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Sämtliche Zahlungen für den Kreis Giehen, die das Winterhllfswerk 1934/35 betreffen (Spenden, Strahenfammlungen, Haussammlungen, Eintopfgerichte ufro.), sind nur auf Konto der
Bezirkssparkaffe Gießen, Nr. 4600 oder auf
Postscheckkonto Frankfurt a. ZIL Nr. 5979 einzuzahlen bzw. zu überweisen.
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LbteNung des Vereins unter Leitung des rührigen Frauenturnwarts Otto V o l k m a n n bestritten wurde, zeigte die Vielseitigkeit des Frauenturnens m schöner Form. Es war für alle Besucher eine Freude, die exakt und anmutig ausgesüyrten Vor- führungen anzusehen. Zu Beginn des Abends begrüßte der Vereinssuhrer Otto Rinn die Besucher und wies besonders auf den Sinn der Veranstaltung hin. Am Schluß des Abends stellte der Werbewart, Dr. R e i d t, nochmals die Bedeutung, die das Frauenturnen für die Gesunderhaltung und Stählung von Körper und Geist unserer Frauen und Mädchen hat, heraus. Die hervorragenden Leistun- gen der Turnerinnen tragen hoffentlich dazu bei, daß die Abteilung weiteren Zuwachs erhält und somit die körperliche Ertüchtigung unserer weiblichen Jugend auf immer breiterer Grundlage erfolgen kann. Als augenblicklicher Erfolg des Abends, in Verbindung mit einer eingehenden Einzelwerbung, kann erfreulicherweise festgestellt werden, daß sich neben der Turnerinnenabteilung eine Frauen- abteilung bildet, die bereits in dieser Woche ihre Uebungsstunden aufnehmen wird.
I Allen d orf (Lahn), 15.Okt. Am gestrigen Sonntag wurde hier das Winterhilfswerk mit einem Werbe abend eröffnet. Der Amtsleiter der NSV. (Ortsgruppe Klein-Linden - Allen- dorf) Pg. H o f sprach Worte d^r Begrüßung und
machte anschließend noch einige grundsätzliche Ausführungen über das Winterhilfswerk und seine Bedeutung. Der Ortsgruppenleiter, Pg. Dr. Cröß- mann, sprach anschließend in ausgezeichneter Weise über olle Segnungen des Winterhilfswerks, erinnerte nochmals an die Ausführungen, die der Führer anläßlich der Eröffnung am 9. d. M. gemacht hat und erläuterte dann anschaulich die Leistungen im vergangenen Jahre. Im Winter 1934/35 soll noch mehr geleistet werden; denn opfern heiße nicht, wenn der gutsituierte Bürger sich in derselben Weise am Winterhilfswerk beteiligen würde, wie der einfache Arbeiter. Seine Bitte, daß Allendorf auch in diesem Jahre wieder mit an erster Stelle stehen möge, wird hoffentlich nicht ungehört verhallen. Liederoorträge des Gesangvereins Einheit, des Kirchengesangvereins, passende Gedichte der Schulkinder und Vorführungen der Turnerinnen des Turnvereins Allendorf umrahmten die Feier. Anschließend wurde von der Gaufilmstelle der Film „Der Kampf um die Scholle" vor ausverkauftem Hause vorgeführt, der, obwohl er erst sehr spät zu Ende war, sehr gut gefiel und den anwesenden Landwirten vor allem vor Augen führte, welche Gefahren ihnen oft von gewissenlosen Händlern drohen. Hoffentlich wird uns bald wieder einmal Gelegenheit gegeben, einen derartig fesselnden Film zu sehen.
* Leihgestern, 15.Ott. Frau Marie Haber- mehl von hier erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Oberschenkels und muhte sofort zur Behandlung nach Giehen gebracht werden.
