Einzelbild herunterladen

U"9 Ä ' °"d J't 'KV ÄS ?4? wird. ft, ?uUn hn jd N

VeiP5>g. _,/ M 4 1"Nivj,v bi, » W"s>; LZL 'Ltz SP i"g?6: n Trieben v. r r.en eme :,U|?9 Dom °,Srt uns 5 Atzten 6pi6, *K* n unbekümni!? 11 Sern gtbtiiji'

blieb aus oCta! benllich bröfc MsMimJ. gebend motff. iberg je j weiter erholp auf 28X56'

die variad!- er etwas lei?

mg. Am ; ei fast um leihen lagen - teilweise ergibt aatsrem uni i

tyntHprelit ftranl ch mürbe auch he l,7öv.h.UMM

dez. Drbeiv je: ßorauth len, 446k e, 4449 vr 15 39 M'- fen fKalbiM ' el 30 bis 35, □erlauf: M" mittelmäßig er

»gram igember.

>: Gymasti! I düngen. 6.55: > rt. 8.15 to » 15: SchulM üche und -°L

MittagskE ): NachM»! !onzertll.^ -richt, tb.1v ittag. 3"^ : 3t°l>enL rach- ly-, lieget AI- * -ternfmgen ' i aus bem ;

UNd E 22: stlachl^

Sonniagmorgen, UH und das Märchen.

Don Johann Sebastian Dang.

Sonntagmorgen.

iim Elternschlafzimmer tickt leise der Wecker. Ime Fliege macht ihre morgendlichen Rundgänge u dem Glas und läuft sich die Kälte aus den keimen: es sieht aus, als wolle sie feststellen, ob urnicht bald an der Zeit sei zu frühstücken. In ski Betten aber rührt sich nichts. Die Fliege pro- fort ihre Kküges und begibt sich auf den (Erfurt- lu^gsflug. Sie fliegt durch die offenstehende Tür lioas Zimmer, wo die drei Buben schlafen. Aber btt ist es dunkel, wie wenn es keinen Morgen ilue. Da wendet sie im Flug, kreuzt eine Weile ir den großen Betten und landet schließlich auf bri gewölbten Felsen, der da aus dem Kissen ne- Der Felsen zieht sich kraus und pustet, eine jtf b kommt unter der Decke hervor, und erschreckt nwt sich die Fliege auf das Betthaupt. Zu ihren jireien aber wirft sich ein Mann auf die Seite, daß Aej Federn knirschen und die Lade knackt. Na Eich! denkt die Fliege.

Uli.

fca endlich! denkt auch Uli, der Jüngste da Hin­di in dem dunkeln Zimmer. Er wartet schon eine L. le mit offenen Augen auf die erste Regung im ll^rnschlafzimmer. Jetzt wirft er einen prüfenden kl!tk auf die Brüder: sie schlafen. Der Uli freut st denn nun wird ihm niemand den Platz neben !c er streitig machen. Leise klettert er aus dem le:it. Und überhaupt: wenn die Brüder dabei sind, st er immer still sein und nicht fragen dürfen. Hbleibt einen Augenblick in der Tür stehen. Der lener liegt wieder so ruhig, und die Augen hat t Mud) geschlossen. Ob man es trotzdem wagen K ? Hu, kalt ist es hier. Auf den Fußspitzen nähert ksisich Vaters Bett. Nun steht er auf dem wei­tem Vorleger.Dati" sagt er leise und fragend. Der liner blinzelt müde und verschlafen.Was ist bnn los?" Uli kommt mit dem Mund ganz nahe e Vaters Ohr.Zu dir, Vati", flüstert er. je-: Vater besinnt sich und besinnt sich: er ist ue noch gar nicht von dieser Welt. Uli weiß üj, ob er jetzt gleich weinen oder lachen wird, folg da kommt die große Vaterhand unter der Äii« hervor und zieht ihn herein. ,Komm schnell, h Knirps!"

lürib ob das schnell geht! Zwei winzige kalte lachen schieb en sich zwischen Later» Beine. Ditz

Fliege oben auf dem Betthaupt putzt sich die Flü­gel und streicht sich den Kopf. Der Uli liegt in des Vaters Arm und guckt nach der Decke. Die Großen find morgens immer viel müder als die Kleinen, denkt er vielleicht. Vorsichtig dreht er den Kopf. Der Vater blinzelt ihn an.Vati ..." Was denn?"Erzähl mir doch ein Märchen." Der Vater streckt sich und gähnt.Ich weiß keines." Da rutscht der Uli ein Stück herauf und sieht dem Vater in die Augen.Doch, Vati", sagt er,du weiht eines. Du hast ja ganz viele Mär­chen in den Augen."

