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Ittr. 294 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen)Montag, 17. Dezember (934
Oie Olympiaanwärter-Verpflichtung in Gießen.
Zu der feierlichen Verpflichtung zur Olympia- ivorbereitung in Gießen hatten sich zahlreiche Sportler und Freunde des Sports im Studentenheim :am Leihgefterner Weg eingefunden. Der große Saal des Studentenheims war prächtig geschmückt. !Auf dem breiten Podium prangte inmitten von irischem Grün das Bildnis des Führers. Die Flag- igen des Dritten Reiches und die Olympische Flagge iWeiß mit fünf bunten Ringen) boten den würdigen chintergrund
Zur Eröffnung der Feier marschierten die zu verpflichtenden Sportler und Sportlerinnen unter der Mhrung ihrer Trainer in den Saal und nahmen Aufstellung. Den Teilnehmern der Feier bot sich t?in schönes Bild, denn die Sportler waren durch
Harmonie bleibe aber nur erhalten, wenn jeder dazu beitrage, daß der ganze Bau gleichmäßig in allen seinen Teilen vorwärtsgetrieben werde. Eine echte Revolution zeichne sich immer dadurch aus, daß sie alle Gebiete des Lebens erfasse. Die nationalsozialistische Revolution entspreche diesem Wesen.
Nationalsozialistische Grundsätze begegneten sich in vieler Hinsicht auch in den Gedanken der olympischen Idee. Der olympische Gedanke diene dem nationalsozialistischen Staat. Um so mehr sei jeder zur Mitarbeit an der Olympiade verpflichtet. Jedermann, auch wenn er nicht aktiv Sport treibe, könne mithelfen. Die Arbeit am Sport im Dritten Reich sei keine Arbeit zweiter Ordnung. Es gebe immer nur die Höchstleistung durch einen jeden einzelnen.
auch nur annähernd ähnliche Vorbereitung gefunden, wie die des Jahre 1936. Der nationalsozialistische Staat hat sich mit allen seinen Gliederungen restlos in den Dienst der Olympiavorbereitungen gestellt. Es ist alles nur Erdenkliche getan, um die Oympischen Spiele zu einem Markstein auf dem Gebiet des internationalen friedlichen Völkerverkehrs zu gestalten. „Nun zu euch, meine Kameraden und meine Kameradinnen, die ihr euch in den ersten Anfängen unserer sportlichen Vorbereitung für 1936 aus der breiten Masse herausgeschält habt. Große Aufgaben verlangen große Vorbereitungen. Mit Freude und Genugtuung habe ich feststellen können, daß ihr mit eisernem Willen und größter Einsatzbereitschaft die bisher von mir aestellten Auf
gaben erfüllt habt. Für das kommende Jahr werden weit größere Anforderungen an euch gestellt, Anforderungen, die Hintansetzung aller persönlichen Wünsche verlangen, Kameradschaft, restlose Diszi» plin und Unterordnung unter die beauftragten Lehrer, Konzentrierung aller geistigen und körperlichen Kräfte. Euch diesen Pflichten zu unterwerfen, seid ihr bereit. Dafür seid ihr im ganzen Reich, von Garmisch-Partenkirchen bis Hamburg, von West bis Ost versammelt. Eure Verpflichtung, euer Gelöbnis gilt nicht mir, es gilt dem Vaterland und seinem Führer."
Im Namen der Aktiven sprach der Berliner Leichtathlet Voigt die Eidesformel und alle gelobten mit ihm die Erfüllung. Der Reichssportführer schloß die Verpflichtungsfeier mit der Aufforderung, nun an die Arbeit zu gehen mit dem Ziel, der Welt zu zeigen, daß Deutschland in der Zeit seines Aufbaues allerarößter Leistungen fähig ist.
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Die verpflichteten Gießener Olympia-Anwärter.
Dr. Möckelmann verpflichtet die jungen Sportler durch Handschlag.
weg im Sportdreß erschienen. Insgesamt waren es ül Personen, die sich bereit erklärten, die Verpflichtung zu unterschreiben und sich den harten Trai- 'üngsbestimmungen zu unterwerfen, die aus dem :?ager des deutschen Rudersports übernommen wur- t'n und von den Sportlern ein außerordentliches
Maß an Selbstdisziplin verlangen. Der Führer des Reichsbundes für Leibesübungen,Ortsgruppe Gießen,
Or. Möckelmann
Hielt eine kurze Ansprache. Er wieß darauf hin, raß uns nur noch ein Jahr von der Olympiade wen ne. Es fei also Zeit, ernsteste Vorbereitung auf . e Wettkämpfe in Angriff zu nehmen. Wir seien uns Ile dessen gewiß, daß zur Olympiade die deutsche ilogge häufig am Siegesmast gehißt werde, wichtiger ii es aber, daß zur Olympiade deutsche Lebenskraft md unerschütterlicher Lebenswille des ganzen deut- Hen Volkes bewiesen werde. „Ihr Sport-Kamera- >en", so suhr er fort, „übernehmt eine große Verantwortung, jeder muß sich mit seiner ganzen Kraft iafür einfetzen, daß das deutsche Volk würdig verbeten werde." Den Sportkameraden sei große ihre zuteil geworden, indem sie für Deutschland Impfen dürften. Jeder solle sich aber auch dessen ewußt sein, daß ein Bruch der Verpflichtung ein
.Äortdruch gegenüber dem deutschen Volke sei.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hörte :ian die Uebertraqung der Feier von Berlin, die jurd) das Deutschland-Lied und das Horst-Wessel- .'ied, von allen im Saale Anwesenden mitgesungen, ^schlossen wurde.