* Watzenborn-Steinberg, 15. Okt. Der 33 Jahre alte Arbeiter Karl Freund von hier verunglückte dieser Tage an seiner Arbeitsstätte und mußte mit inneren Verletzungen, wie auch mit Verletzungen am Kopf, durch die Freiwillige Sanitätskolonne in ärztliche Behandlung gebracht werden.
wg. Großen-Buseck, 16. Okt. Im Saale der „Germania" fand eine öffentliche Grund st ücks- verpachtung statt. Es hatten sich viele Interessenten eingefunden. Für gutes Ackerland wurden 44 bis 55 Mark, für mittlere Böden 35 bis 40 Mark und für geringere Böden 20 bis 25 Mark pro Morgen Pacht geboten. Wiesenland erzielte Preise von 60 bis 70 Mark.
$ f) arb ad), 15. Okt. Auf Anregung der Kirchenbehörde wurden in unserer Gemeinde mit großer Bereitwilligkeit Lebensmittel für das Evangelische Schwesternhaus in Gießen gesammelt. Die Sammlung, die sich namentlich auf Kartoffeln und Gemüse erstreckte, ergab den beachtenswerten Ertrag von 18 Zentner. Landwirt Häuser brachte die Spende mit seinem Fuhrwerk nach Gießen. Die fleitung des Schwesternhauses ließ durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Volz, ihren herzlichsten Dank aussprechen.
oo Harbach, 16. Okt. Infolge des schönen Herbstwetters sind bei uns die Hackfrüchte zum größten Teil geerntet. Die Kartoffelernte lieferte über Erwarten einen reichen Ertrag. In manchen Flurteilen war dieser sogar besser als im Vorjahre. Gegenwärtig werden die letzten Futterrüben eingefahren. Ihr Ertrag ist befriedigend. Zwar läßt die'Größe und Dicke in manchen Gemarkungen zu wünschen übrig, jedoch ist die Qualität ausgezeichnet.
# ß a u t e r, 15. Okt. In den letzten Tagen wurde hier durch die Konfirmanden eine Naturaliensammlung für das Elisabethen-Stift in Darmstadt durchgeführt. Demnächst soll eine Sammlung für das Johann-Friedrich-Stift in Baubach vorge- nommen werden. — Von dem Fabrikanten August Schlörb wurden 12 Zentner Birnen zur Verfügung gestellt; eine nachahmenswerte Tat. Die Dirnen wurden von der hiesigen Frauenschaft zu Honig gekocht und der NSV. zur Verfügung gestellt. Es konnten 145 Pfund Honig abgeliefert werden.
* Lich, 16. Okt. Gestern ereignete sich hier ein Unfall. Der 27 Jahre alte Gespannführer Fritz Lauer mußte mit einer Gehirnerschütterung, mit Rippenbrüchen und Hand- Verletzungen in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.
Obbornhofen, 15. Oktober. Dieser Tage mahmen die acht erholungsbedürftigen Kinder iber Stadt Hagen (fünf Buben und drei Mädchen), die seit Mai in unserem Dorfe unter« gebracht waren, von hier Abschied. Die Kinder halfen bei den Feldarbeiten, soweit es in ihren Kräften stand, willig mit. Sie haben sich sehr gut «erholt und sehen durchweg frisch und gesund aus. Der Bürgermeister unseres Dorfes, der Ortsgeist- liche, ein Teil der Pflegeeltern sowie die Spiel- und Schulkameraden aus dem Dorfe geleiteten die Kinder zum Bahnhof. Sie waren zum Abschied
ReichsstatthallerSprenger eröffnet dieMnlerhilfe im Gan Heffen-Aaffan.
noch reichlich beschenkt unb mtf Liebespaketen versehen worden. Als der Augenblick des Abschiednehmens kam, sah man allenthalben auf beiden Seiten, bei jung und alt, feuchte Augen und traurige Gesichter. Noch ein reiches Tücherschwenken, und der Zug brachte die Kinder ihrer Heimat entgegen.
* Rabertshausen, 16. Okt. Der 27jährige Maurer Karl Faber, der mit seinem Fahrrad unterwegs zu seiner Arbeitsstätte war, wurde von einem Kraftwagen angefahren, erlitt eine schwere Armverletzung unb mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden.
