanke, lachende Augen sahen mich an. Jawohl, sagte er was du hier vor dir siehst, das ist seit einer Stunde em leibhaftiger Chefarzt, der aber auf fernen neuen Posten nur gemeinsam mit seiner Frau geht, und die e grau, das wirst du fern. Ich war starr. Aber nur einen Augenblick. Wißen Sie das denn so genau?, fragte ich ihn. Da nickte er ganz ernsthaft, stellte sich in Positur und erwiderte: Ich bitte das gnädige Fräulein, der gnädigen Frau Tante gütigst zu bestellen, daß ich ihr im Laufe des Tages meine Aufwartung machen wurde. Sprach s, grüßte drehk sich um. Weg war er! Worauf ich "llnuihlich auch zur Besinnung kam. Na - und nun bin ich hier, Un®nneUn8reuteniräneUrann.ber Erzählerin über die Wangen. Sie schmiegte sich wieder eng an die Geheimrätin, die ihr zur Mutter geworden war und jetzt auch wie eine Mutter zart über des Kindes Braunhaar streichelte .
„Ich freue mich mit dir, mein Kind!
Und Hilda umarmte die Freundin und küßte sie
Kontraverse Bahn oder Straße sprechen.
Doch die Frage der Art der Haifa—Bagdad- Verbindung ist ja von untergeordneter Bedeutung; wichtiger ist die Tatsache, daß die Engländer auf dieser Linienführung bestehen und es außerdem gern sehen würden, wenn der Irak einen Teil, seiner Staatseinkünfte aus den Konzessionen für diesen „gemeinnützigen" Zweck zur Verfügung stellen würde. Der Irak ist aber weit entfernt davon, diesen Wunsch der Engländer zu erfüllen, und stellt — tempora mutantur — die Gegenforderung auf, daß selbst eine ausschließlich mit englischem Gelde erbaute Bahnlinie nach einer Anzahl von Jahren kostenlos dem Jrak'schen Staat zufallen müsse. Um ihrer Entscheidungsfreiheit lebhafteren Ausdruck zu geben, liebäugelt die Jrakregie- rung mit dem französischen Projekt der Mandatsregierung in Beirut, die auf Ausbau der Bahnlinie Aleppo —Niffibin bis Bagdad drängt, also einer Neuausgabe unseres alten deutschen Traumes der Berlin—Bagdadbahn. Der Irak hat sogar Frankreich gegenüber Verpflichtungen zum Bau eines nördlichen Weges bis zur irako-syrifchen Grenze übernommen, doch steht dem immer noch der englische Widerstand entgegen. Nach dem Kurswechsel der französischen Politik zu Sowjetrußland hin hat England heute mehr denn
sandten. ,, ..
Die Zeitungen brachten ausführliche Einzelheiten über das Abkommen und würdigten es in dem verdienten Maße und waren des Lobes voll über den jungen, tatkräftigen deutschen Direktor, der nunmehr mit einem Schlage in die erste Reihe der deutschen Wirtschaftsführer gelangte.
Heinz Wolterstorff war abgespannt und müde. Die Anstrengungen der letzten Wochen machten sich jetzt, nachdem das Werk vollbracht war, in besonders heftiger Weise bemerkbar. Indessen konnte er vorläufig noch an keine Ruhe denken. Erst wenn das Geschäft richtig im Laufen war, würde eine kurze Ferienzeit möglich sein.
Die Abreise war auf den nächsten Tag festgesetzt. Wenigstens einen Tag wollte er dazu benutzen, die rumänische Hauptstadt kennenzulernen. Bei der Hetze der Konferenzen, Bankette und Briefschreibereien während des bisherigen Aufenthaltes war ja daran nicht zu denken gewesen.--
Wolterstorff schlief bis in den späten Morgen hinein. Die lange Ruhe erquickte ihn.
Beim Frühstück wurde ihm ein Telegramm überreicht, in dem ihm Frau Geheimrat Geyerling Glückwünsche und Dank aussprach. Mit Genugtuung erfüllte ihn auch ein zweites Telegramm, das von Kirchhofen und den übrigen Mitarbeitern unterzeichnet war. Dazu kam der Dank der deutschen Regierung, den diese ihm in einer amtlichen Presseauslassung abstattete, die von seinem Sekretär aus dem Adeverul übersetzt oorgelesen wurde.
