Sozialismus der Tat herrschen möge. Das Studentenwerk hatte seit seiner Gründung die Aufgabe, bedürftigen Kommilitonen während ihres Studiums zu helfen und sie zu fördern. An die anwesenden Kameraden richtete er die Mahnung, dieses Bild auf sich einwirken zu lassen und für die Zukunft den Nationalsozialismus durch die Tat zu beweisen. Er übergab dann das Bild dem Vorsitzenden des Gießener Studentenwerkes,
Professor Or. Eger,
der schon seit vielen Jahren an diesem sozialen Wirtschaftskörper in uneigennützigster Weise arbeitet. Professor Eger übernahm das Bild und betonte, daß es schon lange der Wunsch des Gießener Studentenwerkes gewesen sei, die Tageshalle des Studentenhauses mit dem Bilde des F ü h r e r s zu schmücken. Er versprach, daß auch weiterhin in diesem Hause der Geist unseres Führers Adolf Hitler walten solle.
Die Feier klang in einem vom Führer der Studentenschaft auf den Reichskanzler ausgebrachten dreifachen „Sieg-Heil!" und dem gemeinsam gesungenen Lied „Volk ans Gewehr" aus.
Aus der Provinzialhauptstavt.
Sonne über der Stadt.
Tagelang hing der Himmel wie ein riesiges graues Gespinst über der Stadt. Ueberall graue Eintönigkeit. Endlich: frei ist der Blick, weit leuchtet die Ferne, hoch wölbt sich der blaue Himmel. Die Sonne ist da! Tausendfingrig gleiten ihre Zauberhände über das Land und alles, was sie berührt, strahlt wie verjüngt und erneut in frischen Farben, in hellem Glanz, in freudiger Derklärtheit. Der alte Zaun vor meinem Fenster ist ein lebendiges Farbenspiel aus Braun und Gold geworden. Seine rostigen Eisenbänder glühen, als wären sie frisch aus dem Feuer gekommen. Hinter ihm die Obstbäume sind kaum noch als die alten wiederzuerkennen. Schlank schießen sie, trotz ihrer breiten Kronen empor, und die Spitzen ihrer Zweige sind nur noch Glanz und Licht. Don ihnen tropft und perlt es auf die tieferen Zweige, auf Aeste und Stamm. Die Rinde leuchtet in allen Farbentönen vom fahlen Moosgrün bis zum dunkelsten Braun, je nachdem sie jung oder alt, glatt oder schrundig ist. Aehnlich bunt aemustert prangt die Erde unter ihnen, auf der die Sonnenstrahlen wie Goldstaub liegen.
Wie Menschen im Sonntagsstaat stehen die Häuser nebeneinander. Ihre Fassaden sind lachende Gesichter, aus denen blankäugig die Fenster blitzen. Die roten Ziegeldgächer haben den warmen Glanz der tiefen Bläue, die sie umflutet. Gar nicht schwarz und alltäglich qualmt Rauch aus einem Schornstein, sondern silbergrau und in zierlichen Kringeln und Schnörkeln, wie dem Munde eines frohgelaunten Rauchers entquirlend. Ebenso rasch verflüchtigt er sich auch. Die Sonne wischt alles fort, was ihren reinen Lichthimmel trüben könnte. Der leise herumschleichende Wind weiß nicht, was er beginnen soll. Wolken, die er gerne jagt, sind keine da. Endlich hat er einige lange Leinen voll aufgereihter Wäsche entdeckt. Er bläst die Stücke nacheinander hoch wie Fahnen, bauscht sie wie Segel und zerrt an ihnen, als wollte er sie samt Leinen und Pfosten davonwirbeln. Zuweilen pumpt er seinen vollen Atem in baumelnde Hosen und Hemden, daß sie zu grotesken Ballons anschwellen, die er johlend hin- und hertreibt. Die Spatzen in den Dachtraufen schilpen dazu wie helles Gekicher. Warum sollten sie nicht froh sein? Die Sonne hatte ihr goldenes Tischtuch weithin ausgebreitet, da wird es Brosamen genug geben.