Horch, aus dem andern Bett, wo man nur so ein dunkles Wuschelhaar sieht, da gluckerts leise. Der Uli hebt das Köpfchen ein wenig.Die Mutti", sagt er und dreht dem Vater den Kopf nach der Seite.Ach, wahrhaftig, da liegt ja die Mutti", sagt der Vater und greift nach dem Wuschelhaar. Es brummt von drüben her, und das Haar ver­schwindet unter der Decke.Schlaf Mutti, schlaf", singt der Vater. Im Kinderzimmer knarrt ein Bett. Der Uli verkriecht sich fast in den Vater.Die Bu­ben", sagt er leise und hält den Atem an. Aber es wird wieder still, und der Uli taucht aus seinem Versteck auf und lächelt.Dati ..."Was denn?"Ei, das Märchen!"

Das Märchen.

Der Vater räuspert sich. Uli kuschelt sich fest an ihn und wartet. Er wartet mit Mund und Augen. Die Fliege spaziert ein wenig auf dem Betthaupt hin und her.

Es war einmal ein Müller, der hatte eine wun­derschöne Tochter ..."

Da legt der Uli dem Vater die Hand auf den Mund:Einen Esel, Vati. Der Müller hatte doch einen Esel."

Jaja, das war ein anderer Müller. Dieser da, der hatte aber eine wunderschöne Tochter."

Aber auch einen Esel, Vati."

Ja, ich glaube, er hatte auch einen Esel. Aber weiht du, der steht jetzt im Stall, den kann man gar nicht sehen, und der Müller sitzt mit seiner Tochter auf der Bank vor dem Haus. Da kommt plötzlich der König dahergeritten. Er hält an und steigt vom Pferd und ..."

Vati ..."Was denn?"Ich hab auch ein Pferd."So?"Ja, das hat aber ein Bein ab."Ach, das arme Pferd."Aber Dati! Das tut ihm ja gar nicht weh. Es ist ja gar nicht lebendig."

Ach so. Na also, nun paß mal auf. Er steigt also ab und ..."Der König, Vati?"Ja, der Lmüg, und jagt zum Müller, fciaa Tochter

wäre ja ein ganz wunderschönes Mädchen. Oh, sagte da der Müller, sie kann auch Stroh zu Gold spinnen."

Der Uli hält dem Vater wieder die Hand auf den Mund:Vati!"Was denn?"Im Hof fjab ich auch eine ganz dicke Spinne gesehen. Aber der Klaus hat sie mit dem Fuß verquaatscht."

Das war aber nicht lieb vom Klaus."

Ich bin aber lieb, Vati."

So, bist du lieb?"

Da rutscht der Uli ganz schnell am Vater hin­auf und gibt ihm einen Kuß:Du bist aber auch lieb, Vati."

So? Na, wenn du's sagst. Nun paß aber mal auf. Der Müller sagte also zum König: meine Tochter kann Stroh zu Gold spinnen. Da klatschte der König in die Hände und rief: Ach, das ist ja herrlich, Herr Müller, so ein Mädchen habe ich ge­rade gesucht! Ich nehme sie sofort mit mir ..."

Die Tochter, Vati?"

Ja, die Tochter ... Und wenn sie wirklich Stroh zu Gold spinnen kann, dann nehme ich sie zu Frau und mache sie zu einer Königin ..."

Kriegt sie da auch eine Krone, Vati?"

Oh, eine große, aus lauter Gold und Edel­steinen."

Der Hans hat gestern mit einem Stein gewor­fen, Vati."

So? Nein, das darf er aber nicht mehr tun. Ja, und da ... da nahm der König vor Freude eine Feder vom Hut, warf sie in die Lust und ließ sie fliegen ..."

Aber Vati ..."Was denn?"Die kann ja gar nicht fliegen."So? Warum denn nicht?" Ei, da ist ja niemand dran."

