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m. 24( Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, (5. Oktober (934

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Barthous letzte Ruhestätte

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ia kaum denkbar.

heute einem seinen

gen entwickelte sich das Institut unter seiner Leitung und hingebenden Arbeit zu seiner heutigen Bedeu­tung. Aus einem einzigen Arbeitszimmer wurde ein ganzes Haus mit vielen Arbeitsräumen, in denen heute die Assistenten und Studenten sitzen. Ein eige­nes Museum ist entstanden, in dem in fleißiger

Produktion erforderliche Rohmaterial, nämlich erde, verarbeitet werden können.

Die Aluminium-Erzeugung geschieht noch in den meisten Ländern aus Bauxit, an Tonerde besonders reichen Rohstoff, der

1928 der Hauptanteil an der Weltproduktion mit 1 fast 50 v. H. in Amerika lag, so entfielen weitere 20 v. H. der Weltproduktion allein auf die ' Werke in Deutschland und in der Schweiz. Die' gesamte deutsche Kapazität beträgt nach einer Sta­tistik etwa 45 000 Tonnen, die von fünf Werken hergestellt werden.

Die Abhängigkeit der deutschen Aluminium-Erzeu­gung vom Auslande erstreckte sich bisher also nur auf die im Gesamtfabrikationsprozeß etwa 10 v. H. betragende Rohstoffmenge, ins­besondere Bauxit und F l u ß s p a t,' der bei dem Schmelzflußprozeß benötigt wird. Selbstver­ständlich ging das Bestreben unserer Forschung seit langem dahin, Aluminium auch ohne Zusatz fremder Stoffe herzustellen. Es sind nun in dieser Richtung bedeutsame Erfolge erzielt worden, die es ermög­lichen, in absehbarer Zeit das auf dem Metallmarkt immer wichtiger werdende Aluminium als ein rein deutsches Erzeugnis zu gewinnen.

In der Melodie des alten Volksliedes liegt so ganz die Schwermut der herbstlichen Natur, wenn die ersten Stürme in dem braunen Laub unserer Wälder aufräumen. Und wenn die Bäume ihr letz­tes herbstliches Kleid ablegen, dann wird der Wald auch leer von all den kleinen buntgefiederten Sän­gern, die uns in den Sommermonaten so oft durch ihre Lieder erfreut haben. Die Buchfinken und die Meisen, die Rotkehlchen und die Schwalben und die Lerchen, Amsel, Drossel und wie sie alle heißen mö­gen, ziehen fort in den sonnigen Süden, nach Ita­lien und nach Spanien, ja weit bis in das tropische Afrika hinunter. Mit einer bestimmten Regelmäßig­keit wiederholt sich dieser Vorgang im Leben der

Natur und stellt den Wissenschaftlern schon seit Jahr- zehnten die Aufgabe der Erforschung des alljähr­lichen Vogelzuges.

Das Grab auf dem berühmten Pariser Friedhof Pere-Lachaise, in dem der ermordete Außen­minister beigesetzt wurde.

Die Eidesleistung des jugoslawischen Regenffchastsrates

icrer auf der Nehrung begegnen immer wieder die über die struppigen Fichtenschläge ge­spannten feinmaschigen Netze. In diesenFallen" werden die kleinen Sänger und Wanderer gefangen, werden beringt und schnell wieder f r e i g e - lass e n. Die Ringe tragen die laufende Nummer und die InschriftRossitten Germany. Und

praktisch e" Arbeit einen großen Raum ein. Das ist einmal die Zählung der ziehenden Vögel, die Beringung eingefangenerVertreter" des Schwarms oder die planmäßigeAuflassung" gan­zer Vogelzüge. Und nicht zuletzt muß das große Heer der freiwilligen Helfer, die sich über das ganze europäische und afrikanische Festland verteilen, er­faßt und regelmäßig betreut werden sonst wäre

Das Rohstoffproblem und die technische Forschung

Von diesen entfallen wieder etwa 7 v. H. auf die reine Tonerde, die heute, wie schon erwähnt, aus ausländischen Rohmaterialien gewonnen wird. Streng genommen bestand also bisher schon das Aluminium, das in Deutschland erzeugt wurde, zum überwiegenden Teil aus in Deutschland gewonnenen Energien und deutscher Arbeit und zum kleine­ren Teil aus fremdem Rohmaterial, dessen Auf­schließung jedoch in deutschen Werken geschehen kann und geschieht.

Weite Kreise werden nicht darüber unterrichtet sein, daß wir heute in Deutschland durchaus m der Lage sind, unseren Aluminiumbedarf s e l b st zu decken. Wenngleich nach Angabe aus dem Jahre

Deutsches Aluminium.

