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Nr. 15 Drittes Blatt

GletzenerAnzelger (General-Anzeiger für (Dberfyeflen)

Donnerstag, 18. Januar 1934

Hier ist das Welifernami!

Der Absturz des französischen Großflugzeugs

wie ehedem

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Um vom

lp eien darin ein

Selbstanschluß i scheu soll er er Möglichkeit eröf

t etwas ganz anderes. Nicht Men- etzen, sondern überhaupt erst eine nen, die aus andere Art und Weise t. Es ist unmöglich, in kleinen Or-

sitzen zu lassen, weil vielleicht einmal ein einziges Gespräch verlangt wird. Der Selbstanschluß aber wacht die ganze Nacht und ist sofort bereit, wenn etwa ein Kranker einen Arzt zu Hilfe ruft. So wird der Selbstanschluß zum Wohltäter am Menschen. Daß eine Weltfernsprechverbindung nur automatisch schnell und zuverlässig durchgeführt werden kann, geht aus den geschilderten Projekten genügend hervor. Trotz aller Fortschritte sind je­doch noch viele Schwierigkeiten zu überwinden, so das Problem der automatischen drahtlosen Tele-

Vom großen Erfolg haben wir schon gesprochen. Das Wiedersehen mit dem Schwarzwaldmädel gestal­tete sich zu einer Sympathiekundgebung, an die sich Fräulein B e I i n g sicher noch oft und gern erinnern wird

Das französische GroßflugzeugSmaragd", bas von einem Fluge nach Jndochina zurückkehrte, stürzte in der Nähe von Corbigny (Ostfrankreich) brennend ab. Unter den zehn Todesopfern befanden sich mehrere hohe Beamte, darunter der Generalgouverneur von Jndochinu, Pasquier.

rund um die Arena bauen ließ um die Zuschauer « gische Anatomie an der Medizinischen Fakultät der vor den wilden Tieren in den Kämpfen der Gladia-lUniversität Würzburg.

phonie, die Vereinheitlichung aller Telephonsysteme in der Welt auf eine Betriebsart und dergleichen mehr. Mit Stolz dürfen wir feststellen, daß Deutschland auch in der neuesten technischen Entwicklung bahnbrechend geblieben ist und die Führung in der Hand behält.

Dann kam der Film, und sie erschien als Schwarz­wälder Bärbele von Sankt Christoph in der gleichen Rolle, in der sie sich zu Beginn der Winterspiel­zeit auf der Bühne des Stadttheaters von uns ver­abschiedet hatte Da die Operette mit der Besetzung des Bärbele steht und fällt, und der Film, übrigens eine Produktion des NDLS., zwarfrei nach der Operette" von Neidhart geschrieben wurde, aber die unverwüstliche Musik vollkommen übernommen hat, so darf gesagt werden, daß Maria B e l i n g und die rnelodienreiche Partitur von Fessel an dem starken Erfolg der ersten und aller späteren Aufführungen hervorragenden Anteil haben Die naturkindhafle Heiterkeit und Herzlichkeit in der Auffassung der Bühnenrolle scheinen uns in dem Bärbele des Films durch einen schlichten und ver­

Zwei allrömische Zirkusie ausczegrabeu.

Senator Corrado Ricci, der sich um die Aus­grabungen und Erneuerungen klassischer Baudenk­mäler in Rom schon große Verdienste erworben hat, wendet seine Aufmerksamkeit jetzt dem tiefgelegenen Gebiet zu, das ungefähr vom Palatin, den Bädern von Caracalla, dem Aventin und dem Tiber be­grenzt wirb. Diese Gegend ist als Platz, auf dem Menschen gelebt haben, älter als die Via del Impero. Romulus und Remus sollen nach der alten Ueberlieferung hier gelebt haben In der Nähe ent­sprang die schöne Quelle, an die Castor und Pollux ihre Pferde zur Tränke führte. Die Geschichte hat bewiesen, baß der Ort des Circus Maximus den Hintergrund für den Raub der Sabinerinnen bil­dete. Jahrhunderte vor Julius Cäsar. Dann gab ein ehrgeiziger Staatsbeamter dort Spiele für die Be­völkerung Jahrhundertelang ist diese Gegend ver­nachlässigt worden: Spiele sind in diesem Zirkus nicht 'länger als bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts nach Christus veranstaltet worden. Später entstan­den dann auf diesem Platz die Elendsquartiere, von denen ein Teil heute noch steht. Bis jetzt ist nur die östliche Ecke ausgegraben worden. Sobald der Standort des Zirkus genau festliegt, wird man auch andere Baulichkeiten der Antike ans Licht bringen. Senator Ricci hofft mit den gesamten Arbeiten bis zum April dieses Jahres, nämlich bis zumGe­burtstage Roms", fertig zu werden. Die interessan­teste Ausgrabung wird die des Zirkus fein, der etwa eine Fläche von 600 X140 Meter einnimmt und noch Reste des alten Kanals aufweist, den Julius Cäsar

