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Feierlicher Auftakt des Reichsbauernthings. Landwirtschaftliche Ziele der Außenhandelspolitik.

dessen eine nicht unerhebliche Ausweitung ein­getreten war. Bisher seien nur die Groß- v i e h m ä r k t e in die Marktordnung einbezogen worden, weil diese für die Preisgestaltung aus­schlaggebend seien; in Zukunft müsse aber auch der übrige Biehoerkehr erfaßt werden, wenn das Ziel, eine geordnete Marktbelieferung und gerechte Preise, erreicht werden soll.

Goslar, 14.Mod. (DNB.) In Anwesenheit des Reichsbauernführers, des Staatssekretärs Willi- k e n s, des Stabsamtsführers R e i s ch l e und ande­rer Ehrengäste wurde das Reichsbauern, t h t n g am Mittwochabend im Kongreßzelt feierlich eingeleitet. Drei Musikkorps in Stärke von 113 Mann gaben dort ein Militärkonzert, das im ersten Teil die Verbundenheit von Nährstand und Wehr­stand symbolisch zum Ausdruck brachte. Nach der Festouvertüre über das VolksliedAch, wie ist's mögliich dann" ließen Variationen und Fantasien über alte Volkslieder Erinnerungen aus allen Gauen Deutschlands aufleben. Im zweiten Teil brachte das Konzert die bekanntesten Märsche in einer einzigartigen Zusammenstellung zu Gehör.

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Den Austakt zu den öffentlichen Verhandlungen des Reichsbauerntages bildete ein Abend für die Presse im historischen Zwinger. Stabshauptabtei­lungsletter Dr. Winter sprach über Außenhan­delsfragen. Für Deutschland bleibe die Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse ein Bedürfnis. Die Autarkie sei nur eine Waffe in einem Kampf, den Deutschland nicht wünsche, vor dem es aber auch nicht zurückschrecke. Nach dem Grundsatz:Leben und leben lassen", sei Deutsch­land bereit, sich am Aufbau des zusammengebroche­nen Handels zu beteiligen und den landwirtschaft­lichen Ueberschuß in dem Matze und der Form auf­zunehmen, wie er gebraucht werde. Dafür, daß die ausländischen Bauern in Deutschland Preise erziel­ten, die auf dem Weltmarkt nicht erzielt werden könnten, sollten ihre Länder deutsche In- dustriew aren, die als Wertarbeit Weltruf ge­nössen, aufnehmen. Das deutsche Bauerntum wolle also unter Zubilligung eines beträchtlichen Preis­unterschiedes eine Erweiterung des Han­delsvolumens herbeiführen, wenn das Opfer und die durch Deutschland geförderte bäuerliche Kaufkraft des Auslandes der gewerblichen Arbeiter- und Angestelltenschaft zu­gutekomme. An Stelle der schwerfälligen Kom­pensationsgeschäfte solle der reine Warenaus­tauschvertrag treten, der zunächst das gegen­seitige mengenmäßige Handelsvolumen feststelle, die Agrareinfuhr nach Deutschland in den deutschen inneren Markt einordne und ihr die Preisvorteile des deutschen Binnenmarktes gewähre. Also über­lasse es ein solcher Vertrag dem einführenden Lande, das Handelsvolumen beliebig auszuschöpfen. Deutschland hat bereits ein Reihe von Verträgen mit Polen, Südslawien, Lettland, Dänemark, Un­garn, Holland usw. unter dem Gesichtspunkt abge­schlossen, dem Welthandel neuen Auftrieb zu geben. Das Werk könne nur gelingen, wenn auch d i e Gegenseite sich zu einer verständnisvollen Mit­arbeit in dem großen Gedanken der europäischen Dauernidee zusammenfinde.