Kreis Friedberg.
S Münzenberg, 15. Okt. Hier verunglückte der Zimmermann Ludwig D e b u s in seinem Säge- werk schwer. Er geriet mit seiner rechten Hand in d i e Säge, die ihm die ganze Hand mit Ausnahme des Daumens absägte. Nach
Mstwoche des Reichsamtes „Volkstum und Heimat" in Friedberg
* Friedberg, 15. Okt. Arn Sonntagvormittag hatten sich die Teilnehmer der R ü st w o ch e des Reichsamtes „Volkstum und Heimat" in Friedberg in der Burg versammelt. Das gemeinsame Lied „Ich habe Lust im weiten Feld ..." war der Auftakt zur
Lagereröffnung.
Reichsamtsleiter Haverbeck sprach zu den Lagerteilnehmern und der Bevölkerung, die sich zahlreich eingefunden hatte. Er führte etwa folgendes aus: Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg ist zum ersten Male das neue Arbeitsgebiet in Erscheinung getreten, das wir nationalsozialistische Volkstumsarbeit genannt haben und das seinen lebendigen Ausdruck in den Stoßtrupps der Deutschen Arbeitsfront findet. Unsere Arbeit fand in Nürnberg die Anerkennung und Bestätigung des Führers und Reichskanzlers. Reichsrüstwoche heißt: wir wollen in strenger Arbeit, harter Zucht und Gemeinschaftssinn uns hier zusammenfinden und als geschlossener Stoßtrupp dieses Lager verlassen. In diesem Sinne: Ans Werk!
Es folgte die feierliche Flaggenhissung. Nach dem Liede „Unter der Fahne schreiten wir" erklärte der Reichsamtsleiter das Lager für eröffnet und übergab Pg. Ammon den Befehl über das Lager.
Nun sprach Ministerialrat Pg. Ringshausen, der Landschaftsführer „Volkstum und Heimat" für Hessen-Nassau. Er gab zu Beginn seiner Rede seiner Freude Ausdruck, die ßaqergäfte in unserer Stadt begrüßen zu dürfen. Er überbrachte auch die Grüße der Staatsregierung. Die Rüstwoche bedeute, daß wir uns rüsten müßten in kultureller _ Beziehung, um im Kampfe die Vergangenheit zu überwinden. Das neue Volk, das wir formen wollten, stehe heute noch nicht fertig da, wie wir es ersehnen. Wir wollen uns hier das Rüstzeug holen zum Sturm auf das deutsche Haus, die deutsche Familie, Die deutsche Seele. Wir wollen die Türen einrennen, die Jahrhunderte verschlossen waren durch artfremden Geist und artfremde Menschen. Wir wollen das deutsche Volk stürmen in seiner äußeren und inneren Gestaltung. Wir wollen altes deutsches Brauchtum wieder hervorholen. Denn der Deutsche
Anlegüng eines Nokverbandes wurde bet 'Schwerverletzte sofort mit dem Auto in das Johanniter- krankenhaus zu Nieder-Weifel verbracht. Lebensge- fahr besteht nicht. Der Verletzte ist Vater von drei Kindern. — Am 5. Oktober 1934 waren es 50 Jahre, daß das hiesige Ehepaar Johann Heinrich Hermann Buß L, geboren dahier am 18. Mai 1858, und Dorothea, geborene Rinker, geboren zu Nonnen- roth, Kreis Gießen, am 19. Januar 1862, zu Mün- zenberg getraut worden war. Am Sonntag, 7. Oktober, beging das rüstige Paar fein Jubelfest im Kreise der Kinder und Enkel, sowie von zahlreichen sonstigen Verwandten und Freunden. Der Ortsgeist- liche Pfarrer ß e n a übergab dem Paar nach einer Ansprache über Psalm 103 und 121 einen vom Probst der Propstei Oberhessen unterzeichneten Gedenkschein der Bandeskirche Nassau-Hessen. Wir wünschen dem Paar noch einen ruhigen, gesegneten ßebensabend.