Ein großartiger Versuch, der die technische Mög­lichkeit einer Weltfernsprechverbindung zeigt, wurde vor einiger Zeit durch die Firma Siemens 6r Halske durchgeführt. Von Berlin aus wurde ein Teilneh­mer aus dem Stadtnetz von Helsingfors heraus- gewählt. Der Versuch ist glänzend gelungen Es war eine Entfernung von 1600 Kilometer zu über­brücken, und zwar mußten sich die Wählerimpulse einen Weg über Land- und Seekabel, über Frei­leitungen, über fünfzehn Elektronenverstärkerstatio­nen und sonstige Hilfseinrichtungen bahnen. Nach­dem dies gelungen war, wurde eine telephonische Funkkonferenz zwischen den finnischen Gesandten in Paris, London und Berlin mit dem Präsidenten Svinhufvud hergestellt. Diese praktischen Bei­spiele zeigen, welche großen Aussichten das Welt­fernsprechen hat.

Der Außenstehende wird staunen über diese bis zur Reinkultur getriebene Automatik, die sich in der Fernsprechtechnik entwickelt hat. Gerade in einer Zeit werden solche Wunderwerke von Men­schenhand vollendet, wo man sich bereits mit Schrecken von der automatischen Maschine wieder wegwendet. Aber da ist ein Unterschied zu beach­ten. Wir verdammen den Automaten, der den Menschen brotlos macht, der eineArbeit vom Band" liefert, die jedes persönliche Gepräge ver­loren hat und nichts als ein Massengut ist. Der

haltenen Gefühlston vertieft und verinnerlicht, wäh­rend die Leichtigkeit und temperamentvolle Frische im gesanglichen Teil der Partie, zumal sich die Stimme der B e l i n g für die Tonwiedergabe vor­züglich eignet, so unmittelbar zur Geltung kommt ' auf der Bühne

WiedersehenmttManaBelmg

..Schwarzwaldmädel" im Lichtspielhaus.

So ausverkauft wie gestern abend haben wir das Lichtspielhaus lange nicht gesehen. Der Anlaß zu s ichern Massenbesuch war besonderer Art: Liefet Geling, beliebtes Mitglied des Stadttheaters, bie sich vor ein paar Monaten von uns verabschie- H hatte, war nach Gießen zurückgekehrt, wenn euch nicht für immer, so doch für einige Tage: als die Filmschauspielerin Maria geling um der

Zeitschriften.

Das Januar-Heft vonVolk und R a f f e* (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW, monat­lich 70 Pfennig) bringt u. a. einen Nachruf zum Tode des bekannten Erblichkeitsforschers und Züch­ters Erwin Baur. Er bewies die Idee der Selbst­bereinigung der Rasse durch Entziehen fremdras­siger Einflüsse mit Hilfe von biologischen Experi­menten im Sinne des Mendelismus. Er ersparte der deutschen Landwirtschaft große Summen durch viele praktische Züchtungen, so z. B. eines Weizens, der auch auf minderwertigem Boden anzubauen ist, oder des einhufigen Schweins ohne Spalthuf, das nicht mehr der Klauenseuche ausgesetzt ist. Auf die Bedeutung der nordischen Rasse für die deutsche Kultur weist Alfred Pudelko hin am schlesischen Beispiel. Ein Staat kann große Summen frei­machen, wenn er verhindert, daß seine erbkranken Mitglieder Vorteile und Stellungen erlangen, deren Aufwand sie nicht durch volle Leistung decken können. Es ist notwendig, daß Erbgesundheitsämter alle erb­kranken Menschen registrieren, damit sie vom Staat nicht mehr über das nötige Maß gefördert werden. Den Aufbau und die Bedeutung eines solchen Amtes schildert Stadtarzt Dr. Gerum, Frankfurt. In einem AufsatzDer Begriff der Erblichkeit" widerlegt Dr. Jankowsky die Anschauung, daß der Mensch durch Erziehung, Umweltwirkung und an­derweitige Beeinflussung die Erbanlagen verändern könne.