DieAegelung der Mchwirtfchafi

Auf der Verwaltungsratssitzung der milch- wirtschaftlichenHauptvereinigung er­stattete der Vorsitzende der Vereinigung, Bauer K ü p e r, den Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß die Marktordnung auf dem Milchgebiet im all­gemeinen als erfolgreich abgeschlossen gelten könne. Wenn gelegentlich Ueberfpannungen in der Anwendung einzelner Bestimmungen vergekommen seien, so handele es sich dabei nur um Einzelerscbei- nungen, die zudem schnell abgestellt worden seien. Butter sei in Zeiten der Schwemme aus dem Markt genommen und für erzeugungsschwache Zei­ten aufgespart worden. Bei anderen Erzeugnissen habe man versucht, die Erzeugung dem Verbrauch onzupassen. So sei die Herstellung von Tilsiter Käse in Ostpreußen und von Weichkäse im Allgäu zur Zeit der Milchschwemme zugunsten einer stärkeren Buttererzeugung eingeschränkt worden. Die Betreu­ung der Molkereibetriebe in technischer und wirt­schaftlicher Hinsicht durch die Hauptvereinidung habe sich als sehr erfolgreich erwiesen. Hierbei habe es gegolten, den Zustand zu beseitigen, daß in den

Städten häufig zu viel Molkereibetriebe vorhanden gewesen feien, während auf dem Lande gute Be­triebe nicht in ausreichender Zahl bestanden hatten. Bedenklichen Gemütern, die befürchteten, daß durch mit der Marktordnung verbundene Absatzsicherung eine Beeinträchtigung der Qualitätserzeugung ein­treten könnte, müsse zur Beruhigung gesagt werden, daß dieser Frage größte Beachtung geschenkt werde. Zur Zeit findet eineB u 11 e r q u a l i t ä t s - schlacht" statt. Im Laufe des November werde jeder Molkereibetrieb einer Kontrolle unterworfen, bei der strengste Maßstäbe Anwendung fänden.

Die Viehmarttordnung.

Auf der Sondertagung der H a u p t v e r e i n i- gung für Schlachtviehverwertung, unter Leitung des Reichskommissars für die gesamte Marktregelung, Freiherrn von Kanne, wurden die mit der V i e h m a r k t o r d n u n g zu- sammenhänaenden Fragen durchgesprochen. Haupt­abteilungsleiter Dr. Pflaumbaum ging von den Schwierigkeiten aus, die gerade bei der Viel­gestaltigkeit der Viehwirtschaft hier einer einheit­lichen Regelung entgegenstehen. Besonders erschwe­rend sei, daß die Viehpreise in der Krisenzeit kata­strophal niedrig gewesen waren, und daß infolge-

Bezeichnend sei, daß in den letzten Wochen auf manchen Märkten noch mehr Schweine hätten untergebracht werden können, obwohl die Belieferung in der Stückzahl 8 bis 10 v. H. größer als im Vorjahr war und auch das Gewicht der Einzeltiere höher war. Dies fei eine Folge des durch die Kaufkraftsteigerung eingetretenen stär- kerenFleischverbrauches. Bei freier Wirt- schäft würde unter diesen Umständen eine erhebliche Mehrbelastung unausbleiblich gewesen sein.

Uebrigens sei es auch auf den Rinder­märkten trotz der wesentlich höheren Anliefe­rungen gelungen, nicht nur den Preisstand bei Beginn der Marktregelung zu erhalten, sondern die Erlöse für den Bauern ebenfalls ohne Sela» ftung der Verbraucher etwas zu verbessern. Eine weitere Klärung werde durch Abänderung der bisherigen Preisfestsetzung nach reinen Preis­klassen in eine solche nach Schlachtwert­klassen angestrebt. Immer wieder kam zum Ausdruck, daß die Regelung der Viehwirtschaft nicht von der Preisfeite her, sondern durch eine Ordnung der Märkte erzielt werden müsse. Bei der Preisfeststellung werde von der Kaufkraft der Verbraucher aus­gegangen werden.

Die Festigung der deuisch-polnischen Beziehungen.

Oer neuernannte polnische Botschafter in Berlin überreicht -em Führer sein Beglaubigungsschreiben.