ZHif besonderem Stolz könne er fesistellen, daß der Gau hesfen-Rassau im vergangenen Jahre mit an der Spitze gestanden habe.
Ueberall seien im vorigen Jahre um diese Zeit die Kartoffelzüge gerollt. Aber auch in der Gelofamm- lung habe der Gau eine der ersten Stellen eingenommen.
Gauleiter Sprenger dankte dann Bürgermeister Haug, der es verstanden habe, ohne feste Organisation mit seinen Helfern improvisatorisch diese Großtat zu vollbringen. Gerade durch die stille Tätigkeit aller Mithelfer sei so Großes erreicht worden. So müsse auch in diesem Jahre das Winterhilfswerk zu einem vollen Erfolg werden. Nur noch eine Stelle gäbe es, das nationalsozialistische Winterhilfswerk. Von hier aus lasse sich die gesamte Arbeit am leichtesten Überblicken, von hier aus könne am besten die Verteilung vorgenommen werden.
Besondere Ausgabe sei es, die Winterhilfe auch an die verschämten Armen heranzutragen, die nicht bäten, sondern still in ihren Stuben sähen. Gerade hier müsse das diesjährige Winterhilfswerk eingreifen. Nur in der gemeinsamen Zusammenarbeit aller könne das grohe Werk zu einem Erfolg gebracht werden. Richtschnur müsse das Wort des Führers sein, daß Opfer erst dann gelten, wo sie ein Ausdruck der Setbstbefchränkung feien, daß sie erst da beginnen, wo sie' mit einer eigenen Entbehrung verbunden seien.
Wohl sei es dank der Arbeitsschlacht gelungen, eine große Anzahl von Volksgenossen- wieder in Arbeit unb Brot zu bringen, trotzdem seien aber die ßöhne in den meisten Fällen noch so gering, daß zunächst nur das Schlimmste verhütet sei. Auch hier müsse helfend eingegriffen werden, auch hier seien Opfer nötig. Die Normen für das diesjährige Winterhilfswerk feien zum Teil schon festgelegt. Aber auch darüber hinaus müsse sich jeder voll ein« setzen und sich immer des Gedankens bewußt sein: „W e n n i ch opfere, habe ich Anteil an der Not der anderen". Das sei echt nationalsozialistischer Opfergeist, eine solche Einstellung entspräche dem Geist des Führers. Wo aber wären wir hingekommen, wenn er nicht wäre.
Aufgabe unserer aller sei es, den von ihm gewollten Sozialismus in die Tat umzufehen.
Die Kundgebung wurde mit einem Gelöbnis von (Sauamfeleifer Bürgermeister Haug geschlossen: „Die Parole ist gegeben. Wir wollen der Welt zeigen, daß das Deutschland Adolf Hitlers ein wahrhaft Volk von einigen Brüdern ist." Mit dem Sieg-Heil auf die revolutionäre Idee des Nationalsozialismus, das Deutsche Reich und den Führer und mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-ßied fand die feierliche Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/35 für den Gau Hessen-Nassau ihr Ende.
war sich selber fremd geworden. Wir wollen ihn sich selbst wieder zurückgeben. Wenn unsere Vorfahren heute wieder zu uns kämen, so würden sie vielleicht staunen über manche Fortschritte auf technischen oder anderen Gebieten, sie würden aber bestimmt entsetzt fein über den Verfall unseres kulturellen Bebens. Es gilt, das deutsche Wesen, die deutsche Seele, auf die die Vergangenheit einen Angriff unternommen hatte, zurückzuerobern. Die Zeiten sind vorbei, da der artfremde Jude uns den Feierabend gestaltete. Aus eigener Arbeit, aus eigenem Empfinden und eigenem Können heraus wollen wir auch die Zeit gestalten, die uns bleibt zur Erholung und Freude nach der täglichen Pflichterfüllung. Es muß endlich der Weg wieder freigemacht werden, auch auf fultrellem Gebiete, zur großen Straße, die da führt nach Deutschland.