toren zu beschützen. Der Zirkus von Maxentius. in einiger Entfernung von der Via Appia, wird für die Wiederherstellung als Vorbild dienen; er ist bes­ser erhalten und zeigt in gutem Zustand die ver­schiedenen Teile eines derartigen Zirkus. Er liegt ebenfalls gesondert und wird als Sportplatz für Knaben Verwendung finden. Im Gegensatz vom Circus Maximus war er jahrhundertelang in Ver­gessenheit geraten und wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder entdeckt, als man in einem Grasfeld, das an dieser Stelle aufgewachsen war, eine Erinnerungstafel fand. Der Kaiser Maxentius baute diesen Zirkus zu Ehren seines jungen Sohnes Romulus. Es wurden dort vor allem Wagen-Ren- nen abgehalten.

Oer Gegenangriff.

Ein Heer vonSoldaten" ist aufmarschiert, um den Kampf gegen die Not der Armen im kalten Winter aufzunehmen. Eine Armee von Soldaten, die nicht im geringsten kriegerisch ausgerüstet sind; sondern unter den grauenGeneralsmänteln" mit den roten Kragen und den forschen grauen, rotban- digen Soldatenmützen stecken wahre G l ü ck s m ä n- n e r, deren Waffen einzig und allein braune, vielverheißende Losbriefe sind, die sie auf allen Straßen und Plätzen zum Verkauf an- bieten.

Sie halten treue Wacht, daß jeder Deutsche fein Scherflein zum Winterhilfswerk mit dem Kauf eines 50-Pfennig-Loses beitrage und damit den Gegenangriff im winterlichen Ringen gegen Hunger und Kälte für die Armen sieghaft behaupte.

50 Pfennige für die Nächstenliebe! Ein Losbrief, der sofortigen Gewinnentscheid ent­hält!

5000 Mk. können gewonnen und sofort ausbe­zahlt werden! Und jedes Los besitzt noch einen Prä­mienschein, der am 1. März zur Verlosung gelangt und dessen Gewinn wiederum 5000 Mk. beträgt.

Wenn nun jemand sich ganz besonders glücklich an diesemGegenangriff" beteiligt, so fällt ihm nicht nur der Hauptgewinn, sondern auch die Prämie zu, das sind 10 0 0 0 Mark!

30 Serien dieser braunen Lose mit je einem Haupttreffer und einer Prämie halten dieSolda­ten" der Winterhilfe zum Kauf bereit; also dreißig- mal belohnt derGegenangriff" seine Mitkämpfer mit der Hoffnung auf den Höchstgewinn von 10 000 Mark!

do*ftbutnod)ricbten

Der ao. Professor Dr. K l i n g e r von der Universt- tät Leipzig erhielt einen Ruf auf das erledigte Ordinariat für allgemeine Pathologie und patholv'

em Lied zu fingen und viele Autogramme zu schrei­en. Und wir alauben, sie wird sich über die stürmisch zum Ausdruck gebrachte Anhänglichkeit ünres Gießener Publikums gefreut haben, als sie ai.f dem blumengeschmückten Ehrenplatz der Loge jctz, vom Applaus des vollen Hauses fröhlich um-

Das Wunder der schnurrenden Scheibe. Künftige Umwälzungen im Fernsprechverkehr.