Horch, da knistert es wieder im Bett nebenan und gluckert.Du Goldbub!" sagt die Mutter. Und jetzt blinzelt sie ins Helle und lacht. Aber der Uli hebt den Kopf.Sei doch ruhig, Mutti!" Doch die Mutter kann nicht gleich wieder aufhören. Sie stützt sich auf den Ellbogen.Ich will doch auch zuhören", sagte sie. Da legt sich der Uli über Vaters Gesicht und streicht der Mutter über die Backe.Du darfst auch, Mutti."

Doch vielleicht hat die Mutter zu laut gelacht, oder die Brüder dort drinnen haben im Schlaf gespürt, daß da etwas ohne sie geschieht, kurz und gut: plötzlich hört man nackte Füße trippeln, ein freudiges Entdeckergeheul bricht durch die sonn- tagene Morgenstille, und das Elternschlafzimmer wird von zwei schreienden Nachthemdindianern ge­stürmt. Entsetzt flüchtet die Fliege auf den Schrank.

Der Lag ist erwacht. Das Märchen ist aus.

Montag, 17. Dezember 1954

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

rr.294 Drittes Blatt

Fahri ins Gpihenlan-.

Wie die Ianuarplakette des Winterhilfswerks entsteht.

Von Dr. £. Kühle.

Don der Reichswerbestelle haben wir er­fahren, daß vor wenigen Tagen wieder ein Millionenauftrag auf Herstellung von Spitzenplaketten für das Win­terhilfswerk nach Plauen abgegangen ist. Jetzt müßte die Arbeit sckon in vollem Gange sein, wir beschließen also, die Januar­plakette des Winterhilfswerks bei ihrer Her­stellung kennenzulernen. Mit Wetterpech be­ginnt die Fahrt. Dichter Novembernebel hüllt die Straßen ein. Sieben große Ferntrans­porter zählen wir zwischen Berlin und Plauen, die beim Ueberholen, beim Aus­weichen, beim Bremsen in den Straßen­graben gerutscht sind. Von den Schönheiten des Vogtlandes sehen wir wenig. Plauen, die Spitzenmetropole, ist eine Stadt, deren Name in Japan ebenso' bekannt ist wie in Kanada, und deren Erzeugnisse vor dem Kriege in allen Ländern der Erde ihren Markt hatten. Für 100 Millionen Mark pro Jahr sind früher vogtländische Spitzen expor­tiert worden. Der Weltkrieg hat die feinen Fäden des Handels zerstört, andere Länder haben Spitzenmärkte erobert, Modenwechsel mt ein übriges und heute ist die Stadt mit ihren 115 000 Einwohnern und ihrem Hin­terland, das fast ausschließlich von der Spitzen­industrie lebt, noch immer ein Gebiet großer Arbeitslosigkeit.

Zweifache Winterhilfe.

1 'Blauen ist eine verzwickt gebaute Stadt. Mit r; ger Mühe finden wir uns zur Handelskammer i>.-ch, die die Aufträge für die Plakettenherstellung v die einzelnen Firmen verteilt und von der aus d Durchführung überwacht wird. Ich bin zuerst ctiaunt zu erfahren, daß der Fabrikant den Auf- ti:g bekommt und nicht die vielen arbeitslosen ^imarbeiter direkt. Das hat aber seine einleuchten- d Gründe. Der Fabrikant beschäftigt nicht nur frsie Fabrik, sondern er vergibt die Arbeit in der i iptfadje an die sogenannten Lvhnsticker und <i die eigentlichen Heimarbeiter, die oft krmeterweit in den entlegenen Dörfchen des Vogt- Ittfoes sitzen. Weiterhin kauft er das Material, i) ,en Beschaffung für den Heimarbeiter gar nicht rchwingbar wäre. Nicht zuletzt aber ist die Her­st, ting der Plakette eine technisch so komplizierte Aqelegenheit, daß sie ohne einen fabrikatorischen 21 iarat nicht durchführbar wäre. So werden Mitels der Spitzenplakette die stillstehenden M a - leinen wieder in Gang gesetzt. Zehn- xta:|enbe von Arbeitern erhalten Lohn und Be- jt'itigung, die sonst von der Winterhilfe unterstützt mjben müßten, und mit dem Erlös aus dem Ver­la f ihrer Erzeugnisse werden weitere Zehntausende iOeicf) unterstützt.