Bald darauf wurden einige Bukarester Industrielle gemeldet, die verabredungsgemäß ihn zu einer zwanglosen Besichtigungsfahrt nach verschiedenen großen Werken, die er kennenzulernen gewünscht hatte, abholten.
So verstrich der Tag abwechslungsreich und interessant. Als der Abend kam, weilte er in kleinem Kreise beim Wirtschaftsminister, der sich nicht genug darin tun konnte, dem Deutschen rumänische Gast
schwinden.
Seine Nerven waren durch die langjährigen Ent- bedungen und Enttäuschungen, durch das ewige Gehetztsein und Auf-der-Lauer-Bleiben schwer mitgenommen. Und so läßt sich vielleicht der sonderbare Einfall erklären, durch den Godefrey Pierce
so Jahre auf Nädern.
In den ersten Jahren seiner ständigen Flucht begnügte sich Godefrey Pierce damit, tagsüber zu fahren und des Nachts in einem Hotel ober Bungalow zu bleiben. Später genügte ihm auch diese Le- bensweise nicht mehr. Eine fieberhafte Unrast hatte sich feiner bemächtigt. Er konnte überhaupt nicht mehr schlafen, wenn fein Bett an einem Ort stillst and. Und so wählte Godefrey Pierce den Schlaf- wagen zu feinem Domizil. Ein volles Menschenalter hindurch schlief er Nacht für Nacht im Putt- man-Car. Sein Reichtum hatte sich durch vorsichtige Anlagen inzwischen noch vermehrt, aber „G. P." war um keinen Preis dazu zu bewegen.
Das Auto hielt vor dem großen stattlichen Hotel.
Der Chauffeur sprang ab und öffnete den Wagenschlag.
Und was dann geschah, war das Werk weniger Sekunden.
Vier stark gebaute, kräftige Mannsgeftalten, die bisher in lebhafter Unterhaltung in allernächster Nähe an einem Auto gestanden hatten, eilten herzu, als Wolterstorff die Freitreppe des Hotels höchsteigen wollte, packten den Ueberrafchten und sich sofort nach Kräften Wehrenden und zogen ihn in ihr Auto, dessen Motor inzwischen in Gang gesetzt worden war, und das dann in rasender Fahrt davonjagte.
Der Chauffeur des Staatsautos, mit dem Wolterstorff angekommen war, lag regungslos am Boden. Ein heftiger Schlag gegen den Kopf hatte ihn unschädlich gemacht.
Wolterstorff spürte noch, wie ihm ein Tuch über den Kopf geworfen wurde. Er wehrte sich gegen den andringenden süßlichen Geruch. Dann verlor er die Besinnung ...
Das war für die Welt eine Überraschung, eine tolle Sensation, als der UeberfaU auf Direktor Wolterstorff bekannt wurde. Die Tageszeitungen, die großen Weltblätter wie die kleinsten Organe, überschlugen sich geradezu in dem Erjagen und Veröffentlichen von Sensationsnachrichten über diesen
„Tantchen, ich bin Braut!"
Verständnisinnig nickte die alte Dame, und Hilda fragte erstaunt und froh:
„Ja, aber — wie ist denn das so schnell ge-
dien auch nur streckenweise durch französisches Ein-1 glücklichen Funden der anderen erzählte, so lächelte lußgebiet verläuft. er bitter und spuckte in weitem Bogen aus. Aber
Wir möchten nicht daran zweifeln, daß England das Goldschürfen gab er trotzdem nicht auf. schließlich seinen Willen durchzusetzen weiß und mit Fünf Jahre vergingen. Hin und wieder gelang allen Widerständen fertig werden wird. Berner- es dem abgerissenen, bis auf die Knochen abgema-
kenswert bleibt immerhin, daß solche Widerstände gerten Goldsucher, einige Körnchen des gelben Me-
nicht nur von europäischen Rivalen ausgehen, son- talls zu finden. Davon fristete er fernen Lebens-
dem daß überall der neue Begriff asiatischen unterhalt. Aber das erträumte Gluck, der große
Selbstbewußtseins sein Haupt erhebt und England Fund, blieb aus. Bis eines Tages ...
wie überhaupt Europa entgegentritt. Die Eckpfei- Der MillwNLN 6vUv.
ler dieses asiatischen Erwachens das m lungerer eine5 z die Glücksgöttin auch dem ar- 3 ?! Tnfin unh Mna1rba men Tramp lächelte. Er stieß auf ein richtiges
S- Q Jte^vn sind heute9 mehr Goldlager. Godefrey wurde fast verrückt vor Freude.