Berlin, 14.Nov. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heute den zum Bot­schafter ernannten bisherigen polnischen Gesandten Herrn J6zef L i p s k i zur Entgegen­nahme seines Beglaubigungsschreibens als Bot­schafter. Der Botschafter wurde nach dem üblichen Zeremoniell durch den Chef des Protokolls, Gesand­ten Graf Baffewitz, abgeholt und im Wagen des Führers zum Haufe des Reichspräsidenten" ge­leitet. Im Vorhof erwies eine Ehrenwache dem Botschafter die militärischen Ehrenbezeugungen. An dem Empfang nahmen außer den Herren der Um­gebung des Führers und Reichskanzlers der Reichs­minister des Auswärtigen, Freiherr von Neu­rath, teil.

Oer Botschafter

hielt bei Überreichung seines Beglaubigungs­schreibens in polnischer Sprache eine Rede, in der er u. a. ausführte:

Herr deutscher Reichskanzler! Ich habe die Ehre, Eurer Exzellenz das Beglaubigungsschreiben zu überreichen, auf Grund dessen der Herr Präsident der Republik Polen mich als außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter bei Eurer Excel- lenz beglaubigt.

Der Entschluß Polens und Deutschlands, ihre Vertretungen zu Botschaften zu erheben, ist ein Ausdruck der günstigen Entwicklung der Be­ziehungen zwischen unseren beiden Staaten.

Seitdem ich mit der Vertretung der polnischen Regierung betraut worden bin, habe ich mein gan­zes Bestreben darauf gerichtet, die Grundsätze zu verwirklichen, auf denen im Einklang mit der Stel­lungnahme Eurer Exzellenz die von meiner Re­gierung vollauf geteilt wird die Entwicklung der polnisch-deutschen Beziehungen sich stützen soll. Im Laufe des vergangenen Jahres ist die praktische Anwendung dieser Grundsätze, die ihren stärksten Ausdruck in der Erklärung vom 26. Januar 1934 gefunden haben, vorwärtsgeschritten und hat po­sitive, für beide Teile günstige Ergeb­nisse mit sich gebracht. Sie sind zweifellos eines der wichtigsten der in letzter Zeit in Europa auf

dem Gebiet der Stabilisierung des Frie­dens erzielten Gewinne.

In voller Würdigung der Wichtigkeit dieser Auf­gaben werde ich danach streben, daß das in dieser Richtung unternommene Werk s i ch weiter gün­stig entwickelt und daß in unseren Völkern ein immer besseres auf gegenseitiger Achtung beruhen­des Verstehen weiter wächst.

Indem ich Eurer Exzellenz für das mir bisher erwiesene Vertrauen meinen Dank ausspreche, möchte ich zugleich versichern, daß ich gemäß den Weisungen meiner Regierung nichts unterlassen werde, um an der Entwicklung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern zu arbeiten. Ich habe die Ehre, Eure Exzellenz zu bitten, mir bei der Erfüllung meiner Aufgaben Unterstützung ge­währen und mir weiterhin Eurer Exzellenz Ver­trauen entgegenbringen zu wollen.

Oer Führer und Reichskanzler

erwiderte mit folgenden Worten:

Herr Botschafter!

Ich habe die Ehre, aus Ihren Händen das Schrei­ben entgegenzunehmen, mit dem der Herr Präsident der Republik Polen Sie als außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter bei mir beglaubigt.

Auch ich sehe in der Erhebung der beiden Ver­tretungen Deutschlands und Polens zu Botschaften ein erfreuliches Zeichen für die glück­liche Entwicklung, die die Beziehungen zwi­schen unseren Ländern genommen haben. Der Neugestaltung dieser Beziehungen, die sich auf den üoereinftimmenöen Entschluß der deutschen Re­gierung und der polnischen Regierund stützt, kommt angesichts der mannigfachen Schwierigkeiten in der gegenwärtigen politischen Lage Europas eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie ist geeignet, nicht nur der Förderung der Interessen der beiden Länder zu dienen, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Sicherung des allge­meinen Friedens zu fein. Die bisher schon erzielten Ergebnisse können uns nur bestärken in dem Willen, auf dem eingeschlagenen Wege wei­ter fortzuschreiten, die Zusammenarbeit

20 Lahre Goethe-Bund.

Von Or.Otto Henning.