In den Straßen spielen die Knaben mit Murmeln. Sie haben lange genug darauf gewartet und ihren Reichtum in den kleinen, von der Mutter genähten Säckchen schon mehr als einmal durchgezählt. Natürlich mußten auch für einzelne Pfennige ein paar neue farbenbunte Kügelchen dazugekauft werden. Das Neue reizt! Die alten, abgegriffenen und unansehnlich gewordenen Murmeln gehen so zwischen drin mit aber um ihretwillen allein spielte man nicht. Rasch ist in den Sand mit einSm Messer ein Kreis geritzt — mit zwei sicher hingehauenen, einander überschneidenden Halbbogen ist es geschehen — und ebenso schnell ist er mit den Einsätzen der Spieler gefüllt. Es ist eine Lust, mit größeren Kugeln aus Achat oder Eisen in den dicht besetzten Kreis zu werfen, daß etliche Murmeln hinausspritzen, aber es wird schon schwerer, wenn nur noch einzelne darinsitzen. Mit um so größerem Eifer wird auf die „Drückeberger" gezielt. Natürlich geht es dabei laut zu. Die Begeisterung muh sich austoben.
Zwei Mädchen sausen auf Rollern in der Nähe auf und ab. Von Zeit zu Zeit schießen sie in kühnen Kurven herbei und erkundigen sich nach den Gewinnern. Im nächsten Augenblick flitzen sie wieder davon. Sie flögen am liebsten immer gerade aus, immer der Sonne zu. Sie rufen einander an und jauchzen ihren Uebermut in hellen Schreien.
Die Menschen, die ihnen begegnen, freuen sich mit den Frohen. Sie möchten am liebsten selber so ausgelassen sein. Die Sonne! Sie brennt am Himmel wie ein Herz, das in Liebe lodert. Ihre Strahlen wärmen Gesicht und Hände. Wen sollte solche Liebkosung nicht froh stimmen? Es ist Licht ausgegossen, es herrscht wieder Liebe von Hoxizont zu Horizont. Es ist ein Traum vom Frühling, der nun kein Ende mehr nimmt, den auch die kühlen Abende und Nächte nicht mehr zerstören können. Die kleinen Meisen in den Bäumen werden morgen wieder weiter Zwitschern und zwirnen und nicht ruhen, bis auch Amsel und Fink den Jubel über die wiedergekommene Sonne in die Straßen schmettern werden.
P.B.
Begrüßung des Landesbischoss.
EPH. Der Landesbischof erhielt von dem Präsidenten der Landessynode Nassau-Hessen folgendes Telegramm:
„Dem Herrn Landesbischof und seinen Räten Gottes Segen. Heil Hitler!
Synoden-Präsident Dr. Berck."
Daten für Samstag, 17.Februar.
1772: Erste Teilung Polens zwischen Rußland und Preußen; — 1819: Max Schneckenburger, Dichter der „Wacht am Rhein", geboren; — 1823: der preußische Feldmarschall Graf Kleist von Nollen- dorf gestorben; — 1827: Johann Heinrich Pestalozzi gestorben; — 1854: der Großindustrielle Alfred Krupp in Essen geboren.
Daten für Sonntag, 18.Februar.
1546: Martin Luther in Eisleben gestorben; — 1564: der Bildhauer und Maler Michelangelo Buonarotti in Rom gestorben; — 1813: Errichtung des Lützowschen Freikorps; — 1857: der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger in Leipzig geboren; — 1918: Beginn des uneingeschränkten ;-Boot-Krieges.
Generalleutnant von Madai 90 Jahre alt.
Am kommenden Montag, 19. Februar, vollendet Generalleutnant a. D. Karl von Madai in Dessau, Boelkestraße 2, sein 9 0. Lebensjahr. Der Jubilar ist ein Sohn des im Jahre 1892 verstorbenen langjährigen Berliner Polizeipräsidenten von Madai. Im Januar 1863 trat Karl von Madai als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment Nr. 58 ein. Den Krieg gegen Oesterreich im Jahre 1866 machte er als Leutnant mit. Im Jahre 1867 wurde er zum Infanterie-Regiment 93 versetzt, mit dem er am Krieg gegen Frankreich teilnahm. Im September 1870 zum Oberleutnant befördert, war er von 1874 ab Adjutant der 8. Infanterie-Brigade, kam dann im Jahre 1876 zum Grenadierregiment Nr. 4, bei dem er Hauptmann und Kompaniechef wurde. Bereits ein Jahr später, im Frühjahr 1877, wurde er in derselben Dienststellung in das Infanterie-Regiment Graf Tauentzien von Wittenberg (3. Brandenburgisches) Nr. 20 versetzt, bei dem er im Jahre 1887 Major wurde. Im Februar 1889 erfolgte seine Ernennung zum Bataillonskommandeur im Großh. Mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nr. 89 in Schwerin. 1893 kam er als Oberstleutnant wieder zum Infanterie-Regiment Nr. 93 zurück.
