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*, r r j f e r*. Der S)amöurger Linksaußen PoNitz umspielte Sternberg, flankte zur Mitte genau zu Noak. Der Halblinke köpfte, der Ball ging aber aegen die Latte und sprang ins Feld zurück, wo L a ch n e r in einem Gedränge das Leder erwischte And es über die Torlinie fchob.

Deutschland blieb weiter im Angriff. Zur Freude der 40 000 zeigte unsere Elf ein Spiel, das mit Rücksicht auf die Bodenverhältnisfe als ganz ausgezeichnet zu bezeichnen war.

Bei anhaltender Ueberlegenheit fiel ganz uner­wartet in der 30. Minute der Ausgleich. Haringer stoppte völlig unnötig eine harmlose Flanke mit der, Hand ab und den fälligen Elfmeter verwandelte Polgar. Kreß hatte den Ball noch mit dem Fuß er- wischt, jedoch sprang das Leder doch noch ins Tor. I Deutschland blieb aber auch in der letzten Viertel- \ stunde weiter überlegen. Das Eckenverhältnis kam auf 7:1. Zahlreiche Schüsse verfehlten knapp das Ziel oder wurden von dem ausgezeichneten Hada ab gewehrt. Kurz vor dem Wechfes zog sich dann Haringer einen Schlüsselbeinbruch zu. Nachdem Grämlich kurze Zeit für den Münchener verteidigt hatte, trat Schäfer (München 60) als Ersatzmann ein.

Nach der pause ...

lag Deutschland sofort wieder im Angriff. Es gab gleich wieder kritische Szenen vor dem Tor der Ungarn. Die Gäste verlegten sich jetzt ganz auf die Verteidigung. Sie hatten nur noch drei Mann im Angriff, alle übrigen Leute waren vor und im Strafraum zusammengezogen. Bei den wenigen Angriffen der Gegner wehrten Kreß und Stubb mit größter Ruhe ab. Die deutschen Stürmer mach­ten den Fehler, zu wenig zu schießen. In der zehn­ten Minute ging

Deutschland wieder in Führung.

Ausgerechnet Stubb war der Torschütze. Aller­dings kam der Treffer auf recht eigenartige Weise zustande. Nach einem Foul von Pelgar, bei dem die Massen erregt protestierten, schoß Stubb von der Mittellinie aus einen Strafstoß. Der Ball senkte - sich fünf Meter vor dem Tor nieder, Hada wollte das Leder fangen, berechnete falsch, und über ihn hinweg ging der springende Ball ins Tor.

Gegen die mehr und mehr enttäuschenden Un­

garn blieb die wacker spielende und kämpfende deutsche Elf weiter im Angriff. Unsere Stürmer schossen nun allmählich auch besser. Die deutsche Mannschaft blieb noch zehn Minuten lang stark im Angriff. Einige gute Chancen wurden verfehlt. Dann wurde der Kampf allmählich etwas ausge­glichener, aber auch langweiliger. Unser Angriff lag zu sehr auf dem linken Flügel.

In der letzten Viertelstunde drehte unsere Elf bann noch einmal auf. Man sah noch einige schöne Angriffe, und in der 35. Minute auch

noch ein drittes Tor.

Hada wehrte einen Schuß Conens ab, Politz flankte aber erneut. Drei deutsche Stürmer stürzten sich am Elfmeterpunkt auf den Ball. Lehner erwischte das Leder und schob es an dem vorstürmenden Hada vorbei ins Netz.

Das Spiel sollte nicht ohne eine weitere Ver­letzung zu Ende gehen. Stubb war es leider, der davon betroffen wurde. Die restlichen Minuten brachten keine besonderen Ereignisse mehr.

Deutschlands Sieg war verdient.

Statt des 3:1 hätte es genau so gut auch ein 4 ober 5:1 geben können. Die Ueberlegenheit unserer ausgezeichnet spielenben, wenn auch nicht ganz schlackenlosen Mannschaft war erstaunlich groß.

Oie Kritik der Mannschaften.