Dor mir liegen Jahresberichte, Protokollbücher, Pressekritiken, Briefe, Programme u. a. mehr aus den beiden Jahrzehnten der Bundestätig ke-it. Zum Teil schon vergilbte Blätter. Unzählige Namen von Dichtern, Vortragenden, Künstlern und Bundesmit- aliebern. Mit jedem Namen, mit jedem Bericht ist für mich eine ebenso große Fülle von wertvollen Erinnerungen und unvergeßlichen Erlebnissen ver­bunden.

Gegründet eine kurze Zeitspanne vor der Stunde des gewaltigen Bekenntnisses unseres Volkes zu Vaterland und Volkstum, zu Heimat und Scholle, war der Weg des Bundes vorbestimmt, war Ziel und Aufgabe festgelegt. Kaum waren die Wider­wärtigkeiten und Hemmnisse der Kriegsjahre über­wunden, ging der Goethe-Bund an feine wich­tigste Aufgabe mit voller Tatkraft heran: Pflege und Förderung echten deutschen Schrifttums und Geistes­lebens. Bereits im Oktober 1919 fand der erste öffentliche Dichterabend statt: Cäsar F l a i s ch l e n las aus eigenen Werken. Von diesem Zeitpunkt ab hat dann der Bund bis zum heutigen Tage alljähr­lich je vier Vertreter unseres deutschen zeitgenössi­schen Schrifttums zu sich gerufen. Es gibt wohl nur ganz wenige große Deutsche Dichterpersönlichkeiten in der Geschichte unseres deutschen Schrifttums der letzten 15 Jahre, die nicht Gast des Goethe-Bundes gewesen sind. Ich nenne einige markante Namen unserer Dichtergäste: Werner Beumelburg, Rudolf G. B i n ö i n g , Walter Bloem, Hans Carossa, Edwin Erich Dwinger, Paul E i p- per, Herbert Eulenberg, Hans Grimm, Rudolf Herzog, Agnes M i e g e l, Walter von Molo, Börries Freiherr von Münchhaufen, Josef Ponten, Rudolf P r e s b c r, Ina Seidel, Wilhelm von Scholz, Felix Timmermans, Will Vesper, Ernst Zahn. Aus der Reihe der Toten: Theodor Däubler, Paul Ernst, Paul Keller, Anton W i l d g a n s.

Zu einer größeren Zahl von literarischen Gedenk­feiern wurden die besten deutschen Sprecher ge­rufen; vor allem war Ludwig Wüllner des öfteren zu solchen Gelegenheiten unser Gast. Die Heimatdichtung war vertreten durch Frohwein- Büchner- Marburg, Robert Schneide r-Darm- stadt, Albert H. Rausch- Friedberg.

Neben den Dichterabenden und literarischen Ge­denkstunden vermittelte der Goethe-Bund den Gie­

ßener Kunstfreunden eine große Zahl von bedeut­samen Gastspielen, so z. B. die berühmten H a a s « Berkow-Fe st spiele (Totentanz und mittel­alterliches Mysterienspiel), Ivo Puhonnys Ma- rionetten-Bühne, verschiedene Tanzgastspiele usw.

Mit besonderer Freude erinnern wir uns an den Kammerspielzy klus im Stadttheater, den der frühere Intendant unseres Stadttheaters, Dr. Rolf P r a f ch , zusammen mit dem Goethe- Bund während zweier Theater-Winter veranstal­tete: unvergeßlich die köstliche Aufführung von GoethesMitschuldigen", das SpielDer Acker­mann aus Böhmen" von Johannes von Saaz und Julius Maria BeckersBrückengeist".