Von Dr. ttrehschmar.

VI*.

Die Leichtmetalle nehmen in der Technik einen immer breiteren Raum ein, seitdem durch Verwendung geeigneter Legierungen ihre Festigkeit erheblich gesteigert worden ist. Duralumin, Aludur, Elektron, um nur die bekanntesten zu nennen, werden im Flugzeugbau, im Automobil­bau, in der Haushaltartikelindustrie und in zahl­reichen anderen Zweigen der Technik in steigendem Maße verwendet. Das Problem der Rohstoffver­sorgung liegt auf diesem Gebiete sehr günstig: Elektron wird zu 90 v. H. aus Magnesium her- gestellt, das wir in Deutschland in genügender Menge gewinnen. Auch die anderen genannten Leichtmetalle enthalten zum großen Teil Stoffe, die wir im eigenen Boden finden. Alle haben sie jedoch einen Aluminiumzusatz. Zur Alumi - n i um Herstellung benötigten wir aber bisher ge­wisse Zusätze fremder Stoffe. Die Forschung hat sich seit langem bemüht, eine Methode zu finden, um Aluminium ausschließlich aus deut­schen Rohstoffen herzustellen. Nunmehr dürfte diese wichtige Frage gelöst sein.

So weit verbreitet heute schon das Aluminium­metall auf allen Gebieten der Wirtschaft ist, so wenig weiß die Verbraucherschaft, welche Bedeutung ihm im Volkshauhalt zukommt. Zwar kennt jede Hausfrau den Aluminiumkochtopf, das Tee-Ei, den Salz- und Pfefferbehälter aus Aluminium, jeder Hitlerjunge den Feldkocher daraus, jeder Autofahrer die Aluminiumkarosserie, aber nur wenige sind über die Bedeutung der Frage unterrichtet, ob wir in Deutschland auch tatsächlich dieses Metall unab­hängig vom Ausland zu erzeugen ver­mögen. Es verlohnt sich deshalb, diese Frage einmal vom Standpunkt der deutschen Technik aus zu behandeln, und die Frage zu stellen: Sind wir berechtigt, das Aluminium als ein deutsches Metall, als einen in Deutschland gewinnbaren Stoff zu bezeichnen?

Wir wollen uns zunächst dessen erinnern, daß es im Jahre 1827 dem deutschen Chemiker Fried­rich Wöhler neben dem Dänen O e r st e d erst­malig gelang, metallisches Aluminium zu gewinnen. Wenn die spätere Entwicklung zur technischen Ge­winnung im Auslande erfolgte, so hauptsächlich, weil es in Deutschland an geeigneten Wasserkräften fehlte, die für die Fabrikation den notwendigen elektrischen Strom lieferten. Außerdem mangelte es in Deutschland zunächst an solchen Roh­stoffen, die leicht auf das für die Aluminium-

Von links nach rechts: Professor Dr. Radenko Stankowitsch, Dr. Iwan P e r o w i t s ch und Prinz Paul Karag eorgewitsch.

Namen von einem Ort in Frankreich herleitet, wo er. zuerst gefunden wurde. Dieser Bauxit kann auf verschiedene Weise auf reine Tonerde um­gearbeitet werden, die dann mit der sogenannten Schmelzflußelektrolyse zu metallischem Alumi­nium umgewandelt wird. Da hierzu ein erheb­licher Aufwand an elektrischer Energie erforderlich ist, liegen die meisten Werke in Gegenden, in denen der elektrische Strom aus billiger Wasserkraft er­zeugt wird. Allein die Unkosten für die elektrischen Oefen und den aufzuwendenden Strom belaufen sich auf nahezu 70 v. H., während der Anteil der Kosten für das Rohmaterial nur etwa 10 v. H. beträgt.

* Vgl. Gießener Anzeiger vom 1., 8., 15. und 29. September und 6. Oktober.

Wenn die Schwalben heimwärts ziehn

Besuch in der Rossittener Vogelwarte.

Sammelarbeit alle besonderen Merkmale des Vogel­zuges auf wissenschaftlicher Grundlage veranschau­licht und den Freunden der Natur zugänglich ge­macht wurden. Die Rossittener Vogelwarte hat heute in der Fachwelt grundlegende Bedeutung erlangt. Seit 1923 gehört das Institut zu dem Kreis der Forschungsanstalten derKaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften" in Berlin-Dah­lem. Im Jahr 1919 löste den verdienten Gründer der Direktor des Berliner Aquariums, Dr. O. Heinroth, ab.