250 Plaketten auf einen Stich.

iim nun die Plakette in d e r E n t st e h u n g zu a?iien, führt man uns zunächst zum Z e i ch n e r, Sr die sogenannten Schablonen herstellt und dann |irn Lohnsticker. Dieser ist eigentlich selbst schon liil kleiner Fabrikant, er verfügt über eine bis drei ik-me Stickmaschinen und bekommt seine Aufträge sein Fabrikanten, der ihm Material und Muster tert. Mit Frau und Kindern, und bei größeren Lr,n,ftickereien auch mit Arbeitern, besorgt er die li-ntliche Stickerei. Die erste Stickmaschine wurde Eugens schon vor hundert Jahren in Plauen auf- geeilt. An der Maschine steht der Sticker, der.mit (i-'m Tastarm eine überlebensgroße Schablone der !R-;ette Punkt für Punkt abtastet, und wie er dort -feiet, so machen 250 Nadeln in zwei langen Reihen or dem breitgespannten Stoff den gleichen Stich: 2110 Rosetten entstehen auf einmal. ftr so ist es überhaupt möglich, die Millionen

Exemplare für das Winterhilfswerk herzu- stellen. Handarbeit würde bei gleicher Menge Jahre dauern und wäre unerschwinglich teuer, wollte man nicht die Arbeiter zu Hungerlöhnen beschäftigen. Es fällt mir an der Stickmaschine auf, daß die Rosetten auf eine Unterlage, einen hauchdünnen Seidenstoff gestickt werden, den man am fertigen Stück nachher nicht mehr findet. Auf meine Frage erfahre ich interessante technische Einzelheiten aus der Spitzen- industrie.

Was wissen Sie von der Epihenindustrie?

Es gibt Tüllspitze und Aetzspitze. Die erstere wird auf einen bleibenden Untergrund gestickt, die zweite auf einen hauchdünnen Seidenstoff, der in der Bleiche" mittels chemischer Methoden weggeätzt wird, so daß nur der Baumwollfaden übrigbleibt, aus dem sie besteht. Auch unsere Spitzenplakette muß diesen Weg durch die Bleiche machen. Von dort kommen die'sogenannten Koupons je 25 000 Plaketten in einem Stück wieder zum Fabrikan­ten, der den Herstellungsauftrag erhielt, und dieser vergibt sie nun zur weiteren Bearbeitung an die Heimarbeiter, dieZäckler", die die einzelnen Stücke aus den Koupons herausschneiden, zurecht­zupfen, Fehler ausbessern und schließlich die A n - stecknadel befestigen, deren Herstellung wieder eine ganze Industrie beschäftigt. Die Heimarbeiter

Blumengeschenke.

Bald ist Weihnachten! Einem Stoßseufzer gleicht schon ihre Frage:Was soll ich nur schenken?" Ich will Ihnen helfen:Wissen Sie, was jung und alt im Kreise der Geschenke gleicherweise erfreut, was im einfachsten Haushalt ebenso willkommen ist, wie im vornehmsten? Schenken Sie zusammen mit ihren übrigen Gaben auch Blumen! Sagen Sie nicht, die Zeiten seien so ernst und die Blumen zu teuer. Gewiß gibt es kostbare Blumen, aber sind nicht die bescheidensten, die jedem erreichbar sind, oft die lieblichsten? Eine Primel, eine Begonie, ein Alpenveilchen können Sie schon für wenig Geld kaufen, und Sie werden sich durch Monate daran freuen. Damit wird auch Ihr anderer Einwand hin­fällig, daß Blumen zu vergänglich feien. Wie lange haben wir sie im Fenster!