Guter und froher Unterhaltung, nutzbringender Belebung waren die allgemeinen Vor­tragsabende gewidmet. Verdienstvolle Persön­lichkeiten der Wirtschaft berichteten über Erfolge und Kühnheit deutschen Forschergeistes. Wir denken an die Vortragsabende von Asienforscher Wilhelm Filchner, Walter Stötzner, an den Hima­lajaforscher Karl Bauer. Kampferprobte deutsche Männer, wie Kapitänleutnant Freiherr v. Spie­gel, kündeten von deutschem Heldentum. Die besten und anerkanntesten Vortragenden des deut­schen Volksbildungs- und Lichtbildwesens lernten wir am Vortragstisch kennen und bereicherten unser Allgemeinwissen.

So vermittelte im Laufe der 20 Jahre des Goethe- Bundes in über 300 Veranstaltungen mit weit über 100 000 von Teilnehmern wertvolle Belehrung und wertvollen Kunstgenuß. Nicht minder bedeutsam ist die sozial-gemeinnützige Aufgabe, die sich der Goethe- Bund gesetzt hat: Seine Feierabendstunden will der Goethe-Bund in gemeinnütziger Weise ohne Rück­sicht auf berufliche und wirtschaftliche Standesfragen allen denen bieten, die Bedürfnis hiernach haben.

Darüber hinaus hat sich der Bund immer wieder in den Dienst sozialer Mithilfe und gemeinnütziger Kulturpflege gestellt. Einer seiner ersten öffentlichen Abende im Winter 1914 war ein froher Dichter- Abend. Der nicht geringe Reinertrag dieses Abends wurde dem Kriegslazarett in Steins Garten über­wiesen. In späteren Jahren fanden im Stadttheater zwei große Veranstaltungen des Bundes statt, die dem deutschen Volkslied gewidmet waren. Der Rein­gewinn floß den sozialen Einrichtungen der Gieße­ner Studentenschaft zu. Des weiteren stellte sich der Bund der Gießener Studentenschaft mehrere Semester bei der Sammlung der Mittel zur (Er­richtung eines Ehrenmales für die im Weltkrieg gefallenen Kommilitonen zur Verfügung. Eine grö­

ßere Zahl von Kunstabenden des Bundes hatte einen nicht geringen Geldbetrag erbracht, doch zer­floß dieser leider durch die Jnflationswelle in ein Nichts, bevor er entsprechend verwertet werden konnte.

Ich habe aus der Fülle des Berichtstoffes nur das mir für einenoffiziellen" 20 - Jahresbericht wichtig Erscheinende herausgegriffen. Manch Reife­res und auch nachdenkliches Erlebnis mit den Dich­ter- und Vortragsgästen könnte berichtet werden; Rnurn und Ort dieses Berichtes gestatten es nicht.

Das Werk des großen deutschen Dichters, dessen Namen der Bund trägt, zu ehren, im Sinne des allumfassenden Geistes seines Schutzherren deutsches Schrifttum und Geistesleben zu pflegen und der All­gemeinbildung zu dienen, war und ist die vor­nehmste kulturelle Ausgabe des Goethe-Bundes. Nach der Arbeit des Alltags die Stunden des Feier­abends zu verschönen, dieser Freizeit einen geistig erfrischenden und für die harte Berufsarbeit stär­kenden Inhalt zu geben, ist die soziale Zielsetzung des Bundes. So hat sich der Goethe-Bund heute am Ausgang seines zweiten Lebensiahrzehnts in die geistige und soziale Sendung unseres Führers Adolf Hitler zurückgefunden.

Es gibt der geistige und nationale Aufbruch unse­rer Nation auch dem Goethe-Bund neuen starken Austrieb für fein kulturelles und gemeinnütziges Schaffen, bestärkt alle die, die in Treue und Opfer­bereitschaft an dem Aufbau des Bundes mitgear- beitet haben und ermahnt die, die bisher noch lässig und säumig abseits standen, an ihre Pflicht, an dem Kulturwerk des Goethe-Bundes ebenfalls tatkräftig und opferbereit Anteil zu nehmen.