Die Lage der Rossittener Warte ist nicht von ungefähr gewählt. Die Kurifche Nehrung bildet als ein vorgeschobenes Gebiet ein hervorragendes Durchzugsgebiet der gesamten östlichen und nördlichen Vogelwelt. Zu vielen Hunderttausenden ziehen hier im Herbst und im Frühjahr dieAus­wanderer" undHeimkehrer" über das Land. Die Wolken dieser Vogelscharen beherrschen zu diesen Jahreszeiten das ganze Landschaftsbild. Neben der rein theoretischen und wissenschaftlichen Auswertung der gewonnenen Erfahrungen und angefteUten Beobachtungen nimmt aber auch vor allem die

Professor I. T h i e n e m a n n, einer der Pioniere

der deutschen Forscherarbeit des Vogelzuges, grün- |UH

öete schon 1901 die heute in aller Welt bekannte die Arbeit der Beobachtung und Verfolgung des Vogelwarte in Roffitten auf der Kuri- Vogelzuges je * * *'

schen Nehrung in Ostpreußen. Aus kleinen Anfän- Dem Wand

NG-Gemeinschast Krast durch Freude".

Kultur- und Werbe-Abend im Gießener Stadttheater.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" (NS.-Kulturgemeinde Gießen) hatte für Samstag­abend zu einem großen Kultur- und Werbe-Abend für alle Gliederungen der NSDAP, im Stadttheater eingeladen. Eine stattliche Gemeinde war dem Rufe gefolgt. Die Dortragsfolge wurde eingeleitet durch die kraftvoll-heroischen Klänge derCoriolan"-Ouver- türe von Beethoven, gespielt vom Stadttheater- Orchester unter der trefflichen Leitung von Kapell­meister C u j e. Darauf hieß ein Vertreter des in letzter Minute am Erscheinen verhinderten Kreis- walters der DAF., Pg. Wagner, die Anwesen­den herzlich willkommen: er freue sich, daß man der Einladung so zahlreich Folge geleistet habe: die heu­tige Veranstaltung sei richtungweisend für die kom­menden Veranstaltungen der Gemeinschaft in diesem Winter; er wünsche allen an diesem Abend recht viel Kraft durch Freude. Hierauf hörten wir zwei Lieder von Hugo Wolf, von Karl Tank (Stadttheater) mit gutem Ausdruck klangschön und sauber gesungen.

Pg. Karl C h r i st, KreiswartKraft durch Freude" und Kreisobmann der NS.-Kulturge- meinbe, hielt anschließend eine AnspracheD a s Wesen unserer deutschen Kultur"; er erinnerte einleitend an den großen Aufbruch der Nation und das Bekenntnis des ganzen Volkes zum Führer und verlas dann als Beispiel für die Stimmen derer, die das deutsche Wesen nicht zu be­greifen vermöchten, Proben aus der viel besproche­nen Auseinandersetzung zwischen dem Franzosen Romain Rolland und Rudolf G. Binding im Früh- fahr 1933 einer grundsätzlich abgrenzenden Mei­nungsäußerung über Deutschtum und Weltbürger­tum. Nur wer die unendliche Weite der deutschen Seele als Wesen der deutschen Kultur erkenne, könne die Entwicklung durch die Jahrhunderte bis an die Schwelle des Dritten Reiches begreifen. Aus dem deutschen Wesen seien weder die Elemente des christlichen noch des germanischen Geistes wegzuden­ken. Die großen Meister der Nation von Eckehard bis Goethe haben davon Zeugnis abgelegt. Der deutsche Mensch sei gekennzeichnet im Wesensgrunde als der Wanderer zwischen beiden Welten, erfüllt von ewiger Sehnsucht. Der Wellenbewegung ber, geistigen Entwicklung unseres Volkes entspreche bie j Entwicklung ber nationalsozialistischen Jbee unb Be­wegung Wir leben nicht mehr im Zeitalter ber Empfinbsamkeit, es gehe heute hart zu, nur bas