Die Leiter der irak schen Pol tik sindheute mehr 1 « a w nod) blieb er an der Fundstätte, oder weniger türkisch orientiert was sich mAl meinen Mund und war mit größter Vor-
aüem aus ber ^erganQen^rt erflibedacht, daß ihm niemand hinter sein daraus daß überhaupt. Mustafa: Kemal I& Geheimnis kam. Und eines schönen Tages machte
Orient führend ist. Wie in Teheran Kabul unbl > nad) San Franzisko. Sein
Bangkok, so wird auch m Bagdad, tur f. . I «maulefel trug zwei pralle Ledersäcke, in denen sich spiel folgend, ein s ch a r f er e i g e n t Goldstaub im Werte von vielen tausenden Dollars
n a.llsm ushochgezüchtet der alles Lemde ver.! Godefrey war entschlossen, jedem, der die drangen will. Die Ueberreste der englischen Der-■ ’b , 2in'm Besitz ausstrecken sollte, sofort maltung aus jüngster Vergangenheit werden mag- ! xn den Leib zu jagen. Nach einigen
lichst radikal ausgerottet; nicht emmal Fremde dur- e^ug^ aber schließlich glücklich mit
sen mehr ihre Anschreiben an die Regierung m Goldsäcken in San Franzisko ein. Und hier
frember Sprache richten unb ftnb auf bte arabische Bank von Kalifornien, ber er sein Gold
Lanbessprache verwiesen ”nbu bieö Schürfrechte an der neuentdeckten Mine
Europa^ift^EnMnds Verteidig^ seiner Oelinter- ^11^ Er bekam
nur ein Ausschnitt und ein Vorläufer der kommen- G.H. MNN Nicht 10)101611.
den Auseinandersetzung Asien — Europa.Wenn ^nt, die die Goldader kaufte, hatte dieses auch in die em Kampf diesmal England noch fern Ziel bereuen Denn die Mine barg un-
erreidjen dürfte, so fehlt es doch nicht an nie.^„bereuem achten sich
hie beflüglidj ^erbes inoeftierten Äaprtals |0^Qr Stillen gebucht haben, baß Godefrey
der englischen vergesellschaften m Mesopotamien ih ß Dummkopf sei. Nun, der junge Mann
(Anglo-Persian-Oil-Co., Irak-Petrol-Co.) aus lang I iprfrfüilfenen An-ma und den zerrissenen Schuhen Sicht recht pessimistisch gestimmt sind undSchwie-
rigkeiten sich ankundigen sehen, die mcht all e ' wußte ganz genau, warum er
' englische Oelpolitik, sonbern ganz Europa und die I r mine ^rückkehren wollte. Er
' mit "ML-n g°fähr,i^n, Bur,ch°n^di- gl-i-h
i könnten auch einmal, so sagen hiefe Pessimisten,
i Solbaten in umgekehrter Richtung als ge-
SieSelflraßeHaisa-Sagdad.
Don unserem Dr. N.-Äerichterstaiter.
(Nachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Haifa, Juli 1934.