Nachdem Dr. Möckelmann durch Handschlag jeden mnzelnen der Sportkameraden verpflichtet hatte, nutzte jeder von ihnen durch Unterschrift sein Ge- ■jbnis bekräftigen. Zum Schluß hielt der ! Kreispropagandaleiter pg Schmelz rine eindrucksvolle und vom tiefen Ernst der stunde getragene Ansprache, der folgendes entnommen sei:
Das deutsche Leben wachse mehr und mehr zu- zammen zu einer wunderbaren Einheit. Die Ver- angenheit habe sich ausgezeichnet durch Verwir- ung und Verantwortungslosigkeit. Mit der deutschen neinigkeit seien jahrzehntelange Geschäfte gemacht morden. Aber wir lernten daraus. Nun werde alle Kraft eingesetzt für den Aufbau. Der Aufbau sei c*ber auch ein Neubau. Zwar gebe uns die Vergangenheit wertvolle Bausteine: eine ausgezeichnete militärische Tradition, eine Fülle kulturellen Gutes, hie politischen Bausteine seien aber aus der national» ' liizialistischen Bewegung herausgewachsen. Der Auflau müsse harmonisch erfolgen. Die notwendige
gleich, was er arbeitet und was er tut. So sehe er, der Redner, als Sportkamerad und als politisch denkender Mensch in der Arbeit an der Olympiade eine dankbare Aufgabe im Aufbau des Dritten Reiches.
Dem Führer sei es zu verdanken, daß wir auf diesem Gebiete arbeiten dürften. Möge jeder dafür sorgen, daß seine sportliche Arbeit ein Teil des Aufbaues des Vaterlandes werde. Es sei ein absurder Gedanke, wenn jemand glaube, daß die Spitzenleistung nicht mehr betrieben, sondern nur Breitenarbeit gepflegt werden solle. Die Breitenarbeit habe stets die große Aufgabe, die Spitzenleistung zu tragen. Die Spitzenleistung müsse aus ihr herauswachsen. Nur durch die Spitzenleistung sei es möglich, mit anderen Nationen in den Wettbewerb zu treten. Der olympische Gedanke werde im Laufe I des kommenden Jahres mit allen Mitteln gefördert werden. Hinter dem Sportler, hinter dem deutschen Kämpfer der Olympiade stehe nicht nur der Staat und die Bewegung, sondern das ganze deutsche Volk.
Mit den Worten: „Es geht um Deutschland! Erfüllen Sie Ihre Pflicht so, wie es einem deutschen Menschen geziemt!" schloß Kreispropagandaleiter Schmelz seine Ansprache. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland klang die Feier aus.
Die Feierstunde in Berlin.
Die nach Tausenden zählenden Mitglieder der Olympia-Trainingsmannschaft des deutschen Sports, die am Sonntag zu Verpflichtungsfeiern in allen Gauen versammelt waren, hörten den Aufruf des Reichssportführers an alle, die auf Grund iyrer körperlichen, aber auch charakterlichen Befähigung sich einreihen wollen in die große deutsche Trainings-Gemeinschaft für 1936. Das Deutsche Opernhaus in Charlottenburg war bis auf den letzten Platz besetzt, als Richard Wagners Musik „Siegfrieds Rheinfahrt" aus „Götterdämmerung" die Weihestunde einleitete. Die Ministerien, Partei- und SA.-Behörden und Sportver- bände hatten ihre Vertreter entsandt. Für die Olympiaanwärter und für alle im Reich standen auf der Bühne neben dem Reichssportführer ca. 100 Aktive im neuen weißen Sportanzug. Hinter ihnen leuchteten zwischen den Farben des Reiches die fünf Ringe des olympischen Wahrzeichens. Nach dem von G. von Mengden verfaßten Vorspruch nahm der
Reichssportführer von Tschammer und Offen das Wort und führte u. a. aus:
Noch niemals haben die Olympischen Spiele eine
Wahrend der Olympia-Anwärter-Verpflichtung im Saale des Studentenheims. Im Hintergrund (Mitte) die olympische Flagge, die zmn erstenmal in Gießen gezeigt wird,
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Um die Hochschulmeisterschast im Handball
Universität Gießen verliert gegen
Die Handballmannschaft der Universität Gießen, die in den Spielen um die Hochschul-Handballmeisterschaft recht gut abgeschnitten hatte und mit Hoffnungen auf Sieg auch in den Kampf gegen die Handdallmannschast der Technischen Hochschule München ging, mußte am Samstag auf dem Universitätssportplatz vor vielen Zuschauern eine Niederlage hinnehmen, die dazu Üoch sehr eindeutig ausfiel. Die Gäste gingen bereits in der dritten
TH. München 9:15 (2:9).