könne heute bie Aufgabe fein: Treue zu halten bem eigenen Volke. Es gehe allein barum, ben Willen zur Tat unb ben Willen zur Innerlichkeit mitein- anber zu verbinden: und um das Bewußtsein des gemeinsamen Schicksals. Nur ein starkes und gesun­des Volk könne den Anspruch auf eine Führer- stellung erheben Dies sei auch der Sinn der Ge­meinschaftKraft durch Freude". Bejahung sei not­wendig, sonst sei aller Kampf und der Wille zur Macht nicht zu verantworten Die allumfassende deutsche Innerlichkeit kennzeichne sich am besten im weltumspannenden Wesen der deutschen Musik. Auch Beethoven und Mozart stammten aus dem Volke. Es sei nicht wahr, daß das Volk die hohe Kunst nicht begreife, das Volk wisse genau, was gut und echt sei. Die Kunst der großen deutschen Mei­ster solle durch die NS.-Kulturgemeinde wieder ins Volk getragen werden. Verwurzelung im Heimatqe- öanfen fei freilich dafür die Voraussetzung. Mit einem Bekenntnis zur ewigen Kraft des deutschen Volkes schloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen Das liebliche Ada­gio aus einem Mozart-Konzert bildete an Stelle des Brandenburgischen Konzerts Nr. 4 von Bach, das die Vortragsfolge allzusehr ausgedehnt haben würde, den Abschluß des ersten Teiles der Vortragsfolge.

j Nach der Pause vernahmen wir zunächst den f^ü^iugsmäßig heiteren Hirtenchor aus Schuberts Rosamunde", vom GesangvereinSängerkranz" unter Mitwirkung des Stadttheater-Orchesters vor- trefflich zu Gehör gebracht. Paul Nieren vom Stadttheater, herzlich begrüßt unb sogleich mit bem Publikum im Kontakt, erntete für zwei heitere Vor­tragsstücke vom golbenen Lachen und von der Erfin­dung des Küssens reichen Beifall und mußte noch ^ue kleine Zugabe stiften. Der MännerchorHeiter- kelt-Liederkran;" fang unter der sorgsamen Leitung seines Dirigenten Schüttler fein gestuft und mit schönem StimmaterialDas Wandern ist des Mül-1 i *ers Lust" undFreiheit, die ich meine". Auch diese I und alle folgenden Darbietungen fanden mit Recht öen reichen Applaus der dankbaren Gemeinde. Das bekannte Menuett von Boccherini, von Maja von Rabenau im stilisierten Kostüm ber Zeit graziös getanzt, beschloß ben zweiten Teil bes Abenbs.

I Der dritte Teil begann mit einem sogenannten Offenen Singen" unter Leitung von Herrn Sieg- l e r, der eine kurze erläuternde Einführung gab unb

i alsbald das ganze Publikum mit dem gemeinsamen Gesang von Volksliedern an der Ausgestaltung der Dortragsfolge aktiv beteiligte. Die Sache machte allen Leuten offenbar große Freude: es war über­raschend, wie schnell sich der große Chor zusammen­fand, und wieviel gutes, naturwüchsiges Stimmen­material dabei zum Vorschein kam. Der erste Ver­such wurde unter allgemeiner Zustimmung und Mit-'

Wirkung mit bestem Erfolg wiederholt; "gerade in diesem einfachen, volkstümlichen Musizieren kam der Gemeinschaftsgedanke, der den Veranstaltungen der Kraft durch Freude" zugrundeliegt, aufs glücklichste zum Ausdruck. Viel Anerkennung und Heiterkeit fand auch der Thomafche EinakterGelähmte ! Schwingen", der von den Herren Geiger und Hub und den Damen Wiel ander, Schubert- Jüngling und Decker (Gießener Stadttheater) mit großer Hingabe gespielt wurde. Zum Schluß der Vortragsfolge erschienen, angekündigt von Herrn Nieren, Georg Heß (Leihgestern) und Elisabeth Wielander in einer heiteren Szene in Versen mit Volksliedgesang und Tanz und Zieh­harmonikabegleitung eine wirklich hübsche und wohlgelungene Sache unter dem aktuellen Motto Stadt und Land Hand in Hand". Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und der gemeinsame Ge­sang des Deutschlandliedes und des Horst-Wefsel- Liedes beendeten den in allen Teilen höchst erfolg­reichen und im Sinne einer kulturellen Volks­gemeinschaft begrüßenswerten Kultur- und Werbe- Abend.

Großwildjriaei- im Fluazeuq.