Bürgermeister Dr. Seyd dankte namens der Stadtverwaltung für die Wahl Friedbergs zum Tagungsort. Er gab der Tagung feine besten Wunsche für fruchtbare Arbeit mit auf den Weg. (Er hob die Verdienste der Männer hervor, die sich in unserer Stadt schon Jahrzehnte in derselben Richtung betätigt haben, wie der Reichsbund für Volkstum unb Heimat es will: Professor Dr. B 1 e - cher und Professor Dreher aus Friedberg und nicht zuletzt Ministerialrat Ringshausen, dem der Bürgermeister nochmals seinen und der Stadt besonderen Dank aussprach für die Errichtung des Pädagogischen Institutes in Friedberg.
Ortsgruppenleiter Pg. Dörr dankte namens der NSDAP, den Gästen, daß sie unsere Stadt zu ihrem Tagungsort und Reichstreffen gewählt haben.
Mit dem ßiebe „Weit laßt bie Fahnen wehen, wir woll'n zum Sturme gehen" war bie Eröffnung bes Bagers beenbet. Die Bagerteilnehmer mar« feierten bann unter Führung von Bagerleiter A m - mon zur Burgkirche, wo anfchließenb
die erste Arbeitstaaung
ftattfanb. Diese würbe mit bem Siebe „Wir traben in bie Weite" eröffnet.
Reichsamtsleiter Haverbeck aus Berlin sprach über bas Thema „Grunblagen ber natio • nalsozlali st Ischen V o l k s t u m a r b e i t unb bas Bekenntnis der jungen Ge-
Darmstadt, 15.Okt. (BPD.) Die.heutige Er- Öffnung des Winterhilfswerks für den Gau Hessen-Nassau durch Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger trug ein überaus feierliches Gepräge. Amtsleiter, Vertreter der Behörden unb Stände, Helfer des Winterhilfswerks und Bedürftige füllten den weiten Raum des Saalbaues unb seiner Nebenräume, bie mit Palmengrün unb bunten Dahlien festlich ausgeschmückt waren. Auf ber Bühne umrahmten Fahnen das Bildnis des Füh- rers. Ms Reichs statthafter Gauleiter Sprenger mit feiner Begleitung den Saal betrat, flammte Beleuchtung auf, die Kapelle spielte den Badenweiler Marsch.
Nachdem der Reichsstatthalter und sein Vertreter, Regierungsrat Reiner, sowie Staatsminister Jung, ber Beiter des Winterhilfswerks in Hessen- Nassau, Bürgermeister Haua, unb Darmstabts Oberbürgermeister Wambold auf der Bühne Platz genommen hatten, wurde die Feierstunde mit Beethovens Egmont-Ouvertüre eröffnet. Dann sprach der Oberspielleiter des Hessischen ßandestheaters Jochen ß o e l i g einen Prolog, dem zwei Männerchöre folgten.
Darauf begrüßte Bürgermeister Haug die Er- schienenen unb betonte, daß das Winterhi-lfswerk ein Sinnbild für die Not- unb Brotgemeinschaft des deutschen Volkes sei.
Hesien-Rassau werde auch im Winterhilfswerk
1934/35 feine Pflicht tun, wie es sie Im Jahre
1933/34 getan habe.
Oberbürgermeister Wambold verband mit feiner Begrüßung den Dank an Gauleiter Sprenger. Sein Einsatz und sein Geist seien entscheidend gewesen für den Erfolg des vorjährigen Winterhilfswerkes in Hessen-Nassau. Das Winterhilfswerk wolle keine Almosen geben, sondern es gebe im Geiste des Nationalsozialismus.
Veichsstatthalter Sprenger führte aus, das Winterhilfswerk fei ureigenstes Gedankengut des Führers Adolf Hitler, der dem vorjährigen Winterkampf die Worte vorausgestellt habe: „Die Internationale Solidarität des Proletariats haben wir gebrochen, dafür wollen wir die nationale Solidarität des deutschen Volkes aufbauen. Kein Andersdenkender soll von ihr ausgeschlosfen fein."