Don Dipl.-Ing. $. W. Winckel.

gesanglich und vor allem darstellerisch den richtigen Partner an die Seite gestellt: er findet sich auch in dieser sehr andersartigen Umgebung mit guter Haltung sympathisch zurecht Walter Janssen, einst jugendlicher Held am Frankfurter Schauspiel­haus, gibt mit Herz und Gemüt einen prächtigen Domkapellmeister. Eugen Rex hat die Rolle des unternehmungslustigen Berliners, die auf der Bühne fast immer eine etwas peinliche Karikatur ergibt, angenehm gedämpft, ohne auf einen herz­haften Humor zu verzichten. Aus dem Ensemble sind Lotte L o r r i n g (Malwine) und Olga Lim­burg (Traudel) zu nennen

kaum gegeben i

ten ein Telephonfräulein die ganze Nacht im Amt

örstaufführung ihres ersten Tonfilms, der ein großer Erfolg geworden ist, persönlich beizuwohnen, iliren einheimischen Verehrern guten Tag zu sagen,

s e r n s p r e ch n e tz einzuleiten. Das Netz der Tele­fondrähte wird vollkommen neu organisiert. Das ganze Land, also z. B. Deutschland, wird in lauter Netzgruppen" eingeteilt. Jeder Bezirk ist etwa siebzig Kilometer weit gedehnt. Alle die vielen klei­nen Ortschaften werden nicht mehr ein eigenes Fernamt haben, sondern sie werden strahlenförmig unmittelbar an ein einziges Fernamt angeschlossen, über welche sie jeden anderen Ort innerhalb der Netzgruppe" erreichen können. Dieses Fernamt kann mit der Hand bedient werden oder automatisch sein. Man wird dahin gelangen, daß in Deutsch- lanö nur noch siebenhundert Fern­ämter vorhanden sein werden. Hierzu kommen noch Ueberweisungs- und Verteilerämter, die auf dem Wege vom Teilnehmer zum Fernamt liegen. Hierdurch werden die Ortsnetze ganz aus den gro­ßen durchgehenden Fernleitungen herausgenommen.

Der strahlenförmige Aufbau der Telephonnetze gibt eine große Ersparnis an Leitungen, weil nicht mehr jedes Amt mit jedem anderen im gleichen Be­zirk verbunden werden muß. Außerdem wird durch !diese Neuorganisation der Fernsprecher auch an ^kleinen Orten ständig betriebsbereit sein, während dort der Dienst bisher wegen mangelnder Rentabilität nur zu bestimmten Stun­den am Tage aufrechterhalten werden konnte. Das ist der unmittelbare Anlaß zur Errichtung der Netzgrup­pen. Als eine Musteranlage ist von Deutschland die Netzgruppe Lausanne gebaut worden, in deren Be- j reich man unmittelbar im Sofortverkehr mit allen Ortschaften sprechen kann. Auch im Rheinisch-West­fälischen Industriegebiet und in Teilen Bayerns wird ein solcher Sofortverkehr ausgebaut

Das Hauptfernamt einer Netzgruppe ist das E n d f e r n a m t" Eine Anzahl solcher Aemter ist zumEndfernamt" zusammengefaht, in deren Mitte sich dasVerteilerfernamt" befindet. Es hat einen Wirkungsbereich von 280 Kilometer Durch­messer. Die Verteilerämter in einem Umkreis von 1400 Kilometer sind zumDurchgangsfern- a m t" vereinigt, das mit den übrigen Aemtern die­ser Art zumDurchgangsnetz" mit einem Bereich von 7000 Kilometer zusammengefaßt ist. Schließlich bildet den letzten Stein dieser Pyramide das W e 11 f e r n a m t". Für den ganzen Erdball sind fünf Weltfernämter vorgesehen. Wenn man also einen Teilnehmer in der 5. Avenue in Neuyork sprechen will, dann wählt man die Ziffern des Weltfernamtes Amerika und gelangt von dort mit drei Ziffern über das Durchgangs-, Verteiler- zum Endfernamt und von hier mit weiteren fünf Ziffern in bekannter Weise zum Teilnehmer. Diese Ver­bindung kann in weniger als einer Minute durch­geschaltet werden?