Wenn Sie gar eine Blattpflanze, einen Gummi- baum, eine Edeltanne, eine Palme wählen, haben Sie einen lieben Lebensgenossen oft für Jahre. Denken Sie weiter an die ersten Frühlingskinder, die man jetzt in manchen Blumengeschäften sieht: Duftende Maiblumen und die ersten großglockigen weißen Hyazinthen, weiße, rote und gelbe Tulpen. Ihre noch zarte Schönheit verträgt sich gut mit einer der feingetönten Keramikschalen, die wir in so rei­cher Auswahl haben. Das ist ja der Vorteil von allen Zwiebelgewächsen, daß wir sie ohne Schaden für sie in irgendein Gefäß, das uns gefällt, pflanzen können. Oder wir wählen eine feinfarbige Glas­schale, die sich gut als Weihnachtsgeschenk eignet. Wie fänden Sie eine zierliche Jan-Beck-Vase mit ein paar Maiblumen und duftendem Flieder, ober eines der sparsam geschliffenen Gläser mit Poinsettien, den prächtigen roten Weihnachtssternen?

Wer etwas ganz Besonderes sucht, wird Orchi­deen in einer der eigens für sie geschaffenen bi­zarren Vasen wählen. Die Gärtner haben jetzt auch die ersten zeitigen Flieder im Tops: denken Sie nicht, daß ein solches blühendes Gewächs zu schen­ken Luxus sei, weil die Freude von kurzer Dauer wäre. Jedem Gartenbesitzer werden Sie damit einen

erhalten also buchstäblich erst durch die Maschine Arbeit, deren Werk sie vollenden müssen und ohne die sie keine Beschäftigung hätten. Ich konnte bei dieser Gelegenheit feststellen, daß die Wäschespitzen und die sonstigen welkbekanten Spitzenerzeugnisse des Vogtlandes in genau der gleichen Weise her­gestellt werden, wie die Spitzenplakette, die sich mit ihnen auch an Qualität durchaus messen kann.

3m Spitzendorf.

Wjr wollen nun die Heimarbeit an der Plakette kennen lernen und fahren abseits von der großen Straße in eines der kleinen Dörfer, die fast nur von der Heimindustrie leben. Wir finden ärmliche Häuser, aber eine überraschende Sauber­keit, die zweifellos mit der sorgfältigen Arbeit zu­sammenhängt, die hier geleistet werden muß. Wir fragen nach einer Heimarbeiterin, die an der Spitzenplakette arbeitet. Unangemeldet treten wir ein und treffen sie gerade beim Zäckeln. Ihr Töchter­chen hilft beim Anbringen der Nadeln und verpackt gleichzeitig die fertigen Stücke abgezählt in die mit- gelieferten Tüten.

Nach jahrelanger Arbeitslosigkeit endlich wieder Lohn und Brot, das nicht vom Wohlfahrtsamt kommt", so erzählt der Mann.Früher gab die Spitzenarbeit zusammen mit dem Ertrag des kleinen Aeckerchens ein erträgliches Auskommen. Die Jahre der Krise aber waren hart."

Nun bringt die Arbeit für das Winterhilfswerk die schönste Winterhilfe. Ich sehe indes den flinken Händen der Zäcklerin zu, bewundere die edle Form der Plakettenspitzen und denke still für mich:Wenn ich eine Frau wäre, wüßte ich schon, was ich am 1. Januar machte, ich würde Plaketten hamstern!"

lang gehegten Wunsch erfüllen: Alle Treibgehölze, nach dem Verblühen in den Garten gepflanzt, wach­sen sich zu Riesenbüschen aus. Und prächtige blü­hende Azalien und Kamelien sehen wir in den Schaufenstern. Wir wissen, daß Sie in unserem Blumenfenster in jedem Jahr von neuem blühen. Denken Sie auch an das Epiphyllum, unseren Weihnachtskaktus. Er schmückt sich jetzt mit einer Fülle von roten und rosa Blüten und wird in je­dem Jahr festlich mit uns Weihnachten feiern, wenn wir ihn nur ein wenig pflegen."

Allen unseren praktischen Geschenken geben ein paar frische Blumen etwas Persönliches und Fest­liches, das sie für den Empfänger erst zu etwas Be­glückendem macht. Wieviel freundlicher, wieviel per­sönlicher wirkt eine Gabe, die ein paar frische Blumen begleiten. Blumen zu kaufen, ist es immer noch Zeit, Sie brauchen nur zu wählen in dem Blumengeschäft: Kein Weihnachtstisch ohne Blu­men! M. Sch.-T.

Der Christbaumschmuck im Wandel der Zeit.