Wenn man bedenke, daß die Systemträger geglaubt hätten, im Jahre 1933/34 würde keine Winterhilfe mehr möglich fein, weil vorher zu große Ausgaben für die Arbeitslofenfürforge gemacht worden feien, dann habe die nationalsozialistische Regierung diesen Zweiflern schlagend das Gegenteil bewiesen. In kurzer Zeit sei eine nationalsozialistische Organisation aufgebaut worden, die von dem Gedanken der Hilfsbereitschaft und des Opfermutes getragen worden fei. Die Ergebnisse der vorigen Jahre seien nicht nur erreicht, sondern übertroffen worden, lieber dreihundert Millionen RM. feien aufgebracht worden.
"Or aff oft zu herselken*. Der Redner stellte der Tagung das Wort des Führers voran „Wenn mich einer fragt, was Nationalsozialismus bedeutet, dann antworte ich ihm: .Dienst am deutschen Beden.'" Der Sinn des Bebens ist das Beben selbst. Betrachten wir das Beben im Kosmos: wir sehen es keinem und wachsen, wir sehen wie einen roten Aaden durch alles Beben eine Zweiheit laufen: ©eburt und Tod, Nacht und Tag, Keimen und Entfaltung. Diese Bebenserkenntnis hat uns der Na- twnalsozialismus gebracht. Er hat uns gezeigt, daß die Kräfte, die in uns und außer uns wirken, größer sind als alle Theorie. Diese Gesetze müssen wir in uns erfühlen, um durch ihre Kenntnis zur höch- sten Entfaltung unseres Daseins durchzudringen. Der Begriff Menschheit an sich bringt uns noch keine Vorstellung von derselben, er ist nur denk- bar in einer artgebundenen Form. Die Art, das Blut, die Raste muß in uns zur höchsten Entfaltung kommen.
Alles, was wir denken und fühlen, ist im Blute gebunden. Die Raffe ist der Urffoff, aus dem wir gemacht find, aber das Volk ist die Familie, durch die wir geformt werden. Darum muhte Adolf Hitler folgerichtig es aus- fprechen: „Die letzte Bindung ist unser Volk."
Außerhalb des Volkes gibt es keine Macht, die einen Anspruch auf die Seele eines einzelnen zu stellen hat. Die Voraussetzung zum Wachsen eines Volkes ist die gleiche seelische Einheit. Die nationalsozialistische Revolution ist das Ergebnis jahrhundertelanger Kämpfe um das Bild des deutschen Menschen. Der Führer hat schon in den Zeiten des Kampfes gesagt, daß es nicht die Macht um der Macht willen sein dürfe, die wir fordern, sondern die Macht, wenn man sie besitze, habe nur dazu zu dienen, den Staat zu erobern. Aber auch der Staat ist nicht das Betzte und darf nie Selbstzweck werden, sondern das letzte Ziel des Staates muß sein, der W i 1 - stensausdruck eines starken und einigen Volkes zu fein.
Unser Ziel nach der Machtübernahme muh fein: die Schaffung eines neuen Menschen.
Nur darum blieb im Bause ber Jahrhunderte so vielen Revolutionen der Erfolg versagt, weil sie nicht verstanden, den neuen Menschen zu schassen. Wir haben es nicht nötig, alte Schätze aus dem Boden zu buddeln, um uns daraus Mut zu holen für unsere Aufgaben in der Gegenwart. Wir haben es nicht nötig, uns aus der Vergangenheit eine Rechtfertigung unserer Gegenwart zu holen. Volkstum ist uns die Summe aller Ausdrucksformen, die als Gestalten des Glaubens sich eine Volksseele geschaffen hat. Nur durch die Kräfte der Seele ist uns z. B. das Reich der Töne erschlossen. Nur durch die Kräfte der Seele war es möglich, ein ganzes Volk in Marsch zu setzen. Es ist uns die Fahne geworden zu einem Symbol unseres ge«» m e i n f a m e n Glaubens, es ist das ßieb gewesen, bas uns vereint, es waren unsere Kund- gebungen, bie bie beutsche Seele aufrüttelten aus ihren jahrhunbertelangen Schlaf zu neuem Beben. Wenn ein Mensch bereit ist, fein Beben für ein Symbol zu geben, so ist bieses Symbol nicht ein Stück Tuch, fonbern äußerer Ausdruck seines innersten Glaubens.