Dieses System sieht sich auf dem Papier ganz schön an, aber w i e werden die Gespräche verrechnet, wird sich mancher fragen. Hierfür ist eine geradezu geniale Lösung gefunden worden. Wenn ein Teilnehmer, der irgendwo in die Welt sprechen will, zunächst sein zuständiges Fernamt erreicht hat, dann wählt er die Zone, in der er jemand sprechen will. Die Stromimpulse, die von dieser gewählten Ziffer herrühren, betätigen ein Zählwerk, denZonenzähler";3" ist z. B 1000 Kilometer entfernt,6" 2000 Kilometer usw An diesen Zähler ist ein Zeitzähler angeschlossen, der ein Uhrwerk solange laufen läßt, bis das Gespräch beendet ist. Danach tritt ein Kontrollzähler in Tä­tigkeit, der das Ergebnis der anderen beiden Zäh­ler auf das Konto des Teilnehmers überträgt. Die­ses organisierte, rechnende Hirn arbeitet auf die Sekunde genau und gibt eine Abrechnung auf Heller und Pfennig, wie es kein Mensch besser machen kann

in aber bekanntes Luftschiff eine oeoeuierwe moue. Hs dann die kleine Märchenprmzesstn vor dem Jirhang erschien, mußte sie erst, wie sich das bei einem Filmstern schickt, ein Interview über sich er­sehen lassen. Und dann sang sie den berühmten Walzer aus ihrer Operette und ihrem Film:Cr= Hingen zum Tanze die Geigen", und es war gleich toeber alles wie früher. Maria singt noch genau |o charmant unb temperamentvoll wie vor em pcar Monaten als Liefe!. Es gab reichen Beifall tri) einen schönen Blumenstrauß.

Das schönste technische Spielzeug unserer Tage ist bie Nummernscheibe bes Fernsprechers. Welch ein Vergnügen bereitet es, fünf Zisfern in irgenb- einer Zusammenstellung mit ber Lochscheibe zu brehen, nach jeher Nummer das Zurückschnurren zu hören unb enblich nach einem kurzen Tuten eine wohlbekannte Stimme vom fernen Ort zu verneh­men, mit ber man nach Herzenslust plaubern kann.

Ein jeber kann biefes Wunberwerk ber schnurrenben Scheibe in Gang setzen, bie knöchernen Finger bes roeltfremben Theoretikers, die taftenbe, ungelenke Hanb einer alten Frau, der .zarte Zeigefinger einer jungen Dame. Jedoch die wenigsten machen sich einen Begriff, was für eine .großartige Erfindung die Nummernscheibe darstellt, idie durch ihren Mechanismus Menschen aus nah Uinb fern nach Belieben heranzaubert. Die Erfin­dung dieses Instruments kommt der des Rundfunks imindeftens gleich. Da sie aber so allmählich und «unbemerkt kam, hat man ihre ungeheuren Wir- tungsmöglid)Eeiten gar nicht erkannt

Wer nichtsdenkend einige Ziffern an seinem Fern- ßprecher dreht, ahnt auch nicht, welchen Mechanis­mus er über die ganze Stadt hinweg in Bewegung sietzt. Aber ehe wir über den Telephondraht hinweg einen Blick in die Fernsprechämter tun, bewundern wir erst einmal die Nummernscheibe. Sie ist ein Kunstwerk, das einem Uhrmacher alle Ehre macht. Ein Federwerk läßt die Scheide ablaufen, und eine winzige Zentrifugalbremse regelt über eine Spipdel !»ie Anlaufgeschwindigkeit. Ein Kontaktrad gibt beim Wählen die Stromstöße. Sie eilen über eine freie Leitung, die sich ber Fernsprechapparat schon beim Unheben bes Hörers selbsttätig aussucht, zum Fernsprechamt, setzen bort einen faustgroßen Kon- oktwähler in Rotation, ber entsprechen!) ber Zahl ter Stromstöße ober ber gewählten Ziffer an einer d estimmten Stelle stehenbleibt. Dort geht eine Leitung weiter in ben gewünschten Bezirk zu einem □eiteren Vermittlungsamt. Die nächste gewählte Ziffer bringt auf biefem Amt einen Drehwähler in |3ang. So wirb eine weitere Leitung ausgesucht, sie noch näher an ben anberen Teilnehmer heran- Iüfjrt. Auf biefe Weise schaltet man sich mit Hilfe ler fünf Nummern einen Sprechweg. Zu ben tiefen Mechanismen, bie, in ber Stabt verteilt, auf 1cm Derbinbungsweg zum Teilnehmer klappern, lommt noch bas Zählwerk, bas bem rufenben Teilnehmer für bie Bereitstellung dieses großartig irganisierten Telephonnetzes einen Groschen ankreidet. t»er Selbstanschluß ist eine Erfindung, die auf ieutsche und amerikanische Patente zurückgeht. 1908 murde in Hildesheim das erste deutsche Selbstanschlußamt gebaut. Der wesentliche Ausbau zum automatischen Fernsprechnetz setzte erst loch bem Kriege ein. Bis zum heutigen Tage B'urben auf biefem Gebiete wesentliche Verbesserun­gen gefunben, bie in ben Neuanlagen jeweils be­rücksichtigt werben konnten.