Kunst und Wissenschaft.

Aufgaben und Ziele der ReichS- musilkammer.

Auf der jüngsten Taauna der Reichs- musikkammer in Berlin hielt Staatssekretär Funk eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Deutsche Kultur ist für uns gleichbedeutend mit nationalsozialistischer Kultur. Durch die Kunst und in der Kunst vollzieht sich eine geistige Beeinflus­sung des Volkes, die der Staat lenken, formen und mit Gehalt erfüllen muß. So wird es verständlich, daß die Kulturkammern und ihre Berufsverbände alle Dinge des Berufes zu erledigen haben, die kulturellen sowohl wie die wirtschaftüchen, sozialen

auf den verschiedenen Gebieten unserer Beziehungen immer mehr zu vertiefen und so in g e g e n f e i tiger Achtung und in gegenseitigem Verstehen ein festes und dauerhaftes freund- nachbarliches Verhältnis zwischen Deutsch- land und Polen zu begründen. Auch auf wirt« fchaftlichem Gebiet ist Deutschland gern be. reit, zur Ueberwindung der durch die gegenwärtig« Krise verursachten Schwierigkeiten das ©einige bei. zutragen und den beiderseitigen Warenaustausch nach Möglichkeit zu fördern.

Ich begrüße es, daß Sie, Herr Botschafter, der Sie an der Entwicklung der deutsch-polnischen Be. Ziehungen schon so erfolgreich mitgearbeitet haben, von Ihrer Regierung dazu ausersehen sind, sich nun auch in Ihrer neuen Eigenschaft dieser Aufgabe zu widmen. Sie können überzeugt sein, daß Sie bei Ihrer Arbeit ftets meine Unter st ützung und auch die Unterstützung meiner Regierung finden werden.

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Hieran schloß sich eine längere Unterhaltung; als. dann stellte der Botschafter dem Führer und Reichs- tangier die Mitglieder seiner Botschaft vor. Beim Verlassen des Hauses erwies die Ehrenwache dem Botschafter erneut militärische Ehrenbezeugungen. In einem gleichen Staatsakt hat in Warschau der neuernannte deutsche Botschafter von M o l t k e dem polnischen Staatspräsidenten eben­falls fein Beglaubigungsschreiben überreicht.

Leistung für die Volksgemeinschaft.

Aufruf des Führers der Wirtschaft zum Winterhilfswerk.

Berlin, 14.Nov. (DNB.) Der kommissarisch« Führer der Wirtschaft, Graf von der Goltz, erließ einen Aufruf zum Winterhilfswerk, dem sämtliche in Berlin anwesenden Wirtschaftsführer ihre Zustimmung gaben. In dem Aufruf heißt es:

Parteigenossen, Volksgenossen, Kameraden der deutschen Wirtschaft!

Deutscher Sozialismus ist der Tag für Tag er­probte Wille zur Leistung für die Volks­gemeinschaft. Tag für Tag diesen Willen durch Leistung zu bekunden, ist unsere Aufgabe. Uns alle hat die Reichsregierung aufgerufen, die­sem uns beseelenden Willen Ausdruck zu geben durch den immer aufs neue durch die Tat sich be­kundenden Willen zur Förderung des Win­terhilfswerkes der Reichsregierung. Ihnen allen, meine Kameraden aus der deutschen Wirt- schäft, obliegt die Ehrenpflicht, miteinander zu wett- eifern in der Förderung dieser Großtat des deut­schen Sozialismus, dieser schöpferischen Leistung, die unter dem bindenden Gesetz steht, daß derjenige, dem es vergönnt ist, Höheres zu (e i ft e n, auch höhere Pflichten für d i e Volksgemein­schaft zu tragen hat. Die große Leistung des deutschen Unternehmertums für das Winterhilfs- werk des letzten Jahres hat in aller Welt wohl­verdiente Anerkennung gefunden. Es gilt für jeden einzelnen, in der Fürsorge für die not­leidenden Volksgenossen nicht nachzulassen, sondern vielmehr die eigene Leistung nach Kräften zu steigern. Opfert für die Not, damit die Bluts- gemeinfchaft der Deutschen frei und glücklich werde.