Am 15. April 1896 wurde Karl von Madai zum Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 in Gießen ernannt. Drei Jahre lang stand er als Führer an der Spitze unserer 116er. Während dieser Zeit hat er sich durch sein vorbildliches Soldatentum und durch seine ausgezeichneten menschlichen und charakterlichen Eigenschaften sowohl bei seinen Soldaten, wie auch in den weitesten Schichten der
Hitler-Jugend.
Das Obergebiet West teilt mit:
Mitte März findet auf der Gebietsführerschule des Gebietes Hessen-Nassau ein Lehrgang „Fest und Feier der HI., Schulungswoche für Lied, Spiel und Sprache" statt. An diesem Lehrgang nehmen sämtliche Spielscharführer und Leiter des Amtes für Fest und Feiergestaltung teil.
Am 18. Februar Führerinnenbesprechung des BdM. in Friedberg für den Gau Oberhessen.
Butzbacher Betriebe werden besucht.
Don dem Vorsitzenden des Arbeitsamts Gießen wird uns mitgeteilt:
Die 1933 begonene Arbeitsschlacht kann 1934 von günstigen Ausgangspunkten fortgesetzt werden. Es bedarf aber zur Erreichung des für 1934 gesteckten Zieles der Eingliederung von weiteren zwei Millionen arbeitslosen Volksgenossen in den Arbeitsprozeß der engsten Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und allen an der Arbeitsbeschaffung beteiligten Behörden und Dienststellen. Um diese Zusammenarbeit sicherzustellen, werden in den nächsten Wochen die maßgebenden Betriebe Oberhessens von den Vertretern des Arbeitsamtes Gießen, der Handeskammern, der Bürgermeistereien, der Deutschen Arbeitsfront, der politischen Leitung und der SA. besucht werden.
Am Montag, 12. Februar, wurden die Butzbacher Schuhfabriken Rumpf & Sohn und Joutz, die Firma Bamag-Meguin A.-G. und die landwirtschaftliche Maschinenfabrik Tröster besichtigt. Nach einem Rundgang durch die Betriebe unter der persönlichen Führung der Betriebsinhaber und Leiter wurden die Sorgen und Nöten der Betriebe durchgesprochen
Ein Mann namens Schmitz
die neue Novelle des Dichters Wilhelm Schäfer, wahrhafte Schilderung einer heiter mißglückten Brautschau und zarte Liebesgeschichte zugleich, besinnlich und anmutig zu lesen, beginnt Montag
in -en Gießener Familienblättern
Gießener Bürgerschaft viel Liebe und Wertschätzung erworben. Von vielen unserer Mitbürger kann man bei Unterhaltungen über unsere frühere Gießener Garnison immer wieder hören, in welch' hohem Ansehen und in welch' guter Erinnerung der damalige 116er-Kommandeur von Madai noch heute steht.
Am 18. April 1899 wurde Oberst von Madai unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 79. Jnf.-Brigade ernannt. Am 15. November 1901 wurde er unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant zur Disposition gestellt. Während des Weltkriegs stellte sich der bereits 70 Jahre alte Militär sofort dem Vaterland zur Verfügung. Er fand Verwendung als Kommandeur der stellvertretenden 14. Jnf.-Brigade in Halberstadt, wo er seine ganze Kraft wieder für sein Vaterland einsetzte.
Zum letzten Male weilte Generalleutnant von Madai anläßlich der Hundertjahrfeier der 116er im Juli 1913 in den Mauern der Stadt Gießen. Der frühere Kaiser verlieh dem hochverdienten Soldaten damals das Recht, die Uniform des Kaiser- Regiments 116 zu tragen, eine Auszeichnung, die den General, dessen ganze Liebe seinem alten Regiment gehört, mit berechtigtem Stolz erfüllt. Er ist der einzige General, der diese Uniform im Ruhestand tragen darf.
Seit feinem Uebertritt in den Ruhestand lebt Generalleutnant von Madai in Dessau. Am 11. Januar 1933 konnte er dort die 70. Wiederkehr des Tages seines Eintritts in die deutsche Armee begehen.
Die alten 116er, die unter ihm gedient haben, und feine zahlreichen Bekannten aus der Gießener Kommandeurzeit werden sich am Montag gerne des hochverdienten Generals erinnern.