Aber noch ehe bie Automatisierung beenbet ist, sehen wir vor einer neuen Revolution auf bem Gebiete ber Fernsprechtechnik. Man begnügt sich ri cht mehr damit, die Teilnehmer einer Stadt mit­einander automatisch zu verbinden, sondern sucht em solches Netz für ein ganzes Land, ja sogar für die ganze Welt zu schaffen! Das ist ein durch- cjs ernsthafter Gedanke, der technisch zu verwirk- Ichen und von Ingenieuren bereits genau durch- c-rechnet ist Der Tag ist nicht mehr allzu fern, an hm wir an unserer Nummernscheibe im eigenen heim die Tante in Siam, den Kollegen in Sidney nb ben Geschäftsfreunb in Tokio wählen können, lyne baß ein Mensch um diese Verbindung sich wch weiter zu kümmern brauchte Man ist bereits m der Arbeit, die ersten Schritte für ein Welt-

_____ Besonderen zum Allgemeinen überzu­gehen: wir finden, daß der Operette die Verfil­mung außerordentlich gut bekommen ist Die Her­steller Drehbuch Franz R a u ch , Musikalische Leitung: Fritz Wenn eis: Regie: Georg Z o ch haben erkannt, worauf es ankam und in der Wahl ihrer Mittel eine glückliche Hand bewiesen. Die Partitur ist allenfalls etwas vereinfacht, im übrigen aber klugerweise unangetastet geblieben, und die musikalischen Hauptstücke bewähren ihre An-

Dem Hauptfilm dieses festlichen Abends ging lein sorgfältig zusammengestelltes Beiprogramm d: raus. Man sah zunächst einen kleinen, aber span- n. nben Werkspionagefilm, danach die neue Wochen­schau, bann ben Vorspann zum Ufa-Film .Des jungen Dessauers große Liebe" unb bann noch einen Vorspann, ber sicher für viele Besucher eine Überraschung barstellte: einen Vorspann nämlich ,}i bem FilmStimme der Liebe" mit Maria |

ziehungskraft wie je zuvor

Was bas Buch angeht, so können die für die Filmfassung vorgenommenen Eingriffe nur begrüßt werden. Man hat gewisse Deutlichkeiten und lieber» treibungen wohltuend gemildert ober abgebogen, man hat ferner vor allem ben Heimatgedanken unb ben Volksstückcharakter ber Operette nachbrücklich betont. Hier bekam ber Film bie große Chance, bie Hanblung aus ber staubigen Kulisse in eine echte unb malerische Schwarzwalblandschast zu ver­legen Mit einem gefunben unb heiteren Realismus werben Lanb unb Leute an ben Beschauer heran­gebracht unb es kommt der Spielhandlung sehr zugute,'wenn in der Prozession, im Festzug, im Wirtshaus und auf dem Tanzboden eine Menge richtiger Schwarzwälder in alten Trachten nicht nur auftreten, sondern alsbald auch gewichtig mitspielen.

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Reling und Marcel Wittrisch Dann erschien 3-äulein Beling persönlich auf der Bühne, ein- aijsührt von ihrem früheren Kollegen unb Regisseur hiiul Mrebe vom Stabttheater, ber an Stelle bw sonst üblichen passenden Worte ein modernes Vürchen erzählte Das war überschriebenWie die 9»(inq zum Film gekommen ist" und begab sich in Hessischen, im klassischen Märchenlande, genau genommen in Darmstadt Außer der Titelheldin eien darin ein gewisser Harry Piel und ein aber bekanntes Luftschiff eine bebeutenbe Rolle.

Für bie geschickt inszenierte Herzensgeschichte bes «Bärbele hat man ber Beling in Hans Sohn- her, ber sich vor kurzem als Zarewitsch einsührte,