Oer neue deutsche Gesandte in Bukarest.

Bukarest, 14. Nov. (DNB.) Der neue deutsche Gesandte von Dehn überreichte dem König Karl in feierlicher Audienz sein Beglaubigungs­schreiben. Die Ansprachen des Gesandten und des Königs waren sehr h e r zl i ch. Beide Reden wurden in deutscher Sprache gehalten. Auch in dem anschließenden zwanglosen Ge­spräch des Königs mit dem Gesandten wurde aus- fchließlich die deutsche Sprache benutzt. Der König war in Generalsuniform und trug Band und Stern des Schwarzen Adlerordens. Gesandter von Dehn hatte zwei Tage vor dem Empfang eine lange Unt«* rebung mit dem rumänischen Außenminister Ti> t u l e s c u.

und rechtlichen. Eine Gefahr besteht bei dieser alles umfassenden Organisation, nämlich die, daß zu­viel organisiert und reglementiert wird und daß fchließlich die Organisation Selbstzweck wird. Gerade im Kulturleben und in der Kunst müßte ein Ueberfpannen des Organisationsgedankens und ein übermäßiges Reglementieren verheerend wirken.

Etwas anderes ist es, wenn man individuelle Auswüchse bekämpft, die aus einer überwundene« Epoche in unsere Zeit hinübergekommen sind. Das Zeitalter des reinen Virtuosentumes habe« wir glücklich überwunden. Auch das allzu groß« Spezialistentum in der Kunst ist schädlich. Noch etwas anderes ist zu überwinden, nämlich das Weltbürgertum des Künstlers. Wir wollen in unserem Berufsstande deutsche Künstler haben und die deutsche Kunst pflegen, was nicht aus­schließt, daß wir die Kunst und die Künstler ande­rer Länder achten und unserem Volke zugänglich machen. Aber die Musik ist nun einmal die deut­scheste Kunst, und sie soll dies ewig bleiben. Ver­gessen S i e über den Künst 1 er nicht die Kunst! Das letzte Ziel ist die national sozialistische Musikgemeinschaft in der national» sozialistischen Volksgemeinschaft.

Kunstausstellung ..Die Auslese* in Berlin.

Vor einem großen Kreis von Künstlern und Kunstinteressenten wurde in Berlin die von bef NS.-Kulturgemeinde veranstaltete Ausstellung bi dender KunstD i e Auslese" eröffnet. Reich-- leiter Rosenberg erklärte in feiner Eröffnungs­rede u. a. Die ganzen vergangenen Jahre hat bet Nationalsozialismus auch kulturell das Krankhafte und Verzerrte bekämpft, und er bekämpfte ebenso den Niggersong, der sich an die Stelle des deutschen Volksliedes setzte, wie auch die Entartung der Tanzkunst. Die Vergiftung auf dem Gebiete der Kultur waren schwerer als auf dem des politische« Ringens, und wir werden noch jahrelang ih" Folgen zu tragen haben. In dieser Situation hat die NS.-Kulturgemeinde den ersten Versuch unter­nommen, eine Darstellung künstlerischen Schaffens zu geben. Wir haben die Künstler in ihren Ateliers aufgesucht und haben aus der großen Zahl ringen­der Kräfte diejenigen ausgewählt, die vielverspre­chend jür die Zukunft schienen. Ein Kennzeichen der meisten eingelaufenen Arbeiten ist unverkennbar, nämlich ein romantischer Zug. Es fehlen noch Werke monumentaler Art und solche, die zu­gleich ein Epos der deutschen Arbett fingen.

liegt noch eine Aufgabe der Zukunft.