Zu dem ältesten Christbaumschmuck darf man Aepsel und Oblaten zählen. Aber auch früh schon treten neben den Aepfeln und Oblaten als Schmuck des Weihnachtsbaumes Zischgold, Zucker und Pup­pen auf. Zugleich damit wird uns von vielfar­bigen, aus Papier geschnittenen Rosen berichtet. Vermutlich geht gerade diese Sitte auf das bekannte WeihnachtsliedEs ist ein Raf entsprungen" zu­rück. Erst später kamen dann vergoldete und ver­silberte Nüsse dazu. Jung Stilling erzählt aus sei­ner Kinderzeit, daß der Weihnachtsbaum mitver­goldeten Nüssen, Schäfchen, Obst und Puppen" ge­schmückt gewesen sei. Marzipan und Pfefferküchlein traten erst später hinzu: so soll Friedrich Schiller in seiner Jugend zu Ludwigsburg einen großen Weihnachtsbaum aufgeputzt haben, den er außer mit Lichten auch mit vergoldeten Nüssen, Pfef­ferküchlein und allerlei kleinem Zuckerwerk zierte. Ehe man die Wachslichte kannte, scheint da und dort eine andere Art der Beleuchtung des Bau­

mes im Schwünge gewesen zu sein. Jedenfalls wird aus der Pfalz eine Nachricht überliefert, die auch in anderer Hinsicht auschlußreich ist:Zu Großmutters Zeit waren die Lichtlein halbe Nußschalen, mit Oel gefüllt und einem Endchen Baumwolle darin, das Oel wurde nachgegossen. Die Nüsse wurden angefeuchtet und in Mehl ge­taucht, das gab diegezuckerten Nüsse".Große Tannenzapfen" erwähnt schon Theodor Storm als Baumschmuck. In Berlin hat man im Jahre 1755 sogarvergoldete Erdäpfel" an den Baum gehängt. Später tauchten Wachsengel auf, die gewöhnlich ebenso wie der Stern die Stelle des Apfels oder eines Hahns an der Spitze einnahmen. Jetzt konnte man in den Buden auf dem Weihnachtsmarkt die Figuren von Adam, Eva und der Schlange er­stehen, um sie an den Christbaum zu hängen. Schriftbänder mit dem Lobgesang der Engel be­druckt:Ehre sei Gott in der Hohe" traten hinzu. Noch vor fünfzig Jahren und mehr war an Stelle des damals erst aufkommenden Lamettas ein Ge­hänge von Papierrosetten üblich, das sich in Ketten um den Baum herumzog. Endlich aber kam aus Thüringen zu Ende des vorigen Jahrhunderts der Glasschmuck. Die thüringischen Glasbläser hatten sich damit einen ganz neuen Erwerbszweig er­schlossen, so daß schon im Jahresbericht der Sonne­berger Handels- und Gewerbekammer von 1888/89 festgestellt werden konnte:Der Artikel Glasspiel­waren ist so ziemlich verschwunden, und der Christ­baumschmuck an seine Stelle getreten". Nicht un­interessant ist dabei, daß der berühmte Chemiker Justus v. Liebig das Verfahren zur inneren Versilberung von Glaskörpern entdeckt und damit eigentlich diesen neuen Christbaumschmuck erst er­möglicht hat. st.

40 Jahre im Dienste der Volks­gemeinschaft.

Der Leiter des Fahndungs- und Streifendienstes der Reichsbahn im Bezirk Gießen, Reichsbahnober­sekretär Heinrich Schleifer, konnte auf sein 40jähriaes Dienstjubiläum im Dienste der Volks­gemeinschaft zurückblicken. Aus diesem Anlaß sind ihm freundlich gehaltene Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. und des Generaldirektors der Reichsbahn ^Dr. Dorp- müller (Berlin) zugegangen.