Es ist unsere Aufgabe, in das Gemeinschaftsleben der Gegenwart unseres Volkes diesen Strom deutscher Vergangenheit fliehen und strömen zu lassen, um damit wieder das in jedem einzelnen anzuschlagen, was in ihm als deutschem Menschen noch lebt.
Und welches war unser Weg? Wir mußten alle Kräfte, die irgendwie mit dem Volke im Sinne dieser Arbeit verbunden waren, zusammenschließen. Nicht durch einfache befohlene Gleichschaltung, sondern unter zwei Gesichtspunkteck haben wir diese Zusammenfassung durchgeführt: bie Arbeit, bie gewachsen war, würbe von uns grunbsätzalich aner- fann unb nicht zerstört; bie Kräfte, bie bisher führten, würben anerkannt, auch wenn sie nicht an bie Partei gebunben waren. Denn es ging uns hier um bie Sache. Der Grunbkern sämtlicher bis da- hin einzelner und selbständiger Gruppen schloß sich im Reichsbund „Volkstum und Heimat" zusammen. Damit war jeder einzelne eingesetzt zur weiteren Mitarbeit im Kampf um die deutsche Seele.
Im Dors ist die Gemeinschaft natürlich gegeben. Im Betrieb mußte sie erst geformt werden. Diesem Zwecke dienten die Stoßtrupps. So wie diese Stoßtrupps eine Gemeinschaft bildeten, so sollten auch in den Betrieben Gemeinschaften entstehen.
So wird aus Stamm und Heimat das Bild des Stammes sich runden, und so wird aus den Stämmen sich ein Volk bilden.
Mit dem ßiebe „Unb wenn wir marschieren!..." schloß bie erste Arbeitstagung.
Wetterauer Dorfertebeu am Nachmittag
Nachmittags kam bas Bager am griebber- ger Wartturrn zusammen, wo Professor B l e - ch e r in großen Zügen ben aus ganz Deutschlanb in biefem Bager vertretenen Gästen bie Geschichte Friebbergs unb ber Wetterau erklärte. Dann ging es in frohem Marsche nach Ober -Rosbach, wo man bei Kaffee unb Kuchen eine gemütliche Stunbe verlebte. Durch Sprechchöre unb Bieber bekam man sehr halb miteinander die nötige Fühlung und Stimmung.
Inzwischen war, begrüßt durch eine donnernde Rakete, Dr. Weiß aus Berlin erschienen, der Stellvertreter des Führers der N S. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude", der bie Grüße biefer Organisation überbrachte.
Dberftubienbirettor Kamerab Philipps bot bann bem Bager Proben oberhessischer Munbart. Er verstanb es in feiner temperamentvollen Art, sogleich ben nötigen Kontakt herzustellen, und begeistert stimmte das ganze Bager in den Kehrreim ein „Die Werreraa soll läwe!"
In zwangloser Weise verbrachte man den übrigen Teil des Nachmittags auch in anderen ßofalen Ober-Rosbachs, das gerade die „Nachkerb" feierte. Es war ein Erleben für die Gäste, in wenigen Stunden ein Bild oberhessischen Dorflebens in sich aufzunehmen. Das bißchen Regen tat der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch. Mit einem Bastwagen fuhren die Teilnehmer nach Friedberg zurück, um noch zu dem am Abend in der Biebfrauenkirche stattfindenden Abendkonzert zurechtzukommen.
NIVEA
mild, leicht schäumend, gonz wundervoll im Geichmock