NS -Dolkswohlfahrt,
und erörtert, welche Wege zur weiteren Belebung der Betriebe beschritten werden könnten. Von Seiten des Arbeitsamts wurde auf die immer noch starke Arbeitslosigkeit, vor allem in den Berufen des Metallgewerbes, hingewiesen und auf die Schwierigkeiten bei der Vermittlung von Arbeitslosen, insbesondere von weiblichen Arbeitskräften für die Landwirtschaft. Es wurde die Aufmerksamkeit der Betriebsleitung auf die Möglichkeit der Auswechselung weiblicher durch männliche Arbeitskräfte hingelenkt. Von der Leitung der Schuhfabriken wurde versichert, daß nach Maßgabe der Eigenart des Betriebes, der Eignung für die Tätigkeiten und der Konkurrenzlage schon bisher immer zahlreiche männliche Kräfte beschäftigt würden, daß aber trotzdem noch eine Überprüfung stattfinden soll. Von allen Betrieben wurde zugesichert, daß Einstellungen zur Wahrung des Ueberblickes und der Vermittlung der alten Kämpfer nur durch das Arbeitsamt erfolgen.
Entlastung besonders notleidender Hausbesitzer.
Von zuständiger Seite in Darmstadt erfährt der LPD., daß das Reich dem Lande Hessen einmalig Mittel zur Verfügung gestellt hat, mit deren Hilfe es möglich ist, solchen Hausbesitzern, die sich in ganz besonderer Notlage befinden, eine vorübergehende Entlastung' zuteil werden zu lassen. Da die Mittel sehr beschränkt sind, können grundsätzlich nur solche Schuldner berücksichtigt werden, deren Einkommen nachweislich nicht höher ist als der gehobene Fürsorgerichtsatz. Bei Berechnung des Einkommens können die Ausgaben abgezogen werden, die durch den Besitz des Hauses entstehen, wie Steuern, Zins- und Tilgungsbeträge und Hausunterhaltungskosten. Die Erleichterung, die in begründeten Fallen den betreffenden Neuhausbesitzern gewährt werden kann,
folgende
Ich
1
2.
Rechenschaft ziehen
vornotizen.
Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 11, Wirsing (gelb), das Pfund 15, (grün) 20 bis
Mark. Aepfel, das Pfund 12 bis 25 Pf., Birnen 12 bis 20, junge Hähne 75 bis 80, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 60, Salat 30, Endivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf.
besteht darin, daß die Zins- und Tilgungsbeträge für die staatlichen Baudarlehen für eine gewisse Zeit ausgesetzt bzw. erlassen werden. Etwaige Gesuche sind in den Landgemeinden durch Vermittlung der zuständigen Bürgermeistereien an die Ministerial- abteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft), in den Städten an die Bürgermeistereien zu richten.
Gießener Wochenmarktpreise.
* (9 i e 6 e n , 17. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,25 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf.,
Gau Hessen-Nassau.
Kreis Gießen.
Eilt sehr! bitte die Ortsgruppenwalter um
Heil Hitler!
gez-: Klöß, Kreiswalter der NSV.
F.d. R. gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer des WHW.
Haffenhygienischer Iortbildungskursuö im AG -Aerziebunt)
Heute um 17 Uhr Beginn des rassenhygienischen Fortbildungskursus im NS.-Aerztebund im Großen Hörsaal der Universität. Fortsetzung des Kurses 20 Uhr im Physiologischen Institut, Friedrichstraße.
Amt für Beamte der NSDAP Kreis Gießen.
Der Schulungskurs am 19. Februar 1934 im Cafö Leib fällt aus.
I.A.: Ulrich, Abteilungsleiter.
NGLB./Bezirk Gießen-Stadt.