Die beutsche Elf hat nicht ganz fehlerfrei gespielt, aber boch weit besser als bie ber Ungarn. Der Zu­sammenhang ließ nicht zu wünschen übrig. Einen ausgesprochenen Versager gab es auch nicht. Der Mittelstürmer Conen hielt allerbings nicht bas, was man sich von ihm versprach. Bester Mann bes Angriffs war L a ch n e r. Gut gefielen auch bie bei» ben Flügelftürmer Politz unb Lehner. Noak legte feine Vorlagen viel zu einseitig nach links. Er war wirklich nervös. Zn feiner Gesamtheit spielte ber Sturm sehr gut. Bester Mannschaftsteil war aber bie Läuferreihe, bie im Defensivspiel, noch mehr aber im Aufbau hervorragenbe Leistungen zeigte. In ber Verteibigung überragte ber Frank­furter Stubb. Haringer "unb Schäfer ergänzten ihn gut. Kreß konnte nur in wenigen Fällest bas zeigen, was wirklich in ihm steckt.

B e i ben Ungarn befriebigte nur bas Schluß­trio. Haba ist ein guter Tormann unb bie beiben Verteidiger Sternberg unb Biro waren bie einzigen

Leuts, denen man das Prädikat JntemaHonafes Format" geben könnte. Die Läuferreihe spielte guten Durchschnitt. Im Aufbau war sie mäßig. Der Sturm enttäuschte. Er zeigte zwar hin unb roieber nette Kombinationen, aber nicht ben großen Schwung unb bie Linie, bie man von bem Angriff biefer Berufsspieler-Nationalelf hätte erwarten müssen.

Der hollänbische Schiebsrichter B r e a t leitete ben Kampf ganz ausgezeichnet.

Eine Abschlußfeier.

Zm Park-Hotel in Frankfurt fanb am Abenb noch eine Abschlußfeier statt. Reichsstatthalter unb Gau­leiter S p r e n ge r, Reichssportführer v. Tscham - mer unb L> sten , Polizeipräsibent Gruppenführer Beckerle, sowie Vertreter ber ungarischen Ver­bände unb ber Gesandtschaft nahmen teil.

Bunbespräsident Linnemann dankte vor allem der deutschen Vertretung. Er überreichte der ungari­schen Mannschaft Erinnerungsgeschenke und ehrte außerdemHennes" Stubb anläßlich seines zehn­ten Länderspieles. Der Vizepräsident des Ungari­schen Fußball-Verbandes, Na daß, dankte namens der ungarischen Mannschaft und wies in einer pracht­vollen Ansprache auf die deutsch-ungarische Freund­schaft hin.

Reichssportführer von Tschammer und D ft e n führte dann noch aus, daß sich mit diesem Spiele die deutsch-ungarische Freundschaft neu ge­festigt habe. Der Reichssportführer lobte dann ben Kampfgeist ber beiben Mannschaften.

Zum Schluß sprach dann noch der Presse-Attache der ungarischen Gesandtschaft in Berlin, Dr. Camillo Haubert von Mono st o r. Er sprach den Dank aller Ungarn für den schönen Kampf und die glän­zende Aufnahme aus.

Fußballergebmsse des Sonntags.

Gau S ü d w e ft: 1. FC. Kaiserslautern FSV. Mainz 05 7:0; Sportfreunde Saarbrücken FC. 03 Pirmasens 3:2; Phönix Ludwigshafen SV. Wiesbaden 3:2.

Gau Bayern: FC. München Spvgg. Fürth abgesagt; Wacker München Zahn Regensburg abgejagt; 1. FC. Nürnberg Schwaben Augs­burg 5:1 (Privatfpiel); Würzburger FV. 04 gegen I 1. FC. Bayern 1:2.

Die Spiele im Gau Nordhessen sielen samt, lich aus.

Oie Soiele der Bezirksklaffe.

in ber Gruppe Oberhessen fielen bis auf eine Begeg. nung ber Witterung zum Opfer. Zn Lollar ftanben sich bie Mannschaften bes Sportvereins Lollar und bes FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg gegenüber, Das Treffen konnten bie Gäste mit 4:2 für sich ent. scheiben.

Handball im Gau XII der OT.