Die alte Kalifenstab^ Baah ab steht im Zentrum politischer Werbung. Englanb nerteibigt feine zusammenschrumpsenbe Vormachtstellung am Bagbaber Hofe, bemüht sich um ben wirtschaftlichen Anschluß Iraks an hie britische Einflußsphäre im nahen Osten (Palästina unb Transjorbanien) unb ist besorgt um ben Ausbau seines Lanb- weges vorn Mittelmeer nach Jnbien unb besten erster Etappe, ber Oelftraße Haifa —Bagbab. Seine Losung heißt: Mesopotamiens Mittelmeerhafen ist Haifa! — Frankreich will ben Hanbel bes Irak zum Mittelmeer, ebenso wie benjenigen Persiens in sein syrisches Manbatsgebiet lenken, burch bas ja auch ein Zweig her Oellinie aus Mostul führt, unb kämpft um Leitung bes Jrakhanbels über seinen Hafen Beirut, ber bisher ben Hauptteil bes Tranfithanbels nach Mesopotamien unb Persien burch hie Syrische Wüste vermittelt hat. —
Daß eine Verkehrslinie Haifa—Bagbab gebaut werben wirb, ist entschieben; unentschieben ist nur noch, ob es eine Bahnlinie ober eine Asphaltstraße wirb. Strategisch ist bie Eisenbahn zu befürworten, bereu Traste unb Dermessun- gen bereits vor einigen Jahren von bem englischen Colonel Robertson ausgeführt würbe. Anbere befürworten eine breite moberne Asphaltstraße, wo- burch ben Oel- und Wirtschastsinteressen mehr gedient sei als mit einer Eisenbahn, die heute in der ganzen Welt dem Auto an Wirtschaftlichkeit unterlegen fei. Wenn erst mit Hilfe der vor Monatsfrist vom Unterhaus bewilligten Palästina- Anleihe der neue Oelhafen in Haifa errichtet fein wird und wenn Haifa damit die Rolle eines neuen Bunkerhafens für die englische Mittelmeerflotte erhält, dann werden wahrscheinlich Englands Admiralität und Generalstab das letzte Wort in der
Indessen die Rivalen England und Frankreich sich in Bagdad gegenseitig auszustechen suchen, treiben dort rings um den jungen König Ghasi extürrische Generäle protürkische Politik. Während der verstorbene König Feisal, IjerDorgegan« gen aus ber biplomatischen Schule Abbulhamidscher Prägung, schmiegsam unb elastisch war unb beson- bers biesem Umftanbe es verbankte, baß er trotz vieler Mißerfolge immer wieher auf hie Füße fiel, ist sein Sohn lebhaft unb temperamentvoll unb erlaubt sich manches, was ber Diplomatennatur feines Vaters miberftrebte. Wenn er freilich heute bem englischen Vertreter am Bagbaber Hofe auf besten sanfte Vorwürfe, daß er von König Feisal niemals ähnliche Deutlichkeiten zu hören bekommen hätte wie jetzt von Seiner Majestät, antwortet, daß bie Zeiten seines Vaters Feisal eben v o r bet seien, so muß man berücksichtigen, bah König Feisal I. seinem Nachfolger schon eine recht solibe Basis für felbftänbige Politik hinterlassen hat.
Aber wenn auch ber junge irakische Staat seine ©lieber bereits im Gefühl eigener Kraft unb Macht reckt, so wirb hoch heute nicht einmal in Bagbab mehr Politik von Königen allein gemacht. Im Gegenteil, Bagbab barf heute weniger benn je isoliert betrachtet werben. Die Unabhängigkeit Mesopotamiens würbe nicht allein burch ben Ausgang des Weltkrieges entschieben, sonbern mehr noch burch ben Kampf MustafaKemal Paschas auf ben anatolischen Felbern gegen bie Griechen. Gab der Ausgang bes Weltkrieges Mesopotamien bie Form eines Staatengebilbes unter her ©nahem sonne einer europäischen Macht, so entschieb erst der ungeheure Erfolg Mustafa Kemals gegen die bis dahin siegreiche Entente, die von ihm 1923 mit ben ©riechen geschlagen mürbe, bie ©runblage her Unabhängigkeit bes Jrakstaates. Der Sieg ber türkischen Republik nach außen, ihre Reformen im Innern, bie Machtergreifung burch Riza Schah Pah- lavi in Teheran, bie Revolution m Afghanistan, ber japanische Kurs in Siam, — das alles sind ebensolche Etappen auf bem Wege Asiens zur Emanzipation vom europäischen ftolomab Imperialismus, wie bie Selbstänbigkeitsgeluste bes Königreichs Irak, bas feinen. Vormunb England immer mehr abschütteln will.
Dabei erheischen gerade jetzt Englands wirtschaftliche Interessen (Oel) mehr denn je eine sichere Ber- kehrsverbindung zwischen Irak und Mittelmeer durch ausschließlich englisches Einflußgebi > Schnel- ler als veranschlagt geht der Bau bei Del- röhrenlinie Mossul-Haifa r-
den nicht.
Eines schönen Tages machte sich Godefrey Pierce
wieder einmal auf große Fahrt. Aus dem fernen । Pw.y ... — - >-> - - ■ .
Kalifornien tarnen Nachrichten von märchenhaften zu Ort führen So ging es Jahre und schließlich Goldfunden. Man flüsterte sich die Namen von s Jahrzehnte hindurch.
armen Teufeln zu, die in das damals noch wüste
Land gepilgert waren und mit einem Schlag zu Millionären wurden. Da hieß es flink fein und