Meldungen:
wieviel Mitglieder die NS.-Volkswohlfahrt in Ihrer Ortsgruppe in den Monaten September,
usw __ ö Xö___z, ____ ri , , _ _ . „
Welches Ergebnis die Deffnung der Büchsen 25, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe des Zwillings- bzw. Winterpfennigs erbracht Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 30, Unterhat und was bis jetzt abgeführt worden ist. ; kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 25, Rosenkohl 35 Pf., Beide Meldungen haben spätestens bis 19. Fe - Feldsalat 1,— bis 1,50 Mark, Zwiebeln 10 Pf., b r u a r zu erfolgen. Ich werde die Ortsgruppen- Meerrettich 40 bis 50. Schwarzwurzeln 25 bis 30, walter bei Nichteinhaltung dieser Termine zur Kartoffeln 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,80 bis 3,— M)hnc SHfatnh 19 hie 9£ SUr 10
Oktober, November, Dezember 1933 und Januar 1934 hatte. Die,Meldung hat nach nachstehendem Schema zu geschehen:
September 1933 ........Mitglieder
Oktober 1933 ........Mitglieder
— Tageskalender für Samstag: Oberheff. Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wilhelm Teil". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Mann ohne Furcht" und „Helden des Alltags" — VWA. und DHD., 20.15 Uhr, DHV.-Heim, Geselliges Beisammensein. — 224er, Zusammenkunft bei Kamerad Wenner. — Johan nesfaal, 14.30 und 20 Uhr, Evangelisationsvorträge. — Saal der Stadtmission, 20.30 Uhr, Vortrag von Zelt-Evangelist Krupka. — Großer Hörsaal der Universität, 17 Uhr, Beginn des rassenhygienischen Fortbildungskursus im NS.-Aerztebund, 20 Uhr, Fortsetzung des Kurses im Physiologischen Institut, Friedrichstraße. —Kreisbetriebszellenabteilung
Mittwoch, 21. Februar, 16 Uhr, findet in der --------------u......—
Turnhalle der Oberrealschule eine Bezirksversamm- (Kreisleitung der DAF.), 20 Uhr, Haus der Deut- lung statt. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mitteilun- j schen Arbeitsfront, Schulung über das „Gesetz zur gen, 2. Vortrag von Geh.-Rat Prof. Dr. 0(1:1 Ordnung der nationalen Arbeit" für alle Amtswal- „Ewigkeitsgesetze im neuen Staat". *ter der NSBO. und Betriebsratsmitglieder. —
Handweberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel, 11 bis 19 Uhr, Handgewebe-Ausstellung.
— Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 19 bis 22.15 Uhr, „Die gold'ne Meisterin". — Goethe-Bund, 20 Uhr, Großer Hörfaal der Universität, Max-Dauthendey-Abend und Ausstellung deutsche Heimatliebe... deutsches Heimweh. — Ober- hess. Kunstoerein, Turmhaus am Brand, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Neue Aula der Universität, 20.30 Uhr, Saar-Kundgebung der Gießener Studentenschaft. — Gustav-Adolf-Frauenverein, Stadtkirche, 20 Uhr, Lichtbilderoortrag über „Verpflichtung der evangelischen Frauenwelt für Ueberfee". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wilhelm Tell". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Mann ohne Furcht" und „Helden des Alltags". — Handweberei Schloß Westerburg, Caf6 Ebel, 14 bis 18 Uhr, Handgewebe-Ausstellung. — 1900, 20.30 Uhr, Frankfurter Hof, Familienabend. — VfB., 15 Uhr, Waldsportplatz, Handball To. Lich I gegen OSC. I. — Saal der Stadtmission, 20.30 Uhr, Dortrag von. Zelt-Evangelist Krupka.
— Eine Handgewebe - Ausstellung wird von den Gemeinnützigen Werkbetrieben der Jugendburg Schloß Westerburg von heute bis 22. Februar im Cafe Ebel veranstaltet. (Siehe heutige Anzeige.)
— Ein Lichtbildervortrag von Kapitän S ch m e h l findet am nächsten Dienstag in der Neuen Aula der Universität statt. (Siehe heutige Anzeige!) *
** Theaterperfonalie. Das frühere Mitglied des hiesigen Stadttheaters, der Gießener Schauspieler Ludwig L i n k m a n n, wurde durch den neuen Darmstädter Generalintendanten Everth für weitere zwei Jahre als 1. Charakterkomiker an das Hessische Landestheater verpflichtet.
** Arbeitsjubiläum. Der Zuschneider Ro- loff Smalbil, Weserstraße8, kann am morgigen Sonntag, 18. Februar, auf eine 25jährige Tätigkeit im Herrenbekleidungshaus vorrn. Gebr. Stamm zurückblicken.
** Abiturientenprüfungen im Realgymnasium. Unter dem Dorsitz von Ministerialrat Glück er t wurden am Donnerstag 22 Abiturienten des Realgymnasiums geprüft. Sämtliche Prüflinge konnten bestehen. Am gestrigen Freitag wurden die Prüfungen unter dem Vorsitz von Oberstudiendirektor Angelberger fortgeführt. 13 Abiturienten, die sich der Prüfung unterzogen, konnten ebenfalls sämtlich bestehen.