056.1 Turnerschaft II 1:5.

Zu biefem Spiel traten bie Turner mit einer sehr starken Mannschaft an, bie oerbient siegte. Die OSC.er ftanben ebenfalls komplett, aber ihr (Sturm zeigte so wenig Einheit, baß keine Tore fallen konnten. Sofort nach Beginn bes Spieles ver. wanbelte ber Linksaußen bes OSC. eine weite Vorlage bes Halbrechten zum einzigen Tor für ben OSC. Die Turner hatten vorerst etwas Schutzpech Nach unb nach erkämpften sie sich jeboch die lieben legenheit und erzielten bis Halbzeit noch zwei Tore In der zweiten Spielhälfte lieferte ber OSC. eine gleichwertige Partie, konnte aber keine Tore machen. Die Turner bagegen waren noch breimal erfolg, reich. Das Spiel selbst verlief äußerst fair. Auch ber Schiebsrichter war sehr gut.

Herbert Ctzapmanü letzte Fahrt.

Die Beisetzung des plötzlich verstorbenen Managers von Arsenal, Herbert C h a p m a n , gestaltete sich zu einer großen Kundgebung der englischen Fußball. Welt. Der Leichenwagen war von rotgoldenen Fuß. ballpfählen umgeben, auf dem Sarg lag ein riesiger goldener" Fußball. Alles, was in der englischen Fußballwelt einen Namen hat, nahm an der Bei. setzung teil. Die Arsenalspieler trugen den Katafalk zu Grabe. Aus allen Teilen des Landes waren Kranzspenden in London eingetroffen.

Jtod>ricbfen.

Evangelische Gemeinden.

Montag, 15. Januar, bis 20. Zanuar.

Lollar. 20 Uhr: Evangelisationsvorträge durch Ar« beitereoangelift Dffenborn.

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Oberstudiendirektor i. R.

Gießen (Horst -Wessel -Wall 29), den 14 Januar 1934

Im Namen der Hinterbliebenen in tiefer Trauer:

Anna Altendorf, geb. Vogt

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Gießen, den 13 Januar 1934.

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Die Beerdigung findet Dienstag, den 16. Januar, nachmittags 3 30 Uhr, auf dem israelitischen Friedhot statt. Blumenspenden dankend verbeten

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Gestern abend 8 V2 Uhr verschied in Frieden nach langer, schwerer Krankheit

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Nach kurzer Krankheit verschied am Samstag, dem 13. Januar, mein

Innigstgeliebter Mann, unser herzensguter Vater, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe

Die Bestattung findet Dienstag, den 16. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf

dem Neuen Friedhof statt

Das Lehrerkollegium des Landgraf-Ludwigs-Gymnasium zu Gießen

A - Dr Wolkewitz, Oberstudiendirektor

Am 12. Januar verschied nach langem schweren Leiden, im 65. Lebensjahr, der frühere Leiter unserer Anstalt

Herr Oberstudiendirektor Otto Altendorf

Fast 23 Jahre lang hat er mit starkem Willen und unbedingter, vorbildlicher Pflicht­treue segensreich an unserer Anstalt gewirkt, und zwar vom Oktober 1900 bis Februar 1917 als Oberlehrer und von April 1927 bis Ostern 1933 als Direktor.

Während dieser Zeit hat er sich stets als kernigen deutschen Mann gezeigt; mit heißem Herzen liebte er Volk und Vaterland.

Mit seinem tiefgründigen und umfassenden Wissen war er seinen Amtsgenossen alle­zeit ein hilfsbereiter Berater und Führer. In seinem Wesen einte sich eine herbe Art mit wahrer Herzensgüte.

Der lugend trat er mit großem Verständnis entgegen und führte sie mit Liebe und Begeisterung zu den hohen Gütern des klassischen Altertums und unserer deutschen Kultur. Großer Erfolg und nachhaltige Wirkung waren stets seiner erzieherischen Tätig keit beschieden.

In unermüdlicher und rastloser Arbeit war er als Leiter des pädagogischen Seminars tätig, um den Referendaren das Rüstzeug für den späteren Beruf mitzugeben. Lehrer und Schüler werden jederzeit seiner in Liebe und Verehrung gedenken.

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