Das Flugzeug gestattet dem modernen Jäger in drei Stunden mehr Großwild aufZufpüren, als früher der erfahrenste Nimrod in drei Monaten erspähen konnte. Erstaunliche Bilder des großartig­sten Tierlebens überraschen ben, ber über bie un- enblichen Weiten bes schwarzen Erbteils bahin- schwebt.Riesige Zebrawerben, gewaltige Anti­lopenmengen, Giraffen in ihrem eigenartigen Lauf­rhythmus unb zahllose andere Wildrudel ziehen vorüber", so schildert W. I. Makin, der 25 000 Kilo­meter über Afrika geflogen ist, seine Eindrücke. Unser Flugzeug störte einmal auf einem schein­bar unbewegten See Tausende von rosa Flamingos auf, die uns wie eine bunte Wolke umflatterten. Wir sichteten beim Flug über den Njanza-See Kro­kodile und Flußpferde, und es war lustig zu sehen, wie die Flußpferde ihre dicken Köpfe ärger­lich zu uns emporhoben. Als wir an das Ufer heruntergingen, wurden plötzlich schwarze Holz­pflöcke, die in der Sonne lagen, lebendig: Kroko­dile. Ein Schlag mit dem schuppigen Schwanz, und sie waren im Wasser. Graue schlammbedeckte Ele­fanten hoben sich mit der schwerfälligen Würde alter Herren aus den Sümpfen des südlichen Su­dan. Ein andermal sausten wir über das Paradies der Großwildjäger, die Serengeti-EbNien von Tan­ganjika, auf denen meilenweit die größten Wildher­den der Welt weiden." Da die afrikanischen Jagd­gebiete jetzt so leicht zu erreichen sind, werden regelmäßig Ausflüge dahin veranstaltet. Nimrods,

die hier ihrem Sport frönen wollen, sparen Wochen gegenüber dem bisher üblichen Wege. Nairobi im Herzen des besten afrikanischen Jagdgebietes ist auf ber gewöhnlichen Fluglinie nur 7 Tage von London entfernt, und man kann heute von den Hauptstädten Europas aus leicht jene Gefilde erreichen, in denen es Löwen, Elefanten, Giraffen usw. in Fülle gibt. Zn Brüssel z. B. werden besondere Luft-Jagdreisen nach dem Belgischen Kongo regelmäßig von den Fluggesellschaften veranstaltet, und auf einer Expe­dition, die im ganzen 38 Tage dauert, können die fliegenden Jäger 24 in Afrika verbringen. Natür­lich wird kein echter Jäger auf den Gedanken kom­men, Großwild aus der Luft zu schießen. Das wäre ja auch mit einem gewöhnlichen Gewehr unmöglich von einer Maschine aus, die 200 Kilometer in der Stunde zurücklegt. Die Benutzung des Maschinen­gewehrs, die anfänglich hie und da vorkam, ist streng verboten und für jeden anständigen Sports- mann ausgeschlossen. Man jagt nur mit der Film­kamera, aber auch bas ist für das Bild nicht un« bedenklich. Das Flugzeug muß dazu tief herunter- gehen und Erhebungen des Tierschutzoereins des Britischen Reiches haben bewiesen, daß das Wohl­befinden der Tiere dadurch nicht unwesentlich beein­trächtigt wird. Das plötzliche Surren ruft Paniken unter den Herden hervor und erschreckt die träch­tigen Tiere so, daß bedenkliche Folgen eintreten; Kälber werden von ben Müttern getrennt und zur leichten Beute der Raubtiere. Am meisten wird der Elefant beunruhigt, ber trotz seiner sprichwörtlichen Dickhäuiigkeit ein nervöseres Tier ist als das Voll­blutpferd; sein erster Instinkt ist, wenn er ein plötz­liches Geräusch in der Luft hört, die Ursache zu wittern, da er schlecht sieht. Wenn sein Geruch ihm keinen Aufschluß bietet, so flüchtet er in feiner Angst in sinnloser Hast durch Wälder und Felder, stampft alles nieder und richtet großen Schaden an. Schon manchmal hat auch das Tier über Maschine und Jäger triumphiert, so z. B. bei dem Flieger, der ein Rhinozeros für einen Ameisenhügel hielt und da­bei sein Leben verlor. Die Pelz-Trapper ber Hudson-Bai in Kanada, die sich früher durch die Schneewüsten mit Hundeschlitten den Weg bahnen mußten, sitzen jetzt behaglich in ihren Kabinen aus Aluminium und Glas, während sie zu ihren Jagd­gründen fliegen. Alles Nötige führen sie mit sich, und wenn sie in der weißen Wildnis ihr Jagdlager aufgeschlagen haben, fliegt die Maschine zurück, um sie einen Monat später mit ihrer kostbaren Beute wieder abzuholen. Wasserflugzeuge werden neuer- dings bei der Jagd auf Robben unb Walfische ver­wendet. Sie kundschaften die Herden aus, teilen auf drahtlosem Wege den Schiffen die Richtung mit, in der sie fahren müssen, und erleichtern den'Robben- und Walfischfängern so außerordentlich ihre Arbeit.