Situation vielleicht doch noch grundlegend wandeln könnte und vielleicht ein Unentschieden erreicht werden könnte. Es kam aber anders. Wenn sich das Spiel nun auch ziemlich ausgeglichen gestaltete, so antworteten die Münchener auf jeden Gießener Erfolg doch ebenfalls mit Tor und fo kam es, das bei einem Schlußergebnis mit 9:15 Toren den Studenten unserer Universität das kürzere Ende blieb. Für die Mannschaft kann als Trost
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Die Mannschaften des Kampfes um die Handball- Technischen Hochschule München, dahinter
Minute in Führung und eröffneten damit einen Torreigen, der die Hiesigen bald beunruhigen sollte. Zwar kam es zwei Minuten später zum Ausgleichstor, aber die Münchener vermochten durch einen Fehler der Gießener Verteidigung im Gegenstoß sofort auf 1:2 zu erhöhen. Die Spielhandlung wurde in der Folge von den Gästen diktiert, da sich die Hiesigen lange nicht finden konnten. In Der 9. Minute lautete die Torzahl bereits 1:3, eine Minute später 1:4, durch einen Strafwurf erhöhten die Gäste auf 1:5 und durch einen tadellosen Wurf aus dem Lauf konnte der Halblinke der Münchener das sechste Tor erzielen. Erst jetzt tarnen die Gießener durch einen Strafwurf, vonAcker geschickt verwandelt, zu ihrem zweiten Erfolg. Für die Platzbesitzer blieb es bis Halbzeit bei dieser Torausbeute, die Gäste aber konnten bis zum Wechsel auf 2:9 erhöhen. Mancher der gegnerischen Erfolge hätte allerdings vom Gießener Tormann verhindert werden müssen. Allerdings trug auch die Verteidigung einige Schuld.
Nach dem Wechsel — das Spiel hatten bisher die Bayern eindeutig überlegen geführt — gestaltete sich der Kampf ausgeglichener. Die Einheimischen fanden sich besser, wurden im Sturm energischer und arbeitete eine stattliche Anzahl von Torchancen heraus. Nun aber bewies der Gästetorhüter sein ganzes und großes Können: er lief zu einzigartiger Form auf und hielt fast jeden, irgendwie erreichbaren Ball. Die Gießener fetzten außerdem etwa drei oder vier Bälle an die Latte, während die Gegner glücklicher waren. Immerhin holten die Hiesigen zunächst ein Tor auf, dann wurde aber von den Bayern bald die Halbzeitdifferenz wieder hergestellt. In der Folge vermochten die Gießener Studenten jedoch zwei weitere Tore zu erzielen. Das Ergebnis lautete nun 5:10. Man hegte um diese Zeit die Hoffnung, daß sich diel
Hochschulmeisterschaft. Im Vordergrund die Elf der • Die Mannschaft Der Universität Gießen.
gelten, daß sie sich gegen einen ausgezeichneten Gegner ausgezeichnet gehalten hat unD ehrenvoll unterlag.
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Handballspiele im Gau Rordhessen:
Kurhessen Kassel — Tuspo Bettenhausen 6:6; Tv. Kirchbauna — CT. Kassel 4 :7.
Kuhbatt der Gau i aniannschasten.
Gau NorDhessen: Germania Fulda — Kurhessen Kassel 3:2; Spielverein Kassel — Borussia Fulda 3:2; SC. 03 Kassel — Hessen Hersfeld verlegt; Hanau 93 — VfB. Friedberg verlegt.
Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Union Niederrad 1:1; FK. Pirmasens — Phönix Ludwigshafen 1:2; 1. FC. Kaiserslautern — Borussia Neunkirchen 4:3; Saar 05 Saarbrücken — Wormatia Worms 1:5; Kickers Offenbach — FSV. Frankfurt 6:1.
Gau Bayern: Spvgg. Fürth — 1860 München 1:1; Bayern München — ASV. Nürnberg 4:0; Schwaben Augsburg — 1. FC. Nürnberg 1:4; Jahn Regensburg — FC. Schweinfurt 05 3:3.
Oie Spiele der Bezirksklafse Gruppe Gießen-Oill.
VfB. Gießen — BC. Sinn 1:2 (0:1). 05 Wetzlar — Dillenburg 4:2 (2:1). Naunheim — Frohnhausen 3:2 (1:1).
Bei dem Spiel 05 Wetzlar — Dillenburg gewann Wetzlar mit viel Glück. Wetzlar führt in Der 10. Minute 1:0, in Der 20. Minute 2:0. Dillenburg kommt gut auf unD Drängt! Der Rechtsaußen Meixner nimmt einen Ball vom Mittelstürmer auf und verwandelt unhaltbar zum Tor, 2:1. In Der zweiten .Halbzeit läßt Der Dillenburger Tormann Den Ball 1 fallen, Wetzlar fchießt mühelos ein, 3:1. Dillenburg