♦* Spende für d i e Winterhilfe. Der Verein ehemaliger Offiziere des Jnf.-Reg. 116 überwies dem Winterhilfswerk den Betrag von 100 Mk.
** Das Museeum im Alten Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt.
** Funkreportage „Bilder aus der Deutschen Arbeitsfront". Eine hörenswerte Funkreportage bringt der Deutschlandsender am Sonntag, 18. Februar, 15.30 Uhr, unter dem Titel: „Bilder aus der Deutschen Arbeitsfront". Es sprechen Dr. Ley, Albert Forster und August Haid über ihre Eindrücke bei dem Besuch der Berliner Kaufmannsschule des Deutschen Hand- lungsgehilfen-Derbandes. Dr. Ley wird dabei bedeutsame Ausführungen über die Berufsbildungs- arbeit der Kaufmannsgehilfen machen.
Amtsgericht Gießen.
Ein ehemaliger Angehöriger des hiesigen Bataillons und jetziges Mitglied eines Arbeitslagers erhielt einen Strafbefehl in Hohe von einem Monat Gefängnis. Dagegen legte der Angeklagte Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhandlung trat zutage, daß der Angeklagte ein Paar Stiefel gestohlen hatte. Der Staatsanwalt beantragte, die in dem Strafbefehl festgesetzte Strafe von einem Monat Gefängnis auf drei Monate zu erhöhen. Das Urteil lautete auf einen Monat Arrest. Außerdem erging Beschluß, in dem dem Arbeitslager mitzuteilen ist, daß der Angeklagte in der Hauptverhandlung trotz Verbots in Uniform erschienen war.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
Nr. 100 f>. 2L Der Eigentümer eines Grundstücks ist nach § 910 BGB. berechtigt, aus dem nachbarlichen Grundstück herüberreichende Wurzeln eines Baumes abzuschneiden und zu behalten. Bezüglich der Zweige ist oorgeschrieben, daß dem Nachbar vorher eine Frist gesetzt wird, damit jener sie selbst beseitigen kann. Erst nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist kann der Eigentümer zur Selbsthilfe schreiten. Der Eigentümer kann aber auch auf Beseitigung der Störung durch die Wurzeln und Zweige durch den Nachbarn selbst klagen. Unmittelbar auf der Grenze stehende Bäume gehören nach dem BGB. senkrecht geteilt jedem bis zur Grenze. Anhangsweise sei noch bemerkt, daß Früchte dem Eigentümer des Baumes gehören. Wenn sie aber auf das fremde Grundstück herunterfallen, werden sie Eigentum des Besitzers dieses Grundstückes. Der Eigentümer des Baumes hat dann keinen Anspruch mehr auf diese Früchte. Wichtig ist auch, daß nach § 226 BGB. die Ausübung eines Rechts nur zu dem Zweck, einem anderen zu schaden, verboten ist.
Ehestandsdarlehen. Gemäß § 1 des 5. Abschnitts des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit ist für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens unter anderen Voraussetzungen, daß die künftige Eheftau sich verpflichtet, eine Tätigkeit als Arbeitnehmerin so lange nicht wieder aufzunehmen, als der künftige Ehemann Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes von mehr als 125 RM. monatlich bezieht und das Ehestandsdarlehen nicht restlos getilgt ist. Diese Bestimmung wird dahin ausgelegt, daß die Ehefrau erst einmal aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden muß. In dieses alte Arbeitsverhältnis darf sie nicht zurückkehren. Dagegen ruht an sich die Verpflichtung, eine andere arbeitsrechtliche Tätigkeit nicht aufzunehmen solange, wie der Ehemann nicht über 125 RM. verdient. Unter dieser Voraussetzung kann also gegen die Aufnahme einer Tätigkeit auf einem anderen Arbeitsplatz nichts eingewandt werden. Man geht dabei offenbar von dem Gesichtspunkt aus, daß die Ehefrau zuerst in die Familie gehört. Ehen, bei denen von vornherein die Frau nicht der Mittelpunkt einer neuentstehenden Familie ist, sondern außerhäuslichem Erwerb nachgeht, wünscht man nicht und fördert sie insbesondere nicht durch Ehestandsdarlehen. Diesem großen Grundsatz gegenüber müssen persönliche Rücksichten zurücktreten. Der Begriff „Tätigkeit als Arbeitnehmerin" muß dabei dem Gesetz entsprechend sehr weit gefaßt werden. Es ist jede entgeltliche Arbeit in einem abhängigen Arbeitsverhältnis darunter zu verstehen.