Herr Schleifer ist als Begründer derBraun­felser Heimattage" weit über die Grenzen des mitt­leren Lahntales hinaus bekannt geworden. Der 62jährige ist gebürtiger Braunfelser, diente beim 7. Badischen Infanterie-Regiment 142 in Mühl­hausen im Elsaß, ging nach zwölfjähriger Dienst­zeit mit dem Charakter eines Feldwebel-Leutnants vom Militär ab und trat in den Dienst der Reichs­bahn. Als der Krieg ausbrach, diente er dem Vaterlande auf dem verkehrswichtigen Bahnhof Diedenhofen, bis er 1919 von den Franzosen aus- geroiefen wurde. Er kam an den Bahnhof in Gießen und wurde 1924 mit der Führung und dem Aufbau der Streifwache des Bezirkes Gießen beauftragt. Als Leiter des Sicherheitsdienstes in diesem Bezirk, dem rund 400 Kilometer Bahnan­lagen unterstellt sind, hat er es in zehnjähriger Tätigkeit verstanden, sich die Achtung und Die Sympathie der Eisenbahner und des reisenden Publikums zu erwerben. Wer an die Jahre vor und nach der Inflation zurückdenkt, als die un­sauberen Elemente die Züge bevölkerten, der kann sich ein Bild von der schwierigen Arbeit machen, die dem Sicherheitsdienst aufgegeben war. In der gleichen Zeit war Schleifer auch an führender Stelle im Bahnschutz tätig. Für seinen Dienst als Tech­nischer Nothelfer und besonders für die Ausbil­dung dieser Leute wurde ihm 1930 dasNothelfer­abzeichen in Gold" verliehen.

Hatte Schleifer schon im Elsaß sowohl als Soldat, wie als Beamter mit der dortigen Bevölkerung stets in gutem Einvernehmen gestanden, so be­tätigte er sich nach seiner Ausweisung auch in feiner alten Heimat in demselben volksverbindenden, die Heimatliebe pflegenden Sinne. Er führte in seiner Heimatstadt Braunfels die alten Schulkame-

Aus der Provinzialhauptstadt.

Die schwierige Fxage.

König Oskar von Schweden beisucht einst eine Mädchenschule und wohnte dem Unterricht in ver­schiedenen Klassen bei. Er stellte auch selbst einige Fragen und wandte sich an eine Schülerin mit den Worten:Welches, mein Kind, sind die größten Könige von Schweden?" Darauf kam prompt die Antwort:,Gustav Adolf und Karl XII." Der exami­nierende König wollte dem antwortenden Mädchen gerade ein Lod erteilen, da fiel eine andere Schüle­rin, die man gar nicht gefragt hatte, ein und fügte hinzu:Oskar II." Der König lächelte leicht über die kleine Schmeichlerin und bat sie dann, ihm zu sagen, welches denn die großen Taten seiner Herrschaft gewesen wären. Das Mädchen überlegte lange hin und her, wurde immer verlegener und begann schließlich zu meinen.Ich weiß es nicht..." Weine nicht, mein Kind", sagte nun der gütige Monarch tröstend,ich weiß es nämlich auch nicht."

Hochschuinachrichten.

Der bekannte Assyriologe Geheimrat Professor Dr. I e n s e n an der Universität Marburg konnte dieser Tage sein goldenes Doktor­jubiläum feiern. Jensen, der von 1892 an bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand an der Philipps- unioerfität wirkte, ist ausgezeichnet durch eine un­gewöhnliche Begabung im Enträtseln unverständ­licher Wörter aus fremden Sprachen. Die Kennt­nisse des assyrisch-babylonischen Wortschatzes hat er dadurch ungemein bereichert und mit dazu beige­tragen, der deutschen Assyriologie zu ihrem Welt­ruf zu verhelfen. Sein Lebenswerk ist sein Buch über das Gilgamesch-Epos in der Weltliteratur, von dem bereits zwei Bände erschienen sind und der dritte Band sich in Vorbereitung befindet; hier handelt es sich um die Aufdeckung eines die Erde umspannenden großen Sagen- und Märchensystems.

Der Privatdozent Professor Dr. Fritz von Rin­te l e n hat einen Ruf an die Universität Bonn angenommen und wurde aus dem bayerischen Lan­de sdi en st entlassen.

Geh. Rat Professor Dr. Alfred Pringsheim, Ordinarius für Mathematik an der Universität München, ist auf sein Ansuchen ab 1. Januar 1935 in den dauernden Ruhestand versetzt worden.

Entpflichtet wurden die ordentlichen Professoren Otto S t ä h l i n (klassische Philologie) an der Uni­versität Erlangen und Eugen Rvsenstock- H ü s s y (Rechts- und Staatswissenschaften) an der Universität Breslau.